Home     I     Olgas Welt

     
 
 
   

 
Kommentar:   

 
Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2022 23.
Jun

Die OLCAs gastieren am 9. Juli ab 12 Uhr bis ca. 22 Uhr fĂŒr ein Meet-And-Greet in Dresden im JohannstĂ€dter FĂ€hrgarten und wer möchte, könnte uns drei, d.h. Olga, Carsten oder Stephanie, nach sooooo langer Zeit mal wieder sehen, in den Arm nehmen und/oder ĂŒber die letzten 2,5 Jahre des Wegganges von Olga & Carsten aus dem SachsenlĂ€ndle quatschen oder die tollen Dresdner Erinnerungen von damals mit Stephanie auffrischen.

Wir alle freuen uns nach so vielen Monaten ĂŒber jeden Kontakt aus der alten Heimat, denn Corona nahm uns allen in 2020 nicht nur das Reisen, sondern Olga & Carsten leider auch die Möglichkeit einer gebĂŒhrenden Verabschiedung von euch und versaute Olga zudem im November den 50. Geburtstag.

Das können wir jetzt zwar nicht alles nachholen, aber wenn wir schon ein paar Tage in Dresden verweilen, möchten wir drei jede Gelegenheit nutzen, um mal wieder mit euch ins GesprĂ€ch zu kommen. Wer wann womit und wie lange kommt, ist uns dabei völlig egal … wir werden an dem genannten Tag jedenfalls hier im bzw. am JohannstĂ€dter FĂ€hrgarten sitzen und uns ĂŒberraschen lassen:

Einzig das Wetter könnte uns dabei wohl noch einen Strich durch die Rechnung machen … ggf. anrufen, solltet ihr uns nicht finden – 0171-3103419 oder 0151-11606528.

Da euer Erscheinen Geschenk genug sein wird, bitten wir euch, nichts fĂŒr uns zu besorgen und mitzubringen. Bringt lediglich das mit, was ihr trinken und essen wollt, sollte euch die Auswahl des Biergartens nicht ausreichen.

Wir freuen uns sehr auf dieses Wochenende und besonders auf einen gemeinsamen Samstag mit euch.

Olga, Carsten & Stephanie

P.S.: auch auswĂ€rtige Freunde oder Bekannte aus der Schul-, Studien-, Arbeits-, VHS- und Vereinszeit oder unseren gemeinsamen InternetaktivitĂ€ten sind hiermit gerne aufgefordert, einen kleinen und lohnenswerten Abstecher ins wunderschöne Dresden zu wagen und an dem Tage zu uns zu stoßen.



2022 20.
Jun

Bevor ich zur eigentlichen Zusammenfassung des Wochenendes komme, hier schon mal vorab die AnkĂŒndigung, dass man bei diesem Blogeintrag unbedingt den allerletzten Absatz lesen sollte!!!    zwinker

FĂŒr alle, die jetzt nicht bis dahin runterscrollen, hier die Beschreibung unserer Erlebnisse der letzten Tage … viel trainieren konnten wir diesmal eigentlich nicht und somit gibt es leider aber auch nichts ĂŒber große Fortschritte oder Erfolge zu berichten. Doch auch wenn unsere diversen TagesausflĂŒge viel Zeit kosten und dem Lernen damit nicht mehr viel Platz lassen, erhoffen wir uns fĂŒr Stephanie, dass sie dadurch immer möglichst viele neue EindrĂŒcke bekommt, Alltagssituationen noch besser kennenlernt, entstehende Erinnerungen dazukommen und Ă€ltere aufgefrischt werden oder eben, dass ein einfaches Learning-by-Doing stattfindet. Es muss ja nicht immer alles in ein strammes Trainingskorsett gezwungen werden    standard

Von unserem Besuch am Dienstag gibt es nicht viel zu erzĂ€hlen, denn wir saßen bei schönstem Sommerwetter draußen und haben gequatscht, gespielt und gegessen. So voller GrĂŒn fĂŒhlt man sich im Hof des Pflegezentrums fast schon wie bei einem Picknick:

Es ist doch richtig idyllisch dort, oder? Allerdings kann laut Stephanie die Vogelwelt schon ganz schön laut sein und mit der Zeit nerven – vor allem die Spatzen, die eigentlich rund um die Uhr zum Zwitschern aufgelegt sind!

Am Freitag holten wir sie dann wieder wie gewohnt in LĂŒneburg ab, aber diesmal nicht aus dem Gut WienebĂŒttel, sondern aus der Notaufnahme des LĂŒneburger Krankenhauses … ihre SPDK war mal wieder verstopft und musste vom Urologen gewechselt werden. Da im Anschluss daran lĂ€nge Zeit der Transport nicht kam, um sie zurĂŒck ins Pflegezentrum bzw, zu uns zu bringen, haben wir gegen 18:30 kurzerhand den Fahrdienst ĂŒbernommen (nur 10 min Fahrt) und sind dann direkt vom Krankenhaus ins wohlverdiente Heimatwochenende gefahren – mit dem obligatorischen Zwischenstopp fĂŒr den Wochen(end)einkauf. Es wurde durch das lange Warten zwar alles sehr viel spĂ€ter, aber dafĂŒr konnte dieser Sonnenuntergang auf dem RĂŒckweg recht gut entschĂ€digen:

Den Samstag haben wir dann hier verbracht …

… auf der Kieler Woche. Das Kind hatte am Freitag die Wahl bekommen, ob sie bei dem angekĂŒndigten Sonnenschein mit vielen vielen Menschen an der OstseekĂŒste sein will, oder lieber etwas einsamer durch einen schattigen Wald spazieren möchte. Erstaunlich, aber sie entschloss sich statt der möglichen Ruhe und Gelassenheit sogar fĂŒr die Menschenansammlung:

Uns sollte es recht sein, denn wir waren fĂŒr beides offen. Kiel liegt zum GlĂŒck auch nur etwas mehr als eine Autostunde von uns entfernt. Und da wir frĂŒh am Morgen starteten, bekam sie kurzerhand noch einen anderen, vor kurzem geĂ€ußerten Wunsch erfĂŒllt: ein FrĂŒhstĂŒck bei McDonalds:

Sie entschied sich natĂŒrlich fĂŒr den grĂ¶ĂŸten und dicksten Egg-McMuffin und Carsten musste ihr eine helfende Hand beim VerdrĂŒcken reichen. Egal, Kind war glĂŒcklich – erste Mission erfĂŒllt!    zwinker

Und es sollten im Laufe des Tages noch mehr (ungesunde) Leckereien dazukommen, wie z.B. diese Hotdogs …

… Churros …

… Fischbrötchen …

… und Donuts:

Jep, an diesem Laden KONNTEN wir einfach nicht vorbeigehen, ohne darin gesĂŒndigt zu haben. „Sorry Dunkin Donuts, aber gegen den Royal Donut kannst du wahrlich einpacken!“ – so ungefĂ€hr waren auch Stephanies Worte bei diesem Anblick:

Nehmen wir nur mal den Donut oben links: Erdbeeren und Kinder Bueno als Topping UND eine Erdbeermarmelade sowie Nutella als FĂŒllung!

Oder den unten links: das da oben drauf ist ein kompletter Kinder Maxi King!!! Und drumherum ist ganz ganz viel Karamellsoße – alles soooooooooooooooooooooooo lecker!!!!!!!!!!

Aber auch wenn es so scheint, wir haben nicht nur gegessen oder dem Essen zugesehen …

[Spanferkel kannte Stephanie noch nicht bzw. nicht mehr]

… nein, wir haben auch getrunken    zwinker

Genug gescherzt, wir haben uns natĂŒrlich vor allem von der See, dem Maritimen und den vielen Schiffen in den Bann ziehen lassen:

[die Windjammerparade ist leider erst kommenden Samstag, doch dann dĂŒrfte es hier proppevoll sein]

Sehr beeindruckt war das Kind von den riesigen Kreuzfahrtschiffen, die sie zuerst sogar gar nicht als etwas auf dem Wasser wahrgenommen hat, sondern eher an ein GebĂ€ude dachte … ging uns doch sicherlich beim ersten Mal auch so, oder?

Bei solchen Ausblicken meinte sie nur, dass sie das Wasser (z.B. aus ihrer Zeit in Bremerhaven) so richtig dolle vermisst …

… und vor allem auch mal wieder sooo gerne schwimmen gehen wĂŒrde:

Tja, leider war dies nicht das Einzige, was derzeit unerreichbar ist und ihr an diesem Tag verwehrt wurde, denn natĂŒrlich liebĂ€ugelte sie auch mit so etwas – wie schon damals als kleines, unerschrockenes MĂ€dchen:

Bei diesem Herren zog sie ebenfalls den KĂŒrzeren:

Unser Argument, dass wir im Gegensatz zu ihm doch auf vier RĂ€dern unterwegs wĂ€ren, zog leider nicht. Er holte dann sein Megafon raus, heulte damit rum und als wir nachgaben und auswichen bedankte er sich bei uns mit einer Konfettidusche aus seiner Gießkanne. Er ist halt doch der professionellere Charmeur von uns gewesen …    zwinker

Die Attraktionen der Kieler Woche sind ja bekanntlich ĂŒberall im inneren Stadtgebiet verteilt und wir tingelten Dank der guten Kartenlesekenntnisse von Carsten und Stephanie (man war sich jedenfalls nicht immer einig!) durch die Straßen und Hafenanlagen:

Uns ist sicherlich dennoch vieles entgangen, z.B. den Muddi-Markt haben wir definitiv verpasst, aber wenigstens entdeckten wir dieses Wasserbecken …

… mit einem Seehund …

… und kamen an diesem schön aufgebauten Dorf mit HolzhĂ€usern sowie dem obligatorischen Backfisch-Leuchtturm (oben wird gebrutzelt und auf einer Rutsche gelangen die fertigen Backfische nach unten in den Verkaufsraum) vorbei:

Selbst unser Autogespann haben wir abends auf Anhieb wiedergefunden:

Es war echt ein sehr schöner Tag geworden und wir fanden trotz ĂŒbergroßem Rolli immer ausreichend Platz zum Ausruhen und Durchfahren. Trotz einer großen Menschenmenge kam es zu nicht einer einzigen Rempelei oder unschönen BerĂŒhrung – die Menschen hier im Norden sind eben alle unheimlich gechillt und zuvorkommend! Es muss einfach an der tĂ€glichen Portion Meer und diesem wunderschönen Blau liegen:

Uns gefĂ€llt es hier oben im Hohen Norden jedenfalls echt sehr gut und wir werden sicherlich auch noch sehr viel mehr mit und ohne Kind von der Umgebung und KĂŒste erkunden – da bin ich mir ganz ganz sicher …

Am Sonntag dehnten wir nach dem Ausschlafen das Sitzen am FrĂŒhstĂŒckstisch mit Essen, Spielen …

[zugegeben, das haben grĂ¶ĂŸtenteils Carsten und ich gestapelt]

… und Quizzen auf fast drei Stunden am StĂŒck aus, ohne dass Stephanie unruhig geworden ist. Doch leider konnten wir diesmal keine finale Grenze austesten, denn mit Baden, Beautyprogramm, Mittagessen und RĂŒckfahrt gegen 18:00 hatten wir noch einen straffen Zeitplan vor uns – schade …

Und dann waren auch schon wieder zweieinhalb Tage vorbei … es geht ja immer so verdammt schnell vorbei.

Diese Scans von ihren TĂ€tigkeiten aus dem Pflegezentrum möchte ich euch aber noch eben zeigen. Neben ihrem vielen gelösten Sudokus (insgesamt 12 StĂŒck, wovon wohl nur eines falsch war und zwei noch unvollstĂ€ndig, da sie wahrscheinlich gestört wurde) …

… prĂ€sentierte sie uns diesmal auch mehrere Zettel mit ihren Schönschreibversuchen …

… und sogar Englischaufgaben, die sie derzeit von den Logo-Therapeuten bekommt, welche zudem auch Englisch mit ihr sprechen:

So etwas beruhigt uns immer ungemein, denn es zeigt doch eindrĂŒcklich, dass trotz ihrer gewaltigen HirnschĂ€digungen noch ganz viel Wissen und Intelligenz ĂŒbrig geblieben ist und der Weg zurĂŒck ins Leben nicht nur von Hoffnung oder Zuversicht geprĂ€gt wird – Stephanie findet auf jeden Fall noch ihren Weg zurĂŒck in die SelbststĂ€ndigkeit, davon bin ich nach solchen Dingen immer wieder aufs Neue ĂŒberzeugt.

Nun zum letzten Absatz, den ich ja schon gleich zu Beginn dieses Eintrags angekĂŒndigt hatte:
Carsten, Stephanie und Olga werden sich am 9. Juli (ist ein Samstag) von ca. 12:00 bis sicherlich abends um 22:00 in Dresden auf der Wiese neben dem JohannstĂ€dter FĂ€hrgarten positionieren und euch allen wenn möglich die Chance geben, mal wieder mit uns Vis-a-Vis ins GesprĂ€ch zu kommen, uns in den Arm zu nehmen und uns nach so vielen Monaten und mittlerweile schon Jahren zu treffen. Damit meine ich nicht nur Freunde und Bekannte von Carsten und mir, sondern natĂŒrlich auch von Stephanie – in und um Dresden dĂŒrften sicherlich noch genĂŒgend aus ihrer Schulzeit, ihrem Volleyballverein oder der Nachbarschaft geblieben sein, oder? Wir drei wĂŒrden uns auf jeden Fall ganz dolle auf ein Wiedersehen mit euch allen freuen – dies ist auch erst einmal nur eine AnkĂŒndigung fĂŒr eure eventuelle Wochenendplanung an besagtem Samstag, denn Einzelheiten werden wir noch in den nĂ€chsten Tagen hier im Blog und auch per Email nachreichen. Wir sind echt gespannt, wer sich zurĂŒckmeldet oder so alles einfinden wird. Jetzt muss fĂŒr das Event nur noch das Wetter stimmen …



2022 14.
Jun

Stephanie ist seit gestern wieder im Pflegezentrum und nach zehn gemeinsamen Tagen fehlt einem nun schon etwas. Andererseits beschĂ€ftigen wir uns aber auch immer so sehr mit dem Kind wenn sie da ist, dass andere, wichtige Sachen einfach liegen bleiben, die einen dann aber frĂŒher oder spĂ€ter doch wieder einholen werden: WĂ€sche zusammenlegen und bĂŒgeln, die SteuererklĂ€rung 2021, die Krankenkassenbefreiungsabrechnung 2021 und und und … ist nun alles fĂŒr die kommenden Wochentage geplant.

Ihr könnt euch also denken, dass wir die Zeit mit ihr (außer zu unseren Home-Office-Zeiten) sehr intensiv genutzt haben und zum GlĂŒck lieferte auch das Wetter einen Ă€ußerst unterstĂŒtzenden Beitrag. Wir konnten nĂ€mlich sehr viel unternehmen und selbst in der Residencia OLCA probierten wir so einiges Neues aus. Bitte entschuldigt, aber in diesem Blogeintrag werde ich insgesamt 51 Fotos (selbst diese teils schon als Kollage) und 2 Videos verwerten … ich konnte mich leider nicht weiter reduzieren. Und selbst das ist schon die allerengste Auswahl aus insgesamt fast 1580 Bilder, die Carsten und ich wĂ€hrend dieser zehn Tage aufgenommen haben. Viele davon natĂŒrlich, um zu dokumentieren und vielleicht wieder einmal Stephanie nach einem weiteren Jahr zu zeigen, was sie wieder alles geschafft hat. Ich bleibe dabei: wir sind sehr sehr stolz auf unsere Kleene!

Neben kleineren Aktionen, wie z.B. Grillen mit Besuch auf dem Balkon …

… alleine (mit Kopfhörer) …

… oder auch gemeinsam (ja, es sind insgesamt sechs Socken zu sehen) eine DVD gucken …

… setzten wir uns immer wieder mal in die Öffis, um nach Hamburg rein zu fahren:

Mittlerweile sind wir echt routiniert beim Ein- und Aussteigen trotz unebener Bahnsteige, beim Suchen des notwendigen oder richtigen Fahrstuhls und mit dem Umgang der anderen Mitreisenden – glaubt mir, es ist teilweise echtes Laien- oder Schmierentheater!    zwinker

Zum ersten Mal nutzen wir den ÖPNV am „Pfingstsamstag“, um zum Park Planten un Blomen zu kommen. Mit seinen unzĂ€hligen Blumenbeeten und -gĂ€rten …

… und den vielen Seen und Teichen …

… ist das eine echte Augenweide und unsere fast fĂŒnf Stunden darin vergingen wie im Flug.

Ich liebe diese beiden Fotos ungemein, deshalb konnte ich mich auch nicht fĂŒr eines entscheiden    zwinker

Nach dem Verputzen von Stephanies LieblingsgebĂ€ck (an der S-Bahn-Haltstelle gibt es einen „Dunkin Donuts“) …

… liefen wir erst als Rundgang durch den allgemeinen Teil und danach noch durch die langgezogenen Wallanlagen bis nach St. Pauli. Auch so manche Steigung konnte uns nicht aufhalten:

Unterwegs kamen wir u.a. an dieser Skate(r)anlage vorbei, wo wir wirklich sehr lange dem bunten Treiben zugeschaut haben:

Als FußgĂ€nger kam ich problemlos auf die TribĂŒne und hatte von dort einen noch besseren Blick …

… doch auch Carsten fand einen (zugegeben) etwas weit ausholenden Weg dorthin, sodass wir alle drei eine ganze Weile von oben herab zugucken konnten:

Es hat echt sehr viel Spaß gemacht, aber am Ende trieb uns der Hunger weiter in Richtung Reeperbahn – anvisiertes Ziel: der Burgerladen „Five Guys„:

Aussuchen konnte Stephanie sich ihre Kombination an Toppings noch selbst, aber beim Essen musste Carsten eine helfende Hand reichen, denn so unterstĂŒtzend einsetzen kann sie ihre Linki leider doch noch nicht:

Doch dem Geschmack und dem Erlebnis tat das keinen Abbruch und wir verließen das Restaurant erst nach fast zwei Stunden … Burger, Pommes, außergewöhnliche Free-Refill-GetrĂ€nke und Milchshakes wollten schließlich ganz in Ruhe genossen werden    standard

Am Pfingstsonntag entschieden wir uns fĂŒr einen Ausflug in den wohl bekanntesten Zoo in und um Hamburg, dem Tierpark Hagenbeck:

Unsere vorherigen BefĂŒrchtungen, dass wir mit Stephanies ĂŒbergroßen Rollstuhl nicht ĂŒberall hin- oder durchkommen oder sie aus ihrer sitzenden Position nicht genug sehen könnte, haben sich sehr schnell verflĂŒchtigt. Der Zoo hat diesbezĂŒglich wirklich an alles gedacht und auch die anderen Besucher waren immer nett und zuvorkommend. Nach nur ein wenig Warten konnte Stephanie eigentlich immer direkt bis an den Ort des Geschehens geschoben werden …

… und ihre Blicke ungehindert umherschweifen lassen:

Selbst in der gewaltigen Eismeeranlage und in anderen GebĂ€uden wurde bei der Projektierung wohl immer auch an die Perspektive von Kindern und Rollstuhlfahrern gedacht – alles echt top organisiert!

Einzig in den Streichelzoo kamen wir mit dem Rolli nicht rein, da die Schleuse zu den Ziegen, Schafen & Co. sehr schmal und eng gehalten wurde. Also hat Stephanie sich eben andere Tierchen zum Streicheln …

… FĂŒttern …

… und Herzen gesucht:

Naja, das anschließende HĂ€ndewaschen fand sie sicherlich nicht so toll    zwinker

Dieses kecke Kerlchen hinterließ jedenfalls keine Sabberspur auf der Hand:

Erst als uns die Feierabendglocke gegen 18:00 zum Ausgang bugsierte, bemerkten wir, dass wir eigentlich noch gar nicht so richtig gegessen hatten – nur mal ein paar Kleinigkeiten zwischendurch. Deshalb fuhren wir zum EKZ Mundsburg und testeten dort das „Louisiana“ aus, welches Carsten schon aus Dortmund und Oberhausen kannte – links der Two-Way-Sampler mit Rippchen sowie HĂ€hnchenflĂŒgel (fĂŒr Stephanie & Carsten) und rechts eine Pulled-Pork-Poutine (fĂŒr mich):

Bei dem Aussuchen der GetrĂ€nke zeigte sich das Kind auf einmal völlig enttĂ€uscht … sie wĂŒrde doch soooooo gerne mal wieder „richtiges“ Bier trinken wollen, also das mit Alkohol    traurig

Pssst, sie durfte mal ein wenig bei mir nippen    zwinker

Den dritten großen Tagesausflug machten wir letzten Samstag und erneut war das Durchstreifen einer Parkanlage das Ziel: wir fuhren zum Volkspark Altona.

Wir kannten diesen Hamburger Park im Vorfeld, z.B. aus ErzĂ€hlungen, noch nicht und waren am Ende echt ĂŒberrascht, wie vielfĂ€ltig es dort ist. Neben einem echt ĂŒppigen Waldgebiet …

… mit so mancher Steigung und Senke …

… gab es auch wunderschön angelegte Parkanlagen …

… oder BlumengĂ€rten mit StĂŒhlen und BĂ€nken, die zum Verweilen einluden:

NatĂŒrlich suchten und fanden wir hier eine kleine StĂ€rkung in Form von GetrĂ€nken und einem Eis … letzteres mit Franzbrötchen-Geschmack (!!!) – echt lecker.

Es gibt dort aber auch Abschnitte, die fĂŒr uns unerreichbar blieben … jedenfalls fĂŒr Stephanie im Rollstuhl und Carsten als Muskelantrieb. Ich konnte aber sehr wohl da rauf und musste dann berichten, was es denn zu sehen gab:

WÀhrenddessen haben die beiden schon die ausgedruckte Karte studiert und das nÀchste Ziel auserkoren:

Diesmal konnten wir unser Mittagessen zur fast richtigen Zeit einnehmen, denn an der großen Grill- und Spielwiese gab es auch einen Bayrischen Biergarten mit ganz vielen Leckereien. Wir entschieden uns fĂŒr AllgĂ€uer KasespĂ€tzle (mittig), Holstein-Schnitzel mit Spiegelei (hinten) und LeberkĂ€se mit Spiegelei (rechts):

So gestÀrkt bewegten wir uns weiter durch das Waldgebiet, manche per Pedes und manche eben auf Rollen:

 
Ich hatte zudem meinen ReisebĂ€ren Heini mit und machte ganz viele Fotos von ihm und den Blumen sowie der Umgebung – bin echt gespannt, wann ich das alles mal wieder zu einem eigenen BĂ€renbericht verwursten kann    zwinker

Auf dem RĂŒckweg zur S-Bahn ergaben sich aber auch ohne ihn noch ein paar schöne Motive (zugegeben, bei dem Graffiti links muss man etwas genauer hinschauen – aber ich fand die beiden lĂ€chelnden Tierchen einfach nur sĂŒĂŸ):

So, das soll es von unseren Touren gewesen sein. Wir hatten wĂ€hrend der letzten Tage ja auch noch andere Besonderheiten in petto. Vor allem hat sich Stephanie schon ganz lange ĂŒber ihren Friseurtermin am letzten Freitag gefreut – endlich mal wieder Form in die seit dem medikamentenbedingten Haarausfall nachgewachsenen Zotteln bringen. Neben dem Ergebnis (hier vorher …

und hier nachher) …

… war es natĂŒrlich auch der Event an sich, der sie entgegenfiebern ließ, denn ein Besuch beim Friseur ist fĂŒr sie schließlich etwas ganz Neues gewesen:

Am Ende wurden die lĂ€ngeren und kĂŒrzeren Kopfhaare angeglichen (die neuen Haare sind derzeit nur halb so lang), der Nacken bekam den von ihr so geliebten Undercut und die MĂ€hne bzw. Unterwolle konnte auch mal wieder so richtig ausgedĂŒnnt werden:

Das Kind ist glĂŒcklich, d.h. das Ziel wurde erreicht. Was will man (als Eltern) mehr?!?

Zum Abschluss möchte ich noch ein paar Einblicke in unsere Trainings- und Übungseinheiten geben, auch wenn es bei Weitem nicht alle sind, die wir in den zehn Tagen so durchgefĂŒhrt haben. Ich stelle jedenfalls immer wieder fest, dass sich am Ende selbst die kleinsten Dinge auch nach wochenlangem Durchhalten auszahlen, so z.B. ihr Assistieren beim Anziehen. Es ist zwar immer noch rudimentĂ€r, aber allein schon die damit verbundenen GreifĂŒbungen mit der rechten und linken Hand helfen wiederum bei anderen Dingen, wo Koordination und Geschick gefragt sind.

Abgesehen davon, dass sie ihr FrĂŒhstĂŒcksbrötchen mittlerweile unbeaufsichtigt aufschneidet (sogar in unter 1 Minute!) und schmiert, schĂŒttet sie jetzt auch sehr viel sicherer FlĂŒssigkeiten ein …

.. öffnet Boxen und Schalen mit wachsendem Erfolg …

… und rollt sogar auf ihre eigene Art und Weise Socken zusammen (vor zwei Wochen noch ein absolutes No-Go!!!):

Carsten hat zudem mit diversen Utensilien experimentiert und innerhalb von zwei Tagen konnte sie mit beiden HĂ€nden gleichzeitig GolfbĂ€lle in Topfdeckeln balancieren – probiert es mal aus, ist gar nicht soooo einfach:

Wir haben ihr auch einmal das Briefeschreiben von Anfang bis Ende gezeigt: Verfassen, Umschlag, Briefmarke, Briefkasten … ist ja schließlich doch irgendwie alles Neuland fĂŒr sie gewesen:

Das Projekt „Schreiben von Druckbuchstaben“ konnte ebenfalls in dieser verlĂ€ngerten Woche abgeschlossen werden, da Carsten fast jeden Tag sehr geduldig mit ihr das gesamte ABC in Groß- und Kleinschreibung durchgegangen ist:

Klar, es sitzt noch bei Weitem nicht alles hundertprozentig und schnell ist sie dabei auch nicht, aber mit viel Übung und Schreiben wird sie das in den nĂ€chsten drei bis vier Wochen verinnerlicht haben. Wir bleiben dort jedenfalls ganz dolle am Ball und auch sie macht immer sehr gerne mit.

Hier vergleicht und korrigiert sie mit Carsten ihre 15 (!) im Pflegezentrum gelösten Sudokus:

Oder wÀhrend wir im Home-Office arbeiteten, hatte sie mal Lust auf Stadt-Land-Fluss:

Und genau das schĂ€tzen wir an unserer Familie und den gemeinsamen Stunden – wir lassen uns von Nichts und Niemanden unterkriegen!!!

„Tschakka, wir schaffen das!!!“

Ach ja, an diesem Wochenende haben ich mit ihr zum ersten Mal geknetet und sie hat echt Spaß dabei:

Auch hier setzte sie immer wieder ganz geschickt Rechti und Linki ein … am Ende stellte sie sich als Kugelrollmeisterin raus, wĂ€hrend ich eher WĂŒrste hinbekomme:

Ebenfalls ganz viel Spaß versprechen wir uns noch von dem am Wochenende gelieferten Liegeergometer bzw. Hometrainer mit Liegesitz statt hohem Sattel. Im Pflegezentrum liebt sie ihre Therapien mit dem Motomed-GerĂ€t und somit haben wir uns mal nach einem gĂŒnstigen Beintrainingsmodell ohne Motor umgeschaut. Der erste Versuch am Sonntag verlief schon mal recht vielversprechend:

 
Mal sehen, ob sie damit bei uns ebenfalls so viel Spaß entwickeln kann und vor allem einen Trainingsnutzen daraus zieht. Hier gilt wie so oft: drĂŒckt uns bitte die Daumen    standard

So, nun aber Schluss … ich hoffe, es war nicht zu langweilig und man konnte noch alles gut bis hier durchlesen – sorry, aber es waren ja schließlich fast zwei Wochen zusammenzufassen.

Ich wĂŒnsche nun allen einen ruhigen und erfolgreichen Start in die Woche – bis zum nĂ€chsten Mal!



2022 08.
Jun

An dieser Stelle wollte ich eigentlich ein Pausenbild einfĂŒgen, doch die Fotoausbeute der letzten Tage hat leider kein schönes Passendes hervorgebracht. Aber andere schöne Fotos habe ich gefunden, die hier als wĂŒrdige Platzhalter durchgehen sollen.

Stephanie ist aufgrund des Pfingstmontags und der ersten Woche im Juni (= Heimatwoche) schon seit dem 3.6. bei uns in Wentorf und bleibt jetzt noch bis zum kommenden Sonntag (12.6.) hier. Aber weil wir uns neben dem Arbeitsleben im Home-Office sooooooo viel mit ihr beschĂ€ftigen und eigentlich auch bei fast jedem schönen Wetter nach draußen gehen, bleibt mir in diesen Tagen einfach leider keine Zeit, einen Blogeintrag darĂŒber zu verfassen – sorry. Doch die Berichterstattung wird natĂŒrlich in der nĂ€chsten Woche nachgeholt, versprochen!!!

Hier aber schon mal ein paar Impressionen unserer gemeinsamen Zeit:

Wir unternehmen viel …

… begeben uns auch mal Aug‘ in Aug‘ sowie in den Dialog mit einem großen Walross …

… fĂŒttern …

… und futtern:

So, das Kind ruft schon wieder … bis nĂ€chste Woche.

Kleiner Spoiler: diese Bilder sind im Hamburger Park Planten un Blomen, im Tierpark Hagenbeck, in der S21 nach Hamburg Hbf und auf der Reeperbahn bei „Five Guys“ entstanden.



2022 31.
Mai

Aufgrund des Feiertags (Christi Himmelfahrt bzw. Herrentag bzw. Vatertag) holten wir das Kind diesmal schon am Mittwochnachmittag ab und sie blieb dann wie gewohnt bis zum Sonntagabend in Wentorf. Somit hatten wir insgesamt 4,5 Tage fĂŒr uns, wobei am Freitag fĂŒr uns noch etwas Arbeiten im Home-Office angesagt war. Leider blieb das Wetter genau so unbestĂ€ndig wie die letzten Wochenenden und wir mussten dadurch fast die ganze Zeit in der Wohnung bleiben – das war echt blöd!    traurig

Wenigstens konnten wir nach unserer RĂŒckkehr aus LĂŒneburg das vorgezogene Wochenende mit einem Besuch beim Dönermann um die Ecke einlĂ€uten und dabei sogar draußen sitzen, denn die Überdachung schĂŒtzte uns vor dem ein oder anderen Schauer:

Vor allem waren wir gefĂŒhlt schon eine Ewigkeit nicht mehr „Dönertier“ essen. Tja, was das angeht, hat uns Dresden alle drei sehr verwöhnt, denn die Döner und DĂŒrĂŒms hier im Norden können mit den Kreationen unserer ehemaligen Haus-und-Hof-DönermĂ€nnern aus Briesnitz und Striesen einfach nicht mithalten – sorry. Alleine schon die Frage hier, ob man Cocktail- oder Currysoße auf dem Döner haben möchte?!?! Nee, selbst Stephanie freut sich wie Bolle auf den nĂ€chsten Besuch im SachsenlĂ€ndle, um dort endlich mal wieder in diesen herrlichen Genuss kommen zu können. Den kommenden Sommer werden wir sicherlich die 500 km in Angriff nehmen und damit gleichzeitig die Tauglichkeit des Kindes und unsere Möglichkeiten fĂŒr eine lĂ€ngere Urlaubsfahrt auszutesten. Es fĂ€ngt ja schon bei der Unterkunft an (Rollitauglichkeit, Platz fĂŒr die KörperwĂ€sche, ein passendes Bett, …) und geht nahtlos in die Möglichkeiten vor Ort ĂŒber (Parken mit AnhĂ€nger, AusflĂŒge fĂŒr Rollstuhlfahrer, …). Abwarten und austesten, bisher ist unser mehrwöchige und mit Sicherheit gemeinsame Sommerurlaub ist noch völlig ungeplant.

Am Donnerstag stellten wir wĂ€hrend des ausgedehnten FrĂŒhstĂŒcks als erstes fest, dass Stephanie beim EinschĂŒtten von FlĂŒssigkeiten (Wasserkessel, MilchtĂŒte & Saftflasche) noch so ihre Probleme mit dem Halten und vorsichtigen Einknicken des rechten Handgelenks hat und Carsten ĂŒberlegte sich ein paar muskelstĂ€rkende Übungen. Zuerst mit einer Hantelstange (2 kg) und spĂ€ter erbarmte er sich und wechselte zu einem Gymnastikball (500 g) …

… doch am Ende stellte er fest, dass es gar nicht an ihrer Kraft oder Geschicklichkeit liegt, sondern eher an der Ansteuerung dieses Körperteils. Die Hand in geballter Form nach vorne zu klappen ist kein Problem, aber die richtigen Befehle, um sie wieder nach hinten bzw. oben zu holen, kann das Gehirn wohl noch nicht so richtig senden oder verarbeiten. Auch ohne Gewichte bleibt das Steuern des Handgelenks eine kleine Herausforderung fĂŒr Stephanie und sie benötigt dementsprechend viel Geduld und große Konzentration. Ok, die Problematik ist also erkannt, bleibt jetzt nur noch ein stetiges Training. Damit beginnen die beiden aber erst ab kommenden Samstag, wenn Stephanie fast 10 Tage am StĂŒck bei uns ist. WĂ€re doch gelacht …

Den Rest des Tages verbrachten wir mit dem AufhĂŒbschen des Balkons (fĂŒnf BlumenkĂ€sten sowie ein großes und ein kleines Hochbeet wurden neu befĂŒllt) …

… und mit der umfangreichen Körperpflege und Schönheitskur beim Kind – Baden & Haare waschen, sie liebt es!!! Danach landeten wir drei auf der Couch und ließen diesen Abend, sowie auch die folgenden, unseren gemeinsamen Kanada-Urlaub mittels Fotos, Videos und vielen ErzĂ€hlungen noch einmal Revue passieren:

Leider kann sich Stephanie an fast gar nichts mehr erinnern und selbst meine vielen Fotos frischen das GedĂ€chtnis nicht auf, sondern befĂŒllen es neu mit den erzĂ€hlten und gezeigten Erlebnissen. Ist zwar schade, aber allemal besser als diese tollen vier Wochen komplett zu vergessen und außer Acht zu lassen. Und wer weiß, vielleicht bringt es die grauen Zellen am Ende doch wieder etwas mehr zum Nachdenken und auf einmal kommen dadurch eventuell sogar noch eigene Erinnerungen zurĂŒck – wir lassen jedenfalls nichts unversucht.

Ein solches Durchsehen und ErzĂ€hlen habe ich auch mit ihren Zeugnissen, Auszeichnungen und Urkunden gemacht: Grundschule (Dresden), Raduga (Russische Schule am Wochenende), Gymnasium (Dresden), KĂ€nguru-Wettbewerb (Mathe), The Big Challenge (Englisch), Sprachzertifikat DELF (Französisch), Fußballurkunden (FFC Dresden-RĂ€hnitz), Theaterprojekte, UniversitĂ€t (Geologie in Potsdam & Meteorologie in Berlin) u.v.m. … sie war echt ĂŒberrascht und fast schon baff, was sie doch schon so alles geschafft und geleistet hat.

Wie oben kurz erwĂ€hnt, mussten Carsten und ich am Freitag im Home-Office arbeiten, aber fĂŒr Stephanie ist so etwas mittlerweile kein Problem mehr. Sie konnte an dem Tag ausschlafen, freute sich auf ihr FrĂŒhstĂŒcksmĂŒsli, erledigte nebenbei das WORDLE und verbrachte dann so einige Zeit mit ihren Messengerdiensten sowie mit Lesen.

NatĂŒrlich löst sie auch bei uns in der Wohnung begeistert immer wieder mal ein paar Sudokus. Ablenken ließ sie sich davon dann nur, wenn der Regen von draußen so schön an die Scheibe prasselte oder die Wolken mit einem Affenzahn vorbeizogen – eine Meteorologin eben    zwinker

Am Wochenende konnten wir uns an beiden Tagen wieder mal viel Zeit lassen (das Wetter verhinderte eine Samstagstour inklusive frĂŒhem Aufstehen) und dehnen dann das FrĂŒhstĂŒck immer sehr gerne aus. Zur Abwechslung gab es am Samstag neben den ĂŒblichen Brötchen diesmal Spiegelei mit Schinken – bei ihr natĂŒrlich beides in kleine StĂŒcke geschnitten, damit sie es ganz alleine vom Teller essen kann:

Wir beginnen immer mit dem Essen – ist ja klar – und bleiben danach aber noch mit einer ablenkenden BeschĂ€ftigung am Tisch. Sie schaffte diesmal insgesamt 2 Stunden und 50 min (SA) sowie 1 Stunde und 45 min (SO) auf dem Stuhl zu sitzen. Ihr Gleichgewichtssinn wird zusehends besser und sie wackelt nun auch nicht mehr so oft hin und her oder muss sich stĂ€ndig korrigieren. Sie schafft es nur noch nicht sehr viel lĂ€nger, da das Sitzen zunehmend unbequemer fĂŒr sie wird. FĂŒr uns ist das kein Problem, denn schließlich bewegen wir uns ja stĂ€ndig auf der SitzflĂ€che hin und her, positionieren unsere Beine anders oder rutschen herum und entlasten somit unseren Hintern und die Beine. Diese FĂ€higkeit fehlt ihr noch komplett …

Jedenfalls spielen wir dann immer etwas am Tisch, wie z.B. Memory …

… oder am Samstag zum ersten Mal Activity:

NatĂŒrlich modifizieren wir noch das Meiste, um Stephanie langsam an die eigentlichen Spielprinzipien heranzufĂŒhren. Beim Memory belassen wir es vorerst noch bei nur sechs PĂ€rchen und vom Activity nutzen wir hauptsĂ€chlich die Wortkarten. Zuerst hat nur Carsten nacheinander die gezogenen Begriffe fĂŒr Stephanie und mich pantomimisch dargestellt, beschrieben oder aufgemalt:

Danach durfte ich mich an den drei Gestaltungsarten versuchen und zum Schluss ĂŒberließen wir dem Kind auch mal die BĂŒhne – zumindest das Beschreiben kann sie ja:

Leider sind die Begriffe unserer Travel-Edition nicht gerade kindgerecht und vieles kannte Stephanie erst gar nicht, aber sie konnte die zusammengesetzten Wörter wenigstens annĂ€hernd in ihre bekannten Bestandteile zerlegen und erklĂ€ren, wie z.B. „Club-Schiff“ oder „Salz-Kammer-Gut“. Und da bei ihr vorerst Malen und Zeichnen sowie Pantomime nicht ganz so möglich sind, werden wir uns wohl mal auf die Suche nach einem „Tabu“ machen, wenn es geht natĂŒrlich in der Kinder-Edition    standard

Aber wir haben trotz der „erwachsenen“ Begriffe sehr viel gelacht (vor allem ĂŒber uns selbst) und Spaß gehabt – Spiel- und Familienziel erreicht!    zwinker
Kleine Randnotiz: als wir mit den Kindern vor Jahren das erste Mal Activity spielten, mußte laut Vorgabe der Begriff „Westpeloponnes“ pantomimisch dargestellt werden    lachen-xxl

Komplett neu war fĂŒr sie auch mal das ZĂ€hneputzen am Waschbecken … fĂŒr uns normal, doch sie hat es ja eigentlich seit 21 Monaten nicht mehr gemacht:

Selbst mit dem sehr viel kleineren Transportrolli ist es noch lange nicht optimal und wenn ich zeitgleich meine Beißerchen schrubbe, kann ich auch nur unverstĂ€ndlich(e) Anweisungen geben    zwinker
Aber bitte nicht falsch verstehen: das ZĂ€hneputzen beherrscht sie schon seit lĂ€ngerem ganz alleine (von Zahnpastatube öffnen bis Mund ausspĂŒlen), doch am Waschbecken ergibt sich fĂŒr sie eben eine völlig andere Handhabung. Zuerst fehlt ihr der Tisch, auf dem sie alles ablegen und koordinieren kann, und dann wĂ€re da auch noch der Wasserhahn mit fließend Wasser zu nutzen. Mir ist bei dieser Übung erst einmal wieder bewusst geworden, was fĂŒr uns selbstverstĂ€ndlich und fĂŒr sie völlig unbekanntes Terrain ist. Aber dafĂŒr machen wir das ja alles, damit sie immer mehr kennenlernt und flexibler in ihrem Handeln wird. Wir sind definitiv auf einem sehr guten Weg.

Apropos, den Weg zurĂŒck ins Pflegezentrum kennt sie allerdings schon und es ist jedes Mal so unendlich traurig, sie dort wieder abgeben zu mĂŒssen – fĂŒr beide Seiten. Glaubt mir, wenn Carsten und ich das mit der Pflege, der medizinischen Versorgung, der Koordination mit den Ärzten, der therapeutischen Übungen, der behördlichen Erledigungen und der vielen anderen kleinen Dinge und Termine, die einem vom Pflegezentrum abgenommen werden, neben unserer JobtĂ€tigkeit stemmen könnten, wĂ€ren wir sofort bereit dazu. Doch zum jetzigen Zeitpunkt sehen wir da leider noch keine Möglichkeit, die Arbeit, das Familienleben, die Pflege und die dafĂŒr notwendige Organisation unter einen Hut zu bekommen, ohne am Ende selbst daran zugrunde zu gehen. DafĂŒr muss Stephanie noch sehr viel selbststĂ€ndiger werden und vor allem ihren Körper immer mehr beherrschen – dabei können und werden wir ihr natĂŒrlich mit grĂ¶ĂŸtem Einsatz helfen.

Also bitte nicht jedes Mal so traurig gucken, wenn wir in LĂŒneburg ankommen    zwinker

Am Sonntagabend bekamen wir zudem seit Monaten wieder ein StĂŒck NormalitĂ€t und gewohntes OLCA-Leben zurĂŒck:

Denn als wir nach Hause kamen, konnten wir nach insgesamt 115 Tagen zum ersten Mal das Schrankbett (links im Bild) wie vorgesehen einklappen – insgesamt fast vier Monate verblieb es nun in einem dauerhaft ausgeklappten Zustand. Damit steht uns endlich wieder einmal der volle Platz im Besucherzimmer bzw. Sportraum fĂŒr unseren FrĂŒhsport zur VerfĂŒgung … neben den beiden Crosstrainern im Bild unten nutze ich nĂ€mlich auch gerne mal den Boden (in der Bildmitte) fĂŒr DehnungsĂŒbungen. Man, bin ich in der letzten Zeit eingerostet! Seit dem Hochzeitstagsurlaub im Februar zu dritt wurde das Bett nun durchgĂ€ngig jeden Tag genutzt: zuerst aufgrund Stephanies corona-bedingter HeimfahrtverlĂ€ngerung auf insgesamt sechs Wochen und nach Svetas Einzug am 6.3. in unser eigentliches Schlafzimmer durch die wechselnde Nutzung von Kind und uns – eben je nach Besucherwoche(nende). Seit letztem Mittwoch ist Sveta nun schon in ihrer eigenen Wohnung untergekommen und wir können wieder im Ehebett schlafen. Im Besucherbett wird Stephanie erst am nĂ€chsten Wochenende schlafen dĂŒrfen …

Mit Verlaub: die kleinen Freuden des Alltags    zwinker



2022 24.
Mai

Diese Woche mit Stephanie war ehrlich gesagt sehr kurzweilig, was sich auch in der diesmaligen Fotoausbeute zeigen wird. Am Dienstagsbesuch haben wir hauptsĂ€chlich bei herrlichstem Wetter gequatscht und mitgebrachte Brötchen gefuttert – fĂŒrs Kind natĂŒrlich u.a. mit Mett. Der Freitag wurde aufgrund einer Wetterwarnung ganz kurzfristig abgeĂ€ndert, sodass Carsten schon am frĂŒhen Nachmittag alleine nach LĂŒneburg gefahren ist (ich musste noch bis 17:00 arbeiten), Stephanie abgeholt hat und somit noch vor dem angekĂŒndigten Unwetter heil und trocken mit Kind, Auto und AnhĂ€nger zurĂŒck in der Tiefgarage war. Den Wochen(end)einkauf erledigten wir dann eben in unserem kleinen Rewe um die Ecke statt im großen LĂŒneburger Kaufland. Doch zuvor konnten wir an einer HĂ€hnchenbude noch ein paar (halbe) Broiler ergattern und haben diese in der Residencia OLCA verdrĂŒckt.

Was daran nun besonders ist und deshalb hier ErwĂ€hnung findet? Stephanie hat ihre beiden HĂ€nde dabei so geschickt eingesetzt, dass sie die knusprige Haut und das gesamte Fleisch komplett ohne Hilfe rupfen, zupfen und vom Knochen trennen konnte. Das hatten wir ehrlich gesagt so ĂŒberhaupt nicht erwartet, weshalb die Freude darĂŒber am Ende natĂŒrlich umso grĂ¶ĂŸer ausfiel. Sogar das Kind konnte seinen Stolz nicht ganz verbergen …

Und auch beim EinschĂŒtten von FlĂŒssigkeiten bewies sie bei beiden FrĂŒhstĂŒckszeiten sehr viel Geschick und profitierte von ihrer guten LernfĂ€higkeit. Carsten hat diesmal eigentlich neben mĂŒndlichen Tipps nur noch ein wenig beim Heben des Arms nachhelfen mĂŒssen:

In den nĂ€chsten paar Wochen werden somit sicherlich noch manche Baustellen ĂŒberwunden sein und wir können mit neuem Mut an weitere Dinge, Trainings und Herausforderungen rangehen. Eines davon wird definitiv das Schreiben des Alphabets sein, denn sie beherrscht die großen Druckbuchstaben schon recht gut, mit den LogopĂ€dinnen hat sie nun die kleinen Druckbuchstaben angefangen und demnĂ€chst reizt sie mit Sicherheit auch das Erlernen der Schreibschrift. Die Zahlen sind dank ihrer Sudoku-Sucht schon durch und benötigen eigentlich nur noch etwas Feinschliff bei der Schönschreibung.

FĂŒr diese Woche bekam sie von Carsten einen Fragebogen zum Thema „Sommer“, wo sie zu jedem Buchstaben etwas aufschreiben sollte:

Ihr seht dabei hoffentlich das Gleiche wir wir: abgesehen von manch schrĂ€ger Schreibweise (Buchstaben sind keine Dominosteine!) stimmt die Rechtschreibung aber hundertprozentig und auch ihren Humor hat sie gleich mal darin mit einfließen lassen („Klasse 4b“ & „keine Lust“). FĂŒr die laufende Woche bekam sie von ihm eine DinA4-Seite „Stadt-Land-Fluß-Tier-Beruf-Essen“ mit 12 zufĂ€llig ausgewĂ€hlten Buchstaben (Er: „A“ … Sie: „Stopp!“), die sie schon gestern mit großem Eifer ausgefĂŒllt hat – morgen wissen wir dazu mehr.

Ja morgen, denn wir haben sie heute (DI) nicht besucht, holen sie dafĂŒr aber aufgrund des Feiertages (DO) schon am Mittwoch ab und sie bleibt bis Sonntag in Wentorf. Anfang Juni werden es ebenfalls wieder mal viele Tage am StĂŒck bei uns werden, denn Pfingsten sowie die geplante Besuchswoche am Monatsanfang stehen an …

Hoffentlich können wir dann auch wieder mal ein paar grĂ¶ĂŸere AusflĂŒge machen, denn bei dem derzeit recht unbestĂ€ndigen Wetter (einen Rolli deckt man ja nicht so schnell ab und ein ĂŒber Stunden nasses Kind ist sicherlich ebenfalls nicht gut gelaunt) beschrĂ€nkten wir uns in letzter Zeit leider nur auf SpaziergĂ€nge in der nĂ€heren Umgebung.

Carsten ist z.B. am Samstagnachmittag mit ihr in den Wald gegangen, wo die Wege eigentlich recht gut ausgebaut sind …

… doch nach einer falscher Entscheidung bezĂŒglich des RĂŒckwegs wurde es auch schnell mal etwas „offroad“:

Egal, Stephanie fand die Stunde ganz toll und Carsten war am Ende nass geschwitzt    zwinker    tja, 88 plus ca. 40 Kilo mĂŒssen eben ganz alleine durch ihn rauf- und runterbewegt werden     verrueckt

Da es eigentlich nicht mehr Interessantes von der letzten Woche zu berichten gibt, wĂŒrde ich diesen Blogeintrag gerne mal mit einer Zusammenfassung und erneut einem großen Dankeschön an euch alle, an die Familie und natĂŒrlich auch an das Kind beenden.

Denn ich staune immer und immer wieder darĂŒber, dass so viele Menschen Stephanies Schicksal und ihre Entwicklung nach wie vor mit Spannung verfolgen und uns allen mit ihren Worten und WĂŒnschen unglaublich viel UnterstĂŒtzung geben! Ich freue mich auch immer darĂŒber, dass Stephanies Freunde ihr treu geblieben sind und immer wieder einige Stunden Fahrt auf sich nehmen, um sie zu besuchen – das ist wirklich nicht selbstverstĂ€ndlich und ich bin jedem von ihnen dankbar dafĂŒr, dass sie immer fĂŒr unsere Kleine da waren und immer noch sind. Denn ihr jetziger, alltĂ€gliche Umgang ist meist nur noch zu etwas Ă€lterem Semestern – also eher so Carstens und meine Altersklasse. Um so schöner ist es fĂŒr sie, sich mit Leuten in ihrem Alter ĂŒber Messenger oder Vis-a-Vis ĂŒber Gott und die Welt austauschen zu können. Und sie nutzt tatsĂ€chlich alle verfĂŒgbaren Mittel, um mit ihren Freunden und auch weiter weg lebenden Familienmitgliedern im Kontakt zu bleiben. In diesem Sinne ein Lob auch an all die Messengerdienste, die dies ĂŒberhaupt ermöglichen   zwinker
Ich finde es wirklich unglaublich faszinierend zu sehen, wie schnell Stephanie lernt und wie sie bestĂ€ndig in kleinen Schritten immer mehr die SelbstĂ€ndigkeit zurĂŒckerobert. Und ich freue mich ĂŒber jede Stufe, die sie auf diesem Weg zum fĂŒr uns allen eigentlich selbstverstĂ€ndlichen Alltag erklimmt. Es ist ein recht langer Weg, aber ein Teil davon liegt bereits hinter Stephanie und nicht mehr vor ihr.

Mach ruhig weiter so, meine Kleene!!!



2022 18.
Mai

Hmmm, jetzt sitze ich hier und weiß gar nicht, wie ich die Tage mit dem Kind in Worte verpacken soll … chronologisch, nach Fortschritten oder unseren Unternehmungen? Jedenfalls habe ich diesmal sehr viel weniger Fotos, aber nicht minder weniger Neuigkeiten.

Ich habe mich dann nach kurzer Überlegung fĂŒr die Chronologie entschieden.

Deshalb beginnt natĂŒrlich alles am Dienstag mit unserem Besuch nach der Arbeit und da das Wetter einfach nur perfekt war, blieben wir selbstverstĂ€ndlich draußen – vor allem, da jetzt auch alles so richtig schön grĂŒn und bewachsen ist:

Wir (oder besser nur Carsten) guckten uns die erledigten Sudokus an, bei denen Stephanie – mir völlig unverstĂ€ndlich    zwinker    – weiterhin mit sehr viel Spaß und Freude an die Lösung ran geht. Soll mir Recht sein, besser kann sie das Schreiben der Zahlen ja nicht ĂŒben.

Und ihre Fortschritte bei der 5 und der 8 (ihre bisherigen Sorgenkinder!) sind ja wohl deutlich zu erkennen …

Auch beim Thema „Uhr ablesen“ entwickelt sie mehr und mehr eine Routine und sie liebt ihre analoge Wanduhr im Zimmer – was will man mehr?!?

Den restlichen Besuch haben wir dann noch gemeinsam zu Abend gegessen und uns ĂŒber Gott und die Welt ausgetauscht. Sie versprach uns dabei auch gleich mal, dass sie erzĂ€hlen kann, was am morgigen Chanty-Vormittag alles passiert ist. Wie? Na, mit solchen Notizen:

Stephanie weiß sich mittlerweile recht gut zu helfen und was sie aufschreibt, muss sie sich schließlich am Ende nicht auch noch merken    zwinker

Am Freitag hatten wir eigentlich nur unsere ĂŒbliche Routine: Abholen, Abendessen an der Wurstbude, Wochen(end)einkauf, Heimfahrt, Auspacken, noch schnell das Freitags-Wordle lösen und am Ende zu zweit oder zu dritt auf der Couch abhĂ€ngen.

Der Samstag wurde dafĂŒr mal wieder außergewöhnlich, denn wir waren zunĂ€chst sehr viel unterwegs und sind letztendlich auch auf der Couch gelandet    zwinker    bis 1:30!!!

FrĂŒhstĂŒck gab es im American Diner (letzte Woche waren wir dort zum Abendessen) und Stephanie freute sich auf ihre ausgesuchte Breakfast-Platte mit Spiegelei, Bacon und Bohnen:

Doch eine Sache fiel hierbei wieder auf: mit Löffel oder Gabel alleine ist das nicht zu essen … also hat Carsten ihr alles in gabelgerechte Portionen vorgeschnitten, wie z.B. auch noch ihre zwei Pancakes:

Sie schaffte dadurch alles ganz alleine und sogar ohne zu kleckern – nur bei der Menge mussten wir ihr dann doch noch etwas helfen    standard

Und warum die erneute Einkehr in diesem Diner? Weil er auf dem Weg zu meinem heutigen Wunschziel liegt: Pflanzen Kölle, ein riesiges Gartencenter, welches wir erst hier in Hamburg kennen und lieben gelernt haben. Was dem Carsten sein Baumarkt, ist mir dieser Laden … ich kann dort stundenlang eintauchen und am Ende mit viel NĂŒtzlichem und manchem Nippes, Tinnef, Tand, Kram, Plunder, Klimbim oder wie man es sonst noch bezeichnen will verlassen.

Diesmal hatte ich aber fast (!) nur neue Pflanzen fĂŒr unser vorhandenes Hochbeet, unsere fĂŒnf BlumenkĂ€sten und fĂŒr unser neues, hier gekauftes Hochbeet im Einkaufswagen … fast    zwinker

Und Stephanie? Na, fĂŒr sie war das erneut ein Ausflug in völlig neue Gefilde mit zig neuen EindrĂŒcken. Sie hat hier und da an den BlĂŒten geschnuppert, ist mit Carsten durch die Abteilungen gehirscht und am Ende musste sie und ihr Rolli auch noch als zusĂ€tzlicher Packesel herhalten, z.B. fĂŒr das neu gekaufte, leichte (!) Hochbeet.

Doch insgeheim freuten wir uns alle den ganzen Tag schon sehr auf den Abend zu dritt auf der Couch, denn an diesem Samstag stand der Eurovision Song Contest an. Stephanies Favoriten waren die Norweger, die mit Wolfsmaske eine „FĂŒtterung mit Bananen“ einforderten:

Wie der ESC fĂŒr den Sieger und die Deutschen ausgegangen ist, brauche ich an dieser Stelle sicherlich nicht mehr auffĂŒhren. Wir hatten jedenfalls ĂŒber vier Stunden unseren Spaß, genug zu Trinken in Reichweite, Popcorn und Chips zum Essen in Griffweite und blieben dann tatsĂ€chlich auch bis zum bitteren Ende wach.

DafĂŒr ließen wir den Sonntag dann gaaaaaaanz ruhig angehen, konnten unser Kind jedoch immer wieder mal mit der ein oder anderen Aufgabe erfolgreich aus der Reserve locken. Beim FrĂŒhstĂŒck lernte sie, die LĂ€tta und Butter zu öffnen …

… und schnitt zuvor ohne jegliches Zutun von unserer Seite im Alleingang ihr Brötchen auf. Sie holte es sich aus dem Körbchen und bekam von Carsten das scharfe Messer in die Hand gedrĂŒckt. Danach verdrĂŒckte mein Mann sich in die KĂŒche und ich tat ebenfalls ganz dolle beschĂ€ftigt. Am Ende war das Brötchen (wie auch immer) in zwei HĂ€lften geteilt und wir drei megastolz ĂŒber diese Leistung – eine weitere Baustelle ist damit checked und abgehakt.

Auch beim Kochen durfte sie mir natĂŒrlich wieder helfen und ich muss sagen, mit Messern hat sie keine Probleme oder gar Angst davor:

Wir sind uns einig, dass es mal wieder ein tolles und erfolgreiches Wochenende war – oder wie seht ihr das?



2022 12.
Mai

Stephanie war zwar von Dienstagnachmittag bis Sonntagabend bei uns, aber da das Wetter fĂŒrs Wochenende eigentlich sehr viel schlechter angekĂŒndigt wurde als es am Ende dann war, hatten wir im Vorfeld keine AusflĂŒge geplant und stattdessen viel gespielt, geĂŒbt, gefaulenzt und trainiert. Deshalb werde ich diesmal wieder sehr viel mehr Infos zu ihrer Entwicklung und den Fortschritten geben können.

Gleich am Dienstagabend ein kleines Highlight fĂŒr das Kind: der erste Spargel und die ersten Erdbeeren in diesem Jahr – beides fand sie sooooooo lecker!!!

Und wenn wir schon mal beim Essen sind, dann seien auch gleich mal diese kulinarischen Schmankerl erwÀhnt:

1.) Wir waren in einem American Diner zum Abendessen. Ihre erste Feststellung: „Hmmm, viel zu viel Auswahl!!!“ … am Ende entschied sie sich fĂŒr ein BLT-Sandwich:

2.) FĂŒr den Donnerstag hatte Sveta versprochen, morgens ein paar Bliny zu machen, auf die sich Stephanie natĂŒrlich ganz besonders freute:

3.) So ist das, wenn man ĂŒber einem EiscafĂ© wohnt: nach einem Spaziergang kommt man unweigerlich immer daran vorbei und man entscheidet sich spontan, ein oder zwei Kugeln Eis auf die Hand mitzunehmen, oder?

Aber keine Angst, ich wollte euch damit nicht nur unsere Leckereien zeigen, sondern auch gleich mal die Tatsache aufgreifen, dass Stephanie jetzt eigentlich fast alles selbst „verwalten“ kann. Sie durchforstet die Speisekarte und bestellt ganz alleine. Sie kann am Tisch oder an ihrem Rollitisch all das essen, was man mit den HĂ€nden, einer Gabel oder einem Löffel wegfuttern kann. Auch beim Trinken braucht sie weder Hilfe noch Hilfsmittel. Einzig das Schneiden in mundgerechte StĂŒcke oder das Abbeißen von besonders widerspenstigen Dingen (z.B. wenn es zĂ€h wie Schinken, groß wie ein Burger oder unhandlich wie eine Pizza ist) schafft sie noch nicht ohne uns.

Am Wochenende ist dann final noch dies zur wiedererlangten SelbststÀndigkeit hinzugekommen:

Sie hat sowohl am Samstag als auch am Sonntag die ersten Male (nahezu) ganz alleine ihr FrĂŒhstĂŒcksbrötchen aufgeschnitten und Carsten musste dabei weder physisch eingreifen, noch sehr viele Hinweise geben, was sie nun eigentlich tun solle. Und ehrlich, das Endergebnis konnte sich sogar sehen lassen! Nur an der Zeit mĂŒssen wir noch etwas verbessern, denn die ist mit 1 Minute und 30 Sekunden noch etwas zu lang, doch das wird sich ab jetzt hoffentlich sicherlich ebenfalls stetig verbessern.

Das Gleiche gilt fĂŒr das EinschĂŒtten von FlĂŒssigkeiten in GlĂ€ser und Tassen, wo sie jetzt zwar noch UnterstĂŒtzung braucht – vor allem beim Heben – doch sie stellt sich dabei weder dumm noch tollpatschig an. Und *klopfaufholz* bislang mussten wir auch noch nicht viel wegwischen    zwinker

Beim Saft ist es eher die Armkoordination, die noch von Carsten gefĂŒhrt wird …

… beim Wasserkocher macht ihr natĂŒrlich in erster Linie das Gewicht zu schaffen, gefolgt von der Angst, irgendwie doch an die heiße AußenhĂŒlle zu kommen:

In ein paar Monaten schauen wir sicherlich mit einem breiten LĂ€cheln auf unsere ersten Versuche zurĂŒck, wetten?

Stephanie hĂ€ngt sich jedenfalls in alle Herausforderungen so sehr rein, dass von uns immer wieder mal Ahs und Ohs zu hören sind. Sie öffnet und schließt mittlerweile beide Gurtsicherungen an ihrem Rollstuhl ohne fremde Hilfe und auch die Großbuchstaben sitzen fast fehlerfrei – jedenfalls die deutschen …

Die kyrillischen sind wir am Samstag zum allerersten Mal durchgegangen:

Wenn wir tĂ€glich ein paar Minuten ĂŒben könnten, wĂ€ren diese ebenfalls innerhalb von zwei Wochen kein Problem mehr – vielleicht sogar schneller. Doch im Pflegezentrum können die Wenigsten Russisch    zwinker

Das Lesen der analogen Uhr hat Stephanie ebenfalls innerhalb kĂŒrzester Zeit verinnerlicht. Sie braucht auch hier zwar noch etwas sehr viel lĂ€nger, als unsereins, aber sie weiß worauf es ankommt und wie die Zeiger abgelesen werden mĂŒssen. Dabei ist sie zudem sehr viel zielsicherer, wenn das Ziffernblatt groß und die Zeiger deutlich zu sehen sind, als wenn alles nur in ArmbanduhrgrĂ¶ĂŸe vorliegt (siehe KĂ€rtchen rechts):

FĂŒr ihr tĂ€gliches Üben hat sie jetzt eine analoge Wanduhr in ihrem Zimmer, welche sie nach eigener Aussage immer als erstes abliest und erst danach mit ihrer Digitaluhr (ebenfalls an der Wand hĂ€ngend) vergleicht. Die Grundlagen sind gelegt, die Schnelligkeit kommt dann bald von selbst.

In der Woche mussten Carsten und ich natĂŒrlich unsere und auch ihre Brötchen verdienen, also hat sie sich wĂ€hrend unserer Home-Office-Arbeit sehr viel selbst beschĂ€ftigt, z.B. mit diversen Puzzeln, wobei sie dieses zum ersten Mal ausprobiert hat …

… jedoch sehr schnell Gefallen daran fand …

… und dieses besonders gemein ist, da es eben nicht die klassische Nasen-Buchten-Variante hat:

Aber vor allem freute sich das Kind in der Residencia OLCA auf ihr tĂ€gliches Wordle – da hĂ€ngt sie sich echt ganz dolle rein, wie man an diesem Bild sehr gut sehen kann:

Oben links habe ich mal vergrĂ¶ĂŸert, was sie so auf dem Schreibtablet notiert, um das 5-stellige Wort herauszubekommen. Heute wĂ€re es fĂŒr sie sicherlich unlösbar gewesen … Carsten schaffte es beim fĂŒnften Versuch und ich sogar erst nach zwei Hinweisen von ihm beim sechsten. Es war aber auch ein sooooo gemeines Wort: insgesamt nur drei (!) verschiedene Buchstaben und das „N“ kam dreimal darin vor –> INNEN

Aber zurĂŒck zum Kind    zwinker

Carsten hat ihr und mir mal in der vergangenen Woche das „klassische“ Solitaire beigebracht …

… und auch das (stark vereinfachte) Memory-Spiel kam fĂŒr uns drei zum Einsatz:

Gegen mich hatte Stephanie noch keine Chance, aber als Carsten ihre „Intuition“ spielte und den Arm wie bei einer Marionette fĂŒhrte, wendete sich das Blatt ein wenig zu ihren Gunsten. Aber egal wer gewinnt, das stetige GedĂ€chtnistraining tut ihr unheimlich gut. Hier mal ein paar Runden Memory, am Telefon immer wieder die Frage nach dem Mittagessen und mit den Therapeuten scheint sie derzeit „Ich packe meine Koffer“ zu spielen.

Ihr seht, es geht weiter voran!!! Selbst beim Sitzen auf dem Stuhl konnten wir tolle Zeiten erreichen, denn am Samstag war es etwas mehr als 2 Stunden und am Sonntag erreichten wir sogar 2 Stunden und 39 Minuten am StĂŒck.

Und weil am Samstag der Regen dann doch ausblieb, haben wir Abends mal eine kleine Runde um den Block gedreht:

Inklusive Katzensichtung …

… und dem oben bereits erwĂ€hnten Eis zum Schlecken – das Kind war glĂŒcklich und wir auch:

Zum Abschluss noch ein Video. Ich erspare euch die 90 Sekunden Brötchenaufschneiden, aber ihr Spiel mit der Pusteblume muss an dieser Stelle einfach mal sein    standard

Ja, auch das Pusten mussten wir vor Monaten noch mit viel Aufwand und Geduld trainieren … heute ist es ein Klacks!

Weiter so, mein Kind !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!



2022 02.
Mai

Ihr persönliches Highlight dieser Woche habe ich beim letzten Eintrag ja schon mal kurz angesprochen, deshalb greife ich das Thema natĂŒrlich auch gleich am Anfang auf: unsere Kleine schreibt wie eine Wilde!!! Und wird darin auch zusehends besser – vergleicht selbst:

Schon am Dienstag fanden wir diese, einfach mal so aus der Luft gegriffenen Wörter auf einem Blatt Papier niedergeschrieben. Sie hat sich die Buchstaben wohl woanders abgeguckt, gemerkt und nachgemalt. Bei manchen haben ihr sicherlich auch schon andere aus dem Pflegezentrum fĂŒr das flĂŒssige Schreiben geholfen, aber man merkt, dass es ĂŒberwiegend ihre Initiative war und sie einfach mal aus der Kalten heraus losgelegt hat. Sie hatte eben Langeweile und experimentierte deshalb ein wenig herum.

WĂ€hrend der nĂ€chsten Tage dann schon die ersten Steigerungen bei ihrer Graphomotorik, vor allem aber auch das Finden eines sinnvollen Einsatzzweckes. Sie notiert sich jetzt nĂ€mlich damit auch diverse Dinge als GedĂ€chtnisstĂŒtze:

Oben ist vor allem der Wunsch zu sehen, dass sie mal gerne (wieder) Flammkuchen und Halloumi-KĂ€se essen wĂŒrde. Die Tiere unten sind die Lieblingstiere unserer Familie: Stephanie = Giraffe, Andrea = Panda, Carsten = Wombat und bei mir = BĂ€r.

Mittlerweile notiert sie sich auch schon, was es bei ihr zum Mittagessen gab, da wir bei unseren tĂ€glichen Abendtelefonaten eh immer wieder danach fragen – aus Neugierde und um ihr GedĂ€chtnis immer wieder etwas mehr auf Trab zu halten. Wenn solch eine Niederschrift fĂŒr sie dafĂŒr eine gute Lösung ist, dann haben wir und sie doch alles richtig gemacht    zwinker

Und am Freitag sah die Schrift erneut noch sehr viel besser aus und die Texte werden ebenfalls immer lÀnger:

Schreibtechnisch haben wir sie also genau da, wo wir alle hin wollten. Es gibt jetzt sogar nur noch ganz wenige Buchstaben (z.B. X & Y) und eigentlich nur drei Zahlen (5, 8, 9), mit denen sie arge Probleme hat. Doch dieser ProblemfĂ€lle und ihre Graphomotorik an sich werden wir in der aktuellen Woche vermehrt ĂŒben können, denn ab Dienstagabend ist sie schon wieder fĂŒr ein paar Tage bei uns in der Residencia OLCA – jede erste Woche im Monat holen wir sie von DI bis SO zu uns.

Tschakka, wir schaffen das!

An diesem Freitag kam ein Paket aus Dresden an, welches dieses ganze Unterfangen sogar noch mehr unterstĂŒtzen kann:

Darin befand sich u.a. ein … hmmmm, frĂŒher nannte man das „Magic-Board“, jetzt muss ich erst einmal nachgucken … „Schreibtablet“. Magic dabei ist, dass man das Geschriebene durch einen einzelnen Knopfdruck wieder komplett löschen kann.

Diesen kompletten Dankesgruß schrieb sie am Freitag schon in unter 1 Minute und 30 Sekunden!!! Ich habe es von Anfang bis Ende mitgefilmt, deshalb weiß ich es ganz genau. Es sah wirklich sehr souverĂ€n aus, was sie da machte und wie sie es niederschrieb – kein Zögern, kein Verschreiben:

Aus diesem Grund auch von Carsten und mir auch noch einmal ein RIESENGROSSES Dankeschön an Barbara & GĂŒnter, die mit diesem Geschenk einen absoluten Treffer – und vor allem genau zur richtigen Zeit – gelandet haben. Stephanie hat es nun immer griffbereit in der NĂ€he und nutzt es andauernd, z.B. beim WORDLE-Spiel …

… und am Samstag fĂŒr eine Botschaft an ihre Freunde aus Potsdam und Berlin:

Diese machten sich nĂ€mlich gerade auf den Weg zu uns nach Wentorf, um Stephanie mal wieder besuchen zu können. Wir haben uns aufgrund des recht guten Wetters fĂŒr ein Grillen auf dem Balkon entschieden …

… und Stephanie bastelte im Vorfeld fast ganz allein am GrĂŒnen Salat – mit (am Ende fĂŒr sie wirklich ungewohnt wenig) Mais:

Aber wir hatten leider nur noch eine kleine Dose im Vorratsschrank    zwinker

Nach der herzlichen BegrĂŒĂŸung vor der HaustĂŒr …

… sind wir gleich raus auf den Balkon gegangen und haben viel gequatscht, gegrillt und gefuttert:

Als sĂŒĂŸen Abschluss haben die drei extra KĂ€sekuchen aus dem Potsdamer „CafĂ© Guam“ mitgebracht – nicht nur, weil der so gut schmeckt und das CafĂ© vor allem so viele verschiedene Sorten davon hat, sondern auch, weil sich die vier eigentlich genau dort bei ihren gastronomischen Nebenjobs kennengelernt haben. Gerade darum musste Stephanie die mitgebrachten KĂ€sekuchensorten erkennen und benennen:

Sie bekam das erstaunlich gut hin und sie konnte sich sogar noch an manche SpezialausdrĂŒcke und TĂ€tigkeiten von damals erinnern. So hatten z.B. Tische Kurzkennzeichen und es gab erinnerungswerte Besonderheiten bei der Nutzung und Pflege des Kaffeevollautomaten. Carsten und ich haben echt nicht schlecht gestaunt, was sie mal wieder alles aus dem hintersten Winkel ihres Gehirns ausgraben konnte – Chapeau!

Dieser ganz besondere Tag wurde natĂŒrlich mit einen Gruppenselfie festgehalten:

Das Kind hat an dem und am darauffolgenden Tag noch viel davon geschwĂ€rmt und es immer wieder mal angesprochen. Dabei war die Ablenkung vom Sonntag eigentlich auch nicht schlecht – Carsten zeigt ihr hier vom Balkon einen ersten Vorgeschmack:

Man sieht es nicht, aber sie steht hier tatsĂ€chlich auf ihren eigenen Beinen, hĂ€lt sich am GelĂ€nder fest und wird natĂŒrlich noch zusĂ€tzlich von Carsten gestĂŒtzt bzw. gehalten. Aber sie sollte trotz unserer BrĂŒstung, die aus dem Rolli heraus leider nicht zu ĂŒberschauen ist, mit eigenen Augen auf den Marktplatz unter uns gucken können, wo schon ab 8 Uhr ein ordentliches Gewusel herrschte:

Es war mal wieder Flohmarkt und auch wir konnten ein paar SchnĂ€ppchen fĂŒr uns, fĂŒr unseren ukrainischen Gast Sveta und ihren 2,5 Jahre alten Enkel ergattern:

Wir fanden hauptsĂ€chlich Spiele und einfache BĂŒcher in Deutsch und Russisch, doch unsere Suche galt vor allem fĂŒr Stephanies Feinmotorik und ggf. auch etwas, womit sie sich alleine beschĂ€ftigen könnte – das Spiel „Spring“ (unten links) kennt man wahrscheinlich eher als „SolitĂ€r“ , wo man durch Überspringen und Wegnehmen wie bei „Dame“ das Spielfeld möglichst leerrĂ€umen muss.

Laut Carsten kennt das wohl jedes deutsche Kind aus den 80ern, denn zu der Zeit hatte eigentlich fast jeder Haushalt dies als Spiel im Schrank oder sichtbar als Dekoration im Haushalt … stimmt das wirklich? Bei SolitĂ€r / Solitaire denke ich eigentlich immer nur an die Kartenversion aus dem Windows-Betriebssystem    standard

Hier noch zwei Dinge, die wir dieses Wochenende mit Stephanie zum allerersten Mal ausprobiert haben und die wir ab jetzt immer mehr festigen und beibringen wollen – zum Einen das EinschĂŒtten aus Flaschen und Saft-/MilchtĂŒten oder dem Wasserkocher …

.. zum Anderen das Spiel „Memory“ – hier erst einmal nur reduziert auf 12 KĂ€rtchen bzw. 6 PĂ€rchen:

Als Kind war Stephanie bei dieser PĂ€rchenjagd schier unschlagbar und auch jetzt blitzt noch ab und an mal wieder ein wenig GenialitĂ€t bei ihr auf. Dieses Spiel wollen wir ab sofort bei jedem unserer Besuche mindestens einmal nutzen, um durch dieses Training das GedĂ€chtnis weiter auf Vordermann zu bringen. Aber eines ist gewiss: das blaue Schreibtablet ist als GedĂ€chtnisstĂŒtze definitiv nicht erlaubt!    zwinker



2022 27.
Apr

Einen Dienstagsbesuch gab es in der letzten Woche nicht, da wir sie nach Ostern ja erst am Montagabend zurĂŒck ins Pflegezentrum gebracht haben. Bleibt also nur die Zeit des Wochenendes zusammenzufassen. Am Freitag haben wir wieder mal beim Asiaten gegessen und danach den obligatorischen Wochen(end)einkauf erledigt.

Am Samstag gönnten wir uns erneut einen richtig schönen Ausflug und fuhren etwas mehr als eine Stunde in Richtung Norden. Das Wetter passte hervorragend, die Flora kĂŒndigt derzeit in tollen Farben den kommenden FrĂŒhling an …

… und ich konnte wieder einmal meine geliebte Meeresluft schnuppern:

Keine Angst, auch Stephanie freut sich immer sehr ĂŒber unsere AusflĂŒge, allerdings ist es ihr eigentlich egal, wohin es geht – Hauptsache raus!    zwinker

Also durfte ich mich mit meiner Wunschlokation durchsetzen und wir fuhren nach TravemĂŒnde an die Ostsee:

Nach einem stĂ€rkenden Mittagessen – immer im Dialog mit diversem Federvieh …

… sowie einem aufdringlichen ReisebĂ€ren – …

… schlenderten wir zuerst an der Strandpromenade bzw. dem Sandstrand entlang – herrlich!!!

Leider war es noch etwas zu kalt fĂŒr einen Gang zum oder gar ins Wasser. Die meisten Strandkörbe war deshalb noch verschlossen und nur ein paar wenige Wagemutige trauten sich mit Badesachen ganz in die Wellen.

Wir nutzten hier und da lieber die BĂ€nke und Liegen der Promenade, doch zu manchen kam Stephanie in ihrem Rolli leider nicht (mit) ran:

Aber das ist wahrlich Jammern auf höchstem Niveau, denn selbst mit ihrem großen GefĂ€hrt kommen wir in der Regel ganz gut durch, voran und darĂŒber hinweg. Nur an Treppen ist nun mal leider Schluss … aber damit können wir ganz gut leben.

Nach dem Sandstrand der offenen See schlenderten wir entlang der HĂ€user an der Hafenkante bzw. der FlussmĂŒndung der Trave (womit nebenbei auch gleich noch die Namensgebung dieses LĂŒbecker Stadtteils geklĂ€rt wĂ€re) …

… und wo wir auch ohne (Rolli-)Probleme in ein Fischrestaurant einkehren konnten. Stephanie kann glĂŒcklicherweise die Speisekarte ganz alleine lesen und auch fĂŒr sich daraus bestellen, ohne auf unsere Hilfe angewiesen zu sein:

Sie entschied sich im Gegensatz zu Carsten und mir nicht fĂŒr Fisch (wen wundert’s!) und nahm lieber eine Ofenkartoffel mit Steakstreifen:

Das Kind war mit ihrer Wahl sehr sehr glĂŒcklich! Und damit wĂ€re auch gleich mal ihr dritter Restaurantbesuch absolviert … ab jetzt mĂŒssen wir nicht mehr weiter mitzĂ€hlen, denn es wird mittlerweile zur Routine    standard

Nach so viel Freizeit und LĂ€mpeln musste der Sonntag natĂŒrlich umso mehr mit Training, Spiel und Auffrischung gefĂŒllt werden. Erstaunlicherweise wuchs Stephanie hier fast schon ĂŒber sich hinaus, denn neben den Fortschritten beim Brötchen aufschneiden (Carsten gab nur noch Anweisungen, den Rest erledigte sie eigenhĂ€ndig), dem Verschließen von Verpackungen (z.B. den Deckel auf die Becherschale der Butter drĂŒcken), der Zubereitung ihres Morgenkaffees und das immer flinker werdende Tippen auf der Tastatur, …

… durfte sie heute zum ersten Mal zeigen, dass sie auch etwas ganz alleine eingießen kann:

Zugegeben, gĂ€nzlich vertrauten wir ihr dann doch noch nicht und nutzten deshalb eine Flasche mit wenig Saft – aber es war schon sehr souverĂ€n, was sie da tat. Beim nĂ€chsten Mal wird es sicherlich mehr und somit schwerer zu heben und zu kontrollieren sein …

Doch den Vogel schoss sie beim Lernen und Schreiben mit Carsten ab. Buchstaben gingen noch nicht so richtig, aber ihre Zahlen werden zunehmend besser. Die beiden kombinierten das dann auch gleich mal mit einem einfachen Sudoku:

Die fehlenden Zahlen pro Reihe, Spalte und 3×3-Quadrat musste sie selbst herausfinden, doch beim Schreiben half ihr Carsten noch ein wenig. Oben rechts im Bild ist das gelöste Sudoku und man sieht vor allem an der „3“ (zweite von rechts oben und erste links oben) schon eine deutliche Verbesserung. Das Thema dauert also auch nicht mehr lange!

Und da sie selbst nach dem Sudoku sowie nach einigen Wortgittern und RĂ€tseln noch viel Lust fĂŒr Neues verspĂŒrte, versuchten die beiden es mit dem Lernen der analogen Uhr – in einer Therapie wurde wohl in der Woche schon ein wenig geĂŒbt, wie einige Aufzeichnungen zeigten. Carsten malte also fĂŒr Stephanie ein Ziffernblatt auf, erklĂ€rte die grundlegenden Dinge mit Stunden und Minuten (noch ohne solcher Besonderheiten, wie Viertel, Halb, Dreiviertel, Vor und Nach) und mit zwei unterschiedlich langen Bleistiften wurden dann Zeiten angezeigt bzw. abgefragt:

Innerhalb einer Stunde hatte sie es schon relativ gut drauf und erst danach schlichen sich immer mehr Konzentrationsfehler ein. Also heißt es jetzt, einmal ein wenig drĂŒber schlafen, immer wieder mal nachfragen und dann sitzt sicherlich auch das Wissen wieder wie vor dem Vorfall … da bin ich ganz zuversichtlich.

Die anschließende Pause inklusive Verwöhnprogramm mit Badewanne, Haare waschen und Gesichtsmaske hatte sich unser Kind redlich verdient:

Man, was war das fĂŒr ein Erfolgswochenende – ich bin ganz hin und weg! Und ich kann an dieser Stelle schon verraten, dass Stephanie selbststĂ€ndig (!!!) im Pflegezentrum weitergemacht hat und jetzt sogar die Buchstaben ganz gut hinbekommt. Hier schon mal eine kleine Sneak-Preview zum nĂ€chsten Blogeintrag, fotografiert bei unserem gestrigen Besuch in LĂŒneburg:

Es gab gleich mehrere solcher Zettel – ich könnte platzen vor Stolz … merkt man nicht, oder?    zwinker

Ehrlich, sowas macht sie jetzt, wenn sie Langeweile hat:

Da scheint bald eine weitere Baustelle endlich vom Tisch zu sein, mein Herz hört gar nicht mehr auf zu hĂŒpfen!!!