{"id":6934,"date":"2019-12-24T18:22:30","date_gmt":"2019-12-24T17:22:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.marvinchen.de\/olgas_welt\/blog\/?p=6934"},"modified":"2020-12-20T21:08:09","modified_gmt":"2020-12-20T20:08:09","slug":"carstens-gastbeitrag-eine-abschiedsrede","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.marvinchen.de\/olgas_welt\/blog\/2019\/12\/carstens-gastbeitrag-eine-abschiedsrede\/","title":{"rendered":"Carstens Gastbeitrag: eine Abschiedsrede"},"content":{"rendered":"<p>Ihr k\u00f6nnt mir glauben, eine \u00e4u\u00dferst turbulente Woche liegt hinter uns &#8230; so voll war sicherlich keine andere in 2019 !<\/p>\n<p>So kam z.B. immer wieder wieder Kochen und Backen auf uns zu, denn es war die Zeit der vielen Abschiede von Kollegen, Freunden und Bekannten. Neben kleinerer Treffen auf diversen Weihnachtsm\u00e4rkten im Rahmen unserer seit Wochen zelebrierten &#8222;Abschiedstournee&#8220; gab es am Montag meine gro\u00dfe Abschiedrunde vom Gesch\u00e4ftsbereich IT und dem UKD (insgesamt 95 eingeladene Personen), von Dienstag bis Donnerstag je 10-st\u00fcndige Arbeitstage, um erfolgreich gegen eine Havarie anzuk\u00e4mpfen, am Donnerstag unsere gemeinsame Fr\u00fchst\u00fccks- und Abschiedsrunde im Carus Vital (dem Mitarbeiter-Fitnesszentrum unseres Arbeitgebers), am Freitag das Abschiedsfr\u00fchst\u00fcck mit meiner Abteilung Basisinfrastruktur (18 eingeladene Kollegen) sowie die R\u00e4umung des 17 Jahre lang von mir genutzten Arbeitsplatzes, am Freitagabend und Samstag ein gem\u00fctliches Beisammensein mit beiden Kindern samt deren Freunden, am Samstagabend ein Bowlen mit Familie und Freunden, am Sonntag die Fahrt nach Hamburg, um die Schl\u00fcssel der \u00dcbergangswohnung entgegenzunehmen und gestern dann schon wieder die R\u00fcckfahrt nach Dresden &#8211; der To-Do-Zettel wir gef\u00fchlt immer nur l\u00e4nger und l\u00e4nger.<\/p>\n<p>Aber zum Gl\u00fcck lassen sich jetzt auch schon baldige Ruhephasen und Verschnauftage erahnen. Deshalb wird von meiner Seite auch sicherlich nicht gemosert, versprochen ! Wer mich kennt, der wei\u00df, da\u00df mir ein geordneter Arbeitsalltag voller Aufgaben immer besser gef\u00e4llt, als ein t\u00e4glicher Aufbruch ins Neuland &#8211; wir rechnen so ab Mitte Januar mit dem Einfinden eines ersten Gewohnheitsgef\u00fchls.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-6936 size-full\" src=\"https:\/\/www.marvinchen.de\/olgas_welt\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/abschiedsrede.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/www.marvinchen.de\/olgas_welt\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/abschiedsrede.jpg 560w, https:\/\/www.marvinchen.de\/olgas_welt\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/abschiedsrede-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><\/p>\n<p>Da ich nun im Rahmen meiner gro\u00dfen Rede f\u00fcr die GB IT-Kollegen und UKD-Mitarbeiter am Montag das bisherige OLCA-Leben genauer reflektieren konnte, m\u00f6chte ich die folgenden Stellen aus selbiger sehr gerne auch hier in Olgas Blog ver\u00f6ffentlichen:<\/p>\n<p>Beim Zusammenstellen einer geeigneten Pr\u00e4sentation habe ich eines herausgefunden, was zwar offensichtlich vor- bzw. hinter uns liegt, aber so noch nicht auf den Punkt gebracht worden ist: In uns schlagen zwei Herzen. Zum einen das heimatbezogene, welches sich an einem Ort sichtlich wohl f\u00fchlt, und zum anderen das vagabundierende, welches nach einiger Zeit dann doch mal wieder auf ein Weiterziehen pocht. Und da laut Definition EINE Generation ca. 20-25 Jahren entspricht, k\u00f6nnten man uns also quasi gut und gern als &#8222;Generationen-Weiterzieher&#8220; bezeichnen. Hier kommt der Beweis &#8230;<\/p>\n<p>Die Kindheit und Jugend verbrachte Olga ab 1970 im ukrainischen Pokotilovka bei Charkow, damals allerdings noch UdSSR. F\u00fcr mich Wessi gleichbedeutend mit der CCCP (liest sich &#8222;CeCeCePe&#8220; und nicht wie im kyrillischen &#8222;EsEsEsEr&#8220;), denn so stand es schlie\u00dflich immer z.B. bei James Bond auf den Raketen oder anderen sowjetischen Dingen. Ich wuchs ab 1974 ohne jeglichen sozialistischen Einflu\u00df (weder DDR noch Sowjetunion) im Ruhrgebiet oder am Rande dessen auf &#8211; Essen, Schermbeck, Raesfeld-Erle, Dortmund. Mein Heimatbundesland NRW ist heute wie damals f\u00fcr hier Ans\u00e4ssige besser als &#8222;Der Westen&#8220; bekannt.<\/p>\n<p>Dann kam der erste gro\u00dfe Wechsel &#8230; f\u00fcr Olga mit 22 und f\u00fcr mich mit 27 Jahren. Sie zieht 1992 mit einem Rucksack und ihrem Zuk\u00fcnftigen zun\u00e4chst nach Greiz in Th\u00fcringen. Mit ihrem beim Goethe-Institut erlerntem Deutsch hat sie sich im Vogtland nat\u00fcrlich anfangs recht schwer getan, denn die Einheimischen leben u.a. nach diesen Leitspruch:&#8220;Wou di Hasen Hosen hee\u00dfen un de Hosen Husen hee\u00dfen&#8220;. Ein paar Jahre sp\u00e4ter verschl\u00e4gt es die beiden nach Dresden, wo u.a. auch die j\u00fcngere Tochter geboren wird. Ich dagegen bin erst nach meinem Studium in Dortmund Ende 2001 mit einem 7 1\/2-Tonner in die Hauptstadt Sachsens gekommen. Man beachte den gravierenden Unterschied: sie mit Rucksack, ich mit LKW. Unser Fazit k\u00f6nnte aber auf jeden Fall sein: sie hat in den Westen gemacht, ich in den Osten.<\/p>\n<p>Es folgt das erste Arbeitsleben. Olga ergattert nach ein paar Eingew\u00f6hnjobs (zu dem Zeitpunkt ist ihr Migrationshintergrund eben noch zu dominant) eine 17 Jahre andauernde Einstellung bei einem lokalen Kartenhersteller und arbeitet sp\u00e4ter noch einmal 4 Jahre im International Office des Universit\u00e4tsklinikums Dresden. Ich bin das erste Jahr fernab der Heimat arbeitslos (genau zu der Zeit ist die DotCom-Blase geplatzt und sowohl AMD als auch Infineon, beides lokale IT-Schwergewichte, verh\u00e4ngen einen Einstellungsstop), verrichte danach ca. 1 Jahr in der IT-Branche Zeitarbeit und kann dann 2003 im Medizinischen Rechenzentrums des Uniklinikums unterkommen. Eingestellt als Netzwerkadministrator sollte ich eigentlich eine Verst\u00e4rkung f\u00fcr das Team des stark expandierenden Datennetzes sein, aber mein erstes Gro\u00dfprojekt (120 PCs, Monitore, Laserdrucker und Etikettendrucker f\u00fcr die Einf\u00fchrung des neuen Krankenhaus-Informationssystems (KIS) m\u00fcssen vorinstalliert werden &#8211; heutzutage werden am UKD ca. 8000 Clients daf\u00fcr genutzt !) und der Vorstandswunsch, mittels Blackberry-Technologie Emails auf einem kleinen Telefon verwalten zu k\u00f6nnen (2003 noch ein absolutes Novum !), dr\u00fccken mich immer mehr in die Server- &amp; Clientbetreuung. 2005 wird meinen Aufgabengebiet noch um die Telekommunikation erweitert, denn mein Wissen aus dem Studium (Informations- &amp; Kommunikationstechnik mit Schwerpunkt TK-Anlagen) stellt sich beim Umbau des telefonischen Herzst\u00fcckes des Krankenhauses als \u00e4u\u00dferst n\u00fctzlich heraus. Mit gleichzeitiger Einf\u00fchrung der DECT-Schnurlostelefonie besiegelte ich auch das Ende der Nutzung von bis dahin sehr verbreiteten Pieper. Damals noch v\u00f6llig unerfahren im Krankenhaus-Jargon, verfa\u00dfte ich sicherlich eine der bis heute lustigsten Fundst\u00fccke im UKD-Intranet:&#8220;Falls Sie noch einen Pieper im Schieber liegen haben sollten, &#8230;&#8220; &#8211; zwar hei\u00dft im Osten die Schublade &#8222;Schieber&#8220; (so viel hatte ich mittlerweile gelernt), aber im Krankenhausumfeld entspricht der Schieber eben leider auch der Bettpfanne &#8230;<\/p>\n<p>Und nun, bei Olga 27 und bei mir 18 Jahre sp\u00e4ter (aus dem Wessi ist l\u00e4ngst ein Wossi geworden), steht der zweite gro\u00dfe Wechsel bevor &#8211; eine weitere Generation ist vorbei. F\u00fcr uns hei\u00dft es jetzt &#8222;auf in den hohen Norden&#8220; &#8230; der S\u00fcden mu\u00df also noch etwas warten. Am 2. Januar 2020 beginne ich im Team &#8222;Mobile Competence Center&#8220; meine T\u00e4tigkeit beim u.a. in Hamburg ans\u00e4ssigen IT-Dienstleister Dataport.<\/p>\n<p>Was bedeutet das alles f\u00fcr unsere Zukunft ? Entweder wird landen generationenbedingt 2040\/2050 (also im zarten Rentenalter von 70\/80) im S\u00fcden der Republik oder vielleicht werden sich unsere Auslandstr\u00e4ume (USA, Kanada, Australien oder Neuseeland) doch noch erf\u00fcllen. Hei\u00dft: es bleibt auch weiterhin sehr spannend bei den OLCAs !<\/p>\n<p>Bis zum 30.12. werden wir noch ein paar Tage in Dresden verbringen, aber dann verlassen wir unsere lieb gewonnene Heimat und ziehen mit einem Teil des Hausrates in die \u00dcbergangswohnung nach Hamburg-Hohenfelde. Vor Ort werden wir uns dann sicherlich noch viel besser um eine &#8222;richtige&#8220; Bleibe und um einen neuen Job f\u00fcr Olga k\u00fcmmern k\u00f6nnen. Wohnungs-\/Hausbesichtigungen und Bewerbungsgespr\u00e4che auf 500 km Entfernung haben sich in den letzten Wochen als sehr aufw\u00e4ndig herausgestellt, soda\u00df wir nach meiner Jobzusage und dem Finden der 45 qm gro\u00dfen, vollm\u00f6blierten Interimswohnung die anderen beiden Suchen getrost auf das neue Jahr 2020 verlegt haben. W\u00fcnscht uns bitte Gl\u00fcck und viel Erfolg dabei !<\/p>\n<p>Wir w\u00fcnschen nun allen Lesern noch eine sch\u00f6ne Weihnachtszeit und ein frohes Fest im Kreise der Familie. Allen bisherigen Weggef\u00e4hrten m\u00f6chten wir zudem f\u00fcr alles danken und wir werden auf jeden Fall immer wieder sehr sehr gerne an die gemeinsame Zeit zur\u00fcckdenken.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6935\" src=\"https:\/\/www.marvinchen.de\/olgas_welt\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Schild-Hamburg.jpg\" alt=\"\" width=\"540\" height=\"369\" srcset=\"https:\/\/www.marvinchen.de\/olgas_welt\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Schild-Hamburg.jpg 540w, https:\/\/www.marvinchen.de\/olgas_welt\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Schild-Hamburg-300x205.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 540px) 100vw, 540px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ihr k\u00f6nnt mir glauben, eine \u00e4u\u00dferst turbulente Woche liegt hinter uns &#8230; so voll war sicherlich keine andere in 2019 ! 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