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Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2012 04.
Mrz

… dann mache PlĂ€ne !

Da ich mich schon eine Weile nicht mehr zu Wort gemeldet habe, möchte ich die lange Schweigepause wenigstens mal erklĂ€ren. Es kam bei uns nĂ€mlich einiges völlig anders als es ursprĂŒnglich geplant war.

Carsten und ich haben unsere Reise nach Fuerteventura zum 6. Hochzeitstag so gelegt, dass wir bereits Donnerstagnacht am 16. Februar wieder in Dresden sein konnten. Der Grund hierfĂŒr war unsere liebe, „kleine“ Tochter gewesen, welche schon am Mittwoch wieder in der Casa OLCA eintrudelte und mit der ich am Freitag in aller Ruhe shoppen gehen wollte. Außerdem hatte ich das darauffolgende Wochenende dafĂŒr vorgesehen, mein Haushalt wieder auf Vordermann zu bringen und auch die UrlaubswĂ€sche von uns Dreien im Akkord zu waschen.

Die Zeit auf Fuerteventura war fabelhaft! Das Wetter hat super mitgespielt und auch die vielfĂ€ltige Landschaft, geniale und schier endlose SandstrĂ€nde und superleckeres Essen gaben uns das GefĂŒhl, vollkommen im Urlaubsmodus zu sein. Das GefĂŒhl hielt auf der höchsten Stufe bis zum 15. Februar an. Als wir auf einer Landstraße mitten im Nirgendwo unterwegs waren, klingelte Carstens Diensthandy und wir mussten erfahren, dass seine Mutter an diesem Tag um 8:05 im Krankenhaus fĂŒr immer eingeschlafen ist.

Unser VerhĂ€ltnis zu ihr war bestimmt nicht einfach, es gab immer wieder Höhen und Tiefen, bis am Ende eine 8 Jahre lange Funkstille daraus wurde. Wir versuchten trotz dieser UmstĂ€nde aus dem Resturlaub noch das Beste zu machen, wenn auch ein totales Abschalten nicht mehr so in der Luft lag, wie an den Tagen davor …

Wieder im Dresden, verbrachten Carsten und ich den ganzen Tag am Telefon, um uns ein Bild davon zu machen, was uns nun eigentlich erwartet und was wir vor Ort oder aus der Ferne regeln mĂŒssen. Schließlich haben wir beide unsere Arbeitgeber angerufen und um eine UrlaubsverlĂ€ngerung von 2 weiteren Tagen gebeten. GlĂŒcklicherweise haben sich alle Chefs sehr verstĂ€ndnisvoll gezeigt. Nachmittags konnte ich dennoch einige Stunden mit Stephanie im Elbe-Park verbringen, denn wir haben uns beide auf dieses Mutter-Tochter-Ritual gefreut und wir wollten es uns nicht nehmen lassen.

Am Samstag sind Carsten und ich schon um 5 Uhr aufgestanden, um so frĂŒh wie möglich den 700 km langen Weg nach NRW anzutreten. Stephanie blieb allein zu Hause. Inzwischen vertrauen wir ihr, dass sie das Sturmfrei nicht fĂŒr wilde Feten nutzt und das Haus bei ihrem Kochen keine BrandschĂ€den abbekommt. Sie hat sich bislang fĂŒr eine 16-jĂ€hrige als Àußerst zuverlĂ€ssig erwiesen.

4 Tage lang verbrachten Carsten und ich nun damit, alles ĂŒber seine Mutter zu erfahren, haben ihre Freunde und einige Bekannten sowie Nachbarn vor Ort kennen gelernt, sammelten alles, was an Papieren vorhanden war, haben Kontakt zur Vermieterin und Bank aufgenommen und immer wieder im Stillen darĂŒber geflucht, dass uns ein Arbeitstag durch die Faschingszeit verloren ging, denn an einem Rosenmontag arbeitet in NRW kein Mensch. Es hat uns beruhigt, als wir aus den ErzĂ€hlungen ihrer engsten Vertrauten und aus den Fotos erfahren haben, dass sie ihre Zeit ohne uns in vollen ZĂŒgen genossen hat. Nur ihre Freundschaften dauerhaft aufrecht zu halten fiel ihr nach wie vor sehr schwer, denn sie schaffte es, sich frĂŒher oder spĂ€ter immer wieder mit einigen heftigst zu verkrachen …

Am Dienstagabend sind wir wieder in der Casa OLCA angekommen, haben schnell unser Zeug in die Ecke geworfen und fielen total abgekĂ€mpft ins Bett, da wir ja am Mittwoch schon wieder arbeiten mussten. Seitdem besteht das Gros unserer Freizeit aus dem Durchforsten der mitgenommenen Ordner, ÜberprĂŒfen der vorhandenen KontoauszĂŒge, Schreiben diverser KĂŒndigungen, usw.. Langsam sieht mein Schatz aber wieder etwas Land, doch er ist noch lange nicht fertig. Durch mich hat der WĂ€schesack inzwischen wieder AufnahmekapazitĂ€ten, die SchrĂ€nke sind mit sauberen Klamotten gefĂŒttert und nach und nach schaffen wir es, unseren Alltag zurĂŒckzuerobern.

Ich vermute, es gibt noch ein paar Dinge, welche meine Blog-Leser interessieren könnten und deshalb gebe ich noch ein paar Informationen gleich jetzt mit:

Carstens Mutter hat sich immer eine Feuerbestattung und als letzte RuhestĂ€tte eine anonyme Wiese gewĂŒnscht – dieser Wunsch wurde ihr erfĂŒllt.

Im Dezember hat man bei ihr Lungenkrebs festgestellt, war aber guter Dinge, was auch der anfĂ€ngliche Erfolg der Chemotherapie zeigte. Bei einer onkologischen Nachuntersuchung wies man sie am Montag gleich ins Krankenhaus ein und dort ist sie dann am Mittwochmorgen im Schlaf verstorben – damit wurde ihr zweiter, sehnlichster Wunsch erfĂŒllt, denn sie hatte immer panische Angst vor einer Existenz an SchlĂ€uchen und Maschinen.

Ihr Lungenkrebs hat uns eigentlich nicht sonderlich ĂŒberrascht, da sie seit Jahrzehnten eine sehr starke Raucherin war.

Möge sie nun in Frieden ruhen.

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