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Kommentar:   

 
Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2022 22.
Okt.

Ich weiß, ich bin schon wieder verdammt spät dran, aber endlich haben wir mal all unsere Fotos von der Urlaubswoche mit dem Kind, von unseren zwei Urlaubswochen in Slowenien und auch von Stephanies „heimischen Quarantäne“ in Wentorf durchsehen können. Damit kann ich euch heute wenigstens die letzten zweieinhalb Wochen zusammenfassen. So lange ist Stephanie nämlich schon ununterbrochen in der Residencia OLCA. Am 5. Oktober haben wir sie noch wie jeden Mittwoch im Pflegezentrum abgeholt …

… und nach unserem HomeOffice, ihren Lerntherapien und einem gemütlichen Wochenende wollten wir sie Sonntagabend auch wieder dorthin zurückbringen. Doch dann bekamen wir drei ab Samstag die Schnödderseuche mit Husten, Heiserkeit und Triefnase und am Sonntag erreichte uns zudem der Anruf, dass sich im Pflegezentrum mehrere Bewohner mit Corona angesteckt haben. Also einigten wir uns auf das gleiche Spiel wie im Februar: das Kind bleibt bei uns, bis das Pflegezentrum wieder coronafrei ist … damals dauerte es ganze sechs Wochen. Mal sehen, wie schnell wir diesmal wieder zur Normalität zurück kehren können.

Nachdem wir eine Woche später wieder gesund waren, konnten wir auf jeden Fall schon mal wieder langsam mit den Trainings, Übungen und Therapien anfangen. Stephanie macht weiterhin begeistert mit und kleinere Rückschläge werden zum Glück eher mit „Krönchen richten und aufstehen“ quittiert, statt mit „Kopf in den Sand stecken“.

Hier mal einen Einblick, was wir da so alles erlebt haben:

Irgendwie hat sie in den Tagen wieder das Lesen für sich entdeckt – angefangen mit witzigen Dialogen …

… bis hin zu einem Buch mit „unnützem Wissen“:

Und beim Puzzle hat ihr Ehrgeiz ebenfalls zu Höchstleistungen geführt, denn neben solchen mit unsymmetrischen Teilen (also ohne Nase und Buchten) …

… traute sie sich erstmals an ein 100-Teile-Puzzle ran:

Anfangs immer wieder mal mit etwas Hilfe von Carsten …

… doch die zweite Hälfte ging dann schon ganz alleine auf ihr Konto:

Einen ganz großen Dank an Stephanies Freundin Laura, von der sie im Februar diesen Jahres dieses Puzzle zum Geburtstag geschenkt bekommen hat – beim Auspacken konnte sie damals noch nicht einmal die Schere richtig nutzen    😉

Mein Kind findet sogar selbst Freude an Lernaufgaben und möchte ganz freiwillig üben, üben, üben. Wie z.B. mit dem LÜK-Übungsheften „Konzentration 1“ und „Konzentration 2“ …

… oder einer Aufgabe, bei dem anhand von Beschreibungen die dazugehörigen Fremdwörter gefunden werden müssen (aus dem „Übungsbuch Hirnleistungstraining„):

Statt Sudoku (ihr Buch mit den 200 Sudokus ist mittlerweile vollständig ausgefüllt!) wünschte sie sich diesmal ein Buch mit Wortgittern …

… und auch mit Ausmalen vertreibt sie sich gerne mal die Zeit:

Pssst, da mache ich sogar manchmal mit und wir schalten dann gemeinsam ab   🙂

Apropos Abschalten: das macht sie auch gerne mit Musik oder mit Hörbüchern:

Oder natürlich mit einem netten Film … derzeit füllt sie ihr cineastisches Wissen erneut mit dem Harry Potter-Universum auf:

Wir üben natürlich auch gerne den allgemeinen Alltag mit ihr und gehen z.B. Glas entsorgen, …

… Einkaufen, …

… Einkäufe transportieren …

… und die Eingangstür mit dem Schlüssel öffnen:

Ich weiß, es sind auch viele Kleinigkeiten dabei, aber es ist immer wieder überraschend, welche Nachfragen so von ihr kommen. Heute erwarteten wir von ihr z.B. das Öffnen einer Tür mit der Klinke, aber sie guckte und nur an und fragte, wie das denn überhaupt geht. Richtig, da war ja was …

Beim Spielen von Mensch-ärgere-dich-nicht hat sie diesmal sogar gewonnen und dabei fast 80% der Schritte ganz alleine erledigt – von Carsten gab es ein wenig Taktik und von uns beiden die Einhaltung der Regeln (es muss geschlagen werden, im Stall darf man nicht mehr überspringen und erst wenn im Stall alle nach Oben aufgerückt sind, darf dreimal gewürfelt werden). Es dauert sicherlich nicht mehr lange und sie kann es ganz ohne unser Zutun:

So wie mit ihrem iPhone … das nutzt sie mittlerweile völlig eigenständig und kommuniziert auch per Telegram, WhatsApp und anderer Apps komplett ohne unsere Kontrolle. Wenn ihr mal etwas unklar ist, greift sie auch gerne zum Smartphone und ergoogled es:

BTW: beim deutschen und englischen WORDLE macht sie ebenfalls weiterhin eifrig mit und schafft in der Regel auch immer das Lösen ohne unsere Hilfe sowie annähernd mit der gleichen Anzahl an Versuchen wie wir – wir jedenfalls sind davon absolut beeindruckt!

Doch bei all der Lobhudelei, es geht natürlich auch anders, denn derzeit hadert sie noch schwer mit dem Öffnen der Plastikverpackung ihrer Pillen:

Ein paar bekommt sie zwar recht gut hin, aber es dauert einfach noch viel zu lange und ihre Kraft in den Fingerspitzen lässt mitunter zu schnell nach. Hier bedarf es noch sehr viel mehr Übung.

Eine langwierige Sache bzw. Aufgabe haben wir in den fast drei Wochen auch endlich beenden können: die im August aus Berlin mitgebrachten neun Kartons ihres vorherigen Lebens konnten gesichtet, ausgedünnt und ganz in unserer Nähe eingelagert werden:

Gestern waren wir beim Optiker und sie konnte sich eine neue Brille aussuchen. Ihre Sehstärke hat sich nämlich etwas verändert und nach diversen Tests beim Optiker und Augenarzt war es jetzt nun an der Zeit, ein Gestell und die dazugehörigen Gläser zu finden:

Während ich mich ein wenig um den Hund des Optikers kümmerte, beschäftigten sich Carsten und Stephanie mit dem Aussuchen und Anprobieren. In ca. zehn Tagen können wir das Ergebnis dann abholen. Eine von uns ist jedenfalls schon ganz aufgeregt    😉

Da wird sogar noch zusätzlich in die Gesichtspflege investiert    😉

Heute genossen wir das schöne Herbstwetter …

… und während Carsten mal wieder fleißig an der Minimierung der OLCAschen To-Do-Liste werkelte, entdeckten Stephanie und ich die Gegend um uns herum:

Ich hoffe, dass euch dieser kleine Einblick auf den aktuellen Stand gebracht hat. In den nächsten Tagen werde ich noch die Zusammenfassung der Urlaubswoche mit Stephanie und auch einen kleinen Bericht zu unserer Slowenien-Fahrt nachreichen. Denn ich habe nun endlich wieder etwas mehr Zeit dafür …



2022 13.
Okt.

Mein lieber Blog, ich habe dich nicht vergessen und eigentlich will ich ja so gerne von unseren Wochen ohne und zusammen mit dem Kind berichten, doch seit letzter Woche Freitag sind wir drei mit Husten-Schnupfen-Heiserkeit außer Gefecht gesetzt. Stephanie hatte ihre Stimme zwischenzeitlich fast komplett verloren und auch bei mir kam mal mehr Krächzen als verständliche Wörter aus dem Mund. Nur Carsten hält sich zum Glück mal wieder etwas besser als wir Mädels und so können wir das anstrengende Pflegeprogramm inklusive HomeOffice ganz gut durchhalten, sodass wir in keinster Weise total ausfallen. Aber wir alle drei haben tierische Halsschmerzen, Reizhusten der übelsten Art und sind am frühen Abend auch schon völlig platt. Dann kennen wir nur noch den direkten Weg ins Bett – am Dienstag sogar schon kurz vor 20:30! Da bleibt leider wenig Zeit und Gelegenheit zum Schreiben    🙁

Die Woche davor mussten wir uns durch den dreiwöchigen Urlaub immens angewachsenen To-Do-Zettel kämpfen und ich habe nebenbei noch wie ein Weltmeister gewaschen. Die zwei Wochen davor waren Carsten und ich mit Stephanies Segen auf einer „smartigen“ Rundreise durch Slowenien und die (Urlaubs-)Woche davor genossen wir lieber jede freie Minute mit dem Kind.

Ich, in Familienkreisen auch völlig zurecht als Fotosüchtige betitelt, habe es bis heute nicht einmal geschafft, mit Carsten ganz in Ruhe unsere Slowenien-Bilder durchzugucken, geschweige denn unsere Galerien „Füße im Wasser“ und „Wall of Visitors“ zu ergänzen. Aber es geht endlich wieder bergauf mit uns … wir geben die Hoffnung nicht auf, bald wieder alles auf einem vernünftigen Arbeitsniveau eingepegelt zu haben, versprochen!

Die letzte Woche ist aufgrund des Krankenlazaretts allerdings ganz kurz zusammengefasst, denn es gab nicht viel im Bild zu dokumentieren und auch die Übungen und Trainings für Stephanie wurden selbstverständlich größtenteils ausgesetzt. Am Sonntag fiel zudem auch die Entscheidung, dass Stephanie abends nicht ins Pflegezentrum zurückgebracht wird – einerseits durch uns aufgrund des Hustens und der Heiserkeit, andererseits bekamen wir die Rückmeldung von der Einrichtung, dass leider wieder positive Covid-Fälle im Hause aufgetreten sind. Wie schon im Februar wollen wir Stephanie keinem Risiko dahingehend aussetzen und behalten sie lieber bei uns.

Da das Kind aber am Freitagabend mit beginnender Heiserkeit und am Samstagmorgen mit Husten zu kämpfen hatte, machten wir mal einen Schnelltest bei ihr:

So ein Mist!!! Hat es uns nun doch erwischt?

Weitere Schnelltest bei ihr und gleichzeitig bei uns war allerdings wieder negativ – eine ganz blöde Situation. Also sind wir zu den „Profis“ ins Wentorfer Testzentrum gegangen und haben uns alle drei mal von Fachkräften in der Nase oder im Mund rumbohren lassen:

Puh, noch einmal Schwein gehabt!

Also „leiden“ wir nur an einer ganz gewöhnlichen Rüsselseuche und am nächsten Sonntag fällt erneut die Entscheidung, ob wir Stephanie für ihre Therapien am MO-MI nach Lüneburg bringen oder ob wir sie eine weitere Woche bei uns in der Residencia OLCA behalten. Je nachdem, ob man im Pflegezentrum frei von Covid ist oder nicht …

Damit aber du, mein lieber Blog, und auch die hierhin gesurften Leser wenigstens etwas zum Verarbeiten haben, hier eine kleine Fotostory von Stephanies Kochen eines Cabanossi-Eintopfes nach diesem Rezept (halbe Portionierung). Und ja, bis auf das abschließende Umrühren und Kochen im großen Topf (da kommt sie aus dem Rollstuhl heraus einfach nicht ran), hat sie in der Tat alles alleine oder mit ein wenig Hilfe und Anweisung von Carsten gemacht    🙂

Die Zwiebeln in Stücke schneiden:

Die Cabanossi in Scheiben schneiden:

Beides zusammen in einem Topf anbraten:

Alle Dosen aufmachen (!!!) und nacheinander samt Flüssigkeit in einen großen Topf geben – zuerst den Mais:

Dann die grünen Bohnen:

Danach die Dose mit roten Bohnen:

Und zuletzt die Dose mit den geschälten Tomaten:

Die angebratenen Zwiebeln und Cabanossi nicht vergessen:

Erst den Schritt „würzen und bei schwacher Flamme ca. 30 Minuten leicht kochen lassen“ habe ich dann wieder übernommen. Am Ende mit einer weiteren, gekochten Mettwurst garniert (während Carsten und Stephanie an diesem Eintopf köchelten, habe ich nämlich eine Graupensuppe zubereitet) sah das Ganze dann so (lecker) aus:

Wie Stephanie, eine große Anhängerin der Kochshow „The Taste„, gesagt hat, war das noch nicht so ganz eines The Taste-Löffels würdig, geschmeckt hat es aber hervorragend!

Man sieht, Stephanie macht weiterhin ihr kleinen aber feinen Fortschritte … und sie könnte sich zur Not auch schon Mal auch von einem Dosengericht ernähren, denn das Öffnen klappte von Dose zu Dose immer besser!



2022 07.
Okt.

Meine lieben Blogleser, eigentlich sind Carsten und ich ja schon seit Sonntag wieder zuhause und auch Stephanie hat unsere zwei Wochen Urlaub in Slowenien schweren Herzens im Pflegezentrum „überlebt“, aber für einen Blogeintrag hat es bis heute dennoch nicht gereicht – unsere To-Do-Liste, die Arbeit und die Zeit des Wiedersehens mit dem Kind ließen mir dafür leider nicht viel Möglichkeiten.

Carsten und ich sind am Sonntagabend wieder in der Residencia OLCA angekommen (der Smart hat jetzt 3967 km mehr auf dem Tacho) und seitdem stand unsere Waschmaschine nicht mehr still.

Am Montag, dem Feiertag, sind wir mittags nach Lüneburg gefahren, gemeinsam bis in die Stadt gelaufen und haben somit fast den ganzen Tag mit Stephanie verbracht.

Natürlich gab es von beiden Seiten viel zu erzählen und wir sind für ein richtig üppiges und leckeres Essen in ein Steakhouse eingekehrt. Nach den Vorspeisen (Bruscetta, Datteln im Speckmantel & Chorizo in Honig) gab es für jeden ein saftiges Filet mit den Beilagen seiner Wahl … natürlich hat sich das Kind für Mais entschieden    😉

Aber so war natürlich auch dieser Tag ratz-fatz vorbei und es bleib keine Zeit zum Blogschreiben.

Am Dienstag war unser erster Arbeitstag nach drei Wochen … entsprechend voll und abends fielen Carsten und ich nur noch ins Bett. Tja, und seit Mittwoch ist Stephanie schon wieder in Wentorf, hatte gestern (DO) sowie heute (FR) ihre Lerntherapien, während wir im HomeOffice arbeiteten, und die Zeit zu dritt vergeht dadurch ebenfalls wie im Flug.

(unsere kleine Meteorologin liebt solche Ausblicke!!!)

Damit ich diese Woche aber wenigstens ein kleines Lebenszeichen von uns präsentieren kann, habe ich diese Zeilen und Fotos zusammengestellt. Nicht, dass noch jemand denkt, es wäre etwas Schlimmes bei uns passiert, weil ich mich nicht melde – ganz im Gegenteil, Stephanie entwickelt sich weiterhin prächtig und hat uns nach den zwei Wochen ohne sie erneut mit etwas Neuem überraschen können:

Stephanie, nicht verzagen, der Anfang ist gemacht, aber ein Medium-Steak ist dann wohl doch schon eher was für Fortgeschrittene …



2022 27.
Sep.

Wir genießen weiterhin noch etwas Kultur, aber nächste Woche gibt es auch wieder mehr Text, versprochen!!!

Hier z.B. war Stephanie beim Seeed-Konzert in Berlin …

… und hier besuchten wir drei die Banksy-Ausstellung in Hamburg:

Macht’s gut und bis nächste Woche …



2022 20.
Sep.

Wir sind immer noch im Urlaubsgenießermodus … sorry

Bussi!!!



2022 14.
Sep.

Es ist jetzt so gekommen, wie ich im letzten Blogeintrag schon vermutet habe: wir genießen unseren Urlaub in vollen Zügen und es bleibt dadurch leider überhaupt keine Zeit zum Schreiben eines Blogeintrags – bitte entschuldigt!

Aber während wir noch weiter genießen …

… könnt ihr ja mal einen Text von Stephanie durchlesen.

Zur Erklärung: Im Pflegezentrum gibt es eine Zeitschrift namens HOFPOST, die einmal im Quartal erscheint. Eine Rubrik darin heißt „Wer bin ich?“ und es wird ein Bewohner beschrieben, der dadurch erraten werden muss. Für die Herbstausgabe 2022 hat Stephanie eigens ihre Vorstellung erstellt und abgetippt, welche laut Kind am Ende sogar nur leicht korrigiert übernommen wurde – die rote Ergänzung hat Carsten noch schnell für den Blog eingefügt, da der Satz in Bezug auf die Sportart sonst falsch verstanden wird. Wir sind jedenfalls unglaublich stolz, was Stephanie da über sich zusammengeschrieben hat:

Nach unserem Urlaub gibt es dann auch wieder mehr von den OLCAs und insbesondere von Stephanie zu lesen, versprochen!!!



2022 07.
Sep.

Na, ist euch die Überschrift aufgefallen? Ich weiß, es hätten für alle Beteiligten auch gerne einhundert Wochen weniger sein können. Genauso sehe ich es bei meinen Besucherzahlen vom Blog: von der Geburtsstunde am 14. Januar 2007 bis zum ersten Stephanie-Genesungseintrag am 19. September 2020 (ca. 12,5 Jahre) hatte ich gerade einmal 29.409 Besucher und nun wurden es in den letzten zwei Jahren bis heute insgesamt 48.011 (ein Plus von 18.602). Glaubt mir, gerne würde ich diese „Erfolge“ gegen eine quietschfidele 26-Jährige eintauschen … aber Trübsalblasen gibt es bei uns nicht. Wir machen nun das Beste draus!

Stephanie ist nun auch schon seit Dienstag wieder in der Residencia OLCA und wir drei freuen uns schon sehr auf die bevorstehenden Urlaubstage. Noch zwei HomeOffice-Arbeitstage und es geht los – geplant sind u.a. ein Wochenende inklusive Seeed-Konzert in Berlin, zum ersten Mal ins Schwimmbad gehen, die Banksy-Ausstellung in Hamburg besuchen und, wenn das Wetter passt, auch ein Besuch im Serengeti-Park Hodenhagen. Schade nur, dass der Sommer vorbei zu sein scheint und nun der große Regen über uns hereinbrechen soll    🙁

Aber springen wir doch zuerst mal zurück zur Fazit-Jubileumswoche und gucken nicht schon jetzt so weit in die Zukunft. Es sollte nur eine Vorwarnung sein, dass ich während unseres Urlaubs wahrscheinlich nicht so oft und ausführlich zum Schreiben kommen werde. Aber keine Angst, ich lasse mir für euch treue Leser doch gerne noch etwas einfallen …

Beim diesmaligen Zusammenstellen der Fotos und Informationen festigte sich in mir der Gedanke, die Tage (DI-SO) mit dem Kind erneut nach Themen zu sortieren.

Die Erkenntnis Nr. 1 ist: wir haben in den fünf Tagen viel zu viel gegessen!!!

Ob beim Fotospaziergang durch Wentorf …

… oder schon bei der Abholung im Pflegezentrum (wir essen immer gemeinsam zu Abend, bevor wir mit einem leerem Magen unseren Wocheneinkauf starten müssen), …

… ob beim Treffen mit Freunden in Uelzen …

… oder bei unserer spontanen Entscheidung, abends mal zum Georgier zu gehen:

Aber mich hat echt gewundert, dass uns diese Sünden und Schlemmereien (Chatschapuri, Chvischtari, Ofenchampignons mit Käse, Chinkali (gekocht, gebraten & mit Spinat-Käse-Füllung), Grillgemüseplatte sowie zum Nachtisch je ein Stück Schokoladen- und Pakhlava-Torte) …

… gewichtstechnisch nicht noch tagelang verfolgt haben    😉

Doch besonders hier hat Stephanie wieder mal kulinarisches Neuland (wieder-)entdecken können und in Uelzen gönnte sie sich zum Kennenlernen den derzeitigen Nummer 1-Hit aus Deutschland: Wildberry Lillet

Aber sie konnte auch austeilen, wie z.B. hier während der Fahrt für Carsten:

In Uelzen …

… waren wir neben dem berühmten Hundertwasser-Bahnhof …

… auch viel in der Altstadt unterwegs und konnten Stephanie neue Dinge zeigen und erklären: Was hat es mit der Hanse auf sich? Was ist eine Gilde? Was sind Stolpersteine?

Ist das Kunst oder kann das weg?

Natürlich durfte ein Eisbecher mit vielen umherschwirrenden Wespen (nicht suchen, es ist keine im Bild) dabei nicht fehlen!

Für dieses Erlebnis vielen lieben Dank an unsere Stadtführer Claudia …

… und Jan (hier links):

Es war ein ganz ganz toller Tag und wir können überhaupt nicht bestätigen, was viele bislang zu uns gesagt haben: dass Uelzen keine schöne Stadt sei. Sie hatten einfach nur nicht die richtigen Ortskundigen bei sich    😉

Wir fanden es total cool    😀

Aber wir waren in den letzten Tagen nicht immer nur als Dreiergespann unterwegs …

… sondern auch mal nur wir Mädels, um weiter am Fotografieren zu feilen:

Dabei begegneten uns so manche Tiere, …

… aber nicht alle ließen sich trotz weichem Fell bereitwillig streicheln:

Den beachtenswertesten Moment aber bekam Stephanie nach dem alleinigen Lösen dieses Puzzles:

Es ist mit 48 Teilen bislang ihr größtes und Carsten versprach ihr, dass er den Hut vor ihr zieht, sollte sie es wirklich ganz alleine schaffen – immerhin war es auch das erste Mal, dass sie dieses Puzzle versucht hat:

Als nächstes wagen wir uns jetzt an Puzzles ohne Rahmen:

Doch dieses, in Uelzen gesichtete 736-Teile-Exemplar, wird wohl sicherlich NIE jemand von uns in Angriff nehmen:

So viele Hüte kann man nicht davor ziehen … obwohl, Stephanie ist schon in Lauerstellung    😉

Süß, wa? Aber es geht sogar noch süßer!!!    🙂

Mach bitte weiter so, mein Kind. Wir geben jedenfalls immer unser Bestes, versprochen!!!



2022 29.
Aug.

Diesmal möchte ich Stephanies Tage bei uns mit ein paar Fotos und etwas mehr Text beschreiben, um am Ende auch ein wenig den Vergleich zur Vergangenheit zu ziehen. Am Freitag feierten wir ja schließlich schon ihren zweiten „Geburtstag 2.0“ – am 26. August 2020 passierte das, was wir nicht Unfall oder so ähnlich, sondern „den Vorfall“ nennen. Wie ihr wisst, wurde sie damals auf dem Weg in die Charité insgesamt dreimal wiederbelebt (deshalb auch „Geburtstag 2.0“) und lag dann zunächst ein halbes Jahr im (Wach-)Koma. An meinem Geburtstag im November 2020 schenke sie mir ihr erstes, ganz kurzes Augenöffnen, um den Jahreswechsel herum schaffte sie damit ihre ersten 5 Minuten (jedoch ohne Fokussierung), im Februar 2021 war die Sedierung endlich aus dem Körper heraus und somit das (Wach-)Koma beendet, bis Ende Februar entledigte sie sich endgültig der Beatmungsmaschine und sogar in Rekordzeit des Tracheostomas, Anfang April hatten wir ein deutliches „Ja / Nein / vielleicht“ eingeübt und Ende April 2021 fing sie endlich wieder mit dem Essen an. An Sprechen war zu der Zeit noch nicht im Ansatz zu denken. Seitdem geht es glücklicherweise stetig aufwärts und da Stephanie von Anfang an immer sehr gut mitmachte und sich auch nie aufgegeben hat, konnten wir gemeinsam mit den Pflege-, Therapeuten- und Ärzteteams das erreichen, was ich euch bis heute jede Woche ausführlich beschreibe.

Und wo stehen wir jetzt im August 2022?

Stephanie ist weiterhin sehr daran interessiert, ihre Fähigkeiten noch mehr auszubauen und das, was sie bislang erreicht hat, zu festigen und zu optimieren. Eben Schrittchen für Schrittchen zur Selbstständigkeit.

Dazu gehört z.B. das Aufdecken des Esstisches:

Carsten und ich packen ihr alles auf den Rollitisch (wir nennen sie deshalb auch liebevoll „unser Packeselchen“), schieben sie mit dem Rollstuhl an den Esstisch und lassen sie in Reichweite ihrer Arme dann alles aufbauen. Beim Frühstück selbst müssen wir ihr tatsächlich nur noch wenig helfen, denn sie schüttet sich alles selbst ein, schneidet und schmiert ihr Brötchen, löffelt ihre Auswahl an Salaten, die sie beim Einkaufen für sich getroffen hat, aus den Schälchen und isst ohne fremde Hilfe ihre Hälfte der Avocado. Vom Füttern wie damals sind wir meilenweit entfernt … wir können uns aber noch sehr gut daran erinnern.

Bleiben wir mal beim Essen: sie hilft mir immer mehr bei den Zubereitungen in der Küche und ich nutze jede Möglichkeit, um ihr dabei stets ein paar neue Handgriffe beizubringen. Am Sonntag musste sie z.B. neben Reiben einer Gurke u.a. auch Knoblauch zerdrücken und am Ende das selbstgemachte Tzatziki umrühren:

Hier ist sicherlich noch sehr viel Übung und Routine notwendig, aber die Anfänge passen und lassen stark hoffen. Auch beim Abtrocknen steuert Stephanie mittlerweile sehr viel mehr bei und sie hat zudem noch nie etwas fallen gelassen oder kaputt gemacht.

Machen wir mal vom Essen einen kleinen Schwenk zur Körperpflege, wo sie peu a peu ebenfalls immer mehr Aufgaben und Handgriffe übernommen hat. Beim Baden wäscht sie sich mit gelegentlicher Hilfe sogar fast schon den gesamten Körper … den Rücken natürlich nicht    😉

Diese Woche haben wir ihr auch zum ersten Mal das Waschen der Haare gezeigt (Shampoo einmassieren, Wasser aufhebeln, Haare ausspülen, Wasser stoppen, Pflegespülung einmassieren, Wasser aufhebeln, Haare erneut ausspülen und Wasser wieder stoppen) und schon beim zweiten Baden bestand meine Aufgabe größtenteils nur noch darin, gelegentlich die Richtung der Brause zu korrigieren, um Überschwemmungen im Badezimmer zu vermeiden. Natürlich ist das vor allem ein ganz ganz großer Verdienst des Personals und der Therapeuten im Pflegezentrum, die diese Prozedur mit Stephanie schon seit Wochen und Monaten durchexerzieren, doch alles in Allem werten wir das Waschen in unserer Badewanne als einen weiteren Meilenstein auf ihrem Weg zur Genesung.

Und wo sie sich ganz besonders angestrengt hat, ist das Kennenlernen und die Benutzung ihres iPhones.

Carsten hatte wohl mal Ende des Jahres angepeilt, dass sie das Smartphone mit ins Pflegezentrum nehmen könne, doch sie ist jetzt schon so weit, dass heute der Mobilfunktarif (unter Beibehaltung ihrer alten Rufnummer) auf O2 umgestellt worden ist, da der Empfang damit in Lüneburg besser ist, als mit einem D-Netz.

Schon ab nächster Woche kann sie dann mit der Familie und ihren Freunden fast täglich in Verbindung bleiben – via WhatsApp, Telegram, Facebook-Messenger und sogar Mail, Telefon und SMS. Und sie könnte dann nicht nur bei uns in Wentorf, sondern jeden Tag im Browser „Wordle“ spielen … mittlerweile macht sie das sogar ganz erfolgreich auf Deutsch und Englisch!

Auch diese Entwicklung kann man sehr schön vergleichen:

Diese Bildchen aus Punkten, die anhand von Zahlen verbunden werden müssen, waren im Oktober 2021 noch sehr herausfordernd für sie – sowohl das Verbinden der Punkte als auch das Erkennen des finalen Bildes. Am Samstag haben wir unsere alten Vordrucke wiedergefunden und ihr dann mal alle vorgelegt bzw. sie diese lösen lassen. Egal ob Birne, Schmetterling, Maus, Katze, Schneemann oder zwei Turteltauben, sie konnte alle ohne Probleme „malen“ und zum Abschluss das Motiv benennen. Dabei haben wir das schon seit Monaten nicht mehr geübt …

Neben solchen (spielerischen) Übungs- und Lernsituationen …

… werden aber auch immer wieder solche Ruhephasen zelebriert:

Dieses Wochenende hat sie aus Erinnerungsgründen die ersten vier Folgen ihrer damaligen Lieblingsserie „Gravity Falls“ angeguckt … sie konnte sich zwar ein wenig an die Charaktere und das Intro, aber gar nicht an die Inhalte erinnern. Doch wie vor dem Vorfall fand sie Gefallen an dieser Comicserie (bei „SpongeBob“ ist das bis heute z.B. total anders) und sie wird sicherlich einmal bei uns Episode für Episode durchgucken.

Und auch das haben wir in der letzten Woche zum ersten Mal ausprobiert:

Der Boden wurde mit Decken etwas ausgepolstert, sie mal von allen lästigen „Strippen befreit“ und dann sollte sie sich hin- und herbewegen, mal nach links rollen, mal nach rechts, mal auf den Bauch drehen und sich dann aber auch wieder aus dieser Lage befreien:

Wo sonst kann sie derzeit so frei und losgelöst einmal alle Extremitäten bewegen und Muskeln entdecken, die bislang im Rolli oder im Bett gar nicht oder nur wenig beansprucht wurden? Es hat ihr echt ganz viel Spaß gemacht und ein paar Optimierungen beim Umdrehen im Bett konnten wir damit sogar auch schon erreichen. Jetzt muss sie nur noch lernen, wie man die Arme und Beine noch viel besser einsetzt und wobei Körperspannung immens hilfreich sein kann. Aber wir sollten immer im Hinterkopf behalten, dass Stephanie all das in Wochen oder Monaten lernt bzw. umsetzt, wozu wir als Kind teilweise Jahre zur Verfügung hatten.

Meine letzte Beschreibung gilt der ganz spontanen Aktion mit der Lerntherapeutin (vielen lieben Dank dafür!), welche mit Stephanie am Sonntagmittag einen sehr aufschlussreichen Neurofeedback-Test durchgeführt hat.

Da mein Wissen in diesem Bereich sehr eingeschränkt und oberflächlich ist, versuche ich eine Erklärung lieber mit Hilfe des Textes auf der Webseite der Lernpraxis:

„[…] Beim Neurofeedback werden Gehirnstromkurven (EEG-Wellen) analysiert. Durch visuell-akustische oder auch taktile Rückkoppelung ist es möglich, abnorme Gehirnwellenaktivität zu verändern und damit eine Verbesserung psychischer sowie physischer Symptome/Funktionen zu erreichen. […] Beim Neurofeedback werden Elektroden auf den Kopf geklebt, um dann die elektrische Aktivität des Gehirns mittels EEG (Elektroenzephalogramm) aufzuzeichnen. Diese EEG-Wellen (Rhythmen) geben in ganz bestimmter Weise Auskunft über gewisse Zustände und kognitive Prozesse im zentralen Nervensystem. […] Da das EEG-Bild noch kein Feedback als solches darstellen kann, wird auf einem Bildschirm z.B. ein Flugzeug gezeigt, welches sich entsprechend der Veränderungen der Gehirnaktivität bewegt. Aufgabe des Trainierenden ist es nun, das Flugzeug sinken oder steigen zu lassen. Die Methode besteht also darin, ein zielgerichtetes Verhalten zu verstärken, welches einer günstigeren Zusammensetzung von Hirnwellen entspricht. […]“

Erste Erkenntnisse aus den bisher ermittelten Kurven (noch kein Flugzeug o.ä.) wurden schon besprochen und Stephanie konnte dadurch wieder etwas mehr über sich und ihr (aus ihrer Sicht komisches) Verhalten lernen. Die Vertiefung zu diesem Thema wird die Lerntherapeutin mit unserem Kind dann individuell ausarbeiten – wir haben da vollstes Vertrauen und lassen die beiden frei entscheiden, wie sie weitermachen wollen. Sowas gehört schließlich auch mit zur Selbstständigkeit, oder ?

Die Zeit zwischen Mittwochabend und Sonntagabend verging jedenfalls wieder wie im Flug und gegen 19:00 haben wir uns im Pflegezentrum vom Kind verabschiedet:

Aber in zwei Tagen sind wir drei OLCAs ja schon wieder zusammen …



2022 22.
Aug.

Willkommen bei der neuen Wochenaufteilung der OLCAs: Stephanie wird am späten Mittwochnachmittag in Lüneburg abgeholt, wir gehen dort in der Nähe noch gemeinsam einkaufen und fahren dann nach Hause, am Donnerstag- und Freitagvormittag bekommt sie ihre Lerntherapiestunden während Carsten und ich im HomeOffice arbeiten, am Wochenende wird nach Möglichkeit viel unternommen und am Sonntagabend liegt das Kind schon wieder in ihrem Bettchen im Pflegezentrum und lässt hoffentlich die vier Tage mit uns noch einmal in Gedanken Revue passieren. Bis auf ein paar geplante Ausnahmen (Urlaub, Feiertage etc.) werden wir so sicherlich die nächsten Monate miteinander verbringen und hoffentlich nicht nur eine tolle Zeit miteinander haben, sondern Dank der 2:1-Betreuung plus der Zusatztherapien auch noch so einiges an Fortschritten und Besserungen aus unserem Kind herauskitzeln können – es gilt wie immer: bitte die Daumen drücken!

Vor allem aber merken wir, dass bei ihr immer mehr im Gedächtnis hängen bleibt und Stephanie durch unsere Fotos, Videos und diese Blogeinträge ihre Erinnerungen wann immer sie möchte auffrischen kann. Aber – und jetzt kommt der Clou – durch das Trainieren mit ihrem iPhone kann sie jetzt sogar seit diesem Wochenende auch gleich selbst für eine Fotodokumentation sorgen:

Dank Carstens Freischaltung und Stephanies Lerneifer hatte sie sich den nächsten Schritt redlich verdient und man mag es kaum glauben, aber solche Schnappschüsse kommen gleich schon jetzt am Anfang dabei raus:

Jetzt muss sie nur noch verinnerlichen, dass sich das gewählte Hauptmotiv sehr viel besser in der Mitte des Bildes macht    😉

Aber ihre Bilder sind schon mal fast alle scharf geworden … da habe ja selbst ich noch sehr viel mehr Probleme gehabt, als ich meine „Fotokarriere“ gestartet habe, und Carsten kopfschüttelnd die vielen unscharfen Fotos gleich beim ersten Durchsehen gelöscht hat. Mal sehen, ob meine Knipsbegeisterung nun auch mal auf Stephanie überspringt – vor dem Vorfall war es nicht gerade Usus. Erzählen konnte sie viel von ihrer Zeit mit Freunden und so, aber Fotos waren in der Regel nicht viele entstanden.

Was war noch passiert? Diesmal verzichte ich auf eine chronologische Zusammenfassung der Tage mit dem Kind und zeige euch lieber Stephanie schwer in Action    🙂

Nicht so schnell vergessen wird sie vor allem die Heimfahrt am Mittwoch, denn kaum hatten wir sie ins Auto gesetzt, den Rollstuhl im Anhänger verzurrt, die Wochen(end)einkäufe in den Kofferraum gepackt und uns selbst ins Auto geworfen, da prasselte ein Regenguss auf Lüneburg nieder, der uns sicherlich innerhalb von Sekunden hätte patschnass werden lassen. Ihr Meteorologinnenherz ging aber erst so richtig auf, als wir fast 30 min lang mit einem schönen Blick auf viele zuckende Blitze ober- und unterhalb der Wolkendecke nach Hamburg gefahren sind:

 
Ein bisschen war es wie bei einem Hund, der bei jeder Ablenkung (bei ihr: Blitz) verstummte und wie paralysiert in die entsprechende Richtung starrte. Sie fand es einfach ganz ganz toll!!!

Am Freitag machten wir einen Mädelsabend, da sich Carsten mit seinen Arbeitskollegen zum Grillen getroffen hat. Wir schnibbelten ganz eifrig (ja, das unscharfe Foto ist von mir) …

… für unseren Salat, …

… spielten u.a. eine Runde Wer-bin-ich und mehrere Stunden Activity-Begriffe durch (nur Beschreiben, keine Darstellung und kein Zeichnen), …

… und schauten uns am Ende bis zu Carstens Rückkehr gegen 22:30 noch alte Videos aus der Anfangszeit nach dem Vorfall an. Selbst sie muss sich mittlerweile den riesengroßen Unterschied bei ihrem Reden, Bewegen und Agieren eingestehen. Sie hat echt schon soooooooooooo viel erreicht!!!

Den oben kurz erwähnten Spaziergang für unsere Fotoexkursion durch Wentorf versüßten wir uns mit einem Stopp bei McDonalds (dieser Frappe wurde redlich am Drive-Thru-Schalter „erlaufen“ und für Carsten via Telegram dokumentiert) …

… und am Ende der Runde mit einer Einkehr in dem Eiscafé unterhalb unserer Wohnung:

Stephanie wollte schon seit Längerem mal die dort beworbenen Kugelwaffeln ausprobieren:

Nicht nur uns haben sie geschmeckt, zum Ende hin wurden es immer mehr Mitesser … aber sie blieben zum Glück friedlich und waren nicht zu aggressiv:

Apropos Essen: am Sonntag futterten wir uns kreuz und quer durch das Gelände des Streetfood-Festivals in Lüneburg:

Trotz so mancher längeren Schlange und Wartezeit …

… labten wir uns an einem Burgerrito (Burger & Pommes zu einem Burrito gewickelt), …

… kanadischer Poutine, …

… einem Krokodil-Burger und einem Strauß-Burger, …

… und zu guter Letzt noch an Süßkartoffelpommes mit Pulled Pork. Leider (oder zum Glück?) hatten wir danach keine Kapazitäten mehr, uns noch am vorhandenen Insektenangebot zu versuchen    😉    beim nächsten Mal vielleicht    🙂

Natürlich puzzelte Stephanie auch diese Woche wieder eifrig und kam diesmal sogar schon mit einem größeren Bild (48 Teile) recht gut klar:

Das schon des Öfteren beschriebene Auffädeln der bunten Perlen nach Farbvorgabe (blau-gelb, rot-gelb-grün, schwarz-gelb etc.) hat sie mittlerweile sowohl mit Rechts als auch mit Links so gut drauf, …

… dass wir es eher als perfekte Entspannungsübung zwischen unseren Konzentrationsübungen nehmen, wie z.B. russische Wörter vorlesen und übersetzen …

… oder Bilderwitze beschreiben und somit die Einzelheiten erkennen:

Hier muss sie sich echt sehr anstrengen, um die ganzen Andeutungen oder Zeichnungen richtig zu verstehen und in Einklang zu bringen. Ein unter dem Bett hervorlugender Katzenschwanz ist kopftechnisch für sie noch kein Indiz für eine unter dem Bett liegende Katze – daran muss sie und müssen wir arbeiten. Laut der Lerntherapeutin ist der Fachbegriff hierfür „Gestaltschliessen“ … ja, auch wir lernen immer wieder mit dazu    🙂

Dass unsere vielen Bemühungen aber auch was bringen, sieht man sehr deutlich an dieser recht komplexen Abfolge von Handgriffen – das Aufschließen und Öffnen einer Haustür:

 
Da fehlt echt nicht mehr viel und sie kann das ganz alleine, davon bin ich fest überzeugt. Und dann gehen wir zur nächsten alltäglichen Bewegungsabfolge über … und zur nächsten … und zur nächsten …

Ihr erinnert euch sicherlich noch an das OLCA-Credo oder unser Mantra: Schrittchen für Schrittchen    😉

Tschakka – wir schaffen das!



2022 17.
Aug.

Oje, diesmal gibt es wieder viel zu berichten und so einiges an Fotos zu zeigen. Vor allem ist schon wieder soooo viel Neues passiert bzw. für uns drei begann ein neuer Abschnitt. Denn bislang war Stephanie hauptsächlich am Wochenende bei uns in Wentorf (FR Holen, SO Bringen) plus in der Regel die erste Woche im Monat von Dienstagnachmittag bis Sonntagabend. Da wir nun aber für sie noch eine weitere professionelle Förderung mit ins Therapieboot geholt haben, wird sie ab der laufenden Woche immer (!) am Mittwochnachmittag abgeholt und am Sonntagabend wieder zurück ins Pflegezentrum gebracht werden. Die Familie kommt also wieder sehr viel öfters und vor allem länger zusammen …

Aber zuerst berichte ich hiermit über die vergangene Woche, wo wir sie schon am Dienstagnachmittag in Lüneburg abgeholt haben, sie an den folgenden drei Wochentagen (MI-FR) ihre ersten Therapiestunden in Wentorf besuchen konnte und wir das Wochenende in Cuxhaven verbrachten, wo wir Andrea und Karl beim Urlauben besuchten.

Ich werde versuchen, es in sinnvolle Blöcke zu teilen, denn alles chronologisch darzustellen könnte mitunter etwas langweilig werden. Beginnen wir mal mit „Was hat sich getan bzw. welche Fortschritte gibt es zu vermelden?“.

Was fällt euch auf den folgenden Fotos auf?

Am Mittwochabend beim Dönermann (nein, Carsten füttert sie nicht, sondern sie fasst gerade ihre 18-Uhr-Pillen ab), …

… auf dem Weg nach Cuxhaven ein Frühstück bei McDonalds, …

… in Cuxhaven dann Einkehr in einem Eiscafé, …

… und abends noch ein Essen im Fischrestaurant:

Falsch, wer jetzt nur auf das Essen geguckt hat    😉    richtig, wer gesehen hat, dass sie zu keinem der gezeigten Mahlzeiten einen Kleidungsschutz a.k.a. Schlabberlatz getragen hat! Bei Flüssigkeiten (z.B. Müsli & Suppen) und sehr krümeligen Angelegenheiten (das Sitzen im Rolli ist dann schließlich wie Kekse im Bett gegessen zu haben) legen wir ihr vorsichtshalber noch einen „Auffänger“ an, aber für alles andere können wir und vor allem sie mittlerweile vollkommen darauf verzichten. Haken dran, Baustelle abgeschlossen – yipeah!!!

Dann hat sie an den uns verbrachten Tage sehr sehr fleißig mit ihrem iPhone geübt …

… und da sie neben dem iPad samt Bluetooth-Tastatur auch mit der kleinen Displaytastatur auf dem Smartphone so gut zurechtkommt, hat Carsten für sie schon mal die App Telegram komplett freigegeben:

Als nächstes werden bald Webbrowser (insbesondere für WORDLE), Fotokamera, Email und Endlos-Quiz folgen …

Ich wiederum habe mit ihr erfolgreich Bilder ausgeschnitten und sie diese auf Karton kleben lassen:

Ganz ehrlich, das mit dem Klebestift hat sie fast schon ganz intuitiv gemacht – ich musste ihr nicht mal viel erklären oder großartig helfen:

Ganz toll macht sie sich auch beim Lesen …

… und Vorlesen. Sie liest uns derzeit fast jeden Tag für 10 Minuten etwas vor – derzeit aus dem Was-ist-Was-Buch „Band 7 – Das Wetter“. Klappte ebenfalls von Anfang an recht gut, denn sie verlor sich nicht in den Zeilen, hatte keine Wortschwierigkeiten oder sprach besonders undeutlich. Wir denken, dass dies eine besonders gute und wichtige Übung für später ist.

Zudem hat sie ab jetzt die Aufgabe, immer unsere Wohnungstür zu öffnen, wenn wir nach Hause kommen:

Wisst ihr eigentlich, wie kompliziert und komplex ein solcher Vorgang sein kann: den Schlüsselbund in die Hand nehmen, den richtigen Schlüssel raussuchen, den Schlüssel mit dem Bart nach unten zum und ins Schloss führen, den Schlüssel in der Hand bzw. mit den Fingern umdrehen, die Tür aufstoßen und zum Abschluss den Schlüssel wieder aus dem Schloss herausziehen, ohne dass die Tür erneut ins Schloss fällt. Puh, sooooo viele Arbeitsschritte! Da wird sie zwar noch ein paar Male bis zur Routine brauchen, aber die Ansätze sind schon sehr vielversprechend.

Und wo wir von Routine sprechen: die Fahrt in die Notaufnahme sind für Carsten und Stephanie auch schon fast zu einer geworden. Vier Tage vor dem eigentlichen Wechsel im Pflegezentrum hat sich Stephanies SPDK mal wieder für eine Blockade entschieden und der Schlauch durch die Bauchdecke bis in die Blase kann leider nur mit urologischer Hilfe ausgetauscht werden. Doch Carsten und das Kind haben (vor-)mittags zunächst ganz brav ihre Termine absolviert und sind dann erst ins Krankenhaus gefahren, haben die eine Stunde Warten mit Spielen (2×2-Tangram-Figuren) überbrückt …

… und am Ende konnte die Urologin sich sogar noch ganz genau an Stephanie erinnern. Sie war nämlich schon beim ersten Mal, damals Ende Februar diesen Jahres, die behandelnde Ärztin in der Notaufnahme.

Nach 90 min war alles vorbei (das hatten wir auch schon mal sehr viel länger!) und beide kamen mit Hunger nach Hause – es war schließlich Zeit fürs Abendessen    😉

Die größte Neuerung bei und für Stephanie in dieser Woche war aber der Besuch einer Lern-Praxis. Im Pflegezentrum bekommt unser Kind größtenteils Therapien mit physischem Charakter und wir machten uns vor ein paar Wochen mal Gedanken, wie wir parallel auch die geistige Förderung mit unterbringen könnten. Stephanie ist zwar noch jung, aber aus staatlicher Sicht nicht mehr schulpflichtig … doch genau so ein Schulbesuch würde ihr definitiv ganz gut tun. Also haben wir über Nachhilfe & Co. für das Lesen, Schreiben, Rechnen usw. nachgedacht und erinnerten uns, dass wir eigentlich fast jeden Tag ein Stockwerk tiefer an einer Tür mit dem Schild „Lern-Praxis“ vorbeigehen. Wir haben deshalb mal unverbindlich nachgefragt, Stephanie gleich mit vorgestellt und die Lerntherapeutin sah in unserem Kind eine sehr schöne Herausforderung, derer sie sich sehr gerne annehmen würde, da sie auch eine kleine Abwechslung zur normalen Klientel der Erstklässler bis Abiturienten darstellt.

Für uns könnte es nicht perfekter sein: während wir am Donnerstag und Freitag im HomeOffice arbeiten, kann Stephanie nur ein Stockwerk tiefer ihrer geistigen Weiterentwicklung von 10:30 bis 12:00 nachgehen. Ja, es ist am Ende nicht nur eine Entscheidung von uns gewesen, sondern es wurde im Vorfeld genau mit dem Kind abgesprochen und sie begrüßte diese zusätzlichen Therapie- und Unterrichtstunden sehr. Natürlich sicherlich auch mit Blick auf die beiden zusätzlichen Tage bei uns in Wentorf sein zu können    😉

In dieser Woche jedenfalls trafen sich Stephanie und Sabine Loose gleich an drei Vormittagen und die Chemie zwischen den beiden stimmt, Stephanie hat zudem sehr großen Spaß an den 90 min pro Tag und die ersten gewonnenen Erkenntnisse der ausgebildeten Therapeutin ergänzen hervorragend unsere hobbypsychologischen sowie aus dem Bauch heraus kreierten Maßnahmen für das Training und die Übungen zu Stephanies Genesung. So manches Verhalten von ihr kann nun noch besser erkannt, analysiert und der Prozess zur Optimierung bis zur Selbstständigkeit unterstützt werden. Wir jedenfalls gehen nun noch positiver in unsere optimistische Zukunftsaussicht, bei der wir damit rechnen, dass Stephanie in ca. 3-4 Jahren wieder zu einem eigenständigen Leben übergehen kann. Tschakka – wir schaffen das!

Zudem hat die Lern-Praxis auch noch ein paar mehr Spiele und Hilfsmittel parat, die wir zusammen mit Stephanie nutzen können. Ich startete gleich mal mit diesem Tangram-Spiel, welches Carsten und sie auch mit im Wartebereich der Notaufnahme hatten:

So, die verbliebenen beiden Tage (SA & SO) würde ich dann gerne wieder chronologisch beschreiben wollen, denn bei all dem Üben und Trainieren darf eine Auszeit auf keinen Fall zu kurz kommen. Derzeit sind die Große und ihr Freund aus Österreich bis an die Nordsee gekommen, um ebenfalls ein paar Tage ausspannen zu können. Also haben wir uns für das Wochenende in Cuxhaven verabredet, wo Andrea und Karl eine Ferienwohnung gemietet haben und wir uns für die eine Nacht in ein Hostel einquartierten.

Auf der Hinfahrt (morgens entstanden hier auch die McDonalds-Fotos, s.o.) bewies Stephanie erneut, wie gut sie trotz der Einschränkung von Linki schon beide Hände einsetzen kann, denn sie fütterte Carsten während der Fahrt mit Weintrauben, die sie zuerst noch von der Rebe abpflücken musste:

Dabei fiel ihr wirklich keine einzige Weintraube oder gar die ganze Schüssel runter und sie vergaß auch keinen Stiel zu entfernen! Bravo, Bravissimo!!!

In Cuxhaven angekommen, haben wir Andrea und Karl eingesammelt und sind bei einer Fischbude zum Mittagessen eingekehrt … mehr als riechen wollte Stephanie den Fisch allerdings nicht und entschied sich als einzige für eine fischfreie Portion Pommes:

Wir bezogen dann unser Zimmer und eigentlich hätte es bei Stephanies Erinnerung rumoren können, denn dieses Interieur kannte sie eigentlich schon aus ihren insgesamt sechs Monaten in Bremerhaven, wo sie in einem Hostel dieses Betreibers untergekommen ist, welches ebenfalls genau diese großflächig roten Akzente aufwies:

Schade, doch hier konnte nix herausgekitzelt werden    🙁    aber macht nix.

Wir sind dann zu fünft durch das Hafengelände gelaufen, …

… nahmen die vielen maritimen Eindrücke in uns auf, …

… wechselten uns beim Schieben immer wieder mal ab, …

… und genossen den herrlichen Ausblick auf die Elbemündung in die Nordsee:

Einen noch besseren Ausblick hatten wir aber von dem Dach unseres Hostels (7. Stock), von wo man nicht nur auf unser Autogespann herab sah, …

… sondern auch gleich viel mehr vom Hafenbecken und der Elbe (am Horizont) entdecken konnte:

Wir haben dort oben echt lange gestanden und dem regen Treiben da unten zugeguckt:

Zwar verließen wir diese Lokation für das Abendessen in einem nahe gelegenen Fischrestaurant, …

.. aber pünktlich zum Sonnenuntergang …

… und Mondaufgang …

… waren wir wieder dort oben. Wir hatten sogar das Glück, eine aus Hamburg auslaufende AIDA mitzuerleben:

Stephanie und wir waren von allem sehr beeindruckt! Und entdeckten hier und da immer wieder mal was neues und interessantes:

Es wurde ein superschöner Ausklang an diesem Tag:

Zum Sonntagsfrühstück trafen wir uns wieder mit Andrea und Karl, die zuvor in der Fußgängerzone bzw. im Lotsenviertel ein kleines aber feines Café entdeckt haben, …

… wo wir neben leckerem Kaffee auch ein solches Frühstück abgreifen konnten:

Es war alles soooooo lecker und mit viel Liebe zubereitet. Selbst die Wespen waren hier nur wenig vertreten und begnügten sich auch schon mit allem, was wir extra für sie ausgelegt haben:

Am Ende verweilten wir sogar insgesamt zweieinhalb Stunden dort und machten uns erst nach 12:00 auf den Weg zur Elbe bzw. dem dazugehörigen Deich mit seinen Steigungen und Abfahrten – runter klappt beim Rolli immer nur rückwärts:

Wir sind dann am Yachthafen vorbei …

.. bis zu einem Badestrand, wo wir erneut den herrlichen Ausblick auf die Elbe genossen:

Ob riesengroße, vorbeifahrende Schiffe …

… oder kleinere Ausflugsboote, …

… es war alles so nett anzusehen. Entspannen wie bei einem richtigen Urlaub    😉

Wir mussten unseren Ausguck (bei dem Sommerwetter herrlich im Schatten eines Leuchtturmes) aber trotzdem wieder verlassen …

… und sind dann mit den Kindern zusammen zu deren Ferienwohnung gelaufen, …

… wo wir vor der dreistündigen Autofahrt bis Lüneburg noch einmal im Schatten verschnaufen und Wasser auftanken konnten:

Diesen kleinen Kerl hier fand ich übrigens besonders süß:

Eben ein richtig wahrhaftiger Wasserhahn!!!

Wir quatschten und schäkerten noch ein wenig bis 15:00 …

… und machten uns dann auf den Weg zurück in Pflegezentrum, wo wir pünktlich gegen 19:00 ankamen:

Bevor wir Stephanie für die nächsten drei Tage (!!!!!!!) – am Mittwoch wird sie ja schon wieder abgeholt – verabschiedeten, dekorierten wir noch schnell ihre Zimmerwand mit einem Poster, …

… welches sie sich zuvor selbst ausgesucht hatte. Ist klar warum, oder?    😉

Wir hatten jedenfalls eine ganz ganz tolle Zeit mit den Kindern, haben wieder einmal viel erlebt und auch immer etwas Neues dazugelernt – die ganze Woche von Dienstag bis Sonntag hindurch. Es wird einfach nie langweilig bei den OLCAs!

Mal sehen, wie uns der neue Termin- und Wochenplan auf dem Weg von Stephanies Genesung behilflich sein kann – wir sind jedenfalls sehr zuversichtlich und solange das Kind weiterhin so gut mitmacht wie bisher, wird es neben Spiel, Spaß und Freude sicherlich auch Erfolg bei den Therapien und weitere Fortschritte geben. So schnell ist sie noch lange nicht „kaputtgespielt“, wetten!?!