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Kommentar:   

 
Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2016 26.
Sep

Na, dann will ich mal anfangen, eine erste kleine Zusammenfassung unseres 4-wöchigen Sommerurlaubes zu geben. Mittlerweile sind wir ja schon wieder seit über zwei Wochen im Apartamento OLCA angekommen, haben es aber immer noch nicht geschafft, etwas hier im Blog darüber zu schreiben … die To-Do-Liste, der Arbeitsalltag und etliche Termine mit Freunden, Bekannten und leider auch Ärzten haben uns immer wieder davon abgehalten. Nicht zu vergessen 9463 Fotos und 159 Videos, die ebenfalls durchgesehen, aussortiert und genossen werden wollen. Nach der ersten Sortierung konnten wir uns immerhin schon auf 9097 Fotos und nur noch 100 Videos einigen, doch eigentlich soll noch sehr viel mehr reduziert werden. Die erste Fotoshow mit Freunden beinhaltete immer noch 630 Bilder und 16 Filme – die insgesamt ca. 2 Stunden mit Erklärungen und Anekdoten waren hoffentlich nicht zu langweilig für alle Beteiligten.

Bei der heutigen Zusammenfassung versuche ich natürlich (insbesondere fototechnisch) sehr viel kürzer zu treten, aber die anfängliche als „kleine“ bezeichnete Übersicht kann ich bestimmt nicht einhalten … am Ende wissen wir mehr.

Olga hat für das Urlaubsjahr 2016 als Thema „Strand & Wasser“ gewünscht und wie schon bei der Hochzeitsreise im Februar auf Gran Canaria konnten wir mit der indonesischen Insel Bali (2,5 Wochen) sowie den Emiraten Dubai (4,5 Tage) und Abu Dhabi (3,5 Tage) jene Vorgabe auch beim Sommerurlaub einhalten. Die Eindrücke dieser Strand- und Kulturreise werden mit Sicherheit noch einige Monate in unseren Köpfen herumwuseln: kilometerlange Sandstrände, eine uns völlig unbekannte Flora & Fauna, noch nie probierte Köstlichkeiten, ein direkter Kontakt mit dem Hinduismus und dem Islam, fantastische und uns völlig neuartige Welten unter Wasser, acht Tage lang auf einem Katamaran die Ruhe und Gelassenheit abseits vom Festland, völlig neue Transportmittel und das Gefühl, wenigstens in einem der beiden Länder mal Millionär zu sein !

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Fangen wir mit den Unterkünften an: wir hatten mit dem Bali Mandira Beach Resort in Legian zweimal eine traumhafte und grüne Hotelanlage mit tollem Personal, einem leckeren Frühstücksbuffet, mehreren Pools und nur ca. fünf Meter bis zum Strand bzw. Indischen Ozean.

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Unterbrochen wurde dieser Landaufenthalt durch eine Woche Herumschippern mit einem Katamaran (wir, ein anderes deutsches Pärchen und vier Crewmitglieder), dessen Interieur aufgrund der engen Möglichkeiten eher einem Ferienlager gleichkam, dafür mit einem Exterieur a la MasterCard aufartete: UNBEZAHLBAR ! Das an Board immer frisch zubereitete Essen – wenn auch in der Schärfe europäisiert – war megalecker, die angefahrenen Schnorchelspots von Lombok und den nahe Bali gelegenen Inseln traumhaft, die Ankerplätze samt Sonnenauf- und -untergang sowie einem Sternenhimmel inklusive breiter Milchstraße unvergesslich und die Crew trotz großer Sprachbarrieren mehr als hilfsbereit. Da werden enge Kojen und Kabinen ohne Schränke, eine Dusche mit nur erfrischendem Kaltwasser aus einem 400-Liter-Tank und eine Toilette mit „gewissen“ Extras zur reinen Nebensache.

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Bei der Rückkehr ins Bali Mandira Beach Resort wurden wir natürlich sofort vom Personal wiedererkannt und überschwänglich von allen unseren balinesischen Bekanntschaften begrüßt. Außerdem bekamen wir für die restlichen fünf Tage ein lohnendes Zimmerupgrade mit größerem und schönerem Badezimmerbereich.

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Unsere anfängliche Enttäuschung beim Zimmerbezug in Dubai gegen 6 Uhr morgens (doch kein City-View ?) löste sich in Wohlgefallen auf, als wir erfuhren, dass wir in dem uns jetzt zugewiesenen Zimmer erst einmal zur Ruhe kommen, duschen und schlafen könnten. Gegen Nachmittag würden dann unsere Koffer wie gebucht in ein Zimmer mit Stadtblick im 30. Stock des Nassima Royal Dubai gebracht werden …

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… und an dem Blick konnten wir uns dann weder am Morgen aus dem Bett noch am Abend aus der Badewanne heraus satt sehen !

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Eigentlich war dies unser einziges Refugium ohne direkte Meeranbindung, denn das letzte Hotel, das InterContinental in Abu Dhabi, verfügte ebenfalls über einen kleinen Privatstrand und einer nicht gerade kleine Poollandschaft. Natürlich gab es auch hier eine tolle Aussicht …

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Wechseln wir nun einmal von der Umgebung zu den Menschen, die einen solchen Aufenthalt natürlich auch immer sehr mit beeinflussen. Davor müssen wir aber wohl mal unsere eigenen Gedanken (!) bezüglich drei bislang näher kennengelernter Weltreligionen wiedergeben, denn die haben unserer Meinung nach ebenfalls sehr großen Einfluß auf das gesellschaftliche Miteinander. Bitte nicht übel nehmen, sollten wir mit der ein oder anderen Einschätzung nicht die allgemeine Meinung des Lesers treffen.

Durch die Heimat kennen wir natürlich das Christentum und durch Bekanntschaften und Freunde machen wir immer mehr die Erfahrung, daß nur noch die Wenigsten so richtig glauben bzw. gemäß der christlichen Vorgaben leben. Damit meinen wir in erster Linie natürlich das Beten und den Gang zur Kirche … ist eher selten geworden, oder nicht ? Demnach können wir irgendwie auch den allgemein vorherrschenden, gesellschaftlichen Umgang in Deutschland im Vergleich zu den jetzt gemachten Urlaubserfahrungen „tolerieren“: Unfreundlichkeit, Vorteilsverschaffung und Griesgrämigkeit sind doch mittlerweile irgendwie an der Tagesordnung und lassen sich mit der religiösen Loslösung vereinbaren. Uns sind ungläubige Christen mit egoistischen Zügen irgendwie lieber, als nach außen hin streng Gläubige, die aber dennoch nicht das Bild der eigenen Religion zeigen. Wir würden letzteres wohl eher als große Scheinheiligkeit bezeichnen.

Und sowas – sorry für diese Offenheit – haben wir im muslimischen Teil des Urlaubs vollends zu spüren bekommen. In den Emiraten, wo ca. 20% Einheimische täglich fünfmal dem islamischen Gebet nachgehen und auch so überall die religiösen Befindlichkeiten berücksichtigen, können wir nicht nachvollziehen, warum die restlichen 80% Gastarbeiter dieses Landes nahezu wie moderne Sklaven gehalten werden. Arbeitzeiten von bis zu 24/7-Diensten und nur 200 Dollar Entlohnung im Monat (die Kaufkraft dürfte in etwa der in Deutschland entsprechen), eine sehr offene Unfreundlichkeit gegenüber dieser „Diener“ und einer spürbar gesellschaftliche Meidung von Andersgläubigen, lassen sich unserer Meinung nach nicht im Entferntesten mit einer aus Toleranz und Nächstenliebe bestehenden Religion wie dem Islam vereinbaren. Lediglich solche Emirati, die für ihre Religion und ihr Land gesellschaftliche Werbung bzw. Aufklärung betreiben wollen, haben uns gegenüber einen vorhandenen Einklang mit dem Glauben und der damit verbundenen Lebensweise gezeigt. Hierbei wird uns insbesondere das Sheikh Mohammed Centre for Cultural Understanding (SMCCU) der Jumeirah-Moschee immer in bester Erinnerung bleiben, wo Muslime uns nicht nur durch die einzige, von Nicht-Muslimen zugängliche Moschee in Dubai führten, sondern auch bestmöglich den Glauben von A-Z, die Gebetsabfolgen, die Besonderheiten und die gesellschaftlichen Ausführungen zu erklären versuchten. Erkenntnis des Tages: die Theorie des islamischen Glaubens ist äußerst positiv, aber die gesellschaftliche Umsetzung, wie z.B. Glaubenskriege (aktuelles Beispiel ISIS), Frauendiskriminierung, Vollverschleierung und das von uns kennengelernte Ausbeuten der (auswärtigen) Arbeiterschaft, lässt oftmals zu wünschen übrig – doch auch damit hat sich die christliche Kirche bekanntlich nicht immer rühmen können !
Wer uns gegenüber immer sehr höflich, freundlich und zuvorkommend war, sind die vielen Servicekräfte und Arbeiter, die wir kennenlernen durften. Egal, ob aus Indien, Pakistan und von den Philippinen (diese drei machen wohl ca. 50 % aller Gastarbeiter aus) oder aus der Ukraine, Nepal und all den vielen anderen Ländern, die vertraglich gebundene Arbeiter in die V.A.E. schleppen, wir haben uns immer gut mit ihnen verstanden und konnten uns toll mit ihnen unterhalten. Im Nachhinein betrachtet haben sogar nur diese uns gegenüber den gastfreundlichen Charme von Dubai und Abu Dhabi entgegengebracht …

Aber warum erkläre ich das hier überhaupt alles ? Weil wir während unserer Reise ja auch den Hinduismus, mit der speziell auf Bali praktizierten Form des Hindu-Dharma-Glaubens kennengelernt haben … und diese Art der Religion und des gesellschaftlichen Umgangs hat uns sehr stark beeindruckt. Wir sind beide bekanntlich keine Gläubigen und denken auch eher selten an ein Geschöpf, was über allem steht und alles lenkt, aber auf uns wirkt die Lebensweise der Balinesen äußerst stimmig im Zusammenhang zwischen Glaubenstraditionen und dem gesellschaftlichen Umgang.

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Auf Bali wird viel und für alles gebetet, jedes Haus und jeder Ort verfügt über einen Tempelbereich, götterbesänftigende Opfergaben werden an allen nur erdenklichen Orten mit kurzen und langen Zeremonien verteilt, nahezu alle Tiere bekommen einen religiösen Status und man ist auch eigentlich für alles dankbar oder versucht das Schlechte mit Hilfe der Götter und durch Gebete abzuwenden.

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Und genau diese (zugegeben etwas übertriebene) Frömmigkeit spiegelt sich aber auch im Umgang mit den Mitmenschen und im Alltag wieder. Egal wo wir waren, ob in der Hotelanlage, in dem städtischen Moloch von Denpasar mit allen seinen direkt angrenzenden Städten oder weit draußen, abseits der Touristenpfade auf dem Land, uns wurden nur Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und positive Energien entgegengebracht. Einer von uns fast zwei Wochen später angebrachten Reklamation in einem kleinen Touristenverkaufsladen wurde ohne Bon und Diskussion begegnet, falsch herausgegebenes Wechselgeld wurde auch nach zwei Minuten Unterhaltung über unsere Herkunft und der Meinung zur Insel vom Kassierer selbst hinterfragt und die überall entgegengebrachte Freundlichkeit hatte nie den bitteren Charme von Unterwürfigkeit oder Touristenbonus. Genau dieses Zusammenspiel von Glauben und gesellschaftlichem Umgang ist das, was wir eigentlich weltweit suchen und uns natürlich auch sehr in Deutschland wünschen würden. Ausgerechnet wir Deutsche hätten keinen Grund, chronisch schlecht gelaunt oder unglücklich zu sein.

Ich hoffe, wir konnten unsere Erfahrungen relativ verständlich beschreiben und haben keine Gefühle unserer Leser verletzt … wie gesagt, es ist nur die Wiedergabe unserer eigenen Erfahrungen und Meinung, ohne durch Pauschalisierung jemand anderem auf den Schlips treten zu wollen. Natürlich tauschen wir auch mit jedem gerne seine persönlichen Gedanken zu diesem Thema aus und sind offen für andere Meinungen.

Schwenken wir nun aber lieber einmal zu den übrigen Lebewesen dieser Reise um – manches kannten wir, manches war aber auch völlig neu für uns: eine überschaubare Anzahl an streunenden Hunden auf Bali, die aufgrund der religiösen Auslegung weder gehasst noch ignoriert werden, eine völlig neue und zum Greifen nahe Welt unterhalb der Wasseroberfläche mit farbenfrohen Seesternen und Fischen …

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… atemberaubende Korallenformationen, drei in der Brandung schwebende und zum Greifen nahe Mantarochen mit ca. 2,5 bis 3 Meter Spannweite …

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… in Dude-Manier (siehe „Findet Nemo“) dahin gleitende Schildkröten, vom Boot aus gesichtete Kleinwale, Delphine und fliegende Fische, Teiche voller riesiger Koi-Karpfen …

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… Affen an allen Ecken und Enden, die durch Kopi Luwak bzw. Katzenkaffee bekannt gewordenen Schleich-/Zibetkatzen, den kleinsten Hirsch der Welt namens Pudu(-Pudu) …

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… kleine und große Fledermäuse, handtellergroße Schmetterlinge und Käfer …

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… durch die Wüste spazierende Kamele und Dromedare und die überall herumkriechenden Eidechsen. Nur Schlangen und große Spinnen blieben uns zum Glück erspart ! Ach so: natürlich waren wir für all diese Begegnungen nicht in einem Zoo      zwinker

Auf unseren zahlreichen Ausflügen mit und ohne Führer …

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… z.B. durch den ruhrgebietsähnlichen Stadtzusammenschluß von Denpasar, Kuta (Australiens Mallorca) und Legian, an verschiedenen Stränden und Orten auf Balis Südhalbinsel sowie in der Mitte und im Osten, durch die von Baustellen geprägten Städte Dubai und Abu Dhabi, eine Wüstensafari im SUV samt erfahrenem Dünenlenker und natürlich die Inselchen und Traumstrände der Balisee und der Straße von Lombok, dienten uns nicht immer nur unsere Füße, sondern auch zum Teil bislang unbekannte oder zumindest wenig genutzte Transportmittel, wie z.B. ein Dingi bzw. Schlauchboot und Roller, welche auf Bali Scooter genannt werden und zum Teil fast 60% aller Verkehrsmittel auf den vollgestopften Straßen in und um Denpasar ausmachen …

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… Kamele und Kajaks …

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… sowie supergünstige Taxis auf Bali und in den V.A.E. (15 min ca. 3,50 Euro – damit startet unseres Wissens nach ein Taxi in Deutschland seine Fahrt !).

Natürlich fiel dabei auch so manche kuriose Fortbewegung auf:

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Bleibt zum Abschluß noch das Essen zu erwähnen. Wir haben in den zweieinhalb Wochen auf Bali bis zu einem Gürtelloch abgenommen, was aber bestimmt nicht an der Menge, sondern viel mehr an der Art und Weise des Essens gelegen hat, denn der gesamte Verlust wurde durch die eineinhalb Wochen in den Emiraten schnell wieder aufgeholt, als wir uns in erster Linie durch urbane Foodcourts der Malls und Einkaufspassagen verköstigen mussten und nicht mehr auf liebevoll zubereitete Hausmannskost aus einheimischen Warungs zurückgreifen konnten – der damit verbundene „Verlust“ der einheimischen, arabischen Küche ist so schade !

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Aber natürlich gab es auch auf Bali die eine oder andere Kalorienbombe … doch in der Regel wussten wir nicht, was wir da nun gerade verspeisten. Hauptsache es war lecker und wir hielten uns an den Rat unseres, an vier Tagesausflügen beteiligten Inselfahrers: „Je röter desto schärfer !“

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Seufz, wir sind nun am Ende der Kurzzusammenfassung (!) angekommen und alleine das Aussuchen und Ansehen der Fotos rief in uns beiden wieder Urlaubsreife und Fernweh hervor. Asien und die Inseln Ozeaniens haben uns schon etwas in ihren Bann gezogen und wir denken bereits über Ziele, wie die Philippinen, Thailand, Sri Lanka und Malaysia nach. Aber insbesondere an Indonesien hat Olga Blut geleckt, denn die Sprache scheint wohl sehr einfach gestrickt und somit leicht zu erlernen zu sein … in diesem Sinne „Terima Kasih“ fürs Begleiten und Durchlesen – eure standesgemäße Antwort müsste jetzt „sama-sama“ lauten     zwinker

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P.S.: und ja, auch wenn das für uns wahrlich nicht der Höhepunkt unserer Reise war, darf dieses Superlativ aus Dubai natürlich nicht fehlen: der Burj Khalifa in voller Größe

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2016 01.
Jul

Ein heutiges Fundstück aus der Rubrik „WOW !“ hat mich zu dieser kleinen OLCA-Episode animiert … was mal als Handstreich angefangen hat, wurde schon vor ein paar Monaten weiterentwickelt und ist nach dem heutigen Stand sogar noch ausbaufähig !

Bis Ende Februar 2016 haben Olga und ich jeden Freitagnachmittag den Wochen(end)-Einkaufszettel aus dem Gedächtnis und mit prüfendem Blick in den Kühlschrank per Hand auf einem Notizblockklotzzettel (ach, ein so herrlich deutsch zusammengesetztes Wort) ausgefüllt – wie z.B. diesen hier:

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Danach kam uns die Idee, wenigstens die immer wiederkehrenden Dinge als gegeben bzw. optional auf DinA6-Größe (4fach-Ausdruck auf DinA4 und dann zurechtgeschnitten) vorgedruckt zu haben, um nicht doch mal etwas Wichtiges zu vergessen – das ist z.B. der von heute, nachdem schon die ersten Waren eingesammelt wurden:

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Jeder, der bislang diesen Vordruck bei uns an der Pinnwand gesehen hat, verdrehte ein wenig die Augen und dachte sicherlich mit einem Lächeln an die allseits bekannte Listengeilheit und Organisationswut der OLCAs. Aber heute haben wir im Kaufland tatsächlich noch DIE Steigerung gefunden:

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So eine Herausforderung kann man natürlich nur annehmen und deswegen bastel ich auch gerade an einer DinA3-Version mit Gang- und Lageplan des Kauflands inklusive aller Notausgänge und Ruheinseln    ;o)    wäre doch gelacht !

In diesem Sinne wünschen die OLCAs allen Lesern ein ruhiges und einfallsreiches Wochenende !



2016 19.
Jun

Eine Frage, die sich bestimmt schon einige ihrer treuen Leser gestellt haben werden. Noch bis Anfang dieses Jahres versorgte sie regelmäßig ihren Blog mit Wochenendeinträgen und die Bilderausbeute ihres monatlichen Fotoprojektes ließ am Anfang des Folgemonats eigentlich auch nicht lange auf sich warten. Nun zeigt der letzte Blogeintrag sogar schon das Datum 28.5. und das Mai-Projekt „DDR-Relikte & Sozialismus im Alltag“ ist ebenfalls ohne Auswertung … aber ich kann euch beruhigen, es geht ihr gut. Der Tag hat eben nur 24 Stunden und das Schlafbedürfnis samt seiner Inaktivität möchte davon unverschämterweise sogar noch den Großteil in Anspruch nehmen. So bleibt für Arbeit, Freizeit, Hobby, Mann, Lesen etc. leider immer nur ein sehr kleines Zeitfenster übrig, was wiederum sorgsam organisiert sein möchte.

Keine Bange, die regelmäßige Blog- und Fotoversorgung wird bald von ihr wieder in gewohnter Art und Weise aufgenommen werden. Da sie gerade jetzt auf einer Geburtstagsfeier ihrer besten Freundin ist und ich als einziger Deutscher dort wahrscheinlich eh nicht viel am Gesprächsverlauf teilnehmen könnte, habe ich mich für das Hüten des Apartamento OLCA entschieden und versprach ihr, mit diesem Gastbeitrag ihre letzten drei Wochen quasi in Vertretung zusammenzufassen. Ja, es sind tatsächlich schon wieder drei Wochen ins Land gezogen …

In denen haben wir zum Beispiel das kulturelle Angebot in Dresden mal wieder so richtig ausgenutzt:

  • An den Wochenenden nahmen wir an insgesamt vier Igeltouren teil –> 2 Teile „Niedersedlitzer Orts- und Industriegeschichte(n)“, „Wachwitz – Wo wohnt man schöner?“ und Teil 3 von „Blasewitz begreifen“ … eine im Vorfeld ausgesuchte Tour musste zwischenzeitlich aus Zeitgründen sogar ausgelassen werden.

igeltouren

  • An zwei Montagen zog es uns nach der Arbeit in die Innenstadt und ins Kino –> „X-Men – Apocalypse“ (der 6. Teil aller X-Men-Filme, der 3. Teil der „neuen“ Generation … OLCA-Empfehlung: das Thema ist für Nicht-Marvel-Fans wohl so langsam ausgelutscht!) und „Money Monster“ mit George Clooney & Julia Roberts (DER ist allerdings wirklich sehr zu empfehlen und hat von Anfang bis Ende eine echt spannende Story!).
  • Beim Besuch der Comödie konnte ich endlich ein weiteres meiner Weihnachtsgeschenke einlösen, denn das Programm „Frau Jahnke hat eingeladen, ma gucken wer kommt“ wurde am 29. Mai aufgeführt –> Gerburg Jahnke, den meisten wahrscheinlich eher aus dem Frauenkabarettduo Missfits bekannt, stand mit Frieda Braun, Sarah Bosetti, Katie Freudenschuss (die Frau ist ein Knaller!) und Barbara Kuster auf der Bühne und wer noch am gleichen Abend bzw. am nächsten Morgen keinen Muskelkater vom vielen Lachen hatte, dem ist einfach gar nicht mehr zu helfen – wir waren total begeistert!

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  • Vor drei Tagen ist Olga ohne mich, aber dafür mit „ihrer“ Anna im Theaterhaus Rudi gewesen und hat sich das Stück „Die Heirat“ angesehen. Diese Komödie von Gogol war komplett in russischer Sprache, sodass ich lieber auf dem heimischen Sofa versuchte, der deutschen Nationalmannschaft gegen Polen die Daumen zu drücken – naja, ist ja nur fast gelungen, denn beide trennten sich bekanntlich mit einem torlosen Unentschieden.

Jep, die EM 2016 ist zwischenzeitlich ebenfalls gestartet und so manchen Abend haben wir am Fernseher oder Dank stabilem Livestream auch öfters am PC die Vorrundenspiele um 18 und 21 Uhr mitverfolgen können. Letztere hatten für Olga im Zusammenspiel mit weichen Kissen und warmer Decke auf dem Sofa immer öfters ab der zweiten Halbzeit die gleiche Wirkung wie Schäfchenzählen … leider hat niemand dieses Jahr ein Public-Viewing am Königsufer hinbekommen, wie noch zu den letzten WMs und EMs. Da konnten auch langweilige Spiele bei schöner Kulisse, guter Essensversorgung und netter Unterhaltungen eine richtig tolle Abendveranstaltung sein.

Natürlich fehlt in dieser Aufzählung noch Olgas Fotohobby, wo schnell mal ein paar Stunden für das Knipsen draufgehen können, aber auch die Nachbearbeitung ist zeitlich nicht ganz zu unterschätzen. Neben einem Rundgang für das Mai-Projekt „DDR-Relikte & Sozialismus im Alltag“ durfte sie am 29.5. bei herrlichster Sonntagmorgenstimmung die gesamte Familie Thiele am Elbufer ablichten …

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… und am 4.6. ihre Hupfdohlen vom IDC sowie andere Bekanntschaften aus jenem Musikerkreis beim 2. Freital Irish Folk Festival im Schloß Burgk über Stunden fototechnisch begleiten.

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Alleine durch diese drei Fotosessions kamen insgesamt fast 4 GB Daten bzw. 1325 Bilder zusammen, die zumindest alle mal gesichtet werden wollen.

Noch etwas vergessen? Ja, nämlich die zahlreichen Treffen der letzten drei Wochen mit Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten.

Nach einer Igeltour in deren Gegend, machten wir noch einen kleinen Zwischenstop bei den Thieles, um die geknipsten Fotos nicht nur zu übergeben, sondern auch gleich noch gemeinsam anzuschauen und ein wenig auszuwerten. Auch wenn das Fotografenauge hier und da grobe Unzulänglichkeiten in Schärfe und Ausleuchtung entdecken konnte, waren Katrin und Axel von den vielen Fotos unheimlich begeistert – Mission erfüllt! Nebenbei konnten wir an dem Abend von deren Dachterrasse aus noch das erste richtige Unwetter dieser Schlechtwetterperiode über Dresden miterleben, denn Regenmassen und Hagelkörner mit bis zu 1 cm Durchmesser waren bis dahin noch nicht bei uns angekommen, wohingegen aus manchen Gebieten Deutschlands schon von Überschwemmungen und Verwüstungen berichtet worden ist.

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Von dem Tag an bis gestern hatte die gesamtdeutsche Regenfront nun aber auch die Landeshauptstadt von Sachsen immer wieder mit Platz- oder Dauerregen heimgesucht, sodass z.B. ein Fahren mit dem Rad von bzw. zur Arbeitsstelle immer wieder zum Glücksspiel wurde. Infolgedessen sind unsere Regenponchos nun auch mal eingeweiht worden und konnten ihr Können unter Beweis stellen.

Am Samstag, den 11.6., musste Olga gleich mehrere Treffen mit ehemaligen Arbeitskollegen aus Kartenhauszeiten unterbringen. Gegen 9 Uhr trafen wir uns mit zwei ehemaligen ihrer Zulieferer zu einem Frühstücksbuffet im „L’Art de Vie“, wo bis 14 Uhr nach Herzenslust geschlemmt und gequatscht werden durfte. Und schon am Nachmittag ging Olga dann alleine mit einer weiteren, damaligen Kundin Richtung Schillerplatz und tauschte sich mit dieser bis in die späten Abendstunden aus, während ich versprach, weiter an der heimischen To-Do-Liste zu schrauben.

Schon gleich am darauffolgenden Tag stand der nächste Besuch auf der Matte des Apartamento OLCA, denn mit Andrea und Karl war nach unserer Igeltour durch Blasewitz ein nachmittägliches Geburtstagskuchenessen aufgrund des 23. Geburtstages der Großen einberaumt worden.

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In dem Zuge konnten die Kinder auch gleich noch die Fotos von ihrem Urlaubstrip nach Graz, Wien, Salzburg, Innsbruck und München zeigen und so manche Geschichte über getroffene Freunde und erlebte Abenteuer erzählen.

Ein Treffen habe ich noch! Letzten Montag verabredete sich Olga mit einer russischsprachigen Arbeitskollegin im Biergarten „El Horst“, wo sie zum Glück vor dem einen oder anderen Schauer unter die Überdachung schlüpften und sich bei Bierchen und Weinchen u.a. über die (sozialistische) Vergangenheit, die schönen und weniger erfreulichen Erlebnisse bei der Einbürgerung sowie die aktuellen Dinge des Alltags und im Uniklinikum austauschen konnten.

Endlich fast am Ende der Aufzählung angekommen, bleibt mir nun noch, den gestrigen Tag zu erwähnen, der uns beide derzeit im wahrsten Sinne des Wortes so richtig in den Knochen bzw. den Muskeln steckt. Über die Fitnessbude unseres Arbeitgebers haben wir uns für jenen Morgen zu einem zweistündigen Wakeboard-Schnupperkurs in der Kiesgrube Leuben angemeldet.

Zunächst konnten wir beide unser Glück beim Wakeboarden versuchen, was uns allerdings nach einer Stunde leider immer noch nicht besser gelingen sollte, als dass wir von der Seilmaschine so ungefähr 10 m über das Wasser geschleift wurden, während sich das Wakeboard schon bereits kurz nach dem Start in der Nähe des Steges verselbstständigte.

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Wie fast alle der ein Dutzend Neuanfänger fehlten uns am Ende die Koordination aller wichtigen Voraussetzungen und die entsprechende Technik für einen halbwegs guten Start hinaus auf den See. Also wechselten wir spaßeshalber mal auf Wasserski, doch auch hier gaben wir 45 Minuten lang kein sonderlich gutes Bild ab, nur, dass wir uns einen Tick besser auf den beiden Brettern hielten und nun somit ganze 30 m auf den See hinausgeschleppt wurden, bevor wir endlich aus der Balance geworfen die Zugleine losließen.

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Dennoch hat es uns sehr viel Spaß gemacht und bei nächster Gelegenheit würden wir es gerne noch einmal ausprobieren wollen – diesmal aber gleich auf Skiern statt mit dem Wakeboard. Jedenfalls begannen schon gestern Nachmittag das große Wundenlecken …

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… und der Modus des ganz vorsichtigen Bewegens, um nach Möglichkeit den aufkommenden Muskelkater entgegenzuwirken. Heute ist es an den Oberarmen und dem Oberkörper dann wirklich so schlimm, dass wir derzeit ungewohnt breitarmig, quasi wie Sumoringer, durch die Wohnung stapfen und auch schon über das Auslassen des morgigen SYNRG-Trainings in der Fitnessbutze nachdenken, da dessen Übungen derzeit etwas armlastig ausgelegt sind. Einzig die Ruhestellung auf dem Sofa oder im Bett scheinen wünschenswerte Positionen zu sein – wie mag es Olga da wohl gerade auf der Geburtstagsfeier ergehen? Tanzen wir auf keinen Fall für sie drin sein …

So, wer es tatsächlich bis zum Ende meines Eintrages geschafft hat, wird nun verstehen, warum Olga schlichtweg die Zeit fehlt, um selbst über das OLCA-Geschehen zu berichten und aus ihrem Fotofundus eine interessante Zusammenstellung für die Leser vorzubereiten. Aber ich kann euch versichern, dass auch viele andere Dinge ihrer liebsten Tätigkeiten derzeit total auf der Strecke bleiben – unsere To-Do-Liste scheint immer größer statt kleiner zu werden, so sehr wir uns auch bemühen.

Bitte drückt uns die Daumen, dass dieser Zustand nicht mehr lange anhält. Ein Blick auf den Kalender verrät Olga und mir, dass der Rest des Monats Juni und der gesamte Juli bislang noch recht unverplant zu sein scheint … mal sehen wie lange das auch so bleiben wird.



2015 03.
Sep

Einst war ein Mädchen aus den ukrainischen Karpaten (ca. 200 km südlich von Lemberg / Lviv) und sie wurde mit dem Studium „EU-Recht“ auf die westliche Welt (Italien, Frankreich, Deutschland, Schweiz, Spanien, …) losgelassen. Natürlich schnappt sie sich Jahre später in Frankreich (!) einen Jungen aus Uruguay – nichts liegt näher ! Und genau so verrückt / crazy / loca verlief nun auch ihre Hochzeitsnachfeier in Kolomyja in der Ukraine, zu der Olga und ich neben Franzosen, Uruguayer, Ukrainer, Schweizer, Ecuadorianer, Dänen, Italiener und Deutsche ebenfalls eingeladen waren … denn „normal“ gibt es für dieses Mädchen namens Khrystyna einfach nicht    lachen 

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Da Olga gerade terminbedingt nicht zum Schreiben eines Blogeintrages kommt, möchte ich mal mit meinen Eindrücken den Anfang machen.

Für mich war dieser 10-tägige Trip in das Heimatland meiner Frau die bislang östlichste Bekanntschaft des eurasischen Kontinents und ohne die exzellenten Sprachkenntnisse von Olga wäre ich trotz meinem Englisch aufgeschmissen gewesen. Zudem gibt es so viele Dinge, die man als EU-Bürger und Europäer einfach verlernt hat, wie z.B. einen kontrollierten Grenzübertritt. Nach Polen alles wie immer: keine Zollstation, keine Paßkontrolle, keine Sonderhandlungen. Für die Ukraine sollten sich die angelesenen Vorbereitungen auszahlen: Paß vorhanden, Fahrzeugschein ist auf mich ausgeschrieben, die Grüne Versicherungskarte weißt UA als versichertes Land mit aus, das große „D“ auf weißem Grund prangt auf dem Heck des SMARTIE und ich hatte sogar einen Kontoauszug meiner Kreditkarte dabei, welche beweist, daß wir unseren Aufenthalt finanziell eigenständig bewältigen können. Kein Scherz, all das sind Vorgaben und Hinweise vom ADAC und dem Auswärtigen Amt, welche bei der Einreise in die Ukraine zu beachten sind … es lebe die EU und das Schengener Abkommen ! Ach ja: und wir haben etwas mehr als 60 min an der Grenze von Polen zur Ukraine zugebracht – echt crazy, gell ?    zunge-rechts 

Die aufmerksamen Leser werden an einer Stelle bestimmt etwas gestutzt haben, aber es ist wahr: wir sind die 1200 km nach Kolomyja mit dem SMART gefahren.

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Die A4 bzw. E40 führt direkt von Dresden durch ganz Polen bis zum ukrainischen Lemberg / Lviv und ist zu 90 Prozent in einem voll ausgebauten Autobahnzustand – der EM2012 sei Dank. Die restlichen 10% ähneln eher einer Bundesstraße und führen über unzählige Dörfer. Bis hierhin alles kein Problem für unseren kleinen Schwarzen. Die letzten 200 km zwischen Lemberg und Kolomyja sollten allerdings eine Herausforderung für Mensch und Maschine werden, denn hier überraschten teils bis zu 30 cm tiefe Schlaglöcher für ruckartigen Lenkmanövern oder endeten in einem dumpfen Schlag der Stoßdämpfer. Schließlich war eine Geschwindigkeit von 90 km/h freigegeben und die Straße wurde auch so von den übrigen Verkehrsteilnehmern befahren. Dabei sah die H09 noch richtig gut aus. Erst auf dem Rückweg von Kolomyja nach Lemberg zeigte sich auf der westlich verlaufenden Alternativstrecke H10 das wahre Ausmaß einer durch Wind, Wetter und Temperaturschwankungen zwischen -40 und +40 Grad stark belasteten Asphaltdecke, denn hier bewahrheitete sich die im Vorfeld beschriebene Schlaglochaneinanderreihung, bei dem sogar der ADAC vor „Fahren im Dunkeln“ abrät. Der Ukrainer sagt: „Es gibt keine Straßen, es gibt nur Richtungen !“ und „Hier fährt der nüchterne Fahrer Schlangenlinien und der Besoffene fällt durch Geradeausfahren auf.“ … das können wir nur bestätigen. Wir sind teils mit nur 20 km/h über mehrere kilometerlange Lochstrecken bzw. Buckelpisten gefahren, wo selbst ein Hindurchschlängeln von rechts nach links nicht mehr möglich war. An manchen Stellen hatte man sogar schon Schotterhaufen für die bevorstehende Flickaktion abgelegt – AUF dem Mittelstreifen !!!

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Im Dunklen hätten wir bei entsprechender Geschwindigkeit wie Evel Knievel abheben oder auf zwei Rädern fahren können. Aber der SMART hat es trotzdem geschafft ! Zwar weilt er gerade für eine Pflegekur beim Autoschrauber unseres Vertrauens, doch die sichtbaren Schäden, wie z.B. der Abriß einer Plastikhalterung und ein defektes Bremslicht halten sich in Grenzen. Morgen Abend wissen wir nach der Rechnungsbegleichung mehr – am Telefon fiel u.a. das Wort Kühlflüssigkeit.

Aber zurück zur Ukraine. Für mich ein Land der wirklich krassen, sichtbaren Gegensätze. Das Aussehen – hier mehr am Beispiel der Karpartengegend als an der Großstadt Lemberg – ist zum Teil ärmlich (Häuser, Autos, Straßen, Busse, Massen streunender Hunde, Müll überall, Kühe werden „spazierengeführt“, Pferdekarren auf der Straße, …), doch andererseits wieder innerhalb des Ärmlichen voller Anzeichen einer florierender Wohlstandsgesellschaft, wie z.B. viele neu gebauter und somit leuchtender Kirchen, moderne Autos und SUVs neueren Baujahres, zwischen zerfallenen Soziallismushäuschen einzelne renovierte Häuser und auf der Straße total aufgerüschte Frauen, als wären sie gerade direkt einer Prêt-à-Porter-Show aus Paris entsprungen. Sie staksen mit ihren High Heels durch den Staub der Straße und über die huckeligen Gehwege – es paßt für mich einfach nicht zusammen.

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Und trotzdem sind die Leute augenscheinlich damit zufrieden, gegenüber Fremden und Gästen überaus freundlich und jammern nicht so auffällig wie manch verwöhnter Deutscher. Das hat mich wiederum sehr beeindruckt !

Und die Hochzeit ? Absolut verrückt ! Ein Sprachen-Wirrwarr aus Englisch, Deutsch, Ukrainisch, Spanisch und Französisch, wobei mein Frauchen natürlich den schlimmsten Knoten in der Zunge bekam, da sie in alle Richtungen übersetzen mußte bzw. in vielen Sprachen Erklärungen abgegeben hat. So stand sie natürlich auch einmal vor mir und töffelte mich in Ukrainisch zu oder versuchte einer verdutzt dreinschauenden Ukrainerin auf Deutsch zu erklären, wie dies und jenes funktioniert. Aber Hut ab, sie war einfach spitze ! Durch sie konnte ich mich sogar fast 30 min mit Khrystynas Mutter unterhalten, obwohl wir beide keine gemeinsame Sprache haben. Fast alle Hochzeitsgäste unseres Hotels (die Ukrainer haben natürlich zuhause gewohnt und die Gastgeber waren bei der Familie untergebracht) suchten immer wieder Olga, wenn es um das Lesen und Verstehen kyrillischer Worte oder um Erklärungen und Namen ging. Selbst die Nachbestellung von Toilettenpapier ging über ihre Zunge, statt sich selbst mittels Händen und Füßen mit den Hotelbediensteten zu verständigen. In dem Sinne war Olga immer im Mittelpunkt. Wie auch beim Singen der Lieder während der Party, denn sie kannte schließlich die deutschen, die französischen und die ukrainischen Texte – mehr oder weniger auswendig. Den Rest besorgte der ausgeschenkte Wodka …

OK, so langsam sollte ich mal zum Fazit kommen … der Text ist eh schon länger als anfangs gedacht – zu viel könnte ich über die eineinhalb Woche in der Ukraine und Polen erzählen. Es war eine tolle Zeit und wir möchten uns auf jeden Fall bei allen Hochzeitgästen, bei den Familien und den CouchSurfern bedanken, die wir in den 10 Tagen getroffen haben. Wir hatten definitiv eine tolle Zeit ! Für Olga waren es eher Erinnerungen an die Jugendzeit und der Vergleich zwischen dem russisch geprägten Osten der Ukraine und dem EU-orientierten Westen. Für mich das Kennenlernen eines bislang nur aus der Theorie bekannten Landes und das Aufzeigen von Annehmlichkeiten in Deutschland und der EU, die nicht immer als selbstverständlich hingenommen werden sollten. Noch ein Beispiel ? Wasser aus dem Hahn. Für mich eine Reflexhandlung beim Einnehmen von Tabletten, für Olga in der Ukraine ein No-Go.

Und das Essen dort war MEGALECKER !!! Aber Schluß, ich komme sonst wieder ins Schwärmen und fülle weitere Zeilen …

essen



2015 02.
Mai

Wer kennt diesen Spruch nicht von älteren Leuten: „Früher war alles besser !“

Naja, ob das wirklich für alles gilt, möchte ich an dieser Stelle nicht bestätigen, aber bezüglich Fanta gebe ich dem Ganzen völlig Recht ! Ich habe immer gerne erzählt, wie gut mir damals noch eine Fanta geschmeckt hat, bevor man Ende der 80er der Meinung war, sie noch fruchtiger und süßer zu machen … nun habe ich sogar endlich mal die Chance bekommen, dies auch manchen Leutchen zu beweisen. Dank Coca-Cola gibt es derzeit nämlich die Sonderaktion „Fanta Klassik – Inspiriert vom Original (Rezeptur mit 30% Molkenerzeugnis)“. Ja, DAS ist wirklich der Geschmack meiner Kindheit und Jugend. Als Olga und ich vor ein paar Tagen die Klassik-Flaschen im Kaufland gesehen haben, nahmen wir mal eine mit, um auszutesten, ob es wirklich die alte Rezeptur ist. Heute dann der Einkauf einers Viererpacks und einer kleinen, aktuellen Fantaflasche, um mal eine direkte Gegenüberstellung zu haben.

fanta

Olga und ich sind uns einig: die alte Version schmeckt viel besser, ist etwas herber und eigentlich auch ungesüßt viel fruchtiger !

Also Coca-Cola: bitte auch diese Version wieder fest in euer Portfolio mit aufnehmen … zusätzlich zu Erdbeere, Lemon, Mandarine und Mango ist das doch bestimmt kein Problem, oder ? Nur die Flaschengröße könnte dann auch etwas größer als die derzeit nur erhältlichen 0,25 ml sein.

Also liebe Leser: wer mal wieder den Geschmack der alten Zeit auf der Zunge spüren will, kann hier getrost zugreifen und hoffentlich wie ich in Erinnerungen schwelgen.

Kleine Anekdote am Rande: in der 7. Klasse auf dem Gymnasium hatte ich mal eine Lehrerin namens Fanta    ;o)



2014 22.
Nov

Ich möchte hiermit noch zwei Nachreichen für den gestrigen Umzugsüberblick geben:

1.) Seit nun mehr als 40 Jahren verweile ich auf der Welt und bin immer ein Bastler mit MacGyver-Fähigkeiten und Heimwerker mit Passion gewesen … ich bin nun schon über 10 mal in Eigenregie umgezogen und habe die Einrichtung selbst vorgenommen … ich helfe Freunden und Bekannten nicht nur mit PC-Problemchen, sondern auch mit Bohren, Hämmern und Sägen … und ich habe bestimmt schon eine vierstellige, wenn nicht sogar fünfstellige Anzahl an Löcher in diverse Wände gebohrt, aber bis zu diesem Umzug habe ich dabei nicht ein einziges Mal eine elektrische Leitung, ein Wasserrohr oder ähnliche Versorgungsinfrastruktur getroffen. Doch diese alte DDR-Wohnung aus den 50ern hier schafft mich !!! Zu den mittlerweile zwei Leitungstreffern in der letzen Woche hat mich heute Stromleitungsfund Nummer 3 überraschen können – so’ne Sch***** !!!!!!!!!!!! Wenigstens ist „nur“ die Sicherung rausgeflogen und es funktioniert doch weiterhin alles wie gewohnt, aber es ist echt zum Mäuse melken … da ist man jahrzehntelang mit reiner Weste am Bohrhammer tätig und hier werden anscheinend gleich alle statistischen Fehltritte im Großpack nachgeholt    ueberrascht 
Zum Glück sind wir schon relativ weit fortgeschritten, sodaß die Trefferwahrscheinlichkeit rapide abnimmt … aber ich habe da leider noch ein paar Nägel einzuschlagen    fragend     mal sehen, was noch alles passiert.

2.) Die meisten Leser des Updates waren wohl von den Eßtisch-Variationen angetan und es kam auch die Frage auf, wie denn nun die finale Version aussieht … seit gestern haben wir den noch fehlenden Teppich organisiert und nun kann die Eßecke in vollem Glanz präsentiert werden (es fehlt wohl nur noch ein bischen Wandschmuck):

IMG_0115

Auch heute waren wir wieder fleißig und haben die Nachbarn mit *RRRRRRRRRRRRRRRRRRR*, *hämmer* und *klong* bei Laune gehalten, sodaß wir endlich unser Wohnzimmer zu 95% einrichten konnten – es fehlen nur noch ein paar kosmetische Kleinarbeiten. Wir haben dort nun Musik, TV, DVD und Olga ihre Bücherecke samt Lesemöglichkeit … es wird zunehmend gemütlicher in der Tittmannstraße 38, Wohnung 02-01 ! Morgen sind „Leisetreterarbeiten“ angesagt, denn den Sonntag wollen wir ausnahmsweise mal nicht auf Stromleitungssuche gehen    lachen



2014 22.
Nov

Eine solche Schreibabstinenz kennt man von Olga eigentlich nur dann, wenn sie im Urlaub ist … doch auch für die letzten Wochen hat sie eine gute Ausrede –> wir sind umgezogen !

01_visitenkarte

Wir haben die Casa OLCA mit 140 qm (einst zu viert !) verlassen und wohnen nun zu zweit im 60 qm großen Apartamento OLCA, bis unsere Ausreisepläne mit neuem Domizil spruchreif werden. Und eben für diesen Umzug innerhalb Dresdens haben Olga und ich viel Zeit, Schweiß und Arbeit investiert, denn wir mußten eine leere Wohnung mit Einbauküche renovieren, ein Haus leerräumen, alles Benötigte in die Wohnung stopfen und vor allem den kleinen Platz mit leeren Möbeln und vollen Kartons teilen – es ging manchmal wie beim Tetris zu !

ABER: wir hatten einen Plan !

02_der_plan

Und der hat uns vor so manche knifflige Situation beim Möbelschubsen gerettet   ;o)

Irgendwann sind wir dann mit einem Notbestand an Lebensnotwendigkeiten eingezogen, denn das Bad war einsatzbereit (nur das Duschen kam erst später), die Küche konnte einen kulinarisch versorgen (wenn auch mit einem äußerst improvisierten Eßtisch) …

03_esstisch_v1

… und eine Schlafstätte war auch schnell gefunden.

04_bett

Vor dem großen Möbelumzug am 15. mit einem 7,5-Tonner, haben wir fast all unsere Kleinigkeiten und Umzugskartons ein Wochenende vorher in die Wohnung gebracht und erst einmal in einem renovierten Zimmer verstaut.

05_zimmer_voll

Je nach Bedarf hat sich bei diesen Hin- und Herräumaktionen auch gelegentlich unser Eßtisch gewandelt – hier bereits Version 2.0:

06_esstisch_v2

Am letzten Samstag war es dann endlich soweit und mit der tollen Hilfe von Freunden konnten wir einen leeren LKW mit 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht …

07_lkw_1

… bis zum Anschlag füllen …

08_lkw_2

… und hatten somit 90% des Interieurs von Briesnitz nach Striesen gekarrt. Eine zweite Tour beinhaltete am Ende nur noch wenige Möbelteile, die großzügig auf der gesamten Ladefläche verteilt werden konnten. Wir ackerten von 9 Uhr bis abends um 18 Uhr und Olga bekam danach auch prompt ihren Lieblingsplatz aufgebaut – die Hängematte !

09_haengematte

Ein paar Tage mußten wir dann noch mit dem Chaos leben, doch die Lebensumstände wurden zusehens besser … bis hin zu Eßtisch Version 3.0

10_esstisch_v3

Aber: die Möbel stehen nun an Ort und Stelle, die bisher möglichen Regale hängen an der Wand, die noch fehlenden wurden heute eingekauft und werden morgen angedübelt und es gibt keinen einzigen Umzugskarton mehr bei uns in der Wohnung … das Zeug aus diesen steht aber z.T. immernoch kreuz und quer in den Schränken oder zum Teil auch noch auf der Erde. Dafür wird wohl oder übel das noch folgende Wochenende draufgehen. Morgen wird wieder einmal Bohrterror gemacht, gehämmert und gesägt sowie hoffentlich endlich mal die TV-Technik angeschlossen (wir kamen bislang auch sehr gut ohne Glotze aus).

Dafür konnten wir in den letzten zwei Wochen eben viele Premieren feiern:
–   die erste Nacht im Apartamento OLCA (8.11.)
–   die erste Nacht in einem richtigen Bett (9.11.)
–   die erste Dusche mit neu aufbautem Duschvorhang (11.11.)
–   die ersten Bits & Bytes über den neuen Internetzugang (13.11.) … erstmals seit 2000 kein DSL von der Telekom !
–   das erste Frühstück an einem richtigen Eßtisch in der Küche (17.11.)
–   Zusage für einen Stellplatz in ca. 2 km Entfernung … damit das OLCA-Mobil unbeschadet über den Winter kommt
–   seit Jahrzenten und gefühlten 10000 Löchern in meinem Leben habe ich zum ersten Mal beim Bohren eine Stromleitung getroffen … und das an jenem Tag sogar gleich zweimal ! (18.11.)
–   Olgas erste Tippereien am eingerichteten PC-Arbeitsplatz (19.11.)
–   meine erste Fahrt mit dem Fahrrad zur Arbeit … 5 min, zu Fuß brauche ich ab sofort nur noch 15 min (20.11.)
–   und last-but-not-least unser erster gemeinsamer Umzug bzw. Einrichtung einer OLCA-Behausung    ;o)

Nun warten eigentlich nur noch Kleinigkeiten, Dekoarbeiten und letzte Handgriffe auf uns, die aber aufgrund der Menge leider etwas nervig sein können. Wir hoffen, daß wir bis zur ersten Übernachtung der Kinder (am 26.11. hat Olga Geburtstag und am darauf folgenden Wochenende wollen wir alle gemeinsam feiern – Stephanie kommt extra aus Potsdam) eine relativ vorzeigbare Wohneinheit haben – drückt uns die Daumen !

Wir möchten uns natürlich auch auf diesem Wege bei all unseren lieben Freunden und Umzugshelferlein bedanken, die beim Streichen, beim Transportieren, bei der Bereitstellung von Werkzeugen und der nahrungstechnischen Versorgung ihr Bestes gegeben haben – mit euch ging alles viel leichter von der Hand ! HABT UNENDLICHEN DANK DAFÜR !!!!     herz



2013 13.
Okt

Hier noch die ausstehende Meinung der OLCAs, wie weit man eigentlich dem deutschen Volk Mitschuld an den Verbrechen des 2. Weltkrieges geben könnte bzw. warum am Ende niemand etwas davon gewußt haben möchte.

Natürlich sind Olga und ich schockiert über das, was wir im Rahmen von Führungen und Ausstellungen bei unseren diesjährigen KZ-Besuchen in Buchenwald, Auschwitz und Theresienstadt gesehen und gelernt haben, aber kann man gleich das „ganze deutsche Volk“ dafür verantwortlich machen ? Vor allem noch jetzt, mehr als 60 Jahre danach ? Und wie konnte es eigentlich so weit kommen ? Wir haben uns spätestens im Anschluß an jeder Besichtigung viel darüber unterhalten … nach Auschwitz sogar mit Polen.

Ein paar Dinge müssen aber bereits im Vorfeld mit in Betracht gezogen werden:

1.) Wir sprechen jetzt über ein äußerst komplexes, geschichtliches Ereignis, welches mittlerweile über Jahrzehnte bis in jedes Detail untersucht und analysiert worden ist, d.h. wir haben heute ein zusammengetragenes Wissen und globale Kenntnisse, die während des Krieges nur sehr wenigen bekannt gewesen sein dürfte. Zudem sprechen wir über eine Entwicklung, die sich mindestens von 1933 bis 1945, also über mehr als 12 Jahre hingezogen hat.

2.) Wir betrachten die Möglichkeiten der Informationseinholung zum Teil immer etwas geprägt aus heutiger Sicht … zur damaligen Zeit wußte man zum Teil nicht einmal was in der Nachbarstadt passiert ist – geschweige denn in Berlin oder gar im Ausland. Zudem wurden spätestens ab Mitte der 30er alle Medien zu Propagandazwecke mißbraucht und gaben somit nur eine sehr einseitige Sicht der Dinge wider. „Whistleblower“ hätten nicht mal den Hauch einer Chance gehabt, Tatsacheninformationen an das deutsche Volk durchzugeben, denn ein Internet gab es noch nicht, Fernsehen für alle galt ebenfalls noch als Zukunftsmusik, Radio wurde frühzeitig kontrolliert und auch Zeitungen standen recht schnell unter staatlicher Kontrolle. Offizielle Bekanntmachungen wurden damals noch mit Plakaten an stark frequentierten Orten, z.B. am Marktplatz, publiziert – heute fast gänzlich ausgestorben. Und der Vorwurf, daß man Hitlers Absichten in seinem Buch „Mein Kampf“ hätte nachlesen können, kann mit der Tatsache entkräftet werden, daß Bücher nicht in dem Maße wie wir es heute kennen verfügbar waren, geschweige denn beworben wurden.

3.) Die Deutschen der 20er-Jahre waren aufgrund der Weltwirtschaftskrise verzweifelt und sahen in Hitler einen Mann, der sie vor dem Verhungern rettete und ihnen Arbeit, Ausbildung, Wohlstand, Erholung (Stichwort KdF) und ein bis dato fast unbekanntes Gemeinschaftsgefühl (Vereine und Organisationen) nicht nur in Aussicht stellte, sondern auch wirklich geben konnte. Zudem dürfte der soziale Druck, daß man den 1. Weltkrieg nicht nur angezettelt, sondern auch noch verloren hat, ebenfalls dazu beigetragen haben, daß man jetzt wieder auf Erreichtes stolz sein wollte.

4.) Dies alles und die Tatsache, daß die Machtergreifung bzw. Herrschaft Hitlers größtenteils nur durch Unterdrückung, Einschüchterung, Lügen, Putsche, Verschleierungen und Falschmeldungen möglich wurden, sollte man immer berücksichten, wenn man geneigt ist, die Fragen nach dem Wieso und Warum zu stellen: Warum hat niemand etwas gegen die Greultaten an Juden unternommen ? Warum hat sich niemand gegen die Kriegshandlungen gewehrt ? Wieso konnte man es zulassen, daß Millionen Menschen vergast worden sind ? Wieso hat man die Nazis überhaupt so weit gewähren lassen ? u.s.w.

Nun also ein Versuch, unsere Sicht der Dinge darzulegen. Wir glauben, daß die Euphorie der 30er-Jahre beim Volk ein kleines bißchen Betriebsblingheit aufkommen ließ, denn eine nicht ganz unerhebliche Anzahl von Zivilisten dürften sehr wohl über die schlimmen Zustände in den (Konzentrations-)Lagern Bescheid gewußt haben, denn es gab schließlich auch externe Angestellte in den Einrichtungen, es wurden von externen Firmen große Anlagen entwickelt bzw. in den Einrichtungen aufgebaut (z.B. Verbrennungsöfen mit damals sehr unüblicher Leistung) und umliegende Wirtschaftsbetriebe liehen sich in nicht gerade geringem Ausmaß Arbeiter für die eigene Produktion aus. Spätestens letzterer Gruppe hätte der miserable Zustand der Leiharbeiter auffallen müssen. Aber wie schon erwähnt, selbst wenn ein paar Bescheid gewußt haben, wie hätten sie ihr Wissen an das deutsche Volk weitergeben können ? Die Sowjets Amerikaner haben hier z.B. in Buchenwald einen in unseren Augen richtigen Schritt getan und führten die Einwohner Weimars nach der Befreiung quasi als Pflichtbesuch durch das Arbeitslager.

Zusammenfassend würden wir die damalige Situation des deutschen Volkes so beschreiben:

– der steile Aufschwung des Landes läßt das Volk euphorisiert und somit auch etwas betriebsblind werden

– der Unterdrückungs- und Überwachungsapparat der Nazis läßt das Volk vorsichtig und nicht hinterfragend werden

– die Propagandamaschinerie der Nazis läßt das Volk an die eigene Sache glauben („wir sind Gewinner“) und blendet mit einer einseitig negativen Berichterstattung („Der böse Jude“, „Kampf den Kritikern“)

– die Organisation in Vereinen und Gruppen, wie z.B. Hitlerjugend (HJ), Bund deutscher Mädchen (BDM), Kraft durch Freude (KdF) und natürlich der Wehrmacht vermittelt ein unschlagbares Gemeinschaftsgefühl, gibt gleichzeitig aber auch die unterschwellige Möglichkeit einer Gleichschaltung und frühen Beeinflussung bzw. Einimpfung von Ideologien

 
Fazit: Warum sollten also die Nachfolgegenerationen, zu deren auch wir uns zählen, weiterhin zur Verantwortung gezogen werden … eine Schuldigkeit besteht unserer Meinung nach nur in der Pflicht, soetwas nie wieder geschehen zu lassen. Und um das zu erreichen, helfen u.a. Besuche von Gedenkstätten bestimmt mehr, als nur blanke Theorie und das zeigen mit dem Finger auf DIE Deutschen. Was wir gesehen haben, hat uns wirklich erschrocken, bestürzt und betroffen gemacht – soetwas darf sich nie noch einmal wiederholen.

Wie seht ihr das ? Eure Kommentare sind jederzeit willkommen und werden keiner Zensur unterliegen.
Herzlichen Dank für euer Interesse an unserer Meinung,
       Olga & Carsten



2013 14.
Jun

kino

Aus aktuellem Anlaß möchte ich mal wieder das Wort ergreifen und eine Alltagssituation mit Euch besprechen: Geht ihr eigentlich noch ins Kino ? Und wenn nein, warum nicht ?

Olga und ich sind eigentlich Cineasten und gehen regelmäßig in die Filme, die uns interessieren oder gucken sehr gerne DVDs in der heimischen Kinozentrale … Beweis gefällig ? In diesem Jahr haben wir erst in der letzten Woche unseren ersten Film im Fernsehen von Anfang bis Ende angeguckt („8 Blickwinkel“ mit Dennis Quaid und Forest Whitaker), obwohl wir in 2013 bis heute schon 62 Filme konsumiert haben – Olga führt Buch bzw. Datei     zwinker

Aber zurück zum Thema und Aufreger. Der nächste, für uns interessante Streifen ist am Donnerstag angelaufen und so wollte ich gerade mal nachsehen, wann er denn so am Samstag im Kino unseres Vertrauens gezeigt wird. Der Film ist kein 3D, er geht auch nur 90 Minuten und in der Regel haben wir nix gegen Parkett –> 8,20 Euro pro Karte !
Komisch, auf der Webseite heißt es aber, daß die Einzelkarte am Samstag nur 7,70 Euro kosten soll … woher kommen die 50 Cent Zuschlag, die bei genauerem Hinsehen sogar mit aufgeführt werden ? Auf der Preisübersicht heißt es bei den Zuschlägen:

  • Filmzuschlag: 0,50 Euro, 1,00 Euro, 1,50 Euro, 2,00 Euro (filmabhängig)
  • Servicezuschlag: 0,60 Euro pro Ticket (bei einer Onlinereservierung mit garantierter Abbuchung !!!)
  • Logenzuschlag: 1,00 Euro
  • VIP-Loge: 2,50 Euro
  • 3D-Zuschlag: 3,00 Euro
  • 3D-Brille: 1,00 Euro pro Stück

Damit ist aber immer noch offen, warum unser 90-Minuten-2D-Film einen Zuschlag von 0,50 Euro hat …

Eine kurze Suche mit Google (denn bei den OLCAs gilt Google ist dein Freund) hat die Lösung geliefert –> es handelt sich um den sogenannten „Blockbuster-Zuschlag“ – den was ?!?!?!
Auf dieser Webseite heißt es: „[…] Man gab uns zu verstehen, dass es sich hierbei um einen Zuschlag handelt, den die Filmstudios den Filmen aufdrücken, die zweifelsohne ein Blockbuster werden. Ihr wollt das sehen? Dann zahlt noch mal oben drauf! Die 50 Cent würden angeblich direkt an die Filmstudios gehen und das wäre auch „in jedem Kino“ so, verkündete der dünne, junge Mann hinter dem Tresen.“

Bei dieser Sachlage schließe ich mich den Worten des Verfassers des obigen Beitrages an, denn auch wir halten das für moderne Wegelagerei an der Kinokasse ! Und da wundert sich die Filmindustrie über schwindende Kinobesucherzahlen ? Olga und ich meiden schon seit Längerem 3D-Filme, weil wir den Zuschlag von 3 Euro nicht berappen wollen (manche Filme kommen ja nur noch in 3D in die Kinos, dann aber als 2D auf DVD) und wir werden wohl auch nie freiwillig in den VIP-gestalteten iSense-Saal gehen –> Samstagabend, 3D-Film, iSense-Saal, Loge und Überlängenzuschlag macht *ka-ching!* für 2 Personen schlappe 32,40 Euro … Popcorn und Getränk kommt da sogar noch mal extra. WOW !!!

Und welches Fazit ziehen Olga und ich nun daraus ? Entweder wir gehen in der Woche mit unserer „Dresden-for-Friends-Karte“ in ein anderes Kino und zahlen für beide 2D-Karten nur 11 Euro oder wir warten eben, bis der Film auf DVD kommt und bestellen ihn dann via „Lovefilm“ für 2,50 Euro direkt ins Haus – schade ums Kino, denn dafür wurden ja bekanntlich einmal Filme gemacht !



2012 26.
Nov

Wer möchte kann hier in Olgas Blog ab sofort einen Kommentar zu ihrem 42. Ehrentag abgeben … laut Douglas Adams ist 42 ja bekanntlich die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest (man kenne das Buch oder gucke hier in die Wikipedia). Im Namen von Olga bedanke ich mich schon mal bei allen Gratulanten im Voraus.

 

Dann will ich auch gleich mal anfangen:

Hallo Schatz ! Ich wünsche Dir zu Deinem Purzeltag alles, alles Gute, viel Gesundheit, viel Erfolg, noch sehr viel Zeit mit mir, den Kindern, Deiner Familie und Freunden sowie ein goldenes Händchen bei allem was du anfängst. Ich habe Dich ganz doll lieb und freue mich auf heute Abend. Carsten