{"id":7232,"date":"2020-09-19T13:56:09","date_gmt":"2020-09-19T11:56:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.marvinchen.de\/olgas_welt\/blog\/?p=7232"},"modified":"2020-09-24T08:18:18","modified_gmt":"2020-09-24T06:18:18","slug":"wie-geht-es-stephanie-der-start","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.marvinchen.de\/olgas_welt\/blog\/2020\/09\/wie-geht-es-stephanie-der-start\/","title":{"rendered":"Wie geht es Stephanie? &#8230; der Start"},"content":{"rendered":"<p>Diesmal hat meine Schreibabstinenz einen ziemlich bewegenden und sehr emotionalen Grund. Ein ganz schwieriges Thema &#8230; wie f\u00e4ngt man am besten an ?<\/p>\n<p>Zuerst eine Kurzform: Unsere Stephanie liegt seit dem 26. August im Krankenhaus Charit\u00e9 in Berlin und ist bis heute leider nicht in einen ansprechbaren bzw. kommunikativen Zustand zur\u00fcckgekehrt. Es hat mit einem k\u00fcnstlichen Koma angefangen und sie scheint jetzt hoffentlich in einer Art Wachkoma zu liegen &#8230; genaueres wei\u00df man allerdings noch nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-7236\" src=\"https:\/\/www.marvinchen.de\/olgas_welt\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Stephanie_01.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"373\" srcset=\"https:\/\/www.marvinchen.de\/olgas_welt\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Stephanie_01.jpg 560w, https:\/\/www.marvinchen.de\/olgas_welt\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Stephanie_01-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><\/p>\n<p>Wir haben tagelang auf die erl\u00f6sende Nachricht gewartet, aber aus einer Woche (danach wollte man die Aufwachphase einleiten) sind mittlerweile fast 4 Wochen geworden. Und um nun die besorgten, freundlichen, lieb und nett gemeinten Nachfragen von Freunden, Bekannten und Kollegen an uns, an unsere Familie und vor allem an ihren Freund etwas einzud\u00e4mmen, m\u00f6chten wir hier auf diesem Blog die M\u00f6glichkeit nutzen, \u00fcber ihren Zustand, ihre Entwicklung und vor allem \u00fcber ihre R\u00fcckkehr ins t\u00e4gliche Leben zu berichten &#8230; was allerdings mitunter noch Wochen und Monate dauern kann und vermutlich nicht nur aus Fortschritten bestehen wird. Also bitte bitte weniger direkt bei uns nachfragen und daf\u00fcr \u00f6fter einfach mal hier reinschauen &#8211; die Situation ist f\u00fcr uns und allen Beteiligten aus dem engerem Familienkreis momentan bereits schwer genug. Wir m\u00fcssen jetzt unsere Zeit, Energie und Kraft weniger f\u00fcr Nachfragen, sondern mehr f\u00fcr das Bew\u00e4ltigen der Situation und vor allem f\u00fcr unsere Kleine aufwenden. W\u00e4re das OK f\u00fcr euch ?<\/p>\n<p>Dann will ich mal einen Versuch starten, die letzten 24 Tage hoffentlich verst\u00e4ndlich und nachvollziehbar zusammenzufassen:<\/p>\n<p>Stephanie ist an besagtem Mittwochmorgen im August aufgrund einer Lungenembolie zusammengesackt und musste vor Ort sowie im Krankenwagen dreimal reanimiert werden. Vorangegangen ist wohl eine Thrombose im Bein (vielleicht durch die Sportunt\u00e4tigkeit aufgrund der Coronama\u00dfnahmen seit M\u00e4rz?), wobei sich der Thrombus dann irgendwie gel\u00f6st hat (wir vermuten durch ihren Start eines Kurses im Fitnessstudio am vorherigen Montag) und durch das Herz bis in die Lunge gelangte, in der er sich dann letztendlich wieder festgesetzt hat. Dies f\u00fchrte am Dienstagabend zu Kreislaufproblemen und dann am n\u00e4chsten Morgen, als sie eigentlich zum Hausarzt gebracht werden sollte, zu einem Kreislaufzusammenbruch mit Atemstillstand. Wir k\u00f6nnen wirklich von einem unglaublichen Gl\u00fcck sprechen, dass sie zu dieser Zeit ihren Freund Fabian an ihrer Seite hatte und er sehr schnell reagiert hat, indem er umgehend den Rettungsdienst anrief.<\/p>\n<p>Bis zur Erstbehandlung durch den Notarzt erlitt sie ca. 10-15 Minuten lang eine Sauerstoffunterversorgung des K\u00f6rpers, dabei litt insbesondere das Gehirn. Im Krankenhaus versetzte man sie deshalb sofort in ein k\u00fcnstliches Koma und die K\u00f6rpertemperatur wurde auf ca. 33 Grad reduziert, um ihr Gehirn vor weiteren Sch\u00e4den zu bewahren. Damit sollen heutzutage alle K\u00f6rperfunktionen auf ein Minimum reduziert werden, um mittels Abregulierung des Energiehaushaltes gr\u00f6\u00dfere Sch\u00e4den am Gehirn zu minimieren &#8211; ich hoffe, ich dr\u00fccke mich medizinisch auch korrekt aus. Bitte seht es mir nach, sollte ich irgendwie etwas falsch verstanden und somit hier wiedergegeben haben &#8230;<\/p>\n<p>Jedenfalls steht es derzeit aufgrund der erlittenen Hypoxie schlecht um ihren Allgemeinzustand und man kann bis heute noch nicht genau feststellen, welche Hirnsch\u00e4digung sie am Ende davontragen wird. Die bisher durchgef\u00fchrten Untersuchungen zeigen auf jeden Fall abgestorbene Hirnregionen (CT, MRT), aber andere Tests machen auch Hoffnung, dass sie wieder zu Bewusstsein kommen wird und halbwegs gesund werden und hoffentlich auch ein eigenst\u00e4ndiges Leben in absehbarer Zukunft f\u00fchren kann. Sie reagiert in den letzten Tagen, nachdem die Sedativa (die wie eine Narkose wirken) abgesetzt wurden, auf Ger\u00e4usche sowie ihren Namen und schl\u00e4gt dabei die Augen auf &#8230; sie fokussiert aber nichts, ihr Blick wandert lediglich umher. Mechanische Reize am K\u00f6rper kommen definitiv in der Hirnrinde an und auch spezielle Blutwerte (sogenannte NSE-Werte bzw. Marker) zeigen immer noch gen\u00fcgend Kapazit\u00e4ten, die irreparable Sch\u00e4den in Hirnregionen mal kompensieren k\u00f6nnten. Unklar ist derzeit allerdings, welche Steuerungszentren letztendlich genau betroffen sein k\u00f6nnten: Sprache, Bewegung, Erinnerung, Intelligenz oder ein Mix aus allem. Dies wird erst eine mehrw\u00f6chige bzw. mehrmonatige Reha zeigen m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-7237\" src=\"https:\/\/www.marvinchen.de\/olgas_welt\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Stephanie_02.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"210\" srcset=\"https:\/\/www.marvinchen.de\/olgas_welt\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Stephanie_02.jpg 560w, https:\/\/www.marvinchen.de\/olgas_welt\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Stephanie_02-300x113.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><\/p>\n<p>Hierzu habe ich jetzt, als die von einem Amtsgericht bestimmte Bevollm\u00e4chtigte (mit 24 ist sie eben nicht mehr automatisch unter der Vormundschaft der Eltern), nach langer \u00dcberlegung und vielen Gespr\u00e4chen mit Carsten letztendlich f\u00fcr eine Verlegung in eine Rehaklinik in der N\u00e4he von Hamburg entschieden. Leider auch immer mit dem Wissen, dass wir sie dadurch vom Freund (Berlin), von der Familie des Vaters (Mei\u00dfen \/ Berlin) und von den vielen Freunden in Potsdam und Berlin entfernen &#8211; es tut uns wirklich sehr sehr leid und die Entscheidung ist uns definitiv nicht leicht gefallen. Aber die 2-3 Stunden Fahrt in eine Richtung von uns nach Berlin bzw. Brandenburg sind an einem Tag hin und zur\u00fcck einfach nicht zu schaffen und andererseits sind wir als Bezugspersonen, die mit ihr lange Zeit unter einem Dach gelebt haben, vermutlich derzeit diejenigen, die ihr trotz unseres Arbeitsleben \u00fcber einen langen Zeitraum eine Rundumbetreuung auch nach station\u00e4rer Reha vor Ort erm\u00f6glichen k\u00f6nnten. Das ist wenigstens der Gedanke f\u00fcr die n\u00e4chsten Monate, denn wir stehen der Sache nat\u00fcrlich auch immer positiv gegen\u00fcber und glauben ganz fest daran, dass sie eines Tages wieder ein eigenst\u00e4ndiges Leben f\u00fchren kann. Dann soll sie auch selbst entscheiden, ob sie wieder zur\u00fcck in ihre Berliner Umgebung m\u00f6chte. Aber das ist leider alles noch offen und Wunschdenken &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-7238\" src=\"https:\/\/www.marvinchen.de\/olgas_welt\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Stephanie_03.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"210\" srcset=\"https:\/\/www.marvinchen.de\/olgas_welt\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Stephanie_03.jpg 560w, https:\/\/www.marvinchen.de\/olgas_welt\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Stephanie_03-300x113.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><\/p>\n<p>Also lasst uns jetzt alle das Beste f\u00fcr sie hoffen, informiert euch bitte lieber hier im Blog \u00fcber ihren Gesundheitszustand und ihre Fortschritte statt per Email, Posting oder Anruf bei Angeh\u00f6rigen nachzufragen und bringt vor allem viel Geduld auf. Denn wie wir jetzt die letzten Wochen lernen mussten, geht es derzeit nur sehr sehr langsam voran. Selbst die Reha wird wohl in m\u00fchevoller und zeitaufw\u00e4ndiger Kleinarbeit erst nach und nach Aufkl\u00e4rung sowie Besserung bringen. \u00c4rzte und unsere Freunde mit medizinischen Wissen stimmen uns auf eine sehr lange Behandlungszeit ein, da ist nie die Rede von Tagen, sondern vielmehr von Monaten. Die Neuigkeiten von Stephanies Entwicklung gebe ich dann nur zu gerne so schnell wie m\u00f6glich an euch \u00fcber diesen Blog weiter, versprochen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-7235\" src=\"https:\/\/www.marvinchen.de\/olgas_welt\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Stephanie_05.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"672\" srcset=\"https:\/\/www.marvinchen.de\/olgas_welt\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Stephanie_05.jpg 560w, https:\/\/www.marvinchen.de\/olgas_welt\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Stephanie_05-300x360.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><\/p>\n<p>Dr\u00fcckt uns allen und vor allem ihr ganz fest die Daumen und glaubt bitte immer ganz doll an sie &#8211; das Wort &#8222;konventionell&#8220; kam in Stephanies Sprachgebrauch doch noch nie so richtig vor, oder ? M\u00f6ge ihr Dickkopf und ihre Beharrlichkeit am Ende ihr eine gelungene R\u00fcckkehr in die Normalit\u00e4t erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-7239\" src=\"https:\/\/www.marvinchen.de\/olgas_welt\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Stephanie_04.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"373\" srcset=\"https:\/\/www.marvinchen.de\/olgas_welt\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Stephanie_04.jpg 560w, https:\/\/www.marvinchen.de\/olgas_welt\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Stephanie_04-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><\/p>\n<p>Derzeit ist ein Besuch bei ihr auf der Intensivstation nur von einem kleinen Personenkreis (Uwe, Fabian und wir wechseln uns dabei ab) und auch nur f\u00fcr kurze Zeit am Tag m\u00f6glich, aber wenn sie dann sp\u00e4ter in der Reha wieder allgemeine Besuche empfangen kann, seid ihr alle recht herzlich willkommen. Wir k\u00f6nnen dann sicherlich auch den einen oder anderen bei uns in Wentorf beherbergen &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diesmal hat meine Schreibabstinenz einen ziemlich bewegenden und sehr emotionalen Grund. Ein ganz schwieriges Thema &#8230; wie f\u00e4ngt man am besten an ? Zuerst eine Kurzform: Unsere Stephanie liegt seit dem 26. August im Krankenhaus Charit\u00e9 in Berlin und ist bis heute leider nicht in einen ansprechbaren bzw. kommunikativen Zustand zur\u00fcckgekehrt. 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