Feb.
Hier kommt nun meine Zusammenfassung der letzten Woche, aber in Gedanken bin ich eigentlich schon lĂ€ngst viel weiter, denn ab Freitag haben Carsten und ich zwei Wochen Urlaub und Stephanie ist die ganze Zeit bei uns. In diesen 16,5 Tagen werden wir ihren Geburtstag am 6.2. feiern und unseren 16. Hochzeitstag am 14.2. … mal sehen, wie viel Zeit ich dann dazwischen noch finde, um den Blog um einen weiteren Wochenbericht zu ergĂ€nzen. Aber auĂer den zwei oben genannten „Feierlichkeiten“ und bislang zwei vereinbarten Ausfahrten mit dem Auto – einmal zur ersten Anprobe der neuen Orthesen und einmal fĂŒr einen Besuch auf ihren ehemaligen Stationen der Vamed-Klinik in Geesthacht – ist noch nichts weiter geplant. Wir nehmen, was wir kriegen und werden sicherlich oft erst am Morgen entscheiden, mit was wir denn so den lieben langen Tag verbringen. Vielleicht passt ja sogar mal das Wetter fĂŒr einen gröĂeren Ausflug nach Hamburg oder an die See …
Aber das ist alles noch Zukunftsmusik, hören wir uns doch zuerst noch an, was die letzte Woche so alles passiert ist. FĂŒr Stephanie waren auf jeden Fall von Montag bis Donnerstag vier Tage bzw. Abende dabei, an denen sie sich an Pommes und WĂŒrstchen so richtig sattessen konnte! Das Pflegezentrum hatte nĂ€mlich eine Frittenbude organisiert und einen kleinen Wintermarkt im Innenhof aufgebaut:

Neben HeiĂem, Frittiertem und Gebratenem gab es noch ein nettes Lagerfeuer und ein Zelt mit Dosenwerfen samt kleinerer Gewinne, bei dem sogar unser Kind etwas abrĂ€umen konnte – wie sie uns ganz stolz an unserem Besuchstag berichtet hat. Da sie nach ihren ErzĂ€hlungen eigentlich keinen Tag ausgelassen hat …

[Dienstag: „Alles meins, oder ?“ đ „Ăh, nein …“]
… und auch beim Besuch von ihrem Papa am Donnerstag ein paar Leckereien verdrĂŒckte …

… waren wir echt ĂŒberrascht, dass sie am Freitag ebenfalls wieder lieber zur WĂŒrschtlbude auf dem Kaufland-Parkplatz wollte, als drinnen zum Asiaten zu gehen oder beim BĂ€cker ein paar belegte Brötchen zu holen. Egal, ihr Wunsch ist uns (meist) Befehl đ
Ihren ganz besonderen, eigenen Kopf bekamen wir zudem schon am Freitag bei unserer Ankunft am Pflegezentrum mit, denn da saĂ sie einsam auf weiter Flur in ihrem Rolli im Hof …

… und hat das Wetter, die Wolken und den Sonnenuntergang genossen:

Ja, sie ist noch immer fĂŒr eine Ăberraschung gut. Und glaubt mir, das war am letzten Wochenende nicht einmal die gröĂte!!!
Neben unseren ĂŒblichen Ritualen, Erholungsphasen, Ăbungen und Trainings, wie z.B. FuĂbad, Musik auf den Ohren, auf dem Stuhl sitzen (einmal sogar schon 2 Stunden und 5 Minuten am StĂŒck!), Kochen und Essen sowie Ballspielen …

… haben wir auch immer wieder mal neue Dinge ausprobiert. Carsten hat ihr das iPad nun so prĂ€pariert, dass sie mit der Tastatur unsere Musiksammlung selbst ein wenig durchsuchen bzw. abspielen kann – mit Vor / ZurĂŒck, LautstĂ€rke einstellen und natĂŒrlich ihrem Kopfhörer, den sie am liebsten wohl den ganzen Tag auf den Ohren haben wĂŒrde:

DIESER Kauf hat sich echt (fĂŒr sie) gelohnt. Kaum hat sie den auf den Ohren und vielleicht noch eine kleine BeschĂ€ftigung nebenbei, ist sie ĂŒberglĂŒcklich! Hier guckt sie z.B. gerade aus dem Fenster, wo an diesem Wochenende natĂŒrlich die Ă€uĂerst schnell vorbeiziehenden Wolken das Highlight fĂŒr sie waren:

Dennoch waren wir froh, dass das Tief Nadia an uns endlich vorbeizog und der Sturm gegen Sonntagmittag nachgelassen hat, denn bei dem Wind wĂ€ren wir abends nicht mit einem (fast) leeren AnhĂ€nger insgesamt 70 km ĂŒbers platte Land gefahren. Wir waren aber durch den Wetterbericht bereits rechtzeitig vorgewarnt und lieĂen uns deshalb am Freitag bei der Ăbergabe die Medikamentenration bis Dienstag aushĂ€ndigen.
Apropos Medikamente: letzte Woche wurde schon die Morgenausgabe weggelassen und spĂ€testens diese Woche wollte man das Antiepileptikum Gabapentin dann ganz absetzen. Wieder ein PrĂ€parat weniger auf der Liste – damit sind es jetzt nun nur noch FĂNF: Dekristol (Vitamin D), Baclofen (Spastik & KrĂ€mpfe), Xarelto (BlutverdĂŒnner), Valproat und Vimpat (beides Antiepileptika) … vor fast genau einem Jahr waren es noch insgesamt 11, im November 2020 ganze 17 *puh*
[Nachtrag: leider wurde das Gabapentin doch nicht komplett abgesetzt, sondern nur von 900 mg (2 Tabletten) auf 600 mg (1 Tablette) verringert … egal, jede Reduzierung ist ein weiterer Erfolg!]
Schwer zu glauben, aber auch das war eigentlich noch nicht die gröĂte Ăberraschung … đ
Vor allem beim spontanen Ballspielen sehen wir immer mehr Fortschritte, denn sie wurde deutlich reaktionsschneller beim Fangen und zielsicherer beim Werfen:

Da ihr Vater bei seinem Besuch auch ein Set Gitarrensaiten mitgebracht hat, konnte Carsten eine altersbedingt etwas in Mitleidenschaft gezogene Gitarre neu bespannen und mit Hilfe einer App sogar stimmen – musikalisch sind wir zwei OLCAs nĂ€mlich eher die KnöpfchendrĂŒcker am Radio statt Instrumentenspieler … dann wohl eher InstrumentenquĂ€ler đ
Jedenfalls gaben wir Stephanie diese Gitarre mal in die Hand und haben sie ohne groĂe Vorgabe darauf rumklimpern lassen, in der Hoffnung, auch diese Erinnerungen wieder etwas ausgegraben zu können. Noten kann bzw. konnte sie ja mal lesen, sie hat mehrere Jahre Blockflöte gespielt und eben auch ein paar Monate Gitarrenunterricht bekommen. Da ist doch bestimmt noch etwas von hĂ€ngengeblieben – auch wenn sich das an diesem Wochenende leider nicht so angehört hat đ

Aber sie hatte ihren Spaà mit dem Instrument und erneut ein wenig Training mit etwas ihr völlig Unbekannten.
Ok, ok, jetzt habe ich euch lang genug auf die Folter gespannt – hier nun mein persönliches Highlight an diesem Wochenende:

Carsten konnte das Kind von Samstag bis Sonntag immer wieder etwas mehr aus der Reserve locken und schaffte es, sie von anfĂ€nglich 30 Sekunden auf bis zu fast 3 Minuten freihĂ€ndig mit durchgedrĂŒckten Knien auf ihren eigenen Beinen stehen zu lassen. NatĂŒrlich waren wir immer in Alarmbereitschaft, sollte sie wegknicken oder zusammensacken und ganz ohne Hilfe blieb sie natĂŒrlich auch noch nicht stehen, da ihr ja dafĂŒr noch das nötige Gleichgewicht fehlt. Aber mal wieder ihr gesamtes Gewicht auf ihren eigenen FĂŒĂen bzw. Beinen zu tragen und in voller GröĂe (etwas ĂŒber 1,80 m) vor uns stehen zu können, hat selbst bei ihr zu kleinen FreudensprĂŒngen im Herzen verfĂŒhrt. Wir alle sind ja so stolz auf diese Leistung und in den zwei kommenden Urlaubswochen werden wir dieses Training sicherlich auch immer wieder mal ausprobieren und vielleicht sogar erweitern können. Mal sehen, zu was sie selbst bereit ist und was sie sich zutraut …
Das soll es auch fĂŒr dieses Mal wieder gewesen sein. Mir bleibt nur zu sagen: wir genieĂen jede Minute mit dem Kind, auch wenn bei uns dafĂŒr Persönliches und die To-Do-Liste liegenbleibt, aber die Entwicklungen und Fortschritte spornen uns alle immer wieder auf Neue an. Wir reden viel (ihre Aussprache wird immer deutlicher), wir genieĂen viel (da sie ja jetzt alles essen kann), wir spielen viel gemeinsam (alleine bekommt sie das leider noch nicht hin oder ihr fehlt einfach die Phantasie dafĂŒr), wir hören viel Musik (auf jedem unserer Videos in der Residencia OLCA hört man Gedudel im Hintergrund), wir lachen sehr viel (ihren Humor und den Sarkasmus hat sie definitiv nicht verloren) und wir lassen uns immer viel Neues mit ihr und fĂŒr sie einfallen (wer rastet – der rostet), um ja keine Langeweile aufkommen zu lassen. Wir fragen … sie will … wir machen … sie scheitert (manchmal) … sie schlĂ€ft eine Nacht drĂŒber … am nĂ€chsten Tag klappt es (besser) und muss eigentlich nur noch verfeinert werden. Sie saugt einfach alles auf wie ein Schwamm und muss es dann sehr wahrscheinlich erst einmal richtig verarbeiten. So z.B. das Ăffnen und SchlieĂen einer Haarklammer: am Samstagmorgen trotz mehrfacher ErklĂ€rung des Prinzips und Zeigen noch klĂ€glich daran gescheitert, am Sonntagmorgen machte sie schon fast ganz selbstverstĂ€ndlich Klick-Klack damit.
Es bleibt dabei: Tschakka, wir schaffen das!!!



































































































Die letzten Kommentare