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Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2020 13.
Dez

Als ich heute Mittag im Krankenhaus zu Besuch war, zeigte sich mir eine völlig tiefenentspannte Stephanie – mit einer Herzfrequenz von 54. Das war die ganze letzte Woche über leider nicht immer so. Zwar gab es sicherlich auch genügend Ruhephasen, aber so mancher Aufreger ließ sie ab und an mal gehörig an der 140er Marke kratzen.

Vor allem am Donnerstag war sie bei meinem abendlichen Besuch sehr aufgewühlt und fast schon möppelig. Kein Wunder, haben sie doch tagsüber ständig zig Leute und Untersuchungen auf Trab gehalten: mit dem Lifter aus dem Bett gehievt, immer wieder für eine Anpassung des neuen Rollstuhl hinein- und wieder rausgesetzt, zwischendurch entblockt gewesen, die täglichen Übungen mit den Ergotherapeutinnen und den Logopädinnen, das Anlegen und Abnehmen der Beinschienen, zur Testung des Sauerstoffgehaltes mal kurz Blut abgenommen und dann auch noch eine komplette EEG-Untersuchung über sich ergehen lassen. Letzteres wird bis Anfang nächster Woche ausgewertet und entscheidet dann über eine Reduzierung der Antiepileptika sowie der Dosierung all ihrer Medikamente. Man bemüht sich, sie immer mehr frei von Dreingaben zu bekommen.

Das neuste Utensil im Zimmer wurde ja bereits erwähnt: ein Rollstuhl

D.h. die Wahrnehmung ihrer Umgebung steigt seit dieser Woche auf ein neues Level, denn auch wenn man sie darin noch nicht herumfährt, kann sie jetzt doch schon mal richtig sitzen – seit Monaten hat Stephanie ja nur im Bett bzw. max. im Sitzbett gelegen. Sie hat sich schnell mit dem bequemen Kollegen angefreundet und wie bei ihren Hand- und Fußschienen (z.T. schon mehrere Stunden am Stück) ist die Entspannung zwar anfangs erst einmal wie weggeblasen, aber genau so schnell beruhigt sie sich dann auch wieder davon.

Ebenfalls ziemlich anstrengend sind die täglichen Bewegungsübungen für sie. Da ich diesmal sogar eine komplette Sitzung von fast 60 min beiwohnen konnte, habe ich natürlich auch viel fragen können bzw. sehr viele Antworten und Informationen bekommen. Im Vergleich zur Situation von vor ein paar Wochen ist sie mittlerweile um einiges beweglicher geworden und selbst die fast dauerhaft verkrampfte linke Hand lässt sich nun durch Streicheln, Massieren und Reden viel einfacher zum Strecken animieren. Aber natürlich noch nicht gänzlich ohne Gegenwehr …

Somit gelang diese Woche bei der Ergotherapie ebenfalls schon mehrfach die Position „gefaltete Hände“, ohne dass sie diese sofort wieder rechts und links am Körper herunterplumpsen ließ. Bei einer Übung meinen die Therapeutin und ich sogar so etwas wie ein kleines Lächeln auf ihren Lippen gesehen zu haben. Ich für meinen Teil glaube jedenfalls fest daran, dass sie (m)eine Gesellschaft spürt und auch das Betüdeln doch schon irgendwie genießt. Besonders bei meinem Vorlesen aus ihrem (zum Glück nicht arg wissenschaftlich geschriebenen    standard    ) Meteorologiebuch „Wetter macht Liebe“ wurde sie die letzten Tage schnell ganz ganz ruhig und schlief am Ende sogar ein. Ich hoffe inständig, dass das Thema für sie derzeit so gähnend langweilig ist und am Ende nicht mein Vorlesen diese einschläfernde Wirkung auf sie hat    zwinker

Allerdings hat dieses Wegnicken wohl auch schon dazu geführt, dass man sie anschließend lieber in Ruhe gelassen hat, statt die Beatmungsmaschine wieder gemäß Protokoll anzustöpseln. Dadurch konnte sie Samstag sogar schon auf die eigentlich vorgesehene, einstündige Pause verzichten und durfte am Ende insgesamt 10 Stunden am Stück an der „Feuchten Nase“ bleiben. Geplant war diese Ausweitung erst für nächste Woche ! Atmet sie mal tagsüber komplett selbstständig, würde die Technik nur noch über Nacht frische Atemluft pumpen, denn ganz los wird sie erst alles, wenn sie das mit der Atmung wirklich perfekt hinbekommt – sie ist also auf einem guten Weg dorthin.

Ein weiteres Fleißbienchen bekommt sie vom Krankenhauspersonal für das selbstständige Anwinkeln des linken Beins, welches wohl eine völlig eigene Entscheidung zu sein scheint, um am Ende gemütlicher im Bett liegen zu können. Aber natürlich gibt es auch etwas zum Mäkeln … bis hier war ja jetzt doch alles nur Lobhudelei. An einem Abend sollte ich von einer Schwester in die Geheimnisse des Zähneputzens eingeweiht werden, um es vielleicht auch immer wieder mal selbstständig durchführen zu können, aber Stephanie wollte nicht und hat die Zähne kurzerhand ganz tief hinter ihren Lippen vergraben – schade. Und auch ihre Schluckübungen mit dem Wassereis mussten letzte Woche des Öfteren pausieren, da sie wie oben beschrieben gelegentlich auch mal sehr unruhig war, als die Logopädin im Zimmer stand und loslegen wollte. Man merkt also, dass wohl die innere Stärke oder auch ein ziemlicher Dickkopf als Wesenszug meiner Kleinen doch noch erhalten geblieben ist. In dem Zuge sei erwähnt, dass man ihre Zähne wohl ohne Probleme putzen konnte, als ich gegangen war.    traurig

Fazit der Woche:
Es geht also auf jeden Fall weiter vorwärts und ich bin mir ziemlich sicher, dass ihr alle mit eurer positiven, unterstützenden Energie in Form von Gedanken, Gebeten und Meditationen einen wirklich großen Teil dazu beitragt. Dafür möchte ich jedem von euch vom ganzen Herzen danken!

Eine Antwort zu “Wie geht es Stephanie ? … Fazit der zehnten Woche”

  1. Martina Kisner sagt:

    Liebe Olga, Carsten und Stefanie
    Ich denke oft an Euch und bewundere Eure Staerke. Ich bin froh zu lesen, dass Stefanie Fortschritte macht. Im enlischen sagen wir hier „One step at a time“.
    Ich wuensche Euch auch ein frohes Weihnachtsfest und ein viel besseres neues Jahr.
    xoxoxoxo aus Colorado
    Martina

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