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Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2019 04.
Jun

Nach der Wikipedia-Definition ist „Quality Time“ die Zeit,  in der man seiner Familie und seinen Freunden besondere Aufmerksamkeit widmet. So gesehen hatte ich in der vergangenen Woche jede Menge Quality Time erleben d├╝rfen. Andrea kam am Montag f├╝r ein paar Tage in das Apartamento OLCA und da wir schon eine Weile nicht mehr ausgiebig miteinander quatschen konnten, holten wir das zum einen beim Sushi-Essen im „Tokyo-Kaiten-Sushi“ in der Innenstadt direkt am Montag und zum anderen im Rahmen eines Familientages am Donnerstag nach. Jener Donnerstag war n├Ąmlich Christi Himmelfahrt, ein deutschlandweit freier Tag. Insbesondere auch als Herren- oder M├Ąnnertag bekannt, wird er im Osten der Bundesrepublik allerdings gern von M├Ąnnern jeder Altersklasse dazu genutzt, in Gr├╝ppchen durch die Gegend zu ziehen und Bierprodukte sowie diverse kleine Schn├Ąpse zu vernichten. Da Carsten kein Alkohol trinkt und an einem solchen Zeitvertreib eh kein gro├čes Interesse hat, wurde es bei uns eben kurzerhand ein OLCA-Familientag … leider ohne Stephanie, die sich mit Freunden zu einem verl├Ąngerten Paintball-Wochenende inklusive Turnier verabredet hat. Nach einem gem├╝tlichen Fr├╝hst├╝ck in den eigenen vier W├Ąnden ging es f├╝r uns drei dann in den Gro├čen Garten zum Minigolfspielen. Das Wetter war ja an dem Tag spitzenm├Ą├čig!

Es spielten allerdings nicht nur Kinder und Frauen auf den 18 Bahnen    zwinker

Die Herren hinter Andreas R├╝cken waren mit 8 Spielern zwar zahlreicher als jede andere Minigolfgruppe, aber dennoch sehr umg├Ąnglich – sie fielen gar nicht mehr aus der Masse auf, wenn man denn mal endlich an ihnen vorbeigezogen ist (unsere Wege kreuzten sich auf dem Bahnen 6 bis 8).

In Bezug auf Minigolf kann ich nur eines sagen:  ich bin stets bem├╝ht …

… aber meine Familie wei├č dennoch meine spielerischen F├Ąhigkeiten realistisch einzusch├Ątzen    zwinker

Ich muss gestehen, dass ich gar keine Chance habe, hierbei einen Widerspruch einzulegen. Ich habe wie immer gedacht, dass der Gewinner die meisten Punkte haben muss … und die hatte ich mir auch diesmal wieder mit 87 Z├Ąhlern (von immerhin maximal 126 m├Âglichen: 6 Schl├Ąge + 1 Strafpunkt bei 18 L├Âcher) hundertprozentig gesichert    zwinker

Ich hoffe, dass ich wenigstens als Gewinnerin der Herzen gelten kann, denn meine Schl├Ąge haben am Ende nicht nur meine eigene Begleitung zum Grinsen gebracht, sondern auch zur Belustigung nebenan spielender Minigolfer beigetragen    standard     ja, auch die Herrengruppe wurde auf mich aufmerksam.

Nach der sportlichen Bet├Ątigung ging es dann weiter per Pedes zum Mittagessen in die Innenstadt.

Wir haben uns dort f├╝r das „Ontario“ entschieden, denn Steaks gehen in unserer Familie immer!

Der anschlie├čende Verdauungsspaziergang f├╝hrte uns ├╝ber die Br├╝hlsche Terrasse und am Altmarkt vorbei schlie├člich wieder zur├╝ck in den Gro├čen Garten. Am Ende unseres Ausflugs landeten wir in dem am Rande des Parks in diesem Jahr neu er├Âffneten Biergarten „Paul Rackwitz Neue Welt“ – wir hatten zwar keinen gro├čen Hunger mehr, aber es war einfach ein zu sch├Âner Tag, um so schnell wieder nach Hause in die eigenen vier W├Ąnde zu kommen.

Die Getr├Ąnke- und Speisekarte lie├č sich sehr gut lesen. Man merkte allerdings, dass heuer die erste Saison ist und das auch gerade mal am unmittelbaren (Sommer-)Anfang, denn das Bewirtungsteam muss sich noch sehr viel besser einspielen – aber f├╝r uns war es nicht wirklich schlimm, denn wir hatten es ja nicht eilig. Ich sch├Ątze trotzdem, dass wir diesen Biergarten noch einige Male besuchen werden. Sicherlich lassen sich die Fortschritte bei der Bestellung und dem Abholen dann auch schnell erkennen …

Ein anderes Highlight der Woche war f├╝r mich der Ausflug nach Polen am Samstag. Die Stadt Liegnitz, auf polnisch hei├čt sie Legnica, hat eine lange und recht ereignisreiche Geschichte vorzuweisen. Mir ist der Name beim Lesen einer alten Chroniken aufgefallen – ja, gelegentlich lese ich auch solche B├╝cher    zwinker
Im Jahr 1241 fand bei Liegnitz eine gro├če Schlacht zwischen dem mongolischen Heer und einer deutsch-polnischen Streitmacht statt. Die Armee der Goldenen Horde (damals auch Tataren genannt) war st├Ąrker und konnte diese Schlacht am Ende siegreich f├╝r sich entscheiden. Dennoch hat Batu Khan danach nicht noch weitere Teile Westeuropas angegriffen und erobert, sondern kehrte ab dieser Stelle einfach wieder um – warum dies geschah, wei├č bis heute keiner genau. Als m├Âgliche Antworten liest man, dass sie einen neuen Anf├╝hrer w├Ąhlen wollten oder auch, dass sie vom Mut der deutschen und polnischen Krieger derart beeindruckt waren, dass sie ihre ├╝brig gebliebenen K├Ąmpfer schonen wollten.

Soviel aber zum Grund meines Interesses an diesen Ort. Es hat sich dazu noch ergeben, dass sowohl Anna als auch Julia an diesem Tag nichts weiter geplant hatten und somit recht spontan mitkommen wollten. Man f├Ąhrt zudem von Dresden nur ca. zwei Stunden dorthin – also ein perfekter Tagesausflug.

Die Stadtarchitektur ist eine Mischung aus Historischem und Sozialistisch-Modernem:

Diese Mischung gilt aber leider auch f├╝r den Markt bzw. den alten Stadtkern:

Auf der rechten Seite des Bildes sieht man ├╝brigens das Haus „Unter dem Wachtelkorb“ , das Geb├Ąude stammt aus dem 16. Jahrhundert und man erkennt es leicht an dem runden Erker mit zwei Etagen sowie an der mit Sgraffiti reich verzierten Wand.

Ebenfalls sch├Âne und sehr beeindruckende Sgraffiti gibt es an der Fassade des ehemaligen Scholz-Hauses:

Diese Art von Wandschmuck ziert auch eines der sogenannten Heringsbuden am Markt, aber leider kann man es auf dem Bild nur schwach erkennen (das f├╝nfte Haus), aber ich verlasse mich da einfach auf eure Vorstellungskraft    zwinker

Wir besuchten au├čerdem noch das Piastenschloss:

Heutzutage beherbergt es nur noch B├╝ros und Verwaltungsr├Ąume, deshalb hat man jetzt dort kaum noch Glanz und Gloria zum Anfassen.

Sehr ├╝berrascht hat es mich, im ansonsten sehr katholischen Polen eine evangelische Kirche, die Liebfrauenkirche zu sehen, die dazu noch einen farblich etwas au├čergew├Âhnlichen Innenausbau vorweisen kann:

Es war wirklich alles sehr interessant, aber eigentlich war es noch nicht das, weshalb ich urspr├╝nglich in diese Gegend wollte. Daf├╝r mussten wir noch ca. 10 km gen Osten fahren, um in das Dorf Legnickie Pole zu gelangen. Dort besuchten wir in der gotischen Dorfkirche das Museum der Schlacht von Wahlstatt:

Die Ausstellung ist klein aber fein und dazu noch gleich in mehreren Sprachen – auch in Deutsch.

Man kann zwar auch noch auf den Turm hochgehen, aber von dort l├Ąsst sich die Umgebung leider nur von Innen durch ein paar kleinere Fenster ansehen. Allerdings sind beim Aufstieg an den W├Ąnden jede Menge Fotos zu entdecken, welche die Geschichte der l├Ąngste vergangenen Tag noch etwas lebendiger machen – Freunde von „Ritterspielen“ und dem Nachstellen von Schlachten in Originalkost├╝men sei Dank:

Gegen├╝ber der kleinen Museumskirche befindet sich die Kirche zum Heiligen Kreuz und St. Hedwig von Schlesien,  welche einst ein Benediktiner-Kloster war:

Wir haben das gro├če Gl├╝ck gehabt, dass wir zwischen zwei hintereinander stattfindenden Hochzeiten kurz hineingehen konnten – es w├Ąre auch zu schade gewesen, wenn wir diese ├╝ppigen Fresken von Cosmas Damian Asam nicht gesehen h├Ątten!

Wir fanden seine Art der Malerei bereits vor Jahren, w├Ąhrend unseres Besuchs in der Asamkirche in M├╝nchen, wundersch├Ân.

Nach so vielen Eindr├╝cken und Herumlaufen hatten wir Hunger und kehrten in der von der Mitarbeiterin des Museums empfohlenen Gastst├Ątte im Hotel Dworek ein. Ich war etwas ├╝berrascht, dass in der Speisekarte Reibekuchen bei den Fleischgerichten standen – allerdings mit dem Zusatz „ungarischer Art“ … meine Neugier hat am Ende wie immer gesiegt und nach der Bestellung hatte die L├Âsung vor mir stehen:

Der sogenannte Ungarische Reibekuchen f├Ąllt ganz sch├Ân gro├č aus und ist sehr gro├čz├╝gig mit Paprika-Gulasch gef├╝llt. Lecker war es auf jeden Fall! Carsten nahm das Schnitzel mit Spiegelei und unsere Begleitungen haben sich f├╝r das in Polen sehr bekannte Gerichte Pierogi entschieden:

Am bezauberndsten fanden wir alle allerdings die „Freikarten“ f├╝r den ansonsten kostenpflichtigen Besuch der Toilette – diese Zettel mit Stempeldrucken waren wirklich f├Ąlschungssicher    zwinker

Es gab pro Kunde der Gastst├Ątte je ein Zettel und alle anderen WC-Suchenden mussten bei der Toilettenfrau f├╝r ihre Bed├╝rfnisse bar bezahlen.

Mit einem Schmunzeln und vollen B├Ąuchen rollten wir dann vergn├╝gt wieder nach Hause. Da der Sommer es jetzt wohl endlich auch nach Dresden schafft, sch├Ątze ich, dass nun noch jede Menge Quality Time mit unseren Freunden Einzug in unseren Alltag halten wird. So soll es doch auch sein, oder?



2019 19.
Mai

Der Monat Mai hat sich bislang zwar recht k├╝hl und vergleichsweise bew├Âlkt gezeigt, aber das tat unserem Freizeitspa├č dennoch keinen Abbruch. Nat├╝rlich legt man als Arbeitnehmer sehr gerne einige Erlebnisse lieber auf ein ganzes Wochenende, als nur auf ein kleines Vergn├╝gen am vergleichsweise kurzen Feierabend … das gilt f├╝r uns in erster Linie bei Treffen mit Leuten und den damit ggf. verkn├╝pften Kurztrips. Als uns Jesus, welchen wir letztes Jahr ├╝ber Couchsurfing in Miami kennenlernten, im Dezember in Dresden besuchte, haben wir gleich das erste Mai-Wochenende f├╝r ein Gegentreffen seiner neuen Wahlheimat eingeplant. Er wohnt jetzt seit etwa einem Jahr in Frankfurt am Main, da er ein Arbeitsvisum f├╝r Deutschland bekam und dort seinem Beruf im Bankenumfeld am besten nachkommen konnte. Da sowohl Carsten als auch ich von Frankfurt bislang au├čer der Messe und dem Flughafen kaum etwas anderes gesehen haben, waren wir nat├╝rlich sehr gespannt, was die Stadt sonst noch so zu bieten hat. Was soll ich sagen – wir sind sehr positiv ├╝berrascht worden!

Eines der sch├Ânsten Erlebnisse war eine Stadtf├╝hrung, die von Frankfurt Free Walking Tour angeboten wurde. Unser Tourguide hie├č Jenna … 

… und sie hat uns trotz des immer wieder aufs Neue einsetzenden Regens durch einige interessante Ecken der Stadt gef├╝hrt, auf die wir sonst sicherlich nicht aufmerksam geworden w├Ąren.

Wir waren eine durch und durch sehr bunt gemischte, aber sehr lockere Gruppe und Carsten witzigerweise der einzige Deutsche von uns allen:

Wir konnten uns unterwegs immer wieder mit den anderen Teilnehmern aus USA, Gro├čbritannien, Schweiz, Bosnien, Singapur, Schweiz, Indien, Wei├čru├čland, Ru├čland und Brasilien ├╝ber alles M├Âgliche austauschen und hatten trotz der Sprachenvielfalt sehr, sehr viel Spa├č miteinander. Am Ende haben wir uns sogar mit dem jungen Inder Nishant (2. v. r.) angefreundet und fast den gesamten restlichen Tag zusammen verbracht:

Den alten Kern der Innenstadt, genauer gesagt den R├Âmerplatz mit seinen besonders kunstvollen Fachwerkh├Ąusern und einem majest├Ątischen Rathaus, fanden wir auf Anhieb sehr sympatisch:

Der Platz hat allerdings auch eine, geschichtlich betrachtet, traurige Stelle:

Bei den dort auf den Buchseiten aufgef├╝hrten Schriftstellern sind ├╝brigens auch zwei aus Dresden mit dabei: Ludwig Renn und Erich K├Ąstner.

Eine weitere, f├╝r Deutschland historisch sehr bedeutende St├Ątte, welche uns Jenna zeigte, war die Paulskirche. Dort tagten im Jahre 1848 sowohl das Deutsche Vorparlament als auch die Deutsche Nationalversammlung, bei der die Fragen bez├╝glich einer Deutschen Verfassung, dem Aufbau des Staates und auch die Ausdehnung des k├╝nftigen deutschen Reiches vereinbart wurde.

Bei unserer z.T. alternativen Stadtf├╝hrung steuerten wir auch ein paar historisch nicht so bedeutenden Anlaufpunkte an, die aber genau so zu Frankfurt dazugeh├Âren, wie die Gr├╝ne So├če … dazu sp├Ąter mehr. Wie lernten dabei eben auch etwas ├╝ber die Drogenszene und die mitunter sehr erfolgreichen Gegenma├čnahmen (Stichwort: Dr├╝ckerstuben) und das nicht gerade kleine Rotlichtviertel der Stadt:

Bezeichnenderweise liegt dieses ganz nah am Bankenviertel und wie man so erfahren hat, wird hier wohl ausgerechnet zur Mittagszeit der gr├Â├čte Umsatz erzielt – ein Schuft, wer B├Â(r)ses dabei denkt …

Zudem gibt es in Frankfurt so einige Spidermanfiguren an den Fassaden und auf den D├Ąchern zu entdecken: mal in seiner klassischen Gestalt …

… oder durchaus auch als Venom (schwarz statt rot), wie hier auf dem Vordach der „Bar ohne Namen“ :

Aber all das ist nur ein Bruchteil der F├╝hrung gewesen – um alles dar├╝ber zu erfahren, kann ich jedem eine solche Tour durch die Stadt nur sehr ans Herz legen, denn man erf├Ąhrt unter anderem noch, wo das Geburtshaus von Goethe steht, warum auf der Dachspitze vom Frankfurter Rathaus eine Katze sitzt, welche Rolle Kaugummis bei der Stadtentwicklung gespielt haben und wozu die oben erw├Ąhnten Drogenkonsumr├Ąume gut sind bzw. was damit erzielt wurde.

Nach dieser ca. 2,5 Stunden langen Tour folgten wir sehr gerne der Restaurantempfehlung von Jenna, um auch noch das klassische Gericht aus dieser Gegend probieren zu k├Ânnen: Frankfurter Gr├╝ne So├če und nat├╝rlich dem allseits bekannten Apfelwein (Ebblewoi). Die Apfelweinwirtschaft „Dax“ befindet sich in Sachsenhausen, DEM Kneipengebiet der Stadt, und l├Ądt in urgem├╝tlicher Atmosph├Ąre zum Sitzen, Essen und Trinken ein.

Zur „Grie So├č“, dem kalten Sieben-Kr├Ąuter-Mix, haben Carsten, Jesus und ich jeweils ein Schnitzel genommen, Nishant entschied sich f├╝r die vegetarische und eigentlich sehr viel urspr├╝nglicheren Zusammenstellung mit gekochten Eiern. Beide Variationen sind ├Ąu├čerst lecker!

Am darauffolgendem Tag haben wir auf den Rat von Maria, der Freundin von Jesus, geh├Ârt und sind, obwohl urspr├╝nglich ein Verlassen Frankfurts nicht geplant war, mit den beiden im Auto zum ca. 70 km entfernten R├╝desheim aufgebrochen. Bereits auf dem Weg dorthin waren Carsten und ich von der Sch├Ânheit des Rheintals sehr angetan – vor allem die Menge an Burgen und Burgruinen hat uns sehr ├╝berrascht. Wir wollten unbedingt zur Loreley, denn wenn man schon einmal in dieser Gegend ist, muss man diesen Felsen einfach gesehen haben!

Die Loreley selber sitzt allerdings nicht wie man erwarten k├Ânnte dort oben, sondern unten, direkt am Rhein – ganz vorne auf der Spitze der Hafendamm-Mole bei St. Goarshausen (am Ende der Landzunge links im Bild):

Von dort war der Rhein nat├╝rlich im Nu zu erreichen und ich konnte der Versuchung, meine F├╝├če ins Wasser einzutauchen, einfach nicht widerstehen. Das Beweisbild gibt es wie immer in meiner F├╝├če-im-Wasser-Fotosammlung    standard

Auf dem R├╝ckweg fuhren wir f├╝r einen weiteren Zwischenstopp nach R├╝desheim. Diese Stadt ist touristisch voll und ganz erschlossen, wie wir beim Schlendern durch die gerade mal 2 m breite Drosselgasse und die benachbarten Str├Ą├čchen und G├Ąsschen schnell feststellen mussten. Nippes und Tand aus ganz Deutschland (z.B. Kuckucksuhren aus dem Schwarzwald, Weihnachtsfiguren aus dem Erzgebirge und Diverses aus Bayern) wird hier dem internationalen Publikum zum Kauf angeboten, sodass uns pers├Ânlich sogar ein wenig der direkte Bezug zum Rheintal und der Weinregion fehlte – hier kann man sich f├╝r die Lieben daheim gleich mit allem eindecken, was man sicherlich sonst nur m├╝hsam auf einer Fahrt durch alle 16 Bundesl├Ąnder zusammenklauben k├Ânnte:

Zum Gl├╝ck waren wir aber noch weit au├čerhalb der Saison, denn ich kann mir vorstellen, dass es hier in der Sommerzeit von Touris nur so wimmelt. Obwohl die H├Ąuschen und L├Ąden mitunter sehr h├╝bsch sind, wenn auch zum Teil inzwischen etwas abgerockt, waren wir mit der Besichtigung doch recht schnell fertig, denn inzwischen forderten Hunger und Durst ihren Tribut. Maria hat deshalb ein Abendessen auf dem „Weingut Magdalenenhof“ vorgeschlagen und wir als Ausw├Ąrtige haben uns voll darauf eingelassen. Bereut haben wir nix, denn die Empfehlung war echt klasse! Maria, Jesus und ich g├Ânnten uns zu dritt diesen Testkreisel der dortigen Weine:

Gl├╝cklicherweise haben sich unsere Geschmacksknospen auf unterschiedliche Weine gefreut und so waren wir uns nach kurzem Nippen von allen Gl├Ąsern sehr schnell einig, wer was am liebsten trinkt. Das Essen war aber auch sehr lecker und die K├Ąseplatte f├╝r zwei Personen war einfach genial – f├╝r 17 Euro ├Ąu├čerst ├╝ppig und vielf├Ąltig:

Erst am Montag sind Carsten und ich wieder zur├╝ck nach Dresden gefahren, denn Dank unserer ├ťberstunden konnten wir den gesamten Tag f├╝r eine v├Âllig entspannte R├╝ckreise gen Osten freimachen. Unsere Arbeitswoche war dadurch nat├╝rlich k├╝rzer und das n├Ąchste Wochenende fing f├╝r uns bereits schon gleich am Freitagabend wieder mit einen kleinen Event an. Lars Hitzing, einer der Phrase4– Stammautoren, hat ein neues Buch ver├Âffentlicht. So planten wir am 10. Mai im kleinen, sehr liebevoll ausgestatteten Buchladen Shakespeares Enkel die Premiere seines neuen Kurzgeschichtenbands „Destiller’s Edition“ ein.

Nat├╝rlich wurden ein paar Geschichten daraus vorgelesen und einige davon habe ich bereits im Rahmen der Phrase4-Leseb├╝hne geh├Ârt. Die Frau zur Lars‘ Linken ist ├╝brigens Katharina Salomo, seine Verlegerin:

Es war ein sehr vergn├╝glicher Abend mit guten Storys, interessanten Gespr├Ąchen nach der Lesung der vier ausgew├Ąhlten Geschichten und auch einigen Gl├Ąsern mit leckeren Quittenwein aus der kleinen Eckkneipe gegen├╝ber    standard

Am darauffolgenden Samstag wollten Carsten und ich an einer Igeltour teilnehmen, die am Dr.-K├╝lz-Ring in der Innenstadt beginnen sollte. Wir waren zwar zusammen mit weiteren 10 Interessierten rechtzeitig an Ort und Stelle, doch am Ende fehlte die Tourleiterin. Das war uns noch nie passiert! Nachdem wir alle ganz brav eine gute halbe Stunde auf die Frau gewartet haben, sind wir leicht entt├Ąuscht auseinander gegangen. Immerhin hatten wir aber supersch├Ânes Wetter und wir entdeckten auf dem Altmarkt einen kleinen Fr├╝hlingsmarkt, welcher weit sichtbar durch einen in den blauen Himmel ragenden Maibaum angek├╝ndigt wurde:

Dort schlenderten wir etwas herum und auf der Prager Stra├če entdeckten wir auch noch, dass dort gerade die 1. Dresdner Bierb├Ârse erneut zum Herumlaufen und Verweilen einlud. Zur Mittagszeit war es mir f├╝r ein Bier noch etwas zu fr├╝h, aber obgleich dieses neuen Wissens kehrten wir am Nachmittag nochmals mit Kerstin ganz spontan dorthin zur├╝ck. Eigentlich hatten wir uns nur zum Kaffee verabredet, aber um das sch├Âne Wetter so richtig ausnutzen zu k├Ânnen, liefen wir zu dritt noch einmal an den St├Ąnden der beiden M├Ąrkte vorbei. Carstens Interesse lag wie ├╝blich eher beim Essen …

… w├Ąhrend ich mich mit den Schottischen Biersorten besch├Ąftigt habe. Das Getr├Ąnk auf dem Tisch (s.o.) ist Scottish Brown Ale. Die andere Sorte (s.u. rechts) hie├č Belhaven Stout und war wirklich-wirklich dunkel!

Wie man unschwer erkennt, l├Ą├čt Carstens Cola die Sonnenstrahlen noch durch, bei meinem Stout hat das nicht mehr funktioniert    standard
Wir hatten alle unseren Spa├č dort und wurden auch kulinarisch je nach Geschmack f├╝ndig.

Aber das noch laufende Wochenende ist (endlich mal) g├Ąnzlich ereignislos und so komme ich wenigstens heute dazu, einmal ├╝ber die zwei davor liegenden zu berichten    zwinker    f├╝r die kommenden Wochen und Wochenenden haben sich schon wieder viele Termine bei uns eingefunden – dazu aber erst sp├Ąter an dieser Stelle mehr.



2019 11.
Mai

Vor Wochen haben wir an beide Kinder die Frage gestellt, ob sie ein gemeinsames Osterwochenende einplanen w├╝rden. Als dies mit nachvollziehbaren Begr├╝ndungen verneint wurde, suchten Carsten und ich nach einer alternativen Besch├Ąftigung und beschlossen, die vier kombinierbaren, arbeitsfreien Ostertage (Karfreitag bis Ostermontag) f├╝r eine weitere Tour durch Europa zu nutzen. Schlie├člich gibt es ja noch so viele Reiseziele auf unserer Wunschliste, die endlich mal besucht werden m├Âchten. Nach Sichtung dieser fiel die Entscheidung kurzerhand auf Belgien und als Stadt w├Ąhlten wir Br├╝ssel plus Antwerpen im Rahmen eines Tagesausflugs, weil es nur ca. 55 km entfernt liegt.

Auf unserem Arbeitszeitkonto gab es zudem noch ausreichend ├ťberstunden, um den Mittwochnachmittag und den ganzen Donnerstag frei zu nehmen. Daher verlie├čen wir schon am 17. als Mittagskinder (f├╝r die Nicht-DDRler: gegen 12:00) die Arbeit und machten uns mit dem Suzuki schnellstm├Âglich auf die A4 in Richtung Chemnitz auf. F├╝r den gesamten Weg bis nach Br├╝ssel – immerhin fast 800 km – war es allerdings schon zu sp├Ąt und somit haben wir im Vorfeld f├╝r einen geplanten Zwischenstopp ein Zimmer im Ibis Budget Essen-Nord gebucht. Warum ausgerechnet dort, da es zudem etwas abseits der direkten Route zwischen Dresden und Br├╝ssel liegt ? Nennen wir es mal Sehnsucht … das Abendessen gab es in der Pizzeria „Bei Salvatore“ , welche zu Carstens Schulzeit quasi das Stammlokal f├╝r einen gro├čen Salatteller war. Inzwischen kann ich meinem Mann aber beipflichten, dass es dort mit Abstand neben einem ├╝ppigen und ├Ąu├čerst leckeren Salatmix eben auch die besten Pizzabr├Âtchen mit selbstgemachter Knoblauchbutter gibt.

Am Donnerstag ging es nach einem ebenfalls nostalgisch beeinflussten Fr├╝hst├╝ck in einer der zahlreichen Filialen der B├Ąckerei D├Âbbe (lecker Ei-Br├Âtchen !) dann auf direktem Weg gen Br├╝ssel. Das Osterwetter in Belgien war gl├╝cklicherweise genau so sommerlich wie in Deutschland und wir konnten uns bei strahlendem Sonnenschein so vieles in der Stadt ansehen.

Selbstverst├Ąndlich auch das weltweit bekannte Manneken Pis – den pinkelnden Jungen. Um diese nur ca. 60 cm gro├če Bronzeskulptur zu sehen, musste man sich allerdings schon mit viel M├╝he einen guten Platz zwischen den unz├Ąhligen Touristen erobern, die genauso wie wir das wohl meist erw├Ąhnte Wahrzeichen von Br├╝ssel fotografieren wollten:

├ähnlich voll war es auch in der engen Gasse beim Jaenneke Pis – dem ebenfalls Wasser lassenden M├Ądchen:

Dagegen war beim wesentlich dezentraler aufgestellten Zinneke Pis, dem Hund mit hochgehobenen Bein, kaum ein Besucher zu sehen:

Weitere Orte, welche bei einem Abstecher nach Br├╝ssel gesehen werden m├╝ssen, sollen nun in Wort und Bild folgen. Dazu geh├Ârt zweifelsohne der K├Ânigspalast. Wir haben diesen zwar nur von Au├čen betrachtet, was aber auch ziemlich imposant war:

Ein anderes Bauwerk der Stadt hat uns obgleich seiner Gr├Â├če und Gestaltung recht unerwartet beeindruckt: der Triumphbogen im Jubelpark:

Dieser ist mit seiner oben aufgesetzten Quadriga ca. 50 m hoch, w├Ąhrend das uns wesentlich bekanntere Brandenburger Tor in Berlin gerade einmal eine H├Âhe von 26 m hat. Diese doppelte Gr├Â├če schindet schon ganz sch├Ân Eindruck, wenn man erst einmal davorsteht.

Wir besuchten auch das sehr modern hochgezogene EU-Viertel, denn man m├Âchte ja schon mal gerne sehen, wo ein Teil unserer Steuern versackt    zwinker

Vom Parlamentarium, dem Besucherzentrum des EU-Parlaments, haben wir uns allerdings sehr viel mehr an Informationen zur EU samt deren Entwicklung (EG -> EU) und Geld (ECU -> Euro) erhofft, als wir am Ende bekommen haben. Wir sind nach der Stunde darin jedenfalls um eine weitere Erkenntnis reicher geworden: Zu viel Multimedia in einer Ausstellung kann am Ende auch daneben gehen … man h├Ątte unserer Meinung nach sicherlich vieles besser und interessanter gestalten k├Ânnen. Zum Gl├╝ck war der Eintritt kostenfrei.

Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt zu sehen, hat uns trotz der gro├čen Menschenmenge weitaus mehr Spa├č gemacht: der Grand Place / Grote Markt ist im positiven Sinne des Wortes einfach ├╝berw├Ąltigend! Allein die Zunfth├Ąuser sind ├Ąu├čerst schmuck:

Und wenn man sie dann auch noch samt Erkl├Ąrb├Ąr-Text aus dem Internet sehr viel genauer unter die Lupe nimmt, entdeckt man an deren Fassaden Symbole, welche auf die jeweilige Zunft der damaligen Epoche hinweisen. Wundert es jemanden von euch, dass z.B. das Haus der Zunft der Kr├Ąmer ausgerechnet ein Fuchs schm├╝ckt?

Weitere Symboliken w├Ąren u.a. Schubkarren = Zunft der Lebensmittelh├Ąndler, W├Âlfin = Zunft der Bogensch├╝tzen, Schwan = Zunft der Fleischer, Windm├╝hle = Zunft der M├╝ller und Zinnkrug = Zunft der Zimmerer und Wagenbauer. Wer mal selbst nach Br├╝ssel m├Âchte, kann gerne bei mir die komplette Liste samt Hausnummern abfragen.

Das Br├╝sseler Rathaus, welches ebenfalls auf diesem Platz steht, ist in der Nacht sogar noch imposanter als tags├╝ber – seine Beleuchtung ist sehr gut durchdacht und einfach hervorragend!

Wir w├Ąren abends vielleicht nicht mehr auf dem Platz gewesen, wenn der Zufall und das gl├╝ckliche H├Ąndchen von Kerstin aus Wiesbaden nicht im Spiel gewesen w├Ąren    zwinker    denn Dank ihres Hinweises hat uns ihr Arbeitskollege Daniel, welcher gerade ebenfalls mit seiner Freundin die Osterzeit in Belgien verbrachte, kontaktiert und wir haben uns sehr schnell auf einen Treffpunkt f├╝r ein Bierchen geeinigt. Ich kenne sowohl Kerstin als auch Daniel aus meiner Plastikkartenzeit und sie geh├Ârten von Anfang an zu meinen Lieblingskunden, einfach weil wir uns dienstlich und privat schon immer sehr gut verstanden haben. An dem Abend a├čen und tranken wir uns vom urspr├╝nglichen Treffpunkt im Restaurant „Chez Leon“ mit traditioneller, belgischen K├╝che ├╝ber das „Delirium Cafe“ mit belgischem Bier in allen erdenklichen Brauvarianten bis eben nach Einbruch der Dunkelheit ins „Le Roy d’Espagne“ am Grote Markt.

Wie man zweifelsfrei erkennen kann, hatten wir einen fabelhaften Abend zu viert    standard

Nat├╝rlich durfte bei unseren Streifz├╝gen der Abstecher zu einem weiteren Wahrzeichen der Stadt nicht fehlen:

Genau, es ist das Atomium    standard    wobei wir uns hier nicht nur mit der Au├čenansicht begn├╝gt haben, sondern auch trotz langer Warteschlangen das Innere erkunden wollten. Man kann einen Teil der G├Ąnge und Kugeln mit je 18 m Durchmesser zu Fu├č ablaufen, sich mit der Geschichte des 102 m hohen Bauwerks vertraut machen und unter anderen auch einige faszinierende und mit Elektromusik kombinierte Lichtinstallationen bewundern. ├ťber das Einreihen in einer weiteren Schlange gelangt man zum Abschlu├č via Aufzug direkt in die oberste Kugel, von wo aus man einen prima Ausblick auf die etwas entfernte Skyline, auf das ehemalige Weltausstellungsgel├Ąnde von 1935, auf das Expo-Gel├Ąnde von 1958 und ├╝ber das mittlerweile recht vielf├Ąltig genutzte, riesengro├če Gesamtgel├Ąnde hat.

Unter anderem sieht man von dort auch den Park Mini-Europa, welcher direkt zu F├╝├čen des Atomiums liegt und zu dem wir gl├╝cklicherweise ein Kombiticket erworben hatten … also auf zu einem Ausflug nach Europa im Miniaturformat:

Wer diesen Park besucht, sollte unbedingt auf die vielen Kleinigkeiten achten, sonst entgehen euch wom├Âglich ein paar interessante Details, welche rund um die ber├╝hmteste Bauwerke der EU-L├Ąnder positioniert sind, wie z.B. Sherlock Holmes & Dr. Watson auf der Jagd nach Prof. Moriarti:

Man kann dort unter anderem auch in verschiedene Rollen bzw. Kost├╝me schl├╝pfen – was sagt ihr zu meinem Mann als Soldat der britischen Grenadier-Garde?

Wer uns kennt wei├č, dass wir uns immer auch gerne neben der ├╝blichen Touristenpfade bewegen wollen. In Br├╝ssel war es f├╝r uns die in der gesamten Stadt verteilte Comic Strip-Route. Da die Belgier neben den Franzosen jede Menge zur europ├Ąischen und mitunter weltweiten Comic-Kultur beigetragen haben, ist die Huldigung in Form von fassadenf├╝llenden Strips der jeweiligen Comic-Helden nicht weiter verwunderlich. Unser erstes Fundst├╝ck dieser Route hei├čt „Oh! Lieve hemel“ , was man nat├╝rlich mit „Du lieber Himmel“ ├╝bersetzt:

Es gibt aber auch Figuren aus sehr viel bekannteren Comics, wie z.B. Tim & Struppi, Asterix & Obelix, Stups & Steppke, Spirou & Fantasio, Marsupilami, Gaston oder wie auf dieser Fassade mit einer Szene aus „Lucky Luke“:

Man beachte das eingearbeitete Atomium im Hintergrund    standard

Auf einem anderen Bild hat man die Umgebung ebenfalls wunderbar integriert. Die derzeit einger├╝stete Kuppel geh├Ârt zum Justizpalast, spielt aber im Comic ebenfalls eine sehr wichtige Rolle:

Mein pers├Ânliches Favorit dieser Route wurde der wei├če Hund Cubitus (hier als Manneken Pis), welcher wahrscheinlich nicht nur f├╝r mich irgendwie doch sehr b├Ąrig aussieht    zwinker

Qualitativ hochwertige Wandmalereien spielen in Br├╝ssel ├╝berhaupt eine gro├če Rolle, egal ob an den Fassaden …

… oder als ein Teil der Inneneinrichtung, wie hier im Restaurant „Le Bugatti“ :

Da ist es f├╝r mich nicht weiter ├╝berraschend, dass die Br├╝sseler ihren Stolz auf ihre Stadt ebenso in gemalter Form verk├╝nden    zwinker

Der Ausflug nach Antwerpen war ebenfalls sehr interessant und kurzweilig. Auf dem Grote Markt gab es auch in dieser Stadt wundersch├Âne, sehr stylischen Geb├Ąude aus l├Ąngst vergangener Zeit:

Noch wichtiger ist auf dem gleichen Platz allerdings der Brabobrunnen:

Die obere Figur zeigt den Stadtheld Silvius Brabo und wie man sofort erkennen kann, wirft er gerade eine abgehakte Hand weg. Der ├ťberlieferung nach leitet sich der Name der Stadt Antwerpen eben genau von diesem „Hand werfen“ ab und bezieht sich dabei auf eine Legende, in welcher Brabo einen Riesen besiegt. Der Riese hat am Ufer des Flusses Schelde von allen Vorbeifahrenden Wegzoll verlang und wer es nicht bezahlen konnte, b├╝├čte bei dem gierigen Druon Antigon seine rechte Hand. Letztendlich bek├Ąmpft Brabo den Riesen und was mit der Hand des Unterlegenden passiert, sieht man ganz deutlich an jener Bronzeplastik.

Eine andere Skulptur diese Stadt bezieht sich auf das Buch „Ein Hund von Flandern“ und zeigt den Jungen Nello mit seinem Hund Patrasche:

Die beiden sind wirklich sehr s├╝├č, aber die dazugeh├Ârige Geschichte ist allerdings ganz sch├Ân traurig.

Nat├╝rlich haben wir auch den ber├╝hmten Bahnhof in Antwerpen besucht und konnten die Begeisterung jener Bekannten und Freunde teilen, die schon mal dort waren und uns dar├╝ber berichteten. Er ist regelrecht palastartig – sowohl von Au├čen …

… als auch von Innen!

Weniger Begeisterung l├Âsten bei uns die Diamantenauslagen im Diamantenviertel aus …    zwinker

… denn die richtig sch├Ânen Schmuckst├╝cke samt hochwertiger Steinchen verbargen sich haupts├Ąchlich nur hinter heruntergelassenen Rolll├Ąden und in den Auslagen der L├Ąden, welche wir aus Mangel am n├Âtigen Kleingeld nat├╝rlich nicht betraten.

Das Geburtshaus von Rubens hat uns optisch auch nicht besonders beeindruckt. Ein wenig ung├╝nstig fanden wir zudem die Lage eines modernen Glaspavillons mit allem erdenklichen Merchandising zu dem K├╝nstler, welcher direkt gegen├╝ber der alten Fassade erbaut worden war und somit die M├Âglichkeit verhinderte, zumindest ein halbwegs ordentliches Foto der gesamten H├Ąuserfront zu machen:

Wenn man dann genug von der Innenstadt gesehen hat, empfehlen wir auf jeden Fall noch einen Besuch des Beginenhofes. Dieser liegt nicht direkt im Stadtzentrum und man muss ein wenig laufen, aber daf├╝r ist er eine wunderbare Oase der Ruhe inmitten eines dichten Verkehrsaufkommens. Beginen waren sehr gl├Ąubige Frauen, welche in kloster├Ąhnlichen Einrichtungen lebten, ohne dass sie ein Klostergel├╝bde ablegten und im Gegensatz zu Nonnen weitaus mehr Freiheiten hatten. Der Antwerpener Beginenhof existiert dort seit Mitte des 16. Jahrhunderts:

Auch der umz├Ąunte Garten in der Mitte der Anlage ist sehr einladend und am f├╝r uns einzigen Zugang an diesem Tag war zudem ein gro├čes Schild mit nur einem einzigen Wort in mehreren Sprachen aufgeh├Ąngt: Stille … ganz ehrlich, man kommt unweigerlich automatisch zur absoluten Ruhe. F├╝r uns war es jedenfalls eine sehr, sehr entspannende und entschleunigende Gegend:

Die letzte Begine starb 1986, seitdem ist das gesamte Areal ein „normales“ Wohnviertel geworden. Aber dennoch h├Ąlt man sich noch immer sehr an das Gebot der Ruhe – ich denke, die Einwohner genie├čen das sehr    standard

Bei so viel Herumlaufen hatten wir logischerweise immer mal wieder Hunger    standard    und nat├╝rlich freute ich mich sehr auf die klassische K├╝che Belgiens – hier ganz vortrefflich in nur einem Bild festgehalten:

Pommes mit Muscheln habe ich w├Ąhrend unseres Frankreich-Urlaubs 2006 bei Kerstin kennen und lieben gelernt und hier konnte ich mich diesbez├╝glich wieder voll und ganz ausleben    zwinker

Carsten hielt sich eher an die fleischigen Gen├╝sse der Belgier, wie hier z.B. das Filet Americain – einem mit Kapern und Worcestersauce gew├╝rzten Rindertatar:

Er hat sich auch an Vol au Vent (H├╝hnerfrikassee mit Bl├Ątterteig) …

… sowie an Stoovflees (Schmorfleischeintopf) herangewagt und wurde zu keiner Zeit entt├Ąuscht:

Das gr├╝ne „Zeug“ im Hintergrund war ├╝brigens mein Essen: Paling in het groen, zur Deutsch „S├╝├čwasseraal mit gr├╝ner Kr├Ąutersauce“. Ich fand es zwar sehr lecker, wenn blo├č nicht immer wieder diese kleinen, st├Ârenden Gr├Ąten w├Ąren    zwinker

Was man (jedenfalls als Dresdner) in Belgien gar nicht zu essen braucht: D├Âner oder D├╝r├╝m. Denn die Portionen sind echt mickrig und zu wenig gef├╝llt im Vergleich zu dem, was wir aus Dresden, Sachsen oder auch Deutschland kennen. Carstens Entt├Ąuschung kann man sicher in seinem Gesicht ablesen:

Waffeln wiederum konnte man ganz gut essen – der Geschmack war toll und erst die Gr├Â├če ist gar nicht so ├╝bel    zwinker

Da wir zu Osterzeit unterwegs waren, haben wir nat├╝rlich auch das eine oder das andere Schokoladenei gefunden:

Belgische Pralinen sind zwar ein Muss, aber am Ende hat mein armer Mann gesagt: „Ich habe noch nie im meinen Leben so viel Geld f├╝r so wenig Schokolade ausgegeben!“. 100 g schlagen mitunter gleich mal mit bis zu 10 Euro zu Buche und f├╝r diese Quer-durchs-Sortiment-Packung mit 390 g waren gleich 30 Euro f├Ąllig:

Aber ich bin der Meinung, dass belgische Schokolade auf jeden Fall etwas richtig Leckeres ist!

Am Ostermontag d├╝sten wir dann direkt nach dem Fr├╝hst├╝ck im Hotel auf direktem Weg gen Dresden, denn am Dienstagmorgen rief schon wieder der Arbeitsalltag an die Werkbank namens Schreibtisch. Es waren aber wunderbare, lustige und sonnige Tage mit herrlichen Begegnungen, so vielen positiven Erlebnissen, gro├čartigen und sicherlich auf lange Zeit bleibenden Eindr├╝cken, so vielen kleinen Entdeckungen und vor allem gutem Essen – obwohl es nur ein Kurzurlaub war, f├╝hlte er sich beinah wie ein vollwertiger mit zwei oder mehr Wochen an!



2019 13.
Apr

Wie schon im vorangegangen Eintrag erw├Ąhnt, finde ich, dass die Wanderwege auf Madeira einen eigenen Bericht wert sind. Rolf Goetz hat einst das Buch ÔÇ×Madeira. Die sch├Ânsten Levada- und Bergwanderungen – 60 TourenÔÇť im Rother Bergverlag herausgegeben. Auf der Insel hatten wir das Gef├╝hl, dass dieses mit seinem auffallenden, roten Umschlag eine Pflichtlekt├╝re f├╝r alle Wanderer hier ist, denn man konnte es in vielen H├Ąnden, Wanderhosen oder Rucks├Ącken sehen und man hat es auf Anhieb immer wiedererkannt – egal ob in deutscher, in franz├Âsischer, in englischer und selbstverst├Ąndlich auch in portugiesischer Sprache. Wir konnten unsere Version dieses Wanderf├╝hrers bei Kathrin und Axel f├╝r die Reise ausborgen und Carsten hat schon vor der Abreise einige Touren daraus zusammengesucht … um ehrlich zu sein, es gab nahezu f├╝r jeden unserer Tage eine Wanderung. Carsten hat dabei manchmal auch ein paar Touren, die ├Ârtlich aneinander ankn├╝pften, zu einer gr├Â├čeren Laufrunde zusammengest├╝ckelt. Auf den Bildern im Wanderf├╝hrer sah das alles sehr klein, gem├╝tlich und harmlos aus … doch dann kam die Realit├Ąt!!!

Mein Mann liebt Bergwanderungen genau so sehr wie ich Strandspazierg├Ąnge. Da meine Vorliebe in den letzten Urlauben (Hawaii, Miami, Kapverden, Bali, IJsselmeer etc.) sehr befriedigt wurde, g├Ânnte ich Carsten diesmal eben seinen Spa├č. Nach einer kompletten Inselumrundung mit dem Auto am ersten Tag fingen wir quasi zur Eingew├Âhnung erst mal an den n├Ąchsten drei Tagen ganz harmlos mit K├╝sten- und Levadawanderungen samt spektakul├Ąrer Tunnelpassagen an. Und nachdem wir uns so ein wenig warm gelaufen hatten, folgte aufgrund des perfekten Wetters mit Aussicht auf Weitblick (auf Madeira durch die starke Wolkenbildung nicht immer eine Selbstverst├Ąndlichkeit) am f├╝nften Urlaubstag eine erste H├Âhenbew├Ąltigung. Den Berg Pico do Arieiro (1810 m) besuchen bestimmt die meisten Madeira-Touristen …

… ein Kinderspiel, denn der dritth├Âchste Berg der Insel zieht mit seinem gro├čz├╝gigen Parkplatz unmittelbar in der N├Ąhe des Gipfelkreuzes vom Kleinkind bis zum Greis einfach jeden Urlauber an. Von dort wollten wir dann gem├Ą├č der Rother-Route ├╝ber einen „anspruchsvollen“ Bergpfad auf den Pico Ruivo (1862 m), den h├Âchsten Gipfel der Insel, ├╝bersetzen.

Die Wanderzeit mit fast 7 Stunden (hin und zur├╝ck) und die dabei in der Mitte final zu erreichende H├Âhe von 1862 m klangen f├╝r mich nicht so schlimm, solange ich diese Zahlen nur auf dem Papier gelesen habe. Und dass der Weg an manchen Passagen auch sehr steil ist, war im Wanderf├╝hrer ebenfalls sehr gut angegeben. Aber irgendwie habe ich der dazugeh├Ârigen Grafik vor dem Abmarsch leider nicht gen├╝gend Beachtung geschenkt. Das Fazit der Tageswanderung vom Gipfel des Pico do Arieiro durch mehrere T├Ąler zum Gipfel des Pico Ruivo und anschlie├čend die gesamte Strecke wieder zur├╝ck: 2600 H├Âhenmeter gesamt f├╝r diverse Auf- und Abstiege bei einem 15 km langen Wanderweg … und genau diese H├Âhenmeter waren mir sowohl aus der Grafik als auch aus dem Text einfach nicht so bewusst geworden.

Am Ende des Tages waren wir beide sowas von platt, wobei ich dazu auch noch Knieschmerzen von den zahlreichen und ungleichm├Ą├čig hohen Stufen bekam. Der Rundumblick vom Pico Ruivo und teilweise auch die angenehm zu laufenden Passagen der Wanderroute waren allerdings schon absolut toll!

Und genau mit diesem Argument k├Âderte mich Carsten dann auch vier Tage sp├Ąter, als erneut tolles Weitsichtwetter zur Spitze des Pico Grande (1654 m) lockte – das Ziel unserer n├Ąchsten, ganzt├Ągigen Bergwanderung. Der Startpunkt liegt bereits in 1235 m H├Âhe, die Gesamtlaufzeit der fast 10 km wird mit 4 Stunden angegeben und der H├Âhenunterschied betr├Ągt nur 670 m in jede Richtung – insgesamt also 1340 m. Das Gros der Strecke lie├č sich wahrlich ganz gut erlaufen …

… aber dann kam relativ kurz vor dem Gipfel ein Kraxeln auf ├Ąu├čerst felsigen und steilen Ger├Âllpfaden, die wiederum tunnelartig von mannshohen B├╝schen umgeben waren. Im Wanderf├╝hrer wird dies zurecht mit „Ein an Karabinerhaken befestigtes Drahtseil signalisiert nun den schwierigsten Teil des Aufstiegs.“ beschrieben:

Das brachte mich dann doch etwas auf die Palme, denn in dieser Umgebung hatte ich einfach keine Vorstellung davon, wie lange man noch gehen muss, um letztendlich das dem Gipfelanstieg vorgelagerte Plateau zu erreichen. Jene Passage zog sich damit f├╝r mich so derma├čen in die L├Ąnge, dass meine Laune geh├Ârig in den Keller gezogen wurde – ich wollte am Ende des verhassten Abschnitts sogar nicht mal mehr bis zum Fu├č des Gipfels weitergehen, sondern hier bleiben und auf seine R├╝ckkehr vom Mittelpunkt der Wanderung warten. Aber Carsten setzte all seine ├ťberzeugungskraft ein …

… und so erreichten wir dann doch noch gemeinsam jenes vorgelagerte Plateau. Bis hier hat es mir allerdings so viel Kraft geraubt, weshalb ich auch beschlossen habe, dass das Klettern auf den Gipfelfelsen f├╝r mich jetzt nicht mehr drin ist. Ich musste Energie f├╝r den R├╝ckweg tanken und genoss schon von hier die Sonne und die Aussicht:

Als wahrer Bergfan lie├č sich Carsten das Aufsteigen auf die Bergspitze aber nicht mehr entgehen – die letzten 10 Minuten auf nacktem Felsen an einem Drahtseil hoch zu klettern war f├╝r ihn Ehrensache. Deshalb auch von hier sein Blick auf meine Wenigkeit, den kleinen, rosa Punkt in der Bildmitte    zwinker

Er f├╝hlte sich dem Himmel gleich so nah!

Diese Siegerpose ist nat├╝rlich eine Anspielung auf Michelangelos Deckenfresko „Die Erschaffung Adams“ … der Kleider wollte er sich aber nicht entledigen    zwinker

Der R├╝ckweg war weniger anstrengend und f├╝r mich auch wieder vers├Âhnlich, aber zugegeben, ich habe auf dieser Insel eine sehr pers├Ânliche Feindschaft entdeckt: Stufen! Denn die haben nat├╝rlich bei keiner Wanderroute gefehlt. Manchmal bestanden sie nur aus tausenden, von Touristenf├╝├čen eingetretenen Vertiefungen im Boden …

… mal waren es ordentlich aus Stein geformte, in der H├Âhe einigerma├čen gleichm├Ą├čig angelegte …

… oder sie waren grob in den Stein gemei├čelt und ggf. sogar mit einem provisorischen Drahtseilhandlauf versehen, damit man nicht sofort in die Tiefe st├╝rzen w├╝rde. Letztere waren f├╝r mich der Hass:

Die Wanderungen entlang der Levadas sind da schon eher mein Ding. Levadas sind kleine, k├╝nstlich angelegte Kan├Ąle, welche das Wasser vom regenreichen, aber landwirtschaftlich kaum nutzbaren Norden der Insel in die fruchtbaren Regionen im S├╝den transportieren. Das Bemerkenswerteste daran: die Insel Madeira mit seinen Ma├čen von ca. 50 x 25 km verf├╝gt angeblich ├╝ber mehr als 1500 km (manchmal liest man auch 2500 km) dieser Wasserkan├Ąle. Das Gef├Ąlle einer Levada ist aufgrund der gem├Ą├čigten Flie├čeigenschaft verst├Ąndlicherweise recht klein und somit angenehm und in der Regel ohne gro├če Stufenanlagen zu bew├Ąltigen.

Der einzige Nachteil beim Wandern entlang solcher Levadas war allerdings, dass man bei einem Weg von der „Quelle“ zum Bew├Ąsserungsort so gut wie nie einen Rundweg hatte, sondern meistens die gleiche Strecke erst hin lief und dann nat├╝rlich auch wieder zur├╝ck musste. Aber das war bei den rausgesuchten Bergwanderungen ja auch nicht anders gewesen.

Die Wege entlang der Wasserl├Ąufe fand ich dennoch bedeutend reizvoller und man hat unterwegs zahlreiche, mal gro├če, mal kleine Wasserf├Ąlle sehen k├Ânnen:

Auf vielen Strecken lief man mitten durch den Wald:

Manchmal war man von Eukalyptusb├Ąumen umgeben, die ihren typischen, w├╝rzigen Geruch verstr├Âmten:

Manchmal sahen die Pfade im Wald regelrecht wie verwunschen und m├Ąrchenhaft aus:

Und h├Ąufig lief man auf einer Betonwand, die gleichzeitig auch die bergabgewandte Kanalseite der Levada war:

Sehr oft hatte man dabei flie├čendes, kaltes Wasser auf der einen Seite und auf der anderen Seite ging es mitunter sehr steil bergab in eine tiefe Schlucht – ohne der in Deutschland typischen Absicherung:

Zwar hat man auf einigen Abschnitten Seile aufgespannt, aber das war eben nicht ├╝berall die Regel, insbesondere, da heftige Steinschl├Ąge immer wieder die Absicherung zerst├Âren. Man sollte also auf diesen Wegen keine H├Âhenangst haben, das Balancieren nicht f├╝rchten und nat├╝rlich immer schwindelfrei sein.

Manchmal hat man die Kan├Ąle mit Betonplatten abgedeckt, um ein bequemeres Laufen an schmalen Stellen zu erm├Âglichen, aber auch, um das Verstopfen der Wasseradern durch st├Ąndig herabfallende Felsen und Steine zu verhindern:

Bei vielen Levadarouten mussten wir unsere u.a. auf Anraten von Kathrin und Axel mitgebrachten Taschenlampen einschalten, denn zahlreiche Abschnitte f├╝hrten durch mitunter kilometerlange Tunnel. Ohne unsere Funzeln war es stockdunkel darin! Zudem konnte man damit die Pf├╝tzen und die scharfkantigen Steine auf dem Weg sehen und einen gro├čen Schritt ├╝ber solche Hindernisse machen – ein Ausweichen zur Seite war aufgrund der Enge nicht m├Âglich. Manchmal f├╝hlte man sich wie ein Entdecker in einem Abenteuerbuch und auch das wiederkehrende Titelthema der Indiana Jones-Filme haben wir das ein oder andere Mal zum Besten gegeben.

Entlang dieser Wasserrouten ├╝berwand man so manche Hindernisse …

… bekam die ein oder andere Dusche eines Wasserfalls ab …

… und ab und zu waren die Levadas wegen Instandhaltung auch mal ohne oder nur mit sehr wenig Wasser gef├╝llt …

… doch wenn das klare Nass ausreichend pl├Ątscherte, konnte man gelegentlich sogar eine Forelle ersp├Ąhen. Sie waren allerdings unfassbar flink beim Verstecken und so gut wie dieses Foto ist selten eines m├Âglich gewesen:

Eine kleine Wanderung unternahmen wir zudem auch mal in Funchal, der Hauptstadt der Insel. Am sch├Ânsten fanden wir die die Gegend um die Rua (= Stra├če) de Santa Maria. Wir beide stehen auf gut gemachte und interessante Street Art und dort ist nahezu jede T├╝r ein kleines Kunstwerk:

Meine Lieblingst├╝r war die der Rua de Santa Maria Nr. 1 – die Unendlichkeit des Weges. F├╝r uns beide, die wir immer wieder gern unterwegs sind, sehe ich darin eine symbolische Bedeutung:

So werden wir denn auch nicht mehr lange rasten, denn schon zu Ostern geht es f├╝r ein paar Tage nach Belgien – welche Wege wir dort ablaufen werden, berichte ich hoffentlich zeitnah irgendwann nach unserer R├╝ckkehr …



2019 08.
Apr

Nachdem die letzten Urlaube viel mit Sand, Strand und Badewasser zu tun hatten, war es nun mal wieder an der Zeit, etwas anderes zu planen … zum Beispiel einen Wanderurlaub. Man hat ja schlie├člich nicht umsonst mal Wanderschuhe f├╝r viel Geld gekauft    standard

Deshalb fiel die Wahl f├╝r die Feier unseres 13. Hochzeitstages auf die portugiesische Insel Madeira. Bis jetzt haben alle Freunde und Bekannte, die schon vor uns dort waren, sie als Wanderinsel, aber auch als Blumeninsel beschrieben. Jetzt wollen wir den beiden Beschreibungen hundertprozentig zustimmen – und auch gleich die Beweise daf├╝r abliefern.

F├╝r Madeira sprach aus unserer Sicht auch noch der Umstand, dass wir zur Abwechslung mal direkt ab Dresden fliegen konnten und nicht mit Berlin-Tegel, Frankfurt oder Leipzig planen mussten. Leider hat sich dies am Ende nur zur H├Ąlfte als zutreffend erwiesen: Die Fluggesellschaft „Germania“ brachte uns noch ohne Probleme auf die Insel, aber nur drei Tage sp├Ąter hat sie Insolvenz angemeldet und alle Fl├╝ge wurden gestrichen. Meistens sind wir Individualreisende, aber diesmal hatten wir gl├╝cklicherweise pauschal im Reiseb├╝ro unseres Vertrauens gebucht, so dass wir uns deshalb keine sehr gro├čen Sorgen machten, ob und wie wir in eineinhalb Wochen nach Hause kommen w├╝rden. Am Ende hat aber Dank TUI doch alles in unserem Sinne funktioniert. Urspr├╝nglich wollte man uns zwar einen Tag eher, also genau am 14. Februar, nach Leipzig zur├╝ckfliegen, aber unsere Argumente „Hochzeitstag“ und „Candle-Light-Dinner statt Flugzeugessen“ wurden erh├Ârt. Wir konnten am Ende dadurch sogar einen zus├Ątzlichen Urlaubstag auf der Insel und in unserem Hotel ergattern, sind daf├╝r aber dann eben am Samstag gegen 22:00 in K├Âln statt in Sachsen oder gar im Osten Deutschlands gelandet. Ich habe mich noch einmal mehr in meinem Leben dar├╝ber gefreut, dass mein Mann auch in der Nacht gut und sicher Auto f├Ąhrt    standard     so kamen wir gegen 5:00 morgens heil mit dem Mietwagen in Dresden an.

Auf der Insel stellte er seine Fahrk├╝nste ohnehin an jedem Tag ganz souver├Ąn unter Beweis. Wir hatten zum ersten Mal im Leben einen Fiat 500 als fahrbaren Untersatz f├╝r unsere kurvenreichen und zum Teil sehr steilen Strecken:

Ich hoffe, dass dieses Foto eine solche Steigung wenigstens ein wenig wiedergibt:

Runter war immer recht easy, aber bergauf musste zum Teil ├╝ber Kilometer hinweg im ersten Gang gefahren werden, da der Motor im zweiten es nicht geschafft h├Ątte und abgew├╝rgt w├Ąre. Doch unser kleiner Wei├čer hat uns zu keiner Zeit im Stich gelassen und war die Zuverl├Ąssigkeit in Blech!

Die Inselautobahn war gr├Â├čtenteils sehr gut ausgebaut und durch zahlreiche, breite und moderne Tunnel waren die Hauptwege von einem Ende der Insel bis zum anderen recht kurzweilig – kleine Madeira-Inselkunde: Ost-West-Ausdehnung = ca. 50 km, Nord-S├╝d ca. 25 km. Wir versuchten aber auch mal ├Âfters ein St├╝ck der alten, urspr├╝nglichen Stra├če zu fahren, doch es war gar nicht so einfach, einen freigegebenen Teil zu finden, denn viele Abschnitte wurden wegen des schlechten Zustands aus gutem Grund gesperrt. 

Insbesondere Felsbl├Âcke und Steine wurden eben nicht mehr nicht zeitnah von der Strecke ger├Ąumt und so mancher Wasserfall ergo├č sich direkt auf die Stra├če:

Auf dem Hochplateau Paul da Serra hatten wir auch mal au├čergew├Âhnliche Wegbegleiter auf der Stra├če    standard

Die Insel selber ist vulkanischen Ursprungs und die Hinweise darauf konnte man unterwegs immer wieder entdecken. Hier sieht man man z.B. erstarrte Lavas├Ąulen von unten nach oben verlaufen:

Auch Lavabomben haben wir gefunden:

In den Grotten des Museums in Sao Vicente kann man die h├Âhlenartigen Wege („Tubes“) sehen, durch welche einst Lava ihren Weg nach drau├čen gesucht hat:

Die Idee, in den nat├╝rlichen Lavapools in Porto Moniz schwimmen zu gehen, mussten wir aufgrund von sehr hohen und starken Wellen schnell verwerfen:

Das Meer war sowohl tosend als auch im ruhigen Zustand an jedem K├╝stenabschnitt der Insel immer wieder sch├Ân anzusehen:

Das Wasser verw├Âhnte unsere Augen zudem mit verschiedenen Farbspielen …

… und einmal sogar mit einem fantastischen Regenbogen – etwas, was man w├Ąhrend der Wintermonate in Deutschland wohl kaum zu sehen bekommt    zwinker

Das Meer an der Steilklippe Cabo Girao lag uns buchst├Ąblich zu F├╝├čen – Skywalk sei dank    standard

Habe ich eigentlich schon jemals erw├Ąhnt, dass wir sehr gro├če Anh├Ąnger von Sonnenunterg├Ąngen und der damit einhergehenden, tollen F├Ąrbung des Himmels sind? Bestimmt noch nie …    zwinker

Der wohl ber├╝hmteste Mann Madeiras ist Cristiano Ronaldo. Am Flughafen – der im ├ťbrigen seinen Namen tr├Ągt – haben wir eine B├╝ste von ihm gefunden, aber die ├ähnlichkeit mit dem echten, ber├╝hmten Fu├čballer suchen wir immer noch    zwinker

Der anfangs schon erw├Ąhnte Beiname „Blumeninsel“ stimmte definitiv. Unsere Hotelanlage „Quinta Splendida“ verf├╝gte sogar ├╝ber eigenen Botanischen Garten:

Gef├╝hlt bl├╝hte da mitten im Februar einfach alles!

… sogar mein Mann sieht darin wie das bl├╝hende Leben aus    zwinker

Entlang der Wanderwege sahen wir zahlreich wildwachsende Blumen, die man hierzulande mit ganz viel M├╝he und Pflege verw├Âhnen kann und sie gehen dann doch noch dabei ein – zumindest bislang immer bei mir, trotz meiner ach so f├╝rsorglichen Pflege    zwinker

Gestatten, die Callas …

… und die Hortensie:

Man hat aber Blumenpracht nicht nur auf bzw. an Wanderwegen und in G├Ąrten gesehen, sie wurden zum Beispiel auch mal f├╝r die Augen der Besucher als Blumenteppich ├╝ber ein Fl├╝sschen im St├Ądtchen Santa Cruz ausgebreitet:

Einige Blumenarten sahen so weich aus, dass man der Versuchung, sie zu streicheln, einfach nicht widerstehen konnte    standard

Man musste allerdings dabei aufpassen, dass man nicht eine der schon munter umherbrummenden, flei├čigen Bienchen bei ihrer Arbeit st├Ârte:

Die Tierwelt auf Madeira war aber stets entspannt und Eidechsen wie diese genossen quasi an jeder Ecke die w├Ąrmenden Sonnenstrahlen …

… beobachteten vorbeilaufende Wanderer immerzu mit einem wachsamen Auge …

… und einige nahmen sogar das Angebot einer einheimischen, nat├╝rlichen S├╝├čspeise dankbar an:

Ich h├Ątte bestimmt noch stundenlang dabeisitzen und dem kleinen Kumpel zuzusehen k├Ânnen, wie er das Innere der Bananenschale weggefuttert hat, aber mein Mann wollte weiterwandern und so habe ich den Nachtisch der kleinen Eidechse mitgenommen – sie h├Ątte es ganz sicher nicht geschafft, diese noch im frischen Zustand ganz aufzuessen    standard

Andere Tierchen kamen ebenfalls auf mich zu, um etwas Leckeres aus meiner Hand zu bekommen – Kekse gehen einfach immer!

Danach haben wir ein kleines Plauderst├╝ndchen eingelegt, bevor sich unsere Wege wieder getrennt haben:

Wir haben auch selber sehr gut gegessen und dabei immer etwas Neues entdecken k├Ânnen. Eine f├╝r mich ganz neue Frucht war die Anona, die man in Deutsch auch Zuckerapfel genannt wird:

Wir beide sind sehr schnell auf den Geschmack dieser kleinen Geb├Ąckteilchen mit dem Namen „Pastel de Nata“ gekommen und haben w├Ąhrend des Urlaubs jeden, aber wirklich jeden (!) Tag mindestens eines davon gegessen    standard

Die beiden Getr├Ąnke Coral (Bier) und Brisa (Limonade) sind ├╝brigens auch sehr typisch f├╝r diese Insel. Aber welches Getr├Ąnk verbindet man aber noch viel eher mit Madeira? Nat├╝rlich den Madeira-Wein:

Aus dem Reich der Fische m├╝ssen wir nat├╝rlich den Schwarzen Degenfisch, auf portugiesisch Espada, erw├Ąhnen. Den habe ich sowohl in den Markthallen in Funchal, der Hauptstadt von Madeira …

… als auch auf meinem Teller gesehen. Im zweiten Fall auch nat├╝rlich gegessen:

Selbstredend haben wir bei dem vielf├Ąltigen Angebot an diversen Meeresfr├╝chten so oft wir konnten beherzt zugegriffen … ob als Oktopus, Calamari, Muscheln oder Napfschnecken:

F├╝r uns gab es die besten Steaks der Insel in unserem ├ľrtchen Canico, in dem kleinen Restaurant „Laranjinha“ :

Dass sie weich und auf den Punkt genau so gegrillt waren, wie wir sie bestellt haben (Well-done f├╝r Carsten & Medium f├╝r mich), hat nicht nur beim ersten Besuch geklappt – der Grillmeister beherrschte die Kunst der Zubereitung hervorragend. Ja, wir waren dort mehr als nur einmal und es hat jedesmal oberlecker geschmeckt! Wir f├╝hlten uns in diesem Lokal sogar so wohl, dass wir zwischenzeitlich beschlossen haben, auch unseren 13. Hochzeitstag (der eigentliche Anlass unserer Reisen im Februar) dort zu feiern.

Am 14. Februar nahem wir zuerst das Angebot unseres Hotels wahr:

Wir lie├čen uns mal ordentlich durchkneten, doch leider lagen wir nicht so nah beieinander, wie auf dem Werbebild. Anschlie├čend verbrachten wir einige Stunden im Spa-Bereich der Anlage. Allerdings waren wir ├╝ber dessen Gr├Â├če sehr ├╝berrascht, denn im Vergleich zur imposanten Ausdehnung des Hotels fiel der Wellness-Bereich wirklich sehr klein aus. Zudem war dieser trotz des Valentinstages nicht sonderlich gut besucht, was vermutlich aber auch daran lag, dass man selbst als Hotelgast einen eigenen Obolus zu entrichten hatte, selbst wenn man nur ein bisschen schwimmen wollte und nicht mal Whirlpool, Sauna, Dampfbad oder Trainingsraum nutzen w├╝rde.

Hier mal ein Bild der gesamten Hotelanlage inklusive aller Unterbringungsm├Âglichkeiten und der enormen Gartenanlage – alles, was man innerhalb des Geb├Ąuderinges in der Mitte sieht plus des oberen W├Ąldchens:

Egal ob alleine oder nicht, wir besuchten beide Dampfb├Ąder, k├╝hlten unsere Gem├╝ter anschlie├čend im K├Ąltebecken und enspannten uns im Whirlpool – wir haben gef├╝hlt nichts ausgelassen    standard

Unser Candle-Light-Dinner gab es dann wie geplant im „Laranjinha“ – es war ein toller Abend mit einem ausgezeichneten 3-G├Ąnge-Men├╝!

Das war aus meiner Sicht ein ├Ąu├čerst toller Start in unser 14-tes Ehejahr     standard

├ťber die auf Madeira gewonnen Wandererfahrungen schreibe ich mal in einem Extrabeitrag, denn dieser R├╝ckblick ist ohnehin schon viel zu lang geworden    zwinker



2019 10.
Mrz

Dieses Jahr wird irgendwie alles etwas sp├Ąter als die Jahre zuvor. Aber so ist das Leben    zwinker    ├╝berhaupt haben die Leute fr├╝her das Neue Jahr immer erst im Fr├╝hling gefeiert. Aber eigentlich ist es egal, welche Ausrede ich mir aussuche, die OLCA-Erinnerungskiste wurde diesmal auch erst im M├Ąrz geleert. So lange mussten die Erinnerungsst├╝cke f├╝r das neue Jahr 2019 strategisch in der Wohnung verteilt werden, denn die Kiste war ja noch mit 2018-Derivaten belegt. Aber nun haben Carsten und ich uns beim Herausholen diverser Rechnungen, Fahr- und Eintrittskarten, pers├Ânliche Zeilen, Infozettel und Brosch├╝ren an die zahlreichen Augenblicke des vergangenen Jahres erinnert … und sie werden alle einen Platz in unserem Ged├Ąchtnis sicher haben:

Auch im vergangenen Jahren haben wir wieder einmal zahlreiche neue Erlebnisse und Erfahrungen gesammelt.

  • Carsten hatte sich im Biergarten so gut mit einer Schweinshaxe angefreundet, dass ihm ein St├╝ck davon im wahrsten Sinne des Wortes im Halse stecken blieb. An den Besuch in der Notaufnahme erinnerten uns die entsprechenden Befunde und der Entlassbrief.
  • ein paar Quittungen von Apotheken waren auch da, um mich an meine gelegentliche Erk├Ąltungen zu erinnern.
  • Wir sind selber schon einige Male umgezogen und haben auch unseren Kindern dabei geholfen, aber einen Umzug ├╝ber Landesgrenzen hinweg mussten wir bislang noch nicht gemeinsam durchf├╝hren. Jetzt ist Andrea aus unserer Familie die Erste, welche ihren Wohnsitz ins Ausland, genauer gesagt nach ├ľsterreich, verlegt hat. Deshalb war im Oktober ein ganzes Wochenende die Fahrten von Dresden ├╝ber Chemnitz in die Steiermark und wieder zur├╝ck nach Dresden notwendig, woran uns Tankquittungen aus Tschechien und ├ľsterreich, sowie eine Rechnung aus dem Cafe Styria in Leoben erinnerten.
  • Amira, eine Sch├╝lerin aus meiner VHS-Klasse, welche sonst immer mit Druckbuchstaben schreibt, gab sich unglaublich viel M├╝he und beschriftete eine kleine Pralinenschachtel in Russisch in Schreibschrift – ich habe mich sehr ├╝ber diesen Erfolg gefreut!
  • Wir besuchten im Fr├╝hling zum ersten Mal den B├Ąrenwald M├╝ritz. Es war wie schon im B├Ąrenpark Worbis einfach toll zu sehen, wie B├Ąren, die sonst bislang kein einfaches Leben hatten, sich jetzt in einem gro├čen Areal bewegen k├Ânnen und einfach mal B├Ąren sein d├╝rfen und keine Belustigung f├╝r Besucher von einem Wanderzirkus oder einer Kneipe.
  • Carsten hat zum Geburtstag von Ines und Torsten eine Einladung zum gemeinsamen Bowlen geschenkt bekommen – an dem Tag machte nicht nur das Spielen, sondern auch ein Spaziergang und ein Eis im Freien (wohlgemerkt: im November) ganz viel Spa├č.
  • Mit den beiden waren wir im Fr├╝hling auch mal in Chemnitz, woran uns die Rechnung vom Meyer’s Diner sowie an das tolle Essen, einen Spaziergang in der Innenstadt sowie im Stadtpark erinnerten.
  • Ein weiterer Tagesausflug mit Ines und Torsten f├╝hrte nach Prag … die Eintrittskarte f├╝r den Turmaufstieg auf den Petrin und diverse Bons erinnerten uns nochmals daran.
  • Im letzten Jahr war ich im Dezember ├Âfter auf den Weihnachtsm├Ąrkten der Stadt als die Jahre zuvor: gemeinsam mit Carsten mit Jesus aus Miami / Frankfurt und mit Claudia und Jan aus Uelzen, sowie als reine M├Ądelsrunde mit Anna, Ines, Manu und Romy. Carsten musste zum Treffen mit Karin und Eberhard trotz der urspr├╝nglichen Planung allein gehen, denn mich haben an dem vereinbarten Tag ein paar fiese Viren vollends ausgeknockt.
  • Mit Claudia aus Uelzen sind wir auch zum ersten Mal auf den Aussichtsturm der Dreik├Ânigskirche hochgestapft. Der Ausblick hat uns allen au├čerordentlich gut gefallen!
  • Im Februar waren Anna, Julia, Grit und ich auf dem Dresdner Winterzauber, um dort eine Runde Schlittschuh zu laufen und bei nicht nur einem Gl├╝hwein ausgiebig zu schnattern – all das haben wir v├Âllig unfallfrei geschafft!
  • An eine Wanderung in der S├Ąchsischen Schweiz mit Ines, Katrin, Kerstin und Lothar erinnerten die Karten f├╝r die Historische Kahnfahrt auf der „Oberen Schleuse“.
  • Mit Kathrin und Axel besuchten wir die Tissauer W├Ąnde in Tschechien … auch hier halfen die Eintrittskarten dem Ged├Ąchtnis auf die Spr├╝nge.
  • Die Sch├Ânheiten der S├Ąchsischen Schweiz f├╝hrten wir Lisa und Maria beim Wandern mit gr├Â├čtem Vergn├╝gen vor. Ein Mittagessen auf dem Lilienstein in der Felsenbaude geh├Ârte, wie die Rechnung in der Kiste beweist, ebenfalls dazu.
  • Kerstin aus Kaisitz bekam von uns zum Geburtstag einen Gutschein f├╝r eine Wanderung, welcher von ihr umgehend eingel├Âst wurde. Zur Belohnung gab es nach ca. 20 km ein Eis im Cafe Tortuga.
  • Meinen 10er-Gutschein der Salzgrotte habe ich lange genug und ├╝ber mehrere Jahre ausgedehnt, aber nun waren alle Sitzungen endg├╝ltig vorbei. Ab jetzt geht es wieder nur noch auf eigene Rechnung hin    standard
  • Jede Menge Tickets bezeugen, dass wir erneut an einigen Igeltouren teilgenommen haben. Die „Wahr “ und „Falsch“ Karten geh├Âren ├╝brigens auch zu solch einer Igel-Tour … Motto: „Alles L├╝ge oder was?“
  • Wir g├Ânnten uns auch dieses Jahr etwas Kultur bei diversen B├╝hnenprogrammen, Konzerten und Lichtspielh├Ąusern. Unsere Kinokarten zeigen allerdings, dass wir in Dresden nur insgesamt zwei Filme im Kino gesehen haben: „Unsere Erde 2“ und „Deadpool 2“ … das dritte Kinoeerlebnis hatten wir f├╝r insgesamt 40 Dollar in New York („The Grinch„) in ultragem├╝tlichen, elektronisch verstellbaren Sesseln mit Beinfreiheiten bis zur Fu├čspitze!
  • Mit Anna besuchte ich die Sonderausstellung „Monster & Mythen“ im Japanischen Palais.
  • Ebenfalls mit Anna war ich im Theaterst├╝ck „Azurro – wie z├Ąhme ich einen Italiener?“ im Boulevardtheater.
  • Im Boulevardtheater war ich auch mal mit Carsten, um das Programm „Superwomen“ von Gayle Tufts anzusehen. Die Frau macht allerdings nicht nur Comedy, sie kann auch hervorragend singen!
  • Das Programm „Gegendarstellungen“ von Max Uthoff sahen mein Mann und ich im Alten Schlachthof. Wir kennen und lieben diesen Kabarettisten aus der satirischen ZDF-Sendung „Die Anstalt“ … live auf der B├╝hne ist der Mann eine Wucht!
  • Nicht zu vergessen das gro├čartige Elif-Konzert mit Stephanie und einer Freundin, die gerade in Dresden zu Besuch waren.
  • Arbeitstechnisch besuchte ich Ende des Jahres eine Veranstaltung im Schlo├č Albrechtsberg, wo ich unter anderem die Veranstalterin der j├Ąhrlichen Hope-Gala pers├Ânlich kennenlernen durfte. Frau Klein ist eine unglaublich charismatische und dennoch sehr zug├Ąngliche Pers├Ânlichkeit!
  • Nat├╝rlich sind wir auch in diesem Jahr viel gereist. Aber eine Reise machte ich sogar ganz ohne meinen Mann. Es ging dienstlich in die Ukraine nach Kiew. Eine entsprechende SIM-Karte f├╝r das ukrainische Vodafone-Netz hat mein Mann mir ganz schnell besorgt, denn so konnten wir immer in Kontakt bleiben. Die Zeit nach getaner Arbeit vor Ort wurde unter anderem daf├╝r genutzt, abends mal zu einer „Carmen“-Auff├╝hrung zu gehen oder etwas mehr ├╝ber die ukrainische Geschichte im Freilichtmuseum „Mamayeva Sloboda“ zu erfahren. Meine Chefin, welche ich auf dieser Dienstreise begleitete, war jedenfalls von meiner Heimat sehr angetan!
  • Unseren 12. Hochzeitstag verbrachten wir diesmal in Miami, FL und wir haben uns in diese Stadt regelrecht verliebt! Sie hat Esprit!
  • Im Sommerurlaub haben wir uns einen langersehnten Traum erf├╝llt und besuchten innerhalb von vier Wochen die vier gr├Â├čten Hawaii-Inseln. Wir haben unwahrscheinlich nette Menschen kennen gelernt, haben an traumhaft sch├Ânen Str├Ąnden gebadet und geschnorchelt, waren auf dem Gipfel des h├Âchsten Berges im ganzen Pazifikraum (Mauna Kea) und damit am Ende den Sternen sogar so nah wie noch nie zuvor – kurzum es waren unvergessliche Tage!
  • Vor dem gro├čen Sommerurlaub g├Ânnten wir uns einen Tagesausflug zum Partwitzer See-Strand in der Lausitz – Karibikgef├╝hle k├Ânnen doch schon so nah sein    standard
  • In unserer unmittelbaren N├Ąhe entdeckten wir ein schmuckes Kleinod namens Klosterpark Altzella – einfach nur entspannend und bezaubernd!
  • Dass wir wie immer viel ausw├Ąrts essen waren, wei├č sicher jeder, der uns kennt    standard    eine Neuentdeckung in Dresden war f├╝r uns das karibische Restaurant „Turtle Bay“ … dort werden wir uns k├╝nftig wahrscheinlich immer wieder einmal blicken lassen. Dem Steakhaus „Estancia“ haben wir nach langer Zeit seit dem ersten entt├Ąuschenden Besuch eine zweite Chance gegeben – es hat sich auf jeden Fall gelohnt! Auch im „Raskolnikoff“ , wo wir uns mit Barbara zum Schwatzen getroffen haben, gab es viele leckere und gesunde Gerichte, vor allem mit Zutaten direkt aus der Region. Aber auch die mittlerweile lieb gewonnenen Lokale wie „Odessa“ , „Dschingiskhan“ , „El Rodizio“ , „Milchm├Ądchen“ , „Ballhaus Watzke“ , „Mama Afrika“ sowie B├Ąckereien mit Cafe in unserem Umkreis besuchten wir immer wieder mal. Von den unz├Ąhligen Freitagabenden beim D├Ânermann will ich erst gar nicht anfangen …

Ihr d├╝rft mir glauben, es ist nur ein kleiner Auszug der sch├Ânen und spannenden Erlebnisse des Jahres 2018. Es sind ja nur die, f├╝r welche es in der Kiste nachweislich einen Beleg gab und ich glaube sogar, nicht mehr alle auf dem Foto f├╝r den Blog wiedergefunden zu haben und habe sicherlich manches ├╝bersehen. Aber am Ende gibt es eben auch kein Kistenfutter f├╝r einen Schnatterabend mit guten Freunden, f├╝r einen Sonnenuntergang mit dem Mann meiner Tr├Ąume, f├╝r Spazierg├Ąnge, f├╝r Fototermine oder f├╝r einen Spielabend – daf├╝r hat man Tageb├╝cher, Bilder und, wenn die Zeit es zul├Ąsst, vielleicht auch mal wieder einen Jahresbericht    zwinker



2019 23.
Jan

Seit meinem letzten Blogeintrag ist inzwischen mehr als ein Monat vergangen – leider. Diese Tage waren aber eine sehr intensiv gelebte Zeit, mit diversen H├Âhen und einigen Tiefen.

Ich versuche mal, alles in K├╝rze zu fassen und zu berichten … mal schauen, ob es mir mit der ÔÇ×K├╝rzeÔÇť tats├Ąchlich gelingt.

Am 20.12. (Donnerstag) habe ich meiner VHS-Gruppe am Ende des Unterrichts sch├Âne Feiertage gew├╝nscht und bin flink gegen 20:30 Uhr nach Hause geradelt. Zu Hause habe ich nur kurz und schnell etwas gegessen und danach packten Carsten und ich noch fehlenden Utensilien in unsere zwei Reisekoffer. W├Ąhrend ich noch unterrichtete, hat mein lieber Mann bereits einen One-Way-Mietwagen abgeholt, mit welchen wir dann auch kurz nach Mitternacht gen Frankfurt am Main aufgebrochen sind. Dieses Jahr haben wir aufgrund der g├╝nstig liegenden Feiertage beschlossen, an zwei Arbeitstagen ebenfalls noch frei zu nehmen und somit f├╝r fast zwei Wochen zu verreisen. Unser Ziel hie├č New York City. Urspr├╝nglich wollten wir zwar auch noch beide Kinder mitnehmen, aber als wir sie fragten, hatten sie bereits ihre eigenen Pl├Ąne geschmiedet und so waren wir eben nur als P├Ąrchen unterwegs. Carsten m├Âchte gern noch seine eigene Sicht ├╝ber diese Reise schreiben, deshalb m├Âchte ich hier noch nicht zu viel erz├Ąhlen, um seine Story nicht zu verderben. Au├čerdem bem├╝he ich mich ja um K├╝rze …

Heiligabend verbrachten wir erst auf diversen Weihnachtsm├Ąrkten der Stadt und abends sahen wir im Kino einen zu diesem Tag sehr gut passenden Trickfilm an: ÔÇ×The GrinchÔÇť.

Carsten hat zwar beim Kauf der zwei Kinokarten etwas schlucken m├╝ssen (40 Dollar!), aber diese Wohnzimmeratmosph├Ąre hat so einen Preis sicherlich verdient:

Soooo viel Beinfreiheit hatten wir noch nie!!!

Hier sieht man auf der Leinwand noch die Werbung! W├Ąhrend des Films haben wir nat├╝rlich keine Aufnahmen gemacht ┬á ┬ástandard

Ausgerechnet am Silvesterabend hat es sehr heftig geregnet (insgesamt hatten wir aber auch nur zwei Regentage w├Ąhrend unseres gesamten Aufenthaltes – also wollen wir uns mal nicht beschweren) und als wir bei unserem abendlichen Ausflug um 21 Uhr┬ázur┬áGrand Army Plaza kamen, …

… um dort um Mitternacht das┬áFeuerwerk zu sehen, beschlossen wir kurzerhand, doch wieder zur├╝ck ins Hotel zu gehen. Zum einen weil wir mittlerweile trotz eines┬áRegenschirms klatschnass┬ágeworden sind und zum anderen, weil wir auf die Nachfrage, ob ein Feuerwerk tats├Ąchlich stattfinden wird, keine richtige Best├Ątigung vom Veranstalter kam … es sah somit sehr nach einer Absage aus.

Das Bild gibt die N├Ąsse an den Beinen und F├╝├čen leider nicht wieder, aber ihr k├Ânnt mir glauben, wir waren durch und durch bis auf die Haut nass!

So haben wir wenigstens den Menschen beim Jubeln auf dem Times Square im Fernsehen zugeschaut, waren aber im Gegensatz zu den seit Mittag auf dem Platz wartenden und sicherlich frierenden Massen in trockenen Sachen in unserem vertrauten Zimmer des Hotels in China-Town:

Am 1. Januar abends ging es zur├╝ck nach Hause und bereits am 3. Januar verdienten wir ganz munter wieder unsere Br├Âtchen und das Alltagsleben hatte uns erneut fest im Griff. Das erste Wochenende des Jahres verbrachte ich als erstes damit, meinen VHS-Unterricht gleich f├╝r drei Wochen vorzubereiten, denn die darauffolgenden Wochenenden waren bereits ÔÇ×verkauftÔÇť. Dazu kam noch jede Menge ├╝blicher Arbeiten, die man so um einen Jahreswechsel zu erledigen hat wie z.B. alle Kalender auf das neue Jahr anzupassen.

Die erste volle Arbeitswoche war zudem durch die Nachricht, dass Annas Hund Leon schwer krank geworden ist (Magen verdreht) und operiert werden wurde, ziemlich getr├╝bt. Irgendwie geh├Ârte „Spatzi“ ja inzwischen auch zu uns …

Am Freitagmittag, dem 11. Januar, als Carsten und ich bereits im Auto unterwegs waren, um unseren ukrainischen Wochenendbesuch in der Dresdener Neustadt abzuholen, kam der Anruf von Anna, dass Leon nach anf├Ąnglicher Besserung nun doch ├╝ber die Regenbogenbr├╝cke gegangen ist …

Da mussten sich Maria und ihr Freund Wowa noch etwas gedulden, weil wir unsere Route prompt abge├Ąndert haben und erst einmal zu Anna gefahren sind. Leon war schon am Vorabend und im Beisein der Tier├Ąrztin verstorben, aber trotzdem war sie nat├╝rlich noch tieftraurig und da war ein Abstecher Ehrensache – wir k├Ânnen es nur zu gut verstehen.┬áIch w├╝nsche, es geht ihm auf der anderen Seite des Regenbogens genauso gut, wie er es bei Anna hatte!

Nach dem Beileidsstopp bei Anna widmeten wir uns dann ganz dem Besuch aus der ukrainischen Stadt Dnipro. Maria war schon mal im Sommer bei uns, f├╝r Wowa war Dresden Neuland. Wir haben unser G├Ąstef├╝hrerprogramm daher so kombiniert, dass wir am Freitag das Schlo├č Moritzburg besuchten, denn das kennt jeder, der jemals ÔÇ×Drei Haseln├╝sse f├╝r Aschenbr├ÂdelÔÇť gesehen hat. Es hat geschneit und die ganze Anlage sah in der wei├čen Pracht genauso wie im Film aus!

Am Samstag gab es dann noch einen Stadtrundgang samt vieler Dresdner Sehensw├╝rdigkeiten …

… und am Sonntag brachten wir die beiden nach Potsdam zur├╝ck, wo sie f├╝r die zweite Woche ihrer Reise Stephanies WG-Zimmer bekommen hatten. Nach dem Besuch in Dresden war ihre Reise nach Deutschland auch schon zu Ende, denn bereits in der Nacht von Sonntag auf Montag ging es f├╝r die beiden zum Flughafen und von da zur├╝ck in die Ukraine.

Warum in Stephanies WG-Zimmer? Unsere Kleine befindet sich seit dem 6. Januar erneut in Bremerhaven, wo sie diesmal mit vier Monaten recht lange bleiben wird, da sie dort (hoffentlich) mit viel Elan an ihrer Bachelorarbeit werkelt. So konnte sie also ihr Domizil den Besuchern auf unsere Empfehlung hin ohne Probleme überlassen.

Aufgrund unseres New York-Trips und ihretwegen haben wir diesmal unser Familientreffen zur Auswertung des letzten Jahres sowie der ├ťbergabe der (versp├Ąteten aber nicht minder liebevollen) Weihnachtsgeschenke in den Norden verlegt. Kaum sind also Maria und Wowa weg und die OLCAs haben gerade mal eine Woche gearbeitet, folgt schon gleich am n├Ąchsten Wochenende wieder Reisestimmung.

Andrea haben wir auf der Hinfahrt noch schnell in Bremen von der Endhaltestelle ihres Flixbusses abgeholt und sind dann zu viert in ein angemietetes Loft am Neuen Hafen eingezogen. Stephanies Hostelzimmer w├Ąre f├╝r das bevorstehende OLCA-Familienwochenende sicherlich zu klein und auch zu ungem├╝tlich geworden. So hatten wir mit der Unterkunft nicht nur eine gemeinsame Wohnung zum Schlafen, sondern auch gleich noch eine ger├Ąumige K├╝che zum Kochen.

Wir haben uns am Samstag f├╝r den Besuch der Dauerausstellung Klimahaus Bremerhaven 8┬░ Ost, entschieden. Darin bewegt man sich von Halle zur Halle entlang des 8. L├Ąngengrades einmal um die Erdkugel, wobei man in den Teilen auch die entsprechenden Klimaverh├Ąltnisse, z.B. f├╝r die W├╝ste in Niger, die eisige K├Ąlte in der Antarktis oder auch das tropische Klima auf Samoa, hautnah sp├╝rt. Sehr zu empfehlen!

Zum Schlu├č durfte man auch noch auf das Dach des Geb├Ąudes, wo wir in der Januark├Ąlte bibbernd einen farblich umwerfenden Sonnenuntergang erleben konnten:

Am Sonntag haben wir vor der Rückfahrt nach Hause noch die Kugelbake besucht, ein aus Holz gebautes Seezeichen in Cuxhaven.

Diese Konstruktion markiert die M├╝ndung der Elbe in die Nordsee und im Vergleich zu diesem Teil der Elbe (das gegen├╝berliegende Ufer ist am Horizont nicht mal zu erkennen gewesen!) wirkt der Abschnitt in Dresden wie ein Rinnsal.

Ansonsten habe ich auch mal wieder den acht Geschichten der s├Ąchsischen Phrase4-Autoren lauschen d├╝rfen und mich dabei k├Âstlich am├╝siert. An dem Abend war Mike Altmann als Gastleser mit dabei und er ist zweifelsohne ein┬áverdammt┬águter Vorleser seiner witzigen Storys. Somit passte er also perfekt zu den ├╝brigen drei Stammautoren.

Die Flasche Wein hat diesmal Gabi gewonnen … sie hat am schnellsten von allen Anwesenden auf die nebenbei vorgelesene Phrase „Bestell es beim Universum“ reagiert:

Aber es w├Ąre ja sowieso irgendwie doof, wenn man mit der eigenen Phrase, denn diese habe ich im November abgeben d├╝rfen, gewonnen h├Ątte. Ich warte dann lieber auf die n├Ąchste M├Âglichkeit. Dass der Gewinnerwein gut schmeckt, hat auch Maria festgestellt, als wir die von mir bei der Novemberlesung gewonnene Flasche zusammen beim Schwatzen in unserer K├╝che leer gemacht haben:

Zwischen all den gerade beschriebenen Ereignissen und den ├╝brigen Alltagsaufgaben┬áhaben Carsten und ich zus├Ątzlich noch unsere Hochzeitstagsreise f├╝r dieses Jahr ausgesucht und gebucht. Diesmal geht es auf Madeira und ich freue mich schon wahnsinnig darauf. Es wird wohl kein Badeurlaub werden, daf├╝r ist die Insel nicht ber├╝hmt, aber es┬áwird bestimmt viel gewandert.

Wir haben uns in diesem Jahr auch ein paar Neuanschaffungen geg├Ânnt: Im Bett liegen unsere K├Âpfe nun auf neuen Kissen und im Keller steht mein neues Fahrrad. Davon gibt es noch kein Foto, es wird aber schnellstens nachgereicht, sobald ich mit Carstens Hilfe alle Details an meiner himmelblauen ÔÇ×GazelleÔÇť erg├Ąnzt habe – versprochen!

├ťbrigens: ich habe dieses Jahr beschlossen, mal eine Pause bei den Fotojahrespl├Ąnen einzulegen, denn noch habe ich die Projekte des vergangenen Jahres ja nicht mal zu Ende bringen k├Ânnen, weil ich die Ergebnisse hier noch nicht pr├Ąsentieren konnte. Manchmal muss man sich wohl oder ├╝bel die Zeit nehmen, endlich mal alles Liegengebliebene nachzuholen. Deshalb werde ich die n├Ąchsten 12 Monate dazu nutzen, die ÔÇ×altenÔÇť Projekte komplett abzuarbeiten und die Themenbereiche f├╝r das kommende Jahr (also 2020) abzustecken – andere nennen das mitunter „eine kreative Pause einlegen“.

Und wie fing euer Jahr 2019 an?



2018 19.
Dez

Unsere dritte Insel hei├čt offiziell Big Island of Hawaii, im allt├Ąglichen Sprachgebrauch gibt man sich aber schon mit Big Island zufrieden. Fl├Ąchenm├Ą├čig ist sie definitiv die gr├Â├čte von allen und geologisch die j├╝ngste. Dank unerm├╝dlicher Arbeit der auf dieser Insel sehr pr├Ąsenten und von den Einwohnern mit Hochachtung verehrten Feuer- und Vulkang├Âttin Pele w├Ąchst diese Insel auch heutzutage noch weiter. Man sieht zwar ├╝berall riesengro├če Felder mit Vulkangestein, aber Lavasteine nach Hause, geschweige denn au├čerhalb der Insel, mitzunehmen sollte man trotz der gro├čen Versuchung nicht. Pele kann es einfach nicht ausstehen, dass ihr Grund weggetragen wird. Der Legende nach werden Leute, welche dieses „Kapu“ (hawaiianisch f├╝r „Tabu“) missachten, so lange von Ungl├╝ck verfolgt, bis sie die Steine wieder zur├╝ckbringen oder gar zur├╝ckschicken.

Zu unserem Leidwesen war Pele auch gerade vor und w├Ąhrend unseres Besuches dabei, die Inselfl├Ąche Big Islands noch mehr zu vergr├Â├čern. Deswegen war auch ein Besuch im Volcano Park nicht m├Âglich, da aufgrund der Aktivit├Ąt des Vulkans Kilauea, wo Pele ├╝brigens ihren Wohnsitz hat, gro├če Gebiete im S├╝dosten der Insel abgesperrt oder nur f├╝r die Durchfahrt freigegeben waren. Aus dem Fernsehen kennen sicherlich viele die Spalten und Risse, aus denen Lavastr├Âme sich ihren zerst├Ârerischen Weg in Richtung Meer gebahnt haben, doch bei einem Vulkanausbruch setzen auch so manche Erdbeben Kr├Ąfte frei, die H├Ąuser unbewohnbar und ganze Museen unpassierbar machen.

Daf├╝r konnten wir auf dieser Insel einen anderen, gl├╝cklicherweise seit ca. 4.000 Jahren schlafenden Vulkan kennen und lieben lernen – den Mauna Kea. Wir haben schon von Deutschland aus eine gef├╝hrte Tour zum Gipfel dieses Vulkans gebucht und es keine Sekunde lang bereut. Der Mauna Kea ist mit etwa 4.207 m der h├Âchste Berg auf Hawaii. Mitunter kann man ihn aber auch als h├Âchsten Berg der Erde betrachten, denn wenn man seine H├Âhe nicht ab Normalnull, sondern ab dem Fu├č auf dem Meeresgrund bis zum Gipfel misst, kommt man auf ├╝ber 10.000 m! Bei der dreist├╝ndigen Auffahrt im klimatisierten Mercedes-Kleinbus ab Kailua-Kona auf Meeresh├Âhe mussten unsere Reisef├╝hrer insgesamt zwei l├Ąngere Zwischenstopps bis zum Gipfel auf 13,803 feet einlegen, damit wir uns zum einen an die immer d├╝nnere Luft gew├Âhnen und uns zum anderen immer w├Ąrmer anziehen konnten. Warme Parkas und Handschuhe hat man uns zum Gl├╝ck dort ausgegeben – wer f├Ąhrt schon mit einer dicken Winterausr├╝stung in den Urlaub auf Hawaii?

Da die Spitze des Vulkans oberhalb der Wolkengrenze liegt, befinden sich dort auch einige Observatorien und die darin stehenden Teleskope werden zu Forschungszwecken von insgesamt 11 Nationen betrieben. Man betrachtet den Gesamtkomplex als gr├Â├čte Sternwarte der Welt.

Wir konnten nat├╝rlich nicht in die Observatorien hineingehen, denn der F├╝hrer sagte etwas von ca. 50.000 US-Dollar Verlust bei jedem Tag ohne freie Sicht und Forschungen, aber stattdessen haben wir einen unbeschreiblich sch├Ânen Sonnenuntergang auf dem Mauna Kea erleben d├╝rfen!

Die Sonne fiel von oben in eine geschlossene Wolkendecke hinein, doch da sich darin eine relativ gro├če L├╝cke auftat, konnten wir den Sonnenuntergang dieses Tages innerhalb kurzer Zeit sogar zweimal sehen! Und dann dieses Rot am Himmel – einfach unbeschreiblich … hoffentlich geben es wenigstens die Fotos f├╝r euch wieder.

Dass es kurz danach aufgrund der ├äquatorn├Ąhe innerhalb von nur ca. 20 min stockdunkel wird, wussten wir alle, die wir schon so einige Sonnenunterg├Ąnge auf Hawaii erleben durften. Wir haben recht schnell danach den Gipfel in den beiden Tourbussen verlassen und wurden zusammen mit den anderen ca. 20 Touristen unserer Reisegruppe auf ein kleines Plateau etwas unterhalb der Bergspitze gebracht. Dort haben Maka und Ehitu, so die Namen unserer beiden Kleinbusfahrer und Reisef├╝hrer, zwei transportable und computergesteuerte Teleskope aufgebaut, um uns in den n├Ąchsten zwei Stunden einen wolkenfreien und dadurch sternen├╝bers├Ąten Himmel ganz nah zu zeigen und uns nebenbei viel ├╝ber Sternenbilder, Planeten und Galaxien n├Ąherzubringen.

Carsten und ich haben dadurch zum ersten Mal so richtig verinnerlicht, wie man die sichtbaren Planeten unseres Sonnensystems aufgereiht an einer Himmelsachse mit blo├čem Auge erkennt und konnten sogar Venus, Mars, Jupiter und Saturn durch das aufgestellte Teleskop genauer betrachten. F├╝r mich wurde dadurch ein Traum wahr, denn ich habe tats├Ąchlich die Ringe von Saturn in Echt gesehen! Au├čerdem habe ich gelernt, wie ich das Sternzeichen Skorpion am Himmel finde und auch, wie die Lage meines eigenen Sternzeichens, den Sch├╝tzen, zu ermitteln ist. Schade nur, dass man eine solche Pracht inklusive einer prall gef├╝llten Milchstra├če nicht mit einer Standardkamera einfangen und sich immer wieder an diesen Bildern erg├Âtzen kann. Aber ihr k├Ânnt euch sicherlich vorstellen, dass jegliche K├Ąlte schier zur Nebensache wurde.

Aber zur├╝ck zum Irdischen. Auf Big Island haben wir am l├Ąngsten verweilt und da die Insel wirklich gro├č und jede Ecke sehenswert ist, haben wir insgesamt zwei Unterk├╝nfte darauf gebucht: eine im Westen im ├ľrtchen Captain Cook und eine im Osten in der N├Ąhe der Hauptstadt Hilo.

Unsere ersten f├╝nf Tage waren wir im B&B von Svetlana und Lee – ein Traum!

Allein schon die Auffahrt zu dieser Unterkunft w├Ąre eigentlich einen gesonderten Blogeitrag inklusive Actionvideo wert.

Von der Hauptstra├če schl├Ąngelt sich ein unbefestigter, eher als off-road zu bezeichnender Weg mit ca. 1,5 km L├Ąnge und 125 H├Âhenmetern mitten durch riesengro├če Kaffeeplantagen ohne jegliche Z├Ąune und an nur zwei anderen H├Ąusern vorbei. Man f├Ąhrt da schon freiwillig ├Ąu├čerst langsam, zumal man keine weite Sicht nach Vorne hat und jederzeit damit rechnen muss, dass flinke Mungos oder ausgewilderte Schweinefamilien den Weg kreuzen k├Ânnten.

So haben wir auf diesem Abschnitt quasi unsere ersten Offroad-Erfahrungen mit dem kleinen und wendigen Jeep Wrangler (im Gegensatz zu Oahu und Kauai nur ein Zweit├╝rer und somit um einiges k├╝rzer) sammeln k├Ânnen, die wir dann bei den noch folgenden Gel├Ąndefahrten sehr gut anwenden konnten. Diese Zufahrt nahm einem jegliche Angst vor heftigem Hin- und Herwackeln, tiefen Schlagl├Âchern und Neigungen, bei denen man in Deutschland sicherlich Angst um sein Auto gehabt h├Ątte.

Diese Unterkunft k├Ânnen wir auf jeden Fall nur jedem weiterempfehlen! Abgesehen davon, dass Svetlana und ich auch noch eine andere gemeinsame Sprache als Englisch haben, sind die Gastgeber sehr herzlich, fr├╝hst├╝cken immer mit den G├Ąsten mit und teilen dabei nur zu gern ihr Wissen dar├╝ber, was man in dieser Gegend auf jeden Fall sehen und erleben sollte. Das Fr├╝hst├╝ck wird von Svetlana t├Ąglich frisch zubereitet und besteht nur aus nat├╝rlich, hier von der Insel stammenden Zutaten, welche sie oder Lee zuvor auch noch zum gr├Â├čten Teil aus dem eigenen Garten eingesammelt haben.

Generell ist dieses B&B ein hervorragendes Beispiel daf├╝r, dass man ein solches Unternehmen im Einklang mit der Natur f├╝hren kann: das Regenwasser wird gesammelt und zum Duschen und Waschen benutzt, das Essen kommt wie gesagt haupts├Ąchlich aus dem eigenen Garten bzw. von den direkten Nachbarn und die H├╝hner, welche f├╝r die t├Ąglich ben├Âtigten Eier sorgen, d├╝rfen sich tags├╝ber ungehindert im gro├čz├╝gig angelegtem Grundst├╝ck bewegen.

Dieses wiederum beheimatet aus unserer Sicht pure Exotik und uns in der Regel nur aus dem Supermarkt bekannte Erzeugnisse, wie z.B. Macadamia …

… Banane, Surinamkirsche …

… Brotfrucht, Taro, Papaya, Mango, Sternfrucht, Ananas, Lilikoi …

… und noch so vieles mehr.

Die andere Unterkunft lag im Osten der Insel, direkt an den Kulaniapia Falls.

Auch hier f├╝hrte ein sehr langer Weg, diesmal fast 6 km lang, von der Stra├če bis zum Schlafplatz durch riesige Macadamia-Plantagen, allerdings diesmal ├╝ber eine enge, daf├╝r sehr gut ausgebaute Teerstra├če. Wir haben uns f├╝r dieses Ressort vor allen Dingen deshalb entschieden, weil sich dort ein 36 m hoher Wasserfall in eine Art Badestelle ergie├čt, wobei sich beides in direkter N├Ąhe zur Unterkunft befindet. So hat man zum Beispiel schon von der Fr├╝hst├╝cksterrasse einen fantastischen Blick auf die herabst├╝rzenden Wassermassen und das best├Ąndige Rauschen wiegte uns abends immer zuverl├Ąssig in den Schlaf.

Da die ganze Gegend Privatgel├Ąnde ist, hat man beim Baden eben auch keine Massen an Mitbadenden zu erwarten. Das Baden musste allerdings schon morgens beim Personal angek├╝ndigt und die lebensrettenden Hinweise per Unterschrift von allen Schwimmern best├Ątigt werden – Amerika und seine (Haftungs-)Gesetze! Die insgeheim gehegte Erwartung an diesen Ort der Ruhe hat sich am Ende aber mehr als erf├╝llt, denn bei unserem Badegang hat sich au├čer uns nur eine Familie mit erwachsener Tochter dorthin bewegt, aber sie haben sich doch nur kurz ins Wasser getraut. So hatten wir gr├Â├čtenteils die ganze Natursch├Ânheit nur f├╝r uns. Dabei lernten wir unter anderem recht flott, wie die sehr doch die stetigen Str├Âme des Wasserfalls unaufh├Ârlich in Richtung des Abflusses oder an den Uferrand schieben k├Ânnen, sodass ein direktes Schwimmen zum freien Fall selbst fast unm├Âglich war.

Zum Gl├╝ck gab es dort ein Kanu, mit dessen Hilfe und Carstens Armkraft schafften wir es endlich mal, ganz nah an den Wasserfall bzw. direkt unter ihn zu kommen – ein einmaliges Erlebnis!

Das Element Wasser war auf dieser Insel endlich so eine Art von Begleiter, wie wir es uns von Hawaii erhofft hatten. So gibt es auf Big Island unglaublich viele und traumhafte Str├Ąnde.

F├╝r jeden Geschmack ist etwas Passendes dabei, egal ob man lieber Schnorcheln oder nur Baden wollte.

Insbesondere von den Vertretern der hiesigen Tierwelt wurden wir so richtig verw├Âhnt.

Neben den vielen atemberaubenden Schnorchelspots mit ├╝ppigen Korallenb├Ąnken und den vielen bunten Fischen darin …

… waren auch immer mal Schildkr├Âten im Wasser oder am Ufer pr├Ąsent.

Und obwohl wir uns inzwischen schon so sehr an sie gew├Âhnt hatten, entglitt uns doch noch immer wieder ein „Schau da!“ wenn man eine entdeckte.

Alleinig auf dieser Insel haben sich uns zwei andere Tierarten gezeigt, die es ausschlie├člich wohl nur auf Hawaii gibt: Spinnerdelphine und Hawaii-M├Ânchsrobben.

W├Ąhrend wir das Treiben der Delphine nur aus der Ferne vom Ufer aus beobachten konnten und uns trotzdem sehr an den verr├╝ckten Spr├╝ngen des Nachwuchses erfreuten, sahen wir einer der ├╝beraus seltenen M├Ânchsrobben (man sch├Ątzt die weltweite Gesamtpopulation dieser akut vom Aussterben bedrohten Art auf nur ca. 600 bis 1400 Tiere) knapp eine Stunde lang aus n├Ąchster N├Ąhe zu, wie sie sich m├╝hevoll aus dem Wasser auf den Sandstrand ├Ąchzte, w├Ąlzte oder robbte – je nachdem, wie man dieses augenscheinlich Kraft zehrende Bem├╝hen bezeichnen m├Âchte.

Als sie es dann endlich schaffte und sich zum Schlafen legte, kamen zwei junge Frauen vorbei und haben dieses Areal weitr├Ąumig mit F├Ąhnchen und Hinweisschildern abgesteckt, damit auch ja keiner die Ruhephase des Tieres st├Ârt. Wir haben mal eine der M├Ądels gefragt, ob und wie sie gewusst haben, dass die Robbe hier rauskommen wird, aber f├╝r die Hawaiianer ist der Schutz dieser und anderer Tiere nicht nur eine Sache der Ranger. Wenn jemand ein solches Tier in Strandn├Ąhe sieht, ruft man eine offensichtlich sehr bekannte Telefonnummer an und man bekommt sofort die Info, wo sich in unmittelbarer N├Ąhe Schilder und Absperrb├Ąnder zum Abstecken der Umgebung finden lassen. So kann am Ende jeder etwas dazu beitragen, dass sich diese Meeresbewohner am Strand ungest├Ârt erholen k├Ânnen.

Insbesondere f├╝r die einheimischen Schildkr├Âtenarten, M├Ânchsrobben und Spinnerdelfine gibt es rigorose Gesetze, die mitunter Strafzahlungen von bis zu 25.000 US-Dollar vorsehen – allein schon das Ber├╝hren bzw. Streicheln oder Festhalten der Tiere kann zu solchen Geldbu├čen f├╝hren.

Ein anderes Tierchen ist auf dieser Insel zwar ebenfalls allgegenw├Ąrtig, wird von den Einheimischen aber nicht besonders beliebt – der Coqui-Frosch, kurz Coqui. Diese kleinen, nur ca. 2,5 cm gro├čen, braunen Fr├Âsche fangen mit ihrem Quaken an, sobald es dunkel wird, was auf Hawaii demnach schon um 18:30 der Fall ist. Ab da rufen sie so lange nach einer Partnerin, bis sich eine ihrer erbarmt … dies kann mitunter aber auch gut und gern mal die ganze Nacht dauern. Nicht schlimm? Ihr hochfrequentes Quaken (entsprich in etwa ihrem Namen: „Kookii“) erreicht eine Lautst├Ąrke von fast 100 Dezibel … und das eben die ganze Nacht von zig dieser Tierchen.

Da es auf dieser Insel f├╝r sie keine nat├╝rlichen Feinde gibt, haben sie sich diese eingeschleppten Puertoricaner seit den 90ern rasend schnell ├╝ber die gesamte Insel verbreitet und sorgen seit ca. 2005 f├╝r zahlreiche Beschwerden bei Touristen und Einheimischen. Wir hingegen hatten selbst mit ihnen keine Einschlafprobleme, auch nicht im unaufh├Ârlichen Duett mit dem Rauschen des Wasserfalls – Gott sei Dank.

Apropos Str├Ąnde. Auf Big Island gibt es sie gleich in zig verschiedenen Farben.

Die wei├čen, gelben und schwarzen Sandstr├Ąnde kannten wir bereits, aber einer mit gr├╝nem Sand?! Da mussten wir nat├╝rlich hin. Uns wurde schon im Vorfeld berichtet, dass es nicht besonders empfehlenswert ist, den ca. 4,5 km langen Weg zwischen Parkplatz und dem Strand mit dem eigenen Auto zur├╝ckzulegen, denn hier braucht man wahre Off-Road-Kenntnisse und vor allem eine genaue Vorstellung davon, wo es eigentlich lang geht und welche der labyrinthartigen Pistenarme zum unausgeschilderten Ziel f├╝hrt.

Man kann also entweder eine Stunde immer der K├╝ste entlang bei starkem Wind und sengender Sonnenhitze wandern oder sich f├╝r 20 US-Dollar pro Person von dem auf dem Parkplatz wartenden Einheimischen mit ihren T├ťV-untauglichen Pickups in ca. 20 min hinbringen lassen.

Urspr├╝nglich wollten wir sogar wandern, aber es ist ein sehr hei├čer Tag gewesen und Schatten ist auf der gesamten Strecke nicht zu erwarten. Zudem wollten wir nicht zu viel Zeit vertr├Âdeln und daher lie├čen wir uns auf die fremdgesteuerte Abenteuerfahrt ein. Das war „unser“ Zubringer.

Als unser Fahrer genug Passagiere f├╝r seine Kabine und stehend auf der Ladefl├Ąche (!) zusammen hatte, fuhren wir los.

Abenteuer pur! Eine Achterbahn kann dagegen sogar schon etwas blass aussehen!

Unser Fahrer kannte seine Wege, brachte uns gesch├╝ttelt (nicht ger├╝hrt) sicher ans Ziel und wartete geduldig knapp eine Stunde auf unsere Truppe, w├Ąhrend diese sich die weltweite Rarit├Ąt aus n├Ąchster N├Ąhe ansah. Die gr├╝ne Farbe hat der Sand durch das Mineral Olivin erhalten und dass dieses Mineral ausgerechnet hier vorkommt, haben wir – wie kann es anders sein – einem Vulkan zu verdanken.

Der Maunaloa-Schlackenkegel ist sogar jetzt noch ein zuverl├Ąssiger Lieferant von Olivin, welches am Ende nicht nur daf├╝r sorgt, dass der gesamte Strand olivgr├╝n aussieht, sondern auch ein leicht metallisches Glitzern in den Sandk├Ârnern hervorruft. Wenn man den nassen Sand in der Hand h├Ąlt, k├Ânnte man meinen, man h├Ąlt goldhaltige Kristalle in den H├Ąnden und die in jedem befindlichen, rudiment├Ąren Goldgr├Ąbergene rufen zum Herauswaschen auf. Kein Foto kann dieses dezente Glitzern wiedergeben – das muss man einfach mit eigenen Augen gesehen haben!

Kurz vor dem Green Sand Beach kamen wir an einem anderen Punkt auf dieser Insel vorbei, den man unbedingt gesehen haben muss. Am South Point steht man n├Ąmlich am s├╝dlichsten Punkt der gesamten Vereinigten Staaten von Amerika.

Wenn man dort steht, sieht man eigentlich fast nichts anderes als Ozean und Himmel sowie die Wagemutigen, welche von einer Rampe 12 m von den Klippen in die Tiefe springen, um danach eine wenig vertrauenserweckende und kraftraubende H├Ąngeleiter wieder hoch zu klettern.

Damit haben wir dieses Jahr also beide, als s├╝dlichster Punkt der USA bezeichnete Orte gesehen – zum einen im Februar auf Key West in Florida (Festland) und hier nun South Point auf Big Island (absolut).

Ein f├╝r uns immer wieder sehr wichtiges Thema haben wir bislang noch gar nicht erw├Ąhnt: das Essen. Auf Big Island sind wir in den Genuss von vielen hiesigen Sachen gekommen, die wir zuvor so noch nicht probieren konnten. Zum Beispiel Kona-Kaffee, den wir auf unserem Weg zum B&B von Lee und Svetlana sogar beim Wachsen zugucken konnten …

… Wei├če Ananas, die nur auf dieser Insel w├Ąchst und aufgrund des weitaus geringeren S├Ąuregehaltes als in anderen Sorten sehr viel s├╝├čer und angenehmer schmeckt …

… sowie die oben schon erw├Ąhnten Macadamia-N├╝sse, die man sicherlich auch frisch gepfl├╝ckt selber knacken k├Ânnte, wenn die Schale nur nicht so hart w├Ąre. Wir lernten Lilikoi, die hiesige Passionsfrucht, n├Ąher kennen und meine hei├čgeliebten Strawberry Guavas habe ich sogar auf dem R├╝ckweg vom Wasserfall zum Resort eigenh├Ąndig einsammeln k├Ânnen.

Von den Fr├╝chten der Natur mal einen Schwenk zu weiteren ganz besonderen Essenshighlight, die wir einheimischen M├Ądels zu verdanken haben. Wir wollten eigentlich schon lange ein typisches hawaiianisches Gericht namens Laulau (in Bananenbl├Ąttern gegartes Schweinefleisch) probieren, aber es hat nie geklappt, denn entweder war der Laden schon zu oder das Laulau kurz vor uns ausverkauft. Rene und Sharrie haben wir per Zufall im Kulaniapia Ressort kennengelernt, wo sie einen Bekannten besuchten und im typisch amerikanischen Smalltalk erw├Ąhnten wir wohl auch unser Pech mit dieser Spezialit├Ąt. Wir waren am n├Ąchsten Morgen sehr ├╝berrascht, als Sharrie bei unserem Fr├╝hst├╝ck auftauchte und einen von vier Laulau mitbrachte, die sie am Vorabend selbst von den Nachbarn geschenkt bekamen und den einen eben nicht mehr aufessen konnten.

Sie hat auch gleich alles Notwendige mit dem K├╝chenpersonal des Hotels gekl├Ąrt und somit kamen wir endlich in den Genuss dieser absolut leckeren, hawaiianischen Spezialit├Ąt.

Schon beim allerersten Aufeinandertreffen am Vorabend haben uns Rene und Sharrie bei einem anderen Essensexperiment unterst├╝tzt, denn wir erz├Ąhlten ihnen, dass wir auch das auf Hawaii so beliebte Dosenfleisch namens Spam probieren wollten und daf├╝r extra mal eine solche Dose im Supermarkt gekauft haben.

Allerdings waren die beiden Einheimischen sehr ├╝berrascht, dass wir es roh (aus der Dose) essen w├╝rden, denn hierzulande wei├č jeder, dass eine Scheibe Spam angebraten werden muss. Sharrie ├╝berzeugte Carsten, seine Dose aus dem Zimmer zu holen, w├Ąhrend sie den in der offenen K├╝che an einem erstklassigen Mehrg├Ąngemen├╝ werkelnden Koch ├╝berzeugte, nebenbei doch bitte auch unseren Spam anzubraten. Am Ende haben wir den direkten Test zwischen zwei rohen und mehreren gebratenen Scheiben gehabt und m├╝ssen nat├╝rlich wir dem hawaiianischen Volk Recht geben, denn in diesem f├╝r uns au├čergew├Âhnlichen Zustand kann man das bei uns wohl am ehesten mit Fr├╝hst├╝cksfleisch vergleichbaren Schnellimbiss sogar richtig genie├čen.

Mein pers├Ânliches, alkoholisches I-T├╝pfelchen war an diesem Abend noch ein auf Maui hergestellter Ananaswein – fruchtig, leicht und lecker! Damit wusste ich schon, was ich auf der n├Ąchsten Insel gerne wieder trinken w├╝rde, auch wenn es den Einheimischen eher nach franz├Âsischen, spanischen und italienischen Weinen gel├╝stet. Das war in dem Glas neben den Strawberry Guavas    standard

Ich k├Ânnte noch seitenweise so weitermachen! Aber wirklich alle Dinge aufzuz├Ąhlen, die wir allein auf dieser Insel gesehen haben und erleben durften, w├╝rde den Rahmen eines Blogeintrags noch mehr sprengen, als es ohnehin schon bis hier der Fall ist. Deshalb kann ich leider weder auf das St├Ądtchen Hilo …

… noch auf die Vulkanlandschaft Kahuku Unit als ein besuchbarer Ableger des Volcanoes Nationalpark …

… auf mehrere Panoramastra├čen entlang der K├╝ste …

… auf diverse Wasserf├Ąlle …

… oder auf die von uns besuchten, zahlreichen Str├Ąnde n├Ąher eingehen …

Sehenswert war aber alles davon!



2018 10.
Dez

Wie jeder hierzulande ganz bestimmt aus eigener Erfahrung wei├č, f├╝llt sich der Kalender im Dezember in Windeseile und  – zack! – hat man diverse Weihnachtsmarktbesuche und andere Jahresendveranstaltungen auf dem Tagesplan. Da geht es auch uns OLCAs nicht anders    standard

Am Montagabend traf ich mich mit 3 ehemaligen Kollegen am Schwibbogen vor dem Striezelmarkt.

Wir tranken ein Gl├╝hbier hier, ein Gl├╝hwein da und tauschten uns ├╝ber die vielen Dinge des (Arbeits-)Lebens und Erlebnisse aus. Die Zeit verging wie im Fluge und wir haben uns mit dem Versprechen verabschiedet, uns im Neuen Jahr wieder zu treffen … nicht erst am Ende 2019.

Am Dienstag verschwand Carsten nach getaner Arbeit mit seinen Kollegen zum allj├Ąhrlichen Jahresendbowling. Ich wollte nicht allein die Bude h├╝ten und nutzte die Zeit, mal in aller Ruhe ein paar Kleinigkeiten f├╝r unsere Familie und f├╝r den Freundeskreis zu besorgen. Abends in der Woche kann man auch in der Innenstadt von Dresden sehr entspannt shoppen    standard

Am Donnerstag war Nikolaustag und ich habe bereits am Vortag in meinem Adventskalender folgende Aufgabe gefunden:

Der Naschkram f├╝r meine Kollegen war schon l├Ąngst besorgt und wartete lediglich auf seinen Einsatz. Aber die Idee mit den Nachbarn war neu und so spendierte ich ganz anonym eine Packung Kekse an unsere hilfsbereiten Nachbarn von gegen├╝ber. Die T├╝te habe ich gleich nach dem Aufstehen, noch ungek├Ąmmt und im Schlafanzug, vor die T├╝r gestellt.

Als ich eine dreiviertel Stunde sp├Ąter zur Arbeit ging, waren die Kekse weg. Meine Anonymit├Ąt habe ich allerdings beim Nachbohren durch den Nachbar schon am n├Ąchsten Abend aufgeben m├╝ssen, denn sonst h├Ątte die Nachbarin die Kekse wahrscheinlich weggeworfen. Warum ? Weil man bei derartigen Fundst├╝cken vor der eigenen T├╝r ja nicht immer nur Gutes vermutet    zwinker    so werden diese nun hoffentlich nach und nach bei einem Tee oder Kaffee mit Genuss vernichtet.

Meine Geschenke an die lieben Kollegen waren gleich nach meiner Ankunft im B├╝ro verteilt und danach bin ich wie jeden Morgen zum Sport ins firmeneigene Fitnessstudio verschwunden. Als ich zur├╝ck kam, fand ich auf meinem Schreibtisch den Beweis, dass ich nicht umsonst geschwitzt habe, denn der Nikolausausgleich f├╝r die verbrannte Kalorien war ├Ąu├čerst verlockend:

Noch gibt es davon ein paar ├ťberlebende, mal sehen wie lange noch    zwinker

Am Donnerstag, w├Ąhrend ich meinen Sch├╝lern die Bedeutung von Gesten im russischsprachigen Kulturkreis erkl├Ąrte, kamen Andrea und Karl aus Leoben nach Dresden und blieben bis Samstagmittag im Apartamento OLCA. Ein Grund ihres Besuches war das Einl├Âsen des Weihnachtsgeschenkes vom letzten Jahr – wir haben von den beiden eine Gallo Pinto Box von Reishunger bekommen und mussten das Versprechen abgeben, dass sie dieses Gericht f├╝r uns kochen d├╝rfen. Jetzt war es endlich soweit und am Freitag haben wir ausnahmsweise auf unseren sonst traditionellen Besuch beim D├Ânermann verzichtet. W├Ąhrend Carsten und ich im Kaufland den Wochen(end)einkauf erledigten, wurde in der K├╝che flei├čig geschnitten, gebraten und gekocht:

Das Ergebnis lie├č sich aber nicht nur sehen, sondern wurde auch mit viel Genuss gemeinsam vernichtet, um anschlie├čend gut gelaunt mit den vollen Bauch noch lange am Tisch zu sitzen und zu quatschen.

Es war am Ende so reichlich, dass wir es nicht mal zu viert geschafft haben, alles aufzuessen!

Als die Kinder ihr Gep├Ąck Samstagmittag im Mietwagen verstaut hatten, um noch zu Karls Familie ├╝berzusiedeln, nahmen sie uns einen Teil des Weges mit und lie├čen uns am Albertplatz in der Dresdener Neustadt raus. Wir haben uns dort n├Ąmlich mit Claudia aus Uelzen verabredet. Ihre Orangenh├Ąlfte Jan war zwar noch arbeitstechnisch besch├Ąftigt, sollte aber schon etwas sp├Ąter zu uns dazusto├čen, um danach noch gemeinsam ein paar Dresdner Weihnachtsm├Ąrkte abzuklappern.

Angefangen haben wir aber nur mit Claudia beim Augustusmarkt, schlie├člich befindet sich der Zugang dazu direkt am Albertplatz.

Sie war sogar schon vor uns da und hatte bereits entdeckt, dass man in der benachbarten Dreik├Ânigskirche auf den Turm steigen k├Ânnte. Zuerst haben wir uns aber die Kirche von Innen angesehen. Ich war schon einmal im November 2012 zu einem Auftritt von Cecile Corbel mit Andrea dort, habe mir aber nat├╝rlich nicht sehr aufmerksam das Ambiente bzw. Drumherum angesehen. Jetzt hatten wir sehr viel mehr Zeit daf├╝r und konnten sogar die ausgelegten Informationen studieren.

Der Aufstieg auf den Turm war nicht schwer zu bew├Ąltigen und schon bald standen wir im Wind und genossen beim klaren Himmel einen hervorragenden Weitblick ├╝ber die gesamte Stadt.

Die Sonne legte sich ebenfalls sehr ins Zeug, so dass man der Versuchung kaum widerstehen konnte, ein paar w├Ąrmende Sonnenstrahlen die inzwischen fast nur noch B├╝roluft gewohnte Haut streicheln zu lassen.

Wie vor einer Woche mit Jesus, haben wir auch mit Claudia und Jan die aus unserer Sicht wichtigsten Weihnachtsm├Ąrkte von Dresden besucht: M├╝nzgasse, Stallhof, Frauenkirche und Striezelmarkt. Zwischenzeitlich hat es mal ganz kurz geregnet, was wohl zu einer deutlichen Besucherreduktion f├╝hrte. Wir fanden es richtig gut, denn so mussten wir es nicht immer wieder hinnehmen, uns von anderen Menschen durch die G├Ąnge regelrecht weiterschieben zu lassen, sondern konnten unsere Wege zu und Stopps an interessanten Marktst├Ąnden selber bestimmen.

Insgesamt waren wird am Ende gute 8 Stunden auf Achse. Zwischendurch sind wir aber immer wieder mal in umliegenden Restaurants gelandet, um sitzen zu k├Ânnen, ohne Umst├Ąnde und Bezahlung Toiletten zu besuchen und auch mal etwas anderes zu essen, statt das, was sonst so typischerweise auf den Weihnachtsm├Ąrkten verkauft wird. Wir merkten aber auch bei dem Speiseangebot der ans├Ąssigen Gastronomie den starken Einfluss der besonderen Jahreszeit. Man m├Âchte eben Traditionelles mit Innovativen mischen und so habe ich mich mal an eine Spekulationsschokolade rangetraut und fand diese sehr lecker!

Auch der Gebratene Stollen hat mich sehr positiv ├╝berrascht … das Vanilleeis und die Kirschen haben sich dabei als ├Ąu├čerst gute Beilage erwiesen:

Ihr merkt, egal, wohin man schaut, bekommt man starke Weihnachtsimpulse und st├╝rzt sich daraufhin freiwillig und voller Elan in den unumg├Ąnglichen Trubel im Dezember. Bis zum Heiligabend stehen bei mir noch mindestens zwei weitere Weihnachtsmarkttreffen mit Freunden auf dem Plan – das wird bestimmt nicht weniger sch├Ân und lustig als bisher!

Meinen Lesern w├╝nsche ich gestern einen sch├Ânen 2. Advent gehabt zu haben! Immer sch├Ân dran denken: in zwei Wochen schon ist Heiligabend und in drei Wochen sogar das Ende dieses Jahres. Wie schnell dieses Jahr doch die Zeit verging!!!



2018 02.
Dez

In den letzten Tagen und Wochen war ich erneut in so viele Sachen eingebunden, dass ich hiermit eine kleine Verschnaufpause suche, um alles in Ruhe mal Revue passieren zu lassen.

Die Wetterkapriolen mit t├Ąglich ver├Ąndernden Temperaturen haben leider einen sehr schlechten Einfluss auf mein Immunsystem gehabt. Ich musste eine reichliche Woche mit einer Bronchitis leben und eifrig gegen diese mit allen verf├╝gbaren Mitteln wie Schlaf, Kr├Ąutertee mit Honig, Inhalieren & Co ank├Ąmpfen. Seit geraumer Zeit kann ich aber stolz berichten, dass ich aus diesem Gefecht als stolze Gewinnerin hervorgegangen bin … mehr wird jetzt auch nicht mehr gejammert.

Wie ich schon schrieb,  es war erneut reichlich los in meinem Leben. Neben der Arbeit habe ich nach wie vor donnerstags einige erwachsene und zum Teil schon pensionierte Lernwillige in der VHS vor mir sitzen, die ich in die Geheimnisse der russischen Sprache einweihen darf. Ich bin, wie es sich nun mal f├╝r eine vorbildliche Lehrerin geh├Ârt, so gut wie immer als erste da und genie├če dann noch ein wenig die Ruhe vor dem Sturm    standard

Aber man hat ja zum Gl├╝ck nicht nur die Arbeit im Kopf, egal wie viel Spa├č sie auch macht    zwinker    deshalb ab hier meine kleinen, als Update gedachten Geschichten aus der Freizeit:

Ines und Torsten haben Carsten zum Geburtstag ein gemeinsames Bowling-Event geschenkt – dieses wurde nun im November eingel├Âst:

Und wie es so ist, in jeder Gruppe muss es einen geben, der konsequent den letzten Platz belegt – ich habe diese Rolle wie so oft beim Bowlen ziemlich schnell an mich gerissen. Doch meinem Spa├č mit einer Kugel und 10 Pinnen samt netten Menschen um einen herum tat es dennoch keinen Abbruch:

Zum Gl├╝ck war Ines punktetechnisch stets ziemlich in meiner N├Ąhe, wenn auch immer recht knapp vor mir. Die Zeit dazwischen konnten wie vier nutzen, um ausgiebig von Angesicht zu Angesicht zu quatschen und hin und wieder wieder einen Ausflug zum mit inbegriffenen Brunchbuffet zu unternehmen. Zudem gaben wir uns stets der ein oder anderen Fotopose oder Bl├Âdelei („Strikemaker“ – pah ! Nicht mit mir !!!) hin:

Da der deutsche November in diesem Jahr ├╝berraschend warm und sehr h├Ąufig sonnig war, konnten wir nach dem Spiel noch locker und vergn├╝gt im Freien spazieren und genossen die kr├Ąftigen Herbstfarben:

Zudem war der Tag perfekt f├╝r einen Besuch in einem nicht weit entfernten Eiscaf├ę, wo ich zu meinem Eisbecher auch gleich mal meinen ersten Gl├╝hwein der Saison bestellte – man muss ja der Jahreszeit dennoch irgendwie Tribut zollen    zwinker

Apropos Wein. Am 20. November verbrachte ich wie so oft, einen Abend in der „ver├Ąnderbar“ in der Neustadt, um den Geschichten der Phrase4-Autoren zu lauschen. Diesmal habe ich als einzige aus dem gesamten Publikum die gesuchte Phrase in einer der Storys wiedererkannt. Niemand, eigentlich auch ich erst nach einigem Gr├╝beln, haben damit gerechnet, dass die gesuchte Phrase des Abends („nur kurze Sprints“) bereits in der allerersten Geschichte, geschrieben und gelesen von Henning H. Wenzel, vorkommen wird. Deshalb habe ich sogar erst bis zum letzten Wort der Story gewartet und anschlie├čend ganz brav wie in der Schule meine Hand hochgehoben, um zu fragen, ob ich richtig geh├Ârt habe. Habe ich in der Tat und somit durfte ich eine der beiden Flaschen mit nach Hause nehmen und mir gleich auch noch eine neue Phrase f├╝r das n├Ąchste Mal ausdenken:

Mal sehen, wer diese w├Ąhrend der Januarlesung aus einer der 8 Kurzgeschichten heraush├Ârt    standard

Am Wochenende vor meinem Geburtstag kam Stephanie zu uns zu Besuch. Da man als Student und vor allem nicht f├╝r sich allein den Aufwand betreibt, einen Braten zu machen, gab es diesen auf Wunsch einer einzelnen Dame eben am Sonntag bei den Eltern – nat├╝rlich mit allem, was dazugeh├Ârt:

F├╝r das Geburtsgasessen am Montag entschieden wir uns allerdings zur Ausw├Ąrtsvariante und wir nahmen das AYCE-Rippchen-Angebot im „Rauschenbach Deli“ gern als Anlass, dort (nur) zu dritt anzurauschen:

Eine famili├Ąre Vollzusammenkunft klappt eben nicht immer – vor allem nicht, wenn eines der Kinder aus dem nahen Chemnitz vor Kurzem ins bergige Ausland gezogen ist. Andrea kommt somit erst n├Ąchstes Wochenende nach Sachsen und wir werden ein klein wenig nachfeiern.

Mitte Oktober hatte ich ja bereits geschrieben, dass meine Kinder mir ihr Geschenk schon „verraten“ haben. Ich erhielt eine Patenschaft ├╝ber (m)ein Tief, welches nach mir benannt wurde. Jetzt, zum Geburtstag, bekam ich zusammen mit anderen netten Sachen noch die gesamte Lebensgeschichte dieses Tiefs nachgereicht. Daraus entnehme ich, dass ich mich bei den Briten, Schotten und Norwegern aufrichtig f├╝r das Benehmen meines Patenkindes entschuldigen muss, denn dort sorgte das Tief f├╝r viel Regen und einen heftigen Sturm, w├Ąhrend wir uns in Deutschland zeitgleich der W├Ąrme des Hochs Viktor vergn├╝gen konnten. Wer Interesse hat, kann mich gerne kontaktieren und ich lasse ihm die Biografie per Internet zukommen.

Ja, der 26.11. wurde mal wieder f├Ąllig und ich bin somit erneut um ein Jahr ├Ąlter. Doch ich war wieder sehr ger├╝hrt und ├╝berrascht, wie viele Menschen an meinen Geburtstag gedacht haben und mir gratulierten. Die Geschenke waren sowohl im ├╝bertragenen als auch im direkten Sinne einfach b├Ąrig!

Ein ganz herzliches Dankesch├Ân nochmals an alle, die mich in dieser Woche angerufen haben, vorbeigekommen sind, mir ganz klassische Post geschickt haben und nat├╝rlich alle Mittel der modernen Kommunikation nutzten, um mir Gesundheit und viel Gutes f├╝r das n├Ąchste Lebensjahr zu w├╝nschen – ihr seid einfach klasse!

Meine diesj├Ąhrige Adventszeit begann ein paar Tage vorher mit einem ├ťberraschungspaket aus ├ľsterreich – Andrea hat es geschickt:

Der Inhalt sind 24 kleine Pappboxen mit diversen Kleinigkeiten meiner Gro├čen. Ich bin echt gespannt, was sie sich so alles ausgedacht hat. Am ersten Dezember gab es Schokob├Ąrchen und einen „Women’s Energy“-Tee. Heute durfte ich eine kleine Aufgabe l├Âsen: etwas Lustiges im Internet oder drau├čen suchen und das mit meiner Familie teilen. Ich habe mich daf├╝r entschieden:

… das Bild habe ich gestern in der Neustadt gemacht.

Carsten und ich waren Freitag und Samstag viel unterwegs, um Jesus unser sch├Ânes Dresden zu zeigen und gleich auch mal ├╝ber die vielen Weihnachtsm├Ąrkte zu tingeln. Diesen Gast aus Miami haben wir im Februar w├Ąhrend unseres Urlaubs in Florida ├╝ber die Couchsurfing-Plattform kennengelernt. Er stammt urspr├╝nglich aus Venezuela und sein Name, welcher in Gegenden mit spanischem Einfluss keinesfalls so exotisch wirkt wie bei uns in Deutschland, wird „Chessuss“ ausgesprochen – wir konnten ihn also sehr unauff├Ąllig bei unseren Rundg├Ąngen rufen bzw. ansprechen, ohne gleich ├Ąu├čerst ungl├Ąubige Blicke auf uns zu ziehen. Derzeit wohnt und arbeitet er in Frankfurt und nutzte somit die Gelegenheit, um einmal nach Dresden zu kommen, sich die Stadt anzusehen und ├╝ber die diversen Weihnachtsm├Ąrkte zu schlendern.

Wer z.B. mal den Zwinger ganz f├╝r sich allein, ohne alle anderen Touristen haben m├Âchte, muss wohl an einem Freitagmittag dorthin gehen … idealerweise vielleicht im November    standard

Wir haben an den beiden letzten Tagen den Striezelmarkt, das Stallh├Âfische Adventsspektakel, den Advent auf den Neumarkt, den Augustusmarkt und den Winterzauber in der M├╝nzgasse besucht, konnten dabei einiges essen und trinken und uns fr├Âhlich in das vorweihnachtliche Gewusel st├╝rzen:

An beiden Abenden rollten wir erst nach 20 Uhr tiefgek├╝hlt, aber durch und durch satt zur├╝ck ins Apartamento OLCA, wo dann noch die ein oder andere Kleinigkeit aufgetischt wurde: Cognac und Wodka sowie Christstollen, Obst, Kaviar und Schokolade.

Heute fr├╝h (sehr fr├╝h: 6:30 Uhr !!!) ist unser Gast aber schon wieder nach Frankfurt zur├╝ckgeflogen. Wir g├Ânnen uns dann an diesem Sonntag eine kleine Pause zu Hause und widmen uns eifrig der To-Do-Liste, denn morgen nach der Arbeit treffe ich mich mit ehemaligen Kollegen auf dem Striezelmarkt und Carsten geht am Dienstagabend mit seinen Abteilungskollegen wie jedes Jahr zum Jahresabschlussbowling. Und weitere Weihnachtsmarkttreffen sind in unserem Kalender ebenfalls reichlich vertreten, d.h. auch der Dezember verspricht, sehr ereignisreich zu werden.