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Kommentar:   

 
Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2013 30.
Sep

Jeder kann bestimmt √ľber Vorhaben sprechen,¬†die man jahrelang vor sich her schiebt, weil sie zwar interessant aber in¬†gewisser Art und Weise doch belastend sind. Auch ich kann mich davon nat√ľrlich nicht frei sprechen. Ein Thema interessiert mich schon seit Langem, wohl deshalb, weil ich damit von Kindheit an konfrontiert worden bin: Der Zweite Weltkrieg. Da ich ausreichend¬†√ľber diese schwere Zeit mit Informationen aus sowjetischer Sicht (also aus¬†der der Sieger) versorgt wurde, versuche ich mich seit meiner Ankunft in Deutschland auch mit der anderen Sichtweise¬†zu befassen. Dazu geh√∂rten¬†f√ľr mich schon seit langer Zeit¬†Besuche von Gedenkst√§tten, welche meistens nat√ľrlich an den Stellen errichtet wurden, wo das Unmeschlichste passierte ist¬†, z.B.¬†auch KZs.

Carsten hat mich dabei schon immer unterst√ľtzt und so haben wir uns f√ľr dieses Jahr drei solcher Orte vorgenommen: Buchenwald, Auschwitz und Theresienstadt. In Buchenwald waren wir im Rahmen unseres Weimar-Hochzeitreise im Februar, Auschwitz besuchten wir im Mai zusammen mit den polnischen CouchSurfern Kasia und Rafal und¬†letzten Samstag¬†sind wir nach Theresienstadt in Tschechien gefahren.

KZ

Unsere¬†positivsten Erfahrungen¬†hatten wir¬†mit den¬†Touristenf√ľhrern, denn¬†alle drei¬†waren sehr gut im Erkl√§ren und Beantworten von Fragen und besa√üen ein sehr umfangreiches Wissen, welches sie angesichts eines solchen Themas sehr einf√ľhlsam vermittelten. Dazu muss ich auch sagen, dass¬†ihre deutschen Sprachkenntnisse sowohl in Polen als auch in Tschechien sehr gut waren – auf Englisch w√§re wohl die ein oder andere Sache falsch gedeutet worden.

Wir haben beide sehr viel¬†von diesen Ausfl√ľgen gelernt, z.B. dass es unterschiedliche Arten von Konzentrationslager gab: Arbeitslager wie Buchenwald, Vernichtungslager wie Auschwitz-Birkenau oder auch Sammellager wie das im Ghetto¬†Theresienstadt der Fall war. In letzterem¬†hat man die Menschen¬†u.a. gesammelt, damit ihre Abtransporte in die Vernichtungslager organisiert ablaufen konnten – ich finde, da kann keiner sagen, dass¬†sowas w√§hrend des Nazi-Regimes nur zuf√§llig passierte.

√úber ein¬†weiteres Thema unterhalten Carsten und ich uns ebenfalls immer wieder: was stimmt √ľber die zivile Bev√∂lkerung, welche am Ende des Krieges immer meinte, sie hat rein garnichts davon mitbekommen. Ein weiterer Gedanke: wie konnte man zulassen, dass es soweit √ľberhaupt kommt? ¬†Es gibt aber auf beide Fragen eigentlich keine¬†richtige Antwort, denn wir w√ľrden immer mit dem Wissen aus dieser Zeit und unserer derzeitigen Informationsgesellschaft argumentieren.¬†Deshalb k√∂nnen wir aus unserer jetziger Position, welche schon einige ¬†Jahrzehnte her ist, das Ganze aus einer v√∂llig anderen Perspektive betrachten. Viel schwieriger ist es zudem, sich in die damaligen Zeiten zu versetzen und die Situation sozusagen von innen heraus zu sehen. Durch¬†unsere Reisen haben¬†wir ja einen Einblick auf die Komplexit√§t des Gesamtbildes bekommen, obwohl das nat√ľrlich auch nur ein geringer Teil dieses grausamen Kapitels der Geschichte ist.

√úbrigens, die Schriftz√ľge an den Eing√§ngen zu den einzelnen KZs haben ihre eigene Geschichten, obwohl man nur „Arbeit macht frei“ und „Jedem das Seine“ kennt. Ich k√∂nnte zumindest¬†die der¬†drei von uns besuchten Gedenkst√§tten berichten …¬†nat√ľrlich nur,¬†wenn es auch wirklich jemanden interessiert. Wenn ich soll, dann bitte einen entsprechenden Kommentar abgeben, ok?

4 Antworten zu “Mission accomplished”

  1. Katja sagt:

    Mich w√ľrde es interessieren.

    Olga antwortet: Katja, Bericht folgt!

  2. eausP sagt:

    das w√ľrde ich auch gerne wissen.

    Olga antwortet: Eva, ich schreibe schon im Kopf!

  3. Anna sagt:

    Liebe Olga
    … danke fuer diesen sehr persoenlichen Eintrag. Ich war bisher „nur“ in Buchenwald und fuehlte mich auch betroffen. Meine Generation (*1941) war ja „nur“ indirekt an dem Geschehen beteiligt. Wie du schon schreibst koennen wir es uns kaum vorstellen, wie das alles ohne Wissen von vielen Menschen geschehen konnte.

    Ich waere auch sehr an weitere Einsichten zu dem Hintergrund der drei KZ und eure Gedanken darueber interessiert. Darueberhinaus wuerde ich mich interessieren, was du ueber aehnliche Situationen in der UDSSR erinnerst.

    Ganz liebe Gruesse und noch einmal meinen Dank
    fuer diesen Beitrag.
    Umarmungen von -Anna

    Olga antwortet: Liebe Anna, ich werde in K√ľrze auf das Thema ausf√ľhrlicher eingehen – versprochen!

  4. Kerstin sagt:

    ich hab mich auch immer gefragt, wie es sein kann, dass es damals niemand mitbekommen haben will…vielleicht einfach, weil es eifach sooo UNVORSTELLBAR gewesen ist. Allein fuer uns ist es schon unvorstellbar, was in einigen laendern abgeht….trotz Bilder aus dem internet und Fernsehen…und solche Bilder von diesen orten gab es damals nicht oder zumindest nicht so zugaenglich, wie es heute der Fall ist. Nicht falsch verstehen, das hier soll kein Entschuldigungsfreibrief sein, eher so was, wie ein ….Erklaerungsansatz? Vergessen wir auch nicht, unter welchem Druck man stand, Propaganda 24h/24h…und schliesslcih auch die alltaeglichen probleme, die der Krieg mit sich brachte und so grausam das auch klingen mag, da haben sich sicherlich viele erst einmal mit ihren eigenen Problemen beschaeftigen muesse, als hinterher zu fragen, was in den lagern wirklich geschah…naja…so ungefaehr erklaerte es mir mein opa zumindest, allerdings wurde dieses Thema nur selten angeschnitten…

    Olga antwortet: mein Opa m√ľtterlicherseits hat auch den Krieg unversehrt √ľberstanden, wollte aber nie dar√ľber reden. Deinen Erkl√§rungsansatz verstehe ich inzwischen recht gut, inzwischen betrachte ich die Entwicklung Deutschlands in 30er Jahren aus einem anderen Blickwinkel. Kennst du eigentlich das Buch „LTI“?

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