{"id":1266,"date":"2013-05-13T22:28:11","date_gmt":"2013-05-13T20:28:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.marvinchen.de\/olgas_welt\/blog\/?p=1266"},"modified":"2013-05-13T22:28:11","modified_gmt":"2013-05-13T20:28:11","slug":"ein-besuch-bei-den-nachbarn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.marvinchen.de\/olgas_welt\/blog\/2013\/05\/ein-besuch-bei-den-nachbarn\/","title":{"rendered":"Ein Besuch bei den Nachbarn"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe schon gedacht, dass ich diesen Besuch abblasen muss, denn es ging mir einige Tage zuvor nicht sonderlich gut. Aber gl\u00fccklicherweise besserte sich mein Zustand, so dass Carsten und ich am Donnerstag\u00a0bzw. M\u00e4nnertag\u00a0unsere Siebensachen ins Auto geworfen haben und zu unseren Freunden Kasia und Rafal nach Breslau gefahren sind. Wir haben sie und ihr T\u00f6chter vor ziemlich genau einem Jahr \u00fcber Couchsurfing kennengelernt. Breslau war schon seit Langem eine Stadt, welche ich unbedingt sehen wollte. Au\u00dferdem ist Kasia genauso an europ\u00e4ischen Geschichte der 30er &amp; 40er- Jahre des\u00a020. Jahrhunderts interessiert und\u00a0darum beschlossen wir schon damals, dass wir mal gemeinsam\u00a0zu den\u00a0KZs\u00a0Buchenwald\u00a0und Auschwitz fahren sollten. Da die Stadt Auschwitz\u00a0zudem in der N\u00e4he von Krakau liegt, bot es sich f\u00f6rmlich an, diese historische und f\u00fcr Polen ebenfalls sehr bedeutende Stadt wenigstens mal kurz pers\u00f6nlich kennen zu lernen.<\/p>\n<p>Breslau &#8211; die Polen\u00a0nennen es\u00a0Wroc\u0142aw &#8211; ist eine ganz bezaubernde Stadt! Vom Lebensgef\u00fchl erinnerte sie mich sehr stark an Santiago de Compostela, denn auch hier wird Altes und Neues perfekt ausbalanciert. Wir haben im wahrsten Sinne des Wortes fr\u00f6hliches Jugendleben (Studenfestival &#8222;Juwenalia&#8220;) mitbekommen und\u00a0konnten sowohl unz\u00e4hlige Kirchen als auch andere historische Ecken und Geb\u00e4ude, z.B.\u00a0die Uni, besuchen. Au\u00dferdem habe ich etliche Zloty f\u00fcr polnische DVDs ausgegeben &#8211; ich freue mich schon auf den n\u00e4chsten verregneten und terminfreien Sonntag \u00a0\u00a0\u00a0 \ud83d\ude00<br \/>\nWitzigerweise\u00a0gibt es \u00fcberall in dieser Stadt\u00a0verteilt 95\u00a0Bronzezwerge (polnisch: krasnale) und die, die ich fotografiert habe, werde\u00a0ich auch\u00a0in K\u00fcrze mal hier zeigen. Aber mein Herz hat definitiv die &#8222;B\u00e4renstatue mit Zunge&#8220; am Rathaus erobert \u00a0 \u00a0 \ud83d\ude00<\/p>\n<p>Krakau &#8211; auf polnisch Krak\u00f3w\u00a0&#8211; ist ebenfalls einen Besuch wert und auch hier\u00a0fanden wir den interessanten Mix aus Studentenleben und ganz viel gelebter alte und neue Geschichte. Allerdings\u00a0wurde\u00a0diese Stadt schon seit L\u00e4ngerem\u00a0exzessiv f\u00fcr Touristen erschlossen und so fehlte mir besonders das Eintauchen ins normale Leben der Einheimischen, welches ich in Breslau so genossen habe. Sehr beeindruckend fand ich den Marktplatz, aber auch das Schlo\u00df ist grandios &#8211;\u00a0dabei darf man nat\u00fcrlich nicht den hin und wieder feuerspeienden Drachen am Ufer der Weichsel vergessen! Das J\u00fcdische Viertel\u00a0kommt vom Flair her\u00a0der Dresdner Neustadt recht nahe. Leider schafften wir es aber nicht mehr, noch die Ausstellung\u00a0in der\u00a0Fabrik von Oskar Schindler zu besuchen. Vielleicht wird das fr\u00fcher oder sp\u00e4ter mal ein Grund sein, f\u00fcr eine zweite Reise nach Krakau zu kommen &#8211;\u00a0wer wei\u00df &#8230;<\/p>\n<p>Die Kleinstadt Auschwitz wird von den Polen O\u015bwi\u0119cim\u00a0genannt und\u00a0wird nat\u00fcrlich immer mit dem gr\u00f6\u00dften Vernichtungslager der Nazis in Verbindung gebracht. Dieses Ziel hat mich schon immer sehr interessiert, obwohl ich gleichzeitig etwas Angst vor diesem Besuch hatte. Kasia ging es \u00e4hnlich und so kam es, dass sie trotz der relativen N\u00e4he zu Breslau (etwa 2 Stunden Autofahrt) die Gedenkst\u00e4tte\u00a0ebenfalls noch nie besucht hat. Zusammen und mit der Unters\u00fctzung unserer M\u00e4nner\u00a0lie\u00dfen wir uns auf diese emotionsbeladene Reise ein. Da die F\u00fchrungen durch das Lager Auschwitz und das Lager Auschwitz-Birkenau in verschiedenen Sprachen angeboten werden, trennten wir uns f\u00fcr\u00a0die Dauer von 4 Stunden &#8211;\u00a0Carsten und ich meldeten uns f\u00fcr eine in Deutsch gef\u00fchrte Gruppe und Kasia und Rafal f\u00fcr die polnische an. Wir zahlten mit\u00a035 Zloty\u00a0(ca. 10 Euro) pro Person etwas mehr\u00a0als unsere polnischen Freunde (20 Zloty), aber am Ende stellten wir im Gespr\u00e4ch fest, dass unsere Gruppenleiterin sich wesentlich mehr Zeit f\u00fcr die Ausstellungsr\u00e4ume und ihre Erkl\u00e4rungen genommen hat und\u00a0sehr ausf\u00fchrlich durch die beiden Lager f\u00fchrte. Am Ende hat uns die Tour\u00a0emotional sehr ber\u00fchrt und das Wetter h\u00e4tte den Ernst des Themas nicht besser unterstreichen k\u00f6nnen: bei grauen Regenwolken wirkten die dunklen Baracken, die bedrohlichen Wacht\u00fcrme und die hohen Stacheldrahtz\u00e4ume umringt von frischem, gr\u00fcnen Gras nahezu gespenstisch. Anfangs nieselte es nur, aber am Ende der F\u00fchrung verst\u00e4rkte sich der Regen &#8230; es w\u00e4re irgendwie nicht richtig gewesen, einen derart traurigen Ort\u00a0bei strahlendem Sonnenschein und stahlblauem Himmel zu besichtigen.<\/p>\n<p>Auf der R\u00fcckfahrt nach Dresden\u00a0brachten wir Kasia und Rafal noch auf halbem Wege nach Hause und\u00a0gegen 19 Uhr\u00a0hie\u00df es auch f\u00fcr uns Abschied zu nehmen und\u00a0wieder zur\u00fcck nach Deutschland zu fahren &#8211; das verl\u00e4ngerte Wochenende war leider\u00a0definitiv vorbei.<\/p>\n<p>Polen ist auf jeden Fall eine Reise wert, zumal gerade Breslau mit ca. 2,5 Stunden Autofahrt\u00a0f\u00fcr uns doch so nah ist. Ich konnte meine Polnischkenntnisse etwas aufpolieren und \u00fcbte flei\u00dfig das Sprechen mit\u00a0Einheimischen. Sie haben mich sogar recht gut verstanden!\u00a0Und zudem schmeckt das polnische Essen einfach\u00a0verdammt gut\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\ud83d\ude42\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 das Bier \u00fcbrigens auch \u00a0 \u00a0 \ud83d\ude42<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe schon gedacht, dass ich diesen Besuch abblasen muss, denn es ging mir einige Tage zuvor nicht sonderlich gut. Aber gl\u00fccklicherweise besserte sich mein Zustand, so dass Carsten und ich am Donnerstag\u00a0bzw. M\u00e4nnertag\u00a0unsere Siebensachen ins Auto geworfen haben und zu unseren Freunden Kasia und Rafal nach Breslau gefahren sind. 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