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Kommentar:   

 
Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2022 08.
Aug.

Ich möchte mich schon gleich am Anfang für die gleich gezeigten, ach so vielen Fotos und zwei Videos entschuldigen, aber an diesem Wochenende gab es für Stephanie wieder soooooooooo viel zu entdecken … und dabei sind eben so viele, schöne Fotos entstanden. Dies ist wirklich nur eine kleine Auswahl    😉

Beginnen möchte ich allerdings mit einem Video vom Freitag, welches Stephanie in Aktion mit einer Currywurst zeigt. Warum ich mir das ausgesucht habe? Zum einen, weil sie mittlerweile auch ohne Kleidungsschutz isst und zum anderen, weil ich ihre Pickertechnik schon sehr ausgefeilt und ausgereift finde:

 
Am Samstag unternahmen wir erneut einen Ausflug in den Westen Hamburgs – im Gegensatz zu letztem Wochenende (Altes Land) diesmal nördlich der Elbe, aber erneut, um sich mit Freundschaften aus ihrem Studium zu treffen.

Die erste Hälfte des Tages …

… liefen wir noch zu dritt entlang des Elbdeiches …

… und zählten u.a. die dortigen Rasenmäher:

Unser erstes Zwischenziel war eine Vogelstation des NABU …

… wo Infotafeln …

… und Ausgucke herrliche Vogel- und Tierbeobachtungen möglich machten:

Man konnte sich dort zudem ein Fernglas ausleihen, um Wasservögel, …

… allgemeine Vögel, …

… Insekten …

… und andere Tiere, wie z.B. dieses schwimmende Nutria, besser entdecken und beobachten zu können:

Leider konnten wir nicht alle der drei Beobachtungshütten erreichen, denn bei diesem Weg …

… fehlten leider ein paar entscheidende Zentimeter, um mit dem Rollstuhl durchzupassen. Ja, wir haben es natürlich mit Elan versucht …

… und sind kläglich gescheitert. Da blieb am Ende nur ein Zurückrollen    🙁    blöd, blöd, blöd

Aber die anderen beiden Hütten konnten wir sehr gut anfahren, denn die Wege dorthin waren breit und rollitauglich:

Auf Posten testeten wir gleich mal das ausgeliehene Fernglas aus, doch zum Glück war auch schon mit bloßem Auge alles sehr gut zu erkennen, denn irgendwie haben Stephanie und Carsten das mit der Sehhilfe einfach nicht besonders gut hinbekommen    🙁

Ist aber auch schwer, wenn man auf die Schnelle nicht die richtige Ausklappbreite, die richtige Schärfe für Brillenträger und vor allem nicht die richtige Richtung zum Objekt hinbekommt. Carsten konnte von außen dabei leider nicht sehr viel helfen und Stephanie fehlt natürlich die Übung im Umgang mit einem solchen Teil:

Aber wir sind uns einig, dass wir zuhause wohl kräftig mit unserem eigenen Fernglas üben und noch einmal hierhin kommen werden. Haben wir jemals aufgegeben? Eben …

Auf dem Weg zurück lernten wir noch, das wir falsch angezogen waren    😉    …

… und wie garstig und stachelig Disteln sein können:

Aber das ist es ja, was wir insbesondere beim Kind mit solchen Ausflügen erreichen wollen: neue Dinge kennenlernen, sich diesen neuen Dingen stellen und die Welt mit Augen, Händen und dem ganzen Körper erforschen.

Klingt sehr pathetisch, aber beschreibt perfekt die nächste Stunde bei unserem zweiten Zwischenziel:

Zwei ehemalige Mitkommilitonen aus Stephanies Zeit ihres Geowissenschaftstudiums in Potsdam sind diesen Samstag in Wedel (westlich von Hamburg) gewesen und somit verabredeten wir uns natürlich für ein Treffen. Gleichzeitig konnte uns Lisa (oben auf dem Pferd) helfen, unser Kind mit dem nächsten Tier in Kontakt zu bringen – nochmals vielen, vielen vielen, lieben Dank an Lisa für die Möglichkeit, an Ilka für die tolle Hilfe dabei und auch an die Besitzerin des Pferdes, die natürlich im Vorfeld um Erlaubnis gefragt worden ist.

Keine Angst, es ging uns dabei nicht ums Reiten (bei einem Stockmaß von 1,70 m kann eh nur noch ein Kran beim Aufsitzen helfen!), aber auch aus dem Rolli heraus konnte Stephanie mit dem Pferd auf Tuchfüllung gehen und wirklich fast alles erkunden, fragen und genießen. Auf das vorsichtige, gegenseitige Beschnüffeln (insbesondere Junior sollte zuerst mal den Rollstuhl kennenlernen) folgte die erfolgreiche Bestechung mit einem Apfel …

… und danach konnte Stephanie streicheln, …

… tätscheln, …

… die Frisur zerwurschteln, …

… die „ach so weichen“ Nüstern erkunden, …

… viele Fragen stellen, …

… das Fell in den Ohren genauer inspizieren, …

… den korrekten Sitz der Besohlung überprüfen …

… und das Pferd nach Herzen knuddeln. Junior hat es ebenfalls sichtlich genossen und er war über die gesamte Zeit wahrlich ein perfektes und lammfrommes Therapiepferd. Selbst ich traute mich trotz meiner mittelschweren Aversion gegen diese Tiere näher heran und streichelte ihn – leider gibt es aber keine Fotos davon. Oder zum Glück?    😉

Auf dem Hof blieb Stephanie und ihr Rollstuhl natürlich nicht unbemerkt und somit kam sie sogar in den Genuss, auch noch andere Pferde einmal hautnah erleben zu dürfen:

Sie genoss jede Minute mit und bei den Pferden und bekam irgendwie auch nicht genug von ihnen. Sie konnte sich am Ende schon gar nicht mehr entscheiden, ob sie den frisch abgewaschenen Junior herzen sollte …

… oder den vorbeikommenden Fuchs:

Das Kind war überglücklich – Ziel erneut erreicht!

Mit ihren beiden Freundinnen sind wir dann noch in ein Restaurant zum Essen gegangen, wobei Stephanie auch hier wieder völlig ohne Kleidungsschutz auskam und ganz souverän ihren Salatteller ohne Kleckern und Schlabbern aufessen konnte:

Auch ihr Getränk schüttete sie sich immer wieder selbst nach – ohne Zusammenzucken, Zittern oder Verschütten. Ich bin ja so stolz, dass wir es schon so weit geschafft haben und immer mehr Routine einkehrt. Zur Erinnerung: wir waren am 14. Februar DIESEN Jahres (!!!) zum ersten Mal mit ihr in einem Restaurant und vor weniger als sechs Monaten musste sie noch komplett von Carsten gefüttert werden …

Für mich ist so ein direkter Vergleich immer eine wahre Wonne, zeigt er doch, dass wir und sie Großes leisten und unsere Schrittchen-für-Schrittchen-Taktik definitiv aufgeht. Das gilt auch bei ihren stetigen Übungen mit der Touchscreen-Tastatur eines iPhones – hier ein Foto von Stephanies insgesamt erst zweiten Versuch, einen Text auf dem kleinen Gerät zu schreiben:

Also ich finde die Handhaltung schon sehr vielversprechend (nicht vergessen: Linki hat dabei die tragende Rolle) und auch das diesmalige Füttern des Navis im Auto absolvierte sie nach den ersten Schwierigkeiten am letzten Wochenende schon fast ganz alleine und fehlerfrei. Im letzten Eintrag schrieb ich noch „bis Jahresende“ … jetzt glaube ich sogar schon fast an Anfang November, dass sie ihr Smartphone bedienen und mit ins Pflegezentrum nehmen kann.

Der Sonntag wurde ebenfalls für einen Ausflug nach draußen genutzt. Zuerst waren wir in HH-Lohbrügge auf einem Kulturflohmarkt und haben Spiele und Puzzle für die sicherlich bald kommende Schlechtwetterzeit mitgenommen, danach sind wir durch das benachbarte Bergedorf bis zum ältesten Schloss Hamburgs gelaufen:

Auf der Rückseite gibt es einen großen Spielplatz und wir konnten Stephanie dort für ein weiteres Experiment begeistern, mit dem Carsten und ich schon seit ein paar Tagen schwanger gehen:

Natürlich war sie noch sehr angespannt …

… und hat nicht gerade Stunden auf dem Sitz ausgehalten, aber für den Anfang sind wir alle mehr als zufrieden:

 
Auch das werden wir demnächst sicherlich noch einmal wiederholen!

Bevor wir sie dann zurück ins Pflegezentrum nach Lüneburg gebracht haben, konnte sie Carsten erneut abstrafen, der auch diesmal wieder ihren Kleidungsschutz mit im Rucksack hatte – wie sich herausstellte war der völlig überflüssig! Zudem saß sie in diesem Restaurant zum ersten Mal nicht direkt neben ihm, sondern platzbedingt auf der anderen Seite des Tisches:

Selbst die vielen umherschwirrenden Wespen brachten sie nicht übermäßig aus der Ruhe, obwohl die Betreiber eigentlich eine völlig geniale Methode gefunden haben, uns einige dieser Viecher vom Hals zu halten:

Ich will nicht wissen, wie nervig das Essen geworden wäre, wenn sich die hier versammelten Wespen ebenfalls über unsere Getränke und süßlichen Speisen hergemacht hätten. Unsere herzhaften Dinge haben sie glücklicherweise (noch) in Ruhe gelassen (im Herbst wird das sicherlich ganz anders sein) und so konnten wir unser Schnitzel (Carsten), die Pulled-Pork-Pommes-Bowl (Stephanie) und die Pulled-Pork-Ofenkartoffel (ich) in vollen Zügen genießen.

Ich hoffe, die Bilder und Beschreibungen geben wieder, was für ein tolles und ausgefülltes Wochenende wir hatten! Und diesmal muss Stephanie nicht mehr all zu lange auf unsere Gesellschaft warten, denn morgen Abend wird sie schon wieder abgeholt, da wir sie am Monatsanfang ja immer für fast eine Woche (DI-SO) zu uns nach Wentorf holen. Hoffentlich unternehmen wir nicht wieder so viel, denn bei fünf gemeinsamen Tagen könnte die Blogzusammenfassung dann fast schon zu einem Roman ausarten    😉

Ich verspreche, mein Bestes zu geben, um dies zu verhindern … allerdings weiß ich zumindest schon von einem Wochenendausflug nach Cuxhaven inklusive einer Übernachtung im Hotel. Wir üben schließlich weiterhin an allen Fronten    🙂    nicht nur Stephanie braucht Training und Herausforderungen, sondern auch wir.

Ach ja: „Und Carsten, der Schlabberlatz kann ab jetzt zuhause bleiben!“    😉



2022 03.
Aug.

Würde ich Stephanies Blogeinträge individuell benennen, so hätte dieser sicherlich den Titel „Stephanie erkundet die Welt“ bekommen. Der Freitag und Sonntag lief zwar recht streng nach Schema F ab, aber am Samstag sind wir mal wieder rausgefahren und haben uns zudem mit einem ihrer ehemaligen Meteorologie-Kommilitonen getroffen – wir waren in Hamburgs Obstkammer: dem Alten Land.

Am Freitagabend haben wir sie so wartend vor dem Pflegezentrum angetroffen:

Ihr seht, sie wird von allen ganz gut versorgt: sie kann bei schönem Wetter immer nach draußen, der Trinkbecher ist voll, trotz vorgesehener Abholung versüßte man ihr die Wartezeit mit einem Teller Obst, sie bekommt Blümchen überreicht („Oh la la …“) und auch frisurentechnisch wird gerne mal etwas an ihr ausprobiert. Ja, unsere „Höfliche“ kann und darf sich über zu wenig Zuwendung sicherlich nicht beklagen    🙂

Ihre ersten „Erkundungen“ machte sie dann beim Wochen(end)einkauf im Kaufland, wo sie sich immer öfters mal etwas Neues in die Hände geben lässt und es genau studiert, sich aber auch gleich die Inhaltsstoffe mit durchliest – nee, DAS wollte sie dann doch nicht zum Probieren mitnehmen:

Der Rest des Abend verlief dann wie immer: Heimfahrt, Einkäufe verstauen, schnell noch das Freitags-Wordle lösen und dann noch gemütlich auf der Couch bzw. vor dem Fernseher den Tag ausklingen lassen.

Für den Samstag hatten wir uns mit einem ihrer Kommilitonen aus der Berliner Unizeit im Alten Land verabredet – der kleinen Ort ist ca. 1 Stunde Fahrt von Wentorf entfernt. Stephanie durfte bei unserem morgendlichen Fahrtantritt gegen 10 Uhr das Navi füttern:

Es war ihre allererste Begegnung mit diesem Touchscreen und stellte gleich eine doppelte Herausforderung dar. Zum einen fuhren wir schon und es wackelte dementsprechend, zum anderen musste sie seitlich tippen und hat damit leider öfters die Buchstaben rechts von den gewünschten getroffen. Aber am Ende sind wir angekommen, also muss es ja geklappt haben    😉

Wir brauchten für die Strecke allerdings 90 Minuten, da die Autobahnen um Hamburg herum aufgrund der A7-Sperrung am Wochenende voll verstopft waren und wir dadurch etwas im Stau standen. Aber danach die Fahrt durch das Alte Land und die vielen Obstplantagen fanden wir alle ganz toll.

Zusammen mit Konrad, so der Name ihres ehemaligen Mitstudenten, haben wir zuerst den Rolli ausgeladen …

… und sind dann am Elbdeich spazieren gegangen. Stephanie und Konrad haben vor dem Vorfall zusammen sowohl bei den Wetterpaten als auch auf dem Wetterturm gearbeitet und kaum hatten wir einen freien Rundumblick, bestimmten sie in gewohnter Manier die vorhandenen Wolken – er nannte zudem die Abkürzungen Cc, Cs, Ci, As, Ac, Ns, Cu, Sc, Cb & St und Stephanie gab zu 80% richtig die ausgesprochenen Namen zum Besten, z.B. Cirrocumulus/Hohe Schäfchenwolke (Ci), Nimbostratus/Regen-Schichtwolke (Ns) oder Stratocumulus/Schicht-Haufenwolke (Sc).

Erstaunlich, was er bei ihr wieder für Wissen aus dem Gedächtnis entlocken konnte. Und durch dieses Treffen hat unser Kind auch erneut in Erwägung gezogen, bei Gelegenheit das Thema Meteorologie wieder als Studiums- bzw. Berufswunsch voranzutreiben. Wir jedenfalls drücken alle Daumen und kümmern uns derweil um die geistige Vorbereitung … dazu aber erst in den nächsten Beiträgen mehr Informationen. Ihr kennt mich und mein Aberglaube: ich berichte erst über etwas, wenn es stattgefunden hat.

Jedenfalls sind wir fast eine Stunde flussabwärts zwischen Elbe und Deich entlangspaziert …

… und mussten am Ende auf diesen Hochwasserschutz rauf, da der Fluss Lühe querte und in die Elbe mündete. Erkenntnis des Tages: Deiche sind nicht gerade barrierefrei gebaut …

… und neben einer Steigung kann es zudem auch mal recht schiefe Teilstücke geben:

Wir sind aber ganz unfallfrei sowohl rauf als auch wieder runter gekommen und Stephanie hatte ihren Spaß sowie Carsten eine kleine Sporteinheit    🙂

Hinterm Deich kehrten wir zum Mittagessen in „Stubbe’s Gasthaus“ ein und haben hier äußerst leckere Fischgerichte (es ist gerade Matjeszeit!) bekommen. OK, Stephanie entschied sich als einzige lieber für eine Salat- und Geflügelalternative – sie war ja so glücklich, als sie das in der Karte gefunden hatte:

Ganze drei Stunden haben wir insgesamt dort getrunken, gegessen und gequatscht, bevor wir dann zurück zum Auto gegangen sind. Auf dem Rückweg ließ sie dann sogar einen Fahrerwechsel zu und Konrad durfte sich mal am Rolli versuchen:

Kommentar von ihr: „Carsten, es ist eine völlig neue Erfahrung für mich, deine Stimme auch mal beim Geschobenwerden von der Seite zu hören.“    😉

Es waren total schöne Stunden mit Konrad, doch irgendwann muss man auch wieder nach Hause aufbrechen – Stephanie ist am Auto schon immer eher bereit als wir, die noch den Rolli einladen müssen:

Bei Konrads Gastfamilie durften wir sogar noch verschiedene Beeren für uns und das Kind pflücken – noch einmal vielen lieben Dank dafür auch auf diesem Weg!

Gegen 20 Uhr kamen wir wieder in Wentorf an (unterwegs natürlich ebenfalls mit einer gewissen Stauphase) und haben den Abend dann gemütlich mit der DVD „Kingsman 3“ ausklingen lassen.

Neben dem üblichen Standardprogramm am Sonntag, wie z.B. ein ausgedehntes Frühstück mit Rührei, ihr Vollwaschgang in der Badewanne und unsere Socken zusammenlegen, …

… haben wir auch noch einen Teil (m)einer losen Fotosammlung wegsortieren können, wobei sie erstaunlich viel auf den Bildern wiedererkennen konnte!

Mit Carsten machte sie noch ihre allerersten Versuche auf einer Touchscreen-Tastatur eines iPhones, da wir vorhaben, sie bis Jahresende im Pflegezentrum mit einem Smartphone auszustatten.

Wir führen Stephanie jetzt natürlich erst mal ganz langsam an die Sache heran, denn auch hier zeigen sich wieder die vielen Fallstricke, die unsereins stets mit einer Selbstverständlichkeit zu meistern weiß: Ein-/Ausschalten, Aufladen, Internetverbindung prüfen, App bedienen usw.

Wir werden deshalb zunächst bei uns zuhause und nur mit der App Telegram starten, die sie ja vom iPad her kennt und bedienen kann. Alles andere, wie z.B. Kamera, Musik, Videos, Webseiten, Spiele- & Lern-Apps und weitere Messenger, wünscht sie sich zwar auch schon jetzt, aber bis dahin werden wohl noch ein paar Monate vergehen. Da ist es wieder: „Schrittchen für Schrittchen!!! Bremse deine Ungeduld, mein Kind …“

Und schon war der Sonntag auch wieder vorbei und nach einem kurzen „Boxenstopp“ zwecks Überprüfung einer Schraube, die sich leider immer löst, …

… machten wir uns mit dem Auto samt Anhänger auf den Weg nach Lüneburg, um Stephanie für die Arbeitswoche und ihre Therapien ins Pflegezentrum zu bringen.

Am Freitag warten zwar schon wieder Einkauf und die üblichen (langweiligen) Aufgaben auf uns, doch für Samstag haben sich heute erneut Studienfreunde für ein Treffen mit dem Kind angemeldet. Es wird eben nie langweilig bei/mit uns!



2022 25.
Juli

Wie jedes Mal machte ich mir auch diesmal Gedanken im Vorfeld, was ich im Blog von der Zeit mit Stephanie alles berichten könnte … von ihren Erfolgen, ihren Übungen und vor allem weitere Neuigkeiten über sie. Doch diesmal habe ich leider echt nicht viel zu erzählen. Klingt zugegeben etwas traurig und langweilig, aber für Stephanie war es in keinster Weise eines davon. Für dieses Wochenende hatten nämlich gleich zwei Besuche abgefragt und somit gab es diesmal weder Übungen noch Trainingseinheiten – nur der Spaß und die Treffen stand im Vordergrund.

Schon am Freitag beim Einkaufen alberten wir viel herum und dabei entstand auch diese nachgestellte Szene aus einem euch sicherlich sehr bekannten Film:

„Ich habe eine Wassermelone getragen.“

Ihr habt es doch gleich wiedererkannt, oder ? Na klar, dieser Satz ist von Frances „Baby“ Houseman aus „Dirty Dancing“. Ein Film, den wir jetzt sicherlich demnächst mal mit Stephanie anschauen werden …

Für den Samstagabend hat eine ehemalige Geo-Kommilitonin angefragt, die derzeit in Hamburg arbeitet und somit unbedingt mal wieder vorbei kommen wollte. Also haben wir sie zum gemeinsamen Grillen eingeladen. Vorher musste ich aber noch Salate zubereiten, sodass Carsten und Stephanie mittags mit dem Bus nach Bergedorf fahren konnten, um dort ein paar leckere türkische Schafskäse-Pasten einzukaufen. Dabei konnten sie sich sogar richtig viel Zeit lassen und sind ein wenig durch die Fußgängerzone sowie um das Bergedorfer Schloss gelaufen …

… haben beim Inder eine Kleinigkeit gegessen …

… und letztendlich die Pasten und das Fladenbrot eingekauft:

Wir waren somit äußerst gut vorbereitet und hatten gemeinsam mit Lisa einen ganz tollen Grillabend:

Lisa hat Stephanie auch eine Gitarre mitgebracht, die sie sich damals noch in Potsdam einmal ausgeliehen hatte. In der Gitarrentasche befanden sich zudem weitere Utensilien, die das Kind nach dem Aufbruch von Lisa noch ganz interessiert durchstöberte. In einem Kästchen lagen mehrere Plektrons und dieser Begriff ist ihr sogar selbst sofort eingefallen! Zudem gab es dort das Kulturliederbuch „Das Ding“, in dem sie abends noch sehr lange geblättert hat:

Und immer, wenn sie gefragt hat, ob sie das gerade gefundene Lied kennen könnte, haben Carsten und ich unser Bestes gegeben, um ihr Gedächtnis mittels Summen sowie Gesang aufzufrischen. Manches hat sie dadurch sogar wiedererkannt und manches kannten selbst wir nicht. Hier mal ein paar Beispiele: „Blowing In The Wind“, Marmor, Stein und Eisen bricht“, „99 Luftballons“, Skandal im Sperrbezirk“, What Shall We Do With A Drunken Sailor“, „Karl der Käfer“, „Living Next Door To Alice“, „Killing Me Softly With His Song“, „Dicke“, „Butterfly“, „Über sieben Brücken musst du geh’n“, „Bright Eyes“ u.v.m.

Am Sonntag sind Tom und Jessi zum Brunchen vorbeigekommen. Tom kennt Stephanie schon aus der Grundschule und vom Gymnasium, Jessi war während der Gymnasialzeit in der Parallelklasse. Die zwei sind schon seit damals ein Paar und befinden sich jetzt gerade mit ihrem Camper auf dem Weg in den Norden bis nach Trondheim in Norwegen. Da bot sich ein Zwischenstopp bei Stephanie natürlich an …

Der Brunch wurde ohne Probleme bis 16 Uhr ausgedehnt, denn neben Essen und Quatschen wurde auch in alten Fotos gestöbert …

… und so manche Gedächtnislücke enttarnten um sie gleich wieder mit Wissen zu füllen. Womit Stephanie allerdings uns alle sehr überrascht hat, war das Benennen vieler Namen von damaligen Kindern aus der Grundschule und dem Gymnasium. Tom und Jessi warfen Vornamen in den Raum und bei ca. 75% kannte unser Kind sogar noch die Nachnamen sowie nach einer kleineren Beschreibung manchmal auch die dazugehörige Person. Hier bestätigt sich erneut, dass da im Oberstübchen noch sehr viele Informationen vorhanden sind, allerdings die Wege dahin erst noch gefunden und neu aufgebaut werden müssen.

Nach unserem obligatorischen Gruppenfoto …

… sind wir dann noch alle zusammen zum Parkplatz gegangen und haben uns ihren Camper Marke Eigenbau angesehen – sehr beeindruckend und regelrecht zum Neidischwerden. Selbst Stephanie konnte einen Seufzer nicht unterdrücken … ein mehrwöchiger Urlaub, ja der liegt für sie leider noch etwas in zu weiter Ferne.

Aber alle drei Besucher dieses Wochenendes haben ihre Fortschritte und ihr Durchhaltevermögen gelobt und prophezeien ihr wie wir wieder eine baldige Rückkehr der Selbstständigkeit – in ein paar Jährchen ist das auf jeden Fall möglich!!!

Schön, dass nicht nur wir das so sehen und Stephanie von allen Seiten Zuspruch und Bestätigung bekommt. Das hilft ihr sicherlich ungemein beim Geduld haben, Zähne zusammenbeißen und Weitermachen …



2022 18.
Juli

Bevor ich mit der Zusammenfassung des letzten Wochenendes beginne, möchte ich erst noch dem Fotowunsch von Tim nachkommen, welchen er zum letzten Blogeintrag als Kommentar hinterlassen hat. Für Stephanie war Tim definitiv der größte Überraschungsbesuch beim Dresdner Treffen und vor allem hat er ihr mal wieder deutlich beweisen können, was man im Laufe der Jahre doch so alles schaffen kann:

Er ist z.B. in diesem Jahr mit seinem Rollstuhl und ohne Begleitung in Spanien herumgereist – inklusive ein paar Flügen. Tim zeigte Stephanie das Fotobuch dieses Urlaubs und nicht nur sie war davon tief beeindruckt. Also erneut jemand, der die Unsicherheiten unseres Kindes (hoffentlich!) wieder etwas mehr zerstreuen konnte … Wasser auf unsere Mühlen, die extra für sie immer das gleiche Credo predigen: „Mit der Zeit kannst auch du mal fast alles erreichen, versprochen!“

Und nun der Bogen zu ihrem letzten Besuch bei uns in Wentorf. In den zweieinhalb Tagen haben wir erneut ganz viel ausprobiert bzw. sie machen lassen, wie z.B. Fotos mit der Schere aus einer Zeitschrift ausschneiden …

… die ersten Tomaten in unserem Gärtchen ernten …

… Himbeeren pflücken und futtern …

… genauso wie Johannisbeeren.

Das war ja alles soooooooooooooooooooooooooooooooo lecker!!!

Auch beim Schreiben einer Geburtstagskarte (erst einen eigenen Text vorschreiben und diesen dann sauber für die Karte abschreiben) …

… und beim Gedulds- sowie Geschicklichkeitsspiel mit den Perlen ließ sie sich nicht beirren oder unterkriegen:

Ich bin ja so stolz, für welche Farbkombination sie sich hier entschieden hat    😉

Ja, wir haben den Freitag (Abholen, Abendessen & Einkaufen) und den Samstag (Frühstück, Spiel & Spaß, „Gartenarbeit“, Internet, Baden & Film gucken) einmal ganz ruhig angehen lassen, denn diesmal sollte der Sonntag der aufregende Ausflugstag werden. Abends hatte Stephanie nämlich ein Date mit einem Gentleman    🙂

Aus diesem Grund sind wir dann auch schon um 12 Uhr nach Lüneburg gefahren und haben die vier Stunden bis zu ihrem Aufeinandertreffen mit einem kleinen Stadtrundgang überbrückt. Also ich mag diese Hansestadt wirklich sehr, …

… denn die kleinen Gässchen …

… alten Gebäude …

… und die wunderschönen Eckchen finde ich einfach zauberhaft – vor allem zum Fotografieren.

Stephanie ist da eher praktisch veranlagt und probiert lieber die kulinarischen Spezialitäten aus, statt die Architektur zu bewundert. Sei es ihr gegönnt, auch wenn es nicht gerade ein Stint geworden ist (eine heimische Fischart), sondern eher superleckere Süßkartoffelpommes:

Doch für die „richtige“ Hungerbewältigung sind wir in ein Steak-House eingekehrt …

… wo sie sich zuerst theoretisch mit dem scharfen Messer beschäftigt hat …

… und dann sogar mehrere ihrer Steakstücke selbst zerschneiden durfte:

Anfangs hat Carsten noch ihre linke Hand ersetzt und stattdessen die Gabel gehalten, doch bei weiteren Versuchen (leider ohne Fotobeweis) hielt er Linki mit der Gabel schon so zum Teller, dass Stephanie ein Gefühl davon bekam, wie am Ende das Ziel auszusehen hat. Auch diese Übung werden wir sicherlich bei nächster Gelegenheit wiederholen, schließlich sahen die ersten Ansätze mehr als zufriedenstellend aus.

Wenn ihr jetzt glaubt, dass das schon der Höhepunkt war, dann muss ich euch noch einmal an den oben erwähnten Gentleman erinnern. Ja, eben dieser gab an dem Sonntagabend ein Konzert auf den Lüneburger Sülzwiesen und Stephanie durfte mit einer Begleitung dorthin:

Den Reggae-Musiker Gentleman kennt man vor allem durch seine großen Hits „Superior“ (2004), „Intoxication“ (2005) und von diversen Features mit Freundeskreis, Stefanie Heinzmann, Mustafa Sandal oder den Beginnern, die regelmäßig im Radio gespielt werden.

Carsten und ich waren schon gegen 18 Uhr wieder zuhause, während Stephanie und ihre Begleitung erst nach 22 Uhr ins Pflegezentrum heimkehren „konnten“ …

Die beiden hatten ihren Spaß und als Stephanie im Bett lag, sah sie schon sehr fix und fertig aber umso glücklicher aus! Meine Maus wird diesen Tag bzw. das Gentleman-Konzert sicherlich noch lange im Gedächtnis behalten, da gehe ich jede Wette ein    🙂    Carsten hat jedenfalls dafür gesorgt, dass sie seiner Musik noch bei jedem Einschlafen lauschen kann.



2022 04.
Juli

Heute werde ich mal wieder eine Mischung aus chronologischer Abfolge und Stephanies persönlicher Erfolge zusammenschreiben, denn das letzte Wochenende lief im Vergleich zum bevorstehenden äußerst ruhig ab.

Morgen kommt das Kind schon wieder in die Residencia OLCA (erste Woche im Monat = DI-SO bei uns) und am Freitagmittag brechen wir dann mit dem Anhänger im Schlepp nach Dresden auf. Ja, der Meet-and-Greet-Samstag ist schon ganz deutlich am Horizont zu erkennen!!! Wir sind alle schon ganz schön aufgeregt: Wie wird uns der Döner am Freitag beim ehemaligen Haus & Hof-Dönermann schmecken? Wer kommt am Samstag alles zum Fährgarten Johannstadt, um sich mit uns zu treffen? Bekommen wir am Sonntag vor der Abreise doch noch einen Tisch im Milchmädchen? Dort stehen wir nämlich für das Frühstück bislang nur auf der Warteliste …

Aber lassen wir die Zukunft Zukunft sein und kommen erst mal zur Vergangenheit. Wir konnten an diesem Wochenende Stephanies Erfolge beim Schneiden von Papier sehen, denn das Aufnehmen und Halten einer Schere stellt mittlerweile kein großes Problem mehr dar, …

… sie mümmelt sich immer wieder mal durch unser Hochbeet …

… (diesmal war es eine Bratpaprika und die nächsten Tage wird es unsere erste Zucchini werden), …

… und an jedem der drei Tage hat sie sich mit Hilfe von Carsten an ein neues Fingerfertigkeitsspiel gewagt:

Hierbei hält eine Hand einen Schaschlikspieß und die andere fummelt eine Perle mit Loch aus der Schüssel, um diese auf den Holzstab zu fädeln. Rechti konnte am Freitag schon nach einer kurzer Einführung stecken wie ein Weltmeister, doch Linki kam mit den kleinen Kugeln und der Lochsuche noch nicht so richtig klar.

Aber mal eine Nacht drüber schlafen und schon am Samstag wusste Stephanie auch die linke Hand erfolgreich als Perlenfischer bzw. -fädler einzusetzen:

Zwar hatten wir mit dieser Übung eigentlich im Sinn, sie zukünftig als Pausenbeschäftigung zu nutzen, wenn ihre Konzentration nachgelassen hat und sie sich wieder finden muss, aber das sah sie leider ganz anders: „Ehrlich, das ist für mich sooooo anstrengend! Und ich muss dabei echt hoch konzentriert sein!“ … schade    🙁

Da am Samstag das Wetter so schön angenehm war (kein Regen, nicht zu heiß), haben wir einen Spaziergang bzw. eine Spazierfahrt durch den Wald und am Golfplatz entlang …

… unternommen und sind in in Reinbek gelandet, …

… wo wir nicht nur die Aussicht genossen …

… sondern auch gleich noch an der S-Bahnstation unsere 9-Euro-Tickets für den Monat Juli gekauft haben. Und beim dortigen Türken auch lecker zu (späten) Mittag gegessen haben:

Für den Rückweg konnten wir das Ticket dann sofort einweihen, denn der steile Weg nach Wentorf ist im Bus besser zu genießen, als beim ständigen Schiebemodus an die 120 Kilogramm bergauf zu bewegen. Keine Angst, bei dem Gewicht sind die 30-40 kg des Rollstuhls schon mit eingerechnet!

Zuhause schafften wir an dem Abend sogar noch ein paar richtig tolle Schreibübungen, ein Bad in der Wanne inklusive Haarewaschen und landeten letztendlich mit einem Eisbecher in der Hand auf der Couch:

Das Baden haben wir diesmal vorgezogen, da am Sonntag der Flohmarkt im Casinopark auf dem Programm stand und wir die Zeit bis zur Rückfahrt in Pflegezentrum ohne Stress und solch offener Aufgaben verbringen wollten.

Ich bin echt stolz auf unsere Weitsicht, denn so entspannt war schon lange kein Sonntag mehr. Zuerst schlenderten wir in aller Ruhe an allen Ständen vorbei – zugegeben, es waren diesmal viel weniger Verkäufer und weniger Besucher als beim letzten Mal, was sicherlich der Ferienzeit und der steigenden Corona-Zahlen bzw. der vielen derzeitigen Erkrankungen geschuldet war. Neben einem Spiel, mehreren Puzzles und einem Buch hätten wir auch beinahe hierbei zugegriffen:

… aber sie waren nicht in Stephanies Größe    😉

Und ja, DEN Witz machte Stephanie wirklich!!! Der Verkäufer witterte bei ihrem Fingerzeig schon ein kleines Geschäft, aber die „Happy Feet“ mussten wir dann doch leider zurücklassen    🙁

Zum Abschluss unseres Rundgangs wollten wir eigentlich an einer der Buden etwas zum Mittag essen, aber irgendwie hatte niemand von uns Lust auf etwas Warmes oder Gebratenes. Also landeten wir lieber im Eiscafé unterhalb unserer Wohnung:

Die Wartezeit vertrieben wir zunächst mit dem Einüben der Merkelraute …

… doch als die Eisbecher gebracht wurden, kannten wir kein Halten mehr – es war soooo lecker!!!

Stephanie bekam zusätzlich zu ihrem Obsteisbecher (den nahm ich auch) sogar drei von Carstens Amarenakirschen ab … sie genoss jede mit einem großen und breiten Lächeln im Gesicht. Alkohol scheint sie echt ganz dolle zu vermissen – blöde Medikamente!

Zurück in der Wohnung hatten wir bis zur Abfahrt um 18:00 noch etwas Zeit für das Durchblättern ihres erstandenen Buches (ein Was-ist-Was aus den 60ern mit dem Thema Wetter), …

… ein erstes kurzes Anspielen des Brettspiels „Das verdrehte Labyrinth“ und Carsten ging mit ihr sogar noch die in der Woche erledigten 20 (!!!) Sudokus durch. Davon waren 13 völlig korrekt ausgefüllt, 3 blieben unvollständig und wurden dann noch bei uns gelöst …

… und nur 4 hatte sie falsch. Zum einen durch Unkonzentriertheit und zum anderen aufgrund von Zahlendrehern, die z.B. bei Unterbrechungen durch andere Bewohner oder das Personal entstanden sind. 20 Stück sind schon erstaunlich, aber sie hat eben ganz großen Spaß an dieser, mir immer noch völlig unverständlichen Freizeitbeschäftigung, die sie bequem im Rolli als auch im Bett durchführen kann. Ich bin echt mal gespannt, wann sie für sich das Lesen eines Buches als Freizeitbeschäftigung entdecken wird, um keine Langeweile aufkommen zu lassen.

Dazu haben wir auf dem Flohmarkt leider keine gute Geschichte gefunden, die letztendlich einfach zu lesen, aber trotzdem nicht allzu sehr auf Kinder zugeschnitten ist. Doch vielleicht hat ja jemand von euch eine gute Idee … was könntet ihr für unsere „Fasterwachsene ohne Tee-Nager-Attitüden“ empfehlen? Also nix mit Liebe und Beziehung, aber zu kindisch oder sehr kompliziert darf es dann auch nicht sein. Ihr seht, es ist wahrlich nicht einfach …



2022 27.
Juni

Da das Wochenende aufgrund der sehr heißen Tage ohne Ausflug geblieben ist, bietet sich nun mal wieder die Gelegenheit für mich, eher ein paar von Stephanies Fähigkeiten und Fortschritten zu zeigen – in Foto und Video.

Am Freitag machten wir einen Mädelsabend, da Carsten sich mit seinen Arbeitskollegen zum Grillen getroffen hat. Stephanie und ich bastelten uns einen Salat …

… und verdrückten ihn genüsslich auf dem Balkon. Zum Nachtisch gab es Eis …

… und diesen Ausblick auf einen herrlichen Sonnenuntergang:

Neben Spielen, Lachen und Quatschen mit mir las Stephanie auch noch einmal in ihrem Geschenk der ehemaligen Volleyballfreunde, die sie vielleicht sogar schon bald an der Elbe in Dresden wiedersehen könnte:

Damit hätten wir auch schon ein paar der oben angekündigten Fähigkeiten aufgezählt: Essen zubereiten (schnibbeln), selbstständig essen (leider noch ohne Messer) und Handschriften lesen. Ok, das alles ist jetzt erst einmal nicht Neuses mehr …

Aber was haltet ihr davon:

Öffnen, Eingießen, Schließen – wir sind jedenfalls echt beeindruckt! Allerdings steht sie sich gerade beim Einschütten oft noch selbst im Weg und ist dann so unsicher, dass sie zittert und unweigerlich kleckert. Für Stephanie ist die Angst einfach zu groß, dass etwas daneben gehen könnte … was dann natürlich auch passiert    ;o)    wie war das mit den selbsterfüllenden Prophezeiungen?!

Und dann wollte sie auch einmal wieder mit einer Schere hantieren und Papier schneiden.

Also haben wir sowohl am Samstag (links) als auch am Sonntag (rechts) mit mehreren Scheren geübt – ich bin jedenfalls hellauf begeistert, wie schnell sie sich am Ende damit zurechtgefunden hat. Anfänglich dauerte es etwas, bis sie die richtigen Finger in die richtigen Löcher der Schere gesteckt hatte, aber schon am zweiten Tag lief selbst das wie am Schnürchen. Doch seht selbst:

 
Zur Info: wir haben den Ton aus den Videos gelöscht, weil bei uns im Hintergrund immer Radio läuft und wir keine Schwierigkeiten mit den Rechteinhabern der Lieder bekommen möchten, nur weil mal ein paar Töne im Video zu hören sind. Aber es kommt ja eh hauptsächlich auf die Bilder an:

 
Selbst mit kleineren Schnipseleien kam sie am Sonntag schon supergut zurecht:

 
Ich bin jedenfalls erneut stolz wie Bolle, wie schnell sie mit diesem neuen Instrument umgehen konnte.

Und auch DAS finde ich sehr beeindruckend … aber ich zähle nicht, da ich schließlich die Mutter bin:

Sie sollte aus einem Stapel Rezepte die heraussuchen, auf welche sie eventuell Lust verspüren könnte. Wie man am linken Bildrand erkennen kann, handelte es sich um englische Rezeptkarten! Klar, manche Dinge, wie z.B. „eggplant“ hat sie nachfragen müssen, aber das Meiste konnte sie schon selbst verstehen. Und ich habe jetzt mal wieder ein paar Ideen, was ich meiner Familie die nächsten Wochenenden auftischen könnte …    🙂

Bleibt noch dieser kleine Einblick in ihre Fähigkeit zu lesen, zu schreiben und mathematisch zu denken. Einmal haben wir zusammen Gitterrätsel gelöst …

… und mit Carsten ist sie ihre im Laufe der letzten Woche ausgefüllten Sudokus durchgegangen: von 14 Stück hat sie 10 komplett richtig, zwei mit kleinen Fehlern „gelöst“ und zwei halbfertig gelöst, weil sie aufgrund eines Fehlers nicht mehr weiterkam. Für sie sind Sudokus eben ein sehr wichtiger Bestandteil bei ihrer Bekämpfung der Langweile in den Zeiten, wenn sie keine Therapien hat. Und so sieht sie dann wohl aus, wenn sie über diese für mich völlig unverständliche Freizeitbeschäftigung sinniert:

 
Aber es beeindruckt mich echt immer wieder aufs Neue, wie konzentriert sie sich durch die insgesamt neun Reihen, neun Spalten und neun Boxen des Sudoku bewegt, um so die fehlenden Zahlen zu entdecken. Und glaubt mir, es fehlt nicht immer nur eine der Ziffern von 1 bis 9, denn das ist ihr mittlerweile echt viel zu einfach    😉

So, das soll es für diesmal gewesen sein – wie gesagt, viel ist ja nicht passiert und die Stunden scheinen am Wochenende nur so an einem vorbeizurasen. Stephanie hat zudem am Samstag 3 Stunden und 13 Minuten und am Sonntag 1 Stunde und 55 Minuten auf dem Stuhl gesessen (Frühstück plus Beschäftigung), wir haben am Samstagabend gemeinsam die DVD „The 355“ geguckt und nebenbei auch so manche Übungen und Trainings wiederholt … und Zack, war das Wochenende auch schon wieder vorbei.

Bleibt mir also jetzt nur, noch einmal an unsere Vis-a-Vis-Möglichkeit am 9.7. in Dresden zu erinnern und euch hiermit eine ruhige Woche zu wünschen. Passt auf euch auf!



2022 14.
Juni

Stephanie ist seit gestern wieder im Pflegezentrum und nach zehn gemeinsamen Tagen fehlt einem nun schon etwas. Andererseits beschäftigen wir uns aber auch immer so sehr mit dem Kind wenn sie da ist, dass andere, wichtige Sachen einfach liegen bleiben, die einen dann aber früher oder später doch wieder einholen werden: Wäsche zusammenlegen und bügeln, die Steuererklärung 2021, die Krankenkassenbefreiungsabrechnung 2021 und und und … ist nun alles für die kommenden Wochentage geplant.

Ihr könnt euch also denken, dass wir die Zeit mit ihr (außer zu unseren Home-Office-Zeiten) sehr intensiv genutzt haben und zum Glück lieferte auch das Wetter einen äußerst unterstützenden Beitrag. Wir konnten nämlich sehr viel unternehmen und selbst in der Residencia OLCA probierten wir so einiges Neues aus. Bitte entschuldigt, aber in diesem Blogeintrag werde ich insgesamt 51 Fotos (selbst diese teils schon als Kollage) und 2 Videos verwerten … ich konnte mich leider nicht weiter reduzieren. Und selbst das ist schon die allerengste Auswahl aus insgesamt fast 1580 Bilder, die Carsten und ich während dieser zehn Tage aufgenommen haben. Viele davon natürlich, um zu dokumentieren und vielleicht wieder einmal Stephanie nach einem weiteren Jahr zu zeigen, was sie wieder alles geschafft hat. Ich bleibe dabei: wir sind sehr sehr stolz auf unsere Kleene!

Neben kleineren Aktionen, wie z.B. Grillen mit Besuch auf dem Balkon …

… alleine (mit Kopfhörer) …

… oder auch gemeinsam (ja, es sind insgesamt sechs Socken zu sehen) eine DVD gucken …

… setzten wir uns immer wieder mal in die Öffis, um nach Hamburg rein zu fahren:

Mittlerweile sind wir echt routiniert beim Ein- und Aussteigen trotz unebener Bahnsteige, beim Suchen des notwendigen oder richtigen Fahrstuhls und mit dem Umgang der anderen Mitreisenden – glaubt mir, es ist teilweise echtes Laien- oder Schmierentheater!    😉

Zum ersten Mal nutzen wir den ÖPNV am „Pfingstsamstag“, um zum Park Planten un Blomen zu kommen. Mit seinen unzähligen Blumenbeeten und -gärten …

… und den vielen Seen und Teichen …

… ist das eine echte Augenweide und unsere fast fünf Stunden darin vergingen wie im Flug.

Ich liebe diese beiden Fotos ungemein, deshalb konnte ich mich auch nicht für eines entscheiden    😉

Nach dem Verputzen von Stephanies Lieblingsgebäck (an der S-Bahn-Haltstelle gibt es einen „Dunkin Donuts“) …

… liefen wir erst als Rundgang durch den allgemeinen Teil und danach noch durch die langgezogenen Wallanlagen bis nach St. Pauli. Auch so manche Steigung konnte uns nicht aufhalten:

Unterwegs kamen wir u.a. an dieser Skate(r)anlage vorbei, wo wir wirklich sehr lange dem bunten Treiben zugeschaut haben:

Als Fußgänger kam ich problemlos auf die Tribüne und hatte von dort einen noch besseren Blick …

… doch auch Carsten fand einen (zugegeben) etwas weit ausholenden Weg dorthin, sodass wir alle drei eine ganze Weile von oben herab zugucken konnten:

Es hat echt sehr viel Spaß gemacht, aber am Ende trieb uns der Hunger weiter in Richtung Reeperbahn – anvisiertes Ziel: der Burgerladen „Five Guys„:

Aussuchen konnte Stephanie sich ihre Kombination an Toppings noch selbst, aber beim Essen musste Carsten eine helfende Hand reichen, denn so unterstützend einsetzen kann sie ihre Linki leider doch noch nicht:

Doch dem Geschmack und dem Erlebnis tat das keinen Abbruch und wir verließen das Restaurant erst nach fast zwei Stunden … Burger, Pommes, außergewöhnliche Free-Refill-Getränke und Milchshakes wollten schließlich ganz in Ruhe genossen werden    🙂

Am Pfingstsonntag entschieden wir uns für einen Ausflug in den wohl bekanntesten Zoo in und um Hamburg, dem Tierpark Hagenbeck:

Unsere vorherigen Befürchtungen, dass wir mit Stephanies übergroßen Rollstuhl nicht überall hin- oder durchkommen oder sie aus ihrer sitzenden Position nicht genug sehen könnte, haben sich sehr schnell verflüchtigt. Der Zoo hat diesbezüglich wirklich an alles gedacht und auch die anderen Besucher waren immer nett und zuvorkommend. Nach nur ein wenig Warten konnte Stephanie eigentlich immer direkt bis an den Ort des Geschehens geschoben werden …

… und ihre Blicke ungehindert umherschweifen lassen:

Selbst in der gewaltigen Eismeeranlage und in anderen Gebäuden wurde bei der Projektierung wohl immer auch an die Perspektive von Kindern und Rollstuhlfahrern gedacht – alles echt top organisiert!

Einzig in den Streichelzoo kamen wir mit dem Rolli nicht rein, da die Schleuse zu den Ziegen, Schafen & Co. sehr schmal und eng gehalten wurde. Also hat Stephanie sich eben andere Tierchen zum Streicheln …

… Füttern …

… und Herzen gesucht:

Naja, das anschließende Händewaschen fand sie sicherlich nicht so toll    😉

Dieses kecke Kerlchen hinterließ jedenfalls keine Sabberspur auf der Hand:

Erst als uns die Feierabendglocke gegen 18:00 zum Ausgang bugsierte, bemerkten wir, dass wir eigentlich noch gar nicht so richtig gegessen hatten – nur mal ein paar Kleinigkeiten zwischendurch. Deshalb fuhren wir zum EKZ Mundsburg und testeten dort das „Louisiana“ aus, welches Carsten schon aus Dortmund und Oberhausen kannte – links der Two-Way-Sampler mit Rippchen sowie Hähnchenflügel (für Stephanie & Carsten) und rechts eine Pulled-Pork-Poutine (für mich):

Bei dem Aussuchen der Getränke zeigte sich das Kind auf einmal völlig enttäuscht … sie würde doch soooooo gerne mal wieder „richtiges“ Bier trinken wollen, also das mit Alkohol    🙁

Pssst, sie durfte mal ein wenig bei mir nippen    😉

Den dritten großen Tagesausflug machten wir letzten Samstag und erneut war das Durchstreifen einer Parkanlage das Ziel: wir fuhren zum Volkspark Altona.

Wir kannten diesen Hamburger Park im Vorfeld, z.B. aus Erzählungen, noch nicht und waren am Ende echt überrascht, wie vielfältig es dort ist. Neben einem echt üppigen Waldgebiet …

… mit so mancher Steigung und Senke …

… gab es auch wunderschön angelegte Parkanlagen …

… oder Blumengärten mit Stühlen und Bänken, die zum Verweilen einluden:

Natürlich suchten und fanden wir hier eine kleine Stärkung in Form von Getränken und einem Eis … letzteres mit Franzbrötchen-Geschmack (!!!) – echt lecker.

Es gibt dort aber auch Abschnitte, die für uns unerreichbar blieben … jedenfalls für Stephanie im Rollstuhl und Carsten als Muskelantrieb. Ich konnte aber sehr wohl da rauf und musste dann berichten, was es denn zu sehen gab:

Währenddessen haben die beiden schon die ausgedruckte Karte studiert und das nächste Ziel auserkoren:

Diesmal konnten wir unser Mittagessen zur fast richtigen Zeit einnehmen, denn an der großen Grill- und Spielwiese gab es auch einen Bayrischen Biergarten mit ganz vielen Leckereien. Wir entschieden uns für Allgäuer Kasespätzle (mittig), Holstein-Schnitzel mit Spiegelei (hinten) und Leberkäse mit Spiegelei (rechts):

So gestärkt bewegten wir uns weiter durch das Waldgebiet, manche per Pedes und manche eben auf Rollen:

 
Ich hatte zudem meinen Reisebären Heini mit und machte ganz viele Fotos von ihm und den Blumen sowie der Umgebung – bin echt gespannt, wann ich das alles mal wieder zu einem eigenen Bärenbericht verwursten kann    😉

Auf dem Rückweg zur S-Bahn ergaben sich aber auch ohne ihn noch ein paar schöne Motive (zugegeben, bei dem Graffiti links muss man etwas genauer hinschauen – aber ich fand die beiden lächelnden Tierchen einfach nur süß):

So, das soll es von unseren Touren gewesen sein. Wir hatten während der letzten Tage ja auch noch andere Besonderheiten in petto. Vor allem hat sich Stephanie schon ganz lange über ihren Friseurtermin am letzten Freitag gefreut – endlich mal wieder Form in die seit dem medikamentenbedingten Haarausfall nachgewachsenen Zotteln bringen. Neben dem Ergebnis (hier vorher …

und hier nachher) …

… war es natürlich auch der Event an sich, der sie entgegenfiebern ließ, denn ein Besuch beim Friseur ist für sie schließlich etwas ganz Neues gewesen:

Am Ende wurden die längeren und kürzeren Kopfhaare angeglichen (die neuen Haare sind derzeit nur halb so lang), der Nacken bekam den von ihr so geliebten Undercut und die Mähne bzw. Unterwolle konnte auch mal wieder so richtig ausgedünnt werden:

Das Kind ist glücklich, d.h. das Ziel wurde erreicht. Was will man (als Eltern) mehr?!?

Zum Abschluss möchte ich noch ein paar Einblicke in unsere Trainings- und Übungseinheiten geben, auch wenn es bei Weitem nicht alle sind, die wir in den zehn Tagen so durchgeführt haben. Ich stelle jedenfalls immer wieder fest, dass sich am Ende selbst die kleinsten Dinge auch nach wochenlangem Durchhalten auszahlen, so z.B. ihr Assistieren beim Anziehen. Es ist zwar immer noch rudimentär, aber allein schon die damit verbundenen Greifübungen mit der rechten und linken Hand helfen wiederum bei anderen Dingen, wo Koordination und Geschick gefragt sind.

Abgesehen davon, dass sie ihr Frühstücksbrötchen mittlerweile unbeaufsichtigt aufschneidet (sogar in unter 1 Minute!) und schmiert, schüttet sie jetzt auch sehr viel sicherer Flüssigkeiten ein …

.. öffnet Boxen und Schalen mit wachsendem Erfolg …

… und rollt sogar auf ihre eigene Art und Weise Socken zusammen (vor zwei Wochen noch ein absolutes No-Go!!!):

Carsten hat zudem mit diversen Utensilien experimentiert und innerhalb von zwei Tagen konnte sie mit beiden Händen gleichzeitig Golfbälle in Topfdeckeln balancieren – probiert es mal aus, ist gar nicht soooo einfach:

Wir haben ihr auch einmal das Briefeschreiben von Anfang bis Ende gezeigt: Verfassen, Umschlag, Briefmarke, Briefkasten … ist ja schließlich doch irgendwie alles Neuland für sie gewesen:

Das Projekt „Schreiben von Druckbuchstaben“ konnte ebenfalls in dieser verlängerten Woche abgeschlossen werden, da Carsten fast jeden Tag sehr geduldig mit ihr das gesamte ABC in Groß- und Kleinschreibung durchgegangen ist:

Klar, es sitzt noch bei Weitem nicht alles hundertprozentig und schnell ist sie dabei auch nicht, aber mit viel Übung und Schreiben wird sie das in den nächsten drei bis vier Wochen verinnerlicht haben. Wir bleiben dort jedenfalls ganz dolle am Ball und auch sie macht immer sehr gerne mit.

Hier vergleicht und korrigiert sie mit Carsten ihre 15 (!) im Pflegezentrum gelösten Sudokus:

Oder während wir im Home-Office arbeiteten, hatte sie mal Lust auf Stadt-Land-Fluss:

Und genau das schätzen wir an unserer Familie und den gemeinsamen Stunden – wir lassen uns von Nichts und Niemanden unterkriegen!!!

„Tschakka, wir schaffen das!!!“

Ach ja, an diesem Wochenende haben ich mit ihr zum ersten Mal geknetet und sie hat echt Spaß dabei:

Auch hier setzte sie immer wieder ganz geschickt Rechti und Linki ein … am Ende stellte sie sich als Kugelrollmeisterin raus, während ich eher Würste hinbekomme:

Ebenfalls ganz viel Spaß versprechen wir uns noch von dem am Wochenende gelieferten Liegeergometer bzw. Hometrainer mit Liegesitz statt hohem Sattel. Im Pflegezentrum liebt sie ihre Therapien mit dem Motomed-Gerät und somit haben wir uns mal nach einem günstigen Beintrainingsmodell ohne Motor umgeschaut. Der erste Versuch am Sonntag verlief schon mal recht vielversprechend:

 
Mal sehen, ob sie damit bei uns ebenfalls so viel Spaß entwickeln kann und vor allem einen Trainingsnutzen daraus zieht. Hier gilt wie so oft: drückt uns bitte die Daumen    🙂

So, nun aber Schluss … ich hoffe, es war nicht zu langweilig und man konnte noch alles gut bis hier durchlesen – sorry, aber es waren ja schließlich fast zwei Wochen zusammenzufassen.

Ich wünsche nun allen einen ruhigen und erfolgreichen Start in die Woche – bis zum nächsten Mal!



2022 08.
Juni

An dieser Stelle wollte ich eigentlich ein Pausenbild einfügen, doch die Fotoausbeute der letzten Tage hat leider kein schönes Passendes hervorgebracht. Aber andere schöne Fotos habe ich gefunden, die hier als würdige Platzhalter durchgehen sollen.

Stephanie ist aufgrund des Pfingstmontags und der ersten Woche im Juni (= Heimatwoche) schon seit dem 3.6. bei uns in Wentorf und bleibt jetzt noch bis zum kommenden Sonntag (12.6.) hier. Aber weil wir uns neben dem Arbeitsleben im Home-Office sooooooo viel mit ihr beschäftigen und eigentlich auch bei fast jedem schönen Wetter nach draußen gehen, bleibt mir in diesen Tagen einfach leider keine Zeit, einen Blogeintrag darüber zu verfassen – sorry. Doch die Berichterstattung wird natürlich in der nächsten Woche nachgeholt, versprochen!!!

Hier aber schon mal ein paar Impressionen unserer gemeinsamen Zeit:

Wir unternehmen viel …

… begeben uns auch mal Aug‘ in Aug‘ sowie in den Dialog mit einem großen Walross …

… füttern …

… und futtern:

So, das Kind ruft schon wieder … bis nächste Woche.

Kleiner Spoiler: diese Bilder sind im Hamburger Park Planten un Blomen, im Tierpark Hagenbeck, in der S21 nach Hamburg Hbf und auf der Reeperbahn bei „Five Guys“ entstanden.



2022 24.
Mai

Diese Woche mit Stephanie war ehrlich gesagt sehr kurzweilig, was sich auch in der diesmaligen Fotoausbeute zeigen wird. Am Dienstagsbesuch haben wir hauptsächlich bei herrlichstem Wetter gequatscht und mitgebrachte Brötchen gefuttert – fürs Kind natürlich u.a. mit Mett. Der Freitag wurde aufgrund einer Wetterwarnung ganz kurzfristig abgeändert, sodass Carsten schon am frühen Nachmittag alleine nach Lüneburg gefahren ist (ich musste noch bis 17:00 arbeiten), Stephanie abgeholt hat und somit noch vor dem angekündigten Unwetter heil und trocken mit Kind, Auto und Anhänger zurück in der Tiefgarage war. Den Wochen(end)einkauf erledigten wir dann eben in unserem kleinen Rewe um die Ecke statt im großen Lüneburger Kaufland. Doch zuvor konnten wir an einer Hähnchenbude noch ein paar (halbe) Broiler ergattern und haben diese in der Residencia OLCA verdrückt.

Was daran nun besonders ist und deshalb hier Erwähnung findet? Stephanie hat ihre beiden Hände dabei so geschickt eingesetzt, dass sie die knusprige Haut und das gesamte Fleisch komplett ohne Hilfe rupfen, zupfen und vom Knochen trennen konnte. Das hatten wir ehrlich gesagt so überhaupt nicht erwartet, weshalb die Freude darüber am Ende natürlich umso größer ausfiel. Sogar das Kind konnte seinen Stolz nicht ganz verbergen …

Und auch beim Einschütten von Flüssigkeiten bewies sie bei beiden Frühstückszeiten sehr viel Geschick und profitierte von ihrer guten Lernfähigkeit. Carsten hat diesmal eigentlich neben mündlichen Tipps nur noch ein wenig beim Heben des Arms nachhelfen müssen:

In den nächsten paar Wochen werden somit sicherlich noch manche Baustellen überwunden sein und wir können mit neuem Mut an weitere Dinge, Trainings und Herausforderungen rangehen. Eines davon wird definitiv das Schreiben des Alphabets sein, denn sie beherrscht die großen Druckbuchstaben schon recht gut, mit den Logopädinnen hat sie nun die kleinen Druckbuchstaben angefangen und demnächst reizt sie mit Sicherheit auch das Erlernen der Schreibschrift. Die Zahlen sind dank ihrer Sudoku-Sucht schon durch und benötigen eigentlich nur noch etwas Feinschliff bei der Schönschreibung.

Für diese Woche bekam sie von Carsten einen Fragebogen zum Thema „Sommer“, wo sie zu jedem Buchstaben etwas aufschreiben sollte:

Ihr seht dabei hoffentlich das Gleiche wir wir: abgesehen von manch schräger Schreibweise (Buchstaben sind keine Dominosteine!) stimmt die Rechtschreibung aber hundertprozentig und auch ihren Humor hat sie gleich mal darin mit einfließen lassen („Klasse 4b“ & „keine Lust“). Für die laufende Woche bekam sie von ihm eine DinA4-Seite „Stadt-Land-Fluß-Tier-Beruf-Essen“ mit 12 zufällig ausgewählten Buchstaben (Er: „A“ … Sie: „Stopp!“), die sie schon gestern mit großem Eifer ausgefüllt hat – morgen wissen wir dazu mehr.

Ja morgen, denn wir haben sie heute (DI) nicht besucht, holen sie dafür aber aufgrund des Feiertages (DO) schon am Mittwoch ab und sie bleibt bis Sonntag in Wentorf. Anfang Juni werden es ebenfalls wieder mal viele Tage am Stück bei uns werden, denn Pfingsten sowie die geplante Besuchswoche am Monatsanfang stehen an …

Hoffentlich können wir dann auch wieder mal ein paar größere Ausflüge machen, denn bei dem derzeit recht unbeständigen Wetter (einen Rolli deckt man ja nicht so schnell ab und ein über Stunden nasses Kind ist sicherlich ebenfalls nicht gut gelaunt) beschränkten wir uns in letzter Zeit leider nur auf Spaziergänge in der näheren Umgebung.

Carsten ist z.B. am Samstagnachmittag mit ihr in den Wald gegangen, wo die Wege eigentlich recht gut ausgebaut sind …

… doch nach einer falscher Entscheidung bezüglich des Rückwegs wurde es auch schnell mal etwas „offroad“:

Egal, Stephanie fand die Stunde ganz toll und Carsten war am Ende nass geschwitzt    😉    tja, 88 plus ca. 40 Kilo müssen eben ganz alleine durch ihn rauf- und runterbewegt werden     :verrueckt:

Da es eigentlich nicht mehr Interessantes von der letzten Woche zu berichten gibt, würde ich diesen Blogeintrag gerne mal mit einer Zusammenfassung und erneut einem großen Dankeschön an euch alle, an die Familie und natürlich auch an das Kind beenden.

Denn ich staune immer und immer wieder darüber, dass so viele Menschen Stephanies Schicksal und ihre Entwicklung nach wie vor mit Spannung verfolgen und uns allen mit ihren Worten und Wünschen unglaublich viel Unterstützung geben! Ich freue mich auch immer darüber, dass Stephanies Freunde ihr treu geblieben sind und immer wieder einige Stunden Fahrt auf sich nehmen, um sie zu besuchen – das ist wirklich nicht selbstverständlich und ich bin jedem von ihnen dankbar dafür, dass sie immer für unsere Kleine da waren und immer noch sind. Denn ihr jetziger, alltägliche Umgang ist meist nur noch zu etwas älterem Semestern – also eher so Carstens und meine Altersklasse. Um so schöner ist es für sie, sich mit Leuten in ihrem Alter über Messenger oder Vis-a-Vis über Gott und die Welt austauschen zu können. Und sie nutzt tatsächlich alle verfügbaren Mittel, um mit ihren Freunden und auch weiter weg lebenden Familienmitgliedern im Kontakt zu bleiben. In diesem Sinne ein Lob auch an all die Messengerdienste, die dies überhaupt ermöglichen   😉
Ich finde es wirklich unglaublich faszinierend zu sehen, wie schnell Stephanie lernt und wie sie beständig in kleinen Schritten immer mehr die Selbständigkeit zurückerobert. Und ich freue mich über jede Stufe, die sie auf diesem Weg zum für uns allen eigentlich selbstverständlichen Alltag erklimmt. Es ist ein recht langer Weg, aber ein Teil davon liegt bereits hinter Stephanie und nicht mehr vor ihr.

Mach ruhig weiter so, meine Kleene!!!



2022 11.
Apr.

Wenn das Wetter von heute sich so gut weiterentwickelt, werden wir das nächste und lange (Oster-)Wochenende wohl endlich mal wieder rausgehen bzw. auf Achse sein können. Während des letzten Sams- und Sonntags spielte sich erneut alles nur in der Wohnung ab, aber wer uns kennt, weiß, dass wir auch hier durchaus unseren Spaß haben können …

Das Freitagsritual bleibt natürlich immer gleich: nachmittags im Pflegezentrum abholen, kurze Fahrt zum Lüneburger Kaufland, Abendessen draußen an der Würschtlbude (wenn das Wetter stimmt und es nicht zu kalt ist) oder drinnen beim Bäcker oder Asiaten …

…, ein fast einstündiger Wochen(end)einkauf, Rückfahrt nach Wentorf und abschließend das Auspacken sowie Verstauen des Beutezuges – zack, da ist es auch schon 21 Uhr oder später. Also versacken wir danach gerne den Rest des Abends zappend auf dem Sofa und wenn wir es konditionstechnisch sogar schaffen sollten, gucken wir uns noch die „Heute-Show“ mit Oliver Welke live an.

Für den Rest des Wochenendes wird improvisiert. Stephanie fand vor ein paar Tagen im Pflegezentrum sehr großen Gefallen am Bingospiel, sodass sie sich das Equipment kurzerhand fürs Wochenende ausgeliehen hat. Also haben auch wir einmal die Kugeln kräftig rollen und das Auge geschwind über unsere zwei Zahlenkärtchen schweifen lassen:

Mit diesem Song im Ohr und ständig auf den Lippen („Popcorn“ von Hot Butter) spielten wir zweimal Best-of-Seven (wer hat die meisten Bingos nach insgesamt sieben Stück) und ich schaffte beim ersten Durchgang in einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Stephanie den Sieg …

… und beim zweiten kämpften wir verzweifelt gegen Carsten, der sogar unverschämt viele Zahlen auf seinen Kärtchen „ankreuzen“ konnte:

Aber es hat unheimlich viel Spaß gemacht und wir haben am Ende sicherlich keine dauerhaften Schäden zurückbehalten … düpp düpp düddüp düpp düddü, düpp düpp düddüp düpp düddü    😉

„Oder was sagst du dazu, mein Kind?“

Paßt!!!

Auch über diese zwei Neuerungen haben wir uns im Laufe des Wochenendes sehr gefreut:

1.) Stephanie wurde einmal aufgefordert, beim Tippen auf der Tastatur auch den linken Zeigefinger für die Buchstaben mit einzusetzen und nicht nur für das Drücken der SHIFT-Taste. Was soll ich sagen, nach ein wenig Eingewöhnung klappte es ganz toll und ihre erste Reaktion war „Oh, damit geht das Tippen ja sogar noch schneller.“ … Win-Win!!!

2.) Nachdem sie an mehreren Tagen gezeigt hat, dass sie schon ganz alleine eine halbe Avocado perfekt auslöffeln kann, sollte sie dies auch mal mit ihrem Frühstücksei versuchen – ebenfalls mit großem Erfolg!!!

Damit wäre ein weiterer Schritt in die Unabhängigkeit getan und ich warte echt sehnsüchtig auf den Tag, an dem sie ihr Frühstück von Anfang bis Ende komplett alleine bewältigen kann. Es kommt derzeit immer mehr dazu und viel fehlt nun wirklich nicht mehr …

Apropos Fortschritte: ab und an möchte sie den Vergleich zu früher sehen und wir gucken uns dann alte Videos an. Diesen Samstag z.B. Beweise davon, wie sie anfangs Mensch-ärgere-dich-nicht gespielt hat – wir haben ihr beim Ziehen des Püppchens jedes einzelne Feld zum Anzählen zeigen müssen und auch beim Würfeln ging noch so einiges schief.

Nach so einem direkten Vergleich ist sie wieder etwas beruhigter und kann ihren Erfolg viel besser genießen. Denn selbst stellt sie das Erreichte eben nicht so fest, da sie im Hinterkopf auch immer noch die Erinnerung hat, dass sie es ja mal schon konnte. Am Gedanken über das Wie und Womit scheitert es generell nicht, sondern nur am Befehligen ihrer Muskeln und Körperteile.

Besonders deutlich wird das derzeit beim Schreiben und Lesen. Sie kann perfekt lesen, sie kennt alle Buchstaben und sie tippt mittlerweile sogar schon richtig lange Texte auf der Tastatur. Auch das Halten eines Stiftes und das Ziehen einer geraden und geschwungenen Linie funktioniert getrennt betrachtet recht gut … aber all das zu einem handgeschriebenen Buchstaben zu kombinieren, vermag sie einfach noch nicht. Was bei ihr dafür trainiert werden muss, nennt man Graphomotorik und diese Baustelle wollen wir die nächsten Tage intensiver angehen.

Mal sehen, ob wir das am verlängerten Oster-Wochenende etwas mehr erreichen können und am Ende sogar schon die ersten Erfolge erzielen – drückt uns bitte die Daumen dafür!

Klar, es können sicherlich keine Übungseinheiten in Schulstundenlänge sein, aber in kleineren Häppchen und mit der ein oder anderen Ablenkung, wie z.B. dem Helfen in der Küche …

… oder mit einem Feinmotorik fördernden Spiel (mittels des roten Magnetstabs werden die farbigen Kugeln durch das Labyrinth an die jeweilen Sammelstellen bugsiert) …

… könnte ein kleiner Erfolg am Montagabend, wenn wir sie wieder zurück ins Pflegezentrum bringen, sicherlich schon erkennbar sein. Wir lassen uns mal überraschen …