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Kommentar:   

 
Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2013 28.
Okt

Ich sch√§tze, es ist inzwischen¬†hinreichend bekannt, dass wir unsere Jahrestage immer gerne mit einer Kombination aus Ausfl√ľgen und Essengehen feiern.¬†Wir blieben dieser Tradition auch am vergangenem Samstag treu, denn vor genau 12 Jahren kam Carsten mit einem 7,5-Tonner voll M√∂bel nach Dresden und ich habe vor 15 Jahren die Arbeit in der gleichen Firma aufgenommen,¬†in der¬†ich immer noch meine Br√∂tchen verdiene.

Als¬†Andenken an seine Kindheit im goldenen Westen bekam Carsten am fr√ľhen Morgen zur Feier des Tages von mir eine Kleinigkeit geschenkt …

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… keine Angst, das Verfallsdatum war nicht (!) hoffnungslos √ľberschritten, denn bei Lidl hei√üt Twix¬†kurz mal wieder Raider – sonst √§ndert sich nix!

Danach haben wir beim B√§cker etwas gefr√ľhst√ľckt, um¬†unseren zu Hause schlafenden Teenager ungest√∂rt pennen zu lassen und brachen im Anschluss daran zu unserem Ziel des Tages auf, dem Milit√§r- und Bunkermuseum in Kossa:

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Wir kauften¬†Tageskarten, damit wir nicht nur vormittags gem√ľtlich¬†die Entdeckertour auf eigene Faust und nachmittags mit einer Gruppe auf¬†die gef√ľhrte Exkursion gehen konnten, sondern auch noch eine (echt superleckere!) Erbsensuppe mit je einem Getr√§nk dazu nehmen durften.

Unsere Tageskarten zeigte Carsten auch ganz gewissenhaft jedem mageren und vermummten Soldaten am Eingang zu den frei zugänglichen Ausstellungen, egal ob es der Museumsbunker, der Rechnerbunker oder der Technikbunker war.

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Man beachte auch die Kamera links √ľber dem Soldatenkopf! ¬† ¬† lachen¬†¬†¬†¬† In dem¬†Geh√§use war wohl einst¬†eine wesentlich gr√∂√üere Ausf√ľhrung¬†beheimatet, heute verrichtet eine sehr viel kleinere¬†ihren Dienst darin¬†¬†¬†¬† zwinker

Wir mussten uns auch mit der damaligen Verst√§ndigung beim Betreten der¬†drei Zugangsschleusen vertraut machen – die 1. Schleuse war f√ľr das S√§ubern und Ablegen der¬†√§u√üeren Kleidung, die 2. f√ľr die Unterw√§sche und die 3. f√ľr die nackte Haut (wenn man mal von einer Gasmaske und Handschuhen absieht):

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Der Hammer war bei unserem Besuch √ľbrigens weg! Bestimmt hat er aber schon zu sozialistischen Zeiten eine andere Heimst√§tte gefunden ¬† ¬† zwinker¬†¬†¬†¬† es hie√ü¬†in der DDR ja schlie√ülich nicht umsonst „Aus unseren Betrieben ist noch mehr herauszuholen“ ¬† ¬† lachen

Die Freizeitecke der NVA-Soldaten kam mir sehr bekannt vor, auch wenn ich selber nie gedient habe     zwinker

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Weiss noch jeder, wie die drei bärtigen Herren hießen?

Manche Ecken der Bunkeranlagen habe ich lieber nur aus der Entfernung angeschaut, denn eine Familientruppe, der wir im Rechnerbunker begegneten und aufgrund des Prollbenehmens kurzerhand den Nachnamen „Flodder“ verpassten, bemerkte d√§mlich aber wahrheitsgem√§√ü: „Mann, ist das alles dreckig hier! K√∂nnen die nicht mal putzen?“
Da guckte ich auf irgendwelche Dieselgeneratoren lieber von Weitem und sah aus wie ein Schwein, das ins Uhrwerk blickt:

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Allerdings glänzte der Rechnerbunker ziemlich sauber und Carsten war sehr von der damaligen Technik angetan Рman beachte die hellblauen Lochstreifen im Vordergrund     zwinker

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Nach der Entdeckertour genossen wir die megaleckere Erbsensuppe mit Br√ľhwurst und r√ľmpften unseren Nasen √ľber eine Truppe extrem lauter Jungkerle, welche mit ihrem un√ľberh√∂rbaren Stimmen den ganzen Kantinenraum √ľbert√∂nten. Mann, was war es ruhig als¬†die endlich gingen!

Dann¬†brachen wir zum Treffpunkt auf, um an der gef√ľhrten Tour mitzumachen. Die gef√ľrchtete Familie Flodder sowie die Kerletruppe waren zum Gl√ľck nicht dabei, daf√ľr hatten wir aber eine andere Familie¬†samt Familienoberhaupt dabei, welches mit¬†gro√üer Klappe, hohler Birne, einem √§u√üerst losem Mundwerk und einer schwachen Blase ausgestattet war. Unser Fremdenf√ľhrer war einsame spitze, denn er verstand es echt gut, diesen Kerl in Schach zu halten! Wie schon mal bei einer historischen St√§dtetour der¬†Erz√§hlende den Satz „Zeitzeugen sind die Schlimmsten“ pr√§gte, wetterte unser Proll schon am ersten Ausstellungsst√ľck (ein Trabbi mit gr√ľner Tarnfarbe), dass das ja wohl niemals die originale Farblackierung sein k√∂nne – er hatte schlie√ülich 19 Jahre im Trabbiwerk gearbeitet.

Mit der Gruppe besuchten wir dann den Nachrichten- und F√ľhrungsbunker. Die Zug√§ge waren verdammt gut gesichert!:

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Übrigens, weiß jemand, wozu dieses Gerät dient?      zwinker

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Die F√ľhrung war sehr interessant, lebendig und sehr informativ. Auch f√ľr euch mal zur Erkl√§rung: Von der Existenz¬†dieser Bunkeranlage wussten nur ganz wenige Eingeweihte und sie wurde prim√§r als Kommandost√ľtzpunkt f√ľr¬†den 3. Weltkrieges gebaut.¬†Von der Fertigstellung in den 70ern bis zur Wiedervereinigung hielt¬†die NVA sie top in Schuss. Im Falle des Falles h√§tte hier die Rote Armee Stellung bezogen und die NVA-Truppen als Kanonenfutter in Richtung Paris geschickt. Um¬†die Bunkerkonstruktion zu errichten, hat man damals mehr als 1 Mio DDR-Mark ausgegeben, von den Kosten des Equipments und der Instandhaltung ganz zu schweigen. Aber so wie es hei√üt,¬†diente es im kalten Krieg zwischen den Nato-Verb√ľndeten und den L√§ndern des¬†Warschauer Vertrages der Friedenssicherung – gl√ľcklicherweise musste man am Ende dort nie¬†ernsthaft¬†Stellung beziehen.

Nach diesem Ausflug in die Geschichte¬†fuhren wir¬†in die¬†Leipziger Innenstadt. Dort wollten wir im „Cafe Madrid“ nach einer w√§rmsten Empfehlung von Francis Mohr lecker essen, was wir auch taten und das Mahl in vollen Z√ľgen genossen! Danke nochmals f√ľr den tollen Tipp! Das Bild sagt doch schon alles, nicht wahr? ¬† ¬† zwinker

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Als wir damit fertig waren, kullerten wir mit vollen Bäuchen zu unserem Tiefgaragenparkplatz eines Einkaufscenters, wo ich noch diesem netten Herren begegnete:

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Ich habe mich aber ganz brav an die Hinweise auf dem Schild gehalten und alle meine S√ľ√üigkeiten sch√∂n bei mir in der Handtasche behalten ¬† ¬† lachen

Wir hatten wirklich viel Spaß bei diesem Tagesausflug und ich kann nun nur noch hoffen, dass ihr es beim Lesen genau so empfunden habt!



2013 20.
Okt

Normalerweise verläuft eine Beziehung ja bekanntlich so: man lernt sich kennen, geht zusammen spazieren oder ins Kino, kocht zusammen, zieht irgendwann zusammen und später heiratet man oder bekommt zumindest gemeinsam Kinder.

In¬†meiner Beziehung mit Carsten l√§uft das irgendwie anders ab, denn¬†die Kinder gab es z.B. schon lange vor den vertrauten T√§tigkeiten der Verliebten – um genau zu sein 5 und 8 Jahre vorher. Auch nach mittlerweile¬†fast auf den Tag genau 12 Jahren¬†genie√üen wir¬†unsere Zweisamkeit sehr. Gemeinsames Kochen und¬†Spazierg√§nge ohne Kleinkinderunterhaltungsprogramm (ich liebe deutsche, zusammengesetzte W√∂rter!) d√ľrfen dabei nat√ľrlich auch bei uns nicht fehlen. Letzteres besonders jetzt im Herbst und wenn das Wetter sch√∂n ist¬†¬†¬†¬†¬†zwinker
Derzeit ist Carstens √ľberzeugendstes Argument f√ľr einen kurzen Ausflug¬†mein Monatsprojekt und inzwischen habe ich einige sch√∂ne Herbstbilder gesammelt. Noch bleiben mir ein paar Tage, um meine Sammlung weiterhin zu vergr√∂√üern – vom Knipsen hat man ja nie genug¬†¬†¬†¬†¬†zwinker

Apropos Knipsen und P√§rchen – gestern durfte ich ein P√§rchen aus dem Bekanntenkreis in meinem Heimstudio fotografieren. Ich baute nat√ľrlich schon im Vorfeld meine ganzen Lampen und Lichter auf und um auf Nummer sicher zu gehen, brauchte ich¬†Personen.¬†Welch ein Gl√ľck, dass gerade Stephanies Kumpel aus TJG-Projektzeiten¬†zu Besuch war, denn¬†so mussten sie¬†kurzerhand ein¬†P√§rchen spielen. Ich finde, sie haben das sehr √ľberzeugend gemacht ¬† ¬† lachen

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Hier sieht das Ganze sogar noch vertauter aus     zwinker     und ich schätze, der Schatten stört mich selber wohl am meisten     teufel

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Die Hauptakteure kamen dann eine Stunde später an die Reihe und so sieht das eigentliche Fotopärchen aus     standard

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Ich finde, das dies ein besonders schönes und lebendiges Bild geworden ist! Vielleicht mache ich irgendwann auch mal ähnliche Aufnahmen mithilfe eines Selbstauslösers mit meinem eigenen Mann Рmal sehen, wie viel Freizeit wir in der kommenden, dunklen Jahreszeit haben werden     lachen



2013 14.
Okt

Momentan durchlebe ich wieder verstärkt den Einfluß meiner russischen Wurzeln     standard

Zum Einen darf man mir gratulieren, denn aktuell habe ich als Kursleiter gleich zwei Reaktivierungskurse in Russisch bekommen. Eine Gruppe macht schon ihr zweites Semester mit mir und die andere hat sich zum ersten Semester in der Gorbitzer Filiale der Dresdner VHS zusammengefunden. Diese Außenstelle wurde im letzten Jahr komplett saniert und sieht jetzt einfach umwerfend schön aus! Die neue Gruppe gefällt mir zudem auch richtig gut. Ich schätze, auch hier werden wir nicht nur am trockenen Granit der Sprachwissenschaft nagen, sondern ebenfalls viel Spaß beim Lernen haben     lachen

Am Samstagabend bin ich der Einladung einer guten Bekannten aus den Zeiten des gemeinsamen Unterrichts in der russischen Samstagsschule „Raduga“ gefolgt und habe mir einen Besuch in einem kleinen Theater namens „Rudi“ geg√∂nnt. Dort wurde zum vorletzten Mal das St√ľck „Ach, Odessa!“ in¬†meiner Muttersprache¬†aufgef√ľhrt. Ich hatte zudem sehr nette Begleitung, denn eine junge Frau aus meiner¬†allerersten Gruppe (2012) und ein „Sch√ľler“ aus meinem aktuellen Kurs hatten ebenfalls Interesse an diesem Musical. Es war eine richtig witzige Veranstaltung ¬†und es hat uns dreien auf jeden Fall jede Menge Spa√ü gemacht!

Am Sonntag folgte ich zuerst widerwillig, dann aber sehr dankbar der Einladung meines Mannes     lachen     kuessen
Wir hatten einen bezaubernden Herbsttag und er war nicht m√ľde, mich in den Allerwertesten zu treten, damit ich mit ihm und meiner Kamera einen Spaziergang in der Stadt mache. Er hat ja so Recht, denn leider¬†habe bislang noch nicht sehr viel f√ľr mein Monatsprojekt gemacht¬†¬†¬†¬†¬†zwinker
Ihr könnt gespannt sein, denn es sind auf jeden Fall einige tolle Aufnahmen geworden     zwinker     selbstverständlich konnte ich es nicht lassen,  auch das Denkmal meines Lieblingsschriftstellers Dostojewski zu besuchen:

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Doch in den letzten Tagen hatte ich immer wieder ein paar Zeilen aus einem Gedicht von Puschkin im Kopf, denn besser kann man die derzeitige Herbststimmung wohl nicht wiedergeben:

–£–Ĺ—č–Ľ–į—Ź –Ņ–ĺ—Ä–į! –ĺ—á–Ķ–Ļ –ĺ—á–į—Ä–ĺ–≤–į–Ĺ—Ć–Ķ!
–ü—Ä–ł—Ź—ā–Ĺ–į –ľ–Ĺ–Ķ —ā–≤–ĺ—Ź –Ņ—Ä–ĺ—Č–į–Ľ—Ć–Ĺ–į—Ź –ļ—Ä–į—Ā–į –
–õ—é–Ī–Ľ—é —Ź –Ņ—č—ą–Ĺ–ĺ–Ķ –Ņ—Ä–ł—Ä–ĺ–ī—č —É–≤—Ź–ī–į–Ĺ—Ć–Ķ,
–í –Ī–į–≥—Ä–Ķ—Ü –ł –≤ –∑–ĺ–Ľ–ĺ—ā–ĺ –ĺ–ī–Ķ—ā—č–Ķ –Ľ–Ķ—Ā–į.

Du tr√ľbe Zeit! O welch Bezauberung, welch Freude
Bringt mir der Abschiedsgruß der sterbenden Natur!
Wie schön ihr prunkendes und welkendes Geschmeide,
In Purpurrot und Gold gekleidet Wald und Flur!

Schön, nicht wahr?     zwinker



2013 13.
Okt

Hier noch die ausstehende Meinung der OLCAs, wie weit man eigentlich dem deutschen Volk Mitschuld an den Verbrechen des 2. Weltkrieges geben könnte bzw. warum am Ende niemand etwas davon gewußt haben möchte.

Nat√ľrlich sind Olga und ich schockiert √ľber das, was wir im Rahmen von F√ľhrungen und Ausstellungen bei unseren diesj√§hrigen KZ-Besuchen in Buchenwald, Auschwitz und Theresienstadt gesehen und gelernt haben, aber kann man gleich das „ganze deutsche Volk“ daf√ľr verantwortlich machen ? Vor allem noch jetzt, mehr als 60 Jahre danach ? Und wie konnte es eigentlich so weit kommen ? Wir haben uns sp√§testens im Anschlu√ü an jeder Besichtigung viel dar√ľber unterhalten … nach Auschwitz sogar mit Polen.

Ein paar Dinge m√ľssen aber bereits im Vorfeld mit in Betracht gezogen werden:

1.) Wir sprechen jetzt √ľber ein √§u√üerst komplexes, geschichtliches Ereignis, welches mittlerweile √ľber Jahrzehnte bis in jedes Detail untersucht und analysiert worden ist, d.h. wir haben heute ein zusammengetragenes Wissen und globale Kenntnisse, die w√§hrend des Krieges nur sehr wenigen bekannt gewesen sein d√ľrfte. Zudem sprechen wir √ľber eine Entwicklung, die sich mindestens von 1933 bis 1945, also √ľber mehr als 12 Jahre hingezogen hat.

2.) Wir betrachten die M√∂glichkeiten der Informationseinholung zum Teil immer etwas gepr√§gt aus heutiger Sicht … zur damaligen Zeit wu√üte man zum Teil nicht einmal was in der Nachbarstadt passiert ist – geschweige denn in Berlin oder gar im Ausland. Zudem wurden sp√§testens ab Mitte der 30er alle Medien zu Propagandazwecke mi√übraucht und gaben somit nur eine sehr einseitige Sicht der Dinge wider. „Whistleblower“ h√§tten nicht mal den Hauch einer Chance gehabt, Tatsacheninformationen an das deutsche Volk durchzugeben, denn ein Internet gab es noch nicht, Fernsehen f√ľr alle galt ebenfalls noch als Zukunftsmusik, Radio wurde fr√ľhzeitig kontrolliert und auch Zeitungen standen recht schnell unter staatlicher Kontrolle. Offizielle Bekanntmachungen wurden damals noch mit Plakaten an stark frequentierten Orten, z.B. am Marktplatz, publiziert – heute fast g√§nzlich ausgestorben. Und der Vorwurf, da√ü man Hitlers Absichten in seinem Buch „Mein Kampf“ h√§tte nachlesen k√∂nnen, kann mit der Tatsache entkr√§ftet werden, da√ü B√ľcher nicht in dem Ma√üe wie wir es heute kennen verf√ľgbar waren, geschweige denn beworben wurden.

3.) Die Deutschen der 20er-Jahre waren aufgrund der Weltwirtschaftskrise verzweifelt und sahen in Hitler einen Mann, der sie vor dem Verhungern rettete und ihnen Arbeit, Ausbildung, Wohlstand, Erholung (Stichwort KdF) und ein bis dato fast unbekanntes Gemeinschaftsgef√ľhl (Vereine und Organisationen) nicht nur in Aussicht stellte, sondern auch wirklich geben konnte. Zudem d√ľrfte der soziale Druck, da√ü man den 1. Weltkrieg nicht nur angezettelt, sondern auch noch verloren hat, ebenfalls dazu beigetragen haben, da√ü man jetzt wieder auf Erreichtes stolz sein wollte.

4.) Dies alles und die Tatsache, da√ü die Machtergreifung bzw. Herrschaft Hitlers gr√∂√ütenteils nur durch Unterdr√ľckung, Einsch√ľchterung, L√ľgen, Putsche, Verschleierungen und Falschmeldungen m√∂glich wurden, sollte man immer ber√ľcksichten, wenn man geneigt ist, die Fragen nach dem Wieso und Warum zu stellen: Warum hat niemand etwas gegen die Greultaten an Juden unternommen ? Warum hat sich niemand gegen die Kriegshandlungen gewehrt ? Wieso konnte man es zulassen, da√ü Millionen Menschen vergast worden sind ? Wieso hat man die Nazis √ľberhaupt so weit gew√§hren lassen ? u.s.w.

Nun also ein Versuch, unsere Sicht der Dinge darzulegen. Wir glauben, da√ü die Euphorie der 30er-Jahre beim Volk ein kleines bi√üchen Betriebsblingheit aufkommen lie√ü, denn eine nicht ganz unerhebliche Anzahl von Zivilisten d√ľrften sehr wohl √ľber die schlimmen Zust√§nde in den (Konzentrations-)Lagern Bescheid gewu√üt haben, denn es gab schlie√ülich auch externe Angestellte in den Einrichtungen, es wurden von externen Firmen gro√üe Anlagen entwickelt bzw. in den Einrichtungen aufgebaut (z.B. Verbrennungs√∂fen mit damals sehr un√ľblicher Leistung) und umliegende Wirtschaftsbetriebe liehen sich in nicht gerade geringem Ausma√ü Arbeiter f√ľr die eigene Produktion aus. Sp√§testens letzterer Gruppe h√§tte der miserable Zustand der Leiharbeiter auffallen m√ľssen. Aber wie schon erw√§hnt, selbst wenn ein paar Bescheid gewu√üt haben, wie h√§tten sie ihr Wissen an das deutsche Volk weitergeben k√∂nnen ? Die Sowjets Amerikaner haben hier z.B. in Buchenwald einen in unseren Augen richtigen Schritt getan und f√ľhrten die Einwohner Weimars nach der Befreiung quasi als Pflichtbesuch durch das Arbeitslager.

Zusammenfassend w√ľrden wir die damalige Situation des deutschen Volkes so beschreiben:

Рder steile Aufschwung des Landes läßt das Volk euphorisiert und somit auch etwas betriebsblind werden

– der Unterdr√ľckungs- und √úberwachungsapparat der Nazis l√§√üt das Volk vorsichtig und nicht hinterfragend werden

– die Propagandamaschinerie der Nazis l√§√üt das Volk an die eigene Sache glauben („wir sind Gewinner“) und blendet mit einer einseitig negativen Berichterstattung („Der b√∂se Jude“, „Kampf den Kritikern“)

– die Organisation in Vereinen und Gruppen, wie z.B. Hitlerjugend (HJ), Bund deutscher M√§dchen (BDM), Kraft durch Freude (KdF) und nat√ľrlich der Wehrmacht vermittelt ein unschlagbares Gemeinschaftsgef√ľhl, gibt gleichzeitig aber auch die unterschwellige M√∂glichkeit einer Gleichschaltung und fr√ľhen Beeinflussung bzw. Einimpfung von Ideologien

 
Fazit: Warum sollten also die Nachfolgegenerationen, zu deren auch wir uns z√§hlen, weiterhin zur Verantwortung gezogen werden … eine Schuldigkeit besteht unserer Meinung nach nur in der Pflicht, soetwas nie wieder geschehen zu lassen. Und um das zu erreichen, helfen u.a. Besuche von Gedenkst√§tten bestimmt mehr, als nur blanke Theorie und das zeigen mit dem Finger auf DIE Deutschen. Was wir gesehen haben, hat uns wirklich erschrocken, best√ľrzt und betroffen gemacht – soetwas darf sich nie noch einmal wiederholen.

Wie seht ihr das ? Eure Kommentare sind jederzeit willkommen und werden keiner Zensur unterliegen.
Herzlichen Dank f√ľr euer Interesse an unserer Meinung,
       Olga & Carsten



2013 06.
Okt

Da auf jeden Fall Interesse an unseren Erkenntnissen nach den Besuchen von drei Gedenkst√§tten, √ľber welche ich vor Kurzem¬†hier im Blog berichtete,¬†vorhanden zu sein scheint, l√∂se ich hiermit mein Versprechen ein und erz√§hle das, was wir √ľber die typischen Schriftz√ľge geh√∂rt und gelesen haben.

Zuerst waren wir im Februar im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald:

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Diesen Spruch kann man bei geschlossenen T√ľr nur dann ordentlich lesen, wen man auf dem Lagergel√§nde ist (von innen nach au√üen). Das KZ Buchenwald wurde in erster Linie als Arbeitslager geplant, denn eine gezielte Vernichtung durch Arbeit passte optimal in die Philosophie des Faschismus. Es¬†ist das¬†zweite¬†gebaute KZ,¬†das erste wurde bereits 1933 in Dachau errichtet und galt quasi als Muster f√ľr den weiteren Aufbau solcher Anstalten. Der Spruch „Jedem das Seine“ ist allerdings ausschlie√ülich in Buchenwald zu finden. An und f√ľr sich waren diese Worte √ľber Jahrhunderte lang v√∂llig unbelastet gewesen und lauten vollst√§ndig aus dem Latein √ľbersetzt „Die Gerechtigkeit teilt jedem das Seine zu“ – der¬†Originalspruch stammt von Cicero.

In Auschwitz prangt am Eingangstor der allgemein¬†bekannte Spruch, welcher au√üer¬†in Buchenwald bei allen KZs angebracht wurde: „Arbeit macht frei“ – lesbar wenn man von au√üen nach innen geht.

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Mir pers√∂nlich wurde erst beim Besuch der Gedenkst√§tte bewusst, dass es¬†sehr viele¬†Unterschiede zwischen Auschwitz und Buchenwald gibt, vor allen Dingen bez√ľglich der¬†Gr√∂√üe. Ich empfand schon Buchenwald als ein enorm gro√ües Gel√§nde,¬†doch Auschwitz ist dagegen einfach nur riesig und besteht insgesamt aus¬†drei Lagern: Auschwitz¬†I (das Stammlager), Auschwitz II (besser bekannt als Birkenau) und Auschwitz III (auch bekannt¬†als Buna-Monowitz).¬†Das dritte sowie die insgesamt 38 Nebenlager haben wir leider nicht besucht, da sie nicht¬†als Bestandteil der gro√üen F√ľhrung angeboten werden.
Zur√ľck zum¬†Spruch: dieser¬†prangt √ľber dem Eingang zum Stammlager. Bei Auschwitz-Birkenau gibt es keinen Spruch, sondern nur den Wachturm mit einer Durchfahrt f√ľr¬†Z√ľge, welchen man¬†z.B. aus „Schindlers Liste“ kennt. Wenn man nun bei diesem Schriftzug auf das Wort „Arbeit“ achtet, merkt man auf Anhieb, dass der Buchstabe „B“ auf dem Kopf steht. Es wird erz√§hlt, dass dies ein Zeichen des Ungehorsams von den Arbeitern ist, welche diesen Spruch geschmiedet haben. √úbrigens, was wir heute sehen k√∂nnen, ist nicht das Original aus 1940, sondern eine Nachbildung. Im Jahre 2009 wurde der Schriftzug gestohlen und ein paar Tage sp√§ter in¬†drei einzelnen Worte¬†zers√§gt in einem polnischen W√§ldchen gefunden. Gl√ľcklicherweise hatte man schon im Vorfeld bei Restaurierungsarbeiten eine exakte Kopie angefertigt, welche unverz√ľglich bereits ¬†am Tag des Diebstahls montiert wurde. Das zers√§gte und anschlie√üend wieder hergestellte Original wurde nie wieder aufgehangen und bleibt nun in¬†geschlossenen R√§umen der Gedenkst√§tte aufbewahrt.

Dem gleichen Spruch „Arbeit macht frei“ begegneten wir nun auch letzten Monat in der Kleinen Festung in Theresienstadt:

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Eigentlich ist¬†es verwunderlich diesen dort zu sehen, denn Theresienstadt ist gem√§√ü Definition nie als KZ bzw. Arbeits- und Vernichtungslager geplant worden.¬†Die gesamte Stadt hat man¬†zu einem Ghetto umfunktioniert, um es ledglich als Durchgangslager f√ľr Juden zu nutzen. Damit¬†sollten¬†s√§mtliche Weiter- und Abtransporte, wie z.B. nach Auschwitz, besser¬†organisieren¬†werden. In der Kleinen Festung, etwas au√üerhalb des Ghettos,¬†wurde zus√§tzlich ein Gestapo-Gef√§ngnis f√ľr ca. 2000 Personen eingerichtet,¬†da es in Prag mit der Zeit nicht mehr genug Platz f√ľr Inhaftierte gab.¬†Der damalige Vorsteher der Anlage, Heinrich J√∂ckel, war allerdings sehr karriereorientiert und¬†w√§hrend der Nazi-Zeit konnte man eigentlich als Leiter eines KZs am besten aufsteigen. Also¬†war er es, der nach einem Besuch in Auschwitz H√§ftlinge dazu verpflichtet hat, den KZ-typischen Leitspruch an die Wand am Tor zum ersten Hof zu malen. Am liebsten h√§tte er seine Anlage zu einem echten¬†Arbeits- und Vernichtungslager¬†umfunktioniert. Da sich seine Ambitionen und Aufstiegspl√§ne aber (zum Gl√ľck!) nie verwirklichten, wurde er¬†bis Kriegsende immer grausamer zu den H√§ftlingen. Es ist f√ľr mich eine Genugtuung zu wissen, dass dieser Mann 1946 verhaftet und hingerichtet wurde.

Ich merke schon, selbst beim Revue passieren dieser Reisen in die Vergangenheit werde ich pers√∂nlich sehr emotional, es nimmt mich immer noch unwahrscheinlich mit. Ich habe allerdings gemerkt, dass das Thema jeden ber√ľhrt, der das¬†gesamte Ausma√ü dieser menschenverachtenden Vernichtungsmaschinerie einmal vor Ort gesehen hat.

Nun ist es ein etwas trauriger Blogeintrag geworden, aber ich hege die Hoffnung, dass wenn man solche Verbrechen aus der Vergangenheit nie au√üer Acht l√§√üt, diese¬†auch nie mehr wiederholt werden – unabh√§ngig von der Frage nach Schuld und Gewu√üt-haben … dar√ľber wollen Carsten und ich¬†mal in den n√§chsten Tagen etwas schreiben (Dank an Kerstin f√ľr deinen Kommentar, der ein bisschen als Ausl√∂ser gelten soll).



2013 05.
Okt

September¬†– was in Bayern als DER Biermonat gilt ist in unserer Gegend wohl eher ein Weinmonat … vor allem¬†denkt man nat√ľrlich¬†sofort an¬†Federwei√üer¬†¬†¬†¬†¬†standard
Hier eine solche Gattung in Begleitung seines besten Freundes namens Zwiebelkuchen     zwinker

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Wie ich im Januar schrieb, sollte mein Fotoprojekt f√ľr den September „Wein in jeder Form“ sein … hier meine Ausbeute.

Ein solches Glas wie oben bleibt aber nie lange voll, egal ob in Begleitung einer anderen sächsischen Leckerei (hier neben einer Fettbemme in Pesterwitz):

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oder in trauter Einsamkeit auf der Sommerterrasse des Spitzhauses:

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Sachsen hat aber durchaus auch ein paar andere Weine im Angebot     zwinker

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Und woraus wird Wein gemacht? Richtig!     lachen
Hier ein kleiner Blick auf die Radebeuler Weinberge:

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Um die leckeren Weintrauben von ungebetenen, gefiederten Weinkennern zu sch√ľtzen, spielen die hiesigen Winzer eine ganz besondere Musik ¬† ¬† zwinker

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Nun¬†noch ein¬†paar „philosophische“ Gedanken, welche mir bei¬†solchen Weintrauben durch den Kopf gehen¬†¬†¬†¬† standard

„Zusammen wird man am sch√∂nsten blau“ ¬† ¬† lachen

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„Die Aufgeblasenen heben immer ganz sch√∂n ab, aber wenn die hei√üe Luft raus ist …“

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„Wer am Rand steht, geht nicht in der gro√üen Masse unter“

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„Wenn wir mal alt und schrumpelig sind, hei√üen wir „S√ľ√üe Rosinen“ ¬†¬†¬† lachen

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„Man malt nur das an die Wand, was¬†wirklich sch√∂n ist“

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Dass Wein und Weintrauben nicht nur mich zum Nachdenken anregen, beweist wohl am besten diese Wand eines Pavillons РVergrößern und Durchlesen lohnt sich!

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Aber nochmal zur√ľck zum Anfang¬†¬†¬†¬†¬†zwinker¬†¬†¬†¬† diese Weintrauben k√∂nnen es kaum abwarten, endlich in einem Weinglas zu landen und die ersten haben es schon sogar geschafft:

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 Sie kommen nicht nur von oben, sondern auch von unten:

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Da kann ich nur noch eines sagen: Zum Wohl!!!     herz

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