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Kommentar:   

 
Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2021 29.
Nov

Bei Facebook werden ja gerne mal alte Ereignisse aus der Timeline angezeigt, z.B. „Vor 1, 2, 3 oder 5 Jahren hast du …“ – kennt ihr sicherlich, stimmt’s ?

Heute stand dort jedenfalls bei mir der Blogeintrag von vor genau einem Jahr, also von vor 365 Tagen. Und darin schrieb ich damals solche Sachen:

  • Stephanie schafft weiterhin ihre kleinen, positiven Schrittchen, ist aber dennoch leider ohne erkennbares Bewusstsein beziehungsweise zeigt noch keine eindeutige Kontaktaufnahme.
  • Am meisten gefreut haben wir uns, dass der Perfusor / Infusionspumpenständer mittlerweile seit Tagen ausgeschaltet nur noch vorsichtshalber in der Ecke steht.
  • Die nächsten tollen Fortschritte machte Stephanie mit ihrer (Be-)Atmung. Die Zeiten beim Entblocken steigerten sich kontinuierlich auf bis zu 30 min (gestartet wurde ja mit 4 min, in der sechsten Woche war sie bereits bei 12 min) und auch bei der Feuchten Nase (Atmen durch die TrachealkanĂĽle mit einem Filter, aber ohne mechanisches Atemgerät) steigerte sie sich von einmal 20 min täglich nun hin bis zu zweimal (1x am Vormittag, 1x am Nachmittag) je zwei Stunden täglich.
  • Wie man [an diesem Zettel] sehen kann, sind die Logopädinnen auch hier sehr begeistert:“Hallo Frau Sander, Stephanie war heute in der Logopädie 21 Minuten entblockt. Sie hat fleiĂźig getönt und mehr als 10 mal geschluckt! Wir sind super froh und zufrieden.“
  • Stephanie zeigt (in so „kurzer“ Zeit) aus der Sicht der Klinikkollegen sehr gute Fortschritte und macht bei fast allen Dingen immer wunderbar mit: beim Atmen, beim Schlucken, sie macht erste Augenaufschläge, zeigt kleinere Reaktionen und laut Pflegepersonal erkennt man sogar schon eine Art Kontaktaufnahme.
  • Manchmal schlägt Stephanie bei meinen Besuchen die Augen auf, aber es findet noch keine Fixierung oder Blinzeln bzw. Bewegung statt. Sind es dennoch erste bewusste Reaktionen?
  • […] man stellt mittlerweile sogar Lockerungen in ihren GliedmaĂźen und Muskeln fest, d.h. es sind insgesamt weniger ausgeprägte Fehlstellung zu sehen.
  • […] das Anlegen bzw. Abnehmen [der Orthesen] wird von Tag zu Tag mit immer mehr Ruhe quittiert – sogar bis hin zu diesem Eintrag im Protokoll: „problemlos“.
  • Ich habe auĂźerdem immer mehr das GefĂĽhl, dass sie die gehörten Informationen zunehmend bewusster aufnimmt. Zumindest glaube ich, dass sie bei manchen Namen, die ich ihr beim Vorlesen nenne oder die bei einer Erzählung aus dem Alltag erwähnt werden, so etwas wie körperliche Reaktionen: mal eine Kopfbewegung, mal ein „Seufzer“ … ich kann natĂĽrlich nur hoffen, dass es nicht nur von mir reininterpretiert wird, weil ich das so gern sehen wĂĽrde.
  • Ich habe mich wahnsinnig darĂĽber gefreut, dass sie genau an meinem Geburtstag zum Ende meines Besuchs die Augen aufgemacht hat – mein persönliches Highlight! Seitdem klappt es damit ab und zu immer mal fĂĽr kurze Zeit, auch wenn das Fixieren – wie schon gesagt – natĂĽrlich noch ausbleibt.

Und zu meinem diesjährigen Geburtstag bescherte mir Stephanie wieder ein persönliches Highlight, denn sie war von Freitagmorgen 10:00 bis Montagmittag 13:00 und zum ersten Mal bei uns in der Residencia OLCA.

Doch warum habe ich den alten Blogeintrag zitiert? Weil wir nach nur 365 Tagen jetzt schon so weit sind:

In der Residencia OLCA ankommen

Aus dem Flyer ganz alleine eine Wunschpizza aussuchen …

… und diese auch essen bzw. genieĂźen können

Eine Kerze anzĂĽnden

Beim Aufdecken helfen

Mit einer Tastatur zurechtkommen …

… um damit sogar eigenständig schon kleinere Sätze zu schreiben

Beim Kochen und Schneiden helfen

Ein hartgekochtes Ei pellen

Wäsche abnehmen

Die Funktion und Nutzung einer Wäscheklammer verstehen …

… um dieses Wissen dann gleich auch selbst anwenden zu können

Und nicht nur beim Wäsche abnehmen helfen …

… sondern auch durch Anreichen beim Aufhängen

Eine DVD gucken

Eine Beauty-Kur aus Haare waschen …

… und Gesichtsmaske …

… genieĂźen

Plätzchen ausstechen …

… und nach dem Backen auch noch gleich verzieren

Beim Abwasch helfen

Selbstständig Zähne putzen … naja, am Ende ist da immer noch sehr viel Hilfe notwendig    zwinker

Das Trinken klappt bereits ohne Hilfe – hier beim Morgenkaffee

Und auch das Essen …

… muss nur noch ganz selten gefĂĽttert werden

Da vor allem der Transfer …

… vom Rollstuhl ins Auto zwar beschwerlich ist, aber dafĂĽr klappt …

… und wir auch schon einen Anhänger fĂĽr den Rolli haben …

… werden wir ab jetzt jedes Wochenende gemeinsam verbringen können!!!

Ich weiĂź nicht, wie es euch beim Anschauen dieser Bilder geht, aber ich bin ĂĽberglĂĽcklich ĂĽber diese wahnsinnigen Fortschritte meines Kindes!!!!!!!!

Und dabei behauptet Stephanie doch immer, dass sie eigentlich ja keine Fortschritte machen wĂĽrde …

Fertsch – diesmal ist es sehr viel weniger Text geworden, dafĂĽr aber Emotionen pur, oder ?



2021 29.
Nov

Hallo Mamas Bloginteressierte,
der nächste Eintrag wird sich leider um 1-2 Tage verschieben, denn ich habe Mama und Carsten von Freitagvormittag bis heute ganz schön auf Trab gehalten    zwinker    tut mir echt leid (fĂĽr euch)

Aber gegen 13:00 werde ich gleich zurĂĽck in die Pflegeeinrichtung gebracht und dann haben die beiden auch wieder mehr Zeit fĂĽr ihren allgemeinen Alltag    standard    nach dem HomeOffice also auch fĂĽr euch.

Tschö mit „Ă–“
   Eure Stephanie

P.S.: ja, ich tippe zwar mittlerweile kleinere Sätze au der Tastatur, aber diesen hier habe ich natĂĽrlich noch nicht selbst verfasst     cool 

 



2021 21.
Nov

Demnächst wird ein weiterer Meilenstein fĂĽr und mit Stephanie erreicht sein – 60 Wochen nach der Verlegung von der CharitĂ© in die erste Reha-Einrichtung (im Oktober 2020), ca. 460 Tage seit dem Vorfall (Ende August 2020) und nach 11 Monaten bei Bewusstsein (aufgewacht Ende Dezember 2020). Glaubt man den Aussagen der Ă„rzte, Therapeuten und Pflege – und das machen wir mittlerweile nahezu blind – mĂĽsste man die letzte Zeitangabe sogar so vervollständigen: „nach GERADE MAL 11 Monaten bei Bewusstsein“.

Für die meisten von uns dürften die oben genannten Zeiträume eine Ewigkeit darstellen, aber für das Krankheitsbild von Stephanie sowie der damit einhergehenden Rehabilitationsphase ist es aus unseren bisher gemachten Erfahrungen mehr als kurz, wenn man sich einmal ansieht, was unser Kind mittlerweile schon so alles geschafft hat:

  • eine vollständige Ăśbernahme der eigenständigen Atmung (keine Maschine, kein Tracheostoma)
  • eine fast komplette Freigabe beim Essen und Trinken
  • sie kann eigentlich sogar fast selbst dieses Essen und Trinken zu sich nehmen (wird nicht mehr gefĂĽttert)

  • nach Bereitstellung gelingt ihr eine völlig autarke Einnahme der Medikamente (egal ob flĂĽssig oder Tablette)
  • eine verständliche Artikulation und sie versteht und reagiert auf komplexe Sätze und Fragen
  • sie beherrscht weiterhin mehrere Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch und Russisch
  • der obere Körperbereich ist relativ umfangreich einsatzfähig (Sorgenkind bleibt natĂĽrlich Linki)
  • und vor allem ist ihr Wille ungebrochen, ihren Schicksalsschlag so schnell wie möglich zu kompensieren

NatĂĽrlich ist die Liste der noch zu bewältigenden Baustellen und (vor allem ihre) Erwartungen an weitere Fortschritte noch lang, aber selbst die größten Probleme entwickeln sich alle in die richtige Richtung … und das wie gesagt, schon nach so kurzer Zeit fĂĽr eine Person mit ihrer Hirnschädigung, ausgelöst durch eine Lungenembolie, Sauerstoffunterversorgung und einem mehrmonatigem Koma. Viele, aber vor allem auch ältere Personen schaffen in dieser Zeit nicht einmal die Entfernung des Tracheostomas … das „nervige Teil“ war bei ihr schon Mitte Februar 2020 raus!

Und genau die oben aufgefĂĽhrten Dinge erlauben ihr nun, dass sie das nächste Wochenende zum ersten Mal nach so vielen Monaten bei uns in Wentorf verbringen kann und wir tatsächlich von Freitagvormittag bis Montagmittag 24/7 mit dem Kind zusammen sein können. Carsten, Stephanie und ich freuen uns schon seit Tagen wie Bolle darĂĽber, zumal an dem besagten Freitag ja auch noch mein Geburtstag ist und wir somit gemeinsam Pizza am heimischen Tisch essen können – auf die „Mafiatorte“ freut sie sich ja schon seit Wochen    standard

Neben dem vielen Absprechen und Planen gehen wir derzeit immer wieder alles ganz genau im Geiste durch, damit es fĂĽr uns OLCAs ein unvergessliches Erlebnis wird und es vor allem auch öfters wiederholt werden kann – drĂĽckt uns mal bitte wieder ganz fest die Daumen. Weitere Einzelheiten und vor allem unsere Erlebnisse dazu dann im nächsten Blogeintrag – die oben erwähnte 60. Woche …

Auch wenn die Heimkehr in der vergangenen Woche Thema Nummer 1 war, sind doch auch andere Dinge passiert, die ich hier für euch zusammenfassen möchte.

Ein weiteres Highlight war nämlich unser erster Versuch, Stephanie das Bewegen des Rollstuhls zu zeigen und beizubringen … auch wenn es nur zentimeterweise ist. Hierbei hat sie allerdings wieder einmal superschnell die Vorgaben verstanden, verinnerlicht und abgerufen – 10 cm vor und zurĂĽck sind schon gar kein Problem mehr:

Bei uns in der Wohnung wollen wir ihr dann die Möglichkeit geben, etwas mehr Strecke zu machen (10 m am StĂĽck sind auf jeden Fall drin) und ihr auch einmal die Auswirkungen zeigen, wenn es nach rechts oder links gehen soll. Selbst ihre linke Hand scheint jedenfalls trotz Spastik gut dafĂĽr gerĂĽstet zu sein und sie macht ebenfalls fleiĂźig mit. So glĂĽcklich haben wir Stephanie schon lange nicht mehr erlebt – wenn sie gekonnt hätte, wäre sie wahrscheinlich aufgestanden und hätte FreudensprĂĽnge gemacht.

Das Rollen wird am nächsten Wochenende auf jeden Fall noch sehr viel mehr vertieft und geĂĽbt, denn einen solchen Zugewinn bei der Mobilität bringt sie wieder einen gewaltigen Schritt weiter. Bislang scheint ihr der Griff an die Räder jedenfalls noch nicht in den Sinn gekommen zu sein …

Wo andere Dinge mittlerweile nach ständigem Ăśben und Trainieren zumindest in den Ansätzen sitzen (Lebensmittel mit oder ohne Besteck in etwas eintauchen bzw. ditschen, den Tisch abwischen, die TV-Fernbedienung nutzen, diverse Pappboxen öffnen) …

… scheitert sie leider noch an anderen Tätigkeiten, die wir aber ebenfalls schon seit Wochen erklären und durchfĂĽhren lassen, wie z.B. Brille aufsetzen (abnehmen und an jemanden reichen ist kein Problem) und Einschalten von Musikgeräten (MP3-Box mit nur einem einzigen, dafĂĽr aber kleinen Schieber). Doch wir geben nicht auf – „Niemals!“ (O-Ton Stephanie).

Und vor allem, da wir bei unseren 3 bis 4-stĂĽndigen Besuchen nicht immer fĂĽr alles unendlich viel Zeit haben, erhoffen wir uns an den Tagen, wo sie denn dann mal bei uns in der Residencia OLCA ist, dass man ihr etwas in die Hand drĂĽcken kann und sie einfach machen lässt – auch wenn es am Ende eine Stunde dauert. Solange sie tĂĽftelt und konzentriert an die Sache rangeht, soll sie muddeln und eigene Strategien entwickeln, denn Zeit spielt dann ja keine groĂźe Rolle mehr.

Genau eine solche Sache haben wir nämlich gestern erlebt, als wir mit ihr das neue Spiel „Karte! Wort! Klingel!“ angefangen haben:

Hierbei deckt man eine Karte auf (Stephanie erkennt die Bilder nun auch immer besser, sogar zur Freude aller gleich auf Anhieb eine Birne!), jeder legt das gesuchte Wort aus maximal fĂĽnf Buchstaben mit seinen WĂĽrfeln vor sich hin und betätigt dann eine Klingel. Zuerst sollte das Kind alleine die WĂĽrfel legen, aber sie wollte unbedingt, dass wir gemäß der Spielregeln mitmachen. Also haben wir ca. 10 Runden gemeinsam gespielt, bei denen natĂĽrlich Carsten und ich immer sehr schnell fertig waren … sie hat dennoch ohne Mucken und Murren in aller Ruhe ihr Wort zusammengesucht! Wer sie noch aus Kinderzeiten kennt, erinnert sich vielleicht, wie ehrgeizig sie damals war und dass das Gewinnen bei ihr fast immer an erster Stelle stand. Jetzt zählt fĂĽr sie zum GlĂĽck nur noch der SpaĂźfaktor und das Lernen ist zudem mit in den Vordergrund gerĂĽckt.

Jedenfalls zeigte sie beim Drehen der Buchstabenwürfel (eigentlich sind es ja nur 6 Seiten bzw. Möglichkeiten) keine sehr große Übersicht und Koordination, denn sie drehte den Würfel zigmal in ihren Fingern um die eigene Achse und fand den richtigen Buchstaben nicht sehr schnell. Und wenn sie ihn dann endlich erspäht hatte, war es schwer für sie, diesen auch so abzulegen, dass er von oben lesbar war. Also haben wir etwas mitgeholfen, bis es passte. Doch wenn es zukünftig mal keine Zeiteinschränkungen gibt und sie sich selbst beschäftigen muss, dann könnte man sie mit Würfeln und Worten alleine probieren lassen, bis es bei ihr da oben endlich Klick macht. Darin liegt unsere große Hoffnung, wenn wir dann mal einen gewissen Zeitdruck rausnehmen können.

Beim gestrigen Spielen wurde Stephanie (verständlicherweise) immer unkonzentrierter, also haben wir nach den besagten ca. 10 Runden das Wortbasteln mit den Würfeln weggelassen und nur noch die Bilder bzw. dargestellten Worte auf den Kärtchen gesucht, bei der sie dann wiederum sehr gut und neu motiviert bzw. konzentriert mitgemacht hat. Sie hat sogar sehr viel auf Anhieb erkannt und gewusst, spätestens nach ein paar verbalen Hilfestellungen. Die Wörter, Bergriffe und Vokabeln hat sie also noch drauf und kennt diese, aber sie lassen sich eben nicht immer gleich so ad hoc abrufen.

Mit sich selbst beschäftigen lassen wollen wir sie dann auch mal zusammen mit einem Tablet, denn die Bedienung von Webseiten oder bei Facebook & Co. hat sie eigentlich noch drauf:

Was ihr fehlt, ist das Drumherum, wie z.B. das Hervorholen, Ein-/Ausschalten, Aufladen, mit dem Internet verbinden und andere Voraussetzungen, fĂĽr die das Pflegepersonal verständlicherweise nicht immer Zeit finden kann. Bei uns wird das aber ja eine völlig andere Möglichkeit sein, denn wir werden ihr auf jeden Fall eine ganztägige 1:1-Betreuung (eigentlich sogar 1:2) geben können. An Tagen mit dem Kind mĂĽssen andere Dinge dann eben pausieren … so auch leider der nächste Blogeintrag, der somit nicht wie gewohnt am Sonntag auf eure Bildschirme flattern kann. Versprochen, ich reiche ihn so schnell ich kann nach – also voraussichtlich Montagabend    zwinker



2021 14.
Nov

Heute tue ich mich zugegeben etwas schwer mit dem Einteilen der Themen, denn sowohl ein Revue passieren lassen nach Tagen wäre möglich, aber eigentlich auch nach Fortschritten und Ereignissen – ich habe mich nun letztendlich fĂĽr das zweite entschieden.

Am ereignisreichsten war wohl eindeutig der Donnerstag … der 11.11. … St. Martin … und fĂĽr diesen Tag hat sich das Pflegezentrum mal wieder etwas ganz Tolles und RĂĽhrendes einfallen lassen. Zunächst hat man alle Bewohner am späten Nachmittag zusammengeholt und gemeinsam gegessen – Stephanie war von der Ente und dem Rotkohl total begeistert! Danach brachte man die Anwesenden mit ihren, in den letzten Tagen gebastelten Laternen nach drauĂźen und versammelte sie um den Rasen im Innenhof, wo mit Lichtern, Fackeln und Lagerfeuer eine richtig tolle Stimmung geschaffen wurde:

Und mit eben diesen Laternen in den Händen stimmten dann alle, Bewohner und Personal, in Begleitung einer Gitarre zu den typischen St. Martin-Liedern an: „Laterne, Laterne – Sonne, Mond und Sterne“ und „Ich geh‘ mit meiner Laterne“. Wir waren sehr erstaunt, wie gut Stephanie die Texte wieder aus ihren Erinnerungen kramen konnte und sie mit uns allen mitgesungen hat – so toll!

AnschlieĂźend wurde wärmender Punsch gereicht und Stephanie kam sogar sehr schön mit ihrem heiĂźen Getränk in der Tasse zurecht. Nur das Pusten musste Carsten ĂĽbernehmen …

Und genau dieses direkte Trinken aus der Tasse, also ganz ohne Strohhalm oder andere Hilfsmittel, zeigte sie gleich mehrfach in dieser Woche – fĂĽr uns wäre damit mal wieder ein kleiner Meilenstein von der Aufgabenliste geschafft. Denn egal ob Kaffee aus der Tasse oder ein Kaltgetränk aus dem Pappbecher, es wird nicht gekleckert, nichts zerdrĂĽckt oder fallengelassen:

Ok, das Feintuning, wie z.B. das Halten einer Tasse am Henkel, fehlt noch    zwinker

Auch beim Essen geht nun immer weniger daneben bzw. fällt auf den Latz. Selbst beim ganz alleinigen Auslöffeln einer halben Dose Mais (sie war ja sooooo glücklich über diese Köstlichkeit!) hat sie am Ende nicht ein einziges Körnchen vom Teelöffel verloren. Ihre rechte Hand führt mittlerweile eine so ruhige und zielgerichtete Bewegung aus, an die vor ein paar Monaten noch gar nicht zu denken war:

Mit Linki konnten wir im Nachhinein noch das unterstĂĽtzende Festhalten der Dose ĂĽben, da Stephanie derzeit noch das Abstellen auf dem Tisch fĂĽr einen festeren Stand und das waagerechte Halten nicht ganz konsequent einhält – sie hebt vieles automatisch hoch. Ein solche Maisdose ist nämlich doch etwas größer im Umfang als die bisher zu haltenden Yoghurtbecher und das wird dann eben sehr viel komplizierter und anstrengender fĂĽr ihre linke Hand …

Eigentlich fehlt ihr jetzt (mal vom Zu- und Vorbereiten abgesehen) nur noch das Essen mit Messer und Gabel bzw. das Schneiden von Dingen. Demnach hat sie die Grundfertigkeiten doch relativ schnell wieder erlernen können, denn sie beherrscht völlig ohne Probleme:

  • die selbstständige Einnahme von Medikamenten, egal ob flĂĽssig im kleinen Becher oder in Tablettenform
  • das Trinken aus einem Becher, einer Tasse, einer Dose oder einer Flasche
  • das Essen mit Besteck vom Teller oder Brettchen
  • das relativ gute Leeren von Tellern, Schälchen oder Dosen

(Mutter)Herz, was willst du mehr?!?!    standard

Und auch mit ungewöhnlicheren Darreichungen kommt sie nach einer kleinen mĂĽndlichen und optischen Anleitung wunderbar zurecht. Diesen (neudeutsch) Schaum- bzw. Schokokuss …

… verputzte sie genau so souverän und „unfallfrei“, wie auch unsere mitgebrachten TicTacs und „Pfeffis“ (erst lutschen, dann zerbeiĂźen), Gummibärchen und Kaubonbons sowie ihre damalige und heute auch noch allerliebste Kalorienbombe: Donuts

Weil wir die Woche mal im Hamburger Hauptbahnhof waren, kauften wir bei ihrem favorisierten Donut-Händler gleich mal ein Duzend dieser Köstlichkeiten ein, die wir dann an mehren Tagen unter uns dreien aufteilten, damit sie auch wirklich mal von jeder Variation probieren konnte. Und dabei strahlte sie wieder wie ein Honigkuchenpferd, mein überaus glückliches Kind!

FĂĽr sie und uns gab es die letzten Tage aber auch noch andere GrĂĽnde zum Freuen. Am Samstag bekam sie z.B. Besuch aus Berlin, mit dem sie wieder alte Erinnerungen austauschen konnte – manches ist sogar recht gut abrufbar gewesen:

Nur an den Besuch von Laura in der Klinik in Geesthacht Mitte Juli konnte sie sich leider so gar nicht mehr so genau erinnern. Doch die beiden haben sicherlich vieles wieder auffrischen können, denn in den fast vier Monaten von damals bis heute hat Stephanie laut wortwörtlicher Aussage einer Therapeutin „einen Quantensprung“ hingelegt … auch wenn mein Kind das nicht immer so ganz sieht und obgleich ihrer Fortschritte immer ein klein wenig ungeduldig ist.

Und um eben genau diese Auffrischung von damaligen Ereignissen weiter zu fördern, verbringen wir beide an unseren Mädels-Sonntagen gleich mehrere Stunden mit dem Blättern durch Fotoalben und dem gegenseitigen Austausch über das Wann, Wo, Warum und vor allem mit wem:

Dadurch wird aber nicht nur ihr Geist und die Erinnerung trainiert, sondern gleich auch ihre Motorik – guckt euch hier mal an, wie sie mittlerweile selbstständig die Seiten umblättert:

Vor nicht allzu langer Zeit hat sie die Seiten nicht einzeln in die Finger bekommen, beim Blättern geknickt und ihre linke Hand wusste auch noch nicht, welche Hilfestellung in ihr steckt. Ein weiterer Haken auf unserer langen Liste an Baustellen konnte somit endlich gesetzt werden.

Wo sie aber derzeit gar keinen Draht zu findet, ist das Ă–ffnen und SchlieĂźen einer Pappbox. Wir ĂĽben jetzt sogar schon mit verschiedenen Größen, aber der zĂĽndende Gedanke blieb bei ihr bislang aus. Auf Anweisung und mit kleineren Hilfestellungen bekommt sie zwar irgendwann den Deckel auf, aber eine eigene Strategie hat sich bei ihr leider noch nicht entwickelt. Es scheint so, als hätte sie noch immer nicht ganz verinnerlicht, was eigentlich das Ă–ffnen und SchlieĂźen des Deckels von ihr verlangt. Aber wir bleiben weiter am Ball, um ihr mit diversen groĂźen, kleinen, eckigen und runden Boxen aus Pappe und Blech immer wieder das Prinzip zu zeigen, zu erklären und zu verdeutlichen. Irgendwann wird es wie bei den anderen Dingen schon Klick machen und dann lachen wir alle ĂĽber die bisher sehr unbeholfen aussehenden Versuche und gelegentliche Verzweiflung – wäre ja nicht das erste Mal.

Beim Schachbrett hat es so doch ebenfalls geklappt – was zunächst wie ein unmögliches Unterfangen begann, bereitet ihr heute keinerlei Probleme mehr. Das Karomuster bringt sie nicht mehr aus der Ruhe, Schachfiguren und Damespielsteine werden auf Anweisung dort positioniert, wo sie hingehören und auch mit dedizierten Feldangaben, wie z.B. A4 oder C7, kann sie durch Abzählen jetzt schon etwas anfangen. Darin ist Stephanie allerdings noch nicht so ganz sattelfest, sodass sie oft noch mĂĽhsam zählend jedes Feld abhĂĽpft oder manchmal auch statt nur schnurstracks nach oben mal nach rechts oder links abbiegt.

Und sie setzt immer selbstverständlicher Linki gleich mit ins Geschehen ein, sei es zum Herausholen und Ăśbergeben oder auch zum Fixieren und Festhalten. Selbst, wenn sie durch diese zusätzliche Fummelei (Greifen und Feinjustierung fällt ihr mit dieser Hand noch besonders schwer) meist sehr viel langsamer ist, sie gibt einfach nicht auf und von uns bekommt sie alle Zeit der Welt, die sie braucht. Unsere Ungeduld und das Bewältigen der vielen Baustellen können wir heute sehr viel besser koordinieren und auf die jeweilige GemĂĽtslage des Kindes und der Umwelt abstimmen, als noch vor einem halben Jahr. In dem Sinne ist sie sowieso ihr schärfster Kritiker    zwinker

Dabei sieht sie aber leider eben nicht immer die wirklichen „Fortschrittchen“ – wir aber. Und wir testen diese auch hin und wieder mal aus. So z.B. kurz vor dem Gehen, wo Carsten ihr einmal wortlos die Seniorenfernbedienung ĂĽbergeben hat und sie ohne Anweisungen oder ähnliches ihren Fernseher einschaltete, den Kanal auf ihr geliebtes „Deluxe Music“ umstellte und auch weil nötig die Lautstärke justierte. Wir waren sehr beeindruckt, denn bei der Ăśbergabe und dem Anlernen im Oktober schĂĽttelten wir beide noch die Köpfe darĂĽber, dass sie so viele Probleme mit den lediglich sechs Knöpfen hatte … und jetzt trotz wenig Ăśbung durch uns: Profimodus!

Zum Abschluss möchte ich noch eine kurze Erklärung zu diesem tollen Bild abgeben:

Am Donnerstag ist eine Therapeutin noch einmal durch die Zimmer gegangen, um auch den Patienten ein kleines Ständchen auf der Gitarre zu geben, die eben nicht das Bett verlassen und mit in den Innenhof zum Feiern kommen konnten. So also auch fĂĽr die Zimmergenossin von Stephanie. Wir haben natĂĽrlich auch mitgelauscht und wurden in die Findung des dargebotenen MusikstĂĽckes mit einbezogen – die Entscheidung fiel am Ende auf „Marmor, Stein und Eisen bricht“ und interessanterweise war unser Kind beim Refrain auch hier relativ textsicher. Man kam danach so ins Gespräch und da Stephanie während ihrer Dresdner Zeit mal sowohl Flöten- als auch Gitarrenspielen gelernt hat, durfte sie das Instrument halten und selbst an den Saiten zupfen – damit hofften wir eventuell noch weitere Erinnerungen ausgraben zu können und Stephanie war ebenfalls nicht ganz abgeneigt. Wir wollen daran nun irgendwann mal anknĂĽpfen und sie zukĂĽnftig auf ihrer Gitarre von damals herumklimpern lassen, denn ggf. kann dadurch sogar etwas mehr Anreiz fĂĽr eine noch viel bessere Bewegung (und Verwendung) von Linki mit herausspringen. Das hängt dann am Ende aber natĂĽrlich ganz vom Kind ab …



2021 07.
Nov

Ich glaube, diesmal könnte es wirklich mal ein etwas kĂĽrzerer Eintrag werden … viel Text sollte es jedenfalls nicht geben, denn wir waren nur dreimal bei Stephanie in LĂĽneburg (DI, DO & SO – am Samstag kam ihr leiblicher Vater samt Frau aus Sachsen vorbei) und auĂźer Essen und Ăśben ist eigentlich nicht viel passiert, ĂĽber das man hier berichten könnte.

Mittlerweile haben wir zudem fest eingefahren Rituale, die ich natürlich nicht in jedem Blogeintrag ausführlich beschreiben möchte. So z.B. das stundenlange Durchgucken von Fotoalben an unserem sonntäglichen Mädelstag oder ihr Versuch, eigenständig eine Pappbox zu öffnen, um dann darin eine kleine Süßigkeit oder wie heute den Geschmack-des-Tages zu finden:

Leider tut sich Stephanie immer noch sehr schwer damit, aber wir kennen das ja. Wichtig ist, dass man nicht die Geduld dabei verliert, denn stetes Wiederholen hat bislang noch immer zum gewĂĽnschten Ziel gefĂĽhrt.

Durch das viele Angucken der Fotoalben kehren ebenfalls immer mehr Erinnerungen zurück oder werden durch mein ergänzendes Erzählen aufgefrischt. Und bei unseren Spielen mit Zahlen, Bildern und Kärtchen schleicht sich zunehmend eine Routine ein, die ihr dann hilft, für neue Dingen gleich von Anfang an ein besseres Verständnis zu haben.

So konnte Stephanie letztens eine für sie völlig neue Puzzle-App innerhalb kürzester Zeit verstehen und dabei die Ziele erreichen, ohne vorher noch viele Anweisungen oder Erklärungen von uns zu bekommen, wie es jedenfalls noch vor ein paar Wochen notwendig war:

Carsten hat diese Woche zudem mal wieder das Schachbrett rausgeholt – ihre Verwirrtheit durch das Muster Mitte August werden wir jedenfalls nicht so schnell vergessen:

„Ebenfalls irritiert waren wir, als sie […] so unvorstellbar groĂźe Probleme beim Aufstellen von Schachfiguren hatte. Sie sollte nur die acht weiĂźen Bauern auf die zweite Reihe stellen, aber selbst unsere Hilfen per Fingerzeig halfen am Ende nicht und sie stellte die Figur nicht vor den Finger, sondern nur daneben oder versuchte es sogar dahinter. Jede Bauernfigur stellte fĂĽr sie eine fast unmögliche Herausforderung dar! Wir vermuten mal, dass sie einfach schon das Schachbrettmuster total ĂĽberfordert hat …“

Und dieses Mal? Keine Probleme! Alles klappte auf Anhieb!

Sie hat von Carsten die ersten zwei Bauern als Vorlage auf das Spielbrett aufgestellt bekommen und er drĂĽckte ihr danach jede Figur einzeln in die Hand, damit sie diese auf das benachbarte Feld positioniert. Klar, auch hier brauchte sie manchmal noch einen kleinen Fingerzeig auf die richtige Stelle, aber von Verwirrtheit war diesmal ĂĽberhaupt keine Spur. Am Ende standen in kurzer Zeit alle 16 Figuren dort wo sie hingehören und das Kind freute sich wie Bolle … mit uns!

Ich habe insgesamt das GefĂĽhl, dass Stephanie mittlerweile sehr viel schneller begreift und erlernt, als noch vor ein paar Monaten. Innerhalb kĂĽrzester Zeit hat sie sich jetzt u.a. schon eine fast autarke Einnahme der Medikamente erarbeitet, bei dem die FlĂĽssigmedizin im Becherchen angereicht werden kann und sie trinkt diesen ohne etwas zu verschĂĽtten bis auf den letzten Tropfen aus. Dieses EinĂĽben hat erstaunlicherweise nur ganze zwei Besuchstage gedauert, danach konnte sie es schon. Die Tabletten legt man ihr auf den Tisch und sie greift und schluckt alle, egal wie groĂź oder klein sie sind. Nur das Auspacken aus dem TĂĽtchen oder dem Blister kann sie natĂĽrlich noch nicht.

Und auch von den Therapeuten bekam sie diese Woche eine Art FleiĂźbienchen (mit Sternchen)    zwinker

Selbst Malen und das Nutzen eines Stiftes geht ihr immer mehr ins Blut ĂĽber, denn bei diesen Wellenlinien klappt sowohl schon das Nachzeichnen als auch das Setzen einer parallelen Linie sehr viel besser, als noch vor wenigen Wochen bei sehr viel einfacheren Vorgaben:

Vor allem aber, weil sie weiterhin nicht aufgibt, immer ehrgeizig bleibt und am liebsten sogar erst einmal selbst herumtĂĽfteln möchte. Bei der oben erwähnten Box antwortete sie am Donnerstag auf Carstens Frage nach Hilfestellung („Soll ich es dir noch mal zeigen?“) wortwörtlich: „Nein … wenn ich noch darf?“) – natĂĽrlich durfte sie, auch wenn sie es am Ende leider doch nicht ohne den entscheidenden Hinweis schaffte. Beim Schmieren ihres Brotes erkennt sie ebenfalls immer wieder Verbesserungspotential und ist am Ende sogar total enttäuscht, wenn die KĂĽchenhilfe diesen Part schon (aus Versehen) ĂĽbernommen hat …

Oftmals scheitert Stephanie aber leider auch einfach nur an ihrer kurzen Aufmerksamkeitsspanne bzw. schwindender Konzentration, denn hier merkt man immer sehr deutlich, dass sie mit zunehmender Zeit mehr Fehler macht und somit stetig unkonzentrierter wird. Sei es beim Sprechen (zum Zeitpunkt unseres Kommens wird noch recht deutlich gesprochen, kurz vor dem Gehen fragt man fast schon bei jeden zweiten Satz nach) oder beim Ăśben (anfangs legt sie gut vor, doch mit jedem Durchgang schleichen sich zunehmend Fehler und Nachlässigkeiten ein) … aber ihr Ehrgeiz bleibt ungebrochen, es lässt sich beides leider nur nicht miteinander vereinbaren    traurig

Was dem Kind auch ĂĽberhaupt nicht schmeckt, ist das jetzige Wetter und die Jahreszeit – sie will eigentlich unbedingt immer nach DrauĂźen und vor allem zum Pavillon, doch spätestens nach der Zeitumstellung am letzten Wochenende haben wir nun nicht mehr nur das Problem der fehlenden, wärmenden Sonne, sondern auch gleich noch das mit den Lichtverhältnissen:

Am Dienstag waren wir noch völlig unvorbereitet und Carsten bastelte mit seinem Handylicht und einer Wasserflasche eine Tischleuchte oder musste mit dem Handy das Schmieren des Brotes ausleuchten, doch gegen Wind und Kälte sind wir komplett machtlos. Das Lichtproblem hätten wir mittlerweile durch einen Zukauf dauerhaft gelöst, aber bei unter 10 Grad fĂĽr Stunden am Tisch zu sitzen, macht auf Dauer einfach keinen SpaĂź. Und das, obwohl Stephanie es lieber kĂĽhl statt warm mag …

Mit ihrem Muff (hier im Café sitzend) kann sie wenigstens zusätzlich noch die Hände warm halten, aber das schränkt natürlich das Portfolio der Übungen immens ein. Wir sind derzeit auf der Suche nach einer besseren Lösung, mal sehen, was wir da für uns erreichen können.

Zum Abschluss noch ein paar Worte zum Essen:

Das FrĂĽhstĂĽck können wir nicht beurteilen, aber da sowohl das Mittagessen …

… als auch das Abendessen …

… mehr als reichhaltig und laut Stephanie auch sehr lecker ist, dĂĽrfte es beim morgendlichen Mahl sicherlich nicht anders sein. Dennoch freut sich das Kind natĂĽrlich auch immer sehr ĂĽber unsere Mitbringsel, sei es eine kleine SĂĽĂźigkeit (Schokolade, Gummibärchen, …), ein auĂźergewöhnliches Getränk (Coke, Pepsi, Smoothie, Dunkelbier, …), den Geschmack-des-Tags (diesmal waren es Currywurst, Schafskäse & Camembert) oder einfach etwas, was uns gerade in die Finger fällt und wir denken „Ja, das könnte ihr gefallen.“

Diese Woche waren das u.a. Pfefferminzlutschbonbons, denn „Pfeffis“ hat sie eigentlich immer gemocht. Sie mag sie auch weiterhin sehr, hat das eine recht lange gelutscht und es dann, als es zu klein war, wie eine Tablette heruntergeschluckt … beim nächsten Mal will sie mal das von uns empfohlene ZerbeiĂźen zum Abschluss anwenden    zwinker

Oder der Milchreis mit Zimt, den sie sich einmal explizit gewĂĽnscht hat, und den sie nach dem Abendessen statt des hauseigenen Nachtisches mit Hochgenuss vertilgte. Wir können ja während unserer Besuche am Dienstag und Donnerstag gemeinsam zu Abend essen und teilen dann all das, was wir so mitbringen – hier zwei Sorten Schafskäse und HähnchenstĂĽcke mit Ketchup:

Kurz zusammengefasst: sie fĂĽhlt sich in diesem Pflegezentrum weiterhin äuĂźerst pudelwohl, sie entdeckt zunehmend ihre Fähigkeiten wieder und fragt deshalb auch stets nach neuen Herausforderungen, Ăśbungen und Trainings, um a) die aufkommende Langeweile während des restlichen Tages zu bekämpfen und b) schnellstmöglich ihre Genesung voran zu bringen. Heute fragte sie mich z.B., ob wir uns mal eine Weile auf Englisch unterhalten könnten … am Ende wurden es fast 30 Minuten. Da ist definitiv noch sehr viel Luft nach oben und Stagnation ist glĂĽcklicherweise noch ein Fremdwort    standard

Ich habe fertig … und, konnte ich wenigstens diesmal mein Versprechen aus dem ersten Satz einhalten? Vom Text her ist es auf jeden Fall weniger als sonst geworden    zwinker