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Kommentar:   

 
Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2022 17.
Aug.

Oje, diesmal gibt es wieder viel zu berichten und so einiges an Fotos zu zeigen. Vor allem ist schon wieder soooo viel Neues passiert bzw. fĂŒr uns drei begann ein neuer Abschnitt. Denn bislang war Stephanie hauptsĂ€chlich am Wochenende bei uns in Wentorf (FR Holen, SO Bringen) plus in der Regel die erste Woche im Monat von Dienstagnachmittag bis Sonntagabend. Da wir nun aber fĂŒr sie noch eine weitere professionelle Förderung mit ins Therapieboot geholt haben, wird sie ab der laufenden Woche immer (!) am Mittwochnachmittag abgeholt und am Sonntagabend wieder zurĂŒck ins Pflegezentrum gebracht werden. Die Familie kommt also wieder sehr viel öfters und vor allem lĂ€nger zusammen …

Aber zuerst berichte ich hiermit ĂŒber die vergangene Woche, wo wir sie schon am Dienstagnachmittag in LĂŒneburg abgeholt haben, sie an den folgenden drei Wochentagen (MI-FR) ihre ersten Therapiestunden in Wentorf besuchen konnte und wir das Wochenende in Cuxhaven verbrachten, wo wir Andrea und Karl beim Urlauben besuchten.

Ich werde versuchen, es in sinnvolle Blöcke zu teilen, denn alles chronologisch darzustellen könnte mitunter etwas langweilig werden. Beginnen wir mal mit „Was hat sich getan bzw. welche Fortschritte gibt es zu vermelden?“.

Was fÀllt euch auf den folgenden Fotos auf?

Am Mittwochabend beim Dönermann (nein, Carsten fĂŒttert sie nicht, sondern sie fasst gerade ihre 18-Uhr-Pillen ab), …

… auf dem Weg nach Cuxhaven ein FrĂŒhstĂŒck bei McDonalds, …

… in Cuxhaven dann Einkehr in einem EiscafĂ©, …

… und abends noch ein Essen im Fischrestaurant:

Falsch, wer jetzt nur auf das Essen geguckt hat    😉    richtig, wer gesehen hat, dass sie zu keinem der gezeigten Mahlzeiten einen Kleidungsschutz a.k.a. Schlabberlatz getragen hat! Bei FlĂŒssigkeiten (z.B. MĂŒsli & Suppen) und sehr krĂŒmeligen Angelegenheiten (das Sitzen im Rolli ist dann schließlich wie Kekse im Bett gegessen zu haben) legen wir ihr vorsichtshalber noch einen „AuffĂ€nger“ an, aber fĂŒr alles andere können wir und vor allem sie mittlerweile vollkommen darauf verzichten. Haken dran, Baustelle abgeschlossen – yipeah!!!

Dann hat sie an den uns verbrachten Tage sehr sehr fleißig mit ihrem iPhone geĂŒbt …

… und da sie neben dem iPad samt Bluetooth-Tastatur auch mit der kleinen Displaytastatur auf dem Smartphone so gut zurechtkommt, hat Carsten fĂŒr sie schon mal die App Telegram komplett freigegeben:

Als nĂ€chstes werden bald Webbrowser (insbesondere fĂŒr WORDLE), Fotokamera, Email und Endlos-Quiz folgen …

Ich wiederum habe mit ihr erfolgreich Bilder ausgeschnitten und sie diese auf Karton kleben lassen:

Ganz ehrlich, das mit dem Klebestift hat sie fast schon ganz intuitiv gemacht – ich musste ihr nicht mal viel erklĂ€ren oder großartig helfen:

Ganz toll macht sie sich auch beim Lesen …

… und Vorlesen. Sie liest uns derzeit fast jeden Tag fĂŒr 10 Minuten etwas vor – derzeit aus dem Was-ist-Was-Buch „Band 7 – Das Wetter“. Klappte ebenfalls von Anfang an recht gut, denn sie verlor sich nicht in den Zeilen, hatte keine Wortschwierigkeiten oder sprach besonders undeutlich. Wir denken, dass dies eine besonders gute und wichtige Übung fĂŒr spĂ€ter ist.

Zudem hat sie ab jetzt die Aufgabe, immer unsere WohnungstĂŒr zu öffnen, wenn wir nach Hause kommen:

Wisst ihr eigentlich, wie kompliziert und komplex ein solcher Vorgang sein kann: den SchlĂŒsselbund in die Hand nehmen, den richtigen SchlĂŒssel raussuchen, den SchlĂŒssel mit dem Bart nach unten zum und ins Schloss fĂŒhren, den SchlĂŒssel in der Hand bzw. mit den Fingern umdrehen, die TĂŒr aufstoßen und zum Abschluss den SchlĂŒssel wieder aus dem Schloss herausziehen, ohne dass die TĂŒr erneut ins Schloss fĂ€llt. Puh, sooooo viele Arbeitsschritte! Da wird sie zwar noch ein paar Male bis zur Routine brauchen, aber die AnsĂ€tze sind schon sehr vielversprechend.

Und wo wir von Routine sprechen: die Fahrt in die Notaufnahme sind fĂŒr Carsten und Stephanie auch schon fast zu einer geworden. Vier Tage vor dem eigentlichen Wechsel im Pflegezentrum hat sich Stephanies SPDK mal wieder fĂŒr eine Blockade entschieden und der Schlauch durch die Bauchdecke bis in die Blase kann leider nur mit urologischer Hilfe ausgetauscht werden. Doch Carsten und das Kind haben (vor-)mittags zunĂ€chst ganz brav ihre Termine absolviert und sind dann erst ins Krankenhaus gefahren, haben die eine Stunde Warten mit Spielen (2×2-Tangram-Figuren) ĂŒberbrĂŒckt …

… und am Ende konnte die Urologin sich sogar noch ganz genau an Stephanie erinnern. Sie war nĂ€mlich schon beim ersten Mal, damals Ende Februar diesen Jahres, die behandelnde Ärztin in der Notaufnahme.

Nach 90 min war alles vorbei (das hatten wir auch schon mal sehr viel lĂ€nger!) und beide kamen mit Hunger nach Hause – es war schließlich Zeit fĂŒrs Abendessen    😉

Die grĂ¶ĂŸte Neuerung bei und fĂŒr Stephanie in dieser Woche war aber der Besuch einer Lern-Praxis. Im Pflegezentrum bekommt unser Kind grĂ¶ĂŸtenteils Therapien mit physischem Charakter und wir machten uns vor ein paar Wochen mal Gedanken, wie wir parallel auch die geistige Förderung mit unterbringen könnten. Stephanie ist zwar noch jung, aber aus staatlicher Sicht nicht mehr schulpflichtig … doch genau so ein Schulbesuch wĂŒrde ihr definitiv ganz gut tun. Also haben wir ĂŒber Nachhilfe & Co. fĂŒr das Lesen, Schreiben, Rechnen usw. nachgedacht und erinnerten uns, dass wir eigentlich fast jeden Tag ein Stockwerk tiefer an einer TĂŒr mit dem Schild „Lern-Praxis“ vorbeigehen. Wir haben deshalb mal unverbindlich nachgefragt, Stephanie gleich mit vorgestellt und die Lerntherapeutin sah in unserem Kind eine sehr schöne Herausforderung, derer sie sich sehr gerne annehmen wĂŒrde, da sie auch eine kleine Abwechslung zur normalen Klientel der ErstklĂ€ssler bis Abiturienten darstellt.

FĂŒr uns könnte es nicht perfekter sein: wĂ€hrend wir am Donnerstag und Freitag im HomeOffice arbeiten, kann Stephanie nur ein Stockwerk tiefer ihrer geistigen Weiterentwicklung von 10:30 bis 12:00 nachgehen. Ja, es ist am Ende nicht nur eine Entscheidung von uns gewesen, sondern es wurde im Vorfeld genau mit dem Kind abgesprochen und sie begrĂŒĂŸte diese zusĂ€tzlichen Therapie- und Unterrichtstunden sehr. NatĂŒrlich sicherlich auch mit Blick auf die beiden zusĂ€tzlichen Tage bei uns in Wentorf sein zu können    😉

In dieser Woche jedenfalls trafen sich Stephanie und Sabine Loose gleich an drei Vormittagen und die Chemie zwischen den beiden stimmt, Stephanie hat zudem sehr großen Spaß an den 90 min pro Tag und die ersten gewonnenen Erkenntnisse der ausgebildeten Therapeutin ergĂ€nzen hervorragend unsere hobbypsychologischen sowie aus dem Bauch heraus kreierten Maßnahmen fĂŒr das Training und die Übungen zu Stephanies Genesung. So manches Verhalten von ihr kann nun noch besser erkannt, analysiert und der Prozess zur Optimierung bis zur SelbststĂ€ndigkeit unterstĂŒtzt werden. Wir jedenfalls gehen nun noch positiver in unsere optimistische Zukunftsaussicht, bei der wir damit rechnen, dass Stephanie in ca. 3-4 Jahren wieder zu einem eigenstĂ€ndigen Leben ĂŒbergehen kann. Tschakka – wir schaffen das!

Zudem hat die Lern-Praxis auch noch ein paar mehr Spiele und Hilfsmittel parat, die wir zusammen mit Stephanie nutzen können. Ich startete gleich mal mit diesem Tangram-Spiel, welches Carsten und sie auch mit im Wartebereich der Notaufnahme hatten:

So, die verbliebenen beiden Tage (SA & SO) wĂŒrde ich dann gerne wieder chronologisch beschreiben wollen, denn bei all dem Üben und Trainieren darf eine Auszeit auf keinen Fall zu kurz kommen. Derzeit sind die Große und ihr Freund aus Österreich bis an die Nordsee gekommen, um ebenfalls ein paar Tage ausspannen zu können. Also haben wir uns fĂŒr das Wochenende in Cuxhaven verabredet, wo Andrea und Karl eine Ferienwohnung gemietet haben und wir uns fĂŒr die eine Nacht in ein Hostel einquartierten.

Auf der Hinfahrt (morgens entstanden hier auch die McDonalds-Fotos, s.o.) bewies Stephanie erneut, wie gut sie trotz der EinschrĂ€nkung von Linki schon beide HĂ€nde einsetzen kann, denn sie fĂŒtterte Carsten wĂ€hrend der Fahrt mit Weintrauben, die sie zuerst noch von der Rebe abpflĂŒcken musste:

Dabei fiel ihr wirklich keine einzige Weintraube oder gar die ganze SchĂŒssel runter und sie vergaß auch keinen Stiel zu entfernen! Bravo, Bravissimo!!!

In Cuxhaven angekommen, haben wir Andrea und Karl eingesammelt und sind bei einer Fischbude zum Mittagessen eingekehrt … mehr als riechen wollte Stephanie den Fisch allerdings nicht und entschied sich als einzige fĂŒr eine fischfreie Portion Pommes:

Wir bezogen dann unser Zimmer und eigentlich hĂ€tte es bei Stephanies Erinnerung rumoren können, denn dieses Interieur kannte sie eigentlich schon aus ihren insgesamt sechs Monaten in Bremerhaven, wo sie in einem Hostel dieses Betreibers untergekommen ist, welches ebenfalls genau diese großflĂ€chig roten Akzente aufwies:

Schade, doch hier konnte nix herausgekitzelt werden    🙁    aber macht nix.

Wir sind dann zu fĂŒnft durch das HafengelĂ€nde gelaufen, …

… nahmen die vielen maritimen EindrĂŒcke in uns auf, …

… wechselten uns beim Schieben immer wieder mal ab, …

… und genossen den herrlichen Ausblick auf die ElbemĂŒndung in die Nordsee:

Einen noch besseren Ausblick hatten wir aber von dem Dach unseres Hostels (7. Stock), von wo man nicht nur auf unser Autogespann herab sah, …

… sondern auch gleich viel mehr vom Hafenbecken und der Elbe (am Horizont) entdecken konnte:

Wir haben dort oben echt lange gestanden und dem regen Treiben da unten zugeguckt:

Zwar verließen wir diese Lokation fĂŒr das Abendessen in einem nahe gelegenen Fischrestaurant, …

.. aber pĂŒnktlich zum Sonnenuntergang …

… und Mondaufgang …

… waren wir wieder dort oben. Wir hatten sogar das GlĂŒck, eine aus Hamburg auslaufende AIDA mitzuerleben:

Stephanie und wir waren von allem sehr beeindruckt! Und entdeckten hier und da immer wieder mal was neues und interessantes:

Es wurde ein superschöner Ausklang an diesem Tag:

Zum SonntagsfrĂŒhstĂŒck trafen wir uns wieder mit Andrea und Karl, die zuvor in der FußgĂ€ngerzone bzw. im Lotsenviertel ein kleines aber feines CafĂ© entdeckt haben, …

… wo wir neben leckerem Kaffee auch ein solches FrĂŒhstĂŒck abgreifen konnten:

Es war alles soooooo lecker und mit viel Liebe zubereitet. Selbst die Wespen waren hier nur wenig vertreten und begnĂŒgten sich auch schon mit allem, was wir extra fĂŒr sie ausgelegt haben:

Am Ende verweilten wir sogar insgesamt zweieinhalb Stunden dort und machten uns erst nach 12:00 auf den Weg zur Elbe bzw. dem dazugehörigen Deich mit seinen Steigungen und Abfahrten – runter klappt beim Rolli immer nur rĂŒckwĂ€rts:

Wir sind dann am Yachthafen vorbei …

.. bis zu einem Badestrand, wo wir erneut den herrlichen Ausblick auf die Elbe genossen:

Ob riesengroße, vorbeifahrende Schiffe …

… oder kleinere Ausflugsboote, …

… es war alles so nett anzusehen. Entspannen wie bei einem richtigen Urlaub    😉

Wir mussten unseren Ausguck (bei dem Sommerwetter herrlich im Schatten eines Leuchtturmes) aber trotzdem wieder verlassen …

… und sind dann mit den Kindern zusammen zu deren Ferienwohnung gelaufen, …

… wo wir vor der dreistĂŒndigen Autofahrt bis LĂŒneburg noch einmal im Schatten verschnaufen und Wasser auftanken konnten:

Diesen kleinen Kerl hier fand ich ĂŒbrigens besonders sĂŒĂŸ:

Eben ein richtig wahrhaftiger Wasserhahn!!!

Wir quatschten und schĂ€kerten noch ein wenig bis 15:00 …

… und machten uns dann auf den Weg zurĂŒck in Pflegezentrum, wo wir pĂŒnktlich gegen 19:00 ankamen:

Bevor wir Stephanie fĂŒr die nĂ€chsten drei Tage (!!!!!!!) – am Mittwoch wird sie ja schon wieder abgeholt – verabschiedeten, dekorierten wir noch schnell ihre Zimmerwand mit einem Poster, …

… welches sie sich zuvor selbst ausgesucht hatte. Ist klar warum, oder?    😉

Wir hatten jedenfalls eine ganz ganz tolle Zeit mit den Kindern, haben wieder einmal viel erlebt und auch immer etwas Neues dazugelernt – die ganze Woche von Dienstag bis Sonntag hindurch. Es wird einfach nie langweilig bei den OLCAs!

Mal sehen, wie uns der neue Termin- und Wochenplan auf dem Weg von Stephanies Genesung behilflich sein kann – wir sind jedenfalls sehr zuversichtlich und solange das Kind weiterhin so gut mitmacht wie bisher, wird es neben Spiel, Spaß und Freude sicherlich auch Erfolg bei den Therapien und weitere Fortschritte geben. So schnell ist sie noch lange nicht „kaputtgespielt“, wetten!?!



2022 08.
Aug.

Ich möchte mich schon gleich am Anfang fĂŒr die gleich gezeigten, ach so vielen Fotos und zwei Videos entschuldigen, aber an diesem Wochenende gab es fĂŒr Stephanie wieder soooooooooo viel zu entdecken … und dabei sind eben so viele, schöne Fotos entstanden. Dies ist wirklich nur eine kleine Auswahl    😉

Beginnen möchte ich allerdings mit einem Video vom Freitag, welches Stephanie in Aktion mit einer Currywurst zeigt. Warum ich mir das ausgesucht habe? Zum einen, weil sie mittlerweile auch ohne Kleidungsschutz isst und zum anderen, weil ich ihre Pickertechnik schon sehr ausgefeilt und ausgereift finde:

 
Am Samstag unternahmen wir erneut einen Ausflug in den Westen Hamburgs – im Gegensatz zu letztem Wochenende (Altes Land) diesmal nördlich der Elbe, aber erneut, um sich mit Freundschaften aus ihrem Studium zu treffen.

Die erste HĂ€lfte des Tages …

… liefen wir noch zu dritt entlang des Elbdeiches …

… und zĂ€hlten u.a. die dortigen RasenmĂ€her:

Unser erstes Zwischenziel war eine Vogelstation des NABU …

… wo Infotafeln …

… und Ausgucke herrliche Vogel- und Tierbeobachtungen möglich machten:

Man konnte sich dort zudem ein Fernglas ausleihen, um Wasservögel, …

… allgemeine Vögel, …

… Insekten …

… und andere Tiere, wie z.B. dieses schwimmende Nutria, besser entdecken und beobachten zu können:

Leider konnten wir nicht alle der drei BeobachtungshĂŒtten erreichen, denn bei diesem Weg …

… fehlten leider ein paar entscheidende Zentimeter, um mit dem Rollstuhl durchzupassen. Ja, wir haben es natĂŒrlich mit Elan versucht …

… und sind klĂ€glich gescheitert. Da blieb am Ende nur ein ZurĂŒckrollen    🙁    blöd, blöd, blöd

Aber die anderen beiden HĂŒtten konnten wir sehr gut anfahren, denn die Wege dorthin waren breit und rollitauglich:

Auf Posten testeten wir gleich mal das ausgeliehene Fernglas aus, doch zum GlĂŒck war auch schon mit bloßem Auge alles sehr gut zu erkennen, denn irgendwie haben Stephanie und Carsten das mit der Sehhilfe einfach nicht besonders gut hinbekommen    🙁

Ist aber auch schwer, wenn man auf die Schnelle nicht die richtige Ausklappbreite, die richtige SchĂ€rfe fĂŒr BrillentrĂ€ger und vor allem nicht die richtige Richtung zum Objekt hinbekommt. Carsten konnte von außen dabei leider nicht sehr viel helfen und Stephanie fehlt natĂŒrlich die Übung im Umgang mit einem solchen Teil:

Aber wir sind uns einig, dass wir zuhause wohl krĂ€ftig mit unserem eigenen Fernglas ĂŒben und noch einmal hierhin kommen werden. Haben wir jemals aufgegeben? Eben …

Auf dem Weg zurĂŒck lernten wir noch, das wir falsch angezogen waren    😉    …

… und wie garstig und stachelig Disteln sein können:

Aber das ist es ja, was wir insbesondere beim Kind mit solchen AusflĂŒgen erreichen wollen: neue Dinge kennenlernen, sich diesen neuen Dingen stellen und die Welt mit Augen, HĂ€nden und dem ganzen Körper erforschen.

Klingt sehr pathetisch, aber beschreibt perfekt die nÀchste Stunde bei unserem zweiten Zwischenziel:

Zwei ehemalige Mitkommilitonen aus Stephanies Zeit ihres Geowissenschaftstudiums in Potsdam sind diesen Samstag in Wedel (westlich von Hamburg) gewesen und somit verabredeten wir uns natĂŒrlich fĂŒr ein Treffen. Gleichzeitig konnte uns Lisa (oben auf dem Pferd) helfen, unser Kind mit dem nĂ€chsten Tier in Kontakt zu bringen – nochmals vielen, vielen vielen, lieben Dank an Lisa fĂŒr die Möglichkeit, an Ilka fĂŒr die tolle Hilfe dabei und auch an die Besitzerin des Pferdes, die natĂŒrlich im Vorfeld um Erlaubnis gefragt worden ist.

Keine Angst, es ging uns dabei nicht ums Reiten (bei einem Stockmaß von 1,70 m kann eh nur noch ein Kran beim Aufsitzen helfen!), aber auch aus dem Rolli heraus konnte Stephanie mit dem Pferd auf TuchfĂŒllung gehen und wirklich fast alles erkunden, fragen und genießen. Auf das vorsichtige, gegenseitige BeschnĂŒffeln (insbesondere Junior sollte zuerst mal den Rollstuhl kennenlernen) folgte die erfolgreiche Bestechung mit einem Apfel …

… und danach konnte Stephanie streicheln, …

… tĂ€tscheln, …

… die Frisur zerwurschteln, …

… die „ach so weichen“ NĂŒstern erkunden, …

… viele Fragen stellen, …

… das Fell in den Ohren genauer inspizieren, …

… den korrekten Sitz der Besohlung ĂŒberprĂŒfen …

… und das Pferd nach Herzen knuddeln. Junior hat es ebenfalls sichtlich genossen und er war ĂŒber die gesamte Zeit wahrlich ein perfektes und lammfrommes Therapiepferd. Selbst ich traute mich trotz meiner mittelschweren Aversion gegen diese Tiere nĂ€her heran und streichelte ihn – leider gibt es aber keine Fotos davon. Oder zum GlĂŒck?    😉

Auf dem Hof blieb Stephanie und ihr Rollstuhl natĂŒrlich nicht unbemerkt und somit kam sie sogar in den Genuss, auch noch andere Pferde einmal hautnah erleben zu dĂŒrfen:

Sie genoss jede Minute mit und bei den Pferden und bekam irgendwie auch nicht genug von ihnen. Sie konnte sich am Ende schon gar nicht mehr entscheiden, ob sie den frisch abgewaschenen Junior herzen sollte …

… oder den vorbeikommenden Fuchs:

Das Kind war ĂŒberglĂŒcklich – Ziel erneut erreicht!

Mit ihren beiden Freundinnen sind wir dann noch in ein Restaurant zum Essen gegangen, wobei Stephanie auch hier wieder völlig ohne Kleidungsschutz auskam und ganz souverÀn ihren Salatteller ohne Kleckern und Schlabbern aufessen konnte:

Auch ihr GetrĂ€nk schĂŒttete sie sich immer wieder selbst nach – ohne Zusammenzucken, Zittern oder VerschĂŒtten. Ich bin ja so stolz, dass wir es schon so weit geschafft haben und immer mehr Routine einkehrt. Zur Erinnerung: wir waren am 14. Februar DIESEN Jahres (!!!) zum ersten Mal mit ihr in einem Restaurant und vor weniger als sechs Monaten musste sie noch komplett von Carsten gefĂŒttert werden …

FĂŒr mich ist so ein direkter Vergleich immer eine wahre Wonne, zeigt er doch, dass wir und sie Großes leisten und unsere Schrittchen-fĂŒr-Schrittchen-Taktik definitiv aufgeht. Das gilt auch bei ihren stetigen Übungen mit der Touchscreen-Tastatur eines iPhones – hier ein Foto von Stephanies insgesamt erst zweiten Versuch, einen Text auf dem kleinen GerĂ€t zu schreiben:

Also ich finde die Handhaltung schon sehr vielversprechend (nicht vergessen: Linki hat dabei die tragende Rolle) und auch das diesmalige FĂŒttern des Navis im Auto absolvierte sie nach den ersten Schwierigkeiten am letzten Wochenende schon fast ganz alleine und fehlerfrei. Im letzten Eintrag schrieb ich noch „bis Jahresende“ … jetzt glaube ich sogar schon fast an Anfang November, dass sie ihr Smartphone bedienen und mit ins Pflegezentrum nehmen kann.

Der Sonntag wurde ebenfalls fĂŒr einen Ausflug nach draußen genutzt. Zuerst waren wir in HH-LohbrĂŒgge auf einem Kulturflohmarkt und haben Spiele und Puzzle fĂŒr die sicherlich bald kommende Schlechtwetterzeit mitgenommen, danach sind wir durch das benachbarte Bergedorf bis zum Ă€ltesten Schloss Hamburgs gelaufen:

Auf der RĂŒckseite gibt es einen großen Spielplatz und wir konnten Stephanie dort fĂŒr ein weiteres Experiment begeistern, mit dem Carsten und ich schon seit ein paar Tagen schwanger gehen:

NatĂŒrlich war sie noch sehr angespannt …

… und hat nicht gerade Stunden auf dem Sitz ausgehalten, aber fĂŒr den Anfang sind wir alle mehr als zufrieden:

 
Auch das werden wir demnÀchst sicherlich noch einmal wiederholen!

Bevor wir sie dann zurĂŒck ins Pflegezentrum nach LĂŒneburg gebracht haben, konnte sie Carsten erneut abstrafen, der auch diesmal wieder ihren Kleidungsschutz mit im Rucksack hatte – wie sich herausstellte war der völlig ĂŒberflĂŒssig! Zudem saß sie in diesem Restaurant zum ersten Mal nicht direkt neben ihm, sondern platzbedingt auf der anderen Seite des Tisches:

Selbst die vielen umherschwirrenden Wespen brachten sie nicht ĂŒbermĂ€ĂŸig aus der Ruhe, obwohl die Betreiber eigentlich eine völlig geniale Methode gefunden haben, uns einige dieser Viecher vom Hals zu halten:

Ich will nicht wissen, wie nervig das Essen geworden wĂ€re, wenn sich die hier versammelten Wespen ebenfalls ĂŒber unsere GetrĂ€nke und sĂŒĂŸlichen Speisen hergemacht hĂ€tten. Unsere herzhaften Dinge haben sie glĂŒcklicherweise (noch) in Ruhe gelassen (im Herbst wird das sicherlich ganz anders sein) und so konnten wir unser Schnitzel (Carsten), die Pulled-Pork-Pommes-Bowl (Stephanie) und die Pulled-Pork-Ofenkartoffel (ich) in vollen ZĂŒgen genießen.

Ich hoffe, die Bilder und Beschreibungen geben wieder, was fĂŒr ein tolles und ausgefĂŒlltes Wochenende wir hatten! Und diesmal muss Stephanie nicht mehr all zu lange auf unsere Gesellschaft warten, denn morgen Abend wird sie schon wieder abgeholt, da wir sie am Monatsanfang ja immer fĂŒr fast eine Woche (DI-SO) zu uns nach Wentorf holen. Hoffentlich unternehmen wir nicht wieder so viel, denn bei fĂŒnf gemeinsamen Tagen könnte die Blogzusammenfassung dann fast schon zu einem Roman ausarten    😉

Ich verspreche, mein Bestes zu geben, um dies zu verhindern … allerdings weiß ich zumindest schon von einem Wochenendausflug nach Cuxhaven inklusive einer Übernachtung im Hotel. Wir ĂŒben schließlich weiterhin an allen Fronten    🙂    nicht nur Stephanie braucht Training und Herausforderungen, sondern auch wir.

Ach ja: „Und Carsten, der Schlabberlatz kann ab jetzt zuhause bleiben!“    😉



2022 03.
Aug.

WĂŒrde ich Stephanies BlogeintrĂ€ge individuell benennen, so hĂ€tte dieser sicherlich den Titel „Stephanie erkundet die Welt“ bekommen. Der Freitag und Sonntag lief zwar recht streng nach Schema F ab, aber am Samstag sind wir mal wieder rausgefahren und haben uns zudem mit einem ihrer ehemaligen Meteorologie-Kommilitonen getroffen – wir waren in Hamburgs Obstkammer: dem Alten Land.

Am Freitagabend haben wir sie so wartend vor dem Pflegezentrum angetroffen:

Ihr seht, sie wird von allen ganz gut versorgt: sie kann bei schönem Wetter immer nach draußen, der Trinkbecher ist voll, trotz vorgesehener Abholung versĂŒĂŸte man ihr die Wartezeit mit einem Teller Obst, sie bekommt BlĂŒmchen ĂŒberreicht („Oh la la …“) und auch frisurentechnisch wird gerne mal etwas an ihr ausprobiert. Ja, unsere „Höfliche“ kann und darf sich ĂŒber zu wenig Zuwendung sicherlich nicht beklagen    🙂

Ihre ersten „Erkundungen“ machte sie dann beim Wochen(end)einkauf im Kaufland, wo sie sich immer öfters mal etwas Neues in die HĂ€nde geben lĂ€sst und es genau studiert, sich aber auch gleich die Inhaltsstoffe mit durchliest – nee, DAS wollte sie dann doch nicht zum Probieren mitnehmen:

Der Rest des Abend verlief dann wie immer: Heimfahrt, EinkĂ€ufe verstauen, schnell noch das Freitags-Wordle lösen und dann noch gemĂŒtlich auf der Couch bzw. vor dem Fernseher den Tag ausklingen lassen.

FĂŒr den Samstag hatten wir uns mit einem ihrer Kommilitonen aus der Berliner Unizeit im Alten Land verabredet – der kleinen Ort ist ca. 1 Stunde Fahrt von Wentorf entfernt. Stephanie durfte bei unserem morgendlichen Fahrtantritt gegen 10 Uhr das Navi fĂŒttern:

Es war ihre allererste Begegnung mit diesem Touchscreen und stellte gleich eine doppelte Herausforderung dar. Zum einen fuhren wir schon und es wackelte dementsprechend, zum anderen musste sie seitlich tippen und hat damit leider öfters die Buchstaben rechts von den gewĂŒnschten getroffen. Aber am Ende sind wir angekommen, also muss es ja geklappt haben    😉

Wir brauchten fĂŒr die Strecke allerdings 90 Minuten, da die Autobahnen um Hamburg herum aufgrund der A7-Sperrung am Wochenende voll verstopft waren und wir dadurch etwas im Stau standen. Aber danach die Fahrt durch das Alte Land und die vielen Obstplantagen fanden wir alle ganz toll.

Zusammen mit Konrad, so der Name ihres ehemaligen Mitstudenten, haben wir zuerst den Rolli ausgeladen …

… und sind dann am Elbdeich spazieren gegangen. Stephanie und Konrad haben vor dem Vorfall zusammen sowohl bei den Wetterpaten als auch auf dem Wetterturm gearbeitet und kaum hatten wir einen freien Rundumblick, bestimmten sie in gewohnter Manier die vorhandenen Wolken – er nannte zudem die AbkĂŒrzungen Cc, Cs, Ci, As, Ac, Ns, Cu, Sc, Cb & St und Stephanie gab zu 80% richtig die ausgesprochenen Namen zum Besten, z.B. Cirrocumulus/Hohe SchĂ€fchenwolke (Ci), Nimbostratus/Regen-Schichtwolke (Ns) oder Stratocumulus/Schicht-Haufenwolke (Sc).

Erstaunlich, was er bei ihr wieder fĂŒr Wissen aus dem GedĂ€chtnis entlocken konnte. Und durch dieses Treffen hat unser Kind auch erneut in ErwĂ€gung gezogen, bei Gelegenheit das Thema Meteorologie wieder als Studiums- bzw. Berufswunsch voranzutreiben. Wir jedenfalls drĂŒcken alle Daumen und kĂŒmmern uns derweil um die geistige Vorbereitung … dazu aber erst in den nĂ€chsten BeitrĂ€gen mehr Informationen. Ihr kennt mich und mein Aberglaube: ich berichte erst ĂŒber etwas, wenn es stattgefunden hat.

Jedenfalls sind wir fast eine Stunde flussabwĂ€rts zwischen Elbe und Deich entlangspaziert …

… und mussten am Ende auf diesen Hochwasserschutz rauf, da der Fluss LĂŒhe querte und in die Elbe mĂŒndete. Erkenntnis des Tages: Deiche sind nicht gerade barrierefrei gebaut …

… und neben einer Steigung kann es zudem auch mal recht schiefe TeilstĂŒcke geben:

Wir sind aber ganz unfallfrei sowohl rauf als auch wieder runter gekommen und Stephanie hatte ihren Spaß sowie Carsten eine kleine Sporteinheit    🙂

Hinterm Deich kehrten wir zum Mittagessen in „Stubbe’s Gasthaus“ ein und haben hier Ă€ußerst leckere Fischgerichte (es ist gerade Matjeszeit!) bekommen. OK, Stephanie entschied sich als einzige lieber fĂŒr eine Salat- und GeflĂŒgelalternative – sie war ja so glĂŒcklich, als sie das in der Karte gefunden hatte:

Ganze drei Stunden haben wir insgesamt dort getrunken, gegessen und gequatscht, bevor wir dann zurĂŒck zum Auto gegangen sind. Auf dem RĂŒckweg ließ sie dann sogar einen Fahrerwechsel zu und Konrad durfte sich mal am Rolli versuchen:

Kommentar von ihr: „Carsten, es ist eine völlig neue Erfahrung fĂŒr mich, deine Stimme auch mal beim Geschobenwerden von der Seite zu hören.“    😉

Es waren total schöne Stunden mit Konrad, doch irgendwann muss man auch wieder nach Hause aufbrechen – Stephanie ist am Auto schon immer eher bereit als wir, die noch den Rolli einladen mĂŒssen:

Bei Konrads Gastfamilie durften wir sogar noch verschiedene Beeren fĂŒr uns und das Kind pflĂŒcken – noch einmal vielen lieben Dank dafĂŒr auch auf diesem Weg!

Gegen 20 Uhr kamen wir wieder in Wentorf an (unterwegs natĂŒrlich ebenfalls mit einer gewissen Stauphase) und haben den Abend dann gemĂŒtlich mit der DVD „Kingsman 3“ ausklingen lassen.

Neben dem ĂŒblichen Standardprogramm am Sonntag, wie z.B. ein ausgedehntes FrĂŒhstĂŒck mit RĂŒhrei, ihr Vollwaschgang in der Badewanne und unsere Socken zusammenlegen, …

… haben wir auch noch einen Teil (m)einer losen Fotosammlung wegsortieren können, wobei sie erstaunlich viel auf den Bildern wiedererkennen konnte!

Mit Carsten machte sie noch ihre allerersten Versuche auf einer Touchscreen-Tastatur eines iPhones, da wir vorhaben, sie bis Jahresende im Pflegezentrum mit einem Smartphone auszustatten.

Wir fĂŒhren Stephanie jetzt natĂŒrlich erst mal ganz langsam an die Sache heran, denn auch hier zeigen sich wieder die vielen Fallstricke, die unsereins stets mit einer SelbstverstĂ€ndlichkeit zu meistern weiß: Ein-/Ausschalten, Aufladen, Internetverbindung prĂŒfen, App bedienen usw.

Wir werden deshalb zunĂ€chst bei uns zuhause und nur mit der App Telegram starten, die sie ja vom iPad her kennt und bedienen kann. Alles andere, wie z.B. Kamera, Musik, Videos, Webseiten, Spiele- & Lern-Apps und weitere Messenger, wĂŒnscht sie sich zwar auch schon jetzt, aber bis dahin werden wohl noch ein paar Monate vergehen. Da ist es wieder: „Schrittchen fĂŒr Schrittchen!!! Bremse deine Ungeduld, mein Kind …“

Und schon war der Sonntag auch wieder vorbei und nach einem kurzen „Boxenstopp“ zwecks ÜberprĂŒfung einer Schraube, die sich leider immer löst, …

… machten wir uns mit dem Auto samt AnhĂ€nger auf den Weg nach LĂŒneburg, um Stephanie fĂŒr die Arbeitswoche und ihre Therapien ins Pflegezentrum zu bringen.

Am Freitag warten zwar schon wieder Einkauf und die ĂŒblichen (langweiligen) Aufgaben auf uns, doch fĂŒr Samstag haben sich heute erneut Studienfreunde fĂŒr ein Treffen mit dem Kind angemeldet. Es wird eben nie langweilig bei/mit uns!



2022 25.
Juli

Wie jedes Mal machte ich mir auch diesmal Gedanken im Vorfeld, was ich im Blog von der Zeit mit Stephanie alles berichten könnte … von ihren Erfolgen, ihren Übungen und vor allem weitere Neuigkeiten ĂŒber sie. Doch diesmal habe ich leider echt nicht viel zu erzĂ€hlen. Klingt zugegeben etwas traurig und langweilig, aber fĂŒr Stephanie war es in keinster Weise eines davon. FĂŒr dieses Wochenende hatten nĂ€mlich gleich zwei Besuche abgefragt und somit gab es diesmal weder Übungen noch Trainingseinheiten – nur der Spaß und die Treffen stand im Vordergrund.

Schon am Freitag beim Einkaufen alberten wir viel herum und dabei entstand auch diese nachgestellte Szene aus einem euch sicherlich sehr bekannten Film:

„Ich habe eine Wassermelone getragen.“

Ihr habt es doch gleich wiedererkannt, oder ? Na klar, dieser Satz ist von Frances „Baby“ Houseman aus „Dirty Dancing“. Ein Film, den wir jetzt sicherlich demnĂ€chst mal mit Stephanie anschauen werden …

FĂŒr den Samstagabend hat eine ehemalige Geo-Kommilitonin angefragt, die derzeit in Hamburg arbeitet und somit unbedingt mal wieder vorbei kommen wollte. Also haben wir sie zum gemeinsamen Grillen eingeladen. Vorher musste ich aber noch Salate zubereiten, sodass Carsten und Stephanie mittags mit dem Bus nach Bergedorf fahren konnten, um dort ein paar leckere tĂŒrkische SchafskĂ€se-Pasten einzukaufen. Dabei konnten sie sich sogar richtig viel Zeit lassen und sind ein wenig durch die FußgĂ€ngerzone sowie um das Bergedorfer Schloss gelaufen …

… haben beim Inder eine Kleinigkeit gegessen …

… und letztendlich die Pasten und das Fladenbrot eingekauft:

Wir waren somit Ă€ußerst gut vorbereitet und hatten gemeinsam mit Lisa einen ganz tollen Grillabend:

Lisa hat Stephanie auch eine Gitarre mitgebracht, die sie sich damals noch in Potsdam einmal ausgeliehen hatte. In der Gitarrentasche befanden sich zudem weitere Utensilien, die das Kind nach dem Aufbruch von Lisa noch ganz interessiert durchstöberte. In einem KĂ€stchen lagen mehrere Plektrons und dieser Begriff ist ihr sogar selbst sofort eingefallen! Zudem gab es dort das Kulturliederbuch „Das Ding“, in dem sie abends noch sehr lange geblĂ€ttert hat:

Und immer, wenn sie gefragt hat, ob sie das gerade gefundene Lied kennen könnte, haben Carsten und ich unser Bestes gegeben, um ihr GedĂ€chtnis mittels Summen sowie Gesang aufzufrischen. Manches hat sie dadurch sogar wiedererkannt und manches kannten selbst wir nicht. Hier mal ein paar Beispiele: „Blowing In The Wind“, Marmor, Stein und Eisen bricht“, „99 Luftballons“, Skandal im Sperrbezirk“, What Shall We Do With A Drunken Sailor“, „Karl der KĂ€fer“, „Living Next Door To Alice“, „Killing Me Softly With His Song“, „Dicke“, „Butterfly“, „Über sieben BrĂŒcken musst du geh’n“, „Bright Eyes“ u.v.m.

Am Sonntag sind Tom und Jessi zum Brunchen vorbeigekommen. Tom kennt Stephanie schon aus der Grundschule und vom Gymnasium, Jessi war wĂ€hrend der Gymnasialzeit in der Parallelklasse. Die zwei sind schon seit damals ein Paar und befinden sich jetzt gerade mit ihrem Camper auf dem Weg in den Norden bis nach Trondheim in Norwegen. Da bot sich ein Zwischenstopp bei Stephanie natĂŒrlich an …

Der Brunch wurde ohne Probleme bis 16 Uhr ausgedehnt, denn neben Essen und Quatschen wurde auch in alten Fotos gestöbert …

… und so manche GedĂ€chtnislĂŒcke enttarnten um sie gleich wieder mit Wissen zu fĂŒllen. Womit Stephanie allerdings uns alle sehr ĂŒberrascht hat, war das Benennen vieler Namen von damaligen Kindern aus der Grundschule und dem Gymnasium. Tom und Jessi warfen Vornamen in den Raum und bei ca. 75% kannte unser Kind sogar noch die Nachnamen sowie nach einer kleineren Beschreibung manchmal auch die dazugehörige Person. Hier bestĂ€tigt sich erneut, dass da im OberstĂŒbchen noch sehr viele Informationen vorhanden sind, allerdings die Wege dahin erst noch gefunden und neu aufgebaut werden mĂŒssen.

Nach unserem obligatorischen Gruppenfoto …

… sind wir dann noch alle zusammen zum Parkplatz gegangen und haben uns ihren Camper Marke Eigenbau angesehen – sehr beeindruckend und regelrecht zum Neidischwerden. Selbst Stephanie konnte einen Seufzer nicht unterdrĂŒcken … ein mehrwöchiger Urlaub, ja der liegt fĂŒr sie leider noch etwas in zu weiter Ferne.

Aber alle drei Besucher dieses Wochenendes haben ihre Fortschritte und ihr Durchhaltevermögen gelobt und prophezeien ihr wie wir wieder eine baldige RĂŒckkehr der SelbststĂ€ndigkeit – in ein paar JĂ€hrchen ist das auf jeden Fall möglich!!!

Schön, dass nicht nur wir das so sehen und Stephanie von allen Seiten Zuspruch und BestĂ€tigung bekommt. Das hilft ihr sicherlich ungemein beim Geduld haben, ZĂ€hne zusammenbeißen und Weitermachen …



2022 18.
Juli

Bevor ich mit der Zusammenfassung des letzten Wochenendes beginne, möchte ich erst noch dem Fotowunsch von Tim nachkommen, welchen er zum letzten Blogeintrag als Kommentar hinterlassen hat. FĂŒr Stephanie war Tim definitiv der grĂ¶ĂŸte Überraschungsbesuch beim Dresdner Treffen und vor allem hat er ihr mal wieder deutlich beweisen können, was man im Laufe der Jahre doch so alles schaffen kann:

Er ist z.B. in diesem Jahr mit seinem Rollstuhl und ohne Begleitung in Spanien herumgereist – inklusive ein paar FlĂŒgen. Tim zeigte Stephanie das Fotobuch dieses Urlaubs und nicht nur sie war davon tief beeindruckt. Also erneut jemand, der die Unsicherheiten unseres Kindes (hoffentlich!) wieder etwas mehr zerstreuen konnte … Wasser auf unsere MĂŒhlen, die extra fĂŒr sie immer das gleiche Credo predigen: „Mit der Zeit kannst auch du mal fast alles erreichen, versprochen!“

Und nun der Bogen zu ihrem letzten Besuch bei uns in Wentorf. In den zweieinhalb Tagen haben wir erneut ganz viel ausprobiert bzw. sie machen lassen, wie z.B. Fotos mit der Schere aus einer Zeitschrift ausschneiden …

… die ersten Tomaten in unserem GĂ€rtchen ernten …

… Himbeeren pflĂŒcken und futtern …

… genauso wie Johannisbeeren.

Das war ja alles soooooooooooooooooooooooooooooooo lecker!!!

Auch beim Schreiben einer Geburtstagskarte (erst einen eigenen Text vorschreiben und diesen dann sauber fĂŒr die Karte abschreiben) …

… und beim Gedulds- sowie Geschicklichkeitsspiel mit den Perlen ließ sie sich nicht beirren oder unterkriegen:

Ich bin ja so stolz, fĂŒr welche Farbkombination sie sich hier entschieden hat    đŸ˜‰

Ja, wir haben den Freitag (Abholen, Abendessen & Einkaufen) und den Samstag (FrĂŒhstĂŒck, Spiel & Spaß, „Gartenarbeit“, Internet, Baden & Film gucken) einmal ganz ruhig angehen lassen, denn diesmal sollte der Sonntag der aufregende Ausflugstag werden. Abends hatte Stephanie nĂ€mlich ein Date mit einem Gentleman    đŸ™‚

Aus diesem Grund sind wir dann auch schon um 12 Uhr nach LĂŒneburg gefahren und haben die vier Stunden bis zu ihrem Aufeinandertreffen mit einem kleinen Stadtrundgang ĂŒberbrĂŒckt. Also ich mag diese Hansestadt wirklich sehr, …

… denn die kleinen GĂ€sschen …

… alten GebĂ€ude …

… und die wunderschönen Eckchen finde ich einfach zauberhaft – vor allem zum Fotografieren.

Stephanie ist da eher praktisch veranlagt und probiert lieber die kulinarischen SpezialitĂ€ten aus, statt die Architektur zu bewundert. Sei es ihr gegönnt, auch wenn es nicht gerade ein Stint geworden ist (eine heimische Fischart), sondern eher superleckere SĂŒĂŸkartoffelpommes:

Doch fĂŒr die „richtige“ HungerbewĂ€ltigung sind wir in ein Steak-House eingekehrt …

… wo sie sich zuerst theoretisch mit dem scharfen Messer beschĂ€ftigt hat …

… und dann sogar mehrere ihrer SteakstĂŒcke selbst zerschneiden durfte:

Anfangs hat Carsten noch ihre linke Hand ersetzt und stattdessen die Gabel gehalten, doch bei weiteren Versuchen (leider ohne Fotobeweis) hielt er Linki mit der Gabel schon so zum Teller, dass Stephanie ein GefĂŒhl davon bekam, wie am Ende das Ziel auszusehen hat. Auch diese Übung werden wir sicherlich bei nĂ€chster Gelegenheit wiederholen, schließlich sahen die ersten AnsĂ€tze mehr als zufriedenstellend aus.

Wenn ihr jetzt glaubt, dass das schon der Höhepunkt war, dann muss ich euch noch einmal an den oben erwĂ€hnten Gentleman erinnern. Ja, eben dieser gab an dem Sonntagabend ein Konzert auf den LĂŒneburger SĂŒlzwiesen und Stephanie durfte mit einer Begleitung dorthin:

Den Reggae-Musiker Gentleman kennt man vor allem durch seine großen Hits „Superior“ (2004), „Intoxication“ (2005) und von diversen Features mit Freundeskreis, Stefanie Heinzmann, Mustafa Sandal oder den Beginnern, die regelmĂ€ĂŸig im Radio gespielt werden.

Carsten und ich waren schon gegen 18 Uhr wieder zuhause, wĂ€hrend Stephanie und ihre Begleitung erst nach 22 Uhr ins Pflegezentrum heimkehren „konnten“ …

Die beiden hatten ihren Spaß und als Stephanie im Bett lag, sah sie schon sehr fix und fertig aber umso glĂŒcklicher aus! Meine Maus wird diesen Tag bzw. das Gentleman-Konzert sicherlich noch lange im GedĂ€chtnis behalten, da gehe ich jede Wette ein    đŸ™‚    Carsten hat jedenfalls dafĂŒr gesorgt, dass sie seiner Musik noch bei jedem Einschlafen lauschen kann.



2022 12.
Juli

Stephanie war diesmal wieder fast eine ganze Woche bei uns (von Dienstag bis Sonntag), aber da am Wochenende die große Fahrt nach Dresden anstand, ist an den vorherigen Tagen nebst unseres Home-Office nicht viel passiert. Nur eine Sache war besonders beeindruckend: als Carsten am Dienstagnachmittag im Pflegezentrum ankam, um unsere Kleine abzuholen, stand Stephanies Rolli vor ihrer ZimmertĂŒr mit einem Zettel auf dem Tisch …

Er suchte das Kind und wurde erst im Speiseraum fĂŒndig:

Sie macht tatsĂ€chlich ihre ersten „Gehversuche“ mit einem kleineren Rollstuhl – yipeah!!!

Sie kommt zwar schon Meter fĂŒr Meter voran, aber zum einen ist es natĂŒrlich sehr anstrengend fĂŒr sie und zum anderen hat sie derzeit noch keinen Blick fĂŒr Hindernisse. Meist nimmt sie diese erst wahr, wenn sie vor ihr stehen und dann bleibt nicht mehr genĂŒgend Platz zum Ausweichen. Aber wie wir sie kennen, wird sie sich da ganz schnell reinfuchsen … zumal sie diesen Schritt und vor allem diese MobilitĂ€t ja auch unbedingt will. Ich schĂ€tze mal, dass sie in spĂ€testens drei Monaten immer wieder alleine auf dem AußengelĂ€nde herumhirschen wird    đŸ˜‰

Bei uns zuhause durfte sie noch sich in den „Garten“ begeben und die erste Zucchini unseres diesjĂ€hrigen Hochbeetes ernten:

NatĂŒrlich ist diese auch schon lĂ€ngst verputzt worden …

WĂ€hrend unserer Home-Office-Zeiten am Mittwoch und Donnerstag sowie bis Freitagmittag beschĂ€ftigte sie sich mit diversen Dingen, wie z.B. dem Gucken der Filme „Sing“ und „Sing 2“ (Musik(hören) ist und bleibt ihr Lieblingshobby) …

… und dem Schreiben eines Briefes an die IMC-Station der Vamed-Klinik in Geesthacht, wo sie von Oktober 2020 bis Juni 2021 Ă€ußerst erfolgreich aufgepĂ€ppelt worden ist. Stephanie hat den nicht gerade kurzen Brief eigenhĂ€ndig am iPad mit der Tastatur vorgeschrieben und nach Carstens Korrektur von ein paar Satzzeichen und Groß-/Kleinschreibung (keine Rechtschreibfehler!!!) handschriftlich niedergeschrieben:

Den Umschlag mit ihrer Danksagung, unseren dankenden Zeilen und einem Foto von Stephanie konnten wir am Freitagvormittag auf die Reise schicken – sie war richtig stolz auf sich. Darf sie aber auch sein …

Die restliche Zeit an diesen Tagen verbrachten wir vor allem mit Essen, Spielen, Quatschen, Fernsehen, Übungen und der Vorbereitung auf die Fahrt in unsere alte Heimat. Freitag um 13:30 sind wir mit unserem Autogespann …

… nach Dresden aufgebrochen:

Ganz ehrlich, so viel GepĂ€ck haben Carsten und ich immer nur fĂŒr einen dreiwöchigen Urlaub gebraucht – jetzt sind es ja eigentlich nur 2,5 Tage. Aber es hat letztendlich alles gut ins Auto gepasst und natĂŒrlich haben wir viel zu viel mitgenommen. Doch dafĂŒr war dieser Ausflug eigentlich auch gedacht, denn wir wollten ausprobieren, ob wir mit Stephanie in einen Urlaub bzw. in ein Hotel fahren können. Hier zuhause sind wir mittlerweile bezĂŒglich Waschen, Anziehen, Transfer und Fertigmachen ein perfekt eingespieltes Team, also suchten wir uns damit ein neues TrainingsgelĂ€nde. Ich nehm’s gleich mal vorweg: wir haben bestanden und somit werden sicherlich auch noch weitere Mehrtagestouren folgen!

Die 500 km waren ebenfalls kein Problem und nach ca. 5,5 Stunden ĂŒber die A24, durch Berlin, ĂŒber die A13 und A4 …

… ohne Stau oder anderer Hindernisse sind wir heil und glĂŒcklich in Dresden am Hotel angekommen. Dank vorab gewĂŒnschter Musik (s.o.) verging die Zeit schon fast wie im Flug.

Carsten ist dann alleine ins Hotel gegangen und hat nur den Check-In durchgefĂŒhrt, denn wir wollten schnellstmöglich zu unserem ehemaligen Haus-und-Hof-Dönermann. Wir hatten schließlich großen Hunger UND noch grĂ¶ĂŸere Döner-Entzugserscheinungen!!!

Vor Ort trafen wir uns mit meiner besten Freundin Anna …

… und sind mit ihr schnurstracks beim Dönermann auf der Borsbergstraße eingefallen:

Kind glĂŒcklich:

Mann glĂŒcklich:

Einfach nur lecker!!!!!!!

Am Ende haben wir hier mehr als 1,5 Stunden gesessen, gegessen und gequatscht. Und wer aufgepasst hat, sah bei Stephanie diese kleine Änderung: sie blieb gĂ€nzlich ohne Kleidungsschutz. Und sie schaffte es ohne Kleckern – wow!!! So war es auch das gesamte Wochenende. Nein, wir haben den Latz natĂŒrlich nicht vergessen mitzunehmen, aber wir wollten es mal ohne „Halskrause“ austesten und es hat sogar auf Anhieb geklappt, denn Stephanie hat nicht mehr als wir auf dem Weg zum Mund „verloren“. Allerdings mussten wir fĂŒr sie vom Döner-im-Brot auf einen Dönerteller ausweichen, denn ersteres hĂ€tte sie beidhĂ€ndig und ohne große Schweinerei doch noch nicht verdrĂŒcken können.

Gegen 23:00 machten wir noch einen kleinen Spaziergang an der Elbe …

… und hatten das große GlĂŒck, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein:

Wir bekamen zur BegrĂŒĂŸung in unserer alten Heimat ein richtig schönes Feuerwerk zu sehen … genau wie eine Delegation im Restaurant rechts auf den Fotos auch    đŸ˜‰

Mit RĂŒckfahrt zum Hotel, Ausladen, alles im Zimmer zu verstauen …

… und Stephanie bettfertig zu machen waren wir am Ende noch bis kurz nach 1:00 beschĂ€ftigt. Danach riefen aber auch schon das Bett und der liebe Sandmann im Duett:

Am nĂ€chsten Tag konnten wir dann diesen Blick auf die Elbe genießen:

Das einzige Manko unseres Zimmers war die Durchfahrbreite zwischen Schrank und Bett – die war nĂ€mlich ca. 5 cm zu eng! Ja, wir kamen mit Stephanies Rolli nicht aus dem Vorraum, was aber am Ende kein Problem war, denn wir haben Stephanie kurzerhand direkt von dort ins Bett transferieren können. Im Zimmer war sowieso nicht genĂŒgend Platz, um mit dem Rollstuhl noch irgendetwas anderes zu machen. Wollten wir auch nicht, denn wir sind OLCA-typisch vormittags rausgegangen und erst abends zum Schlafen wieder zurĂŒckgekommen – wozu also viel Platz im Zimmer haben wollen?

Am Samstagmorgen gönnten wir uns ein zĂŒnftiges FrĂŒhstĂŒck im nahe gelegenen CafĂ© des Edeka-Komplexes, wo ich danach auch gleich noch ein paar lokale SpezialitĂ€ten aus dem Osten, Sachsen und Dresden einkaufen konnte. Es ist schon von Vorteil, wenn man sich in der besuchten Stadt auskennt … wir hatten damals unser Haus nur ca. 2 km von hier entfernt und sind dementsprechend öfters in diesem Edeka zum Einkaufen gewesen.

Apropos auskennen: als Einstieg zum FrĂŒhstĂŒck nahmen wir quasi zur Vorspeise diese total lokale und Ă€ußerst leckere SpezialitĂ€t:

Neben KĂ€sekuchen steht Stephanie zum GlĂŒck auch sehr auf Eierschecke und somit ist Carstens Überraschungsbestellung mehr als gelungen:

Und guckt mal, wie souverÀn sie auch auswÀrts ihren Kaffee trinken kann und vor allem wieder komplett ohne Kleidungsschutz is(s)t:

Nach dem FrĂŒhstĂŒck und meinem kleinen Beutezug, dessen ergatterte Preziosen ich erst noch wieder ins Hotelzimmer bringen musste, fuhren wir zum Highlight unseres Dresden-Wochenendes: dem Treffen mit allen, die uns kennen und in den Biergarten an der Elbe kommen wollten konnten. Einen Aufruf hatten wir zuvor ja via Blog gestartet und ein paar Emails haben wir dann zusĂ€tzlich auch noch verschickt. Wir wussten allerdings im Vorfeld ĂŒberhaupt nicht, wer denn nun wirklich alles kommen wĂŒrde …

Jedenfalls erreichten wir pĂŒnktlich zu dem in der Einladung angegebenen Zeitpunkt den FĂ€hrgarten Johannstadt und konnten uns auch wie geplant in die vorher proklamierte Ecke platzieren.

Hmmm, da wir die Anwesenden nicht gefragt haben, ob wir die Fotos mit ihnen fĂŒr den Blog verwenden dĂŒrfen, möchte ich an dieser Stelle lieber auf Fotos verzichten … ist ungewöhnlich fĂŒr mich, gell?

Und ja, es kamen ĂŒberraschend viele!!! Wir sind jedem Besucher so unendlich dankbar, haben sie diesen Tag doch fĂŒr uns zu etwas ganz Besonderem gemacht. FĂŒr Carsten und mich kamen ehemalige Nachbarn, Arbeitskollegen & -Chefs, Sportfreunde, Irish-Dance-Hupfdohlen, HĂ€uslekĂ€ufer, „Schulfreunde“, Russischkurs-Teilnehmer und Wegbegleiter vorbei, fĂŒr Stephanie die Familie vĂ€terlicherseits sowie jemand vom Volleyball und ein Junge aus der Schulzeit, der vor 11 Jahren ebenfalls einen Hirnschaden erlitten hat (Schlaganfall) und nun wie sie leider im Rollstuhl sitzt.

Unsere insgesamt veranschlagten 10 Stunden (von 12:00 bis 22:00) vergingen wahrlich wie im Flug und manchmal vergaßen wir sogar das Essen. Doch verhungern musste keiner, denn dieser Biergarten ist Ă€ußerst gut ausgestattet. Allein Stephanie futterte sich u.a. durch das Angebot an Brezen, Rippchen …

… und Quarkkeulchen mit Apfelmuß …

… wĂ€hrend wir uns ĂŒber den Tag verteilt an Currywurst, Salat und Steaks mit Bratkartoffeln hielten:

Verhungern und verdursten musste jedenfalls keiner und wir hoffen, dass auch jeder Vorbeigekommene sein FreigetrĂ€nk von uns erhalten hat    đŸ˜‰    wie viele GlĂ€ser wir am Ende getrunken haben, können weder Carsten noch Stephanie noch ich nachvollziehen. Das Kind wollte am Ende jedenfalls nur noch Wasser haben und ich war NICHT betrunken    đŸ™‚

Diesmal schafften wir es sogar noch vor Mitternacht ins Bett und bestimmt hat jeder von uns den Tag noch einmal im Kopf Revue passieren lassen bevor er eingeschlafen ist, wetten?

Leider ist am Sonntagmorgen aus dem FrĂŒhstĂŒck um 10:00 im „CafĂ© MilchmĂ€dchen“ nichts geworden – wir standen zwar auf der Warteliste, aber keiner unserer Vorbesteller hat abgesagt. Als wir dann erst gegen 11:00 im Auto saßen …

… fiel die (zugegeben dagegen Ă€ußerst minderwertigere) Alternative McDonalds-FrĂŒhstĂŒck darĂŒber hinaus auch noch aus, also entschieden wir uns auf der A4 so dahinzuckelnd fĂŒr das „Meyer’s Diner“ in Chemnitz. Dort waren wir schon ewig nicht mehr … es heißt jetzt sogar schon seit einem Jahr „50’s Ville Diner“ …

… aber die Speisekarte ist immer noch so genial wie damals und man kann / will sich gar nicht entscheiden:

Doch auch hier war das FrĂŒhstĂŒck bereits seit 11:00 nicht mehr verfĂŒgbar, also mussten wir uns anders behelfen … wir waren schließlich noch auf nĂŒchternem Magen hier. Als FrĂŒhstĂŒcksersatz gönnten wir uns neben KaffeespezialitĂ€ten …

.. und Moustache-PlĂ€tzchen …

… zwei Pancake-Varianten, die glĂŒcklicherweise rund um die Uhr verfĂŒgbar sind:

Megalecker!!! Links die Version „Yummy Strawberry Cheesecake“ und rechts „Cinnamon Roll“.

Wir teilten die beiden Teller redlich …

… sodass noch genĂŒgend Platz fĂŒr das Mittagessen blieb. Stephanie und ich bestellten uns eine gemischte Platte mit Zwiebelringen, Corn Dogs, HĂ€hnchenflĂŒgel, SĂŒĂŸkartoffelpommes, Corn on the Cob und eine Extraportion Mac’n’Cheese, wĂ€hrend Carsten fĂŒr sich ein Steak und Knoblauchbrot orderte:

Vor allem aber freute sich Stephanie ĂŒber ihren geliebten Mais:

Und sie schlug sich beim Abknabbern ihres Corn on the Cob richtig richtig gut:

Linki zeigte vollen Einsatz und auch hier war die ganze Zeit kein Schlabberlatz Kleidungsschutz notwendig.

R  E  S  P  E  K  T  !  !  !

Die RĂŒckfahrt in den Norden zog sich dann leider etwas in die LĂ€nge, da die A39 plötzlich in Wolfsburg aufhört und erst wieder in LĂŒneburg bis nach Hamburg weiterfĂŒhrt. Aufgrund der ganzen Landstraßen und Ortsdurchfahrten kamen wir unglĂŒcklicherweise 30 min spĂ€ter als erlaubt im Pflegezentrum an, aber weder uns noch dem Kind hat man dafĂŒr den Kopf abgerissen    đŸ˜‰

Stephanie lag um 20:00 in ihrem und wir Erwachsene erst ca. drei Stunden spĂ€ter in unserem Wentorfer Bettchen. Die Fahrt ĂŒber Hamburg (derzeit ist die kĂŒrzeste Verbindung nicht möglich, da die Elbe-BrĂŒcke in Geesthacht gesperrt ist und somit ein 30 km-Umweg ĂŒber Lauenburg oder eben die A7 bis Hamburg bewĂ€ltigt werden muss) dauerte ein wenig lĂ€nger und zuhause haben wir noch vollstĂ€ndig ausgepackt, alles fĂŒr den morgigen Arbeitstag vorbereitet und schon mal das Sportzimmer fĂŒr unser Morgenprogramm hergerichtet.

Bleibt jetzt nur noch, dass Fazit unseres Reisetests zu ziehen … ich hatte es oben ja schon einmal vorweggenommen: dies wird mit Sicherheit nicht unsere letzte gemeinsame Reise mit Stephanie gewesen sein und vielleicht ist bald eventuell auch mal ein lĂ€ngerer Urlaub drin (dafĂŒr muss aber erst noch die Medikamentenversorgung geklĂ€rt werden!). Klar, manches war auf diesem Trip auch fĂŒr uns ungewohnt und umstĂ€ndlicher, als wir es aus den heimischen vier WĂ€nden kennen, aber am Ende war alles total machbar. Stephanie ist sowieso immer wieder eine sehr sehr große Hilfe, wenn es ums Waschen und Anziehen geht, und auch sie hatte anfangs mit den anderen UmstĂ€nden ihre liebe Not. Der Mensch ist nun mal ein Gewohnheitstier    đŸ˜‰

Wir sind stolz auf uns, dass wir das alles geschafft haben!

Wir sind stolz auf das Kind, dass sie so bereitwillig mitmacht und trotzdem ihre helle Freude dran hat!

Und wir sind stolz auf unsere ehemaligen Wegbegleiter, die trotz des kurzfristigen Aufrufs dennoch am Samstag zu uns gefunden haben!

Aber auch die, die nicht kommen konnten, jedoch hier immer fleißig mitlesen, brauchen nicht traurig sein … wir sind ebenfalls stolz auf euch, dass ihr Stephanies Weg zur Genesung so toll und unterstĂŒtzend mitverfolgt. FĂŒr uns und Stephanie bedeutet das echt sehr viel.

Tschakka, wir schaffen das!!!



2022 04.
Juli

Heute werde ich mal wieder eine Mischung aus chronologischer Abfolge und Stephanies persönlicher Erfolge zusammenschreiben, denn das letzte Wochenende lief im Vergleich zum bevorstehenden Ă€ußerst ruhig ab.

Morgen kommt das Kind schon wieder in die Residencia OLCA (erste Woche im Monat = DI-SO bei uns) und am Freitagmittag brechen wir dann mit dem AnhĂ€nger im Schlepp nach Dresden auf. Ja, der Meet-and-Greet-Samstag ist schon ganz deutlich am Horizont zu erkennen!!! Wir sind alle schon ganz schön aufgeregt: Wie wird uns der Döner am Freitag beim ehemaligen Haus & Hof-Dönermann schmecken? Wer kommt am Samstag alles zum FĂ€hrgarten Johannstadt, um sich mit uns zu treffen? Bekommen wir am Sonntag vor der Abreise doch noch einen Tisch im MilchmĂ€dchen? Dort stehen wir nĂ€mlich fĂŒr das FrĂŒhstĂŒck bislang nur auf der Warteliste …

Aber lassen wir die Zukunft Zukunft sein und kommen erst mal zur Vergangenheit. Wir konnten an diesem Wochenende Stephanies Erfolge beim Schneiden von Papier sehen, denn das Aufnehmen und Halten einer Schere stellt mittlerweile kein großes Problem mehr dar, …

… sie mĂŒmmelt sich immer wieder mal durch unser Hochbeet …

… (diesmal war es eine Bratpaprika und die nĂ€chsten Tage wird es unsere erste Zucchini werden), …

… und an jedem der drei Tage hat sie sich mit Hilfe von Carsten an ein neues Fingerfertigkeitsspiel gewagt:

Hierbei hĂ€lt eine Hand einen Schaschlikspieß und die andere fummelt eine Perle mit Loch aus der SchĂŒssel, um diese auf den Holzstab zu fĂ€deln. Rechti konnte am Freitag schon nach einer kurzer EinfĂŒhrung stecken wie ein Weltmeister, doch Linki kam mit den kleinen Kugeln und der Lochsuche noch nicht so richtig klar.

Aber mal eine Nacht drĂŒber schlafen und schon am Samstag wusste Stephanie auch die linke Hand erfolgreich als Perlenfischer bzw. -fĂ€dler einzusetzen:

Zwar hatten wir mit dieser Übung eigentlich im Sinn, sie zukĂŒnftig als PausenbeschĂ€ftigung zu nutzen, wenn ihre Konzentration nachgelassen hat und sie sich wieder finden muss, aber das sah sie leider ganz anders: „Ehrlich, das ist fĂŒr mich sooooo anstrengend! Und ich muss dabei echt hoch konzentriert sein!“ … schade    đŸ™

Da am Samstag das Wetter so schön angenehm war (kein Regen, nicht zu heiß), haben wir einen Spaziergang bzw. eine Spazierfahrt durch den Wald und am Golfplatz entlang …

… unternommen und sind in in Reinbek gelandet, …

… wo wir nicht nur die Aussicht genossen …

… sondern auch gleich noch an der S-Bahnstation unsere 9-Euro-Tickets fĂŒr den Monat Juli gekauft haben. Und beim dortigen TĂŒrken auch lecker zu (spĂ€ten) Mittag gegessen haben:

FĂŒr den RĂŒckweg konnten wir das Ticket dann sofort einweihen, denn der steile Weg nach Wentorf ist im Bus besser zu genießen, als beim stĂ€ndigen Schiebemodus an die 120 Kilogramm bergauf zu bewegen. Keine Angst, bei dem Gewicht sind die 30-40 kg des Rollstuhls schon mit eingerechnet!

Zuhause schafften wir an dem Abend sogar noch ein paar richtig tolle SchreibĂŒbungen, ein Bad in der Wanne inklusive Haarewaschen und landeten letztendlich mit einem Eisbecher in der Hand auf der Couch:

Das Baden haben wir diesmal vorgezogen, da am Sonntag der Flohmarkt im Casinopark auf dem Programm stand und wir die Zeit bis zur RĂŒckfahrt in Pflegezentrum ohne Stress und solch offener Aufgaben verbringen wollten.

Ich bin echt stolz auf unsere Weitsicht, denn so entspannt war schon lange kein Sonntag mehr. Zuerst schlenderten wir in aller Ruhe an allen StĂ€nden vorbei – zugegeben, es waren diesmal viel weniger VerkĂ€ufer und weniger Besucher als beim letzten Mal, was sicherlich der Ferienzeit und der steigenden Corona-Zahlen bzw. der vielen derzeitigen Erkrankungen geschuldet war. Neben einem Spiel, mehreren Puzzles und einem Buch hĂ€tten wir auch beinahe hierbei zugegriffen:

… aber sie waren nicht in Stephanies GrĂ¶ĂŸe    đŸ˜‰

Und ja, DEN Witz machte Stephanie wirklich!!! Der VerkĂ€ufer witterte bei ihrem Fingerzeig schon ein kleines GeschĂ€ft, aber die „Happy Feet“ mussten wir dann doch leider zurĂŒcklassen    đŸ™

Zum Abschluss unseres Rundgangs wollten wir eigentlich an einer der Buden etwas zum Mittag essen, aber irgendwie hatte niemand von uns Lust auf etwas Warmes oder Gebratenes. Also landeten wir lieber im Eiscafé unterhalb unserer Wohnung:

Die Wartezeit vertrieben wir zunĂ€chst mit dem EinĂŒben der Merkelraute …

… doch als die Eisbecher gebracht wurden, kannten wir kein Halten mehr – es war soooo lecker!!!

Stephanie bekam zusĂ€tzlich zu ihrem Obsteisbecher (den nahm ich auch) sogar drei von Carstens Amarenakirschen ab … sie genoss jede mit einem großen und breiten LĂ€cheln im Gesicht. Alkohol scheint sie echt ganz dolle zu vermissen – blöde Medikamente!

ZurĂŒck in der Wohnung hatten wir bis zur Abfahrt um 18:00 noch etwas Zeit fĂŒr das DurchblĂ€ttern ihres erstandenen Buches (ein Was-ist-Was aus den 60ern mit dem Thema Wetter), …

… ein erstes kurzes Anspielen des Brettspiels „Das verdrehte Labyrinth“ und Carsten ging mit ihr sogar noch die in der Woche erledigten 20 (!!!) Sudokus durch. Davon waren 13 völlig korrekt ausgefĂŒllt, 3 blieben unvollstĂ€ndig und wurden dann noch bei uns gelöst …

… und nur 4 hatte sie falsch. Zum einen durch Unkonzentriertheit und zum anderen aufgrund von Zahlendrehern, die z.B. bei Unterbrechungen durch andere Bewohner oder das Personal entstanden sind. 20 StĂŒck sind schon erstaunlich, aber sie hat eben ganz großen Spaß an dieser, mir immer noch völlig unverstĂ€ndlichen FreizeitbeschĂ€ftigung, die sie bequem im Rolli als auch im Bett durchfĂŒhren kann. Ich bin echt mal gespannt, wann sie fĂŒr sich das Lesen eines Buches als FreizeitbeschĂ€ftigung entdecken wird, um keine Langeweile aufkommen zu lassen.

Dazu haben wir auf dem Flohmarkt leider keine gute Geschichte gefunden, die letztendlich einfach zu lesen, aber trotzdem nicht allzu sehr auf Kinder zugeschnitten ist. Doch vielleicht hat ja jemand von euch eine gute Idee … was könntet ihr fĂŒr unsere „Fasterwachsene ohne Tee-Nager-AttitĂŒden“ empfehlen? Also nix mit Liebe und Beziehung, aber zu kindisch oder sehr kompliziert darf es dann auch nicht sein. Ihr seht, es ist wahrlich nicht einfach …



2022 27.
Juni

Da das Wochenende aufgrund der sehr heißen Tage ohne Ausflug geblieben ist, bietet sich nun mal wieder die Gelegenheit fĂŒr mich, eher ein paar von Stephanies FĂ€higkeiten und Fortschritten zu zeigen – in Foto und Video.

Am Freitag machten wir einen MĂ€delsabend, da Carsten sich mit seinen Arbeitskollegen zum Grillen getroffen hat. Stephanie und ich bastelten uns einen Salat …

… und verdrĂŒckten ihn genĂŒsslich auf dem Balkon. Zum Nachtisch gab es Eis …

… und diesen Ausblick auf einen herrlichen Sonnenuntergang:

Neben Spielen, Lachen und Quatschen mit mir las Stephanie auch noch einmal in ihrem Geschenk der ehemaligen Volleyballfreunde, die sie vielleicht sogar schon bald an der Elbe in Dresden wiedersehen könnte:

Damit hĂ€tten wir auch schon ein paar der oben angekĂŒndigten FĂ€higkeiten aufgezĂ€hlt: Essen zubereiten (schnibbeln), selbststĂ€ndig essen (leider noch ohne Messer) und Handschriften lesen. Ok, das alles ist jetzt erst einmal nicht Neuses mehr …

Aber was haltet ihr davon:

Öffnen, Eingießen, Schließen – wir sind jedenfalls echt beeindruckt! Allerdings steht sie sich gerade beim EinschĂŒtten oft noch selbst im Weg und ist dann so unsicher, dass sie zittert und unweigerlich kleckert. FĂŒr Stephanie ist die Angst einfach zu groß, dass etwas daneben gehen könnte … was dann natĂŒrlich auch passiert    ;o)    wie war das mit den selbsterfĂŒllenden Prophezeiungen?!

Und dann wollte sie auch einmal wieder mit einer Schere hantieren und Papier schneiden.

Also haben wir sowohl am Samstag (links) als auch am Sonntag (rechts) mit mehreren Scheren geĂŒbt – ich bin jedenfalls hellauf begeistert, wie schnell sie sich am Ende damit zurechtgefunden hat. AnfĂ€nglich dauerte es etwas, bis sie die richtigen Finger in die richtigen Löcher der Schere gesteckt hatte, aber schon am zweiten Tag lief selbst das wie am SchnĂŒrchen. Doch seht selbst:

 
Zur Info: wir haben den Ton aus den Videos gelöscht, weil bei uns im Hintergrund immer Radio lÀuft und wir keine Schwierigkeiten mit den Rechteinhabern der Lieder bekommen möchten, nur weil mal ein paar Töne im Video zu hören sind. Aber es kommt ja eh hauptsÀchlich auf die Bilder an:

 
Selbst mit kleineren Schnipseleien kam sie am Sonntag schon supergut zurecht:

 
Ich bin jedenfalls erneut stolz wie Bolle, wie schnell sie mit diesem neuen Instrument umgehen konnte.

Und auch DAS finde ich sehr beeindruckend … aber ich zĂ€hle nicht, da ich schließlich die Mutter bin:

Sie sollte aus einem Stapel Rezepte die heraussuchen, auf welche sie eventuell Lust verspĂŒren könnte. Wie man am linken Bildrand erkennen kann, handelte es sich um englische Rezeptkarten! Klar, manche Dinge, wie z.B. „eggplant“ hat sie nachfragen mĂŒssen, aber das Meiste konnte sie schon selbst verstehen. Und ich habe jetzt mal wieder ein paar Ideen, was ich meiner Familie die nĂ€chsten Wochenenden auftischen könnte …    đŸ™‚

Bleibt noch dieser kleine Einblick in ihre FĂ€higkeit zu lesen, zu schreiben und mathematisch zu denken. Einmal haben wir zusammen GitterrĂ€tsel gelöst …

… und mit Carsten ist sie ihre im Laufe der letzten Woche ausgefĂŒllten Sudokus durchgegangen: von 14 StĂŒck hat sie 10 komplett richtig, zwei mit kleinen Fehlern „gelöst“ und zwei halbfertig gelöst, weil sie aufgrund eines Fehlers nicht mehr weiterkam. FĂŒr sie sind Sudokus eben ein sehr wichtiger Bestandteil bei ihrer BekĂ€mpfung der Langweile in den Zeiten, wenn sie keine Therapien hat. Und so sieht sie dann wohl aus, wenn sie ĂŒber diese fĂŒr mich völlig unverstĂ€ndliche FreizeitbeschĂ€ftigung sinniert:

 
Aber es beeindruckt mich echt immer wieder aufs Neue, wie konzentriert sie sich durch die insgesamt neun Reihen, neun Spalten und neun Boxen des Sudoku bewegt, um so die fehlenden Zahlen zu entdecken. Und glaubt mir, es fehlt nicht immer nur eine der Ziffern von 1 bis 9, denn das ist ihr mittlerweile echt viel zu einfach    đŸ˜‰

So, das soll es fĂŒr diesmal gewesen sein – wie gesagt, viel ist ja nicht passiert und die Stunden scheinen am Wochenende nur so an einem vorbeizurasen. Stephanie hat zudem am Samstag 3 Stunden und 13 Minuten und am Sonntag 1 Stunde und 55 Minuten auf dem Stuhl gesessen (FrĂŒhstĂŒck plus BeschĂ€ftigung), wir haben am Samstagabend gemeinsam die DVD „The 355“ geguckt und nebenbei auch so manche Übungen und Trainings wiederholt … und Zack, war das Wochenende auch schon wieder vorbei.

Bleibt mir also jetzt nur, noch einmal an unsere Vis-a-Vis-Möglichkeit am 9.7. in Dresden zu erinnern und euch hiermit eine ruhige Woche zu wĂŒnschen. Passt auf euch auf!



2022 23.
Juni

Die OLCAs gastieren am 9. Juli ab 12 Uhr bis ca. 22 Uhr fĂŒr ein Meet-And-Greet in Dresden im JohannstĂ€dter FĂ€hrgarten und wer möchte, könnte uns drei, d.h. Olga, Carsten oder Stephanie, nach sooooo langer Zeit mal wieder sehen, in den Arm nehmen und/oder ĂŒber die letzten 2,5 Jahre des Wegganges von Olga & Carsten aus dem SachsenlĂ€ndle quatschen oder die tollen Dresdner Erinnerungen von damals mit Stephanie auffrischen.

Wir alle freuen uns nach so vielen Monaten ĂŒber jeden Kontakt aus der alten Heimat, denn Corona nahm uns allen in 2020 nicht nur das Reisen, sondern Olga & Carsten leider auch die Möglichkeit einer gebĂŒhrenden Verabschiedung von euch und versaute Olga zudem im November den 50. Geburtstag.

Das können wir jetzt zwar nicht alles nachholen, aber wenn wir schon ein paar Tage in Dresden verweilen, möchten wir drei jede Gelegenheit nutzen, um mal wieder mit euch ins GesprĂ€ch zu kommen. Wer wann womit und wie lange kommt, ist uns dabei völlig egal … wir werden an dem genannten Tag jedenfalls hier im bzw. am JohannstĂ€dter FĂ€hrgarten sitzen und uns ĂŒberraschen lassen:

Einzig das Wetter könnte uns dabei wohl noch einen Strich durch die Rechnung machen … ggf. anrufen, solltet ihr uns nicht finden – 0171-3103419 oder 0151-11606528.

Da euer Erscheinen Geschenk genug sein wird, bitten wir euch, nichts fĂŒr uns zu besorgen und mitzubringen. Bringt lediglich das mit, was ihr trinken und essen wollt, sollte euch die Auswahl des Biergartens nicht ausreichen.

Wir freuen uns sehr auf dieses Wochenende und besonders auf einen gemeinsamen Samstag mit euch.

Olga, Carsten & Stephanie

P.S.: auch auswĂ€rtige Freunde oder Bekannte aus der Schul-, Studien-, Arbeits-, VHS- und Vereinszeit oder unseren gemeinsamen InternetaktivitĂ€ten sind hiermit gerne aufgefordert, einen kleinen und lohnenswerten Abstecher ins wunderschöne Dresden zu wagen und an dem Tage zu uns zu stoßen.



2022 20.
Juni

Bevor ich zur eigentlichen Zusammenfassung des Wochenendes komme, hier schon mal vorab die AnkĂŒndigung, dass man bei diesem Blogeintrag unbedingt den allerletzten Absatz lesen sollte!!!    😉

FĂŒr alle, die jetzt nicht bis dahin runterscrollen, hier die Beschreibung unserer Erlebnisse der letzten Tage … viel trainieren konnten wir diesmal eigentlich nicht und somit gibt es leider aber auch nichts ĂŒber große Fortschritte oder Erfolge zu berichten. Doch auch wenn unsere diversen TagesausflĂŒge viel Zeit kosten und dem Lernen damit nicht mehr viel Platz lassen, erhoffen wir uns fĂŒr Stephanie, dass sie dadurch immer möglichst viele neue EindrĂŒcke bekommt, Alltagssituationen noch besser kennenlernt, entstehende Erinnerungen dazukommen und Ă€ltere aufgefrischt werden oder eben, dass ein einfaches Learning-by-Doing stattfindet. Es muss ja nicht immer alles in ein strammes Trainingskorsett gezwungen werden    🙂

Von unserem Besuch am Dienstag gibt es nicht viel zu erzĂ€hlen, denn wir saßen bei schönstem Sommerwetter draußen und haben gequatscht, gespielt und gegessen. So voller GrĂŒn fĂŒhlt man sich im Hof des Pflegezentrums fast schon wie bei einem Picknick:

Es ist doch richtig idyllisch dort, oder? Allerdings kann laut Stephanie die Vogelwelt schon ganz schön laut sein und mit der Zeit nerven – vor allem die Spatzen, die eigentlich rund um die Uhr zum Zwitschern aufgelegt sind!

Am Freitag holten wir sie dann wieder wie gewohnt in LĂŒneburg ab, aber diesmal nicht aus dem Gut WienebĂŒttel, sondern aus der Notaufnahme des LĂŒneburger Krankenhauses … ihre SPDK war mal wieder verstopft und musste vom Urologen gewechselt werden. Da im Anschluss daran lĂ€nge Zeit der Transport nicht kam, um sie zurĂŒck ins Pflegezentrum bzw, zu uns zu bringen, haben wir gegen 18:30 kurzerhand den Fahrdienst ĂŒbernommen (nur 10 min Fahrt) und sind dann direkt vom Krankenhaus ins wohlverdiente Heimatwochenende gefahren – mit dem obligatorischen Zwischenstopp fĂŒr den Wochen(end)einkauf. Es wurde durch das lange Warten zwar alles sehr viel spĂ€ter, aber dafĂŒr konnte dieser Sonnenuntergang auf dem RĂŒckweg recht gut entschĂ€digen:

Den Samstag haben wir dann hier verbracht …

… auf der Kieler Woche. Das Kind hatte am Freitag die Wahl bekommen, ob sie bei dem angekĂŒndigten Sonnenschein mit vielen vielen Menschen an der OstseekĂŒste sein will, oder lieber etwas einsamer durch einen schattigen Wald spazieren möchte. Erstaunlich, aber sie entschloss sich statt der möglichen Ruhe und Gelassenheit sogar fĂŒr die Menschenansammlung:

Uns sollte es recht sein, denn wir waren fĂŒr beides offen. Kiel liegt zum GlĂŒck auch nur etwas mehr als eine Autostunde von uns entfernt. Und da wir frĂŒh am Morgen starteten, bekam sie kurzerhand noch einen anderen, vor kurzem geĂ€ußerten Wunsch erfĂŒllt: ein FrĂŒhstĂŒck bei McDonalds:

Sie entschied sich natĂŒrlich fĂŒr den grĂ¶ĂŸten und dicksten Egg-McMuffin und Carsten musste ihr eine helfende Hand beim VerdrĂŒcken reichen. Egal, Kind war glĂŒcklich – erste Mission erfĂŒllt!    😉

Und es sollten im Laufe des Tages noch mehr (ungesunde) Leckereien dazukommen, wie z.B. diese Hotdogs …

… Churros …

… Fischbrötchen …

… und Donuts:

Jep, an diesem Laden KONNTEN wir einfach nicht vorbeigehen, ohne darin gesĂŒndigt zu haben. „Sorry Dunkin Donuts, aber gegen den Royal Donut kannst du wahrlich einpacken!“ – so ungefĂ€hr waren auch Stephanies Worte bei diesem Anblick:

Nehmen wir nur mal den Donut oben links: Erdbeeren und Kinder Bueno als Topping UND eine Erdbeermarmelade sowie Nutella als FĂŒllung!

Oder den unten links: das da oben drauf ist ein kompletter Kinder Maxi King!!! Und drumherum ist ganz ganz viel Karamellsoße – alles soooooooooooooooooooooooo lecker!!!!!!!!!!

Aber auch wenn es so scheint, wir haben nicht nur gegessen oder dem Essen zugesehen …

[Spanferkel kannte Stephanie noch nicht bzw. nicht mehr]

… nein, wir haben auch getrunken    😉

Genug gescherzt, wir haben uns natĂŒrlich vor allem von der See, dem Maritimen und den vielen Schiffen in den Bann ziehen lassen:

[die Windjammerparade ist leider erst kommenden Samstag, doch dann dĂŒrfte es hier proppevoll sein]

Sehr beeindruckt war das Kind von den riesigen Kreuzfahrtschiffen, die sie zuerst sogar gar nicht als etwas auf dem Wasser wahrgenommen hat, sondern eher an ein GebĂ€ude dachte … ging uns doch sicherlich beim ersten Mal auch so, oder?

Bei solchen Ausblicken meinte sie nur, dass sie das Wasser (z.B. aus ihrer Zeit in Bremerhaven) so richtig dolle vermisst …

… und vor allem auch mal wieder sooo gerne schwimmen gehen wĂŒrde:

Tja, leider war dies nicht das Einzige, was derzeit unerreichbar ist und ihr an diesem Tag verwehrt wurde, denn natĂŒrlich liebĂ€ugelte sie auch mit so etwas – wie schon damals als kleines, unerschrockenes MĂ€dchen:

Bei diesem Herren zog sie ebenfalls den KĂŒrzeren:

Unser Argument, dass wir im Gegensatz zu ihm doch auf vier RĂ€dern unterwegs wĂ€ren, zog leider nicht. Er holte dann sein Megafon raus, heulte damit rum und als wir nachgaben und auswichen bedankte er sich bei uns mit einer Konfettidusche aus seiner Gießkanne. Er ist halt doch der professionellere Charmeur von uns gewesen …    😉

Die Attraktionen der Kieler Woche sind ja bekanntlich ĂŒberall im inneren Stadtgebiet verteilt und wir tingelten Dank der guten Kartenlesekenntnisse von Carsten und Stephanie (man war sich jedenfalls nicht immer einig!) durch die Straßen und Hafenanlagen:

Uns ist sicherlich dennoch vieles entgangen, z.B. den Muddi-Markt haben wir definitiv verpasst, aber wenigstens entdeckten wir dieses Wasserbecken …

… mit einem Seehund …

… und kamen an diesem schön aufgebauten Dorf mit HolzhĂ€usern sowie dem obligatorischen Backfisch-Leuchtturm (oben wird gebrutzelt und auf einer Rutsche gelangen die fertigen Backfische nach unten in den Verkaufsraum) vorbei:

Selbst unser Autogespann haben wir abends auf Anhieb wiedergefunden:

Es war echt ein sehr schöner Tag geworden und wir fanden trotz ĂŒbergroßem Rolli immer ausreichend Platz zum Ausruhen und Durchfahren. Trotz einer großen Menschenmenge kam es zu nicht einer einzigen Rempelei oder unschönen BerĂŒhrung – die Menschen hier im Norden sind eben alle unheimlich gechillt und zuvorkommend! Es muss einfach an der tĂ€glichen Portion Meer und diesem wunderschönen Blau liegen:

Uns gefĂ€llt es hier oben im Hohen Norden jedenfalls echt sehr gut und wir werden sicherlich auch noch sehr viel mehr mit und ohne Kind von der Umgebung und KĂŒste erkunden – da bin ich mir ganz ganz sicher …

Am Sonntag dehnten wir nach dem Ausschlafen das Sitzen am FrĂŒhstĂŒckstisch mit Essen, Spielen …

[zugegeben, das haben grĂ¶ĂŸtenteils Carsten und ich gestapelt]

… und Quizzen auf fast drei Stunden am StĂŒck aus, ohne dass Stephanie unruhig geworden ist. Doch leider konnten wir diesmal keine finale Grenze austesten, denn mit Baden, Beautyprogramm, Mittagessen und RĂŒckfahrt gegen 18:00 hatten wir noch einen straffen Zeitplan vor uns – schade …

Und dann waren auch schon wieder zweieinhalb Tage vorbei … es geht ja immer so verdammt schnell vorbei.

Diese Scans von ihren TĂ€tigkeiten aus dem Pflegezentrum möchte ich euch aber noch eben zeigen. Neben ihrem vielen gelösten Sudokus (insgesamt 12 StĂŒck, wovon wohl nur eines falsch war und zwei noch unvollstĂ€ndig, da sie wahrscheinlich gestört wurde) …

… prĂ€sentierte sie uns diesmal auch mehrere Zettel mit ihren Schönschreibversuchen …

… und sogar Englischaufgaben, die sie derzeit von den Logo-Therapeuten bekommt, welche zudem auch Englisch mit ihr sprechen:

So etwas beruhigt uns immer ungemein, denn es zeigt doch eindrĂŒcklich, dass trotz ihrer gewaltigen HirnschĂ€digungen noch ganz viel Wissen und Intelligenz ĂŒbrig geblieben ist und der Weg zurĂŒck ins Leben nicht nur von Hoffnung oder Zuversicht geprĂ€gt wird – Stephanie findet auf jeden Fall noch ihren Weg zurĂŒck in die SelbststĂ€ndigkeit, davon bin ich nach solchen Dingen immer wieder aufs Neue ĂŒberzeugt.

Nun zum letzten Absatz, den ich ja schon gleich zu Beginn dieses Eintrags angekĂŒndigt hatte:
Carsten, Stephanie und Olga werden sich am 9. Juli (ist ein Samstag) von ca. 12:00 bis sicherlich abends um 22:00 in Dresden auf der Wiese neben dem JohannstĂ€dter FĂ€hrgarten positionieren und euch allen wenn möglich die Chance geben, mal wieder mit uns Vis-a-Vis ins GesprĂ€ch zu kommen, uns in den Arm zu nehmen und uns nach so vielen Monaten und mittlerweile schon Jahren zu treffen. Damit meine ich nicht nur Freunde und Bekannte von Carsten und mir, sondern natĂŒrlich auch von Stephanie – in und um Dresden dĂŒrften sicherlich noch genĂŒgend aus ihrer Schulzeit, ihrem Volleyballverein oder der Nachbarschaft geblieben sein, oder? Wir drei wĂŒrden uns auf jeden Fall ganz dolle auf ein Wiedersehen mit euch allen freuen – dies ist auch erst einmal nur eine AnkĂŒndigung fĂŒr eure eventuelle Wochenendplanung an besagtem Samstag, denn Einzelheiten werden wir noch in den nĂ€chsten Tagen hier im Blog und auch per Email nachreichen. Wir sind echt gespannt, wer sich zurĂŒckmeldet oder so alles einfinden wird. Jetzt muss fĂŒr das Event nur noch das Wetter stimmen …