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Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2018 19.
Dez

Unsere dritte Insel heißt offiziell Big Island of Hawaii, im alltĂ€glichen Sprachgebrauch gibt man sich aber schon mit Big Island zufrieden. FlĂ€chenmĂ€ĂŸig ist sie definitiv die grĂ¶ĂŸte von allen und geologisch die jĂŒngste. Dank unermĂŒdlicher Arbeit der auf dieser Insel sehr prĂ€senten und von den Einwohnern mit Hochachtung verehrten Feuer- und Vulkangöttin Pele wĂ€chst diese Insel auch heutzutage noch weiter. Man sieht zwar ĂŒberall riesengroße Felder mit Vulkangestein, aber Lavasteine nach Hause, geschweige denn außerhalb der Insel, mitzunehmen sollte man trotz der großen Versuchung nicht. Pele kann es einfach nicht ausstehen, dass ihr Grund weggetragen wird. Der Legende nach werden Leute, welche dieses „Kapu“ (hawaiianisch fĂŒr „Tabu“) missachten, so lange von UnglĂŒck verfolgt, bis sie die Steine wieder zurĂŒckbringen oder gar zurĂŒckschicken.

Zu unserem Leidwesen war Pele auch gerade vor und wĂ€hrend unseres Besuches dabei, die InselflĂ€che Big Islands noch mehr zu vergrĂ¶ĂŸern. Deswegen war auch ein Besuch im Volcano Park nicht möglich, da aufgrund der AktivitĂ€t des Vulkans Kilauea, wo Pele ĂŒbrigens ihren Wohnsitz hat, große Gebiete im SĂŒdosten der Insel abgesperrt oder nur fĂŒr die Durchfahrt freigegeben waren. Aus dem Fernsehen kennen sicherlich viele die Spalten und Risse, aus denen Lavaströme sich ihren zerstörerischen Weg in Richtung Meer gebahnt haben, doch bei einem Vulkanausbruch setzen auch so manche Erdbeben KrĂ€fte frei, die HĂ€user unbewohnbar und ganze Museen unpassierbar machen.

DafĂŒr konnten wir auf dieser Insel einen anderen, glĂŒcklicherweise seit ca. 4.000 Jahren schlafenden Vulkan kennen und lieben lernen – den Mauna Kea. Wir haben schon von Deutschland aus eine gefĂŒhrte Tour zum Gipfel dieses Vulkans gebucht und es keine Sekunde lang bereut. Der Mauna Kea ist mit etwa 4.207 m der höchste Berg auf Hawaii. Mitunter kann man ihn aber auch als höchsten Berg der Erde betrachten, denn wenn man seine Höhe nicht ab Normalnull, sondern ab dem Fuß auf dem Meeresgrund bis zum Gipfel misst, kommt man auf ĂŒber 10.000 m! Bei der dreistĂŒndigen Auffahrt im klimatisierten Mercedes-Kleinbus ab Kailua-Kona auf Meereshöhe mussten unsere ReisefĂŒhrer insgesamt zwei lĂ€ngere Zwischenstopps bis zum Gipfel auf 13,803 feet einlegen, damit wir uns zum einen an die immer dĂŒnnere Luft gewöhnen und uns zum anderen immer wĂ€rmer anziehen konnten. Warme Parkas und Handschuhe hat man uns zum GlĂŒck dort ausgegeben – wer fĂ€hrt schon mit einer dicken WinterausrĂŒstung in den Urlaub auf Hawaii?

Da die Spitze des Vulkans oberhalb der Wolkengrenze liegt, befinden sich dort auch einige Observatorien und die darin stehenden Teleskope werden zu Forschungszwecken von insgesamt 11 Nationen betrieben. Man betrachtet den Gesamtkomplex als grĂ¶ĂŸte Sternwarte der Welt.

Wir konnten natĂŒrlich nicht in die Observatorien hineingehen, denn der FĂŒhrer sagte etwas von ca. 50.000 US-Dollar Verlust bei jedem Tag ohne freie Sicht und Forschungen, aber stattdessen haben wir einen unbeschreiblich schönen Sonnenuntergang auf dem Mauna Kea erleben dĂŒrfen!

Die Sonne fiel von oben in eine geschlossene Wolkendecke hinein, doch da sich darin eine relativ große LĂŒcke auftat, konnten wir den Sonnenuntergang dieses Tages innerhalb kurzer Zeit sogar zweimal sehen! Und dann dieses Rot am Himmel – einfach unbeschreiblich … hoffentlich geben es wenigstens die Fotos fĂŒr euch wieder.

Dass es kurz danach aufgrund der ÄquatornĂ€he innerhalb von nur ca. 20 min stockdunkel wird, wussten wir alle, die wir schon so einige SonnenuntergĂ€nge auf Hawaii erleben durften. Wir haben recht schnell danach den Gipfel in den beiden Tourbussen verlassen und wurden zusammen mit den anderen ca. 20 Touristen unserer Reisegruppe auf ein kleines Plateau etwas unterhalb der Bergspitze gebracht. Dort haben Maka und Ehitu, so die Namen unserer beiden Kleinbusfahrer und ReisefĂŒhrer, zwei transportable und computergesteuerte Teleskope aufgebaut, um uns in den nĂ€chsten zwei Stunden einen wolkenfreien und dadurch sternenĂŒbersĂ€ten Himmel ganz nah zu zeigen und uns nebenbei viel ĂŒber Sternenbilder, Planeten und Galaxien nĂ€herzubringen.

Carsten und ich haben dadurch zum ersten Mal so richtig verinnerlicht, wie man die sichtbaren Planeten unseres Sonnensystems aufgereiht an einer Himmelsachse mit bloßem Auge erkennt und konnten sogar Venus, Mars, Jupiter und Saturn durch das aufgestellte Teleskop genauer betrachten. FĂŒr mich wurde dadurch ein Traum wahr, denn ich habe tatsĂ€chlich die Ringe von Saturn in Echt gesehen! Außerdem habe ich gelernt, wie ich das Sternzeichen Skorpion am Himmel finde und auch, wie die Lage meines eigenen Sternzeichens, den SchĂŒtzen, zu ermitteln ist. Schade nur, dass man eine solche Pracht inklusive einer prall gefĂŒllten Milchstraße nicht mit einer Standardkamera einfangen und sich immer wieder an diesen Bildern ergötzen kann. Aber ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass jegliche KĂ€lte schier zur Nebensache wurde.

Aber zurĂŒck zum Irdischen. Auf Big Island haben wir am lĂ€ngsten verweilt und da die Insel wirklich groß und jede Ecke sehenswert ist, haben wir insgesamt zwei UnterkĂŒnfte darauf gebucht: eine im Westen im Örtchen Captain Cook und eine im Osten in der NĂ€he der Hauptstadt Hilo.

Unsere ersten fĂŒnf Tage waren wir im B&B von Svetlana und Lee – ein Traum!

Allein schon die Auffahrt zu dieser Unterkunft wÀre eigentlich einen gesonderten Blogeitrag inklusive Actionvideo wert.

Von der Hauptstraße schlĂ€ngelt sich ein unbefestigter, eher als off-road zu bezeichnender Weg mit ca. 1,5 km LĂ€nge und 125 Höhenmetern mitten durch riesengroße Kaffeeplantagen ohne jegliche ZĂ€une und an nur zwei anderen HĂ€usern vorbei. Man fĂ€hrt da schon freiwillig Ă€ußerst langsam, zumal man keine weite Sicht nach Vorne hat und jederzeit damit rechnen muss, dass flinke Mungos oder ausgewilderte Schweinefamilien den Weg kreuzen könnten.

So haben wir auf diesem Abschnitt quasi unsere ersten Offroad-Erfahrungen mit dem kleinen und wendigen Jeep Wrangler (im Gegensatz zu Oahu und Kauai nur ein ZweitĂŒrer und somit um einiges kĂŒrzer) sammeln können, die wir dann bei den noch folgenden GelĂ€ndefahrten sehr gut anwenden konnten. Diese Zufahrt nahm einem jegliche Angst vor heftigem Hin- und Herwackeln, tiefen Schlaglöchern und Neigungen, bei denen man in Deutschland sicherlich Angst um sein Auto gehabt hĂ€tte.

Diese Unterkunft können wir auf jeden Fall nur jedem weiterempfehlen! Abgesehen davon, dass Svetlana und ich auch noch eine andere gemeinsame Sprache als Englisch haben, sind die Gastgeber sehr herzlich, frĂŒhstĂŒcken immer mit den GĂ€sten mit und teilen dabei nur zu gern ihr Wissen darĂŒber, was man in dieser Gegend auf jeden Fall sehen und erleben sollte. Das FrĂŒhstĂŒck wird von Svetlana tĂ€glich frisch zubereitet und besteht nur aus natĂŒrlich, hier von der Insel stammenden Zutaten, welche sie oder Lee zuvor auch noch zum grĂ¶ĂŸten Teil aus dem eigenen Garten eingesammelt haben.

Generell ist dieses B&B ein hervorragendes Beispiel dafĂŒr, dass man ein solches Unternehmen im Einklang mit der Natur fĂŒhren kann: das Regenwasser wird gesammelt und zum Duschen und Waschen benutzt, das Essen kommt wie gesagt hauptsĂ€chlich aus dem eigenen Garten bzw. von den direkten Nachbarn und die HĂŒhner, welche fĂŒr die tĂ€glich benötigten Eier sorgen, dĂŒrfen sich tagsĂŒber ungehindert im großzĂŒgig angelegtem GrundstĂŒck bewegen.

Dieses wiederum beheimatet aus unserer Sicht pure Exotik und uns in der Regel nur aus dem Supermarkt bekannte Erzeugnisse, wie z.B. Macadamia …

… Banane, Surinamkirsche …

… Brotfrucht, Taro, Papaya, Mango, Sternfrucht, Ananas, Lilikoi …

… und noch so vieles mehr.

Die andere Unterkunft lag im Osten der Insel, direkt an den Kulaniapia Falls.

Auch hier fĂŒhrte ein sehr langer Weg, diesmal fast 6 km lang, von der Straße bis zum Schlafplatz durch riesige Macadamia-Plantagen, allerdings diesmal ĂŒber eine enge, dafĂŒr sehr gut ausgebaute Teerstraße. Wir haben uns fĂŒr dieses Ressort vor allen Dingen deshalb entschieden, weil sich dort ein 36 m hoher Wasserfall in eine Art Badestelle ergießt, wobei sich beides in direkter NĂ€he zur Unterkunft befindet. So hat man zum Beispiel schon von der FrĂŒhstĂŒcksterrasse einen fantastischen Blick auf die herabstĂŒrzenden Wassermassen und das bestĂ€ndige Rauschen wiegte uns abends immer zuverlĂ€ssig in den Schlaf.

Da die ganze Gegend PrivatgelĂ€nde ist, hat man beim Baden eben auch keine Massen an Mitbadenden zu erwarten. Das Baden musste allerdings schon morgens beim Personal angekĂŒndigt und die lebensrettenden Hinweise per Unterschrift von allen Schwimmern bestĂ€tigt werden – Amerika und seine (Haftungs-)Gesetze! Die insgeheim gehegte Erwartung an diesen Ort der Ruhe hat sich am Ende aber mehr als erfĂŒllt, denn bei unserem Badegang hat sich außer uns nur eine Familie mit erwachsener Tochter dorthin bewegt, aber sie haben sich doch nur kurz ins Wasser getraut. So hatten wir grĂ¶ĂŸtenteils die ganze Naturschönheit nur fĂŒr uns. Dabei lernten wir unter anderem recht flott, wie die sehr doch die stetigen Ströme des Wasserfalls unaufhörlich in Richtung des Abflusses oder an den Uferrand schieben können, sodass ein direktes Schwimmen zum freien Fall selbst fast unmöglich war.

Zum GlĂŒck gab es dort ein Kanu, mit dessen Hilfe und Carstens Armkraft schafften wir es endlich mal, ganz nah an den Wasserfall bzw. direkt unter ihn zu kommen – ein einmaliges Erlebnis!

Das Element Wasser war auf dieser Insel endlich so eine Art von Begleiter, wie wir es uns von Hawaii erhofft hatten. So gibt es auf Big Island unglaublich viele und traumhafte StrÀnde.

FĂŒr jeden Geschmack ist etwas Passendes dabei, egal ob man lieber Schnorcheln oder nur Baden wollte.

Insbesondere von den Vertretern der hiesigen Tierwelt wurden wir so richtig verwöhnt.

Neben den vielen atemberaubenden Schnorchelspots mit ĂŒppigen KorallenbĂ€nken und den vielen bunten Fischen darin …

… waren auch immer mal Schildkröten im Wasser oder am Ufer prĂ€sent.

Und obwohl wir uns inzwischen schon so sehr an sie gewöhnt hatten, entglitt uns doch noch immer wieder ein „Schau da!“ wenn man eine entdeckte.

Alleinig auf dieser Insel haben sich uns zwei andere Tierarten gezeigt, die es ausschließlich wohl nur auf Hawaii gibt: Spinnerdelphine und Hawaii-Mönchsrobben.

WĂ€hrend wir das Treiben der Delphine nur aus der Ferne vom Ufer aus beobachten konnten und uns trotzdem sehr an den verrĂŒckten SprĂŒngen des Nachwuchses erfreuten, sahen wir einer der ĂŒberaus seltenen Mönchsrobben (man schĂ€tzt die weltweite Gesamtpopulation dieser akut vom Aussterben bedrohten Art auf nur ca. 600 bis 1400 Tiere) knapp eine Stunde lang aus nĂ€chster NĂ€he zu, wie sie sich mĂŒhevoll aus dem Wasser auf den Sandstrand Ă€chzte, wĂ€lzte oder robbte – je nachdem, wie man dieses augenscheinlich Kraft zehrende BemĂŒhen bezeichnen möchte.

Als sie es dann endlich schaffte und sich zum Schlafen legte, kamen zwei junge Frauen vorbei und haben dieses Areal weitrĂ€umig mit FĂ€hnchen und Hinweisschildern abgesteckt, damit auch ja keiner die Ruhephase des Tieres stört. Wir haben mal eine der MĂ€dels gefragt, ob und wie sie gewusst haben, dass die Robbe hier rauskommen wird, aber fĂŒr die Hawaiianer ist der Schutz dieser und anderer Tiere nicht nur eine Sache der Ranger. Wenn jemand ein solches Tier in StrandnĂ€he sieht, ruft man eine offensichtlich sehr bekannte Telefonnummer an und man bekommt sofort die Info, wo sich in unmittelbarer NĂ€he Schilder und AbsperrbĂ€nder zum Abstecken der Umgebung finden lassen. So kann am Ende jeder etwas dazu beitragen, dass sich diese Meeresbewohner am Strand ungestört erholen können.

Insbesondere fĂŒr die einheimischen Schildkrötenarten, Mönchsrobben und Spinnerdelfine gibt es rigorose Gesetze, die mitunter Strafzahlungen von bis zu 25.000 US-Dollar vorsehen – allein schon das BerĂŒhren bzw. Streicheln oder Festhalten der Tiere kann zu solchen Geldbußen fĂŒhren.

Ein anderes Tierchen ist auf dieser Insel zwar ebenfalls allgegenwĂ€rtig, wird von den Einheimischen aber nicht besonders beliebt – der Coqui-Frosch, kurz Coqui. Diese kleinen, nur ca. 2,5 cm großen, braunen Frösche fangen mit ihrem Quaken an, sobald es dunkel wird, was auf Hawaii demnach schon um 18:30 der Fall ist. Ab da rufen sie so lange nach einer Partnerin, bis sich eine ihrer erbarmt … dies kann mitunter aber auch gut und gern mal die ganze Nacht dauern. Nicht schlimm? Ihr hochfrequentes Quaken (entsprich in etwa ihrem Namen: „Kookii“) erreicht eine LautstĂ€rke von fast 100 Dezibel … und das eben die ganze Nacht von zig dieser Tierchen.

Da es auf dieser Insel fĂŒr sie keine natĂŒrlichen Feinde gibt, haben sie sich diese eingeschleppten Puertoricaner seit den 90ern rasend schnell ĂŒber die gesamte Insel verbreitet und sorgen seit ca. 2005 fĂŒr zahlreiche Beschwerden bei Touristen und Einheimischen. Wir hingegen hatten selbst mit ihnen keine Einschlafprobleme, auch nicht im unaufhörlichen Duett mit dem Rauschen des Wasserfalls – Gott sei Dank.

Apropos StrÀnde. Auf Big Island gibt es sie gleich in zig verschiedenen Farben.

Die weißen, gelben und schwarzen SandstrĂ€nde kannten wir bereits, aber einer mit grĂŒnem Sand?! Da mussten wir natĂŒrlich hin. Uns wurde schon im Vorfeld berichtet, dass es nicht besonders empfehlenswert ist, den ca. 4,5 km langen Weg zwischen Parkplatz und dem Strand mit dem eigenen Auto zurĂŒckzulegen, denn hier braucht man wahre Off-Road-Kenntnisse und vor allem eine genaue Vorstellung davon, wo es eigentlich lang geht und welche der labyrinthartigen Pistenarme zum unausgeschilderten Ziel fĂŒhrt.

Man kann also entweder eine Stunde immer der KĂŒste entlang bei starkem Wind und sengender Sonnenhitze wandern oder sich fĂŒr 20 US-Dollar pro Person von dem auf dem Parkplatz wartenden Einheimischen mit ihren TÜV-untauglichen Pickups in ca. 20 min hinbringen lassen.

UrsprĂŒnglich wollten wir sogar wandern, aber es ist ein sehr heißer Tag gewesen und Schatten ist auf der gesamten Strecke nicht zu erwarten. Zudem wollten wir nicht zu viel Zeit vertrödeln und daher ließen wir uns auf die fremdgesteuerte Abenteuerfahrt ein. Das war „unser“ Zubringer.

Als unser Fahrer genug Passagiere fĂŒr seine Kabine und stehend auf der LadeflĂ€che (!) zusammen hatte, fuhren wir los.

Abenteuer pur! Eine Achterbahn kann dagegen sogar schon etwas blass aussehen!

Unser Fahrer kannte seine Wege, brachte uns geschĂŒttelt (nicht gerĂŒhrt) sicher ans Ziel und wartete geduldig knapp eine Stunde auf unsere Truppe, wĂ€hrend diese sich die weltweite RaritĂ€t aus nĂ€chster NĂ€he ansah. Die grĂŒne Farbe hat der Sand durch das Mineral Olivin erhalten und dass dieses Mineral ausgerechnet hier vorkommt, haben wir – wie kann es anders sein – einem Vulkan zu verdanken.

Der Maunaloa-Schlackenkegel ist sogar jetzt noch ein zuverlĂ€ssiger Lieferant von Olivin, welches am Ende nicht nur dafĂŒr sorgt, dass der gesamte Strand olivgrĂŒn aussieht, sondern auch ein leicht metallisches Glitzern in den Sandkörnern hervorruft. Wenn man den nassen Sand in der Hand hĂ€lt, könnte man meinen, man hĂ€lt goldhaltige Kristalle in den HĂ€nden und die in jedem befindlichen, rudimentĂ€ren GoldgrĂ€bergene rufen zum Herauswaschen auf. Kein Foto kann dieses dezente Glitzern wiedergeben – das muss man einfach mit eigenen Augen gesehen haben!

Kurz vor dem Green Sand Beach kamen wir an einem anderen Punkt auf dieser Insel vorbei, den man unbedingt gesehen haben muss. Am South Point steht man nĂ€mlich am sĂŒdlichsten Punkt der gesamten Vereinigten Staaten von Amerika.

Wenn man dort steht, sieht man eigentlich fast nichts anderes als Ozean und Himmel sowie die Wagemutigen, welche von einer Rampe 12 m von den Klippen in die Tiefe springen, um danach eine wenig vertrauenserweckende und kraftraubende HĂ€ngeleiter wieder hoch zu klettern.

Damit haben wir dieses Jahr also beide, als sĂŒdlichster Punkt der USA bezeichnete Orte gesehen – zum einen im Februar auf Key West in Florida (Festland) und hier nun South Point auf Big Island (absolut).

Ein fĂŒr uns immer wieder sehr wichtiges Thema haben wir bislang noch gar nicht erwĂ€hnt: das Essen. Auf Big Island sind wir in den Genuss von vielen hiesigen Sachen gekommen, die wir zuvor so noch nicht probieren konnten. Zum Beispiel Kona-Kaffee, den wir auf unserem Weg zum B&B von Lee und Svetlana sogar beim Wachsen zugucken konnten …

… Weiße Ananas, die nur auf dieser Insel wĂ€chst und aufgrund des weitaus geringeren SĂ€uregehaltes als in anderen Sorten sehr viel sĂŒĂŸer und angenehmer schmeckt …

… sowie die oben schon erwĂ€hnten Macadamia-NĂŒsse, die man sicherlich auch frisch gepflĂŒckt selber knacken könnte, wenn die Schale nur nicht so hart wĂ€re. Wir lernten Lilikoi, die hiesige Passionsfrucht, nĂ€her kennen und meine heißgeliebten Strawberry Guavas habe ich sogar auf dem RĂŒckweg vom Wasserfall zum Resort eigenhĂ€ndig einsammeln können.

Von den FrĂŒchten der Natur mal einen Schwenk zu weiteren ganz besonderen Essenshighlight, die wir einheimischen MĂ€dels zu verdanken haben. Wir wollten eigentlich schon lange ein typisches hawaiianisches Gericht namens Laulau (in BananenblĂ€ttern gegartes Schweinefleisch) probieren, aber es hat nie geklappt, denn entweder war der Laden schon zu oder das Laulau kurz vor uns ausverkauft. Rene und Sharrie haben wir per Zufall im Kulaniapia Ressort kennengelernt, wo sie einen Bekannten besuchten und im typisch amerikanischen Smalltalk erwĂ€hnten wir wohl auch unser Pech mit dieser SpezialitĂ€t. Wir waren am nĂ€chsten Morgen sehr ĂŒberrascht, als Sharrie bei unserem FrĂŒhstĂŒck auftauchte und einen von vier Laulau mitbrachte, die sie am Vorabend selbst von den Nachbarn geschenkt bekamen und den einen eben nicht mehr aufessen konnten.

Sie hat auch gleich alles Notwendige mit dem KĂŒchenpersonal des Hotels geklĂ€rt und somit kamen wir endlich in den Genuss dieser absolut leckeren, hawaiianischen SpezialitĂ€t.

Schon beim allerersten Aufeinandertreffen am Vorabend haben uns Rene und Sharrie bei einem anderen Essensexperiment unterstĂŒtzt, denn wir erzĂ€hlten ihnen, dass wir auch das auf Hawaii so beliebte Dosenfleisch namens Spam probieren wollten und dafĂŒr extra mal eine solche Dose im Supermarkt gekauft haben.

Allerdings waren die beiden Einheimischen sehr ĂŒberrascht, dass wir es roh (aus der Dose) essen wĂŒrden, denn hierzulande weiß jeder, dass eine Scheibe Spam angebraten werden muss. Sharrie ĂŒberzeugte Carsten, seine Dose aus dem Zimmer zu holen, wĂ€hrend sie den in der offenen KĂŒche an einem erstklassigen MehrgĂ€ngemenĂŒ werkelnden Koch ĂŒberzeugte, nebenbei doch bitte auch unseren Spam anzubraten. Am Ende haben wir den direkten Test zwischen zwei rohen und mehreren gebratenen Scheiben gehabt und mĂŒssen natĂŒrlich wir dem hawaiianischen Volk Recht geben, denn in diesem fĂŒr uns außergewöhnlichen Zustand kann man das bei uns wohl am ehesten mit FrĂŒhstĂŒcksfleisch vergleichbaren Schnellimbiss sogar richtig genießen.

Mein persönliches, alkoholisches I-TĂŒpfelchen war an diesem Abend noch ein auf Maui hergestellter Ananaswein – fruchtig, leicht und lecker! Damit wusste ich schon, was ich auf der nĂ€chsten Insel gerne wieder trinken wĂŒrde, auch wenn es den Einheimischen eher nach französischen, spanischen und italienischen Weinen gelĂŒstet. Das war in dem Glas neben den Strawberry Guavas    standard

Ich könnte noch seitenweise so weitermachen! Aber wirklich alle Dinge aufzuzĂ€hlen, die wir allein auf dieser Insel gesehen haben und erleben durften, wĂŒrde den Rahmen eines Blogeintrags noch mehr sprengen, als es ohnehin schon bis hier der Fall ist. Deshalb kann ich leider weder auf das StĂ€dtchen Hilo …

… noch auf die Vulkanlandschaft Kahuku Unit als ein besuchbarer Ableger des Volcanoes Nationalpark …

… auf mehrere Panoramastraßen entlang der KĂŒste …

… auf diverse WasserfĂ€lle …

… oder auf die von uns besuchten, zahlreichen StrĂ€nde nĂ€her eingehen …

Sehenswert war aber alles davon!

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