Home     I     Olgas Welt

     
 
 
   

 
Kommentar:   

 
Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2022 31.
Mai

Aufgrund des Feiertags (Christi Himmelfahrt bzw. Herrentag bzw. Vatertag) holten wir das Kind diesmal schon am Mittwochnachmittag ab und sie blieb dann wie gewohnt bis zum Sonntagabend in Wentorf. Somit hatten wir insgesamt 4,5 Tage fĂŒr uns, wobei am Freitag fĂŒr uns noch etwas Arbeiten im Home-Office angesagt war. Leider blieb das Wetter genau so unbestĂ€ndig wie die letzten Wochenenden und wir mussten dadurch fast die ganze Zeit in der Wohnung bleiben – das war echt blöd!    traurig

Wenigstens konnten wir nach unserer RĂŒckkehr aus LĂŒneburg das vorgezogene Wochenende mit einem Besuch beim Dönermann um die Ecke einlĂ€uten und dabei sogar draußen sitzen, denn die Überdachung schĂŒtzte uns vor dem ein oder anderen Schauer:

Vor allem waren wir gefĂŒhlt schon eine Ewigkeit nicht mehr „Dönertier“ essen. Tja, was das angeht, hat uns Dresden alle drei sehr verwöhnt, denn die Döner und DĂŒrĂŒms hier im Norden können mit den Kreationen unserer ehemaligen Haus-und-Hof-DönermĂ€nnern aus Briesnitz und Striesen einfach nicht mithalten – sorry. Alleine schon die Frage hier, ob man Cocktail- oder Currysoße auf dem Döner haben möchte?!?! Nee, selbst Stephanie freut sich wie Bolle auf den nĂ€chsten Besuch im SachsenlĂ€ndle, um dort endlich mal wieder in diesen herrlichen Genuss kommen zu können. Den kommenden Sommer werden wir sicherlich die 500 km in Angriff nehmen und damit gleichzeitig die Tauglichkeit des Kindes und unsere Möglichkeiten fĂŒr eine lĂ€ngere Urlaubsfahrt auszutesten. Es fĂ€ngt ja schon bei der Unterkunft an (Rollitauglichkeit, Platz fĂŒr die KörperwĂ€sche, ein passendes Bett, …) und geht nahtlos in die Möglichkeiten vor Ort ĂŒber (Parken mit AnhĂ€nger, AusflĂŒge fĂŒr Rollstuhlfahrer, …). Abwarten und austesten, bisher ist unser mehrwöchige und mit Sicherheit gemeinsame Sommerurlaub ist noch völlig ungeplant.

Am Donnerstag stellten wir wĂ€hrend des ausgedehnten FrĂŒhstĂŒcks als erstes fest, dass Stephanie beim EinschĂŒtten von FlĂŒssigkeiten (Wasserkessel, MilchtĂŒte & Saftflasche) noch so ihre Probleme mit dem Halten und vorsichtigen Einknicken des rechten Handgelenks hat und Carsten ĂŒberlegte sich ein paar muskelstĂ€rkende Übungen. Zuerst mit einer Hantelstange (2 kg) und spĂ€ter erbarmte er sich und wechselte zu einem Gymnastikball (500 g) …

… doch am Ende stellte er fest, dass es gar nicht an ihrer Kraft oder Geschicklichkeit liegt, sondern eher an der Ansteuerung dieses Körperteils. Die Hand in geballter Form nach vorne zu klappen ist kein Problem, aber die richtigen Befehle, um sie wieder nach hinten bzw. oben zu holen, kann das Gehirn wohl noch nicht so richtig senden oder verarbeiten. Auch ohne Gewichte bleibt das Steuern des Handgelenks eine kleine Herausforderung fĂŒr Stephanie und sie benötigt dementsprechend viel Geduld und große Konzentration. Ok, die Problematik ist also erkannt, bleibt jetzt nur noch ein stetiges Training. Damit beginnen die beiden aber erst ab kommenden Samstag, wenn Stephanie fast 10 Tage am StĂŒck bei uns ist. WĂ€re doch gelacht …

Den Rest des Tages verbrachten wir mit dem AufhĂŒbschen des Balkons (fĂŒnf BlumenkĂ€sten sowie ein großes und ein kleines Hochbeet wurden neu befĂŒllt) …

… und mit der umfangreichen Körperpflege und Schönheitskur beim Kind – Baden & Haare waschen, sie liebt es!!! Danach landeten wir drei auf der Couch und ließen diesen Abend, sowie auch die folgenden, unseren gemeinsamen Kanada-Urlaub mittels Fotos, Videos und vielen ErzĂ€hlungen noch einmal Revue passieren:

Leider kann sich Stephanie an fast gar nichts mehr erinnern und selbst meine vielen Fotos frischen das GedĂ€chtnis nicht auf, sondern befĂŒllen es neu mit den erzĂ€hlten und gezeigten Erlebnissen. Ist zwar schade, aber allemal besser als diese tollen vier Wochen komplett zu vergessen und außer Acht zu lassen. Und wer weiß, vielleicht bringt es die grauen Zellen am Ende doch wieder etwas mehr zum Nachdenken und auf einmal kommen dadurch eventuell sogar noch eigene Erinnerungen zurĂŒck – wir lassen jedenfalls nichts unversucht.

Ein solches Durchsehen und ErzĂ€hlen habe ich auch mit ihren Zeugnissen, Auszeichnungen und Urkunden gemacht: Grundschule (Dresden), Raduga (Russische Schule am Wochenende), Gymnasium (Dresden), KĂ€nguru-Wettbewerb (Mathe), The Big Challenge (Englisch), Sprachzertifikat DELF (Französisch), Fußballurkunden (FFC Dresden-RĂ€hnitz), Theaterprojekte, UniversitĂ€t (Geologie in Potsdam & Meteorologie in Berlin) u.v.m. … sie war echt ĂŒberrascht und fast schon baff, was sie doch schon so alles geschafft und geleistet hat.

Wie oben kurz erwĂ€hnt, mussten Carsten und ich am Freitag im Home-Office arbeiten, aber fĂŒr Stephanie ist so etwas mittlerweile kein Problem mehr. Sie konnte an dem Tag ausschlafen, freute sich auf ihr FrĂŒhstĂŒcksmĂŒsli, erledigte nebenbei das WORDLE und verbrachte dann so einige Zeit mit ihren Messengerdiensten sowie mit Lesen.

NatĂŒrlich löst sie auch bei uns in der Wohnung begeistert immer wieder mal ein paar Sudokus. Ablenken ließ sie sich davon dann nur, wenn der Regen von draußen so schön an die Scheibe prasselte oder die Wolken mit einem Affenzahn vorbeizogen – eine Meteorologin eben    zwinker

Am Wochenende konnten wir uns an beiden Tagen wieder mal viel Zeit lassen (das Wetter verhinderte eine Samstagstour inklusive frĂŒhem Aufstehen) und dehnen dann das FrĂŒhstĂŒck immer sehr gerne aus. Zur Abwechslung gab es am Samstag neben den ĂŒblichen Brötchen diesmal Spiegelei mit Schinken – bei ihr natĂŒrlich beides in kleine StĂŒcke geschnitten, damit sie es ganz alleine vom Teller essen kann:

Wir beginnen immer mit dem Essen – ist ja klar – und bleiben danach aber noch mit einer ablenkenden BeschĂ€ftigung am Tisch. Sie schaffte diesmal insgesamt 2 Stunden und 50 min (SA) sowie 1 Stunde und 45 min (SO) auf dem Stuhl zu sitzen. Ihr Gleichgewichtssinn wird zusehends besser und sie wackelt nun auch nicht mehr so oft hin und her oder muss sich stĂ€ndig korrigieren. Sie schafft es nur noch nicht sehr viel lĂ€nger, da das Sitzen zunehmend unbequemer fĂŒr sie wird. FĂŒr uns ist das kein Problem, denn schließlich bewegen wir uns ja stĂ€ndig auf der SitzflĂ€che hin und her, positionieren unsere Beine anders oder rutschen herum und entlasten somit unseren Hintern und die Beine. Diese FĂ€higkeit fehlt ihr noch komplett …

Jedenfalls spielen wir dann immer etwas am Tisch, wie z.B. Memory …

… oder am Samstag zum ersten Mal Activity:

NatĂŒrlich modifizieren wir noch das Meiste, um Stephanie langsam an die eigentlichen Spielprinzipien heranzufĂŒhren. Beim Memory belassen wir es vorerst noch bei nur sechs PĂ€rchen und vom Activity nutzen wir hauptsĂ€chlich die Wortkarten. Zuerst hat nur Carsten nacheinander die gezogenen Begriffe fĂŒr Stephanie und mich pantomimisch dargestellt, beschrieben oder aufgemalt:

Danach durfte ich mich an den drei Gestaltungsarten versuchen und zum Schluss ĂŒberließen wir dem Kind auch mal die BĂŒhne – zumindest das Beschreiben kann sie ja:

Leider sind die Begriffe unserer Travel-Edition nicht gerade kindgerecht und vieles kannte Stephanie erst gar nicht, aber sie konnte die zusammengesetzten Wörter wenigstens annĂ€hernd in ihre bekannten Bestandteile zerlegen und erklĂ€ren, wie z.B. „Club-Schiff“ oder „Salz-Kammer-Gut“. Und da bei ihr vorerst Malen und Zeichnen sowie Pantomime nicht ganz so möglich sind, werden wir uns wohl mal auf die Suche nach einem „Tabu“ machen, wenn es geht natĂŒrlich in der Kinder-Edition    standard

Aber wir haben trotz der „erwachsenen“ Begriffe sehr viel gelacht (vor allem ĂŒber uns selbst) und Spaß gehabt – Spiel- und Familienziel erreicht!    zwinker
Kleine Randnotiz: als wir mit den Kindern vor Jahren das erste Mal Activity spielten, mußte laut Vorgabe der Begriff „Westpeloponnes“ pantomimisch dargestellt werden    lachen-xxl

Komplett neu war fĂŒr sie auch mal das ZĂ€hneputzen am Waschbecken … fĂŒr uns normal, doch sie hat es ja eigentlich seit 21 Monaten nicht mehr gemacht:

Selbst mit dem sehr viel kleineren Transportrolli ist es noch lange nicht optimal und wenn ich zeitgleich meine Beißerchen schrubbe, kann ich auch nur unverstĂ€ndlich(e) Anweisungen geben    zwinker
Aber bitte nicht falsch verstehen: das ZĂ€hneputzen beherrscht sie schon seit lĂ€ngerem ganz alleine (von Zahnpastatube öffnen bis Mund ausspĂŒlen), doch am Waschbecken ergibt sich fĂŒr sie eben eine völlig andere Handhabung. Zuerst fehlt ihr der Tisch, auf dem sie alles ablegen und koordinieren kann, und dann wĂ€re da auch noch der Wasserhahn mit fließend Wasser zu nutzen. Mir ist bei dieser Übung erst einmal wieder bewusst geworden, was fĂŒr uns selbstverstĂ€ndlich und fĂŒr sie völlig unbekanntes Terrain ist. Aber dafĂŒr machen wir das ja alles, damit sie immer mehr kennenlernt und flexibler in ihrem Handeln wird. Wir sind definitiv auf einem sehr guten Weg.

Apropos, den Weg zurĂŒck ins Pflegezentrum kennt sie allerdings schon und es ist jedes Mal so unendlich traurig, sie dort wieder abgeben zu mĂŒssen – fĂŒr beide Seiten. Glaubt mir, wenn Carsten und ich das mit der Pflege, der medizinischen Versorgung, der Koordination mit den Ärzten, der therapeutischen Übungen, der behördlichen Erledigungen und der vielen anderen kleinen Dinge und Termine, die einem vom Pflegezentrum abgenommen werden, neben unserer JobtĂ€tigkeit stemmen könnten, wĂ€ren wir sofort bereit dazu. Doch zum jetzigen Zeitpunkt sehen wir da leider noch keine Möglichkeit, die Arbeit, das Familienleben, die Pflege und die dafĂŒr notwendige Organisation unter einen Hut zu bekommen, ohne am Ende selbst daran zugrunde zu gehen. DafĂŒr muss Stephanie noch sehr viel selbststĂ€ndiger werden und vor allem ihren Körper immer mehr beherrschen – dabei können und werden wir ihr natĂŒrlich mit grĂ¶ĂŸtem Einsatz helfen.

Also bitte nicht jedes Mal so traurig gucken, wenn wir in LĂŒneburg ankommen    zwinker

Am Sonntagabend bekamen wir zudem seit Monaten wieder ein StĂŒck NormalitĂ€t und gewohntes OLCA-Leben zurĂŒck:

Denn als wir nach Hause kamen, konnten wir nach insgesamt 115 Tagen zum ersten Mal das Schrankbett (links im Bild) wie vorgesehen einklappen – insgesamt fast vier Monate verblieb es nun in einem dauerhaft ausgeklappten Zustand. Damit steht uns endlich wieder einmal der volle Platz im Besucherzimmer bzw. Sportraum fĂŒr unseren FrĂŒhsport zur VerfĂŒgung … neben den beiden Crosstrainern im Bild unten nutze ich nĂ€mlich auch gerne mal den Boden (in der Bildmitte) fĂŒr DehnungsĂŒbungen. Man, bin ich in der letzten Zeit eingerostet! Seit dem Hochzeitstagsurlaub im Februar zu dritt wurde das Bett nun durchgĂ€ngig jeden Tag genutzt: zuerst aufgrund Stephanies corona-bedingter HeimfahrtverlĂ€ngerung auf insgesamt sechs Wochen und nach Svetas Einzug am 6.3. in unser eigentliches Schlafzimmer durch die wechselnde Nutzung von Kind und uns – eben je nach Besucherwoche(nende). Seit letztem Mittwoch ist Sveta nun schon in ihrer eigenen Wohnung untergekommen und wir können wieder im Ehebett schlafen. Im Besucherbett wird Stephanie erst am nĂ€chsten Wochenende schlafen dĂŒrfen …

Mit Verlaub: die kleinen Freuden des Alltags    zwinker



2022 16.
Feb

Die erste Woche unseres Urlaubs ist schon wieder vorbei und mit Stephanie wird es eigentlich nie langweilig – eher sehr kurzweilig! Wir haben so viel zusammen gemacht, uns aber auch sehr sehr viel erholt und gaaaaanz lange gechillt. Dank einer Freundin aus Dresden heißen solche Nix-Tun-Tage seit unserem Wohnwagentrip durch Kanada bei uns nun auch „LĂ€mpeltage“.

Die damit verbundenen Ruhephasen verbrachten wir mal auf dem Sofa …

… mal vor dem Fernseher …

… mal am Rechner …

… und manche von uns ab und zu auch mal mit einem Fußbad inklusive Musik auf den Ohren:

Hmmm, mache ich irgendetwas falsch, wenn ich bislang noch kein Fußbad mit anschließender Fußmassage bekommen habe?!?!    zwinker

Aber wie gesagt, trotz so einiger LĂ€mpelphasen waren wir die letzten Tage durchaus auch sehr aktiv, wie z.B. beim Kochen (hier: Salat) …

… beim Backen (hier: Pampuschki = kleine Brötchen) …

… und beim Spielen (hier: ein auf zwei Karten geteiltes Tier wieder zusammenlegen):

Meteorologisch richtig schöne Tage hielten sich zwar noch in Grenzen, aber wenn es dann mal nicht bewölkt, regnerisch, windig und/oder kalt war, versuchten wir das gleich mit auszunutzen. Leider hat es aber nie so richtig gut fĂŒr unseren geplanten Tagesausflug an die See (entweder Nordsee oder Ostsee) gereicht, doch noch haben wir etwas Hoffnung    zwinker

Dauerhaft war es nur am Wochenende so richtig schön, doch fĂŒr diesen Zeitraum hatten sich schon vor Wochen Stephanies Vater und seine Frau angekĂŒndigt. Die letzten Monate mussten sie ihre Besuchsversuche leider immer wieder mal wegen Corona-EinschrĂ€nkungen verschieben, doch diesmal konnten sie die weite Anreise aus Sachsen antreten – und prompt passte eben auch das Wetter perfekt dazu. Die Drei sind in der nahe der gebuchten Ferienwohnung gelegenen Boberger DĂŒne spazieren gegangen …

… und haben dort auch gleich mal (sehr zur Freude von Stephanie) ein wenig gepicknickt:

Im Vorfeld hatte man Stephanie auch gefragt, was sie denn gerne mal wieder essen wĂŒrde und sie entschied sich fĂŒr Roulade … voila:

Es war ja sooooooo lecker und sie hat noch lange davon erzÀhlt!

Doch von diesem Wochenende dĂŒrfte ihr wohl eher DIESES noch sehr viel mehr im GedĂ€chtnis bleiben:

 
Ja, ihr seht richtig: sie ist mit Carstens Hilfe ca. 3 m weit „gelaufen“. Und das an diesen Besuchstagen sogar gleich insgesamt vier Mal!!!

Wir mussten aus der Not heraus spontan improvisieren, denn trotz der Zusage des Vermieters passte der Rollstuhl nicht durch die ZimmertĂŒr – es fehlten 5 cm. Also wurde Stephanie erst auf einen Stuhl zwischengeparkt, der Rolli quer durch die TĂŒr bugsiert …

… und die ca. 3 m des engen Flurs an der EingangstĂŒr ĂŒberbrĂŒckten wir mit Stephanies ersten – zugegeben noch sehr staksigen – Gehversuchen. Wie schon öfters von mir erwĂ€hnt, entspricht das alles sicherlich nicht den Vorgaben aus dem Pflegerhandbuch, der Therapeutenbibel und dem Pfadfinderhandbuch des FĂ€hnlein Fieselschweif, aber an dem Wochenende war es eben eine sehr gute und vielleicht auch die einzige Lösung, damit Stephanie den Besuch ihres Vaters und seiner Frau in vollen ZĂŒgen und mit leckerem, gemeinsamen Essen genießen konnte. Draußen wĂ€re es bei der KĂ€lte sicherlich niemals so schön und lustig geworden    zwinker

Mein anderes Highlight in dieser Woche ist zudem ihre Steigerung beim Puzzeln und somit auch das Wiederentdecken ihrer ehemaligen großen Leidenschaft – damals wie heute kann sie sich stundenlang damit beschĂ€ftigen.

Alles fing damit an, dass Carsten ihr einmal, wĂ€hrend ich in der HĂ€ngematte döste, anhand von Blankoteilchen das Prinzip eines Puzzles und den Nasen bzw. Einbuchtungen erklĂ€rte. Sie startete zunĂ€chst mit der RĂŒckseite eines 2er-Puzzles:

Noch am gleichen Abend versuchte sie sich erfolgreich an den Motiven eines einzelnen 2er-Puzzles, welches ihr Carsten auf den Tisch legte:

Schon am nÀchsten Tag suchte sie sich selbststÀndig aus 20 vor ihr ausgebreiteten Teilen die benötigten PÀrchen zusammen:

Die weitere Steigerung war dann am nÀchsten Tag der Versuch mit einem 6er-Puzzle:

Am Ende hatte sie sogar schon kurz darauf große Freude an diesem 15er-Puzzle im Rahmen:

Mittlerweile kann sie dieses ganz alleine und ohne Hilfe zusammenlegen … braucht dafĂŒr allerdings noch so ca. 5 bis 10 min. (wir Erwachsene i.d.R. weniger als 1 Minute), da ihr der Orientierungssinn gelegentlich ein Bein stellt und sie ein einzelnes Teilchen sehr lange im Kreis drehen muss, bis sie endlich die richtige Richtung gefunden hat. Aber es wird auch hier von Tag zu Tag besser – Schrittchen fĂŒr Schrittchen!

Ich kann es ja schon vorweg nehmen: in der laufenden Woche hat sie jetzt auch mal mit einen „richtigen“ Puzzle (12 Teile) angefangen. D.h. kein helfender Rahmen und keine Hintergrundpappe, an der man die Ausstanzungen der jeweiligen Teile erkennen kann. Hier muss sie gemĂ€ĂŸ „Lehrbuch“ vorgehen: immer wieder das Bild anhand des Kartons vergleichen, erst die Ecken legen, dann den Rand und danach mit dem Kartonmotiv prĂ€gnante Bereiche zusammenfĂŒgen. Hier ist sie von dem Status „alleine“ aber noch gaaaaaaaaaaaaaaaanz weit entfernt…

Ihr ganz großes, persönliches Ziel dĂŒrfte ein diesjĂ€hriges Geburtstagsgeschenk ihrer Freundin aus der Potsdamer Zeit sein: ein 100 Teile großes Puzzle zu „König der Löwen“ … vielleicht schon im Sommer? Mal sehen!

Wir genießen jetzt erst einmal noch unsere zweite Urlaubswoche und beim nĂ€chsten Blogeintrag schildere ich euch dann, was in unserem und Stephanies Leben wieder alles so passiert ist.

Kleine Spoiler:

  • Wir kehrten zum Valentinstag im „Ruff’s Burger“ in HH-Bergedorf ein, was fĂŒr sie immerhin der erste Restaurantbesuch nach ĂŒber zwei Jahren war.
  • Morgen bekommt sie die FĂ€den am Kinn gezogen – es ist alles superschnell verheilt und wir haben eigentlich schon seit Tagen kein Pflaster mehr auf die Wunde gemacht.

Insgesamt stelle ich immer wieder fest, dass Stephanies Lernkurve weiterhin besser wird und sie die neuen Aufgaben mittlerweile sogar schon in recht kurzer Zeit versteht, diese dann mit viel Hingabe ĂŒbt bis es passt und dabei sogar noch Spaß hat! Ich hoffe, dass ihr dieser Lernwille noch ganz lange erhalten bleibt    standard



2021 12.
Sep

Und wieder ist eine Woche vorbei – gefĂŒhlt diesmal sogar noch schneller als sonst. Das könnte sicherlich aber auch daran liegen, dass es unsere letzte Urlaubswoche war und wir morgen schon wieder im allgemeinen Arbeitsalltag stehen werden. Geht euch doch bestimmt auch so, dass die letzte Woche einer Reise oder eines Urlaubs immer besonders flink an einem vorbeirast, oder nicht?

Doch beim ZurĂŒckblicken und Recherchieren fĂŒr diesen Blogeintrag realisierte ich, was wir in der gefĂŒhlt kurzen Zeit dennoch alles unternommen und geschafft haben. Wir nutzten das schöne Wetter jedenfalls voll aus und machten u.a. zwei Tagestouren in die LĂŒneburger Heide (zum Serengeti-Park Hodenhagen und Weltvogelpark Walsrode) mit anschließendem Umweg zu Stephanie auf dem RĂŒckweg und haben unter den strengen Blicken unseres Kindes ein neues MöbelstĂŒck fĂŒr ihr Zimmer aufgebaut. Dann unternahmen wir nebenbei noch einen Abstecher zum Russenladen in Hamburg-Bergedorf und zum Baumarkt, haben den Smartie zusammen mit dem ADAC wieder ans Laufen gebracht und jetzt am Wochenende konnten wir endlich zahlreiche Formulare ausfĂŒllen, die aufgrund von Stephanies Umzug von Geesthacht in Schleswig-Holstein (Krankenhaus) nach LĂŒneburg in Niedersachsen (Pflegezentrum) auf unseren Tisch flatterten. Dank des leiblichen Vaters und seiner Frau hatten wir am Samstag und Sonntag nĂ€mlich besuchsfrei, da sie extra fĂŒr diese beiden Tage aus Sachsen zu ihr gekommen sind.

Versteht mich nicht falsch, ich besuche Stephanie immer liebend gerne, aber insbesondere die Fahrerei von ca. zwei Stunden fĂŒr das Hin und ZurĂŒck raubt schon sehr viel Zeit von einem ohnehin schon gefĂŒhlt viel zu kurzen Tag. Und da ab nĂ€chste Woche unsere Arbeitgeber berechtigterweise wieder ihre vertraglich zugesicherten 40-Stunden-Wochen einfordern, startet zudem das Agreement mit dem Kind, jetzt nur noch am Dienstag, Donnerstag und am Wochenende zu Besuch zu kommen – dafĂŒr aber dann bestimmt auch mal ein StĂŒndchen lĂ€nger als bisher. Das bringt ebenfalls sicher wieder etwas mehr Ruhe in unseren Alltag …

Genug ĂŒber mich bzw. uns geschrieben, wechseln wir einmal zu Stephanies Fortschritten oder auch zu ihren Problemchen – hier ist nĂ€mlich auch schon wieder viel passiert.

Beginnen wir mit dem Essen. Dort geht es bei ihr weiter stetig voran, denn sie bekommt fĂŒr ihr Brot nun ScheibenkĂ€se und -wurst, morgens dĂŒrfen es mittlerweile auch schon weiche Milchbrötchen sein und beim Trinken wird sehr viel weniger angedickt. ZusĂ€tzlich haben wir ihr versprochen, an jedem unserer Besuchstage einen fĂŒr sie „neuen“ Geschmack mitzubringen – natĂŒrlich unter Einhaltung jeglicher Ess- und TrinkbeschrĂ€nkungen. Wir starteten am Montag auf ihren eigenen Wunsch hin mit einer halben Flasche Dunkelbier/Malzbier/Kinderbier (das hat sie frĂŒher geliebt und trinkt es auch immer noch gerne), am Dienstag gab es inklusive Anstoßen mit mir ein kleines Glas alkoholfreies Bier (auch dieser Geschmack bleibt weiterhin positiv fĂŒr sie) und am Donnerstag servierten wir ihr ein kleines Potpourri von McDonalds …

… bei dem fĂŒr sie ein Nugget mit sĂŒĂŸ-sauer Soße, ein kleiner Bissen vom Hamburger, ein kleines StĂŒck vom Veggi-Burger-Patty und drei Bissen HĂ€hnchenfilets ohne knusprige Panade aber mit sĂŒĂŸ-sauer Soße abfiel. Leider haben wir von ihrem seligen Gesicht kein Foto gemacht, aber ihr könnte mir glauben, sie genoss wirklich jeden einzelnen Bissen!!!
Bei ihr braucht man auch nicht zu sagen, dass sie jeden Bissen 32 mal kauen soll … sie bringt es locker auf 60 mal und mehr    zwinker    und selbst bei solchen Dingen, wie das hier, kaut sie wie eine Besessene:

Dabei waren die am Freitag verkosteten Pflaumen- und ZwetschgenstĂŒcke bereits butterweich, ohne Kern und ohne Haut. Aber wir kennen das ja von uns selbst: beim Kauen setzen sich noch viel mehr GeschmacksmolekĂŒle frei. Stephanie liebte bislang jede kulinarische Köstlichkeit, die wir ihr vorsetzten. Noch geben wir ihr auch ausschließlich nur ihre Lieblingsdinge, aber es werden sicherlich bald auch mal Mitbringsel fĂŒr ein „so lala“ oder „bĂ€h pfui“ mit dabei sein. Schließlich wollen wir mit ihr ja noch richtig viel ausprobieren    standard

Und unsere Raupe Nimmersatt möchte sowieso stĂ€ndig essen. Erst heute haben wir erfahren, dass sie noch einmal zwei Schnitten zum FrĂŒhstĂŒck ausgehĂ€ndigt bekam, weil Stephanie der Meinung war, dass sie noch nicht gefrĂŒhstĂŒckt hĂ€tte. Im Nachhinein stellte sich aber heraus, dass das nicht so ganz stimmte und sie dennoch hungrig war oder Lust auf mehr hatte. FĂŒr die erste HĂ€lfte ihres Tellers reichte es zwar noch, aber dann war sie satt und wollte doch nicht mehr alles aufessen …

Wechseln wir mal vom Essen zum Lernen. Grundlegend können wir dem, was wir letzte Woche im TherapeutengesprĂ€ch zu hören bekamen, nur voll zustimmen: sie lĂ€sst sich allzu gerne ablenken – besonders beim Neulernen oder Trainieren. Wenn wir jetzt mit ihr unter unseren Lieblingspavillon gehen, entscheiden wir anhand der geplanten Übungen, ob wir sie und den Rolli mit dem Blick in Richtung einer leeren Wiese oder doch lieber in Richtung des mitunter lebhaften Innenhofes positionieren. Bei unseren AktivitĂ€ten guckt sie nĂ€mlich auch immer wieder mal gerne in der Weltgeschichte herum und interessiert sich fĂŒr jeden GesprĂ€chsfetzen oder jedes UmgebungsgerĂ€usch, was bei Trainings und Übungen natĂŒrlich mehr als hinderlich ist. Also machen wir es von ihrer Lust und Laune sowie von unseren Intentionen abhĂ€ngig – was bislang recht gut klappt.

Die Themen der heutigen Woche reichten vom Russisch …

(Da diese kyrillischen Buchstaben auch genau so im lateinischen Alphabet vorkommen, wĂŒrde man sicherlich eher an das Silbendurcheinander „CA-PO-TA“ denken, aber Stephanie liegt mit ihren Antworten schon richtig und lacht sich eher ĂŒber „SA-RO-TA“ kaputt. Carstens Lieblingsbeispiel bleibt in diesem Zusammenhang „CCCP“, was aber eigentlich SSSR ausgesprochen wird Sojus Sowetskich Sozialistitscheskich Respublik.)

… ĂŒber die Bedienung eines Tablets …

(Das Tippen, Ziehen und SchaltflÀchen suchen bzw. immer nur mit der Fingerkuppe und nicht dem Fingernagel oder gar mehreren Fingern bedienen klappt schon recht gut.)

… das Aufschlagen eines Buches, das UmblĂ€ttern von Seiten und auch das Lesen von Texten …

(Aufschlagen klappt, beim BlĂ€ttern erwischt sie mitunter noch mehr als eine Seite und beim Lesen reicht die Übersicht gerade mal fĂŒr 2-3 Zeilen, danach verliert sie etwas die Orientierung.)

… die Gesamtprozedur fĂŒr eine Briefwahl …

(Sie wollte zunĂ€chst noch alles alleine machen und somit im Geheimen wĂ€hlen, aber spĂ€testens nach „du nimmst den Wahlzettel und setzt zwei Kreuze an die richtigen Stellen“ entschloss sie sich dann doch zu einer gemeinsamen Erledigung der zugeschickten Wahlunterlagen.)

… das Lesen einer Zeitung …

(Sie wollte eine Zeitung zum Lesen haben – bekam sie. Aber dann fragte sie „Wie geht das ?“ – wir zeigten es ihr und sie verzichtete lieber mit den Worten „zu kompliziert“.)

… bis hin zum Öffnen und Lesen eines Briefes.

(Schon beim ersten Schritt, den Inhalt aus dem Umschlag zu bekommen, zeigten sich wieder sehr deutlich ihre Defizite im strategischen und logischen Umgang mit Dingen bzw. fĂŒr das Erkennen einer Lösungsstrategie. Selbst beim Vorlesen versuchte sie eher die Worte hinter Carstens Positionszeigers (Finger oder Stift) zu lesen, statt die deutlich erkennbarer am Ende des Zeigers … leider ist sie damit noch lange nicht bereit, eigenhĂ€ndig Post zu empfangen und selbst zu lesen – schade.)

Zudem versuchten wir es mal bei ihr mit dem Legen von ganz trivialen Puzzles:

Den Anfang machte ein 6-teiliges Puzzle, doch auch hier leider nur mit sehr wenig Erfolg. Stephanie fehlt bislang jegliches VerstĂ€ndnis fĂŒr das Zusammenlegen von mit Nasen und Buchten ineinandergreifenden PappkĂ€rtchen, wobei da auch leider das Motiv keine große Hilfe fĂŒr sie zu bieten scheint. Zudem kann sie Ecken- und Seitenteile nicht auseinanderhalten bzw. bestimmen und sie kann die geraden Seiten an einem Puzzleteil nicht richtig einschĂ€tzen. Das erste Puzzle haben wir fĂŒr sie zusammengelegt und viel dazu erklĂ€rt, in der Hoffnung, dass etwas hĂ€ngen bleibt. Fehlanzeige! Auch als wir ihr mĂŒndlich eine Anleitung zum Zusammenlegen gaben, schaffte sie nicht, Nasen und Buchten zusammenzustecken. Selbst als nur ein einziges Eckteil fehlte und sie dieses schon richtig gedreht in der Hand hielt, kam fĂŒr sie nicht der gewĂŒnschte Aha-Effekt. Wir haben nach vielen Fehlversuchen abgebrochen, denn egal mit welchen Engelszungen wir auf sie einredeten, wir fanden einfach kein Mittel, ihr das allgemeine Prinzip zu verdeutlichen. Vor Ende nĂ€chster Woche starten wir sicherlich keinen zweiten Versuch.

Da sie mit dem iPad schon recht gute Fortschritte zeigte, versuchte Carsten es mal mit einer Puzzle-App fĂŒr Kleinkinder, bei dem ein vorgeschlagenes Teil (i.d.R. oben rechts angezeigt) nur an die richtige Stelle des Bildes gezogen und losgelassen werden muss. Dabei stehen dem Nutzer nur drei entsprechend geformte Löcher im Bild zur VerfĂŒgung, die sich deutlich durch eine Holzmaserung oder eine schwarze FlĂ€che hervorhebt:

Zudem ist dieses Puzzleteil eben nicht klassisch mit Nasen und Buchten geformt, sondern die Lochumrisse zeigen zum Teil ganze Figuren, Wolken, Reifen, KotflĂŒgel oder HĂ€user. Und am Ende kann man mit dem Bild dann auch noch etwas spielen (Hupen, Motor aufheulen lassen, Tag/Nacht, Blaulicht u.s.w.). Leider gestaltete sich auch dieser Weg lang und steinig und wir waren nach den ersten Minuten der Verzweiflung nahe, aber dann hat sie zum GlĂŒck doch noch etwas mehr den Draht dazu gefunden. Anfangs waren fĂŒr sie große, einfarbige FlĂ€chen des Bildes sehr viel schöner als der eigentliche Ablageort fĂŒr das Puzzleteil mit seiner Maserung oder der dunklen FlĂ€che. Doch da macht eben das Spiel nicht wirklich mit und das zu steckende Objekt schnippte wieder zurĂŒck in die rechte, obere Ecke. Bei unseren mĂŒndlichen Dirigierversuchen hatte sie zudem wieder ihre Probleme mit oben, unten, rechts und links … in der Trockentheorie (Finger in der Luft) klappte es einwandfrei, aber sobald das iPad mit ins Spiel kam, war ihr Ziehen nach links eher ein „schrĂ€g unten“ und „rechts oben“ – das hat aber sicherlich auch etwas mit der Konzentration und den vermehrten Reizen zwischen VorĂŒbung und iPad-Nutzung zu tun. Und wenn man alternativ ihre Hand fĂŒhren wollte, verkrampfte sie total auf die von ihr ausgewĂ€hlte Stelle und der Finger ist vor lauter DrĂŒcken fast schon „abgebrochen“.

Mit viel Geduld und Spucke haben wir dann aber doch noch drei verschiedene App-Puzzles geschafft und wie wollen mal sehen, wie sie sich nun beim nĂ€chsten Mal Anfang kommender Woche schlĂ€gt. Schrittchen fĂŒr Schrittchen … wir werden geduldig sein, aber dennoch nicht so schnell aufgeben, versprochen. Erst wenn die App-Puzzles besser sitzen, holen wir wahrscheinlich wieder mal das analoge Pendant mit seinen Nasen und Buchten raus.

Besonders am Ende eines fertiggestellten App-Bildes, also beim belohnenden Spielen, zeigte sich wieder ein deutlicher Unterschied zwischen dem Verhalten einer 25-JĂ€hrigen (ihr Wissen, die Sprachen, die Erinnerungen, der Wortschatz) und dem einer 3-JĂ€hrigen (ein leichter Anlass reicht zu Freude und Spaß). Sie freute sich ĂŒber die Show auf dem Bildschirm und lachte wie ein Kleinkind ĂŒber ihr selbst erzeugtes Hupen, gerĂ€uschvolles Anfahren, den Wechsel zwischen Tag und Nacht sowie ĂŒber das Bedienen von Blaulicht & Co..

Gar nicht wie ein Kleinkind verhielt sie sich dagegen bei den Diskussionen ĂŒber das Ablegen der Orthesen. Denn wenn es nach ihr ginge, wĂŒrde sie sie lieber 24 Stunden lang tragen und erhofft sich dadurch eine schnellere Korrektur, als sie immer wieder mal abzulegen. Stellten wir bei ihr zunehmend KrĂ€mpfe oder Unruhe fest, wollten wir ihr die Orthesen nach dem ausreichenden Tragen (mindestens 2-3 Stunden) lieber abnehmen – das wollte sie auf keinen Fall. Zum GlĂŒck kam einmal gerade bei einem solchen Disput ihre Ergotherapeutin vorbei und machte mit ihr folgenden Deal: die Orthesen werden fĂŒr 30 min ausgezogen und wenn ihre Muskeln danach noch krampfen sollten, bekommt sie sie wieder angezogen … bleiben die KrĂ€mpfe aber aus, wĂ€re das nĂ€chste Anlegen erst wieder am nĂ€chsten Morgen. NatĂŒrlich krampfte sie fortan nicht mehr und sie hielt sich auch brav an die Abmachung mit der Therapeutin.

GegenĂŒber Therapeuten zeigt sie sich ohnehin stets folgsam und ehrgeizig, denn sie weiß, dass deren Übungen zu ihrem gewĂŒnschten Endziel fĂŒhren. So hĂ€ngt sie sich derzeit auch beim Standing (relativ alleine mit durchgedrĂŒckten Knien auf ihren Beinen stehen und der Körper wird nur noch mittels HaltebĂ€ndern einer Maschine unterstĂŒtzt) sehr rein und gibt vor allem nicht auf. Wo ihr Kreislauf Anfang der Woche noch gestreikt hat und sie nach einer Viertelstunde recht blass geworden ist, schaffte sie am Donnerstag schon wieder ihre 30 min komplett und der Kreislauf spielte wieder sehr gut mit. Sowas sind dann natĂŒrlich immer ihre grĂ¶ĂŸten Erfolgserlebnisse des Tages!

Am Montag wurde es frei Haus geliefert, am Dienstag wurde es von Carsten an „unserem“ Pavillon innerhalb von ca. 3 Stunden aufgebaut: ein Kallax-Regal mit neun EinschĂŒben, damit Stephanies Dinge etwas benutzerfreundlicher verstaut werden können, als bislang alles nur im Kleiderschrank.

Nun können wir endlich zwischen Kleidung und Non-Kleidung trennen, denn die ganzen Spiele, TrainingsgerĂ€te und sonstiger Schnulli kann ab sofort in diesem Regal untergebracht werden – Stephanie gefĂ€llt’s:

Zum Abschluss möchte ich noch eine fĂŒr mich ĂŒberraschend ausgegangene Übung beschreiben. Als Schulkind musste Stephanie einmal das Gedicht „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ von Theodor Fontane auswendig lernen und bei vielen Gelegenheiten (z.B. im Auto) haben wir immer wieder mal aus Spaß ein paar Zeilen (insbesondere die erste Strophe) rezitiert. Ich wollte diese Woche testen, ob davon immer noch etwas hĂ€ngen geblieben ist. Also habe ich das Gedicht ausgedruckt und nach Absprache mit ihr fĂŒr sie vorgelesen. Dabei kam dann folgendes raus:

  • Ich: „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“
  • Sie: „Ein Birnbaum in seinem Garten stand“

Wow, ich war begeistert!!! OK, diese Textsicherheit war aber wirklich auch nur bei der ersten Strophe so toll …

  • Ich: „Da sagte von Ribbeck: Ich scheide nun ab. Legt mir eine Birne mit ins …“
  • Sie: „Grab“

Immerhin …

  • Ich: „Aber der Alte, vorahnend schon und voll Mißtraun gegen den eigenen …“
  • Sie: „Sohn“

Einzelne Passagen saßen also weiterhin abrufbar im Hinterkopf …

  • Ich: „Und die Jahre gingen wohl auf und ab, LĂ€ngst wölbt sich ein Birnbaum ĂŒber dem …“
  • Sie: “ Grab“

Hat sie das am Sinn oder an der Reimform erkannt oder sogar aus den Erinnerungen herausgeholt ? Egal …

  • Ich: „So spendet Segen noch immer die Hand des von …“
  • Sie: „Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“

Glaubt mir, ich war perplex und hatte kleine TrĂ€nchen im Auge. Klar, es war sicherlich keine Glanzleistung, die in der Schule eine gute Note herbeigefĂŒhrt hĂ€tte, aber nach all den oben aufgefĂŒhrten Problemen bei den fĂŒr uns einfachsten Dingen (Brief, iPad, Lesen, Puzzle etc.) finde ich, dass es doch ein recht ansehnliches Ergebnis fĂŒr mein Experiment war, oder?

Wir arbeiten weiter an ihrem Erinnerungsvermögen, an ihren Fingerfertigkeiten und vor allem an den vielen alltĂ€glichen Dingen, die sie erst noch wieder neu erlernen muss. DrĂŒckt uns bitte auch zukĂŒnftig ganz fest die Daumen, dass sie es schafft, dass wir durchhalten werden und dass wir vor allem unsere Geduld nicht obgleich der Erfolge verlieren mögen. Wir ertappen uns nĂ€mlich immer wieder dabei, dass wir fĂŒr uns normale Dinge auch bei ihr irgendwie als gegeben voraussetzen … zum GlĂŒck sind wir zu zweit und haben auf jeder Fahrt hin oder zurĂŒck bis zu einer Stunde Zeit, unsere EindrĂŒcke, WĂŒnsche und Erwartungen auszudiskutieren. Das erdet manchmal ungemein    standard



2020 25.
Sep

Schon lange vor Stephanies Vorfall mussten Carsten und ich unsere Jahresurlaubstage in die letzten vier bzw. sechs Monate diesen Jahres quetschen – vor dem Ablauf unserer Probezeit (Carsten Ende Juni, bei mir Ende August) konnten wir bzw. wollten wir ja nichts einreichen. Also haben wir uns unter anderem fĂŒr zwei Wochen um Carstens Geburtstag im September und ebenfalls zwei Wochen um meinen im November entschieden. Dann passierte das mit Stephanie …

Einiges, was wir uns schon seit Monaten fĂŒr diese freien Tage vorgenommen haben, wurde dadurch kurzerhand einfach nicht mehr möglich. Denn so war z.B. angedacht, dass uns die Kleine zusammen mit ihrem Freund fĂŒr ein paar Tage besucht (es wĂ€re ihr erstes Mal in unserer neuen Wohnung gewesen) und auch, dass Carsten und ich mal mit dem Auto einen Abstecher zur Großen nach Österreich machen. 

Nun haben wir jetzt schon seit einer Woche Urlaub und Stephanie liegt noch immer in der CharitĂ© in Berlin. FĂŒr uns kommt aber ein lĂ€ngerer Aufenthalt in der Hauptstadt nicht in Frage, da man pro Tag nur 1 Stunde auf der Intensivstation besuchen darf und die restliche Zeit verbringt man wahrscheinlich nur noch grĂŒbelnd und verzweifelt im Hotelzimmer oder anderswo. Also machten wir eben so weiter, wie wir es schon wĂ€hrend des Arbeitsalltags aufgeteilt hatten: in der Woche sind wir zuhause in Wentorf und am Wochenende fahren wir ans Krankenbett. Ich habe meinen Arbeitskolleginnen Ă¶fters schon gesagt, dass ich trotz der traurigen Lage nach wie vor wirklich sehr gern zur Arbeit komme, da man sich dadurch irgendwie fĂŒr einige Stunden besser dem ewigen Gedankenkreislauf ĂŒber die aktuelle Situation entziehen kann. Die jetzige Freizeit den ganzen Tag nur in der Wohnung zu vertĂ€ndeln, geht auf Dauer gar nicht, weshalb wir uns spontan fĂŒr ein paar Ganztagstouren in der Umgebung entschieden haben – noch einmal das spĂ€te Sommerwetter genießen, etwas Neues sehen, Kraft tanken und mal wieder versuchen abzuschalten, auch wenn die Gedanken eigentlich doch nur immer wieder bei unserer Kleinen landen.

Am Montag  sah es zudem noch so aus, dass Stephanie am Donnerstag (also gestern) in die Reha verlegt werden wĂŒrde. Der Tag versprach herrlich spĂ€tsommerlich zu werden und nun wollten wir das tun, was uns eigentlich den ganzen Sommer verwehrt blieb: an die Ostsee zu fahren. Coronabedingt verbrachten natĂŒrlich bedeutend mehr Leute ihren Urlaub an den hiesigen StrĂ€nden statt im Ausland. Am Ende leider so viele, dass an jedem nicht komplett verregneten Wochenende in der Ferienzeit die Radiosender einstimmig beschwörten, den StrĂ€nden als Tagesbesucher lieber fernzubleiben. Vor Ort wĂŒrde man ggf. sogar abgewiesen werden, da die Ostseeorte samt KĂŒstenstreifen ĂŒberfĂŒllt seien und die AbstĂ€nde nicht mehr eingehalten werden könnten. Mitte September war das jetzt nicht mehr von Bedeutung und wir wollten endlich dahin. Das Lied „Tag am Meer“ der Fanta 4 gehört mit zu unseren Lieblingsliedern und es dudelte immer wieder in unseren Köpfen herum, als wir uns die Meeresbrise um die Nase wehen ließen:

Nach etwa einer Stunde Fahrzeit waren wir schon in Grömitz und liefen auf dem Strand bis zum Ende und ĂŒber die Promenade zurĂŒck zum Parkplatz am Yachthafen. Danach blieb sogar noch Zeit fĂŒr einen Abstecher nach Dahme. An beiden Orten schlenderten wir barfuß an der Wasserkante entlang …

… beobachteten das lustige und muntere Treiben der Menschen und ihrer geliebten Vierbeiner am jeweiligen Hundestrand …

… testeten diverse Fischbrötchen, gönnten uns ein Eis, ließen den Blick immer wieder ĂŒber das Wasser und den Sand schweifen, um nach Booten sowie Muscheln und Krebsen Ausschau zu halten, und machten wie ĂŒblich auch die Fotos fĂŒr meine Sammlung „FĂŒĂŸe-im-Wasser“ – eben ganz ein Sommertag wie man sich ihn wĂŒnscht!

Das derzeit schöne Wetter fĂŒr den Norden sollte nur noch bis Donnerstag bleiben, denn danach rechnete man fest mit einem Umschwung ins nasskalte und ungemĂŒtliche Herbstwetter. Also entschieden wir uns, diesen Dienstag erneut einen Strandtag einzulegen, diesmal allerdings in der anderen Richtung: es ging an die Nordsee nach Sankt Peter-Ording. Die dortige Strandbreite und -lĂ€nge hat uns ĂŒberwĂ€ltigt … einfach nur riesig!

Das Gros des Strandes blieb bislang aufgrund der Auswirkungen durch Ebbe und Flut (Stichwort: Watt) relativ unverbaut, was am Ende allerdings natĂŒrlich auch sehr viel weniger Infrastruktur bedeutet, wie z.B. Strandpromenaden, GeschĂ€ften, Imbissen oder WCs. Das war fĂŒr uns allerdings kein Problem    standard

Aber selbst ohne großes Sightseeing haben wir einen etwa vier Stunden langen Spaziergang gemacht, konnten nebenbei ist auch hier ein Foto fĂŒr meine „FĂŒĂŸe-im-Wasser“ schießen und dazu kamen sogar noch ein kleines Heini-Fotoshooting:

Hunde und ihre Menschen sorgten auch hier fĂŒr jede Menge zusĂ€tzlichen Unterhaltungswert:

Nach diesem Spaziergang gönnten wir uns einen Imbiss an einem Campingplatz – natĂŒrlich gab es auch diesmal wieder frischen Fisch als Mahlzeit, denn schließlich sind wir hier im Norden und an der KĂŒste. Die RĂŒckfahrt nach Hause beanspruchte dann allerdings sehr viel mehr Zeit als die Hinfahrt, denn wir standen mehr als eine Stunde auf der A7 im Stau … nur 200 m vor unserer Ausfahrt entfernt! WĂ€hrend dieser Vollsperrung hat man, wie wir spĂ€ter erfahren haben, eine BombenentschĂ€rfung sĂŒdlich von Hamburg durchgefĂŒhrt.

Am Abend erfuhren wir dann noch bei unserem tĂ€glichen Anruf im Krankenhaus, dass durch die verĂ€nderten Planungen bei Stephanies Behandlung und medizinischen Eingriffen, ihr Transport in die Rehaklinik nach Schleswig-Holstein von Donnerstag auf den kommenden Montag verschoben wurde. Schade, denn unsere anvisierten AusflĂŒge am Montag, Dienstag und Mittwoch sowie der Wetterumschwung ab Donnerstag hĂ€tten so gut zusammengepasst und wir wĂ€ren um eine weitere Fahrt von immerhin 270 km bzw. mindestens 3 Stunden pro Weg durch grĂ¶ĂŸtenteils gĂ€hnendlangweilige Autobahnkilometer in Schleswig-Holstein und Brandenburg herum gekommen. Egal, damit steht der Ablauf des kommenden Wochenendes nun fest. Wenn wir seit dem 26.8. eines gelernt haben, dann, dass derzeit eine langfristige und weitsichtige Planung einfach nicht drin ist. Es kann sich eben tĂ€glich etwas Ă€ndern und verschieben, aber gleichzeitig muss man sehr viel Geduld, Ruhe und Ausdauer mitbringen. Aus Tagen werden Wochen, aus Wochen werden Monate …

Aber zurĂŒck zu unseren ablenkenden FreizeitaktivitĂ€ten. Am Mittwoch wollte mein Mann verstĂ€ndlicherweise nicht mehr am Steuer sitzen und daher entschieden wir uns fĂŒr einen Spaziergang entlang der Elbe in Hamburg. Da Carsten meinte, dass er mit seinem Jobticket seit September auch innerhalb der Woche und nicht nur am Wochenende eine Person kostenfrei mitnehmen darf (Benefit statt coronabedingter Erstattung wĂ€hrend HomeOffice), lag es auf der Hand, dass wir uns auf eine Fahrt mit den Öffis entschieden haben. Ich hĂ€tte mich doch lieber fĂŒr eine eigene Fahrkarte entscheiden sollen, denn zum ersten Mal wurden wir in der S-Bahn kontrolliert. Dabei wurden wir davon in Kenntnis gesetzt, dass diese Sonderregelung erst ab 11 Uhr gilt – ergo bin ich jetzt als Schwarzfahrerin erfasst und muss zudem auch noch 60 Euro bezahlen. Carsten hat beim Lesen der Intranetmeldung bzgl. Jobticket die In-der-Woche-Nutzung etwas falsch gedeutet und wir waren jetzt eben leider eine Stunde zu frĂŒh unterwegs – blöd, blöd, blöd …
Das Geld schmerzt mich weniger, aber diese Peinlichkeit im Zug wĂ€hrend der Erfassung meiner Daten wurmt mich schon. Doch wir ließen uns dadurch nicht gleich den gesamten Tag verderben und liefen wie geplant die ca. 13 km von Hamburg-Blankenese bis zu den LandungsbrĂŒcken in St. Pauli. ZunĂ€chst ging es ĂŒber die Strandtreppe durch das berĂŒhmte Treppenviertel bis an die Elbe runter …

… dann immer entlang des Flußes, vorbei an den Airbus-Werken …

.. durch etliche zum Teil schon stark nach Herbst riechende Alleen …

… am Sandstrand von Övelgönne (mitsamt des Findlings „Alter Schwede“) vorbei:

In Övelgönne selbst mussten wir den bis hier sehr natĂŒrlich Teil der Wegstrecke verlassen und wechselten nach dem dortigen Museumshafen auf die Kaimauer mit all seinen Bebauungen fĂŒr Schiffsanleger, BĂŒrokomplexen und Apartments. Die letzten Kilometer fĂŒhrten uns noch ĂŒber den St. Pauli Fischmarkt bis zum geplanten Ziel, der U-Bahnstation an den LandungsbrĂŒcken. Danach gab es fĂŒr mich nur noch den einen Wunsch, schnellstmöglich mit Bus und Bahn nach Hause zu fahren und endlich die FĂŒĂŸe hochlegen zu können!

Gestern und heute sind wir mal zu Hause geblieben, denn mittlerweile gibt es hier auch wieder eine recht beachtliche To-Do-Liste, die mal abgearbeitet werden musste. GlĂŒcklicherweise blieb zudem noch genug Zeit fĂŒr mich zum Lesen sowie fĂŒr uns Zeit am Rechner und die eine oder die andere Doku im TV.

Nun steht das Wochenende vor der TĂŒr und gleich werden noch ein paar Besorgungen und EinkĂ€ufe erledigt, z.B. auch fĂŒr die nĂ€chste Fahrt nach Berlin. Wir hoffen so sehr, dass dies jetzt endlich unser letzter Besuch von Stephanie in der CharitĂ© wird und sie bald in unserer NĂ€he ist! DrĂŒckt bitte die Daumen, dass sie am Montag endlich in die Reha kommt! Vielen lieben Dank …

Was wir jetzt noch mit unserer zweiten Urlaubswoche anstellen, wissen wir noch nicht so genau. Es ist sehr untypisch fĂŒr uns, aber derzeit ist Planen einfach nicht drin. Es wird vermutlich eine Mischung aus Organisation rund um Stephanie werden und vielleicht der einen oder der anderen kleinen Tour in die Umgebung. Mal sehen, wie das Wetter dabei mitspielt.



2019 24.
Sep

Den treuen Lesern meines Blogs ist bestimmt schon eine sehr ausgedehnte Schreibpause aufgefallen. Wer uns aber schon lange kennt, wusste wohl, dass dies auch ein Hinweis auf unseren Jahresurlaub sein könnte. Und so war es auch.

Diesmal zog es Carsten und mich allerdings anders als in den vergangenen paar Jahren nicht in die WĂ€rme und an SandstrĂ€nde, denn unser Ziel hieß Kanada. Anfangs hatten wir sogar die Idee, das Land in seiner gesamten Breite innerhalb von vier Wochen, also von der OstkĂŒste an die WestkĂŒste, zu erkunden, aber der Blick auf die Karte und ein kurzes Überschlagen der dortigen Entfernungen (ĂŒber 5000 km) haben uns schnell auf den Boden der RealitĂ€t zurĂŒckgeholt. So malten wir unsere Route nur auf den sĂŒdwestlichen Teil des riesigen Landes auf und haben unsere Eckdaten bzw. das Streckendreieck gefunden: Vancouver – Calgary – Jasper – Vancouver = ca. 2500 km

Uns schwebte schon lange vor, mal auszuprobieren, wie es so ist, mit einem Wohnwagen zu reisen und Kanada schien uns eine sehr gute Gegend fĂŒr eine derartige Erfahrung zu sein. Da man in so einem Wagen auch jede Menge Platz haben kann, luden wir unsere beiden MĂ€dels ein, mitzufahren. Stephanie war sofort dabei, Andrea musste leider ablehnen, da sie zu der Zeit endlich ihre Masterarbeit fertig schreiben wollte (diese hat sie in der Tat am Tag unserer RĂŒckkehr abgegeben) und auch noch eine kleine Reise mit Karl in Aussicht hatte. So wurde es dann eben ein Vater-Mutter-Kind-Urlaub aus (leider) nur drei OLCAs. Ich kann nun sagen, dass das Reisen mit erwachsenen und selbstĂ€ndigen Kindern viel mehr Spaß macht als mit Teenagern    zwinker

Damit wir beim Fahren alle miteinander reden können, haben wir uns fĂŒr die Variante Truck + Fifth Wheel entschieden. Der WohnanhĂ€nger konnte somit auch immer wieder mal am Stellplatz abgekoppelt werden und man war dann eben nur mit dem Auto unterwegs, was uns viel mehr FlexibilitĂ€t beim Erkunden verschiedener Ausflugsziele bot. In Deutschland hat ein LKW in der Regel eine max. LĂ€nge von 12 m … unser Gespann war insgesamt 14,5 m lang! Ich bin aber auch selber mal ein StĂŒck des Weges gefahren und war ĂŒberrascht, dass man den WohnanhĂ€nger auch aufgrund des Aufliegers (auf der LadeflĂ€che des Pickups ist eine Sattelkupplungsplatte montiert – also keine AnhĂ€ngerkupplung, wie bei den hiesigen Varianten) eigentlich nur beim Bremsen, Anfahren und bei Bodenwellen wahrnimmt, denn die Art der AnhĂ€ngung stabilisiert ungemein und der 355 PS starke Motor des Dodge RAM war stark genug, um auch auf bergigen Straßen ohne Probleme in die Höhe und wieder nach unten zu fahren.

Dieses „Haus auf RĂ€dern“ ermöglichte uns nicht nur eine besonders komfortable Art zu campen, da man darin solche Luxus-Goodies wie vollwertige Dusche, WC, Heizung und auch KĂŒche mit Gasherd hatte, sondern auch die Option, sich in aller Ruhe auch die Gegenden anzusehen, wo eben keine B&B- bzw. Übernachtungsangebote vorhanden sind.

In den vier Wochen sind wir mit unserem Truck sogar insgesamt 5005 km gefahren, obwohl bei der Anmietung eigentlich nur 4000 km veranschlagt wurden – 2500 km Entfernung und 1500 km zum Rumfahren. Aber der Wille, so viel wie möglich zu sehen, und die unendlichen Weiten Kanadas sowie der Rocky Mountains haben letztendlich gesiegt.

Am Icefields Parkway kamen wir z.B. so nah an den Athabasca Gletscher, wie es ohne zusĂ€tzliche, kostenpflichtige Tour mit dem Bus oder als eine nicht gerade preiswerte FĂŒhrung möglich war:

NatĂŒrlich haben wir auch jede Menge die fĂŒr Kanada typischen und ĂŒberaus beeindruckenden Berge sowie wundervolle Seen gesehen. Der wohl bekannteste See – Lake Louise – hat uns allerdings weniger begeistert als der unbekanntere Lake Morraine. Die Besuchermenge hier war weitaus kleiner und das tief-tĂŒrkisfarbene Wasser war ein wahrer Augenschmaus!

Den Cobb Lake hatten wir sogar ganz allein fĂŒr uns, da man erst einmal hinfahren und dann vom Parkplatz auch noch 2,7 km durch einen Wald stapfen muss, um diesen in all seiner Pracht sehen zu können. Die Spiegelung darin war postkartenreif! Die Stille, die lediglich durch das gelegentliche PlĂ€tschern beim Herausspringen eines Fisches kurz unterbrochen wurde, war etwas, was man im allgemein bekannten und mitunter sehr hektischen Stadtleben in dieser IntensitĂ€t gar nicht mehr erlebt. Dieser Weg hat sich fĂŒr uns auf jeden Fall sehr gelohnt!

Das Gros der Zeit verbrachten wir in der Natur, aber wir besuchten auch zwei GroßstĂ€dte: Vancouver und Calgary. Die Zeit in Calgary und Umgebung verbrachten wir ĂŒberwiegend mit Ines und ihrer Familie – sie ist eine deutsche Auswanderin, die wir durch IDA (Interessengemeinschaft deutschsprachiger im Ausland) schon vor 18 Jahren kennenlernen durften:

In Vancouver trafen wir uns an unserem ersten Abend auch mit Keiko … sie lernten Carsten und ich letztes Jahr auf Big Island, Hawaii kennen:

Leider war sie am Ende unserer Reise, wo wir noch vier Tage in Vancouver verbrachten, selber in den Staaten unterwegs – so haben wir uns die Stadt auf eigene Faust erschlossen. Die Gegend um den Stanley Park z.B. erkundeten wir auf LeihfahrrĂ€dern. Carsten und ich probierten zum ersten Mal ein Tandem aus … seitdem weiß ich, dass ich das fĂŒr uns nicht haben möchte, denn derjenige, der hinten sitzt, hat ja am Ende gar keine Befugnisse: keinen nutzbaren Lenker, keine eigene Bremse und in unserem Fall auch so gut wie keine Sicht nach vorne. Ich habe zwar immer volles Vertrauen in meinen Mann, aber ich habe auch gern mein Leben selber im Griff   zwinker

Falls jemand wissen möchte, ob wir auch BĂ€ren gesehen haben –> ja, einmal bei voller Fahrt auf dem Highway mit 100 km/h im starken Regen am Waldesrand. Wir konnten mit dem Gespann erst nach 5 km wenden und als wir wieder an der gleichen Stelle waren, war die BĂ€renmutter mit dem Nachwuchs (Stephanie und ich haben ein BĂ€renjunges gesehen, Carsten glaubt zwei erkannt zu haben) schon wieder ins Unterholz verschwunden. DafĂŒr haben wir zahlreiche MinibĂ€ren a.k.a. Eichhörnchen gesehen:

Auch Streifenhörnchen haben sich sehr oft gezeigt und sind ja sooooooo sĂŒĂŸ!

Naja, immerhin haben diese beiden Spezies ebenfalls ein schönes Fell und sind zudem nicht so gefĂ€hrlich wie Meister Petz – vor denen wurde am Ende auch nicht so oft gewarnt     zwinker 

Schon seit letzter Woche Mittwoch gehen Carsten und ich wieder arbeiten und versuchen uns in den (vergleichsweise langweiligen) Alltag einzufinden. Eigentlich klappt alles ganz gut, nur unser WĂ€scheberg, der inzwischen zum GlĂŒck nur noch ein HĂŒgel ist, beleidigt ein wenig meine Hausfrauenseele.

Wenn wir unsere knapp 10.000 Bilder gesichtet haben, erzĂ€hlen wir natĂŒrlich etwas ausfĂŒhrlicher ĂŒber unsere Wege und Erlebnisse aus dem Westen Kanadas. Ich kann außerdem auch schon jetzt und hier verraten, dass es etliche neue Aufnahmen meiner FĂŒĂŸe-im-Wasser-Bildersammlung hinzukommen werden. Aber alles nach und nach – ihr dĂŒrft also auch weiterhin gespannt bleiben   zwinker



2019 27.
Jul

Ich, Heini, habe jetzt mit Schrecken festgestellt, dass ich schon ganz lange nichts mehr von meinen Erlebnissen bĂ€richtet habe – Vulkanasche auf meinen BĂ€renkopf!

Ich versuche deshalb jetzt in den nĂ€chsten Wochen mal nach und nach von meinen vielen Reisen zu erzĂ€hlen. Der Wille ist jedenfalls da!     zwinker

Meine Mama hat ja schon geschrieben, dass wir im Februar auf Madeira waren.

AbĂ€r sie hat es natĂŒrlich nur aus ihrer Sicht bĂ€richtet … jetzt erzĂ€hle ich mal selbĂ€r, was ich in diesen zwei Wochen auf der Vulkaninsel gemacht habe. Am Anfang dachte ich, dass es ein ruhiger Urlaub wird:

  • ganz gemĂŒtlich im Bett auf dem Zimmer ein bisschen Internetten …

  • einen Blick auf die nĂ€here Umgebung werfen …

  • und vielleicht auch mal am Pool abhĂ€ngen …

AbÀr es dauerte nur ein paar Tage und schon juckte es mir doch gewaltig in den Tatzen! So ruhig die Zeit zu verbringen kann ich liebÀr zu Hause, mit meinen Kumpels. In der Ferne lockt eben das Abenteuer und so machte ich mich auf den Weg, um diese auch hautnah zu erleben:

Ich legte mir fĂŒr mein Vorhaben sogar extra einen echten Wanderstock zu! Der war zwar ein bisschen zu groß, abĂ€r im Laufe der Zeit wurde er von steinigen Wegen und unwegsamen Pfaden ganz gut auf meine GrĂ¶ĂŸe abgeschliffen:

Unterwegs war es ebenfalls immer sehr spannend und es gab so viel zu entdecken! Ich habe den kleinen WasserfĂ€llen beim Tröpfeln zugeschaut …

… aber auch den großen auf ihren langen Wegen von oben nach unten mit Getöse fallen sehen:

Ich gab meinem Drang, auf BĂ€ume zu klettern, nur zu gern nach:

AbÀr auch mit den ganz ganz riesigen StÀmmen habe ich es aufnehmen wollen, doch da bin ich mit meinen kleinen Tatzen nicht sehr hoch gekommen:

Selbst nicht so hochgewachsenen Pflanzen ĂŒbĂ€rraschten mich mit ihren Ausmaßen:

Die Natur dieser Insel ist so nah beieinander – der Himmel und die Erde!

Auf meinen Entdeckungsreisen schob ich mich immer wieder durch die steinigsten EngpĂ€sse …

… suchte nach GeheimgĂ€ngen zu eventuell unerschöpflichen HonigvorrĂ€ten …

… und entdeckte mehr oder weniger zufĂ€llig, dass das Rutschen auf glatten BlĂ€ttern einen enormen Spaß macht:

Manche Höhlen, die ich unterwegs gefunden habe, waren so unfassbar groß! So groß, dass ich mich nicht mal hineintraute. Ich hatte schließlich Bedenken, dass ich den Ausgang nicht mehr erreiche – man konnte den vom Eingang aus auch ĂŒbĂ€rhaupt nicht sehen!

Die BĂ€rge um mich herum waren einfach großartig! Diese hĂŒgeligen Landschaften könnten einem Heini-BĂ€rchen echt den Atem rauben, wenn ich denn welchen hĂ€tte …

Die felsigen KĂŒsten am Rande der Insel mit dem unendlichen Ozean waren auch wunderschön! Man konnte dort ganz lange sitzen und dem Wellenspiel stundenlang zusehen:

Auf meinem Weg begegnete ich auch so manchem Ureinwohnern der Insel – sie waren allerdings nicht sonderlich gesprĂ€chig. Nicht schlimm, denn ich Dummerchen hatte sowie so mein Wörterbuch „BĂ€risch-Portugiesisch / Portugiesisch-BĂ€risch“ vergessen …

Wenn meine Tatzen vom vielen Laufen zu mĂŒde waren, erholte ich mich in einem der vielen weichen und leichten Blumenbetten:

Essen habe ich unterwegs immer problemlos gefunden. Zum GlĂŒck sind BĂ€ren ja Allesfresser! Manchmal habe ich sogar einen ganzen Kohlkopf auf meinem Speiseplan gehabt:

Der liegt abÀr ziemlich schwer im Bauch, dagegen war ein Salat vom Feld schon eine wesentlich leichtere Kost:

Rote Beete gab es gelegentlich auch, abĂ€r bis man diese aus der Erde herausgezogen hat,  ist man ja schon fast verhungert!

Als sĂŒĂŸen Abschluss einer Mahlzeit gab es entweder Orangen, direkt vom Baum …

… oder Bananen, die zwar noch grĂŒn aussahen, aber fĂŒr einen BĂ€rengaumen schon ausreichend SĂŒĂŸe besaßen:

Nur Wasser zum Trinken gab es so gut wie gar nicht in der Wildnis zu finden. Manchmal habe ich dann gleich am frĂŒhen Morgen einfach ein paar Tröpfchen auf einer Pflanze abgestaubt:

Das war abĂ€r immer nur ein Tropfen auf der trockenen BĂ€renzunge … andere Versuche, an eine trinkbare FlĂŒssigkeit ranzukommen, waren auch nicht immer erfolgreich. Diese Flaschen hier waren alle leer …

… und die FĂ€sser leider auch:

Ich wollte dann eben mal einen Rat von der waldÀltesten Pflanze holen und kletterte eifrig auf ihren BlÀttern bis zur Mitte:

Die Farne wollen abĂ€r ihr Millionen Jahre altes ÜbĂ€rlebensgeheimnis mit niemanden teilen und schauten lediglich etwas hochnĂ€sig von oben auf mich herab:

Also war ich gerne bĂ€reit, in die Zivilisation zurĂŒckzukehren. Als eines der ersten HĂ€user habe ich gleich eine GaststĂ€tte entdeckt und freute mich schon wie ein Kamel auf eine Oase:

AbĂ€r egal, wie stark ich klopfte und auf die TĂŒrklinke drĂŒckte, die TĂŒr des Restaurants blieb mir verschlossen. Mein Durst, von dieser vergeblichen Hoffnung noch mehr geweckt, war schlimmer als zuvor. In meiner Verzweifelung schaute ich sogar nach, ob ich in der nĂ€chstliegenden Levada etwas frisches Wasser bekommen könnte:

Es sah nicht gut fĂŒr mich aus … außerdem war meine Nase inzwischen schwerer als mein Bauch und ich fiel in den Kanal hinein. Das Klettern auf den rauen, zementierten WĂ€nden war ganz schön kraftraubend:

Hilfe kam buchstÀblich in letzter Sekunde:

Die rettende Hand von meinem Papa war gerade rechtzeitig zur Stelle! Ab da war alles wieder gut. Ich musste auch nicht mehr selbÀr laufen, was ich nach meinen ganzen Abenteuern sehr entspannend fand:

Ich wurde mit einer superleckeren Pastel de Nata und einem stÀrkenden Kaffee verwöhnt:

Auf unseren weiteren, jetzt wieder gemeinsamen Unternehmungen, ließ ich es mir so richtig gut gehen, denn jetzt war ich wirklich bĂ€reit fĂŒr den chilligen Teil des Urlaubs:

Bei unseren AusflĂŒgen achteten wir wie immer aufeinander. Hier passe ich auf meinen Papa auf, der da ganz weit oben, auf der absoluten Spitze vom Pico Grande steht:

Meiner Mama mit ihrer Kamera in der Hand entgeht ja ohnehin nichts, zumindest nichts, was sie unbedingt als Foto haben möchte    zwinker

Bei der RĂŒckkehr nach Dresden hatten meine Eltern mehr Abenteuer durchzustehen als ich (Mama hat ja bĂ€richtet), denn ich bin in der glĂŒcklichen Lage, bei allen FlĂŒgen und An- bzw. Abreisen einfach schlafen zu dĂŒrfen.

So viel zu meiner Madeira-Geschichte. Es dauert ĂŒbrigens gar nicht mehr lange, dann geht es fĂŒr meine Eltern, mich und Stephanie nach Kanada. Vielleicht kann ich dort mal mit eigenen Knopfaugen die echten (!) und großen Schwarz- oder GrizzlybĂ€ren aus sicherer Entfernung sehen? Ich gebe mir dann auf jeden Fall ganz ganz viel MĂŒhe, meinen ReisebĂ€richt so schnell wie möglich zu schreiben – BĂ€renehrenwort!



2019 08.
Apr

Nachdem die letzten Urlaube viel mit Sand, Strand und Badewasser zu tun hatten, war es nun mal wieder an der Zeit, etwas anderes zu planen … zum Beispiel einen Wanderurlaub. Man hat ja schließlich nicht umsonst mal Wanderschuhe fĂŒr viel Geld gekauft    standard

Deshalb fiel die Wahl fĂŒr die Feier unseres 13. Hochzeitstages auf die portugiesische Insel Madeira. Bis jetzt haben alle Freunde und Bekannte, die schon vor uns dort waren, sie als Wanderinsel, aber auch als Blumeninsel beschrieben. Jetzt wollen wir den beiden Beschreibungen hundertprozentig zustimmen – und auch gleich die Beweise dafĂŒr abliefern.

FĂŒr Madeira sprach aus unserer Sicht auch noch der Umstand, dass wir zur Abwechslung mal direkt ab Dresden fliegen konnten und nicht mit Berlin-Tegel, Frankfurt oder Leipzig planen mussten. Leider hat sich dies am Ende nur zur HĂ€lfte als zutreffend erwiesen: Die Fluggesellschaft „Germania“ brachte uns noch ohne Probleme auf die Insel, aber nur drei Tage spĂ€ter hat sie Insolvenz angemeldet und alle FlĂŒge wurden gestrichen. Meistens sind wir Individualreisende, aber diesmal hatten wir glĂŒcklicherweise pauschal im ReisebĂŒro unseres Vertrauens gebucht, so dass wir uns deshalb keine sehr großen Sorgen machten, ob und wie wir in eineinhalb Wochen nach Hause kommen wĂŒrden. Am Ende hat aber Dank TUI doch alles in unserem Sinne funktioniert. UrsprĂŒnglich wollte man uns zwar einen Tag eher, also genau am 14. Februar, nach Leipzig zurĂŒckfliegen, aber unsere Argumente „Hochzeitstag“ und „Candle-Light-Dinner statt Flugzeugessen“ wurden erhört. Wir konnten am Ende dadurch sogar einen zusĂ€tzlichen Urlaubstag auf der Insel und in unserem Hotel ergattern, sind dafĂŒr aber dann eben am Samstag gegen 22:00 in Köln statt in Sachsen oder gar im Osten Deutschlands gelandet. Ich habe mich noch einmal mehr in meinem Leben darĂŒber gefreut, dass mein Mann auch in der Nacht gut und sicher Auto fĂ€hrt    standard     so kamen wir gegen 5:00 morgens heil mit dem Mietwagen in Dresden an.

Auf der Insel stellte er seine FahrkĂŒnste ohnehin an jedem Tag ganz souverĂ€n unter Beweis. Wir hatten zum ersten Mal im Leben einen Fiat 500 als fahrbaren Untersatz fĂŒr unsere kurvenreichen und zum Teil sehr steilen Strecken:

Ich hoffe, dass dieses Foto eine solche Steigung wenigstens ein wenig wiedergibt:

Runter war immer recht easy, aber bergauf musste zum Teil ĂŒber Kilometer hinweg im ersten Gang gefahren werden, da der Motor im zweiten es nicht geschafft hĂ€tte und abgewĂŒrgt wĂ€re. Doch unser kleiner Weißer hat uns zu keiner Zeit im Stich gelassen und war die ZuverlĂ€ssigkeit in Blech!

Die Inselautobahn war grĂ¶ĂŸtenteils sehr gut ausgebaut und durch zahlreiche, breite und moderne Tunnel waren die Hauptwege von einem Ende der Insel bis zum anderen recht kurzweilig – kleine Madeira-Inselkunde: Ost-West-Ausdehnung = ca. 50 km, Nord-SĂŒd ca. 25 km. Wir versuchten aber auch mal öfters ein StĂŒck der alten, ursprĂŒnglichen Straße zu fahren, doch es war gar nicht so einfach, einen freigegebenen Teil zu finden, denn viele Abschnitte wurden wegen des schlechten Zustands aus gutem Grund gesperrt. 

Insbesondere Felsblöcke und Steine wurden eben nicht mehr nicht zeitnah von der Strecke gerĂ€umt und so mancher Wasserfall ergoß sich direkt auf die Straße:

Auf dem Hochplateau Paul da Serra hatten wir auch mal außergewöhnliche Wegbegleiter auf der Straße    standard

Die Insel selber ist vulkanischen Ursprungs und die Hinweise darauf konnte man unterwegs immer wieder entdecken. Hier sieht man man z.B. erstarrte LavasÀulen von unten nach oben verlaufen:

Auch Lavabomben haben wir gefunden:

In den Grotten des Museums in Sao Vicente kann man die höhlenartigen Wege („Tubes“) sehen, durch welche einst Lava ihren Weg nach draußen gesucht hat:

Die Idee, in den natĂŒrlichen Lavapools in Porto Moniz schwimmen zu gehen, mussten wir aufgrund von sehr hohen und starken Wellen schnell verwerfen:

Das Meer war sowohl tosend als auch im ruhigen Zustand an jedem KĂŒstenabschnitt der Insel immer wieder schön anzusehen:

Das Wasser verwöhnte unsere Augen zudem mit verschiedenen Farbspielen …

… und einmal sogar mit einem fantastischen Regenbogen – etwas, was man wĂ€hrend der Wintermonate in Deutschland wohl kaum zu sehen bekommt    zwinker

Das Meer an der Steilklippe Cabo Girao lag uns buchstĂ€blich zu FĂŒĂŸen – Skywalk sei dank    standard

Habe ich eigentlich schon jemals erwĂ€hnt, dass wir sehr große AnhĂ€nger von SonnenuntergĂ€ngen und der damit einhergehenden, tollen FĂ€rbung des Himmels sind? Bestimmt noch nie …    zwinker

Der wohl berĂŒhmteste Mann Madeiras ist Cristiano Ronaldo. Am Flughafen – der im Übrigen seinen Namen trĂ€gt – haben wir eine BĂŒste von ihm gefunden, aber die Ähnlichkeit mit dem echten, berĂŒhmten Fußballer suchen wir immer noch    zwinker

Der anfangs schon erwĂ€hnte Beiname „Blumeninsel“ stimmte definitiv. Unsere Hotelanlage „Quinta Splendida“ verfĂŒgte sogar ĂŒber eigenen Botanischen Garten:

GefĂŒhlt blĂŒhte da mitten im Februar einfach alles!

… sogar mein Mann sieht darin wie das blĂŒhende Leben aus    zwinker

Entlang der Wanderwege sahen wir zahlreich wildwachsende Blumen, die man hierzulande mit ganz viel MĂŒhe und Pflege verwöhnen kann und sie gehen dann doch noch dabei ein – zumindest bislang immer bei mir, trotz meiner ach so fĂŒrsorglichen Pflege    zwinker

Gestatten, die Callas …

… und die Hortensie:

Man hat aber Blumenpracht nicht nur auf bzw. an Wanderwegen und in GĂ€rten gesehen, sie wurden zum Beispiel auch mal fĂŒr die Augen der Besucher als Blumenteppich ĂŒber ein FlĂŒsschen im StĂ€dtchen Santa Cruz ausgebreitet:

Einige Blumenarten sahen so weich aus, dass man der Versuchung, sie zu streicheln, einfach nicht widerstehen konnte    standard

Man musste allerdings dabei aufpassen, dass man nicht eine der schon munter umherbrummenden, fleißigen Bienchen bei ihrer Arbeit störte:

Die Tierwelt auf Madeira war aber stets entspannt und Eidechsen wie diese genossen quasi an jeder Ecke die wĂ€rmenden Sonnenstrahlen …

… beobachteten vorbeilaufende Wanderer immerzu mit einem wachsamen Auge …

… und einige nahmen sogar das Angebot einer einheimischen, natĂŒrlichen SĂŒĂŸspeise dankbar an:

Ich hĂ€tte bestimmt noch stundenlang dabeisitzen und dem kleinen Kumpel zuzusehen können, wie er das Innere der Bananenschale weggefuttert hat, aber mein Mann wollte weiterwandern und so habe ich den Nachtisch der kleinen Eidechse mitgenommen – sie hĂ€tte es ganz sicher nicht geschafft, diese noch im frischen Zustand ganz aufzuessen    standard

Andere Tierchen kamen ebenfalls auf mich zu, um etwas Leckeres aus meiner Hand zu bekommen – Kekse gehen einfach immer!

Danach haben wir ein kleines PlauderstĂŒndchen eingelegt, bevor sich unsere Wege wieder getrennt haben:

Wir haben auch selber sehr gut gegessen und dabei immer etwas Neues entdecken können. Eine fĂŒr mich ganz neue Frucht war die Anona, die man in Deutsch auch Zuckerapfel genannt wird:

Wir beide sind sehr schnell auf den Geschmack dieser kleinen GebĂ€ckteilchen mit dem Namen „Pastel de Nata“ gekommen und haben wĂ€hrend des Urlaubs jeden, aber wirklich jeden (!) Tag mindestens eines davon gegessen    standard

Die beiden GetrĂ€nke Coral (Bier) und Brisa (Limonade) sind ĂŒbrigens auch sehr typisch fĂŒr diese Insel. Aber welches GetrĂ€nk verbindet man aber noch viel eher mit Madeira? NatĂŒrlich den Madeira-Wein:

Aus dem Reich der Fische mĂŒssen wir natĂŒrlich den Schwarzen Degenfisch, auf portugiesisch Espada, erwĂ€hnen. Den habe ich sowohl in den Markthallen in Funchal, der Hauptstadt von Madeira …

… als auch auf meinem Teller gesehen. Im zweiten Fall auch natĂŒrlich gegessen:

Selbstredend haben wir bei dem vielfĂ€ltigen Angebot an diversen MeeresfrĂŒchten so oft wir konnten beherzt zugegriffen … ob als Oktopus, Calamari, Muscheln oder Napfschnecken:

FĂŒr uns gab es die besten Steaks der Insel in unserem Örtchen Canico, in dem kleinen Restaurant „Laranjinha“ :

Dass sie weich und auf den Punkt genau so gegrillt waren, wie wir sie bestellt haben (Well-done fĂŒr Carsten & Medium fĂŒr mich), hat nicht nur beim ersten Besuch geklappt – der Grillmeister beherrschte die Kunst der Zubereitung hervorragend. Ja, wir waren dort mehr als nur einmal und es hat jedesmal oberlecker geschmeckt! Wir fĂŒhlten uns in diesem Lokal sogar so wohl, dass wir zwischenzeitlich beschlossen haben, auch unseren 13. Hochzeitstag (der eigentliche Anlass unserer Reisen im Februar) dort zu feiern.

Am 14. Februar nahem wir zuerst das Angebot unseres Hotels wahr:

Wir ließen uns mal ordentlich durchkneten, doch leider lagen wir nicht so nah beieinander, wie auf dem Werbebild. Anschließend verbrachten wir einige Stunden im Spa-Bereich der Anlage. Allerdings waren wir ĂŒber dessen GrĂ¶ĂŸe sehr ĂŒberrascht, denn im Vergleich zur imposanten Ausdehnung des Hotels fiel der Wellness-Bereich wirklich sehr klein aus. Zudem war dieser trotz des Valentinstages nicht sonderlich gut besucht, was vermutlich aber auch daran lag, dass man selbst als Hotelgast einen eigenen Obolus zu entrichten hatte, selbst wenn man nur ein bisschen schwimmen wollte und nicht mal Whirlpool, Sauna, Dampfbad oder Trainingsraum nutzen wĂŒrde.

Hier mal ein Bild der gesamten Hotelanlage inklusive aller Unterbringungsmöglichkeiten und der enormen Gartenanlage – alles, was man innerhalb des GebĂ€uderinges in der Mitte sieht plus des oberen WĂ€ldchens:

Egal ob alleine oder nicht, wir besuchten beide DampfbĂ€der, kĂŒhlten unsere GemĂŒter anschließend im KĂ€ltebecken und enspannten uns im Whirlpool – wir haben gefĂŒhlt nichts ausgelassen    standard

Unser Candle-Light-Dinner gab es dann wie geplant im „Laranjinha“ – es war ein toller Abend mit einem ausgezeichneten 3-GĂ€nge-MenĂŒ!

Das war aus meiner Sicht ein Ă€ußerst toller Start in unser 14-tes Ehejahr     standard

Über die auf Madeira gewonnen Wandererfahrungen schreibe ich mal in einem Extrabeitrag, denn dieser RĂŒckblick ist ohnehin schon viel zu lang geworden    zwinker



2018 11.
Nov

Unsere nĂ€chste Insel ist Kauai und wer „Lilo & Stitch“ (eines unserer Familienfilme) sehr aufmerksam angeschaut hat, weiß, dass es genau die Insel ist, auf welcher der kleine Außerirdische per Zufall landete. Nun landeten auch wir trotz der Wetterkapriolen des inzwischen auf einen tropischen Sturm herabgestuften Hurrikan Lane ebenfalls hier.

Kauai wird „Garden Island“ genannt und dies ist absolut gerechtfertigt, denn dort geht es der Pflanzenwelt wirklich gut – an Feuchtigkeit mangelt es jedenfalls nicht. Da diese aber eben vor TĂŒren und Fenstern nicht Halt macht, sind solche Bedingungen aber leider auch Ă€ußerst feindselig fĂŒr BĂŒcher, Fotos und Holzprodukte. Deshalb gibt es hier neben Klimaanlagen eben auch etwas im Großformat fĂŒr den Kleiderschrank, was wir in Deutschland oft nur beim Neukauf von elektronischen GerĂ€ten in kleinen SĂ€ckchen finden und eigentlich sogleich wegwerfen … bei uns nennt man es Silicagel. Ohne solche Luftentfeuchter wĂ€ren frische Klamotten im Regal grundsĂ€tzlich klamm und muffig. Hier mal in Großaufnahme ein solcher Beutel mit nur noch wenig Kristallgel (unten) und schon viel eingefangenem Wasser:

WĂ€hrend unserer Urlaubswoche haben wir eben auch gelernt, wie es sich anfĂŒhlt, wenn es den ganzen Tag einen tropischer Regen gibt und wie stark dann neben des krĂ€ftigen Windes auch die zahlreiche Regentropfen auf den breiten BlĂ€ttern von Bananen, Papaya und anderen tropischen GewĂ€chsen herabtrommeln.

Zudem haben wir jeden Tag sehen können, wie sich aufgrund der tÀglichen RegenfÀlle die Opakeaa-WasserfÀlle verÀndert haben.

Leider hat das Wetter unsere in Deutschland vorbereiteten PlÀne zum Wandern, Baden und Schnorcheln total zunichte gemacht.

Besonders deshalb ist Kauai fĂŒr uns die entspannteste aller Inseln auf unserer Reise geworden. Wir haben sogar Zeit gefunden, uns beim US- Netflix die ersten Folgen von „Hawaii-5-0“ anzusehen und hatten zudem beim Schwatzen ĂŒber dies und jenes mit unserer B&B-Gastfamilie ganz viel Spaß. Schließlich nahm der Regen am Ende natĂŒrlich auch erheblichen Einfluss auf den allgemeinen Tagesablauf von Darcy, Tim und ihren drei Kindern plus zwei Minidackeln – vieles wurde abgesagt und kurzerhand ins Haus verlegt.

Diese westlichste der großen Hawaii-Inseln und hat lediglich knapp 66.000 Einwohner. An der Lage ist zudem zu erkennen, dass sie geologisch betrachtet auch die Älteste ist. WĂ€hrend unseres Aufenthaltes haben wir das natĂŒrlich genauer erklĂ€rt bekommen: die letzte Insel im Osten ist Big Island (stellen wir in Wort und Bild im dritten Teil des Reiseberichts genauer vor) und sie ist aus vulkanischer Sicht das Epizentrum, da nur hier noch Austritt von Lava und Magma stattfindet. Die gesamte Inselgruppe Hawaiis inklusive der unzĂ€hligen Atolle driftet zudem kontinuierlich gen Westen. VerlĂ€sst eine Landmasse so also den unterirdischen „Überlauf“ und hat genĂŒgend Zeit sich zu entfernen, entsteht dadurch wiederum eine eigenstĂ€ndige Insel – von Ost nach West, also von Heute in die Vergangenheit, formierten sich demzufolge Big Island (vulkanisch als einziges noch aktiv), Maui (plus Kaholawe, Lanai & Molokai), Oahu und Kauai (plus Puuwai). Wind, Wasser und Wetter nagen allerdings seit Jahrmillionen kontinuierlich an dem, was sich ĂŒber der WasseroberflĂ€che befindet und deshalb ist alles westlich von Kauai nicht mehr als Insel zu erkennen, sondern nur noch als Atoll. Dieses Bild von Google-Earth zeigt es noch einmal sehr anschaulich:

Genug der Lehrstunde, zurĂŒck zu unseren persönlichen EindrĂŒcken. Ein Wahrzeichen von Kauai sind zweifelsohne die zahlreich auf der Insel vorkommenden HĂŒhner und schon bei unserer Ankunft haben wir sie nahezu auf jeder Straße gesehen. Ich dachte zuerst, es wĂ€re ein wenig wie in der Ukraine: TagsĂŒber sind die HĂŒhner allein unterwegs und abends kommen sie wieder zurĂŒck nach Hause. Aber dann haben wir von Tim gelernt, dass sie wirklich freilebend bzw. wild sind. Ihre Vorfahren wurden einst auf der Insel fĂŒr illegale aber sehr beliebte HahnenkĂ€mpfe gezĂŒchtet, doch 1992 fegte Hurrikan Iniki ĂŒber das Land. Dabei gingen die meisten Stallungen kaputt, sodass die HĂŒhner in eine ungewohnte Freiheit entlassen wurden, die sie anscheinend bis heute sichtlich genießen. Da sie sich von allem möglichen Zeugs auf den Straßen ernĂ€hren, was sich natĂŒrlich letztendlich auch auf ihren Fleischgeschmack auswirkt, und sie auch sonst wohl sehr zĂ€h sind, lohnt es sich nicht, diese als Mahlzeit zu betrachten. Tims vorgeschlagenes Kochrezept fĂŒr das hiesige Federvieh: In einem Topf stellt man ein Huhn zum Kochen auf den Herd und in einem anderen Topf zehn Lavasteine. Wenn die Lavasteine dann mal weich geworden sind, ist auch das Huhn fertig    standard

Jetzt ein paar Impressionen von dem, was wir sonst noch so auf der Insel entdeckt haben.

Regenbogen-EukalyptusbĂ€ume haben zwar keine Regenbogenfarben a la Einhörner zu bieten, die mehrfarbige Rinde ist aber auch mit Grau-Braun-Orange-GrĂŒn-Beige ein herrlicher und beeindruckender Anblick!

Die Landschaft im Waimea Canyon hat bei uns sofort Erinnerungen an unseren Ausflug in das Outback von Australien erinnert: rote Erde und blauer Himmel.

Dazu gab es Berge und TĂ€ler in der Ferne, soweit das Auge reicht.

Im Kokee State Park haben wir laut Schild eines der nassesten Aussichtspunkte der Erde erreicht. Ich fĂŒr meinen Teil kann diese Stelle nun als den absoluten Gewinner meiner persönlichen NĂ€ssehighlights fĂŒhren, denn die Luft war mit Wasser durchtrĂ€nkt, es tropfte kontinuierlich vom Himmel und als Aussicht hat man nur eine dichte Hexensuppe genießen können.

Wir haben natĂŒrlich auch das kleine StĂ€dtchen Hanapepe besucht, welche die Macher von „Lilo & Stich“ inspirierte. Leider waren die LĂ€den im Zentrum alle geschlossen und wegen der Überschwemmungsgefahr mit SandsĂ€cken abgedichtet bzw. wegen des vermuteten Hurrikans grĂ¶ĂŸtenteils noch verbarrikadiert.

Im Dauerregen haben wir allerdings noch die LĂ€den eines anderen auf der Insel bekannten StĂ€dtchen besuchen können, bevor es dann am nĂ€chsten Tag vollkommen ĂŒberschwemmt und aufgrund eines BrĂŒckenschadens komplett von der Außenwelt abgeschnitten wurde.

Wir kauften in Hanalei noch ohne Probleme das eine oder andere SchmuckstĂŒck ein und nur 24 Stunden spĂ€ter stand das von den Bergen kommende und schlammgeschwĂ€ngerte Wasser bis zu den DĂ€chern der einstöckigen HolzhĂ€user. So haben wir das zumindest in den Nachrichten gesehen, denn wie geschrieben, die Zufahrtsstraßen waren fortan fĂŒr jeglichen Verkehr gesperrt:

Eine absolute Überraschung fĂŒr mich war es, hier die spĂ€rlichen Überreste eines russischen (!) Forts Elisabeth aus dem Jahre 1815 zu entdecken.

Damals gab es hier eine russisch-amerikanische Kompanie, welche sich um die Sicherheit der Schiffe beider Staaten kĂŒmmerte, die auf dem Pazifischen Ozean zwischen dem amerikanischen Nordwesten und Asien unterwegs waren. Die zu der Zeit noch nicht der USA angehörigen Hawaiianer haben das allerdings nicht fĂŒr sehr gut befunden und die Russen bereits 1817 aufgefordert, die Insel wieder zu verlassen. Diese Stelle liegt ĂŒbrigens auch an der EinmĂŒndung des Flusses Waimea, wo Captain James Cook 1778 mit seinem Schiff anlegte.

Wir haben trotz Regen natĂŒrlich immer wieder die Chance genutzt, um rauszugehen bzw. zu fahren – allein auf der 60*45 km großen Insel Kauai legten wir in 6 Tagen insgesamt 617 km zurĂŒck. Wir guckten den Surfern bei ihren Ausritten zu …

… gingen am Strand spazieren…

… unternahmen z.B. eine kleine Wanderung zur Makauwahi Cave …

… und entdeckten dabei eine alte, verlassene Zuckerfabrik. Wie schnell doch unter den hier vorherrschenden klimatischen Bedingungen die Natur wieder GebĂ€ude und zurĂŒckgelassene Maschinen aller Art fĂŒr sich zurĂŒckgewinnen kann:

Wir haben auch hier recht schnell gelernt, dass der Begriff „Fish Market“ keine große Markthalle mit frisch gefangenem Fischen bedeuten muss. In Koloa ist ein Laden mit solchem Namen winzig klein (vergleichbar mit einem Tante Emma-Laden oder Schnellimbiss), aber das dort verkaufte Poke schmeckt einfach großartig.

Apropos Essen. Ich habe jeden Morgen zum FrĂŒhstĂŒck frisches Obst und rosafarbenes Guava Bread mit diversen Fruchtaufstrichen gegessen. Das Brot schmeckte zwar nicht so sehr nach der mir bekannten Frucht, aber die Farbe war einfach genial! Dank der von Darcy und Keahna, die Ă€lteste Tochter der Familie, jeden Tag hervorragend vorbereiteten Obstplatten bin ich zudem schnell auf den Geschmack der einheimischen FrĂŒchte gekommen, wie z.B. Ananas, Papaya, Mango und dortigen kleinen Bananen. Die Papaya hat Darcy direkt vom Baum hinter ihrem Haus geerntet – frischer konnte es also nicht sein!

Ich habe auf Kauai auch wieder mal ein Hawaiian Shave Ice probiert. Diese, auf den Hawaii-Inseln und mittlerweile sogar schon in den USA sehr verbreitete LeckspezialitĂ€t, ist eigentlich nur ein ganz normales Wassereis, welches dann je nach Wunsch mit diversen Sirups durchtrĂ€nkt wird. Der Name kommt daher, dass man in eine Shave-Maschine einen gewöhnlichen Eisblock einlegt und durch Drehen des gesamten Blocks um die eigene Achse wird an einem Messer das Eis fĂŒr den Becher abrasiert:

Die kurze Woche war schneller vorbei als wir dachten und da stand auch schon der Flug auf die nĂ€chste Insel an – diesmal sogar ganz und gar ohne Sturm und ZwischenfĂ€lle.



2018 21.
Okt

Oahu war die erste Hawaii-Insel, welche wir wĂ€hrend unseres vierwöchigen Urlaubs erkundeten. Hier haben wir also auch sehr viele, bis dato fĂŒr uns völlig unbekannte Sachen erleben dĂŒrfen: (richtig große) Schildkröten im Meer …

… ein unfreiwilliges Kennenlernen des spitzenmĂ€ĂŸig ausgeklĂŒgelten Hurrikanwarnsystems auf Hawaii, das megaleckere rohe-Fisch-Gericht Poke-Bowl …

… (schmeckt am besten mit dieser Thunfischart) …

… unsere ungeschickten Versuche, mit einem Boogie-Board gegen kleine fiese Wellen anzukĂ€mpfen …

… und natĂŒrlich die ersten, postkarten- und bilderbuchreifen StrĂ€nde Hawaiis …

Ja, die StrĂ€nde auf Hawaii sind definitiv immer eine ErwĂ€hnung wert. Was mich an diesen nĂ€mlich sehr beeindruckt hat, ist der in der der Regel per Gesetz vorgeschriebene, kostenlose Zugang zu diesen. Damit kann kein noch so großes Ressort, wie z.B. in der TĂŒrkei oder in Spanien, ganze Strandabschnitte fĂŒr sich beanspruchen, sondern muss auch NichtgĂ€sten einen sogenannten „public access“ garantieren – selbst, wenn dafĂŒr am Ende HotelgelĂ€nde und Lobbys von jedermann befahren bzw. durchlaufen werden muss. Lediglich das vom Staat Hawaii bewirtschaftete Naturreservat Hanauma-Bay verlangte Eintrittsgeld von uns, dafĂŒr hat man allerdings auch eine Infrastruktur aufgebaut, welche die BedĂŒrfnisse der unzĂ€hligen, ĂŒberwiegend japanischen Touristen abdeckt.

Vor der ersten BerĂŒhrung mit dem Wasser gibt es sogar extra einen EinfĂŒhrungsfilm ĂŒber die Benimmregeln, Gefahren und andere wichtigen Hinweise. Damit war es der fĂŒr uns einzige Schnorchelspot auf der gesamten Reise, wo man vor dem Gang vom Parkplatz zum Strand noch zuerst in ein kleines Kino gefĂŒhrt wird, damit man am Ende weiß, dass man keine Meeresbewohner anfassen darf oder dass ein Riff und das offene Meer samt Strömung immer eine Gefahr darstellen können. Im GesamtresĂŒmee der Reise muss ich aber sagen, dass es fĂŒr mich persönlich weder der schönste Strand noch das schönste Schnorchelerlebnis war – viel zu ĂŒberfĂŒllt und bzgl. der geringen Wassertiefe leider recht schnorchelunfreundlich.

Aber genau dort haben wir zum ersten Mal Mungos in Aktion gesehen und verstehen nun, warum sie bei den Hawaiianern nicht sonderlich beliebt sind. Zum einem sind sie fĂŒr die am Boden nistenden Seevögel ganz gefĂ€hrliche NestrĂ€uber …

… zum anderen machen sie bei ihren RaubzĂŒgen nicht einmal an menschlichen Dingen Halt, wie z.B. an einem nicht sonderlich gut verschlossenen und mit Essen gefĂŒllten Rucksack, der vor unseren Augen in gerade mal 3 bis 4 Metern Entfernung stand und rotzfrech von den geschickten und flinken Tierchen „geplĂŒndert“ wurde.

Diese Mangustenart stammt eigentlich aus SĂŒdostasien (na, bei wem klingelt es, wenn ich „Rikki-Tikki-Tavi“ schreibe?), welche man vor langer Zeit mal zur RattenbekĂ€mpfung auf die Inseln gebracht hat, wo sie sich danach aber zu einer sogenannten invasiven Spezies entwickelte, die insbesondere einheimische Arten gefĂ€hrdet und hier selbst eigentlich keinerlei Fressfeinde hat.

Bleiben wir doch gleich mal bei den Tieren. Wir bereits erwĂ€hnt, haben wir auf Oahu unsere ersten GrĂŒnen Meeresschildkröten (im Allgemeinen auch unter dem Namen „Suppenschildkröte“ bekannt) gesehen: mal bei unseren SchnorchelgĂ€ngen grasend an den Klippen …

… oder auch im warmen Sand des Strandes ruhend.

Ist schon sehr beeindruckend, dass sie sich von uns Menschen ĂŒberhaupt nicht stören lassen – wenn man sie natĂŒrlich in Ruhe lĂ€sst. Auf Hawaii gibt es deshalb fĂŒr alle die klare Ansage, dass man zu einer am Strand liegenden Schildkröte einen Abstand von mindestens 3 m zu halten hat und wer eine Schildkröte anfasst, kann sogar mit einer Strafe von bis zu 25.000 Dollar rechnen.

Dass wir beim Schnorcheln jede Menge bunter Fische und natĂŒrlich auch den hawaiianischen Staatsfisch Humuhumu-nukunuku-apua’a (ein DrĂŒckerfisch mit einem Maul wie ein Schwein) gesehen haben, versteht sich bei der exquisiten Pazifiklage ca. 4.000 km von jeglichem Festland entfernt und den unzĂ€hligen Korallenriffen fast von selbst. GlĂŒcklicherweise darf man das unaussprechliche Kerlchen auch einfach Humu nennen, denn ich verhaspele mich irgendwie immer bei der Nennung seines vollen Namens.

Nach unseren ausgiebigen Badeeinheiten in salzigen GewĂ€ssern planten wir auch mal eine Erfrischung in einem recht bekannten, weit im Regenwald befindlichen Wasserfall. Die Wegbeschreibung versprach „eine kleine Wanderung von ca. einer halben Stunde“ – bei uns wurden daraus anderthalb Stunden … in nur eine Richtung! Denn nach einigen RegengĂŒssen an den Tagen zuvor und wahrscheinlich auch wegen des hohen Bekanntheitsgrades haben sich die aufgeweichten, lehmigen, mit Wurzeln durchzogenen Wege im tropischen Wald zu regelrechten Stolperfallen und einem rutschig, nassen Hindernisparcours gewandelt …

… und dazu mussten wir an drei Stellen noch einen kleinen Fluss ohne BrĂŒcken ĂŒberqueren, indem man von Stein zu Stein balancierte.

Als wir dann endlich am Wasserfall ankamen, hat mich die Vorstellung, anschließend auch wieder die gleiche Strecke mit nassen Sachen zurĂŒcklegen zu mĂŒssen, doch irgendwie vom Baden abgehalten. Carsten blieb wie immer hart im Nehmen und gesellte sich zu ein paar jungen Leuten, welche uns unterwegs ĂŒberholt hatten und schon vor Ort im Wasser waren.

Bei all den Verzögerungen auf dem Wanderweg blieb uns allerdings nicht mehr sehr viel Zeit zum Verweilen im Wasser, da ein Sonnenuntergang auf Hawaii ziemlich genau zwischen 18:00 und 18:30 Uhr beginnt und es danach recht schnell stockdunkel wird – die Zeit um 21:00 Uhr nennen die Einheimischen deswegen auch gerne mal Hawaiianische Mitternacht. Trotz der langsameren Geschwindigkeit auf den tĂŒckischen Wegen sind wir zwar etwas verdreckter als gedacht, aber dennoch glĂŒcklich im Hellen wieder an unserem Auto angekommen. Im Dunkeln hĂ€tten wir uns sicherlich die Haxen gebrochen oder wĂ€ren erst nach Stunden zurĂŒckgekehrt. Das Baden kam diesmal sicherlich zu kurz, aber dafĂŒr war der Indianer Jones-Abenteuerfaktor umso höher    standard

Oahu war bei unserer Urlaubstour die einzige Insel mit einer richtigen Großstadt: Honolulu, die Hauptstadt von Hawaii.

Bei unserem dortigen Tagesausflug waren wir u.a. auf dem Aloha-Tower, wo man erstaunlicherweise ohne jegliches Eintrittsgeld mit einem historischen Aufzug ganz nach oben fahren und den tollen Rundumblick ĂŒber die StrĂ€nde und das Hafengebiet bekommen konnte.

Die aus der Serie „Hawaii Five-O“ als Einblendung fĂŒr das Hauptquartier recht bekannte Statue von King Kamehameha ließen wir ebenfalls nicht aus. Wir hatten zwar bis dahin noch keine einzige Folge der Serie geguckt, aber dank Carstens Zappen erkannten wir das markante StĂŒck Stadtgeschichte trotzdem.

Den ganztĂ€gigen Stadtausflug begannen wir morgens mit einem Aufstieg auf den ehemaligen Vulkankrater Diamond Head, von dem man einen tollen Überblick ĂŒber die ganze Stadt hat und der eigentlich von fast ĂŒberall in Honolulu zu sehen ist. Und zum GlĂŒck waren wir auch schon sehr frĂŒh dort oben, denn so erwischten wir ohne Probleme noch innerhalb des Kraters einen guten Parkplatz, hatten beim Aufstieg nicht so viele Japaner und andere Touristen um uns herum …

… und auf den insgesamt drei Aussichtsplattformen konnten wir uns noch ohne großes GedrĂ€nge frei bewegen und mehr als eine Stunde lang die Blicke in alle Himmelsrichtungen schweifen lassen.

Als wir dann aber von oben zurĂŒck zum Wagen liefen, stapften uns Menschenmassen, grĂ¶ĂŸtenteils eben aus dem Land der aufgehenden Sonne, wie eine nicht enden wollende Ameisenstraße entgegen und der innere Parkplatz war schon wegen ÜberfĂŒllung geschlossen – alles richtig gemacht. Insgesamt hat Honolulu auf uns einen sehr japanisch beeinflussten Eindruck gemacht, denn es gab sogar extra Haltestellen und Pendelbusse zwischen den großen Hotelkomplexen, die komplett nur in japanischen Schriftzeichen gehalten waren … eine völlig eigene Infrastruktur im einstigen Kriegsgegnerland.

Liegt es eigentlich an Pearl Harbor, dass eben so viele Japaner auf Oahu Urlaub machen oder ist es doch nur die NĂ€he zwischen diesen beiden Inseln? Apropos Pearl Harbor: dieses Muss der heroischen Geschichte Amerikas haben wir uns gespart – zu teuer, zu wenig zu sehen und fĂŒr uns beide einfach viel zu patriotisch. DafĂŒr war ein Besuch des weltberĂŒhmten Waikiki-Strandabschnitts fĂŒr uns obligatorisch. Aber trotz seiner BerĂŒhmtheit ist dies absolut nicht der einzige tolle Strand der Stadt und wir haben vom Ala Moana Beach im Westen ĂŒber Magic Island Lagoon, Kahanamoku Beach bis zum Waikiki Beach und Kuhio Beach im Osten mehr als zweieinhalb Stunden gebraucht, um die gesamte Strecke mit flottem Schritt immer entlang der Wasserkante abzulaufen.

Zur Belohnung gab es am Übergang zwischen Waikiki und Kuhio noch einen mĂ€rchenhaften Sonnenuntergang und eine typisch hawaiianische Performance mit Einblicken in die Kultur, die TĂ€nze und die Gewohnheiten.

Die von mir ganz zur Anfang erwĂ€hnte Hurrikanwarnung hat uns zum Ende unserer Woche auf Oahu  ziemlich kalt erwischt. Wir kaufen inzwischen immer fĂŒr USA-Reisen entsprechende SIM-Karten und das lokale Warnsystem funktioniert auf dem Handy zum einen mittels SMS und vorinstallierter Notfall-App und zum anderen werden Updates auch nach einem sehr eindringlichen Warnton im Autoradio ĂŒbertragen.

Dadurch und die Berichterstattung im Fernsehen waren wir und alle anderen auf den Inseln ĂŒber den herannahenden Hurrikan Lane immer gut informiert – wenn nicht sogar verrĂŒckt bzw. kirre gemacht worden. Neben HamsterkĂ€ufen, leeren Tankstellen und Hausverbarrikadieren wurden wir zudem immer wieder mit dem Gedanken an abgesagte FlĂŒgen erinnert. Lane sollte am Freitag auf Oahu treffen und ausgerechnet an dem Tag fand eben auch unser erstes Inselhopping nach Kauai statt. Am Ende hatten wir unverschĂ€mtes GlĂŒck und kurz vor dem Abflug wurde der Hurrikan Stufe 5 auf einen tropischen Sturm herabgestuft, sodass die „Rednecks“ von Hawaiian Airlines wohl gar nicht erst ĂŒber Flugstreichungen nachgedacht haben – mit American Airline hĂ€tten wir an dem Tag sehr viel mehr Pech gehabt.

Die Berichterstattung zeigte jedenfalls Wirkung und so haben wir es sogar nicht einmal mehr geschafft, unseren Mietwagen, einen Jeep Wrangler Sahara, …

… wie ĂŒblich voll aufgetankt abzugeben, da alle auf dem Weg befindlichen Tankstellen leergepumpt und geschlossen waren. Der Flug selber verlief aber ganz problemlos und wir landeten wohlbehalten auf Kauai, dem zweiten Teil unseres Hawaii-Urlaubs. Was wir dort gesehen und erlebt haben, davon werde ich in einem spĂ€teren Blogeintrag in Wort und Bild berichten.



2018 17.
Sep

Gestern war er vorbei, unser vierwöchiger Urlaub auf Hawai’i. Eigentlich ist mit diesem Satz schon alles gesagt … einerseits „wir sind wieder da“ und gleichzeitig „ein Urlaubstraum wurde wahr“   standard

In den vergangenen 30 Tagen haben wir unglaublich vieles erlebt. Wir haben diese vier hawaiischen Inseln besucht: Oahu, Kauai, Big Island und Maui – jede ist anders und hat ihre Besonderheit:

– OAHU ist die pulsierendste Insel mit der Hauptstadt Honolulu und einer ĂŒberwĂ€ltigenden Anzahl japanischer Touristen.

– KAUAI trĂ€gt ganz zu Recht den Beinamen „Garden Island“, denn sie ist in unseren Augen die grĂŒnste von allen … gleichzeitig ist sie erdgeschichtlich auch die Ă€lteste.

– BIG ISLAND ist dagegen eine ganz junge und immer noch wachsende Vulkaninsel, denn hier arbeitet die Göttin Pele eifrig daran, die InselflĂ€che durch stetige LavaflĂŒsse weiter zu vergrĂ¶ĂŸern.

– MAUI ist die touristischste von allen, aber die SonnenuntergĂ€nge auf den SandstrĂ€nden sind auch perfekt dafĂŒr geeignet.

Wir haben diesmal ĂŒberwiegend in B&Bs ĂŒbernachtet und bleiben mit einigen unserer „Herbergseltern“ sicherlich auch ĂŒber den Urlaub hinaus weiterhin im Kontakt. Insgesamt haben wir sehr viele interessante und liebenswĂŒrdige Menschen auf den Inseln getroffen. Auch die Tierwelt hat sich uns ebenfalls von ihrer besten Seite gezeigt.

Nur ein paar Beispiele: So viele Schildkröten haben wir gar nicht erwartet, aber wir sahen sie sowohl beim Schnorcheln als auch bei unseren zahlreichen StrandspaziergÀngen immer wieder mal in der Ferne und aus nÀchster NÀhe:

Wir fĂŒhlen uns ein wenig geehrt, dass wir einen von derzeit lediglich 1300 möglichen Hawaii-Mönchsrobben bei ihrem Landgang beobachten durften:

Das melodische Quaken (siehe Tabelle „Frog calls online“) von Coqui-Fröschen war unser allabendliches Schlaflied auf Big Island … fast 100 Dezibel bei solch einer GrĂ¶ĂŸe:

Auch das war völlig neu fĂŒr uns: Wir haben den Hurrikan Lane ĂŒberstanden und nebenbei eine Vorstellung davon bekommen, wie das Warnsystem auf Handys und via Radio auf diesen Inseln funktioniert.

Unsere Geschmacksnerven wurden in den vier Wochen allerhand neuen EindrĂŒcke ausgesetzt. Ich werde „Poke“, einen Fischsalat aus rohem Fisch, sehr vermissen und Carsten dĂŒrfte „Loco Moco“, einem Gericht aus Reis, einer flachen Frikadelle, einem gebratenen Ei und einer braunen Bratensauce, sicherlich etwas nachtrauern. Aber letzteres lĂ€ĂŸt sich bestimmt leichter nachkochen, als alleine schon die Zutaten fĂŒr ein ordentliches Poke (rohen Ahi, Thunfisch oder Lachs plus diverser, lokaler GewĂŒrzmischungen) zu bekommen    standard
Ich habe außerdem die VorzĂŒge einer Weißen Ananas sehr zu schĂ€tzen gelernt … die ist viel sĂŒĂŸer und enthĂ€lt kaum SĂ€ure. NatĂŒrlich aber auch von all dem anderen Obst, welches fĂŒr uns exotisch ist und dort vor dem FrĂŒhstĂŒck recht schnell mal kurz im Garten gepflĂŒckt werden kann.

Wir haben viel geschnorchelt, viel gebadet und waren auf der Spitze des höchsten Berges im ganzen Pazifikraum (Mauna Kea mit 4.205 m), um dort erst einen fabelhaften Sonnenuntergang ĂŒber den Wolken zu sehen und danach einen Himmel voller Sterne zu bewundern. Wir konnten jede Menge klassisch schöne, weiße SandstrĂ€nde sehen, waren aber auch auf StrĂ€nden mit schwarzem, grĂŒnem und rotem Sand.

Wir haben insgesamt ĂŒber 10.000 Bilder gemacht, die nun allerdings noch gesichtet und ausgedĂŒnnt werden. Die Digitalfotografie erlaubt es zum GlĂŒck bzw. leider, von einer Sache immer schnell mal ein paar Bilder mehr zu machen, um danach das Beste von allen auszusuchen – und genau den letzten Schritt das mĂŒssen wir noch durchfĂŒhren    standard

Danach teilen wir auch in gewohnter Art und Weise gern unsere Fotosammlung mit euch, denn ich kann mir vorstellen, dass das Interesse daran groß sein dĂŒrfte    zwinker