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Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2022 27.
Apr

Einen Dienstagsbesuch gab es in der letzten Woche nicht, da wir sie nach Ostern ja erst am Montagabend zurĂŒck ins Pflegezentrum gebracht haben. Bleibt also nur die Zeit des Wochenendes zusammenzufassen. Am Freitag haben wir wieder mal beim Asiaten gegessen und danach den obligatorischen Wochen(end)einkauf erledigt.

Am Samstag gönnten wir uns erneut einen richtig schönen Ausflug und fuhren etwas mehr als eine Stunde in Richtung Norden. Das Wetter passte hervorragend, die Flora kĂŒndigt derzeit in tollen Farben den kommenden FrĂŒhling an …

… und ich konnte wieder einmal meine geliebte Meeresluft schnuppern:

Keine Angst, auch Stephanie freut sich immer sehr ĂŒber unsere AusflĂŒge, allerdings ist es ihr eigentlich egal, wohin es geht – Hauptsache raus!    zwinker

Also durfte ich mich mit meiner Wunschlokation durchsetzen und wir fuhren nach TravemĂŒnde an die Ostsee:

Nach einem stĂ€rkenden Mittagessen – immer im Dialog mit diversem Federvieh …

… sowie einem aufdringlichen ReisebĂ€ren – …

… schlenderten wir zuerst an der Strandpromenade bzw. dem Sandstrand entlang – herrlich!!!

Leider war es noch etwas zu kalt fĂŒr einen Gang zum oder gar ins Wasser. Die meisten Strandkörbe war deshalb noch verschlossen und nur ein paar wenige Wagemutige trauten sich mit Badesachen ganz in die Wellen.

Wir nutzten hier und da lieber die BĂ€nke und Liegen der Promenade, doch zu manchen kam Stephanie in ihrem Rolli leider nicht (mit) ran:

Aber das ist wahrlich Jammern auf höchstem Niveau, denn selbst mit ihrem großen GefĂ€hrt kommen wir in der Regel ganz gut durch, voran und darĂŒber hinweg. Nur an Treppen ist nun mal leider Schluss … aber damit können wir ganz gut leben.

Nach dem Sandstrand der offenen See schlenderten wir entlang der HĂ€user an der Hafenkante bzw. der FlussmĂŒndung der Trave (womit nebenbei auch gleich noch die Namensgebung dieses LĂŒbecker Stadtteils geklĂ€rt wĂ€re) …

… und wo wir auch ohne (Rolli-)Probleme in ein Fischrestaurant einkehren konnten. Stephanie kann glĂŒcklicherweise die Speisekarte ganz alleine lesen und auch fĂŒr sich daraus bestellen, ohne auf unsere Hilfe angewiesen zu sein:

Sie entschied sich im Gegensatz zu Carsten und mir nicht fĂŒr Fisch (wen wundert’s!) und nahm lieber eine Ofenkartoffel mit Steakstreifen:

Das Kind war mit ihrer Wahl sehr sehr glĂŒcklich! Und damit wĂ€re auch gleich mal ihr dritter Restaurantbesuch absolviert … ab jetzt mĂŒssen wir nicht mehr weiter mitzĂ€hlen, denn es wird mittlerweile zur Routine    standard

Nach so viel Freizeit und LĂ€mpeln musste der Sonntag natĂŒrlich umso mehr mit Training, Spiel und Auffrischung gefĂŒllt werden. Erstaunlicherweise wuchs Stephanie hier fast schon ĂŒber sich hinaus, denn neben den Fortschritten beim Brötchen aufschneiden (Carsten gab nur noch Anweisungen, den Rest erledigte sie eigenhĂ€ndig), dem Verschließen von Verpackungen (z.B. den Deckel auf die Becherschale der Butter drĂŒcken), der Zubereitung ihres Morgenkaffees und das immer flinker werdende Tippen auf der Tastatur, …

… durfte sie heute zum ersten Mal zeigen, dass sie auch etwas ganz alleine eingießen kann:

Zugegeben, gĂ€nzlich vertrauten wir ihr dann doch noch nicht und nutzten deshalb eine Flasche mit wenig Saft – aber es war schon sehr souverĂ€n, was sie da tat. Beim nĂ€chsten Mal wird es sicherlich mehr und somit schwerer zu heben und zu kontrollieren sein …

Doch den Vogel schoss sie beim Lernen und Schreiben mit Carsten ab. Buchstaben gingen noch nicht so richtig, aber ihre Zahlen werden zunehmend besser. Die beiden kombinierten das dann auch gleich mal mit einem einfachen Sudoku:

Die fehlenden Zahlen pro Reihe, Spalte und 3×3-Quadrat musste sie selbst herausfinden, doch beim Schreiben half ihr Carsten noch ein wenig. Oben rechts im Bild ist das gelöste Sudoku und man sieht vor allem an der „3“ (zweite von rechts oben und erste links oben) schon eine deutliche Verbesserung. Das Thema dauert also auch nicht mehr lange!

Und da sie selbst nach dem Sudoku sowie nach einigen Wortgittern und RĂ€tseln noch viel Lust fĂŒr Neues verspĂŒrte, versuchten die beiden es mit dem Lernen der analogen Uhr – in einer Therapie wurde wohl in der Woche schon ein wenig geĂŒbt, wie einige Aufzeichnungen zeigten. Carsten malte also fĂŒr Stephanie ein Ziffernblatt auf, erklĂ€rte die grundlegenden Dinge mit Stunden und Minuten (noch ohne solcher Besonderheiten, wie Viertel, Halb, Dreiviertel, Vor und Nach) und mit zwei unterschiedlich langen Bleistiften wurden dann Zeiten angezeigt bzw. abgefragt:

Innerhalb einer Stunde hatte sie es schon relativ gut drauf und erst danach schlichen sich immer mehr Konzentrationsfehler ein. Also heißt es jetzt, einmal ein wenig drĂŒber schlafen, immer wieder mal nachfragen und dann sitzt sicherlich auch das Wissen wieder wie vor dem Vorfall … da bin ich ganz zuversichtlich.

Die anschließende Pause inklusive Verwöhnprogramm mit Badewanne, Haare waschen und Gesichtsmaske hatte sich unser Kind redlich verdient:

Man, was war das fĂŒr ein Erfolgswochenende – ich bin ganz hin und weg! Und ich kann an dieser Stelle schon verraten, dass Stephanie selbststĂ€ndig (!!!) im Pflegezentrum weitergemacht hat und jetzt sogar die Buchstaben ganz gut hinbekommt. Hier schon mal eine kleine Sneak-Preview zum nĂ€chsten Blogeintrag, fotografiert bei unserem gestrigen Besuch in LĂŒneburg:

Es gab gleich mehrere solcher Zettel – ich könnte platzen vor Stolz … merkt man nicht, oder?    zwinker

Ehrlich, sowas macht sie jetzt, wenn sie Langeweile hat:

Da scheint bald eine weitere Baustelle endlich vom Tisch zu sein, mein Herz hört gar nicht mehr auf zu hĂŒpfen!!!



2022 21.
Apr

Diesmal werde ich die Thematik des Blogeintrags wirklich aufteilen können: zum einen kann ich ĂŒber weitere, sichtbare Fortschritte bei Stephanie berichten und zum anderen wieder etwas ĂŒber unsere Unternehmungen erzĂ€hlen – das letzte ist ja schließlich das lange Osterwochenende gewesen:

Da unser Kind ganz dringend die unterstĂŒtzende Hilfe ihrer Familie brauchte, holten wir sie nicht erst am GrĂŒndonnerstag, sondern schon am Dienstagnachmittag ab. Somit war sie erneut eine ganze Woche (von Dienstag bis Ostermontag) bei uns in der Residencia OLCA. Dadurch konnten wir sie etwas schneller aus einem aufkeimenden GemĂŒtstief herausholen und gleichzeitig aber auch wieder mehr trainieren und ausprobieren, denn Carsten und ich hatten vor der Osterzeit schließlich noch zwei ganze Arbeitstage im Home-Office zu absolvieren. Sie musste also beschĂ€ftigt werden und es wurde erneut eine Win-Win-Situation, von der selbst unser ukrainischer Gast am Ende noch etwas hatte.

Denn bei so viel Freizeit konnten die beiden jeweils auf ihre Art trainieren, z.B. Stephanie ihre Motorik, wĂ€hrend Sveta sich intensiver mit der deutschen Sprache auseinandersetzen musste. Die beiden spielten u.a. „Wer ist es?“:

Hierbei muss anhand von Kopfmerkmalen (Haare, Bart, Augen, Geschlecht, Brille, Kopfbedeckung etc.) aus 24 Frauen und MĂ€nnern eine gesuchte Person herausgefunden werden. Mit Ja/Nein-Fragen kann man die unpassenden Bilder wegklappen und im Idealfall ist man am Ende schneller beim Identifizieren als der andere.

Sveta kĂ€mpfte sich wacker durch all die deutschen Begriffe, die mit dem Kopf zu tun haben, und Stephanie musste wiederum laut, deutlich und vor allem verstĂ€ndlich fĂŒr sie ihre eigenen Fragen formulieren. Wenn zwischenzeitlich nicht das Essen fertig gewesen wĂ€re, hĂ€tten die beiden wohl noch stundenlang weiterspielen können – ja, sie sind von dieser Jagd so richtig angefixt worden.

Dabei waren definitiv mehrere Fortschritte bei Stephanie erkennbar:

  • sie spricht immer deutlicher und selbst am Abend kann man sie mittlerweile noch gut verstehen
  • sie ist im Umgang mit dem Spielbrett und dem Umklappen der KĂ€rtchen sehr viel sicherer und geschickter geworden
  • sie kann sich nahezu perfekt auf ihr GegenĂŒber einstellen, sei es beim Sprechen und Verstehen als auch beim Helfen und Korrigieren
  • sie beherrscht die Spielregeln fast so gut wie jeder andere und brauchte wirklich nur noch ganz ganz wenig Hilfe … sie ließ diesmal sogar erste Anzeichen von Taktik erkennen

Das Kind bleibt zum GlĂŒck auch selbst weiter am Ball und machte in der letzten Woche mitunter von sich aus einen Vorschlag, was sie gerne mal wieder ausprobieren wĂŒrde, wie z.B. mit dem Rolli eigenhĂ€ndig durch das Wohnzimmer zu fahren und dabei auch nach rechts und links zu lenken:

Bitte verzeiht ihr unvorteilhaft eingefangenes Fotogesicht, aber es ist natĂŒrlich noch eine sehr große Anstrengung fĂŒr sie. Doch wir waren obgleich der zurĂŒckgelegten Strecke in unter zwei Minuten Ă€ußerst ĂŒberrascht und vor allem hocherfreut!

WĂ€hrend Carsten und ich im Home-Office ackerten und Sveta fleißig fĂŒr ihren Deutschkurs bĂŒffelte, schrieb Stephanie viel bei Facebook und Telegram, löste jeden Tag das deutsche Wordle und bemĂŒhte sich redlich, durch Schreiben weiterhin ihre Graphomotorik zu verbessern. Im Pflegezentrum hatte man es wohl schon einmal mit einzelnen Buchstaben versucht, aber soweit fĂŒhlt sie sich selbst noch nicht. Also schwenkten die Therapeuten und wir mal zurĂŒck auf das Schreiben von Zahlen …

… was bis zur 8 eigentlich auch ganz gut funktionierte – hiermit tat sie sich besonders schwer. Die Kreuzung in der Mitte wollte ihr einfach nicht gelingen und sie „bog“ anfangs immerzu wie eine umgekehrte Drei ab. Doch noch sind wir beim Nachmalen der Ziffern anhand von Strichen. Mit Blick auf eine Vorlage oder gar freihĂ€ndig schafft sie es leider noch (!) gar nicht, aber wir bleiben definitiv dran. Ich holte auch schon mal wieder die Heftchen mit den ersten SchwungĂŒbungen (Wellen, geometrische Figuren, Schleifen etc.) raus. WĂ€re doch gelacht, wenn wir das in den nĂ€chsten Wochen nicht hinbekommen wĂŒrden    zwinker

Ihre bislang zurĂŒckeroberten Fingerfertigkeiten konnte sie u.a. noch beim EierfĂ€rben unter Beweis stellen …

… sowie beim anschließenden Wienern mit Öl …

… damit die bunten Eier danach auch so richtig schön glĂ€nzten:

Bevor ich nun zu unseren beiden TagesausflĂŒgen schwenke, hier noch eine kurze Episode aus der Kategorie „Schei*** gelaufen …

… aber dennoch drĂŒber lachen können“    standard

Carsten verbrachte mit ihr am Karfreitag ĂŒber die Mittagszeit etwas mehr als drei Stunden in der Notaufnahme des Reinbeker Krankenhauses    traurig

Diesmal hatte sich bei ihr wieder die SPDK verstopft und musste von Ă€rztlichem Personal gewechselt werden. Zum GlĂŒck ist das Ganze keine schmerzhafte Prozedur und es bleibt auch ohne Nachwirkungen, aber mal ehrlich, so viel Zeit an einem Feiertag möchte man doch gerne anders miteinander verbringen, oder? Ich blieb gleich von Anfang an zuhause, denn aufgrund der Corona-BeschrĂ€nkungen darf eh nur eine Person mit in den Warte- und Untersuchungsbereich – ich hĂ€tte also im Auto warten mĂŒssen. Und hier ist Carsten als Begleitung sehr viel besser geeignet, vor allem fĂŒr den Fall, dass sie aus dem Rolli heraus und irgendwohin umgelagert werden muss.

Doch wie man am letzten Foto sieht: auch in einer solchen Situation verliert Stephanie nicht ihr sonniges GemĂŒt und kann selbst darĂŒber noch lachen. Bei einem Tagesausflug sollte das wiederum ja eine SelbstverstĂ€ndlichkeit sein und so war es natĂŒrlich auch.

Am Samstag sind wir gemeinsam mit Sveta nach BĂŒsum gefahren (beim letzten Mal kam ihr ja leider etwas dazwischen), wollten an der NordseekĂŒste das schöne FrĂŒhlingswetter genießen und unserem ukrainischen Gast vor allem das PhĂ€nomen Wattenmeer zeigen. Doch nach dem Aussteigen aus dem Auto und Umbetten von Stephanie in den Rollstuhl, galt unser primĂ€res Ziel zunĂ€chst der StĂ€rkung mit leckeren Fischbrötchen:

Zugegeben, Stephanie hÀlt dann doch lieber weiterhin nur an Kibbelingen mit Remoulade fest:

Aber dann kam endlich die Stunde der Wahrheit, als wir den Deich erklommen hatten:

Ebbe oder Flut? Watt oder nicht Watt?

Blöd, die Flut war noch da und somit vom Watt keine Spur    traurig

Aber egal, wir wollten ja eh noch ein paar Stunden herumlaufen und bis dahin wĂŒrde sich sicherlich noch etwas ergeben. Und glĂŒcklicherweise fand ausgerechnet heute auf der Familieninsel ein Drachenfestival statt, welches ebenfalls Ă€ußerst interessant war:

Es gab wirklich so viel zu gucken!!!

Und selbst die grĂ¶ĂŸere Menge an Menschen machte Stephanie nichts aus …

… sie war einfach nur froh mal wieder rauszukommen und auf Achse zu sein    zwinker

Das sieht man hier ganz deutlich, oder ?

Aber sie kann auch Pokerface!!!

Und fĂŒr mich sind die Pausen am schönsten:

Hmmm, doch wenn ich es genauer betrachte, bin ich auch ganz gerne unterwegs und suche unentwegt nach schönen Fotomotiven:

Und wie auf Bestellung konnten wir Sveta am spĂ€ten Nachmittag doch noch das PhĂ€nomen Watt zeigen, denn das Wasser war innerhalb von 30 min fast 500 m weit vom Ufer entfernt – hier der Anfang:

Egal wie oft ich mir dieses Schauspiel angucke, ich bin immer wieder völlig davon fasziniert. Schade nur, dass ich diesmal nicht mit den FĂŒĂŸen hineingehen und da durchwarten konnte – zum einen war es doch noch recht frisch bzw. kalt und in den jetzigen Zeiten will man sich sicherlich nicht erkĂ€lten und zum anderen kann Stephanie uns ja nicht ĂŒberall hin folgen. Also blieb es an dem Tag definitiv nur beim Gucken – „BerĂŒhren verboten!“    zwinker

Zum Abschluss unseres Rundgangs hatten wir sogar erneut GlĂŒck und das Steak-Restaurant war dieses Mal geöffnet. Wir teilten uns als Vorspeise einen Teller Labskaus

… und jeder bestellte dann als Hauptspeise was er wollte. Stephanie entschied sich an diesem, ihrem zweiten (!) richtigen (!) Restaurantbesuch, fĂŒr ein kleines Rumpsteak mit Bratkartoffeln …

… und hat alles sogar ganz alleine aufgegessen. Die einzige Hilfe, die sie benötigte, war das anfĂ€ngliche Schneiden des medium gebratenen Steaks in kleine, mundgerechte StĂŒcke – also auch hier ein Fortschritt!!!

Zudem muss man lobend anmerken, dass der Schlabberlatz Kleidungsschutz völlig sauber geblieben ist!

Es war insgesamt ein Ă€ußerst toller Tag und bei unserer RĂŒckfahrt nach Wentorf sahen wir am Horizont und teils auch neben der Autobahn noch etliche RauchsĂ€ulen und Flammen der vielen Osterfeuer sowie kurz vor der Durchquerung von Hamburg einen immens großen, rosafarbenen Vollmond, der an diesem Tag wohl auch Pink Moon genannt wird – ja, das Bild weiter unten auf der Webseite gibt genau das Rosa wieder, was wir auch gesehen haben, doch auf der Fahrt selbst nicht mit der Kamera einfangen konnten.

Der zweite Ausflug am Ostermontag fĂŒhrte uns zwar „nur“ in die nahegelegene Wentorfer Lohe, aber das Wetter und die Begleitung lassen auch diesen Tag fĂŒr uns unvergesslich werden. Unser Haushalt war mit Sveta, Stephanie, Carsten und mir vollstĂ€ndig vertreten und dazu kamen dann noch Svetas Tochter und Enkel samt der vierköpfigen Gastfamilie – wir wollten uns alle mal richtig kennenlernen und verabredeten uns an diesen Nachmittag zum gemeinsamen Picknick.

Der Weg zum angepeilten Rastplatz wurde zwar zum Teil etwas abenteuerlich und ruckelig, aber Stephanie ist bei Carsten die Ruhe selbst und vertraut seinen Entscheidungen mittlerweile blind. Wenn er sagt, dass das passt, dann passt das auch!

Dementsprechend kann sie selbst bei einem solchen Offroad-StĂŒck inklusive DurchschĂŒtteln völlig entspannt bleiben und hat sogar ihren Spaß dabei … sie wollte am Ende noch mehr davon!!!    zwinker

Übrigens, hier mal ein Foto meiner ehemaligen Kommilitonin aus Charkiv mit ihrer Tochter und dem zweieinhalbjĂ€hrigen LĂŒtten

… die eigentlich nur schnellstens das Ende des Krieges in der Ukraine herbeisehnen, um recht bald wieder zu ihren MĂ€nnern und den weiteren Familienmitgliedern zurĂŒckkehren zu können. Durch ihre tĂ€glichen Telefonate und Messenger-Nachrichten wissen sie wenigstens, dass es Freunden und Familie gut geht und ĂŒber die Geschehnisse in Charkiv Bescheid. Wir drĂŒcken allen ganz fest die Daumen!

NatĂŒrlich kann ich diesen Blogeintrag nicht mit einem solch schweren Thema enden lassen, deshalb wird hier und jetzt noch einmal die Hauptperson zum Tragen kommen. Carsten und Stephanie haben nĂ€mlich neben unserem Picknickplatz einige Zeit mit BĂ€llen gespielt …

… und das Werfen und Fangen …

… klappt zunehmend besser:

Ich weiß, ich wiederhole mich, aber es kehren bei Stephanie so viele Dinge wieder zurĂŒck (hier auf jeden Fall immer mehr Reaktionsgeschwindigkeit), dass wir noch lĂ€ngst nicht die Hoffnung aufgegeben haben, weitere Baustellen ebenfalls erfolgreich bewĂ€ltigen zu können. Ich gehe sogar so weit: „Bis hin zum Aufstehen und Laufen“ – ihr werdet sehen! Auch wenn es sicherlich nie wieder so hundertprozentig „richtig“ bzw. „geschmeidig“ sein wird, wie in ihrer Zeit vor dem Vorfall …



2022 11.
Apr

Wenn das Wetter von heute sich so gut weiterentwickelt, werden wir das nĂ€chste und lange (Oster-)Wochenende wohl endlich mal wieder rausgehen bzw. auf Achse sein können. WĂ€hrend des letzten Sams- und Sonntags spielte sich erneut alles nur in der Wohnung ab, aber wer uns kennt, weiß, dass wir auch hier durchaus unseren Spaß haben können …

Das Freitagsritual bleibt natĂŒrlich immer gleich: nachmittags im Pflegezentrum abholen, kurze Fahrt zum LĂŒneburger Kaufland, Abendessen draußen an der WĂŒrschtlbude (wenn das Wetter stimmt und es nicht zu kalt ist) oder drinnen beim BĂ€cker oder Asiaten …

…, ein fast einstĂŒndiger Wochen(end)einkauf, RĂŒckfahrt nach Wentorf und abschließend das Auspacken sowie Verstauen des Beutezuges – zack, da ist es auch schon 21 Uhr oder spĂ€ter. Also versacken wir danach gerne den Rest des Abends zappend auf dem Sofa und wenn wir es konditionstechnisch sogar schaffen sollten, gucken wir uns noch die „Heute-Show“ mit Oliver Welke live an.

FĂŒr den Rest des Wochenendes wird improvisiert. Stephanie fand vor ein paar Tagen im Pflegezentrum sehr großen Gefallen am Bingospiel, sodass sie sich das Equipment kurzerhand fĂŒrs Wochenende ausgeliehen hat. Also haben auch wir einmal die Kugeln krĂ€ftig rollen und das Auge geschwind ĂŒber unsere zwei ZahlenkĂ€rtchen schweifen lassen:

Mit diesem Song im Ohr und stĂ€ndig auf den Lippen („Popcorn“ von Hot Butter) spielten wir zweimal Best-of-Seven (wer hat die meisten Bingos nach insgesamt sieben StĂŒck) und ich schaffte beim ersten Durchgang in einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Stephanie den Sieg …

… und beim zweiten kĂ€mpften wir verzweifelt gegen Carsten, der sogar unverschĂ€mt viele Zahlen auf seinen KĂ€rtchen „ankreuzen“ konnte:

Aber es hat unheimlich viel Spaß gemacht und wir haben am Ende sicherlich keine dauerhaften SchĂ€den zurĂŒckbehalten … dĂŒpp dĂŒpp dĂŒddĂŒp dĂŒpp dĂŒddĂŒ, dĂŒpp dĂŒpp dĂŒddĂŒp dĂŒpp dĂŒddĂŒ    zwinker

„Oder was sagst du dazu, mein Kind?“

Paßt!!!

Auch ĂŒber diese zwei Neuerungen haben wir uns im Laufe des Wochenendes sehr gefreut:

1.) Stephanie wurde einmal aufgefordert, beim Tippen auf der Tastatur auch den linken Zeigefinger fĂŒr die Buchstaben mit einzusetzen und nicht nur fĂŒr das DrĂŒcken der SHIFT-Taste. Was soll ich sagen, nach ein wenig Eingewöhnung klappte es ganz toll und ihre erste Reaktion war „Oh, damit geht das Tippen ja sogar noch schneller.“ … Win-Win!!!

2.) Nachdem sie an mehreren Tagen gezeigt hat, dass sie schon ganz alleine eine halbe Avocado perfekt auslöffeln kann, sollte sie dies auch mal mit ihrem FrĂŒhstĂŒcksei versuchen – ebenfalls mit großem Erfolg!!!

Damit wĂ€re ein weiterer Schritt in die UnabhĂ€ngigkeit getan und ich warte echt sehnsĂŒchtig auf den Tag, an dem sie ihr FrĂŒhstĂŒck von Anfang bis Ende komplett alleine bewĂ€ltigen kann. Es kommt derzeit immer mehr dazu und viel fehlt nun wirklich nicht mehr …

Apropos Fortschritte: ab und an möchte sie den Vergleich zu frĂŒher sehen und wir gucken uns dann alte Videos an. Diesen Samstag z.B. Beweise davon, wie sie anfangs Mensch-Ă€rgere-dich-nicht gespielt hat – wir haben ihr beim Ziehen des PĂŒppchens jedes einzelne Feld zum AnzĂ€hlen zeigen mĂŒssen und auch beim WĂŒrfeln ging noch so einiges schief.

Nach so einem direkten Vergleich ist sie wieder etwas beruhigter und kann ihren Erfolg viel besser genießen. Denn selbst stellt sie das Erreichte eben nicht so fest, da sie im Hinterkopf auch immer noch die Erinnerung hat, dass sie es ja mal schon konnte. Am Gedanken ĂŒber das Wie und Womit scheitert es generell nicht, sondern nur am Befehligen ihrer Muskeln und Körperteile.

Besonders deutlich wird das derzeit beim Schreiben und Lesen. Sie kann perfekt lesen, sie kennt alle Buchstaben und sie tippt mittlerweile sogar schon richtig lange Texte auf der Tastatur. Auch das Halten eines Stiftes und das Ziehen einer geraden und geschwungenen Linie funktioniert getrennt betrachtet recht gut … aber all das zu einem handgeschriebenen Buchstaben zu kombinieren, vermag sie einfach noch nicht. Was bei ihr dafĂŒr trainiert werden muss, nennt man Graphomotorik und diese Baustelle wollen wir die nĂ€chsten Tage intensiver angehen.

Mal sehen, ob wir das am verlĂ€ngerten Oster-Wochenende etwas mehr erreichen können und am Ende sogar schon die ersten Erfolge erzielen – drĂŒckt uns bitte die Daumen dafĂŒr!

Klar, es können sicherlich keine Übungseinheiten in SchulstundenlĂ€nge sein, aber in kleineren HĂ€ppchen und mit der ein oder anderen Ablenkung, wie z.B. dem Helfen in der KĂŒche …

… oder mit einem Feinmotorik fördernden Spiel (mittels des roten Magnetstabs werden die farbigen Kugeln durch das Labyrinth an die jeweilen Sammelstellen bugsiert) …

… könnte ein kleiner Erfolg am Montagabend, wenn wir sie wieder zurĂŒck ins Pflegezentrum bringen, sicherlich schon erkennbar sein. Wir lassen uns mal ĂŒberraschen …



2022 07.
Apr

Da wetterbedingt an diesem Wochenende keine AusflĂŒge stattgefunden haben, können wir mal wieder gemeinsam einen Blick auf Stephanies Entwicklungen der letzten Wochen werfen. Auch die Anzahl der Fotos ist diesmal mit 17 StĂŒck eher moderat, oder?    zwinker

Am (Besuchs-)Dienstag haben wir ihre Fotowand weiter vervollstĂ€ndigt …

… und das Kind ist damit nun mehr als glĂŒcklich:

Es gibt sogar echt Zeiten, wo sie in ihrem Rollstuhl eben nicht in Richtung des Fernsehers gedreht werden möchte, sondern lieber mit Blick aufs Fenster oder auf ihre Fotos, die sie sich auch weiterhin mit wachsender Begeisterung anschaut. Das ist ein weiterer Beweis dafĂŒr, dass Stephanie meine Tochter ist – diese Fotoliebe hat sie definitiv von mir geerbt    standard

Neben unserem gemeinsamen Abendessen – diesmal mit Leckereien vom BĂ€cker auf dem Weg nach LĂŒneburg – …

… und damit auch der Befriedigung ihrer großen Leidenschaft fĂŒr Mettbrötchen …

… gaben wir ihr eine erste EinfĂŒhrung zum neu gekauften 5-Tasten-Handy:

Wir konnten dabei schon erste Telefonate tĂ€tigen und somit gemeinsam die wenigen und mit unseren Handyrufnummern programmierten Tasten testen, aber fĂŒr eine eigenstĂ€ndige Nutzung hat es letztendlich doch noch nicht ganz gereicht. Das Gezeigte musste jetzt erst einmal ein wenig sacken und am Wochenende wurden auch noch ein paar Übungseinheiten fĂ€llig.

Aber sie fand die Idee ganz toll, da sie uns nun immer dann erreichen kann, wenn ihr danach ist. Vielleicht nutzen wir es zukĂŒnftig mal tĂ€glich fĂŒr einem abendlichen Schwatz inklusive ErzĂ€hlung, was jeder von uns so gemacht hat, sodass sie am Besuchstag und am Wochenende nicht immer gleich ĂŒber mehrere Tage nachdenken und referieren muss. Mal sehen, was am Ende möglich ist. Viel verkehrt kann sie damit jedenfalls nicht machen …

Aber ich versprach ja Ausblicke ĂŒber ihre (Weiter-)Entwicklungen. FĂŒr uns gehört dazu auf alle FĂ€lle ihr Umgang mit dem Wortquiz „Wordle„. Klar, bei besonders schweren Kombinationen oder von ihr unglĂŒcklich gewĂ€hlten Lösungsversuchen schafft sie es nicht immer innerhalb der sechs Möglichkeiten, aber sie bleibt generell bis zum Ende dran, ĂŒberlegt grĂ¶ĂŸtenteils sogar recht strategisch und schafft es somit auch immer öfter zu lösen. Am Freitag wollte sie nach dem Wochen(end)einkauf unbedingt noch „wördeln“ und mit dem letzten Versuch bekam sie ZWERG raus. Am Sonntagmorgen gelang ihr sogar dies:

Damit war sie echt schneller als wir beide (Carsten mit 4, ich mit 5 Versuchen) und natĂŒrlich megastolz auf sich – zu Recht!!! Sie geht mittlerweile immer mehr mit Strategie an Dinge ran und merkt sich am Ende sogar diese Wege. Im Vergleich zu vor einem halben Jahr definitiv eine deutliche Verbesserung.

Auch am FrĂŒhstĂŒckstisch erlangt sie weiterhin eine gute Routine fĂŒr ihre eigenen AblĂ€ufe. Ihre Kaffeezubereitung mĂŒssen wir nur noch wenig unterstĂŒtzen, denn sie schraubt das Glas mit dem löslichen Kaffeepulver selbststĂ€ndig auf, fĂŒllt alles ganz alleine in ihre Tasse und verschließt es hinterher auch wieder.

Ich gebe ihr noch 2-3 Monate und sie schneidet ihr Brötchen dann mit Sicherheit gĂ€nzlich ohne Hilfe auf – Carsten hilft ihr derzeit noch beim Drehen in der linken Hand und beim geraden Durchschneiden in zwei HĂ€lften. Schmieren und Essen geht ja schon seit Wochen völlig selbststĂ€ndig. Eine neue Herausforderung wird danach sicherlich das FrĂŒhstĂŒcksei, auf das sie an den Wochenenden in Wentorf nicht verzichten möchte, denn das Köpfen und Auslöffeln ist fĂŒr sie bestimmt die nĂ€chste richtig große Herausforderung. Hierbei darf schließlich nix schiefgehen und die Eierschale ist zudem empfindlicher als all das, was bei ihren bisherigen AblĂ€ufen so zum Einsatz kommt.

Apropos Einsatz: an diesem Wochenende konnten wir mit Stephanie zum ersten Mal den neuen Transportrollstuhl (rechts im Bild) …

… und den Badewannenlifter ausprobieren. Mit diesem Rolli passt sie endlich auch durch schmalere TĂŒren, wie z.B. die von unserem Bad, und durch den „Sitzfahrstuhl“ haben wir nun eine Möglichkeit, sie wieder aus der Wanne heraus zu bekommen – rein wĂ€re bislang das kleinste unserer Probleme gewesen    zwinker

Dieses Gesicht spricht BĂ€nde … „Und, wie fandest du das Baden und Haare waschen?“


[keine Angst, das Kind hat dieses Foto fĂŒr den Blog selbst freigegeben!]

Da aber nicht nur Stephanie bei uns etwas lernen soll, sondern auch unser Gast aus der Ukraine, kombinierte Carsten gleich mal mehrere Übungseinheiten:

Er zeigte auf eine Sache im Wimmelbuch, Stephanie musste das Bild erkennen und das deutsche Wort fĂŒr Sveta laut und verstĂ€ndlich mit dazugehörigem Artikel aussprechen. Und zwar so: „Katze … die Katze“, „Haus … das Haus“ oder „Baum … der Baum“. Umgangssprachliche „Vernuschelungen“ waren hierbei nicht erlaubt – also kein „Eima“, „Leita“ oder „Tafl“. Sveta hat sich jedes Wort inklusive Artikel notiert und dabei durch mich die Übersetzung ins Russische bestĂ€tigen lassen – was wiederum Stephanie aufschnappte und sich somit zum Teil auch noch an ihren eigenen russischen Wortschatz von damals erinnern konnte. Die drei haben ĂŒber eine Stunde damit zugebracht und wenigstens zwei Personen konnten dabei viel ĂŒben und lernen: Stephanie das Erkennen von Bildern und ihre deutliche Aussprache sowie Sveta mehr deutsche Wörter. Carsten wird sich sicherlich nicht sehr viele der russischen Begriffe gemerkt haben, was ich aber auch nicht erwarte. Er versteht eh schon jetzt viel zu viel, wenn Sveta und ich ĂŒber ihn lĂ€stern    zwinker

Samstagabend haben wir fast zwei Stunden lang zu viert Mensch-Ă€rger-dich-nicht gespielt und erneut konnte Stephanie uns ĂŒberraschen. Sie baute das Spielfeld ganz ohne Hilfe und Anweisung auf …

… wĂŒrfelte, als hĂ€tte sie das schon 1000. Male gemacht und selbst beim Ziehen des Spielsteins brauchte sie anfangs nur noch etwas UnterstĂŒtzung.

Allerdings haben wir an dem Abend auch sehr deutlich sehen können, wie Stephanies Konzentration so ab 45 Minuten kontinuierlich abnahm. Sie versuchte dann immer mehr mit dem Spielstein in die falsche Richtung zu gehen, ließ beim AbzĂ€hlen gerne mal ein Feld aus und vor allem suchte sie vor dem Ziehen immer lĂ€nger nach dem Pin in ihrer Farbe.

Stephanie erreichte mit GrĂŒn nach ca. 1 Stunde und 15 Minuten das Spielziel (lĂ€nger hĂ€tte sie sicherlich auch nicht mehr durchgehalten) und ich mit Gelb nur ca. 10 Minuten spĂ€ter (Hurra!!!), sodass danach noch Carsten mit Blau und Sveta mit Rot umherziehen mussten – diese VerhĂ€ltnisse sprechen BĂ€nde:

Arme Sveta … oder doch nicht? Sie erwischte Carstens Pin dann doch noch kurz vor seinem Stall und startete ab da eine unvergleichliche Aufholjagd. Da er jetzt nur noch 1er, 2er und 3er wĂŒrfelte, konnte sie nach und nach ihre PĂŒppchen in den Stall bringen und „lochte“ am Ende ganz dekadent mit einer 6 und einer 3 ein. Carsten war zu dem Zeitpunkt mit seinem Blauen gerade mal am Haus von GrĂŒn vorbeigezogen – was haben wir alle gelacht und gescherzt. Sprachenwirrwarr hin oder her! Ein toller Abend!!!

Das Nachlassen der Konzentration bei Stephanie zeigte sich auch am Sonntagvormittag ganz deutlich, als sie sich an einem Spiel der Maus-App versuchte, bei der sie RohrstĂŒcke verbinden und eine komplette Leitung mit einer vorgegebenen Anzahl an Teilen verlegen muss.

Nachdem das Spiel fĂŒr sie vor Wochen noch eine schier unlösbare Aufgabe darstellte (Carsten agierte zwischenzeitlich sogar schon mit zurechtgeschnittenen Knickstrohhalmen, um die jeweiligen RohrstĂŒcke zu simulieren), konnte er am Samstag gemeinsam mit ihr bis Level 12 lösen. Am nĂ€chsten Tag sollte sie alleine ganz von vorne anfangen und schlug sich anfangs auch richtig gut – endlich hatte sie das Prinzip verstanden. Ab Level 5 fiel ihr das Kombinieren schon schwerer (so nach ca. 30 min) und sie benötigte ab da wieder immer mehr seine UnterstĂŒtzung. Bei Level 8 bzw. nach 1 Stunde war aber komplett die Luft bei ihr raus und wir suchten lieber eine andere Aufgabe fĂŒr das Kind. Sie durfte mir dann kurzerhand in der KĂŒche helfen und ihren Akku beim Zuckerschotenschnibbeln aufladen.

Doch wir sehen hierbei vor allem das Positive: Stephanie kann bis zu 30 min auf Hochtouren laufen und schafft es trotzdem noch darĂŒber hinaus, sich wenigstens etwas auf die gestellte Aufgabe oder Übung zu konzentrieren. Und sie verliert danach auch nicht immer die Erinnerung ans Erlernte, sondern kann schnell wieder daran anknĂŒpfen … meist reicht sogar schon nur einmal drĂŒber zu schlafen. Wir haben schon so oft Übungen und Lernphasen abgebrochen, weil Stephanie auch nach dem 10. ErklĂ€rungsversuch keinen Zugang dazu fand, doch am nĂ€chsten Tag oder etwas spĂ€ter reichte ein einziges kleines Auffrischen und sie kam dann damit schon im Ansatz zurecht. Da wĂ€re ja wieder unser Credo: Schrittchen fĂŒr Schrittchen.

So war es auch bei der Übergabe ihrer neuen Fernbedienung, mit der sie sowohl den Fernseher als auch das Radio steuern kann. Wir brachten sie Sonntagabend ins Pflegezentrum, nagelten die in der Woche gelieferten Wanduhren an die dafĂŒr vorgesehen Stellen, ĂŒbten noch einmal kurz mit dem 5-Tasten-Handy und dann zeigte Carsten ihr ausfĂŒhrlich das neue „Werkzeug“.

Als wir gingen, lag sie schon im Bett (durch uns, da wir es auch ohne Lifter können) und versuchte mit der Fernbedienung klarzukommen …

… doch allzu viele Hoffnungen machten wir uns nicht. Zum GlĂŒck hĂ€tte sie bis Dienstag ja noch die alte Bedienung als Backup zur VerfĂŒgung. Aber weit gefehlt, denn sie sagte uns schon am ĂŒbernĂ€chsten Tag, dass sie es nach anfĂ€nglichen Schwierigkeiten doch noch hinbekommen hat. Und wann sagte sie uns das? Nicht nachmittags wĂ€hrend unseres Besuches, sondern schon am Dienstagvormittag per Handy!!!!!!!!!!!!    zwinker

Sie ist und bleibt unser ĂŒberdimensionales Überraschungs-Ei … und da steckt sicherlich noch enorm viel mehr drin, als nur Spiel, Spaß und Spannung. Wir halten durch, ihr auch?    zwinker