Home     I     Olgas Welt

     
 
 
   

 
Kommentar:   

 
Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2022 15.
Nov.

Diesmal lasse ich die Entschuldigung fĂŒr die VerspĂ€tung einfach weg und beginne gleich mit den Infos zu unserer Protagonistin: sie macht glĂŒcklicherweise mit all ihren Fortschritten kontinuierlich weiter, lernt jeden Tag immer wieder was Neues dazu und saugt zudem alles um sich herum wie ein Schwamm auf. Das spiegelt sich letztendlich auch in den allgemein gebrĂ€uchlichen Reha-Bewertungstabellen Singer-Index und Barthel-Index wider. Im Vergleich zum Juli 2021 erreicht sie heute im Singer schon 80 von 190 Punkten (damals nur 13!) und im Barthel 15 von 100 Punkten (damals nur 0!) … falls jemand Interesse hat, hier das von uns erstellte PDF mit allen Kriterien und Bewertungen.

Zum GlĂŒck macht sie freiwillig und mit großem Enthusiasmus alles an Trainings und Übungen mit …

… und kniet sich auch immer ganz dolle rein. Diese Übung haben wir z.B. mal entwickelt, weil wir eine gewisse Steifigkeit und Unsicherheit beim Strecken der Arme ĂŒber den Kopf feststellten, die sie wiederum in anderen alltĂ€glichen BewegungsablĂ€ufen hemmt:

Noch ist alles etwas holprig und sie ist vor allem recht unsicher dabei, aber mal sehen, wie sie damit in ein paar Wochen umgehen kann.

Und da wir fĂŒr das Öffnen von kleinen PlastiktĂŒten (ihre Medikamente) eine gewisse Drehung im rechten Handgelenk benötigen, musste auch hier ein Trainingsobjekt her. DafĂŒr hat sich diesmal aber jemand anderes Gedanken gemacht und es entstand dieses, wie wir es nennen, Andre-Brett:

Stephanie muss hierbei verschiedene Dinge rein- und rausdrehen – natĂŒrlich in erster Linie mit der gesamten Hand und nicht nur den Fingern: GlĂŒhbirne, Schraubhaken, FlĂŒgelschraube, Kreuzschrauben mit dem Schraubendreher und eine Schraube mit Mutter. Sie ist sogar so sehr davon begeistert, dass sich selbst Linki immer wieder versuchen durfte:

Wir möchten auch an dieser Stelle noch einmal von allen drei OLCAs vielen, vielen lieben Dank an den TĂŒftler Andre ausrichten … das Andre-Brett ist perfekt und wird von ihr fast tĂ€glich genutzt.

Ein großes Erfolgserlebnis gelang ihr zudem hierbei:

Dies ist Stephanies erstes Sockenpaar, was sie selbst zusammengelegt, zusammengerollt und sogar ĂŒbergestĂŒlpt hat – fragt aber bitte nicht, wie lange es gedauert hat    😉    egal, das Ergebnis zĂ€hlt und wenn sie damit nun so weitermacht, wird sie ihre Socken bald ganz alleine verwalten können.

Weit weniger zeitintensiv war das Erlernen des Kartenspiels UNO. Am Mittag hat Carsten mit ihr das Halten der Karten auf einer speziellen Holzschiene geĂŒbt (den ĂŒblichen KartenfĂ€cher bekommt sie definitiv nicht hin) und ist mit ihr auch alle Regeln durchgegangen:

Mit Erfolg, denn schon am Abend und nĂ€chsten Tag haben wir zu dritt mehrere Partien spielen können und sie hat dabei schon ganz alleine taktiert bzw. konnte sogar ein paar Runden fĂŒr sich entscheiden:

Als nĂ€chstes werden wir es mal mit MAU-MAU, POTATO-MAN und ROMMÉ versuchen. Insbesondere die letzten beiden Kartenspiele haben wir wĂ€hrend unseres Kanada-Trips stundenlang gezockt.

Wir bleiben noch kurz beim Neulernen von Spielen: als letzten Sonntag ihre ehemalige Volleyball- und Schulfreundin Eileen zu Besuch kam, …

… haben wir nicht nur zusammen gebruncht …

… und die beiden tauschten sich ĂŒber alte Zeiten aus, …

… sondern Eileen versuchte auch, Stephanie das Spiel 4-GEWINNT beizubringen:

Da wir uns aus dem Ganzen heraus hielten, wissen wir jetzt nicht, wie gut es letztendlich geklappt hat, aber ihr könnt euch gewiss sein, dass wir es in den kommenden Tagen ausprobieren werden. Stephanie wird ja morgen Nachmittag schon wieder bis zum Sonntag zu uns nach Wentorf geholt    🙂

Ihr seht, fĂŒr die geistige und körperliche Herausforderung ist jederzeit gesorgt. Doch wir wollen bzw. mĂŒssen uns ja auch um all die anderen schönen und netten oder unbequemen Belange kĂŒmmern. So z.B. um das leibliche Wohl, denn wir sind letzten Freitag bei einem asiatischen Buffet gewesen …

… und unser Kind konnte sich einmal quer durch die gesamte Auslage futtern. Dabei landeten u.a. auch solche Köstlichkeiten auf ihrem Teller und wurden mutig durchprobiert … erinnern kann sie sich ja leider an nix: Sushi, Shrimps in Biersauerteig, Hai-Filet, KĂ€nguruh-Fleisch, Krupuk, gebackene Banane, gebackene Ananas u.v.m.

Ist doch auch irgendwie ein Beweis fĂŒr ihre unbĂ€ndige Neugier, oder nicht?

Als Carsten letzte Woche mal ins BĂŒro musste und ich mit Stephanie alleine im HomeOffice war, haben wir uns fĂŒr mittags einen Salat gemacht. Ist klar, wo die HĂ€lfte der Maisdose gelandet ist, gell?

Und was ist die letzten zwei Wochen sonst noch so passiert?

Wir waren mal wieder auf Fototour in der Siedlung unterwegs …

… wobei sich Stephanie am Ende mehr fĂŒr das Bestimmen von StrĂ€uchern und Beeren anhand eines schlauen Ratgebers interessiert hat:

Und leider sind wir nicht die Gewinner des 120-Millionen-Jackpots geworden, …

… obwohl wir ein Teil des Geldes schon ganz gut fĂŒr ihre neue Brille hĂ€tten gebrauchen können    😉    :

Eines Abends entdeckte Stephanie …

… diesen herrlichen Sonnenuntergang …

… und wollte sich als Meteorologin daran natĂŒrlich ganz lange satt sehen:

Und im Pflegezentrum testet man schon seit lÀngerem mit einem sehr viel kleineren Rollstuhl, damit aller Voraussicht nach sogar noch in diesem Jahr eine eigene Version fertig konfektioniert und ausgeliefert werden könnte:

Zwar fehlen bei dem im Gegensatz zum jetzigen die bequemen Armlehnen und der komfortable Tisch, …

… aber dafĂŒr kann sie sich mit dieser GrĂ¶ĂŸe ganz alleine fortbewegen und passt bequem an bzw. unter jeden Zimmertisch. Und der neue Rollstuhl wiegt mit Sicherheit keine 40 kg mehr … wĂ€re also auch fĂŒr uns Schiebende gewiss eine Erleichterung    🙂

Zudem sind wir letzte Woche in das Geheimnis des Anlegens und Ausziehens der neuen Fußorthesen eingeweiht worden, sodass wir ĂŒber kurz oder lang mit viel Spucke und Geduld diese Stellung auch mal dauerhaft und im Normalzustand hinbekommen:

Diese Situation auf dem Foto hat leider nur 5 Minuten angehalten, danach war auf jeden Fall das linke Fußgelenk wieder „entspannt“ recht stark nach innen gedreht. Aber wir alle geben nicht auf! Vor allem nicht Stephanie!!!

In diesem Sinne möchte ich mich heute mal wieder mit unserem Motto „Schrittchen fĂŒr Schrittchen“ verabschieden und euch noch eine schöne Restwoche wĂŒnschen. Seid gespannt, von was ich beim nĂ€chsten Mal alles so berichten kann    😉



2022 03.
Aug.

WĂŒrde ich Stephanies BlogeintrĂ€ge individuell benennen, so hĂ€tte dieser sicherlich den Titel „Stephanie erkundet die Welt“ bekommen. Der Freitag und Sonntag lief zwar recht streng nach Schema F ab, aber am Samstag sind wir mal wieder rausgefahren und haben uns zudem mit einem ihrer ehemaligen Meteorologie-Kommilitonen getroffen – wir waren in Hamburgs Obstkammer: dem Alten Land.

Am Freitagabend haben wir sie so wartend vor dem Pflegezentrum angetroffen:

Ihr seht, sie wird von allen ganz gut versorgt: sie kann bei schönem Wetter immer nach draußen, der Trinkbecher ist voll, trotz vorgesehener Abholung versĂŒĂŸte man ihr die Wartezeit mit einem Teller Obst, sie bekommt BlĂŒmchen ĂŒberreicht („Oh la la …“) und auch frisurentechnisch wird gerne mal etwas an ihr ausprobiert. Ja, unsere „Höfliche“ kann und darf sich ĂŒber zu wenig Zuwendung sicherlich nicht beklagen    🙂

Ihre ersten „Erkundungen“ machte sie dann beim Wochen(end)einkauf im Kaufland, wo sie sich immer öfters mal etwas Neues in die HĂ€nde geben lĂ€sst und es genau studiert, sich aber auch gleich die Inhaltsstoffe mit durchliest – nee, DAS wollte sie dann doch nicht zum Probieren mitnehmen:

Der Rest des Abend verlief dann wie immer: Heimfahrt, EinkĂ€ufe verstauen, schnell noch das Freitags-Wordle lösen und dann noch gemĂŒtlich auf der Couch bzw. vor dem Fernseher den Tag ausklingen lassen.

FĂŒr den Samstag hatten wir uns mit einem ihrer Kommilitonen aus der Berliner Unizeit im Alten Land verabredet – der kleinen Ort ist ca. 1 Stunde Fahrt von Wentorf entfernt. Stephanie durfte bei unserem morgendlichen Fahrtantritt gegen 10 Uhr das Navi fĂŒttern:

Es war ihre allererste Begegnung mit diesem Touchscreen und stellte gleich eine doppelte Herausforderung dar. Zum einen fuhren wir schon und es wackelte dementsprechend, zum anderen musste sie seitlich tippen und hat damit leider öfters die Buchstaben rechts von den gewĂŒnschten getroffen. Aber am Ende sind wir angekommen, also muss es ja geklappt haben    😉

Wir brauchten fĂŒr die Strecke allerdings 90 Minuten, da die Autobahnen um Hamburg herum aufgrund der A7-Sperrung am Wochenende voll verstopft waren und wir dadurch etwas im Stau standen. Aber danach die Fahrt durch das Alte Land und die vielen Obstplantagen fanden wir alle ganz toll.

Zusammen mit Konrad, so der Name ihres ehemaligen Mitstudenten, haben wir zuerst den Rolli ausgeladen …

… und sind dann am Elbdeich spazieren gegangen. Stephanie und Konrad haben vor dem Vorfall zusammen sowohl bei den Wetterpaten als auch auf dem Wetterturm gearbeitet und kaum hatten wir einen freien Rundumblick, bestimmten sie in gewohnter Manier die vorhandenen Wolken – er nannte zudem die AbkĂŒrzungen Cc, Cs, Ci, As, Ac, Ns, Cu, Sc, Cb & St und Stephanie gab zu 80% richtig die ausgesprochenen Namen zum Besten, z.B. Cirrocumulus/Hohe SchĂ€fchenwolke (Ci), Nimbostratus/Regen-Schichtwolke (Ns) oder Stratocumulus/Schicht-Haufenwolke (Sc).

Erstaunlich, was er bei ihr wieder fĂŒr Wissen aus dem GedĂ€chtnis entlocken konnte. Und durch dieses Treffen hat unser Kind auch erneut in ErwĂ€gung gezogen, bei Gelegenheit das Thema Meteorologie wieder als Studiums- bzw. Berufswunsch voranzutreiben. Wir jedenfalls drĂŒcken alle Daumen und kĂŒmmern uns derweil um die geistige Vorbereitung … dazu aber erst in den nĂ€chsten BeitrĂ€gen mehr Informationen. Ihr kennt mich und mein Aberglaube: ich berichte erst ĂŒber etwas, wenn es stattgefunden hat.

Jedenfalls sind wir fast eine Stunde flussabwĂ€rts zwischen Elbe und Deich entlangspaziert …

… und mussten am Ende auf diesen Hochwasserschutz rauf, da der Fluss LĂŒhe querte und in die Elbe mĂŒndete. Erkenntnis des Tages: Deiche sind nicht gerade barrierefrei gebaut …

… und neben einer Steigung kann es zudem auch mal recht schiefe TeilstĂŒcke geben:

Wir sind aber ganz unfallfrei sowohl rauf als auch wieder runter gekommen und Stephanie hatte ihren Spaß sowie Carsten eine kleine Sporteinheit    🙂

Hinterm Deich kehrten wir zum Mittagessen in „Stubbe’s Gasthaus“ ein und haben hier Ă€ußerst leckere Fischgerichte (es ist gerade Matjeszeit!) bekommen. OK, Stephanie entschied sich als einzige lieber fĂŒr eine Salat- und GeflĂŒgelalternative – sie war ja so glĂŒcklich, als sie das in der Karte gefunden hatte:

Ganze drei Stunden haben wir insgesamt dort getrunken, gegessen und gequatscht, bevor wir dann zurĂŒck zum Auto gegangen sind. Auf dem RĂŒckweg ließ sie dann sogar einen Fahrerwechsel zu und Konrad durfte sich mal am Rolli versuchen:

Kommentar von ihr: „Carsten, es ist eine völlig neue Erfahrung fĂŒr mich, deine Stimme auch mal beim Geschobenwerden von der Seite zu hören.“    😉

Es waren total schöne Stunden mit Konrad, doch irgendwann muss man auch wieder nach Hause aufbrechen – Stephanie ist am Auto schon immer eher bereit als wir, die noch den Rolli einladen mĂŒssen:

Bei Konrads Gastfamilie durften wir sogar noch verschiedene Beeren fĂŒr uns und das Kind pflĂŒcken – noch einmal vielen lieben Dank dafĂŒr auch auf diesem Weg!

Gegen 20 Uhr kamen wir wieder in Wentorf an (unterwegs natĂŒrlich ebenfalls mit einer gewissen Stauphase) und haben den Abend dann gemĂŒtlich mit der DVD „Kingsman 3“ ausklingen lassen.

Neben dem ĂŒblichen Standardprogramm am Sonntag, wie z.B. ein ausgedehntes FrĂŒhstĂŒck mit RĂŒhrei, ihr Vollwaschgang in der Badewanne und unsere Socken zusammenlegen, …

… haben wir auch noch einen Teil (m)einer losen Fotosammlung wegsortieren können, wobei sie erstaunlich viel auf den Bildern wiedererkennen konnte!

Mit Carsten machte sie noch ihre allerersten Versuche auf einer Touchscreen-Tastatur eines iPhones, da wir vorhaben, sie bis Jahresende im Pflegezentrum mit einem Smartphone auszustatten.

Wir fĂŒhren Stephanie jetzt natĂŒrlich erst mal ganz langsam an die Sache heran, denn auch hier zeigen sich wieder die vielen Fallstricke, die unsereins stets mit einer SelbstverstĂ€ndlichkeit zu meistern weiß: Ein-/Ausschalten, Aufladen, Internetverbindung prĂŒfen, App bedienen usw.

Wir werden deshalb zunĂ€chst bei uns zuhause und nur mit der App Telegram starten, die sie ja vom iPad her kennt und bedienen kann. Alles andere, wie z.B. Kamera, Musik, Videos, Webseiten, Spiele- & Lern-Apps und weitere Messenger, wĂŒnscht sie sich zwar auch schon jetzt, aber bis dahin werden wohl noch ein paar Monate vergehen. Da ist es wieder: „Schrittchen fĂŒr Schrittchen!!! Bremse deine Ungeduld, mein Kind …“

Und schon war der Sonntag auch wieder vorbei und nach einem kurzen „Boxenstopp“ zwecks ÜberprĂŒfung einer Schraube, die sich leider immer löst, …

… machten wir uns mit dem Auto samt AnhĂ€nger auf den Weg nach LĂŒneburg, um Stephanie fĂŒr die Arbeitswoche und ihre Therapien ins Pflegezentrum zu bringen.

Am Freitag warten zwar schon wieder Einkauf und die ĂŒblichen (langweiligen) Aufgaben auf uns, doch fĂŒr Samstag haben sich heute erneut Studienfreunde fĂŒr ein Treffen mit dem Kind angemeldet. Es wird eben nie langweilig bei/mit uns!



2022 25.
Juli

Wie jedes Mal machte ich mir auch diesmal Gedanken im Vorfeld, was ich im Blog von der Zeit mit Stephanie alles berichten könnte … von ihren Erfolgen, ihren Übungen und vor allem weitere Neuigkeiten ĂŒber sie. Doch diesmal habe ich leider echt nicht viel zu erzĂ€hlen. Klingt zugegeben etwas traurig und langweilig, aber fĂŒr Stephanie war es in keinster Weise eines davon. FĂŒr dieses Wochenende hatten nĂ€mlich gleich zwei Besuche abgefragt und somit gab es diesmal weder Übungen noch Trainingseinheiten – nur der Spaß und die Treffen stand im Vordergrund.

Schon am Freitag beim Einkaufen alberten wir viel herum und dabei entstand auch diese nachgestellte Szene aus einem euch sicherlich sehr bekannten Film:

„Ich habe eine Wassermelone getragen.“

Ihr habt es doch gleich wiedererkannt, oder ? Na klar, dieser Satz ist von Frances „Baby“ Houseman aus „Dirty Dancing“. Ein Film, den wir jetzt sicherlich demnĂ€chst mal mit Stephanie anschauen werden …

FĂŒr den Samstagabend hat eine ehemalige Geo-Kommilitonin angefragt, die derzeit in Hamburg arbeitet und somit unbedingt mal wieder vorbei kommen wollte. Also haben wir sie zum gemeinsamen Grillen eingeladen. Vorher musste ich aber noch Salate zubereiten, sodass Carsten und Stephanie mittags mit dem Bus nach Bergedorf fahren konnten, um dort ein paar leckere tĂŒrkische SchafskĂ€se-Pasten einzukaufen. Dabei konnten sie sich sogar richtig viel Zeit lassen und sind ein wenig durch die FußgĂ€ngerzone sowie um das Bergedorfer Schloss gelaufen …

… haben beim Inder eine Kleinigkeit gegessen …

… und letztendlich die Pasten und das Fladenbrot eingekauft:

Wir waren somit Ă€ußerst gut vorbereitet und hatten gemeinsam mit Lisa einen ganz tollen Grillabend:

Lisa hat Stephanie auch eine Gitarre mitgebracht, die sie sich damals noch in Potsdam einmal ausgeliehen hatte. In der Gitarrentasche befanden sich zudem weitere Utensilien, die das Kind nach dem Aufbruch von Lisa noch ganz interessiert durchstöberte. In einem KĂ€stchen lagen mehrere Plektrons und dieser Begriff ist ihr sogar selbst sofort eingefallen! Zudem gab es dort das Kulturliederbuch „Das Ding“, in dem sie abends noch sehr lange geblĂ€ttert hat:

Und immer, wenn sie gefragt hat, ob sie das gerade gefundene Lied kennen könnte, haben Carsten und ich unser Bestes gegeben, um ihr GedĂ€chtnis mittels Summen sowie Gesang aufzufrischen. Manches hat sie dadurch sogar wiedererkannt und manches kannten selbst wir nicht. Hier mal ein paar Beispiele: „Blowing In The Wind“, Marmor, Stein und Eisen bricht“, „99 Luftballons“, Skandal im Sperrbezirk“, What Shall We Do With A Drunken Sailor“, „Karl der KĂ€fer“, „Living Next Door To Alice“, „Killing Me Softly With His Song“, „Dicke“, „Butterfly“, „Über sieben BrĂŒcken musst du geh’n“, „Bright Eyes“ u.v.m.

Am Sonntag sind Tom und Jessi zum Brunchen vorbeigekommen. Tom kennt Stephanie schon aus der Grundschule und vom Gymnasium, Jessi war wĂ€hrend der Gymnasialzeit in der Parallelklasse. Die zwei sind schon seit damals ein Paar und befinden sich jetzt gerade mit ihrem Camper auf dem Weg in den Norden bis nach Trondheim in Norwegen. Da bot sich ein Zwischenstopp bei Stephanie natĂŒrlich an …

Der Brunch wurde ohne Probleme bis 16 Uhr ausgedehnt, denn neben Essen und Quatschen wurde auch in alten Fotos gestöbert …

… und so manche GedĂ€chtnislĂŒcke enttarnten um sie gleich wieder mit Wissen zu fĂŒllen. Womit Stephanie allerdings uns alle sehr ĂŒberrascht hat, war das Benennen vieler Namen von damaligen Kindern aus der Grundschule und dem Gymnasium. Tom und Jessi warfen Vornamen in den Raum und bei ca. 75% kannte unser Kind sogar noch die Nachnamen sowie nach einer kleineren Beschreibung manchmal auch die dazugehörige Person. Hier bestĂ€tigt sich erneut, dass da im OberstĂŒbchen noch sehr viele Informationen vorhanden sind, allerdings die Wege dahin erst noch gefunden und neu aufgebaut werden mĂŒssen.

Nach unserem obligatorischen Gruppenfoto …

… sind wir dann noch alle zusammen zum Parkplatz gegangen und haben uns ihren Camper Marke Eigenbau angesehen – sehr beeindruckend und regelrecht zum Neidischwerden. Selbst Stephanie konnte einen Seufzer nicht unterdrĂŒcken … ein mehrwöchiger Urlaub, ja der liegt fĂŒr sie leider noch etwas in zu weiter Ferne.

Aber alle drei Besucher dieses Wochenendes haben ihre Fortschritte und ihr Durchhaltevermögen gelobt und prophezeien ihr wie wir wieder eine baldige RĂŒckkehr der SelbststĂ€ndigkeit – in ein paar JĂ€hrchen ist das auf jeden Fall möglich!!!

Schön, dass nicht nur wir das so sehen und Stephanie von allen Seiten Zuspruch und BestĂ€tigung bekommt. Das hilft ihr sicherlich ungemein beim Geduld haben, ZĂ€hne zusammenbeißen und Weitermachen …



2022 17.
MĂ€rz

Ich kann es einfach nicht fassen, wie schnell doch schon wieder eine Woche vorbei ist … erneut hinke ich gnadenlos mit dem Blogeintrag fĂŒr die letzte Woche hinterher    đŸ™    tja, mit Stephanie und Sveta wird es eben nicht langweilig. Ja, Stephanie ist nun schon die 6. Woche am StĂŒck bei uns. Doch Sonntag könnte es wohl endlich klappen und sie kann dann endlich in ihr eigenes Zimmer einziehen – wir sind ja alle sowas von gespannt!!!

Doch was hat sie in der fĂŒnften Woche so erlebt und sich wobei evtl. weiterentwickelt? Ersteres könnte man chronologisch aufzĂ€hlen (das möchte ich diesmal aber nicht tun) und zweiteres ist echt schwer einzuschĂ€tzen, wenn man tagtĂ€glich mit Stephanie zu tun hat. Es ist ein wenig so wie die Großelternphrase „Mensch Kind, Du bist aber groß geworden!“ … fĂŒr uns ist vieles so normal geworden, dass wir einfach nicht mehr den direkten Vergleich zum Wie-war-es-mal-vorher haben. Sie isst mit uns am Tisch und kleckert immer weniger, sie puzzelt weiterhin unheimlich gerne und wagt sich auch immer wieder mal an neue Motive ran (i.d.R. 15-20 Teile), sie lĂ€sst uns im Home-Office relativ ohne Unterbrechung durcharbeiten, sie versucht immer mehr Handgriffe von uns zu kopieren und sie lĂ€sst sich auch immer mehr zeigen, um es dann relativ erfolgreich nachzumachen.

Unsere Vergleiche werden sicherlich erst wieder differenzierter, wenn wir sie nur am Wochenende bei uns haben und sie die Wochentage im Pflegezentrum verbringt. Ehrlich, wir lassen sie definitiv mit einem lachenden (endlich wieder etwas mehr Herr ĂŒber die eigene Freizeit) und einem bitterlich weinenden Auge (sie wird uns im Alltag so sehr fehlen) gehen.

Wie schon angedeutet, will ich heute aber weniger ĂŒber die „Standards“, wie z.B. Schreiben, Puzzeln, Sprechen, Trainings etc., berichten, sondern mehr ĂŒber unsere AusflĂŒge und Erlebnisse.

Womit verbrachte sie in der Woche so die freie Zeit zuhause?

Zum einen mit dem Genießen des Wetters auf dem Balkon und dem Hören ihrer Musik:

Sie hat nun eine Leidenschaft fĂŒr das deutsche Wordle entdeckt und stellt sich dabei echt nicht sonderlich dumm an:

Beim BeschĂ€ftigen mit ihren Holzklötzen wollte sie nicht nur von mir fotografiert werden, sondern auch gerne mal hinter der Kamera sein – voila:

Und wenn unser ukrainischer Gast Sveta und Stephanie Lust hatten und das Wetter stimmte, sind sie in der Siedlung spazieren gegangen bzw. gefahren:

Ich habe auch diese Woche weiter mit ihr in Fotoalben geguckt, um die alten Zeiten aufzufrischen und die Namen der Leute wieder in ihr GedÀchtnis zu rufen:

Einen Abend haben wir vier gemeinsam unseren neuen Breakfast-Sandwichmaker ausprobiert, der am Ende sogar richtig gute und leckere Egg-McMuffins ausgeworfen hat:

Wir hĂ€tten echt nicht gedacht, dass das Werbeversprechen am Ende so gut klappt und vor allem der Eierteil so einfach gelingen könnte. Allerdings haben sich Carsten und Stephanie zuvor so einige YouTube-Videos angeguckt, um schon im Vorfeld etwas mehr ĂŒber die Handhabung der zwei Abteile und des Trenners zu lernen. Mein Urteil: es hat sich echt gelohnt!

Ausnahmsweise ziehe ich jetzt mal kurz den Sonntag vor, denn der Samstag ist diese Woche mit Abstand Stephanies Höhepunkt geworden und soll somit auch ausreichend gewĂŒrdigt werden. Meiner Meinung nach ist am Sonntagnachmittag auf jeden Fall das niedlichste Foto von ihr entstanden:

Wir sind allesamt zu einem Treffen fĂŒr ukrainische FlĂŒchtlingen nach Reinbek gefahren und wĂ€hrend Sveta und ich uns in dem Pfarrheim mit den Anwesenden auf Russisch und Ukrainisch unterhielten, durfte Stephanie den dortigen Hund nach Lust und Laune herzen:

Damit waren sie und Carsten auch sehr gut fĂŒr die insgesamt 1,5 Stunden beschĂ€ftigt – verstanden haben sie sicherlich (fast) kein Wort    đŸ˜‰

Doch nun zum Samstag! Es sind an dem Tag zwei Selfies entstanden, da wir getrennte Wege gegangen sind. WĂ€hrend Sveta und ich „nur“ einen Spaziergang durch einen Wentorfer Wald gemacht haben …

… haben Carsten und Stephanie auf die Öffis zugegriffen und sind etwas weiter weg gefahren:

Der Kenner weiß Bescheid: sie waren in der Hamburger Innenstadt bzw. an den LandungsbrĂŒcken. FĂŒr Stephanie ein Mega-Event, denn die Menge an EindrĂŒcken musste sie am Ende noch lange verdauen.

Hier wurden ĂŒber 5 Stunden lang VergnĂŒgen (Wetter ausnutzen, Hamburg angucken, lecker essen) und Testen miteinander kombiniert: Wie verhĂ€lt es sich mit dem Rolli im ÖPNV? Gibt es ĂŒberall FahrstĂŒhle statt Treppen? Wo sind abgesenkte Bordsteine statt mit großen Schritten runterzuhĂŒpfen? Und kommt man ĂŒberhaupt ĂŒberall durch? Fragen ĂŒber Fragen, denen sich die beiden am Ende erfolgreich gestellt und sehr sehr viel dazugelernt haben. FĂŒr Stephanie war der Ausflug natĂŒrlich eine Mordsgaudi und wenn es nach ihr gegangen wĂ€re, hĂ€tte der Trip sogar auch noch sehr viel lĂ€nger ausfallen können    đŸ™‚

Gegen 14 Uhr sind die beiden mit dem Bus (Niederflur) und der S-Bahn (Rollstuhlabteile) zum Hamburger Hauptbahnhof gefahren:

An einem Laden kamen sie dort natĂŒrlich nicht so ohne Weiteres vorbei:

Von dort tingelten sie dann ĂŒber die FußgĂ€ngerzone, ein kurzes StĂŒck an der Binnenalster entlang, ĂŒber den Jungfernstieg, am Rathaus vorbei und an Fleeten und ĂŒber Straßen bis zur Speicherstadt. Von da ist es dann auch gar nicht weit bis zu den LandungsbrĂŒcken:

FĂŒr Stephanie war bis hier schon alles Neuland, aber auch Carsten durfte sein Ersterlebnis haben, denn wir beide waren noch nie im Alten Elbtunnel, da immer irgendetwas dazwischen kam. Mit Stephanie hat er es nun geschafft und sie sind unterirdisch rĂŒber auf die andere Elbseite gegangen:

Das hole ich aber auch irgendwann mal nach    đŸ˜‰

Vor allem die Sicht von dort auf die Hamburger Skyline mit Elbphilharmonie, Speicherstadt, Michel und den LandungsbrĂŒcken muss besonders toll sein:

Nach diesem Ausblick sind sie auch schon wieder Richtung Wentorf aufgebrochen – durch den Alten Elbtunnel zurĂŒck, mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof (die Station „LandungsbrĂŒcken“ ist bzgl. Treppen und Fahrstuhl wohl ein kleiner Alptraum), mit der S-Bahn nach Reinbek (zum GlĂŒck mussten sie im Hbf den Bahnsteig nicht wechseln, denn beide FahrstĂŒhle waren defekt) und das letzte StĂŒck wieder mit dem Bus (hier lernte Carsten zum ersten Mal die Benutzung der eingebauten Rampe kennen und wie freundlich Mitreisende sein können).

Diesen Tag wird Stephanie nicht so schnell vergessen und wir haben ihr schon versprochen, dass es auch nicht ihr letzter (ÖPNV-)Trip nach Hamburg gewesen ist. Wenn der FrĂŒhling und Sommer endlich mal Einzug gehalten haben, stehen noch sehr viel mehr AusflĂŒge auf unserer Wunschliste: Zoo Hagenbeck, Aquarium Hagenbeck, Hafen-City, Stadtpark u.v.m.

Davon dann zu gegebener Zeit an dieser Stelle mehr …



2021 14.
Nov.

Heute tue ich mich zugegeben etwas schwer mit dem Einteilen der Themen, denn sowohl ein Revue passieren lassen nach Tagen wĂ€re möglich, aber eigentlich auch nach Fortschritten und Ereignissen – ich habe mich nun letztendlich fĂŒr das zweite entschieden.

Am ereignisreichsten war wohl eindeutig der Donnerstag … der 11.11. … St. Martin … und fĂŒr diesen Tag hat sich das Pflegezentrum mal wieder etwas ganz Tolles und RĂŒhrendes einfallen lassen. ZunĂ€chst hat man alle Bewohner am spĂ€ten Nachmittag zusammengeholt und gemeinsam gegessen – Stephanie war von der Ente und dem Rotkohl total begeistert! Danach brachte man die Anwesenden mit ihren, in den letzten Tagen gebastelten Laternen nach draußen und versammelte sie um den Rasen im Innenhof, wo mit Lichtern, Fackeln und Lagerfeuer eine richtig tolle Stimmung geschaffen wurde:

Und mit eben diesen Laternen in den HĂ€nden stimmten dann alle, Bewohner und Personal, in Begleitung einer Gitarre zu den typischen St. Martin-Liedern an: „Laterne, Laterne – Sonne, Mond und Sterne“ und „Ich geh‘ mit meiner Laterne“. Wir waren sehr erstaunt, wie gut Stephanie die Texte wieder aus ihren Erinnerungen kramen konnte und sie mit uns allen mitgesungen hat – so toll!

Anschließend wurde wĂ€rmender Punsch gereicht und Stephanie kam sogar sehr schön mit ihrem heißen GetrĂ€nk in der Tasse zurecht. Nur das Pusten musste Carsten ĂŒbernehmen …

Und genau dieses direkte Trinken aus der Tasse, also ganz ohne Strohhalm oder andere Hilfsmittel, zeigte sie gleich mehrfach in dieser Woche – fĂŒr uns wĂ€re damit mal wieder ein kleiner Meilenstein von der Aufgabenliste geschafft. Denn egal ob Kaffee aus der Tasse oder ein KaltgetrĂ€nk aus dem Pappbecher, es wird nicht gekleckert, nichts zerdrĂŒckt oder fallengelassen:

Ok, das Feintuning, wie z.B. das Halten einer Tasse am Henkel, fehlt noch    đŸ˜‰

Auch beim Essen geht nun immer weniger daneben bzw. fĂ€llt auf den Latz. Selbst beim ganz alleinigen Auslöffeln einer halben Dose Mais (sie war ja sooooo glĂŒcklich ĂŒber diese Köstlichkeit!) hat sie am Ende nicht ein einziges Körnchen vom Teelöffel verloren. Ihre rechte Hand fĂŒhrt mittlerweile eine so ruhige und zielgerichtete Bewegung aus, an die vor ein paar Monaten noch gar nicht zu denken war:

Mit Linki konnten wir im Nachhinein noch das unterstĂŒtzende Festhalten der Dose ĂŒben, da Stephanie derzeit noch das Abstellen auf dem Tisch fĂŒr einen festeren Stand und das waagerechte Halten nicht ganz konsequent einhĂ€lt – sie hebt vieles automatisch hoch. Ein solche Maisdose ist nĂ€mlich doch etwas grĂ¶ĂŸer im Umfang als die bisher zu haltenden Yoghurtbecher und das wird dann eben sehr viel komplizierter und anstrengender fĂŒr ihre linke Hand …

Eigentlich fehlt ihr jetzt (mal vom Zu- und Vorbereiten abgesehen) nur noch das Essen mit Messer und Gabel bzw. das Schneiden von Dingen. Demnach hat sie die Grundfertigkeiten doch relativ schnell wieder erlernen können, denn sie beherrscht völlig ohne Probleme:

  • die selbststĂ€ndige Einnahme von Medikamenten, egal ob flĂŒssig im kleinen Becher oder in Tablettenform
  • das Trinken aus einem Becher, einer Tasse, einer Dose oder einer Flasche
  • das Essen mit Besteck vom Teller oder Brettchen
  • das relativ gute Leeren von Tellern, SchĂ€lchen oder Dosen

(Mutter)Herz, was willst du mehr?!?!    đŸ™‚

Und auch mit ungewöhnlicheren Darreichungen kommt sie nach einer kleinen mĂŒndlichen und optischen Anleitung wunderbar zurecht. Diesen (neudeutsch) Schaum- bzw. Schokokuss …

… verputzte sie genau so souverĂ€n und „unfallfrei“, wie auch unsere mitgebrachten TicTacs und „Pfeffis“ (erst lutschen, dann zerbeißen), GummibĂ€rchen und Kaubonbons sowie ihre damalige und heute auch noch allerliebste Kalorienbombe: Donuts

Weil wir die Woche mal im Hamburger Hauptbahnhof waren, kauften wir bei ihrem favorisierten Donut-HĂ€ndler gleich mal ein Duzend dieser Köstlichkeiten ein, die wir dann an mehren Tagen unter uns dreien aufteilten, damit sie auch wirklich mal von jeder Variation probieren konnte. Und dabei strahlte sie wieder wie ein Honigkuchenpferd, mein ĂŒberaus glĂŒckliches Kind!

FĂŒr sie und uns gab es die letzten Tage aber auch noch andere GrĂŒnde zum Freuen. Am Samstag bekam sie z.B. Besuch aus Berlin, mit dem sie wieder alte Erinnerungen austauschen konnte – manches ist sogar recht gut abrufbar gewesen:

Nur an den Besuch von Laura in der Klinik in Geesthacht Mitte Juli konnte sie sich leider so gar nicht mehr so genau erinnern. Doch die beiden haben sicherlich vieles wieder auffrischen können, denn in den fast vier Monaten von damals bis heute hat Stephanie laut wortwörtlicher Aussage einer Therapeutin „einen Quantensprung“ hingelegt … auch wenn mein Kind das nicht immer so ganz sieht und obgleich ihrer Fortschritte immer ein klein wenig ungeduldig ist.

Und um eben genau diese Auffrischung von damaligen Ereignissen weiter zu fördern, verbringen wir beide an unseren MĂ€dels-Sonntagen gleich mehrere Stunden mit dem BlĂ€ttern durch Fotoalben und dem gegenseitigen Austausch ĂŒber das Wann, Wo, Warum und vor allem mit wem:

Dadurch wird aber nicht nur ihr Geist und die Erinnerung trainiert, sondern gleich auch ihre Motorik – guckt euch hier mal an, wie sie mittlerweile selbststĂ€ndig die Seiten umblĂ€ttert:

Vor nicht allzu langer Zeit hat sie die Seiten nicht einzeln in die Finger bekommen, beim BlÀttern geknickt und ihre linke Hand wusste auch noch nicht, welche Hilfestellung in ihr steckt. Ein weiterer Haken auf unserer langen Liste an Baustellen konnte somit endlich gesetzt werden.

Wo sie aber derzeit gar keinen Draht zu findet, ist das Öffnen und Schließen einer Pappbox. Wir ĂŒben jetzt sogar schon mit verschiedenen GrĂ¶ĂŸen, aber der zĂŒndende Gedanke blieb bei ihr bislang aus. Auf Anweisung und mit kleineren Hilfestellungen bekommt sie zwar irgendwann den Deckel auf, aber eine eigene Strategie hat sich bei ihr leider noch nicht entwickelt. Es scheint so, als hĂ€tte sie noch immer nicht ganz verinnerlicht, was eigentlich das Öffnen und Schließen des Deckels von ihr verlangt. Aber wir bleiben weiter am Ball, um ihr mit diversen großen, kleinen, eckigen und runden Boxen aus Pappe und Blech immer wieder das Prinzip zu zeigen, zu erklĂ€ren und zu verdeutlichen. Irgendwann wird es wie bei den anderen Dingen schon Klick machen und dann lachen wir alle ĂŒber die bisher sehr unbeholfen aussehenden Versuche und gelegentliche Verzweiflung – wĂ€re ja nicht das erste Mal.

Beim Schachbrett hat es so doch ebenfalls geklappt – was zunĂ€chst wie ein unmögliches Unterfangen begann, bereitet ihr heute keinerlei Probleme mehr. Das Karomuster bringt sie nicht mehr aus der Ruhe, Schachfiguren und Damespielsteine werden auf Anweisung dort positioniert, wo sie hingehören und auch mit dedizierten Feldangaben, wie z.B. A4 oder C7, kann sie durch AbzĂ€hlen jetzt schon etwas anfangen. Darin ist Stephanie allerdings noch nicht so ganz sattelfest, sodass sie oft noch mĂŒhsam zĂ€hlend jedes Feld abhĂŒpft oder manchmal auch statt nur schnurstracks nach oben mal nach rechts oder links abbiegt.

Und sie setzt immer selbstverstĂ€ndlicher Linki gleich mit ins Geschehen ein, sei es zum Herausholen und Übergeben oder auch zum Fixieren und Festhalten. Selbst, wenn sie durch diese zusĂ€tzliche Fummelei (Greifen und Feinjustierung fĂ€llt ihr mit dieser Hand noch besonders schwer) meist sehr viel langsamer ist, sie gibt einfach nicht auf und von uns bekommt sie alle Zeit der Welt, die sie braucht. Unsere Ungeduld und das BewĂ€ltigen der vielen Baustellen können wir heute sehr viel besser koordinieren und auf die jeweilige GemĂŒtslage des Kindes und der Umwelt abstimmen, als noch vor einem halben Jahr. In dem Sinne ist sie sowieso ihr schĂ€rfster Kritiker    đŸ˜‰

Dabei sieht sie aber leider eben nicht immer die wirklichen „Fortschrittchen“ – wir aber. Und wir testen diese auch hin und wieder mal aus. So z.B. kurz vor dem Gehen, wo Carsten ihr einmal wortlos die Seniorenfernbedienung ĂŒbergeben hat und sie ohne Anweisungen oder Ă€hnliches ihren Fernseher einschaltete, den Kanal auf ihr geliebtes „Deluxe Music“ umstellte und auch weil nötig die LautstĂ€rke justierte. Wir waren sehr beeindruckt, denn bei der Übergabe und dem Anlernen im Oktober schĂŒttelten wir beide noch die Köpfe darĂŒber, dass sie so viele Probleme mit den lediglich sechs Knöpfen hatte … und jetzt trotz wenig Übung durch uns: Profimodus!

Zum Abschluss möchte ich noch eine kurze ErklÀrung zu diesem tollen Bild abgeben:

Am Donnerstag ist eine Therapeutin noch einmal durch die Zimmer gegangen, um auch den Patienten ein kleines StĂ€ndchen auf der Gitarre zu geben, die eben nicht das Bett verlassen und mit in den Innenhof zum Feiern kommen konnten. So also auch fĂŒr die Zimmergenossin von Stephanie. Wir haben natĂŒrlich auch mitgelauscht und wurden in die Findung des dargebotenen MusikstĂŒckes mit einbezogen – die Entscheidung fiel am Ende auf „Marmor, Stein und Eisen bricht“ und interessanterweise war unser Kind beim Refrain auch hier relativ textsicher. Man kam danach so ins GesprĂ€ch und da Stephanie wĂ€hrend ihrer Dresdner Zeit mal sowohl Flöten- als auch Gitarrenspielen gelernt hat, durfte sie das Instrument halten und selbst an den Saiten zupfen – damit hofften wir eventuell noch weitere Erinnerungen ausgraben zu können und Stephanie war ebenfalls nicht ganz abgeneigt. Wir wollen daran nun irgendwann mal anknĂŒpfen und sie zukĂŒnftig auf ihrer Gitarre von damals herumklimpern lassen, denn ggf. kann dadurch sogar etwas mehr Anreiz fĂŒr eine noch viel bessere Bewegung (und Verwendung) von Linki mit herausspringen. Das hĂ€ngt dann am Ende aber natĂŒrlich ganz vom Kind ab …



2021 07.
Nov.

Ich glaube, diesmal könnte es wirklich mal ein etwas kĂŒrzerer Eintrag werden … viel Text sollte es jedenfalls nicht geben, denn wir waren nur dreimal bei Stephanie in LĂŒneburg (DI, DO & SO – am Samstag kam ihr leiblicher Vater samt Frau aus Sachsen vorbei) und außer Essen und Üben ist eigentlich nicht viel passiert, ĂŒber das man hier berichten könnte.

Mittlerweile haben wir zudem fest eingefahren Rituale, die ich natĂŒrlich nicht in jedem Blogeintrag ausfĂŒhrlich beschreiben möchte. So z.B. das stundenlange Durchgucken von Fotoalben an unserem sonntĂ€glichen MĂ€delstag oder ihr Versuch, eigenstĂ€ndig eine Pappbox zu öffnen, um dann darin eine kleine SĂŒĂŸigkeit oder wie heute den Geschmack-des-Tages zu finden:

Leider tut sich Stephanie immer noch sehr schwer damit, aber wir kennen das ja. Wichtig ist, dass man nicht die Geduld dabei verliert, denn stetes Wiederholen hat bislang noch immer zum gewĂŒnschten Ziel gefĂŒhrt.

Durch das viele Angucken der Fotoalben kehren ebenfalls immer mehr Erinnerungen zurĂŒck oder werden durch mein ergĂ€nzendes ErzĂ€hlen aufgefrischt. Und bei unseren Spielen mit Zahlen, Bildern und KĂ€rtchen schleicht sich zunehmend eine Routine ein, die ihr dann hilft, fĂŒr neue Dingen gleich von Anfang an ein besseres VerstĂ€ndnis zu haben.

So konnte Stephanie letztens eine fĂŒr sie völlig neue Puzzle-App innerhalb kĂŒrzester Zeit verstehen und dabei die Ziele erreichen, ohne vorher noch viele Anweisungen oder ErklĂ€rungen von uns zu bekommen, wie es jedenfalls noch vor ein paar Wochen notwendig war:

Carsten hat diese Woche zudem mal wieder das Schachbrett rausgeholt – ihre Verwirrtheit durch das Muster Mitte August werden wir jedenfalls nicht so schnell vergessen:

„Ebenfalls irritiert waren wir, als sie […] so unvorstellbar große Probleme beim Aufstellen von Schachfiguren hatte. Sie sollte nur die acht weißen Bauern auf die zweite Reihe stellen, aber selbst unsere Hilfen per Fingerzeig halfen am Ende nicht und sie stellte die Figur nicht vor den Finger, sondern nur daneben oder versuchte es sogar dahinter. Jede Bauernfigur stellte fĂŒr sie eine fast unmögliche Herausforderung dar! Wir vermuten mal, dass sie einfach schon das Schachbrettmuster total ĂŒberfordert hat …“

Und dieses Mal? Keine Probleme! Alles klappte auf Anhieb!

Sie hat von Carsten die ersten zwei Bauern als Vorlage auf das Spielbrett aufgestellt bekommen und er drĂŒckte ihr danach jede Figur einzeln in die Hand, damit sie diese auf das benachbarte Feld positioniert. Klar, auch hier brauchte sie manchmal noch einen kleinen Fingerzeig auf die richtige Stelle, aber von Verwirrtheit war diesmal ĂŒberhaupt keine Spur. Am Ende standen in kurzer Zeit alle 16 Figuren dort wo sie hingehören und das Kind freute sich wie Bolle … mit uns!

Ich habe insgesamt das GefĂŒhl, dass Stephanie mittlerweile sehr viel schneller begreift und erlernt, als noch vor ein paar Monaten. Innerhalb kĂŒrzester Zeit hat sie sich jetzt u.a. schon eine fast autarke Einnahme der Medikamente erarbeitet, bei dem die FlĂŒssigmedizin im Becherchen angereicht werden kann und sie trinkt diesen ohne etwas zu verschĂŒtten bis auf den letzten Tropfen aus. Dieses EinĂŒben hat erstaunlicherweise nur ganze zwei Besuchstage gedauert, danach konnte sie es schon. Die Tabletten legt man ihr auf den Tisch und sie greift und schluckt alle, egal wie groß oder klein sie sind. Nur das Auspacken aus dem TĂŒtchen oder dem Blister kann sie natĂŒrlich noch nicht.

Und auch von den Therapeuten bekam sie diese Woche eine Art Fleißbienchen (mit Sternchen)    đŸ˜‰

Selbst Malen und das Nutzen eines Stiftes geht ihr immer mehr ins Blut ĂŒber, denn bei diesen Wellenlinien klappt sowohl schon das Nachzeichnen als auch das Setzen einer parallelen Linie sehr viel besser, als noch vor wenigen Wochen bei sehr viel einfacheren Vorgaben:

Vor allem aber, weil sie weiterhin nicht aufgibt, immer ehrgeizig bleibt und am liebsten sogar erst einmal selbst herumtĂŒfteln möchte. Bei der oben erwĂ€hnten Box antwortete sie am Donnerstag auf Carstens Frage nach Hilfestellung („Soll ich es dir noch mal zeigen?“) wortwörtlich: „Nein … wenn ich noch darf?“) – natĂŒrlich durfte sie, auch wenn sie es am Ende leider doch nicht ohne den entscheidenden Hinweis schaffte. Beim Schmieren ihres Brotes erkennt sie ebenfalls immer wieder Verbesserungspotential und ist am Ende sogar total enttĂ€uscht, wenn die KĂŒchenhilfe diesen Part schon (aus Versehen) ĂŒbernommen hat …

Oftmals scheitert Stephanie aber leider auch einfach nur an ihrer kurzen Aufmerksamkeitsspanne bzw. schwindender Konzentration, denn hier merkt man immer sehr deutlich, dass sie mit zunehmender Zeit mehr Fehler macht und somit stetig unkonzentrierter wird. Sei es beim Sprechen (zum Zeitpunkt unseres Kommens wird noch recht deutlich gesprochen, kurz vor dem Gehen fragt man fast schon bei jeden zweiten Satz nach) oder beim Üben (anfangs legt sie gut vor, doch mit jedem Durchgang schleichen sich zunehmend Fehler und NachlĂ€ssigkeiten ein) … aber ihr Ehrgeiz bleibt ungebrochen, es lĂ€sst sich beides leider nur nicht miteinander vereinbaren    đŸ™

Was dem Kind auch ĂŒberhaupt nicht schmeckt, ist das jetzige Wetter und die Jahreszeit – sie will eigentlich unbedingt immer nach Draußen und vor allem zum Pavillon, doch spĂ€testens nach der Zeitumstellung am letzten Wochenende haben wir nun nicht mehr nur das Problem der fehlenden, wĂ€rmenden Sonne, sondern auch gleich noch das mit den LichtverhĂ€ltnissen:

Am Dienstag waren wir noch völlig unvorbereitet und Carsten bastelte mit seinem Handylicht und einer Wasserflasche eine Tischleuchte oder musste mit dem Handy das Schmieren des Brotes ausleuchten, doch gegen Wind und KĂ€lte sind wir komplett machtlos. Das Lichtproblem hĂ€tten wir mittlerweile durch einen Zukauf dauerhaft gelöst, aber bei unter 10 Grad fĂŒr Stunden am Tisch zu sitzen, macht auf Dauer einfach keinen Spaß. Und das, obwohl Stephanie es lieber kĂŒhl statt warm mag …

Mit ihrem Muff (hier im CafĂ© sitzend) kann sie wenigstens zusĂ€tzlich noch die HĂ€nde warm halten, aber das schrĂ€nkt natĂŒrlich das Portfolio der Übungen immens ein. Wir sind derzeit auf der Suche nach einer besseren Lösung, mal sehen, was wir da fĂŒr uns erreichen können.

Zum Abschluss noch ein paar Worte zum Essen:

Das FrĂŒhstĂŒck können wir nicht beurteilen, aber da sowohl das Mittagessen …

… als auch das Abendessen …

… mehr als reichhaltig und laut Stephanie auch sehr lecker ist, dĂŒrfte es beim morgendlichen Mahl sicherlich nicht anders sein. Dennoch freut sich das Kind natĂŒrlich auch immer sehr ĂŒber unsere Mitbringsel, sei es eine kleine SĂŒĂŸigkeit (Schokolade, GummibĂ€rchen, …), ein außergewöhnliches GetrĂ€nk (Coke, Pepsi, Smoothie, Dunkelbier, …), den Geschmack-des-Tags (diesmal waren es Currywurst, SchafskĂ€se & Camembert) oder einfach etwas, was uns gerade in die Finger fĂ€llt und wir denken „Ja, das könnte ihr gefallen.“

Diese Woche waren das u.a. Pfefferminzlutschbonbons, denn „Pfeffis“ hat sie eigentlich immer gemocht. Sie mag sie auch weiterhin sehr, hat das eine recht lange gelutscht und es dann, als es zu klein war, wie eine Tablette heruntergeschluckt 
 beim nĂ€chsten Mal will sie mal das von uns empfohlene Zerbeißen zum Abschluss anwenden    đŸ˜‰

Oder der Milchreis mit Zimt, den sie sich einmal explizit gewĂŒnscht hat, und den sie nach dem Abendessen statt des hauseigenen Nachtisches mit Hochgenuss vertilgte. Wir können ja wĂ€hrend unserer Besuche am Dienstag und Donnerstag gemeinsam zu Abend essen und teilen dann all das, was wir so mitbringen – hier zwei Sorten SchafskĂ€se und HĂ€hnchenstĂŒcke mit Ketchup:

Kurz zusammengefasst: sie fĂŒhlt sich in diesem Pflegezentrum weiterhin Ă€ußerst pudelwohl, sie entdeckt zunehmend ihre FĂ€higkeiten wieder und fragt deshalb auch stets nach neuen Herausforderungen, Übungen und Trainings, um a) die aufkommende Langeweile wĂ€hrend des restlichen Tages zu bekĂ€mpfen und b) schnellstmöglich ihre Genesung voran zu bringen. Heute fragte sie mich z.B., ob wir uns mal eine Weile auf Englisch unterhalten könnten … am Ende wurden es fast 30 Minuten. Da ist definitiv noch sehr viel Luft nach oben und Stagnation ist glĂŒcklicherweise noch ein Fremdwort    đŸ™‚

Ich habe fertig … und, konnte ich wenigstens diesmal mein Versprechen aus dem ersten Satz einhalten? Vom Text her ist es auf jeden Fall weniger als sonst geworden    đŸ˜‰



2021 31.
Okt.

Wahnsinn, bis zum Ende der nĂ€chsten Woche werden es bereits 100 Tage im Pflegezentrum in LĂŒneburg sein. Und was Stephanie alleine nur in dieser Zeit insgesamt geschafft hat, lĂ€sst uns weiterhin hoffen und das Kind weiter enthusiastisch durchhalten – manches beherrscht sie schon wieder auf dem Effeff, fĂŒr manches muss sie noch eine gewisse Routine entwickeln und manches steht allerdings noch ganz tief in den Startblöcken.

Auch diese Woche haben sich wieder Dinge gezeigt, die in diese drei Kategorien eingeteilt werden können – und dabei war es trainings- und ĂŒbungstechnisch eine wirklich sehr kurze Woche fĂŒr uns, denn am Donnerstag bekam sie am SpĂ€tnachmittag Besuch von einer Geo-Kommilitonin aus Potsdam, die gerade auf der Durchreise nach Bremen war (wir ließen die beiden nach dem Erhalt des Abendessens und dem Erledigen des Organisatorischen, wie z.B. Medikamente, alles Zeigen etc., dann auch schon frĂŒhzeitig alleine) …

… und da unser gestriger Samstag recht voll mit Terminen war, fuhren wir diesmal schon morgens zu Stephanie und frĂŒhstĂŒckten gegen 9 Uhr zusammen mit ihr – fĂŒr sie war es bereits das zweite, wir waren noch nĂŒchtern.

Sie durfte natĂŒrlich alles, was wir fĂŒr uns so vom BĂ€cker oder von zuhause mitgebracht haben, einmal probieren:

  • Kaffee … „Hmmmmm!“
  • Eibrötchen … „Lecker!“
  • Mettbrötchen … „Noch leckerer!“
  • KĂ€sebrötchen mit Schinken und Tomate … „Noch noch noch leckererer!“
  • Knacker … „Ich bin leider schon so satt.“
  • Franzbrötchen, eine sĂŒĂŸe ZimtspezialitĂ€t hier aus dem Norden … „Mist, ich bin doch schon so voll!!!“

Bei dem ganzen Gemapfe konnten wir natĂŒrlich sehr viel weniger trainieren, ĂŒben und spielen, doch dafĂŒr haben wir uns mal wieder so richtig leergequatscht. Sprechen gehört definitiv zur Kategorie „Effeff“, auch wenn so manche Aussprache noch etwas hapert, und auch das Essen hat sich mittlerweile in diese Kategorie eingereiht. Ja, es wurde nun grĂ¶ĂŸtenteils offiziell freigegeben – fĂŒr das Kind wird ein Traum wahr: nichts ist mehr pĂŒriert und es winken noch mehr Freiheiten beim Geschmack-des-Tages und Probieren!!!

Wir haben am Anfang der Woche mit der LogopĂ€din telefoniert und Stephanie hat nun wohl die letzte Stufe vor der Vollkost erreicht, da sie die letzten vier Wochen beim gemeinsamen Esstraining nicht ein einziges Mal husten musste und auch so keinerlei Probleme mit dem Kauen und Schlucken zeigte. Einzig stark Knuspriges mit KrĂŒmelbildung (Chips, Crouton, Kekse etc.) und NĂŒsse (diese Brösel werden nĂ€mlich trotz Spucke leider nicht weich) dĂŒrfen noch nicht gegeben werden. Alles andere kann sie nun in kleinen Schritten und möglichst noch unter Beobachtung ausprobieren und essen. Im Rahmen ihrer eigenen Zielsetzung planen wir deshalb zu Olgas Geburtstag Ende November ihre erste Pizza, in der ersten DezemberhĂ€lfte ihren erster Burger (muss ja nicht unbedingt einer vom Goldenen M sein) und zum Jahresende ihr selbsterklĂ€rtes Endziel, einen Döner. Zum Eingewöhnen schieben wir vielleicht vorher noch einen DĂŒrĂŒm in den Ablauf mit rein. Aber ihre Freude könnte ihr euch sicherlich sehr gut vorstellen, oder?

Die „Selbstversorgung“ steckt dafĂŒr leider noch stark in den Kinderschuhen. Beim Schmieren benötigt sich viel Hilfe und Feintuning – doch es wird zunehmend besser:

Ein Essen mit Messer und Gabel ist von uns zum Beispiel noch gar nicht in ErwĂ€gung gezogen worden. DafĂŒr kann man sie mittlerweile mit einem Teller, auf dem mundgerechten StĂŒcke liegen, sowie dem dazugehörigen Gabel oder Löffel getrost alleine lassen. Damit geht sie auf alle FĂ€lle verletzungsfrei und erfolgreich um – gehört also zur Kategorie „Effeff“.

Als wir Stephanie am Samstag zum Mittagessen in den Speisesaal geschoben haben, hat sie sich ab da komplett alleine um das Löffeln ihrer Kohlsuppe und ihres Yoghurts gekĂŒmmert, sodass wir uns nach dem Verabreichen der Medikamente und vor dem ersten Bissen bei ihr verabschieden konnten. Doch schon beim UmrĂŒhren durch Carsten flatterten ihre NĂŒstern und sie freute sich total auf dieses Mittagessen:

Carsten sagte, dass er glĂŒcklicherweise die Maske im Gesicht bzw. ĂŒber dem Mund hatte, denn auch fĂŒr ihn war die Versuchung groß, einen Löffel davon zu probieren – es ist endlich wieder Kohlzeit, herrlich!

ZurĂŒck zum Trainieren und Üben … so manches haben wir im Laufe der letzten Woche doch durchfĂŒhren können:

Unter unserer Mithilfe und Anweisung kann Stephanie mittlerweile ein Tablet bedienen, z.B. um ein Video anzugucken, um bei Facebook einmal die Timeline ihrer Freunde anzusteuern und auch, um mit dem ein oder anderen ein kurzes Telefonat zu fĂŒhren. Alleine dĂŒrfte man ihr das iPad sicherlich noch nicht in die Hand drĂŒcken, aber das mit dem Wischen, Scrollen und Antippen von SchaltflĂ€chen klappt recht gut. Also Kategorie „Vertiefen & Routine entwickeln“.

Sie wechselt aber auch sehr gerne mal in die analoge Fotowelt und guckt mit mir weiterhin stundenlang ihre zahlreichen Fotoalben durch. Heute war Nummer 5 an der Reihe und wir konnten wieder viele Gedanken austauschen, Erinnerungen ausgraben und Geschichten erzÀhlen. Manches erkennt sie auf Anhieb, manches erst nach einer gewissen Hilfestellung und manches ist noch gar nicht freigelegt, d.h. es ist ihr völlig unbekannt.

Doch ihr Erkennen von Personen hat sich im Vergleich zum ersten Halbjahr sehr deutlich verbessert und auch eine Analyse von Bildern gestaltet sich mittlerweile immer zielsicherer. Ich kann mich noch erinnern, dass sie nicht einmal eindeutige Dinge oder Situationen auf zweidimensionalen Abbildungen identifizieren konnte, da sich ihr das Gesamtbild einfach nicht erschloss.

Jetzt kann sie mit sehr sehr sehr großer Hilfe die kleinen Puzzles (6 Teile) zusammenbringen – Kategorie „Startlöcher“ – und Fragen zum Bild beantworten:

Sie findet die darauf abgebildeten WĂŒrfel(augen) recht schnell, erkennt die Arme und FĂŒĂŸe des Maulwurfs und auf dem oben gezeigten Foto auch sofort den Ball. Und das sogar mit den korrekten Farben. Daran war vor zwei bis drei Monaten ebenfalls noch gar nicht zu denken. Ihr fehlte damals wohl noch völlig das abstrakte VerstĂ€ndnis fĂŒr Formen (rund), Dimensionen (auf dem Bild wirkt alles ganz klein) und GegenstĂ€nde (Auto ? Nö. Tiere ? Alles Wuff oder Miau.).

Es gibt insgesamt drei 6er-Puzzles mit dem Maulwurf, den sicherlich jeder noch aus seiner eigenen Kindheit kennt, doch man merkte sehr deutlich, dass sie beim ersten Zusammenlegen noch hochkonzentriert war, aber dann immer weiter nachließ. Doch an dem Tag wollte sie unbedingt alle Puzzles beenden und nicht aufgeben! Ja, so kennen und lieben wir sie …

Dieses Durchbeißen und Durchhaltevermögen zeigt sie auch jedes Mal beim hier im Blog schon öfters beschriebenen Memory, mit dem wir uns ja auch immer mehr rantasten mussten:

Zuerst mit sechs (eigentlich eindeutigen) Abbildungen … anfangs ein großes Problem, die Darstellungen von Wolke, Regenschirm, Huhn, Apfel, Birne und Möhre zu erkennen. Mittlerweile sind die ersten drei Genannten „Easy Peasy“ und selbst bei den drei „FrĂŒchten“ wirkt sie heute sehr zielsicher    đŸ˜‰

Eine erste Steigerung waren dann die Bildchen der ĂŒbrigen 18 KĂ€rtchen (Auto, Hydrant, Basketball, Zwiebel, Zitrone, Baum, Lineal, Affe, Hund etc.), die jetzt ebenfalls gut sitzen und nur noch bis auf sehr wenige Ausnahmen Probleme bereiten, d.h. erst nach kleineren Tipps erkannt werden. Da es aber nicht immer die gleichen GegenstĂ€nde sind, die sie „vergisst“, denken wir hier eher an eine KonzentrationsschwĂ€che oder Ablenkung, als an das Nichterkennen dieses Bildes. SpĂ€testens in der zweiten Runde kommen nĂ€mlich auch die nach kurzem Überlegen wieder zurĂŒck ins GedĂ€chtnis.

Stufe 3 ist jetzt sogar schon, dass sie die schwarzen Schatten, also das eigentliche MemorypĂ€rchen, zuordnen kann. Es liegen 10 Karten mit den bunten Bildern vor ihr und sie muss ein einzelnes SchattenkĂ€rtchen zuordnen. Plus den Zusatzschritten, die Karte vom Tisch aufzunehmen, idealerweise mit Linki umzudrehen, diese auf die bunte Karte abzulegen, das PĂ€rchen in einem Griff aufzunehmen und abschließend nach links auf dem Tisch abzulegen. Das Drehen und Agieren mit Rechti beherrscht sie nahezu perfekt, doch bei Linki hat sie den Dreh noch nicht heraus bzw. verinnerlicht, ĂŒber den Rest muss man nicht sprechen – eindeutig „Effeff“.

Aus den Therapien gibt es außer dem oben bereits erwĂ€hnten Erfolg beim Essen (LogopĂ€die) noch eine kleine Information von den Ergotherapeuten: man versucht sich bereits am Transfer ohne Lifter zwischen Bett und Rolli! Dazu fiel im GesprĂ€ch sogar schon die auf jeden Fall nicht ganz ernst gemeinte Klage „Meine persönliche Trainingseinheit schwindet immer mehr, da Stephanie mittlerweile doch schon viel zu viel alleine macht.“ – wir waren fast sprachlos … nein, besser: wir waren voll des Lobes!!!

Übrigens, da Stephanie jetzt so gut wie alles essen darf, wird sie wohl demnĂ€chst auch hin und wieder bei den „Kochkursen“ mitmachen dĂŒrfen und darauf freut sie sich sehr. Das Kochen und Ausprobieren neuer Rezepte hat sie ja schon wĂ€hrend ihrer Studentenzeit dank der zahlreichen Kochshows im Fernsehen und der gemeinsamen Kochabende mit Freunden sehr zu schĂ€tzen und lieben gelernt. Und als Nebeneffekt ist jetzt natĂŒrlich auch die zusĂ€tzliche BeschĂ€ftigung innerhalb einer Gruppe nicht zu verachten. Unsere Kleine freut sich schließlich immer ĂŒber die Möglichkeit, mit jemanden zu schnattern oder sich zu beschĂ€ftigen    đŸ™‚

Funfact: gestern hat sie sich sogar einige Minuten lang mit Spatzen im Baum nebenan gleich mal in ihrer Sprache unterhalten … dabei klang ihr „Tschiep-Tschiep“ zumindest in meinen Ohren Ă€ußerst authentisch und sie haben recht hĂ€ufig geantwortet    đŸ˜‰
Diese kleinen Kerlchen haben ihr Herz ja schon lange erobert    đŸ™‚



2017 20.
Aug.

Nach langer Trennungszeit, die durch AusflĂŒge, Urlaube und PrĂŒfungszeiten der Familienmitglieder entstanden ist, war unserer OLCA-Kleeblatt wieder mal fĂŒr einige Tage vereint. Die letzten zwei Wochenenden vor dem jetzigen hatten sowohl die Kinder als auch wir einiges an Zeit eingeplant, um uns wieder zu sehen, zu knuddeln und ganz entspannt ĂŒber Gott und die Welt quatschen zu können. Wie vermutet stellte es sich heraus, dass nicht nur Carsten und ich immer wieder auf Achse sind, sondern, dass unsere Kinder uns diesbezĂŒglich in Nichts nachstehen. Es gab logischerweise einiges an Fotos zu sehen und die Kinder waren im Gegenzug dazu verdonnert, eine großzĂŒgig angelegte Auswahl unserer dreiwöchigen USA-Reise in Video, Bild und Wort ĂŒber sich ergehen zu lassen. Sie haben sehr stark Interesse daran geheuchelt gezeigt    đŸ™‚

Nach unserem ersten gemeinsamen Wochenende (5./6.8.) sind beide Kinder zurĂŒck zu sich nach Hause gefahren, um, wie schon gesagt, am darauffolgenden Samstagabend (12.8.) wieder bei uns zu sein. Denn noch hatten wir bei Weitem nicht alle GesprĂ€chsthemen durch    đŸ™‚
Es wurde ein ganz gemĂŒtlich-gechilltes Wochenende wie zu damaligen Zeiten, als wir noch alle zusammen unter einem Dach lebten. Um ehrlich zu sein, war es aus meiner Sicht diesmal sogar noch familiĂ€rer, denn frĂŒher hatte man sich ja jeden Tag gesehen und es lief vieles nebenbei ab, aber nun nehmen wir uns immer ganz bewusst Zeit fĂŒreinander. Leider haben wir in unserer Zweiraumwohnung nicht mehr so viel Platz wie damals im eigenen Haus und so durfte sich das Ablagechaos von beiden eben vollends in unserem Wohnzimmer entfalten und nicht wie frĂŒher in den Kinderzimmern unserer Sprösslinge verteilen    đŸ™‚

WĂ€hrend Andrea am Montagmittag schon wieder zu sich nach Chemnitz fuhr, da sie noch einiges fĂŒr die Uni zu erledigen hatte, blieb Stephanie noch bis Donnerstag bei uns. Sie hat sich in den Wochentagen und an den Abenden allerdings mit ganz vielen Freunden aus ihrer Schulzeit verabredet und so hatte ich kein schlechtes Gewissen, als ich am Dienstag mit Diana, einer Arbeitskollegin, bei einem GlĂ€schen Wein einen langen Schnatterabend im El Horst verbrachte.

Unsere Große kehrte schon am Mittwochabend wieder zurĂŒck (zum dritten Mal in 14 Tagen!), denn die beiden Schwestern haben ab dem nĂ€chsten Tag einen gemeinsamen Urlaub geplant. Nichts Großes, einfach viel Zeit zusammen verbringen, um sich z.B. endlich mal in aller Ruhe Leipzig anzusehen und ihre Großeltern in ThĂŒringen zu besuchen. Anschließend rĂŒcken sie einige Tage in Andreas Wohnung im ehemaligen Karl-Marx-Stadt ein, um auch diese Gegend ein kleines bisschen unsicher zu machen. Da Carsten und ich ein paar Überstunden auf unseren Arbeitszeitkonten haben, bekamen wir von unseren Chefs einen freien Tag (wir sagen Arbeitszeitverlagerung/AZV oder Gleitzeitabbau/GZA dazu) genehmigt und so können und dĂŒrfen wir uns am kommenden Mittwoch den MĂ€dels anzuschließen, um noch einen weiteren Familientag zu verbringen – ich freue mich schon jetzt ganz doll drauf    đŸ™‚

In der Zwischenzeit verbringen wir beide wieder unser PĂ€rchenleben in trauter Zweisamkeit. Das Ausschlafen am Wochenende klappt leider immer noch nicht besonders – irgendwie ist unser innerer Wecker zu stark auf die Alltagsaufstehzeit von 5:30 Uhr geeicht    đŸ˜‰    doch zum GlĂŒck kann man an den arbeitsfreien Tagen ja ab und zu die ein oder andere Schlummerstunde am Nachmittag einbauen. Danach ist man auch wieder topfit, um beispielsweise voller Tatendrang zum Dresdner Stadtfest zu gehen.

Wir stellten dabei zum wiederholten Male fest, dass solche großangelegten Volksfeste mit zahlreichen Futter- und Trinkoptionen sowie lauter Musik unterschiedlicher Richtungen (Schlager, DDR-Rock, Discofox, …) zusammengedrĂ€ngt auf engstem Raum auf uns eher verwirrend als erheiternd wirken. Ich hoffe, es ist kein Zeichen dafĂŒr, dass wir zu alt fĂŒr solche Feierlichkeiten geworden sind    đŸ˜‰
Die Dresdner Innenstadt ist bei Abendstimmung unbeschreiblich schön, besonders wenn man einfach aus der lauten und turbulenten Ecke verschwindet und das Ganze mit etwas Abstand z.B. von der BrĂŒhlschen Terrasse aus beobachtet. Das fanden auch Besucher aus dem Stuttgardter Raum, die uns fĂŒr unsere Wahlheimat sogar ein wenig beneideten – so deuten wir jedenfalls das Kompliment einer schwĂ€bischen Familie, welche beim gemeinsamen Essen auf einer Biertischgarnitur unsere Stadt in den höchsten Tönen lobte. Es freut uns sehr, dass die sĂ€chsische Hauptstadt doch noch anders als nur als Pegida-Hochburg, einem großen braunen Flecken in Deutschland oder als Heimat von BrĂŒckenstreithanseln wahrgenommen wird.

Verglichen mit dem Stadtfest bereitet mir die Aussicht auf den kommenden Mittwoch mit unseren MĂ€dels allerdings sehr viel mehr (Vor-)Freude. Mal sehen, was wir an dem Tag gemeinsam besuchen werden … die Planung liegt diesmal ganz in den HĂ€nden der Kinder    đŸ™‚



2015 28.
Apr.

Die Woche verging wie gewohnt im Nu. Die Abende am Dienstag und Donnerstag sind nun bis Ende Juni durch Russisch- und Englisch-VHS-Kurse fest verplant. Die anderen Tage fĂŒllen sich erneut quasi von allein mit diversen AktivitĂ€ten. So haben wir uns am Montag nach der Arbeit und dem Abendessen daheim die Doku „10 Milliarden – Wie werden wir alle Satt?“ im Kino angesehen. Sehr interessant und zum Nachdenken anregend, wenn auch an manchen Stellen ein wenig langatmig. Aber es ist nun mal eine Doku und kein Actionfilm    😉

Eine Ă€hnliche Frage haben ĂŒbrigens Carsten und ich uns am Samstag gestellt. Ok, es ging dabei nur um 10 Leute und nicht 10 Milliarden    😉    und wesentlich brennender fĂŒr uns war die Frage, wie wir sie alle an einen Tisch in unserer Wohnung unterbringen können – diese ist ja bekanntlich bedeutend kleiner als unser Haus, wo das jahrelang problemlos ging. Das Essen, allem voran Pelmeni, Wareniki und polnische Pierogi, waren schon vor einer Weile gekauft worden und warteten nun auf diesen einen Tag, wo sie unseren BĂ€uchen zur VerfĂŒgung stehen sollten. Mein Mann konnte mich wie immer sehr beeindrucken und hat in der Tat alles perfekt geplant, so dass wir alle an dem betagten, aber von mir heiß geliebten ovalen Tisch in der KĂŒche Platz nehmen konnten. Wir hatten mit unseren Freunden wie immer unglaublich viel Spaß! Es gab viele interessante Geschichte zu hören und viele Reiseerlebnisse, besonders aus dem asiatischen Raum, wurden ausgetauscht. Die GesprĂ€che gingen kreuz und quer – es war einfach so schön lebendig! Ich habe das richtig genossen! Gastgeschenke hatten wir uns zwar nicht gewĂŒnscht (jeder sollte nur viel Hunger mitbringen), aber es gab dennoch allerhand Blumen und Pflanzen. Ein PflĂ€nzchen beeindruckt mich wirklich sehr, denn ich wusste bis dato nicht, dass es BasilikumbĂ€umchen gibt. Ich rieche diesen Duft so gern und so kann ich nun mein Nase immer wieder in die kleinen zierlichen BlĂ€tter eintauchen und jederzeit den einmaligen Geruch nach Sonne und Urlaub geniessen    😉    hoffentlich kann ich das BĂ€umchen auch richtig pflegen    :ueberrascht:    und somit lange erhalten !
Es waren bei den Mitbringseln auch GewĂŒrze, Schokolade, Wein und selbst gemalte Bilder dabei – ich liebe unsere Freunde auch ohne diese, aber es heißt ja kleine Geschenke erhalten die Freundschaft und ich habe mich sooooo sehr ĂŒber alles gefreut    :verliebt:

Am Sonntag danach war das Wetter nicht wirklich bestÀndig, Aprilwetter eben. Aber Carsten und ich haben uns doch entschieden bei einer Igel-Tour mitzulaufen. Es ging um einen Stadtteil von Dresden, welchen wir beide bis jetzt nur vom Namen her kannten:

Kleinzschachwitz

Das Wetter drohte zwar eine Zeit lang mit Gewitter, aber zum GlĂŒck kamen fĂŒr 5 Minuten bloss ein paar Tröpfchen von oben herunter, bevor sich die Sonne wieder am Himmel voll entfalten konnte. Die Tour war wie immer sehr interessant. Bei mir hat besonders die Geschichte ĂŒber den russischen FĂŒrsten Putjatin gewirkt. Die von ihm einst gestiftete Schule dient auch heute noch als Kinder- und Jugendhaus und sieht außerdem fĂŒr mich richtig toll aus!

IMG_0063

Es war also ein rundherum ein schönes Wochenende nach einer spannenden Woche. Über die schon laufende Arbeitswoche freue ich mich auch, denn diese ist Dank des Feiertags am Freitag fĂŒr BĂŒromenschen kurz und das Wochenende dagegen umso lĂ€nger    😉
Ich hoffe also, dass ich viel Zeit zum BĂŒcherlesen finde und Heini hat bereits verkĂŒndet, dass auch er wieder mal einen eigenen Eintrag schreiben möchte    🙂



2014 06.
Juli

Bei Erstellung meines Jahresplanes habe ich leichtfertig die Idee meines Mannes aufgegriffen, Fotos von Brunnen zu machen. Schließlich hatte ich nur eine entspannte Tour durch die Dresdner Innenstadt im Kopf und wollte lediglich die ĂŒblichen VerdĂ€chtigen wie Zwinger & Co knipsen. Aber dann schaute er nach, welche Brunnen es in Dresden noch so gibt und wir stellten fest, dass diese Stadt ĂŒber 300 verschiedene, kunstvolle Wasserspender im Angebot hat. Dass man auch in der direkten NĂ€he von Dresden (Freital und Pilnitz) richtig witzige Brunnen besichtigen und natĂŒrlich auch fotografieren kann, hat uns die Auswahl der Fotoobjekte nicht leichter gemacht. Carsten und ich suchten uns letzten Endes 50 Objekte heraus und gruppierten sie in einer Liste nach Stadtteilen und gut zu bewĂ€ltigenden Touren fĂŒr nach der Arbeit oder ganztĂ€gig am Wochenende. Am Ende sind es doch ĂŒber 70 Brunnen geworden, denn der eine oder andere sprang auf dem Weg zum NĂ€chsten noch buchstĂ€blich direkt vor die Linse und wollte partout nicht vernachlĂ€ssigt werden    😉

Auf jeden Fall haben wir bei unseren Fototouren viele fĂŒr uns neue Ecken in der Stadt entdeckt und staunten nicht schlecht ĂŒber manche Standorte, denn ganz offensichtlich haben wir etliche davon im Alltag ĂŒberhaupt nicht wahr genommen, obwohl wir uns in der entsprechenden Gegend hin und wieder aufhalten. Und wir wissen jetzt ganz genau, dass alle schön beleuchteten Wasserspiele in der Innenstadt um spĂ€testens 23 Uhr ruck-zuck ausgeschaltet werden, ohne RĂŒcksicht darauf, ob man nach einem Aufbau des Stativs und Suchen der perfekten Kameraeinstellung endlich soweit war, diese Schönheit zu fotografieren oder noch nicht    😀

Wir habe uns nun entschieden, alle von uns besuchten Brunnen in einer Galerie zu prĂ€sentieren, aber vorerst möchte ich wenigstens unsere persönliche Top 10 (aus 71 StĂŒck – nicht alle 300 und mehr) zeigen. Ok, es ist eine Top 15 geworden, denn bei nur 5 Brunnen waren Carsten und ich uns unabhĂ€ngig voneinander einig, aber die anderen 5 waren bei der persönlichen Sichtung unterschiedlich gewĂ€hlt worden.

Hier waren wir uns einig:

Glasbrunnen am Pirnaischen Platz:

IMG_0548

Rotkopf-Görg-Brunnen am Bahnhofsplatz Potschappel in Freital

IMG_0026

Nasses Haus auf dem Amalie-Dietrich-Platz in Gorbitz

IMG_0097

Pusteblumen auf dem Albert-Wolf-Platz in Prohlis

IMG_0175

Wasserfall Niagaraplatz auf dem GelÀnde der Zeitenströmung in der Albertstadt

IMG_0016

Primavera II auf dem Weingut Zimmerling in Pilnitz (leider ohne Wasser … aus den Haaren)

IMG_0060

Carstens weitere Favoriten sind diese fĂŒnf:

Schönwetterbrunnen in der Bernhardstraße (SĂŒdvorstadt)

IMG_0034

Findlingsbrunnen, Papstdorfer Straße Ecke Zwinglistraße in Gruna

IMG_0086

Leuchtbrunnen I am NeustÀdter Markt

IMG_0155

Artesischer Brunnen am Albertplatz (findet auch jemand die Ente, welche gerade im Becken KĂŒcken ausbrĂŒtet?)

IMG_0334

Sarrasani-Brunnen in der Sarrasanistraße (Innere Neustadt)

IMG_0165

Hier kommen nun noch meine 5 Brunnen dazu:

Storchenbrunnen in der Albert-Schweitzer-Straße, Freital

IMG_0078

Drei Grazien am Westin Bellevue

IMG_0392

Neptun-Brunnen im Krankenhaus Friedrichstadt

IMG_0124

Und ein Indoor-Brunnen, welche gewiss alle Shoppingliebhaber in Dresden auch ohne meine ErklĂ€rung problemlos erkennen könnten    😉    fĂŒr alle anderen:  es ist ein Wasserspiel in der Altmarkt-Galerie

IMG_0486

Ich denke, jetzt werdet auch ihr in Dresden mit einem brunnen-offeneren Blick umhergehen. Es gibt wirklich so viel zu entdecken, was zu diesem Thema passt und unsere Bildergalerie mit 71 StĂŒck wird in KĂŒrze nachgereicht – versprochen!