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Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2022 12.
Jul

Stephanie war diesmal wieder fast eine ganze Woche bei uns (von Dienstag bis Sonntag), aber da am Wochenende die große Fahrt nach Dresden anstand, ist an den vorherigen Tagen nebst unseres Home-Office nicht viel passiert. Nur eine Sache war besonders beeindruckend: als Carsten am Dienstagnachmittag im Pflegezentrum ankam, um unsere Kleine abzuholen, stand Stephanies Rolli vor ihrer Zimmertür mit einem Zettel auf dem Tisch …

Er suchte das Kind und wurde erst im Speiseraum fündig:

Sie macht tatsächlich ihre ersten „Gehversuche“ mit einem kleineren Rollstuhl – yipeah!!!

Sie kommt zwar schon Meter für Meter voran, aber zum einen ist es natürlich sehr anstrengend für sie und zum anderen hat sie derzeit noch keinen Blick für Hindernisse. Meist nimmt sie diese erst wahr, wenn sie vor ihr stehen und dann bleibt nicht mehr genügend Platz zum Ausweichen. Aber wie wir sie kennen, wird sie sich da ganz schnell reinfuchsen … zumal sie diesen Schritt und vor allem diese Mobilität ja auch unbedingt will. Ich schätze mal, dass sie in spätestens drei Monaten immer wieder alleine auf dem Außengelände herumhirschen wird    zwinker

Bei uns zuhause durfte sie noch sich in den „Garten“ begeben und die erste Zucchini unseres diesjährigen Hochbeetes ernten:

Natürlich ist diese auch schon längst verputzt worden …

Während unserer Home-Office-Zeiten am Mittwoch und Donnerstag sowie bis Freitagmittag beschäftigte sie sich mit diversen Dingen, wie z.B. dem Gucken der Filme „Sing“ und „Sing 2“ (Musik(hören) ist und bleibt ihr Lieblingshobby) …

… und dem Schreiben eines Briefes an die IMC-Station der Vamed-Klinik in Geesthacht, wo sie von Oktober 2020 bis Juni 2021 äußerst erfolgreich aufgepäppelt worden ist. Stephanie hat den nicht gerade kurzen Brief eigenhändig am iPad mit der Tastatur vorgeschrieben und nach Carstens Korrektur von ein paar Satzzeichen und Groß-/Kleinschreibung (keine Rechtschreibfehler!!!) handschriftlich niedergeschrieben:

Den Umschlag mit ihrer Danksagung, unseren dankenden Zeilen und einem Foto von Stephanie konnten wir am Freitagvormittag auf die Reise schicken – sie war richtig stolz auf sich. Darf sie aber auch sein …

Die restliche Zeit an diesen Tagen verbrachten wir vor allem mit Essen, Spielen, Quatschen, Fernsehen, Übungen und der Vorbereitung auf die Fahrt in unsere alte Heimat. Freitag um 13:30 sind wir mit unserem Autogespann …

… nach Dresden aufgebrochen:

Ganz ehrlich, so viel Gepäck haben Carsten und ich immer nur für einen dreiwöchigen Urlaub gebraucht – jetzt sind es ja eigentlich nur 2,5 Tage. Aber es hat letztendlich alles gut ins Auto gepasst und natürlich haben wir viel zu viel mitgenommen. Doch dafür war dieser Ausflug eigentlich auch gedacht, denn wir wollten ausprobieren, ob wir mit Stephanie in einen Urlaub bzw. in ein Hotel fahren können. Hier zuhause sind wir mittlerweile bezüglich Waschen, Anziehen, Transfer und Fertigmachen ein perfekt eingespieltes Team, also suchten wir uns damit ein neues Trainingsgelände. Ich nehm’s gleich mal vorweg: wir haben bestanden und somit werden sicherlich auch noch weitere Mehrtagestouren folgen!

Die 500 km waren ebenfalls kein Problem und nach ca. 5,5 Stunden über die A24, durch Berlin, über die A13 und A4 …

… ohne Stau oder anderer Hindernisse sind wir heil und glücklich in Dresden am Hotel angekommen. Dank vorab gewünschter Musik (s.o.) verging die Zeit schon fast wie im Flug.

Carsten ist dann alleine ins Hotel gegangen und hat nur den Check-In durchgeführt, denn wir wollten schnellstmöglich zu unserem ehemaligen Haus-und-Hof-Dönermann. Wir hatten schließlich großen Hunger UND noch größere Döner-Entzugserscheinungen!!!

Vor Ort trafen wir uns mit meiner besten Freundin Anna …

… und sind mit ihr schnurstracks beim Dönermann auf der Borsbergstraße eingefallen:

Kind glücklich:

Mann glücklich:

Einfach nur lecker!!!!!!!

Am Ende haben wir hier mehr als 1,5 Stunden gesessen, gegessen und gequatscht. Und wer aufgepasst hat, sah bei Stephanie diese kleine Änderung: sie blieb gänzlich ohne Kleidungsschutz. Und sie schaffte es ohne Kleckern – wow!!! So war es auch das gesamte Wochenende. Nein, wir haben den Latz natürlich nicht vergessen mitzunehmen, aber wir wollten es mal ohne „Halskrause“ austesten und es hat sogar auf Anhieb geklappt, denn Stephanie hat nicht mehr als wir auf dem Weg zum Mund „verloren“. Allerdings mussten wir für sie vom Döner-im-Brot auf einen Dönerteller ausweichen, denn ersteres hätte sie beidhändig und ohne große Schweinerei doch noch nicht verdrücken können.

Gegen 23:00 machten wir noch einen kleinen Spaziergang an der Elbe …

… und hatten das große Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein:

Wir bekamen zur Begrüßung in unserer alten Heimat ein richtig schönes Feuerwerk zu sehen … genau wie eine Delegation im Restaurant rechts auf den Fotos auch    zwinker

Mit Rückfahrt zum Hotel, Ausladen, alles im Zimmer zu verstauen …

… und Stephanie bettfertig zu machen waren wir am Ende noch bis kurz nach 1:00 beschäftigt. Danach riefen aber auch schon das Bett und der liebe Sandmann im Duett:

Am nächsten Tag konnten wir dann diesen Blick auf die Elbe genießen:

Das einzige Manko unseres Zimmers war die Durchfahrbreite zwischen Schrank und Bett – die war nämlich ca. 5 cm zu eng! Ja, wir kamen mit Stephanies Rolli nicht aus dem Vorraum, was aber am Ende kein Problem war, denn wir haben Stephanie kurzerhand direkt von dort ins Bett transferieren können. Im Zimmer war sowieso nicht genügend Platz, um mit dem Rollstuhl noch irgendetwas anderes zu machen. Wollten wir auch nicht, denn wir sind OLCA-typisch vormittags rausgegangen und erst abends zum Schlafen wieder zurückgekommen – wozu also viel Platz im Zimmer haben wollen?

Am Samstagmorgen gönnten wir uns ein zünftiges Frühstück im nahe gelegenen Café des Edeka-Komplexes, wo ich danach auch gleich noch ein paar lokale Spezialitäten aus dem Osten, Sachsen und Dresden einkaufen konnte. Es ist schon von Vorteil, wenn man sich in der besuchten Stadt auskennt … wir hatten damals unser Haus nur ca. 2 km von hier entfernt und sind dementsprechend öfters in diesem Edeka zum Einkaufen gewesen.

Apropos auskennen: als Einstieg zum Frühstück nahmen wir quasi zur Vorspeise diese total lokale und äußerst leckere Spezialität:

Neben Käsekuchen steht Stephanie zum Glück auch sehr auf Eierschecke und somit ist Carstens Überraschungsbestellung mehr als gelungen:

Und guckt mal, wie souverän sie auch auswärts ihren Kaffee trinken kann und vor allem wieder komplett ohne Kleidungsschutz is(s)t:

Nach dem Frühstück und meinem kleinen Beutezug, dessen ergatterte Preziosen ich erst noch wieder ins Hotelzimmer bringen musste, fuhren wir zum Highlight unseres Dresden-Wochenendes: dem Treffen mit allen, die uns kennen und in den Biergarten an der Elbe kommen wollten konnten. Einen Aufruf hatten wir zuvor ja via Blog gestartet und ein paar Emails haben wir dann zusätzlich auch noch verschickt. Wir wussten allerdings im Vorfeld überhaupt nicht, wer denn nun wirklich alles kommen würde …

Jedenfalls erreichten wir pünktlich zu dem in der Einladung angegebenen Zeitpunkt den Fährgarten Johannstadt und konnten uns auch wie geplant in die vorher proklamierte Ecke platzieren.

Hmmm, da wir die Anwesenden nicht gefragt haben, ob wir die Fotos mit ihnen für den Blog verwenden dürfen, möchte ich an dieser Stelle lieber auf Fotos verzichten … ist ungewöhnlich für mich, gell?

Und ja, es kamen überraschend viele!!! Wir sind jedem Besucher so unendlich dankbar, haben sie diesen Tag doch für uns zu etwas ganz Besonderem gemacht. Für Carsten und mich kamen ehemalige Nachbarn, Arbeitskollegen & -Chefs, Sportfreunde, Irish-Dance-Hupfdohlen, Häuslekäufer, „Schulfreunde“, Russischkurs-Teilnehmer und Wegbegleiter vorbei, für Stephanie die Familie väterlicherseits sowie jemand vom Volleyball und ein Junge aus der Schulzeit, der vor 11 Jahren ebenfalls einen Hirnschaden erlitten hat (Schlaganfall) und nun wie sie leider im Rollstuhl sitzt.

Unsere insgesamt veranschlagten 10 Stunden (von 12:00 bis 22:00) vergingen wahrlich wie im Flug und manchmal vergaßen wir sogar das Essen. Doch verhungern musste keiner, denn dieser Biergarten ist äußerst gut ausgestattet. Allein Stephanie futterte sich u.a. durch das Angebot an Brezen, Rippchen …

… und Quarkkeulchen mit Apfelmuß …

… während wir uns über den Tag verteilt an Currywurst, Salat und Steaks mit Bratkartoffeln hielten:

Verhungern und verdursten musste jedenfalls keiner und wir hoffen, dass auch jeder Vorbeigekommene sein Freigetränk von uns erhalten hat    zwinker    wie viele Gläser wir am Ende getrunken haben, können weder Carsten noch Stephanie noch ich nachvollziehen. Das Kind wollte am Ende jedenfalls nur noch Wasser haben und ich war NICHT betrunken    standard

Diesmal schafften wir es sogar noch vor Mitternacht ins Bett und bestimmt hat jeder von uns den Tag noch einmal im Kopf Revue passieren lassen bevor er eingeschlafen ist, wetten?

Leider ist am Sonntagmorgen aus dem Frühstück um 10:00 im „Café Milchmädchen“ nichts geworden – wir standen zwar auf der Warteliste, aber keiner unserer Vorbesteller hat abgesagt. Als wir dann erst gegen 11:00 im Auto saßen …

… fiel die (zugegeben dagegen äußerst minderwertigere) Alternative McDonalds-Frühstück darüber hinaus auch noch aus, also entschieden wir uns auf der A4 so dahinzuckelnd für das „Meyer’s Diner“ in Chemnitz. Dort waren wir schon ewig nicht mehr … es heißt jetzt sogar schon seit einem Jahr „50’s Ville Diner“ …

… aber die Speisekarte ist immer noch so genial wie damals und man kann / will sich gar nicht entscheiden:

Doch auch hier war das Frühstück bereits seit 11:00 nicht mehr verfügbar, also mussten wir uns anders behelfen … wir waren schließlich noch auf nüchternem Magen hier. Als Frühstücksersatz gönnten wir uns neben Kaffeespezialitäten …

.. und Moustache-Plätzchen …

… zwei Pancake-Varianten, die glücklicherweise rund um die Uhr verfügbar sind:

Megalecker!!! Links die Version „Yummy Strawberry Cheesecake“ und rechts „Cinnamon Roll“.

Wir teilten die beiden Teller redlich …

… sodass noch genügend Platz für das Mittagessen blieb. Stephanie und ich bestellten uns eine gemischte Platte mit Zwiebelringen, Corn Dogs, Hähnchenflügel, Süßkartoffelpommes, Corn on the Cob und eine Extraportion Mac’n’Cheese, während Carsten für sich ein Steak und Knoblauchbrot orderte:

Vor allem aber freute sich Stephanie über ihren geliebten Mais:

Und sie schlug sich beim Abknabbern ihres Corn on the Cob richtig richtig gut:

Linki zeigte vollen Einsatz und auch hier war die ganze Zeit kein Schlabberlatz Kleidungsschutz notwendig.

R  E  S  P  E  K  T  !  !  !

Die Rückfahrt in den Norden zog sich dann leider etwas in die Länge, da die A39 plötzlich in Wolfsburg aufhört und erst wieder in Lüneburg bis nach Hamburg weiterführt. Aufgrund der ganzen Landstraßen und Ortsdurchfahrten kamen wir unglücklicherweise 30 min später als erlaubt im Pflegezentrum an, aber weder uns noch dem Kind hat man dafür den Kopf abgerissen    zwinker

Stephanie lag um 20:00 in ihrem und wir Erwachsene erst ca. drei Stunden später in unserem Wentorfer Bettchen. Die Fahrt über Hamburg (derzeit ist die kürzeste Verbindung nicht möglich, da die Elbe-Brücke in Geesthacht gesperrt ist und somit ein 30 km-Umweg über Lauenburg oder eben die A7 bis Hamburg bewältigt werden muss) dauerte ein wenig länger und zuhause haben wir noch vollständig ausgepackt, alles für den morgigen Arbeitstag vorbereitet und schon mal das Sportzimmer für unser Morgenprogramm hergerichtet.

Bleibt jetzt nur noch, dass Fazit unseres Reisetests zu ziehen … ich hatte es oben ja schon einmal vorweggenommen: dies wird mit Sicherheit nicht unsere letzte gemeinsame Reise mit Stephanie gewesen sein und vielleicht ist bald eventuell auch mal ein längerer Urlaub drin (dafür muss aber erst noch die Medikamentenversorgung geklärt werden!). Klar, manches war auf diesem Trip auch für uns ungewohnt und umständlicher, als wir es aus den heimischen vier Wänden kennen, aber am Ende war alles total machbar. Stephanie ist sowieso immer wieder eine sehr sehr große Hilfe, wenn es ums Waschen und Anziehen geht, und auch sie hatte anfangs mit den anderen Umständen ihre liebe Not. Der Mensch ist nun mal ein Gewohnheitstier    zwinker

Wir sind stolz auf uns, dass wir das alles geschafft haben!

Wir sind stolz auf das Kind, dass sie so bereitwillig mitmacht und trotzdem ihre helle Freude dran hat!

Und wir sind stolz auf unsere ehemaligen Wegbegleiter, die trotz des kurzfristigen Aufrufs dennoch am Samstag zu uns gefunden haben!

Aber auch die, die nicht kommen konnten, jedoch hier immer fleißig mitlesen, brauchen nicht traurig sein … wir sind ebenfalls stolz auf euch, dass ihr Stephanies Weg zur Genesung so toll und unterstützend mitverfolgt. Für uns und Stephanie bedeutet das echt sehr viel.

Tschakka, wir schaffen das!!!

Eine Antwort zu “Wie geht es Stephanie ? … Fazit der zweiundneunzigsten Woche”

  1. Tim Isenberg sagt:

    Guten Morgen,

    Das ärgert mich sehr:))
    Ich würde mein Einverständnis nachträglich noch erteilen.
    Hoffentlich kann man es noch veröffentlichen:))

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