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Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2019 24.
Dez

Ihr könnt mir glauben, eine Ă€ußerst turbulente Woche liegt hinter uns … so voll war sicherlich keine andere in 2019 !

So kam z.B. immer wieder wieder Kochen und Backen auf uns zu, denn es war die Zeit der vielen Abschiede von Kollegen, Freunden und Bekannten. Neben kleinerer Treffen auf diversen WeihnachtsmĂ€rkten im Rahmen unserer seit Wochen zelebrierten „Abschiedstournee“ gab es am Montag meine große Abschiedrunde vom GeschĂ€ftsbereich IT und dem UKD (insgesamt 95 eingeladene Personen), von Dienstag bis Donnerstag je 10-stĂŒndige Arbeitstage, um erfolgreich gegen eine Havarie anzukĂ€mpfen, am Donnerstag unsere gemeinsame FrĂŒhstĂŒcks- und Abschiedsrunde im Carus Vital (dem Mitarbeiter-Fitnesszentrum unseres Arbeitgebers), am Freitag das AbschiedsfrĂŒhstĂŒck mit meiner Abteilung Basisinfrastruktur (18 eingeladene Kollegen) sowie die RĂ€umung des 17 Jahre lang von mir genutzten Arbeitsplatzes, am Freitagabend und Samstag ein gemĂŒtliches Beisammensein mit beiden Kindern samt deren Freunden, am Samstagabend ein Bowlen mit Familie und Freunden, am Sonntag die Fahrt nach Hamburg, um die SchlĂŒssel der Übergangswohnung entgegenzunehmen und gestern dann schon wieder die RĂŒckfahrt nach Dresden – der To-Do-Zettel wir gefĂŒhlt immer nur lĂ€nger und lĂ€nger.

Aber zum GlĂŒck lassen sich jetzt auch schon baldige Ruhephasen und Verschnauftage erahnen. Deshalb wird von meiner Seite auch sicherlich nicht gemosert, versprochen ! Wer mich kennt, der weiß, daß mir ein geordneter Arbeitsalltag voller Aufgaben immer besser gefĂ€llt, als ein tĂ€glicher Aufbruch ins Neuland – wir rechnen so ab Mitte Januar mit dem Einfinden eines ersten GewohnheitsgefĂŒhls.

Da ich nun im Rahmen meiner großen Rede fĂŒr die GB IT-Kollegen und UKD-Mitarbeiter am Montag das bisherige OLCA-Leben genauer reflektieren konnte, möchte ich die folgenden Stellen aus selbiger sehr gerne auch hier in Olgas Blog veröffentlichen:

Beim Zusammenstellen einer geeigneten PrĂ€sentation habe ich eines herausgefunden, was zwar offensichtlich vor- bzw. hinter uns liegt, aber so noch nicht auf den Punkt gebracht worden ist: In uns schlagen zwei Herzen. Zum einen das heimatbezogene, welches sich an einem Ort sichtlich wohl fĂŒhlt, und zum anderen das vagabundierende, welches nach einiger Zeit dann doch mal wieder auf ein Weiterziehen pocht. Und da laut Definition EINE Generation ca. 20-25 Jahren entspricht, könnten man uns also quasi gut und gern als „Generationen-Weiterzieher“ bezeichnen. Hier kommt der Beweis …

Die Kindheit und Jugend verbrachte Olga ab 1970 im ukrainischen Pokotilovka bei Charkow, damals allerdings noch UdSSR. FĂŒr mich Wessi gleichbedeutend mit der CCCP (liest sich „CeCeCePe“ und nicht wie im kyrillischen „EsEsEsEr“), denn so stand es schließlich immer z.B. bei James Bond auf den Raketen oder anderen sowjetischen Dingen. Ich wuchs ab 1974 ohne jeglichen sozialistischen Einfluß (weder DDR noch Sowjetunion) im Ruhrgebiet oder am Rande dessen auf – Essen, Schermbeck, Raesfeld-Erle, Dortmund. Mein Heimatbundesland NRW ist heute wie damals fĂŒr hier AnsĂ€ssige besser als „Der Westen“ bekannt.

Dann kam der erste große Wechsel … fĂŒr Olga mit 22 und fĂŒr mich mit 27 Jahren. Sie zieht 1992 mit einem Rucksack und ihrem ZukĂŒnftigen zunĂ€chst nach Greiz in ThĂŒringen. Mit ihrem beim Goethe-Institut erlerntem Deutsch hat sie sich im Vogtland natĂŒrlich anfangs recht schwer getan, denn die Einheimischen leben u.a. nach diesen Leitspruch:“Wou di Hasen Hosen heeßen un de Hosen Husen heeßen“. Ein paar Jahre spĂ€ter verschlĂ€gt es die beiden nach Dresden, wo u.a. auch die jĂŒngere Tochter geboren wird. Ich dagegen bin erst nach meinem Studium in Dortmund Ende 2001 mit einem 7 1/2-Tonner in die Hauptstadt Sachsens gekommen. Man beachte den gravierenden Unterschied: sie mit Rucksack, ich mit LKW. Unser Fazit könnte aber auf jeden Fall sein: sie hat in den Westen gemacht, ich in den Osten.

Es folgt das erste Arbeitsleben. Olga ergattert nach ein paar Eingewöhnjobs (zu dem Zeitpunkt ist ihr Migrationshintergrund eben noch zu dominant) eine 17 Jahre andauernde Einstellung bei einem lokalen Kartenhersteller und arbeitet spĂ€ter noch einmal 4 Jahre im International Office des UniversitĂ€tsklinikums Dresden. Ich bin das erste Jahr fernab der Heimat arbeitslos (genau zu der Zeit ist die DotCom-Blase geplatzt und sowohl AMD als auch Infineon, beides lokale IT-Schwergewichte, verhĂ€ngen einen Einstellungsstop), verrichte danach ca. 1 Jahr in der IT-Branche Zeitarbeit und kann dann 2003 im Medizinischen Rechenzentrums des Uniklinikums unterkommen. Eingestellt als Netzwerkadministrator sollte ich eigentlich eine VerstĂ€rkung fĂŒr das Team des stark expandierenden Datennetzes sein, aber mein erstes Großprojekt (120 PCs, Monitore, Laserdrucker und Etikettendrucker fĂŒr die EinfĂŒhrung des neuen Krankenhaus-Informationssystems (KIS) mĂŒssen vorinstalliert werden – heutzutage werden am UKD ca. 8000 Clients dafĂŒr genutzt !) und der Vorstandswunsch, mittels Blackberry-Technologie Emails auf einem kleinen Telefon verwalten zu können (2003 noch ein absolutes Novum !), drĂŒcken mich immer mehr in die Server- & Clientbetreuung. 2005 wird meinen Aufgabengebiet noch um die Telekommunikation erweitert, denn mein Wissen aus dem Studium (Informations- & Kommunikationstechnik mit Schwerpunkt TK-Anlagen) stellt sich beim Umbau des telefonischen HerzstĂŒckes des Krankenhauses als Ă€ußerst nĂŒtzlich heraus. Mit gleichzeitiger EinfĂŒhrung der DECT-Schnurlostelefonie besiegelte ich auch das Ende der Nutzung von bis dahin sehr verbreiteten Pieper. Damals noch völlig unerfahren im Krankenhaus-Jargon, verfaßte ich sicherlich eine der bis heute lustigsten FundstĂŒcke im UKD-Intranet:“Falls Sie noch einen Pieper im Schieber liegen haben sollten, …“ – zwar heißt im Osten die Schublade „Schieber“ (so viel hatte ich mittlerweile gelernt), aber im Krankenhausumfeld entspricht der Schieber eben leider auch der Bettpfanne …

Und nun, bei Olga 27 und bei mir 18 Jahre spĂ€ter (aus dem Wessi ist lĂ€ngst ein Wossi geworden), steht der zweite große Wechsel bevor – eine weitere Generation ist vorbei. FĂŒr uns heißt es jetzt „auf in den hohen Norden“ … der SĂŒden muß also noch etwas warten. Am 2. Januar 2020 beginne ich im Team „Mobile Competence Center“ meine TĂ€tigkeit beim u.a. in Hamburg ansĂ€ssigen IT-Dienstleister Dataport.

Was bedeutet das alles fĂŒr unsere Zukunft ? Entweder wird landen generationenbedingt 2040/2050 (also im zarten Rentenalter von 70/80) im SĂŒden der Republik oder vielleicht werden sich unsere AuslandstrĂ€ume (USA, Kanada, Australien oder Neuseeland) doch noch erfĂŒllen. Heißt: es bleibt auch weiterhin sehr spannend bei den OLCAs !

Bis zum 30.12. werden wir noch ein paar Tage in Dresden verbringen, aber dann verlassen wir unsere lieb gewonnene Heimat und ziehen mit einem Teil des Hausrates in die Übergangswohnung nach Hamburg-Hohenfelde. Vor Ort werden wir uns dann sicherlich noch viel besser um eine „richtige“ Bleibe und um einen neuen Job fĂŒr Olga kĂŒmmern können. Wohnungs-/Hausbesichtigungen und BewerbungsgesprĂ€che auf 500 km Entfernung haben sich in den letzten Wochen als sehr aufwĂ€ndig herausgestellt, sodaß wir nach meiner Jobzusage und dem Finden der 45 qm großen, vollmöblierten Interimswohnung die anderen beiden Suchen getrost auf das neue Jahr 2020 verlegt haben. WĂŒnscht uns bitte GlĂŒck und viel Erfolg dabei !

Wir wĂŒnschen nun allen Lesern noch eine schöne Weihnachtszeit und ein frohes Fest im Kreise der Familie. Allen bisherigen WeggefĂ€hrten möchten wir zudem fĂŒr alles danken und wir werden auf jeden Fall immer wieder sehr sehr gerne an die gemeinsame Zeit zurĂŒckdenken.

Eine Antwort zu “Carstens Gastbeitrag: eine Abschiedsrede”

  1. Barbara sagt:

    Danke fĂŒr die interessante, gemeinsame Zeit lachen-xxl, doch zwei
    Seelen wohnen auch in meiner Brust …… weinen . Habt gute Wege blume

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