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Kommentar:   

 
Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2017 10.
Sep.

Erneut liegt eine sehr intensive und ereignisreiche Woche hinter mir – sowohl auf Arbeit als auch im privaten Umfeld.

Mein Lieblingskollege durfte auf eine lĂ€ngere Dienstreise gehen und ich mutierte zur HĂŒterin und Verteidigerin unseres BĂŒros    đŸ˜€    … ich weiß nicht, wie das immer wieder passiert, aber jedes Mal wenn ich allein im BĂŒro bleibe, dann kommen unzĂ€hlige Anfragen aus aller Herren LĂ€nder, die natĂŒrlich alle superdringend sind. Das muss man natĂŒrlich durch tĂ€gliches, telefonisches Nachfragen immer wieder betonen. Und auch persönliche Patientenbesuche direkt im BĂŒro nehmen in solchen Zeiten rapide zu. Aber all das gehört nun mal zu meinem Job und so heißt es fĂŒr mich, stets gemĂ€ĂŸ dem Spruch der Pinguine aus „Madagascar“ zu agieren: „LĂ€cheln und Winken“    đŸ™‚

Die Woche hatte selbstverstĂ€ndlich auch jede Menge richtig tolle Sachen zu bieten, denn ich kann stolz verkĂŒnden, dass Carsten und ich uns inzwischen fĂŒr ein neues Auto entschieden haben. Und zwar so fest, dass wir bereits am Dienstagnachmittag einen entsprechenden Kaufvertrag unterschreiben konnten. Wenn jetzt alles nach Plan geht, dann haben wir in ca. drei Wochen die ZĂŒndschlĂŒssel eines Suzuki Vitara 1.6 Allgrip M/T Limited mit Panoramaschiebedach in der Hand – und das sogar mit meinem alten KIA-Kennzeichen von 2011 bis 2014. Auch wenn die Kinder nicht mehr zu Hause wohnen, wird es ein etwas grĂ¶ĂŸeres Auto fĂŒr uns zwei, denn man nimmt hin und wieder ja gerne auch mal Freunde oder Bekannte mit. Unser SMART Baujahr 2004 wird trotz seines Alters nicht in Zahlung gegeben, sondern als Zweitwagen und OLCA-Spaßmobil weiterhin an unserer Seite bleiben, bis dass der TÜV uns scheidet.

Nach diesem Geldausgeben gönnten wir uns noch ein wenig Kultur und besuchten eine Ausstellung, welche noch bis zum 14. September im Bahnhof Dresden-Neustadt zu besichtigen ist. Sie heißt „Faces behind the Voices“ und ist vom Berliner Fotografen Marco Justus Schöler ins Leben gerufen worden. Er hat zur Abwechslung mal die Leute fotografiert, welche fremdsprachige Filme synchronisieren und dadurch normalerweise nicht fĂŒr den Zuschauer sichtbar sind – somit kennt man die Stimmen zwar aus dem Effeff, aber erkennen wĂŒrde man die sprechende Person auf der Straße nicht. Da Carsten und ich sehr gern Filme sehen, fanden wir es ganz spannend, bei dieser multimedialen Ausstellung die individuellen Vorstellungen dieser insgesamt 30 Personen per Kopfhörer anzuhören und schon dabei versuchen zu erraten, woher wir diese Stimmen kennen. Bei manchen war es relativ einfach, bei anderen wiederum hatten wir bis zur Auflösung nur eine ganz leise Ahnung, wer es denn sein könnte. Und wenn der Sprecher mal Namen aufzĂ€hlte, die auf Anhieb keinem Gesicht zugeordnet werden konnten, so hatte man am Ende auf Knopfdruck noch kleine Bilder des jeweiligen Schauspielers auf einem Tablet angezeigt bekommen. Hier sieht man zum Beispiel das berĂŒhmte Gespann aus der Action-Filmreihe „Fast & Furios“: Martin Kessler ist die deutsche Stimme von Vin Diesel und David Nathan war die von Paul Walker

Wir hatten ganz viel Spaß dabei und eine Stunde bis 90 Minuten (so genau wissen wir das nicht einmal) vergingen beim Anhören, Raten und Bildbetrachten unglaublich schnell    đŸ™‚

Der Mittwochnachmittag war bei mir schon vor ganz langer Zeit verplant worden. Anna hat mir letztes Jahr zum Geburtstag einen Gutschein von einer Schmuckwerkstatt namens Perlaffaire geschenkt und nun war es an der Zeit, diesen einzulösen. Susanne hatte an diesem Tag ebenfalls noch freie KapazitĂ€ten und kam kurzentschlossen zu unseren Bastelrunde noch dazu. Die Auswahl an Perlen ist dort echt ĂŒberwĂ€ltigend! Sich auf eine Auswahl fĂŒr die eigene Kette zu konzentrieren fiel mir da genauso wie meiner Begleitung unglaublich schwer. Nachdem wir aber jeweils die ersten Perlen gefunden und auf einer Schablone aufgereiht haben, konnten wir uns in unseren Bastelraum zurĂŒckziehen und bei einem (mitgebrachten) Weinchen die bunten FundstĂŒcke arrangieren und auffĂ€deln. Danach haben wir so richtig Blut geleckt, sodass sich Anna sogar noch an Ringen und Ohrringen ausprobiert hat und ich am Ende drei identische Ketten fĂŒr uns alle machte, weil mein Entwurf den MĂ€dels so gut gefallen hat    đŸ™‚

Übrigens, diese Legebretter, die man auf dem Foto sieht, sind eine ganz große Hilfe beim Zusammensuchen der Perlen fĂŒr das kĂŒnftige Unikat mit persönlicher Note, denn damit kann man sie von Anfang an in die richtige Position bringen und nach Lust und Laune noch austauschen, bevor man mit dem eigentlichen AuffĂ€deln anfĂ€ngt. Der Bastelladen ist alles in allem sehr gemĂŒtlich, die Ladeninhaberin ist eine supernette, sehr hilfsbereite und dabei dennoch nicht aufdringliche Person. FĂŒr uns MĂ€dchen – egal in jedem Alter – ist diese Schmuckwerkstatt ein wahrer Paradies    đŸ™‚
Nach dem Basteln sind Susanne und ich noch zum Sushi essen in die Altstadt gefahren. Anna musste leider absagen, denn sie war leider in fordernder Begleitung: Leon, ihr vierbeiniger Begleiter, hat unsere Bastelorgie zwar noch ganz geduldig abgewartet, aber danach wollte er noch seine Runde an der Elbe drehen und anschließend nach Hause auf seinen Schlafplatz gehen. Zum Essen kam deshalb noch mein Mann dazu und so haben wir ganz wĂŒrdig das Bergfest der Woche mit japanischen Delikatessen an der Frauenkirche im Restaurant Tamakuchi gefeiert.

Am Donnerstag hatte ich meinen persönlichen Schulanfang: das nĂ€chste VHS-Herbstsemester ging fĂŒr meine SchĂŒler und mich nun wieder los. Überraschenderweise haben sich zu „meinen“ Teilnehmern aus dem vorherigen Halbjahr noch ein paar Neue dazugesellt, also werde ich an den Tagen, an denen alle vollzĂ€hlig im Klassenraum erscheinen, vor insgesamt 12 Russischinteressierten unterrichten dĂŒrfen … und das im 3. Semester! Ich bin erstaunt (normalerweise waren wir dann nur noch zu sechst oder acht) und freue mich sehr ĂŒber diese indirekte WĂŒrdigung. Mein Plan ist es nun, bis Weihnachten das Lehrbuch komplett zu beenden – also genau das letzte Drittel. Ich bin gespannt, wie leicht oder wie schwer sich das Vorhaben umsetzen lĂ€sst    đŸ˜‰

Am Freitagnachmittag lief alles wie gewohnt: Nach der Arbeit Döner essen und einkaufen gehen. Nur ein Punkt der Planung hat leider nicht geklappt, denn Andrea wollte ursprĂŒnglich gegen 18 Uhr zu uns stoßen, musste aber absagen, da es ihr nicht so gut ging. Zum GlĂŒck fĂŒhlte sie sich am Samstagvormittag wieder wohl und kam ins Apartamento OLCA. Wir hatten somit gestern und heute ganz viel Zeit zum Quatschen, Bilder gucken, zusammen Kochen und Abwaschen zu dritt    đŸ˜€
Ich habe mich außerdem schon vor lĂ€ngerer Zeit als Versuchskaninchen fĂŒr ein Interview mit Andrea ĂŒber meine persönliche Intergrationsgeschichte angeboten – selbst dafĂŒr hatten wir genug Zeit    đŸ™‚
Im Gegenzug musste mein Kind als Model fĂŒr mein September-Fotoprojekt „Körpersprache“ herhalten. Das hat sie wirklich sehr gut und mit vollstem Körpereinsatz gemacht    :verliebt:    hier schon ein kleiner Spoiler    đŸ˜‰

Sie ist inzwischen wieder bei sich in Chemnitz und ich bereite mich den Restsonntag schon mal mental auf die kommende Woche vor, denn auch in den nĂ€chsten Tagen sind einige interessante Treffen und Unternehmungen eingeplant. Und außerdem soll der Lieblingskollege ab Donnerstag wieder auf Arbeit sein und somit mehr Ruhe einkehren. Es wird also bestimmt wieder eine im positiven Sinne spannende Woche    đŸ˜‰



2017 03.
Sep.

Ganz unbemerkt, mitten in der Arbeitswoche, verabschiedete sich der kalendarische Sommer bis zum nĂ€chsten Jahr und gab dabei die TĂŒrklinke in die Hand des Herbstes.

Dieser hat nun beschlossen, uns allen gleich von Anfang an zeigen zu mĂŒssen, worauf wir uns die nĂ€chsten Wochen einzustellen haben. Warum ? PĂŒnktlich am 1. September hat es den ganzen lieben Tag durchgĂ€ngig geregnet – so viel wie schon lange nicht mehr in Dresden. Und bereits einen Tag spĂ€ter besserte sich die unberechenbare Jahreszeit schon wieder und wir hatten erneut jede Menge Sonne. Ein stĂ€ndiges Hin und Her, wobei die Temperaturen so langsam immer mehr in den Pulli- und Jackenbereich fallen. Morgens verlasse ich in wĂ€rmender Kleidung das Haus, aber fĂŒr den Nachmittag ist man noch ungewiss, ob es warm wird oder man besser Schirm bzw. Regenponcho mitzunehmen hat.

Da das Wetter am 2. September es aber gut mit uns meinte, nutzten Carsten und ich den Samstagvormittag, um zwei Stubentiger von Carstens Arbeitskollegen zu versorgen, aber dies gleich auch noch mit einem Spaziergang zu verbinden. Das Programm der Katzenpflege beinhaltete wie schon die gesamte Woche das BefĂŒllen von Nass- und Trockenfutter in die entsprechenden NĂ€pfe, das Ausmisten des Katzenklos, etwas Kraulen und natĂŒrlich ein wenig Spielen. Da wir durch diesen Hausbesuch eh gerade in der NĂ€he waren, gingen wir noch zum 24. Geburtstag des Dresdner Backhauses, wo wir uns unter anderem auch mal die Produktionshallen besichtigen durften. An einer Stelle schauten wir unter anderem dem ersten Brotsommelier Tino Gierig beim Stollenmachen auf die Finger – der Teig gehorchte ihm aufs Wort und ließ sich bedingungslos kneten! Im Hof des Backhauses durften wir mit einer BrottĂŒte, welche vor zwei Wochen als Werbung fĂŒr diese Veranstaltung in unserem Briefkasten landete, eine Überraschung abholen: ein kleines KĂŒrbiskernbrot. Das war ja soooo lecker!

Unterwegs haben wir ĂŒbrigens noch ganz zufĂ€llig eine Bekannte von mir getroffen … unsere großen Töchter waren beste Freundinnen im Kindergarten. Andrea wurde allerdings schon ein Jahr eher eingeschult wĂ€hrend Janine noch ein weiteres schulfreies Jahr genießen durfte oder musste. Doch nach unserem damaligen Umzug in einen anderen Dresdner Stadtteil riss die Verbindung irgendwann gĂ€nzlich ab. Nun haben wir uns mal wieder auf den aktuellen Stand des Lebens unserer Kinder gebracht und voller Erstaunen festgestellt, dass die Zeit viel zu schnell vergeht. Zudem bestĂ€tigte sich damit erneut, dass Dresden ein Dorf oder zumindest Provinz sein muss, denn trotz 500.000 Einwohnern trifft man sehr hĂ€ufig Leute, die man von irgendwoher kennt.

Was aber nun die Herbstzeit angeht, scheint diese jetzt gerade mal richtig anzufangen und ich muss gestehen, dass ich mich sogar sehr darauf freue. Ich hoffe, dass ich wieder einen richtig goldenen Herbst erleben darf. Ich freu mich auf den frischen und wĂŒrzigen Geruch der bunten BlĂ€tter. Ich freue mich ĂŒber die Kastanien und weiß ganz genau, dass ich wie jedes Jahr welche einsammeln und voller GlĂŒck und Freude in meinen Jackentaschen nach Hause und ins BĂŒro tragen und dort dekorativ hinlegen werde. Ich freue mich auf den baldigen Überschuss von einheimischen, appetitlich riechenden Äpfel. Ich freue mich auf die pausbackigen, orange leuchtenden KĂŒrbisse und gehe im Geiste schon durch, was ich daraus kochen und backen könnte. Ich freue mich auch darauf, mit gutem Gewissen und nicht mehr mit dem GefĂŒhl, etwas verpasst zu haben, zu Hause bleiben zu dĂŒrfen, um einen Film zu gucken oder ein Buch zu lesen. Aber natĂŒrlich kenne ich auch die Kehrseite der Herbstmedallie: Regen, Dunkelheit und KĂ€lte. Dennoch ĂŒberwiegt bei mir die Vorfreude    đŸ™‚

Ich wĂŒnsche uns allen eine mĂ€rchenhafte und gemĂŒtliche Herbstzeit!



2017 29.
Aug.

Dieses Thema ist eigentlich kaum in all seinen Facetten zu erfassen, denn ob wir Steine wahrnehmen oder nicht, man hat beim genauen Betrachten das GefĂŒhl, unsere gesamte Umgebung besteht aus ihnen.

Wir sind fasziniert von Steinen, ganz gleich ob sie klein und bunt sind …

… oder riesengroß und im majestĂ€tischen Grau gehalten wie der Half Dome in Yosemite Nationalpark …

… ob durch die ununterbrochene Bewegung im fließenden Wasser glatt geschliffen …

… oder in der Trockenheit der heißen WĂŒstenluft zu großen und schroffen Steinhaufen geformt:

Steine und Felsen gaben Menschen schon seit unfassbar langer Zeit Schutz vor Unwettern und Feinden. Aus einer Höhle heraus kann man die Umgebung immer noch ganz gut im Blick behalten, ohne selber aufzufallen:

Wenn die Gedanken in Stein gemeißelt sind, dann ĂŒberleben sie einige Generationen und liefern die Botschaften selbst an die Kindeskinder der Kindeskinder. Schade nur, dass man diese mit dem fehlenden Code nicht mehr richtig entziffern kann:

Wir nutzen Steine, um unsere Wege zu bauen:

NatĂŒrlich bauen wir damit auch seit unzĂ€hligen Jahrhunderten unsere HĂ€user:

Menschen sind aber nicht die Einzigen, welche Steine als einen sicheren Ort zum Leben betrachten. Das wissen auch wesentlich einfachere Lebewesen dieser Erde, wie z.B. Muscheln:

Wenn man sich ein wenig mit den Steinen dieser Erde befasst, kann man von ihnen doch jede Menge lernen. Steine halten einander, solange sie selber die Kraft dafĂŒr haben:

Steine bewegen uns, unsere Blicke nach oben zu richten und nach Höherem zu streben:

Auch wenn die Steine auf den ersten Blick nicht zueinander passen, kann man sie mit einer ruhigen Hand selbst zu einem gut ausbalancierten Turm aufeinanderschichten:

Sie bieten uns den besten Durchblick auf die schönen Stellen unseres Planeten:

Sie erinnern uns daran, dass diese Welt nicht eintönig ist, sondern viele Farben zu bieten hat. Und auch daran, dass wir im Vergleich zu den Bergen und Felsen doch nur ganz kleine Geschöpfe sind (könnt ihr meinen Mann auf diesem Bild erkennen?):

Trotz der sprichwörtlichen HĂ€rte geben Steine auch mal genug nach, damit BĂ€ume auf ihnen ĂŒberleben können:

Und wir geben gern einzelnen Felsen aufgrund ihrer Form einprĂ€gsame und wiedererkennbare Namen, so heißt z.B. dieser Berg im Zion Nationalpark „Checkerboard / Schachbrett“:

Diese Steinformation im Valley of Fire heißt ganz zutreffend „Elephant Rock / Elefantenfelsen“:

Und woran erinnert euch diese Felsenform, welche wir in Joshua Tree National Park gefunden haben?

Wenn ihr an einen SchĂ€del (Skull Rock) gedacht habt, liegt ihr richtig    đŸ™‚

Auch wenn die Steine fĂŒr sich allein nicht mehr riesengroß wirken, unterschĂ€tzt man diese schnell, denn schaut mal hierher: Der rote Punkt ist ein Auto auf einer Straße, welche wie ein schmaler Strich die steinige Landschaft durchquert:

Meine persönliche Lieblings(stein)formation, welche ich bei diesem Projekt entdeckte, ist die vollkommen mÀrchenhafte Landschaft im Bryce Canyon. Dabei ist dies nur ein kleiner Ausschnitt von jenem Naturschauspiel, aber ich hoffe, es kann euch genau so verzaubern, wie es bei mir der Fall war!

Mit diesem fantastischen Ausblick sind wir nun am Ende meiner Fotosammlung zum Thema „Steiniges“ angekommen. Ich fĂŒr meinen Teil werde ab jetzt bei dem Spruch „Herz aus Stein“ nicht mehr an eine kaltherzige Person denken, sondern mich an die Gedanken erinnern, welche ich gerade mit euch geteilt habe. Und ihr?



2017 27.
Aug.

Normalerweise ist fĂŒr mich der Mittwoch ein Bergfest der Arbeitswoche: Man hat bereits zwei Arbeitstage geschafft und hat lediglich nur noch zwei weitere vor sich. In dieser Woche wurde ein einfacher Mittwoch allerdings zu etwas ganz Besonderem. Carsten und ich haben rechtzeitig AntrĂ€ge auf Gleitzeitabbau gestellt und auch genehmigt bekommen, d.h. am letzten Mittwoch mussten wir nicht beim Arbeitgeber erscheinen … es lohnt sich also tatsĂ€chlich auch mal lĂ€nger zu arbeiten, um dadurch etwas mehr vom Leben zu haben    đŸ˜‰

Dieser arbeitsfreier Tag war fĂŒr uns beide sehr wichtig, denn noch haben unsere MĂ€dels Semesterferien und sie verabredeten sich, einen kleinen, gemeinsamen Schwesternurlaub in Sachsen und ThĂŒringen zu verbringen. Die letzte Station ihrer Kurzreisen war Chemnitz, Andreas derzeitige „Heimat“. Wir haben die Kinder gefragt, ob wir dazustoßen können, um einen OLCA-Familientag zu machen und beide haben sofort „ja“ gesagt.

Um 9 Uhr saßen wir in unserem Smartie und brachen gen Chemnitz auf. Unserer Treffpunkt war das amerikanische Restaurant „Meyers Diner“ , um dort gemeinsam und ausgiebig zu frĂŒhstĂŒcken. Wir hatten das Restaurant mal zufĂ€llig bei unserem Stadt-Dreisprung im Mai 2016 entdeckt und inzwischen ist unsere ganze Familie richtig begeistert davon. Es stimmt einfach alles: Das Essen ist lecker, die Bedienungen sind immer gut drauf und das Ambiente ist sehr liebe- und humorvoll gestaltet.

Alle Familienmitglieder waren pĂ€rchenweise pĂŒnktlich vor Ort angekommen und schon bald konnten wir beim Quatschen unseren Hunger stillen.

Gut gesĂ€ttigt parkten wir unseren Zweisitzer anschließend vor Andreas Wohnung und stiegen alle in Stephanies „(Zucker-)WĂŒrfelchen“ um … das weiße Auto auf dem obigen FrĂŒhstĂŒcksbild, direkt neben unserem Smart. Die Kinder haben fĂŒr unseren Familientag etwas Spezielles ausgesucht, doch bis dahin mussten wir noch ein wenig fahren: es ging zum Labyrinthehaus im Altenburg. Bereits der Weg dorthin glich einem Labyrinth, denn wir haben unterwegs keine Hinweisschilder am Straßenrand gesehen. Aber wie heißt es so schön: Wer suchet, der findet    đŸ™‚    … oder wer vorher eine Webseite besuchen und ein Navi bedienen kann, kommt auch an    đŸ˜‰

Man merkt, es wird noch eifrig daran gebastelt, aber die vier Labyrinthe (Tinka Tempel, Kongo King, Tiefseelabyrinth und Zauberlabyrinth) im Inneren dieses Hauses sind schon perfekt vorbereitet. Man bekommt am Eingang ein Ticket zum Lochen und muss in den vier Welten insgesamt fĂŒnf versteckte Locher finden, um zu beweisen, dass man alles entdeckt hat. Drinnen ist es ziemlich dunkel, also mussten die Locher in den verwinkelten GĂ€ngen auch mal nur per Abtasten der WĂ€nde gefunden werden. Stephanie hat an diesem Tag bewiesen, dass sie ein richtiges GespĂŒr fĂŒr solche Aufgaben hat, denn sie hat vier der fĂŒnf möglichen ganz allein entdeckt. Lediglich den letzten noch fehlenden fand mehr oder minder per Zufall meine Wenigkeit – ich bin selber ĂŒberrascht, dass ich das geschafft habe    :erroeten:

Wenn man diese Welten und Labyrinthe erkunden möchte, sollte man keine Angst vor Dunkelheit haben und besser keine kleinen Kinder mit rein nehmen. Aber mit großem Nachwuchs und etwas Geduld macht das echt Spaß    đŸ˜‰

An diesem „Fluffy“ (wir haben ihn so aufgrund des mehrköpfigen Hundes aus Harry Potter genannt) sind wir auf der Suche nach dem endgĂŒltigen Ausgang aus den Labyrinthen gefĂŒhlt 1000x vorbeigekommen    đŸ™‚

Wir erreichten das Ziel zuerst nur mit vier Lochungen und es wurde uns gesagt, dass doch noch eine fehlt – zum GlĂŒck prĂ€zisierte die nette Dame an der Kasse aber den Stempelort („Sucht mal bei der Mumie im Tinka Tempel“) , sodass wir wenigstens einen kleinen Anhaltspunkt hatten. Göttlich waren aber wohl unsere Gesichter mit der aus allen MĂŒndern gleichzeitig gestellten Frage: „Mumie?!?!?“. Also stĂŒrmten wir noch einmal die TĂŒr zu den Labyrinthen und kamen nach weiteren 20 Minuten Suche endlich mit vollstĂ€ndig gelochten Karten durch die TĂŒr „Zauberer“ heraus. DafĂŒr durfte sich dann jeder von uns als Belohnung etwas SĂŒĂŸes aus der großen Kiste nehmen.

Nachdem wir so knapp eineinhalb Stunden in den dunklen RĂ€umen verbrachten, freuten wir uns auf den sonnigen Tag im Freien. Der Spielplatz vor dem Haus, welcher an Wochenenden und in den Ferien garantiert gut besucht wird, war nun mitten in der Woche menschenleer. Das haben wir natĂŒrlich ein wenig fĂŒr uns ausgenutzt    đŸ˜‰    Andrea fĂ€hrt einmal mit der Seilbahn …

… Carsten und Stephanie drehten mehrere Runden im hölzernen Hamsterrad, wĂ€hrend ich lieber die große und gemĂŒtliche Liegeschaukel zu meinem Entspannungsplatz erklĂ€rt habe. Ich blieb so lange darin, bis von ganz allein aufhörte zu schaukeln    đŸ˜‰

Bloß gut, dass Carsten mich vorher ganz fleißig und hoch angeschubst hat    đŸ™‚

Da er dafĂŒr bestimmt ganz viel Kraft aufwenden musste, hat er sich seinen „Mission Impossible Burger!?!“ ganz ehrlich verdient. Und ja, wir waren auch zum Abendessen wieder im Meyers Diner gelandet    :lachen-xxl:

Wir MĂ€dels waren zwar etwas zurĂŒckhaltender bei der Wahl der PortionsgrĂ¶ĂŸen unserer Gerichte, aber es war auch diesmal bei allen superlecker!

Alles in allem ein wirklich schöner, lustiger und kuscheliger Familientag und es fiel uns wie immer, ein wenig schwer, sich zu verabschieden. Aber wenigstens bleibt uns das schöne Familienbild, welches unser Lieblingskellner von uns gemacht hat, als eine wundervolle Erinnerung an diesen einfachen und gleichzeitig außergewöhnlichen Mittwoch.

Danke an alle Beteiligten … den Kindern fĂŒr die Organisation … dem Labyrinthehaus fĂŒr die Bespaßung … dem Diner fĂŒr das leibliche Wohl … und natĂŒrlich allen OLCAs fĂŒr diesen großartigen Zusammenhalt, der auch mit erwachsenen und ausgezogenen Kindern immer noch sehr innig besteht. Ich nehme das keineswegs als SelbstverstĂ€ndlichkeit hin!



2017 22.
Aug.

Im Laufe des Jahres habe ich auf den Straßen unseres Stadtteils oder in den GrĂŒnanlagen des Uniklinikums, wo ich arbeite, Hasen, FĂŒchse und anderes Getier gesehen. Auch Spechte waren immer wieder ganz fleißig dabei, aus den BĂ€umen in der Gegend das Beste herauszuklopfen. Doch ausgerechnet in dem Monat, fĂŒr welchen ich das Thema „Tiere in der Stadt“ vorgesehen habe, nahmen sie offensichtlich allesamt Urlaub, denn von denen bekam ich zum Zeitpunkt der unangekĂŒndigten Fotosessions im Rahmen eines mit Kamera bewaffneten Streifzuges rein gar nichts mehr zu sehen. DafĂŒr waren zum GlĂŒck aber einige andere, die keine Angst davor hatten, in meinem Blog zu erscheinen, bereit, fĂŒr mich zu posieren    đŸ˜‰    wie zum Beispiel diese jungen Falken samt ihres Betreuers und Aufpassers:

Auch Enten und GĂ€nse fĂŒhlen sich ganz offensichtlich wohl in der NĂ€he von Menschen:

Und wenn einem von ihnen der Trubel in der großen Gruppe zu viel wird, dann kann man sich auch nach dem Baden an einem Brunnen in die Sonne stellen:

Einige gefiederte Stadtbewohner werden von den Menschen recht gut mit Futter versorgt …

… andere profitieren ĂŒber weniger offensichtliche, dennoch gut verfĂŒgbare Futterstellen:

Wenn das natĂŒrliche Angebot zu eintönig wird, findet sich in der NĂ€he von Menschen immer wieder mal eine Möglichkeit, etwas Essbares zu ergattern:

Möwen haben sich zum Teil derart stark auf diese Art der Futterbeschaffung aus Abfalleimern spezialisiert, dass man ihnen inzwischen in den USA den wenig schmeichelhaften Beinamen „Ratten mit FlĂŒgeln / rats with wings“ verpasst hat:

Es gilt allerdings bei Möwen wie bei Menschen die Regel: nicht alle sind so    đŸ˜‰

Es gibt eben auch Vogelarten, die auf eine direkte Nahrungsabgabe von Menschen gar nicht erst angewiesen sind, wie diese beiden Kolibris beweisen … da scheint sogar der Hund zu staunen, der aus dem Schatten das emsige Flattern beobachtet:

Apropos Hunde & Co: NatĂŒrlich spielen domestizierte Tiere in einem Stadtbild eine ganz große Rolle. Manch eine Katze fĂŒhlt sich dazu berufen, penibelst darauf zu achten, wer in ihr Revier hineingehen möchte:

Bei den Beziehungen zwischen Hund und Mensch lÀsst es sich manchmal sehr schwer sagen, wer von den beiden eigentlich das Sagen hat:

Hunde erobern die Herzen der Herrchen und Frauchen eben im Nu und haben dadurch jede Menge Privilegien, egal ob im Auto …

… oder im Restaurant:

Da haben Pferde ein nicht so gemĂŒtliches Leben, denn entweder sie tragen die Menschen auf ihrem breiten RĂŒcken …

… oder sie haben außer ihrem Reiter auch noch weitere Lasten zu schleppen:

Wilde Tiere mĂŒssen, wenn sie in einer lauten, ĂŒberfĂŒllten und vielbefahrenen Gegend ĂŒberleben wollen, auf alle EventualitĂ€ten im Straßenverkehr Acht geben, um nicht unter die RĂ€der zu geraten:

Anderseits, wozu auf Zebrastreifen achten, wenn man selber gestreift ist?

Beim Auswerten der Aufnahmen fĂŒr das aktuelle Projekt bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass wir in unserem direkten Umfeld immer mehr jede Menge gezĂ€hmtes und auch wildes Leben haben. Gerade Vögel haben sich optimal auf die NĂ€he der Menschen in der Stadt angepasst. FĂŒr sie gibt es ja auch jede Menge RĂŒckzugsmöglichkeiten: Wasservögel erfreuen sich an den Seen und Teichen, welche es an jedem Wohnort gibt …

… andere gefiederte Stadtbewohner finden große und kleine Parks sowie zahlreiche GĂ€rten perfekt, um sich in unserer NĂ€he wohl zu fĂŒhlen. Manchmal hatte ich beim Fotografieren sogar das GefĂŒhl, dass nicht nur wir sie bei ihrem Tun und Handeln beobachten, sondern auch sie uns    đŸ™‚



2017 20.
Aug.

Nach langer Trennungszeit, die durch AusflĂŒge, Urlaube und PrĂŒfungszeiten der Familienmitglieder entstanden ist, war unserer OLCA-Kleeblatt wieder mal fĂŒr einige Tage vereint. Die letzten zwei Wochenenden vor dem jetzigen hatten sowohl die Kinder als auch wir einiges an Zeit eingeplant, um uns wieder zu sehen, zu knuddeln und ganz entspannt ĂŒber Gott und die Welt quatschen zu können. Wie vermutet stellte es sich heraus, dass nicht nur Carsten und ich immer wieder auf Achse sind, sondern, dass unsere Kinder uns diesbezĂŒglich in Nichts nachstehen. Es gab logischerweise einiges an Fotos zu sehen und die Kinder waren im Gegenzug dazu verdonnert, eine großzĂŒgig angelegte Auswahl unserer dreiwöchigen USA-Reise in Video, Bild und Wort ĂŒber sich ergehen zu lassen. Sie haben sehr stark Interesse daran geheuchelt gezeigt    đŸ™‚

Nach unserem ersten gemeinsamen Wochenende (5./6.8.) sind beide Kinder zurĂŒck zu sich nach Hause gefahren, um, wie schon gesagt, am darauffolgenden Samstagabend (12.8.) wieder bei uns zu sein. Denn noch hatten wir bei Weitem nicht alle GesprĂ€chsthemen durch    đŸ™‚
Es wurde ein ganz gemĂŒtlich-gechilltes Wochenende wie zu damaligen Zeiten, als wir noch alle zusammen unter einem Dach lebten. Um ehrlich zu sein, war es aus meiner Sicht diesmal sogar noch familiĂ€rer, denn frĂŒher hatte man sich ja jeden Tag gesehen und es lief vieles nebenbei ab, aber nun nehmen wir uns immer ganz bewusst Zeit fĂŒreinander. Leider haben wir in unserer Zweiraumwohnung nicht mehr so viel Platz wie damals im eigenen Haus und so durfte sich das Ablagechaos von beiden eben vollends in unserem Wohnzimmer entfalten und nicht wie frĂŒher in den Kinderzimmern unserer Sprösslinge verteilen    đŸ™‚

WĂ€hrend Andrea am Montagmittag schon wieder zu sich nach Chemnitz fuhr, da sie noch einiges fĂŒr die Uni zu erledigen hatte, blieb Stephanie noch bis Donnerstag bei uns. Sie hat sich in den Wochentagen und an den Abenden allerdings mit ganz vielen Freunden aus ihrer Schulzeit verabredet und so hatte ich kein schlechtes Gewissen, als ich am Dienstag mit Diana, einer Arbeitskollegin, bei einem GlĂ€schen Wein einen langen Schnatterabend im El Horst verbrachte.

Unsere Große kehrte schon am Mittwochabend wieder zurĂŒck (zum dritten Mal in 14 Tagen!), denn die beiden Schwestern haben ab dem nĂ€chsten Tag einen gemeinsamen Urlaub geplant. Nichts Großes, einfach viel Zeit zusammen verbringen, um sich z.B. endlich mal in aller Ruhe Leipzig anzusehen und ihre Großeltern in ThĂŒringen zu besuchen. Anschließend rĂŒcken sie einige Tage in Andreas Wohnung im ehemaligen Karl-Marx-Stadt ein, um auch diese Gegend ein kleines bisschen unsicher zu machen. Da Carsten und ich ein paar Überstunden auf unseren Arbeitszeitkonten haben, bekamen wir von unseren Chefs einen freien Tag (wir sagen Arbeitszeitverlagerung/AZV oder Gleitzeitabbau/GZA dazu) genehmigt und so können und dĂŒrfen wir uns am kommenden Mittwoch den MĂ€dels anzuschließen, um noch einen weiteren Familientag zu verbringen – ich freue mich schon jetzt ganz doll drauf    đŸ™‚

In der Zwischenzeit verbringen wir beide wieder unser PĂ€rchenleben in trauter Zweisamkeit. Das Ausschlafen am Wochenende klappt leider immer noch nicht besonders – irgendwie ist unser innerer Wecker zu stark auf die Alltagsaufstehzeit von 5:30 Uhr geeicht    đŸ˜‰    doch zum GlĂŒck kann man an den arbeitsfreien Tagen ja ab und zu die ein oder andere Schlummerstunde am Nachmittag einbauen. Danach ist man auch wieder topfit, um beispielsweise voller Tatendrang zum Dresdner Stadtfest zu gehen.

Wir stellten dabei zum wiederholten Male fest, dass solche großangelegten Volksfeste mit zahlreichen Futter- und Trinkoptionen sowie lauter Musik unterschiedlicher Richtungen (Schlager, DDR-Rock, Discofox, …) zusammengedrĂ€ngt auf engstem Raum auf uns eher verwirrend als erheiternd wirken. Ich hoffe, es ist kein Zeichen dafĂŒr, dass wir zu alt fĂŒr solche Feierlichkeiten geworden sind    đŸ˜‰
Die Dresdner Innenstadt ist bei Abendstimmung unbeschreiblich schön, besonders wenn man einfach aus der lauten und turbulenten Ecke verschwindet und das Ganze mit etwas Abstand z.B. von der BrĂŒhlschen Terrasse aus beobachtet. Das fanden auch Besucher aus dem Stuttgardter Raum, die uns fĂŒr unsere Wahlheimat sogar ein wenig beneideten – so deuten wir jedenfalls das Kompliment einer schwĂ€bischen Familie, welche beim gemeinsamen Essen auf einer Biertischgarnitur unsere Stadt in den höchsten Tönen lobte. Es freut uns sehr, dass die sĂ€chsische Hauptstadt doch noch anders als nur als Pegida-Hochburg, einem großen braunen Flecken in Deutschland oder als Heimat von BrĂŒckenstreithanseln wahrgenommen wird.

Verglichen mit dem Stadtfest bereitet mir die Aussicht auf den kommenden Mittwoch mit unseren MĂ€dels allerdings sehr viel mehr (Vor-)Freude. Mal sehen, was wir an dem Tag gemeinsam besuchen werden … die Planung liegt diesmal ganz in den HĂ€nden der Kinder    đŸ™‚



2017 04.
Aug.

Ich habe mich in Bezug auf meine Fotoprojektberichte wieder dermaßen „verschuldet“    😉    aber immerhin mache ich wenigstens brav meine Aufnahmen passend zum jeweiligen Monatsthema … nur mit Onlinestellen hapert es. Ich glaube aber, jetzt könnte ich endlich die nĂ€chsten Tage bzw. Wochen nach und nach Ergebnisse meiner Fotoprojekte der großen weiten Welt zeigen. Wir fangen mit dem Projekt an, welches ich mir fĂŒr Mai vorgenommen und auch in dem Monat durchgefĂŒhrt habe: Malerei.

Man kann seine Gedanken und GefĂŒhle mit völlig unterschiedlichen Mitteln in Farbe zum Ausdruck bringen. Eine ganz klassische Version sind natĂŒrlich die guten alten, seit unserer Kindestagen bekannten, Buntstifte.

An und fĂŒr sich hat man bereits in den jungen Jahren die meisten Maloptionen ausgetestet, meistens natĂŒrlich im Kindergarten und in der Schule. Denn wer von uns hat nicht wenigstens einmal im Leben mit Wasserfarben gemalt?

Ich muss allerdings gestehen, dass ich es nie vollbracht habe, solche zierlichen GemÀlde zu erschaffen:

Straßenmalkreide kennen bestimmt auch alle von uns. Wer sie in verschiedenen Farben nach wie vor besitzt und dazu noch eine pfiffige GeschĂ€ftsidee hat, kann damit auch als Erwachsener den einen oder den anderen Cent dazu verdienen:

Hier forderte ein StraßenkĂŒnstler nĂ€mlich dazu auf, Geld auf eine der zahlreichen (und fast vollstĂ€ndigen) LĂ€nderflaggen zu legen. Ich gebe zu, von mir landeten MĂŒnzen natĂŒrlich sowohl auf der ukrainischen als auch auf der deutschen Flagge    😀

Die moderne Variante des Malens ist da schon eher etwas fĂŒr richtig GeĂŒbte unter uns, denn ich fĂŒr meinen Teil wĂ€re mit all den Dosen garantiert absolut ĂŒberfordert    🙂

Wer diese Kunst beherrscht, kann damit ganz neue, geheimnisvolle Welten erschaffen, wie man fast regelmĂ€ĂŸig bei YouTube oder Fazzebuck zu sehen bekommt:

Oder so ein Sprayer kann schlicht und einfach die Leute um sich herum im Winter wie im Sommer zum Schmunzeln bringen:

Als Model eines Straßenkarrikaturisten sollte man sich grundsĂ€tzlich lieber auch nicht all zu ernst nehmen    😉

Keine Sorge, das bin nicht ich …    đŸ˜‰

Eigentlich kann jeder von uns malen. Aber viele von uns haben schlichtweg Bammel vor einem weißen Blatt Papier oder einer unberĂŒhrten Leinwand …

Dabei muss man sich einfach nur trauen, einen ersten Pinselstrich zu wagen …

… und danach entwickelt sich das Bild nach und nach …

… und kann am Ende ein echtes Kunstwerk werden, welches man voller Stolz selber betrachten …

… oder im Rahmen einer Ausstellung auch allen anderen zeigt, die es sehen wollen:

Als KĂŒnstler baut man mitunter eine richtige Beziehung zum eigenhĂ€ndig erschaffenen Bild auf:

Man bekommt im Schaffensprozess sehr wohl ziemlich dreckige Finger …

… aber dafĂŒr darf man auch unbesorgt mal ganz dick auftragen    😉

Aber selbst wenn der Zahn der Zeit an der Kraft der Farben nagt und man die Brillanz des ursprĂŒngliches Bildes beim Betrachten eher erahnen als sehen kann, beflĂŒgeln die Bilder selbst nach Jahrhunderten noch unsere Fantasie und bringen uns zum Nachdenken:

Sie inspirieren uns unter UmstÀnden dazu, selbst nach einer langen Pause vielleicht doch mal selber wieder einen Stift anzufassen und damit die eigene KreativitÀt nochmals auszuleben:

Ich wĂŒnsche jedem dabei ganz viel Spaß und Freude! Vielleicht darf ich das ein oder andere Bild aus eurer Hand irgendwann ja sogar mal als Teil einer Ausstellung sehen, wer weiß    🙂



2017 30.
Juli

Mein armer Blog fĂŒhlt sich schon seit Wochen völlig vernachlĂ€ssigt. Nun soll sich das wieder Ă€ndern und heute Abend wird er schon wie gewohnt mit schönen und interessanten Erlebnissen „gefĂŒttert“. Nach drei Wochen Urlaub haben Carsten und ich in der Tat noch zwei Wochen gebraucht, um wieder auf unseren normalen Tagesablauf in allen Belangen zu kommen – deshalb leider die letzten Wochen diese große Stille hier.

Die drei Wochen Urlaub waren im positiven Sinne eine Wucht, denn wir haben jeden einzelnen Tag unglaublich viel erlebt und gesehen. Allein die Tatsache, dass wir in der Zeit ca. 6.500 km im Westen der USA zurĂŒckgelegt haben, spricht aus meiner Sicht fĂŒr sich. Dabei haben wir nicht nur „vagabundiert“, sondern verbrachten zwischen den eintĂ€gigen Motelzwischenstopps auch bis zu je fĂŒnf ganze Tage in Los Angeles, Las Vegas und San Francisco    🙂

Hier nun ein kleiner Abriss davon, was wir in den 23 Urlaubstagen, diesmal nicht nur zu zweit, sondern zusammen mit Ines und Torsten, auf uns einprasseln ließen    😀

Gelandet sind wir in San Francisco und nach einer Nacht in Palo Alto bewegten wir uns gleich in zwei Etappen (Monterey & Morro Bay) möglichst viel auf dem Highway 1 gen Los Angeles. Unterwegs haben wir dabei durch Zufall eine riesige Seeelefantenkolonie entdeckt und jede Menge Zeit damit verbracht, diesen Tierchen bei ihrem Treiben zuzugucken – wir fanden sie einfach göttlich!

Bei der MotelĂŒbernachtung in Morro Bay haben den Abend getrennt verbracht, denn Ines und Torsten wollten dort am Strand bleiben, doch Carsten und mich zog es in die Umgebung zu einer großen SanddĂŒne. Dabei haben wir auch einen Strand angesteuert, wo man typisch amerikanisch    😉    mit dem eigenen Auto bis ans Wasser ranfahren durfte. FĂŒr uns beide war das eine Premiere und so zuckelten wir ganz gemĂŒtlich mit unserem Allrad-angetriebenen Monster-SUV Ford Expedition (5,5 m lang, 2 m breit, 2 m hoch, 2,7 t schwer, mit 370 PS unter der Haube, aber nur 182 km/h Höchstgeschwindigkeit (!) und einem Verbauch von fast 15 l auf 100 km) an der „Seashore“ entlang und schauten den Leuten am Strand zu, welche ihre Freizeit beim Spielen, Grillen und Quatschen verbrachten. Wir genossen das bezaubernde Farbenspiel am Abendhimmel und passend dazu flogen auch noch Pelikane nur wenige Dezimeter ĂŒber das Wasser – unbezahlbar!

In Los Angeles angekommen, sonnten wir uns natĂŒrlich auch mal im Lichte von Glanz und Glamour Hollywoods:

Um noch mehr davon zu bekommen, statteten wir dem Universal Studios Freizeitpark einen ganztĂ€gigen Besuch ab:

Die KĂ€rtchen, welche Ines und ich um unsere HĂ€lse hĂ€ngen haben, kostete mit ca. 80 Euro extra pro Person zwar eine gehörige Stange Geld, aber sie waren am Ende jeden Euro wert. Unter uns nannten wir sie „Schummelpass“ (offiziell „front line“), denn damit mussten wir uns bei allen Attraktionen nicht an den allgemeinen Schlangen anstellen, wo die Wartezeit mitunter bis zu einer Stunde angegeben war, sondern konnten einen VIP-Gang mit wesentlich kĂŒrzerer (oder gar keiner) Wartezeit nutzen. Damit haben wir es sogar geschafft, an nur einem ganzen Tag wirklich alles anzusehen, was uns interessiert hat. NatĂŒrlich konnte ich bei den Minions nicht einfach so vorbeigehen – ein gemeinsames Foto war ein Muss    😉

WĂ€hrend unseres Aufenthaltes in Los Angeles haben wir uns an mehreren Tagen auch die Stadt und die Umgebung angesehen und dabei durften StrĂ€nde, wie z.B. Venice Beach und Santa Monica nicht fehlen – es war mit 30-40 Grad richtiges Strand- & Badewetter.

Irgendwie schon viel zu frĂŒh (man hat mal wieder nur an der OberflĂ€che der Stadt kratzen können) brachen wir wieder gen Osten auf, da das nĂ€chste große Ziel Las Vegas hieß. Unterwegs machten wir einen Übernachtungsstopp, um einen Tag in Joshua Tree Nationalpark verbringen zu können. Die namensgebenden Yuccas sind dort wirklich groß gewachsen!

Es gibt in diesem Park unter anderem auch eine ganz große FlĂ€che, auf welcher sich der sogenannte „Teddy Bear Cactus“ ganz wohl fĂŒhlt. Sie sehen wirklich, wirklich kuschelig aus, aber irgendwie konnte ich mich nicht ĂŒberwinden, sie so richtig innig zu knuddeln    😉

Am nĂ€chsten Tag, auf dem Weg in die Spielerstadt, lag die Geisterstadt Calico und bekam ebenfalls ein paar StĂŒndchen Aufmerksamkeit.

Da wir uns nicht anstĂ€ndig benehmen konnten, landete Carsten bereits nach kurzer Zeit hinter Gittern:

Ich musste einen Mantel aus Holz anprobieren. Aber dieser hatte definitiv einen sehr maskulinen Schnitt: im Schulterbereich zu breit und im Beckenbereich zu schmal … zu groß war er ohnehim. Ich habe dankend abgelehnt    😀

Und dann waren wir in Las Vegas – die Stadt, welche fĂŒr uns beide bekanntlich eine sehr große Bedeutung hat. NatĂŒrlich haben wir auch einen Abstecher zu unserer damaligen Trauungskapelle gemacht und dort hat sich optisch rein gar nichts verĂ€ndert    đŸ™‚    nur wir sind merklich 11 Jahre Ă€lter geworden …

Es gab auch noch weitere Besuche von Orten, welche wir uns bereits im Februar 2006 angesehen haben, z.B. Valley of Fire:

Der Rundumblick von der Stratosphere war auch diesmal um die Zeit, wenn die Sonne hinter dem Horizont verschwindet und die Lichter der Stadt alle Straßen ausfĂŒllen, einfach magisch.

Eine Sache hat sich allerdings in den ganzen Jahren nicht verĂ€ndert: ein Kamerastativ mit hoch zu nehmen, auch wenn es im Gegensatz zum damaligen Dreibein diesmal sogar nur eines in HandtaschengrĂ¶ĂŸe war, wurde nicht zugelassen. Wogegen die Selfiestange von Torsten beim Sicherheitscheck gar kein Problem darstellte – diese Logik haben wir nicht verstanden.

Diesmal haben wir uns dort oben auf eine neue Erfahrung eingelassen und kauften auch gleich Tickets fĂŒr das an der Spitze befindliche FahrgeschĂ€ft namens Big Shot.
Fazit 1: man wird mit einer unvorstellbaren Wucht in den Himmel katapultiert
Fazit 2: wenn man gleich danach im freien Fall wieder zurĂŒckfĂ€llt, schwebt man einige Augenblicke, d.h. man spĂŒrt keinen Sitz unterm Pops … im Nachhinein ein echt cooles GefĂŒhl, aber in dem besagten Moment des Erlebens mehr als beĂ€ngstigend    đŸ˜‰

Ein weiterer Ausflug, welchen wir von Las Vegas aus auch um der Erinnern willens unternommen haben, fĂŒhrte uns zum Death Valley:

Diesmal haben wir sehr gut verstanden, woher der Name kommt, denn wir fĂŒhlten uns außerhalb unseres gut klimatisierten Autos wie Brötchen im Backofen – kein Wunder bei diesen Temperaturen!

FĂŒr uns EuropĂ€er: 126°F sind 52,2°C … in der Sonne zwar, aber auch im Schatten kletterte das Thermometer bis auf 50°C hoch!

Bloß gut, dass wir am Tag davor eingekauft und unsere auf dem gesamten Trip unentbehrliche, rote KĂŒhlbox randvoll mit Wasserflaschen und Eis gefĂŒllt haben:

Wie findet ihr ĂŒbrigens unser Auto? Wir fanden seine GrĂ¶ĂŸe bei den zurĂŒckgelegten Strecken und der Menge unseres GepĂ€cks Ă€ußerst vorteilhaft!

Womit wir uns noch in Las Vegas Zeit vertrieben haben? So wie es sich in dieser Stadt gehört mit Show und im Casino    đŸ˜‰

Trotz dieses Wiederholungsbesuches gab es auch fĂŒr uns ganz in der NĂ€he etwas Neues zu entdecken: den Red Rock Canyon. Vorteil: er ist nĂ€her zu Las Vegas als die anderen Naturschauspiele … Nachteil: aus diesem Grund tummeln sich dort bedeutend mehr Leute als im etwas entfernteren Valley of Fire.

Wir haben uns auf dieser Reise noch mehr Nationalparks vorgenommen und auch besucht:

Das ist im Zion Nationalpark. Dort haben Ines und Torsten sich fĂŒr eine Wanderung entschieden, wĂ€hrend wir mit dem Auto nur durchfuhren, natĂŒrlich nicht ohne etliche Fotostopps zu machen, um bis zum Bryce Canyon Nationalpark zu gelangen. Die Schönheit dieses Parks fand ich einfach umwerfend! Es war, als ob ich mitten in einem Fantasyroman wĂ€re: mĂ€rchenhaft, bezaubernd, unwirklich schön – das Foto gibt das leider nicht mal annĂ€hernd wieder. 

Aber ich konnte mich vor Ort an den bizarren Felsformationen einfach nicht sattsehen! Wir planten ursprĂŒnglich nur drei Stunden fĂŒr den Scenic-Rundweg ein, sind am Ende aber fast die doppelte Zeit an den insgesamt 14, immer schön brav mit dem Auto zu erreichenden Aussichtsplattformen versackt.

Und am nĂ€chsten Tag brachen wir zur letzten Etappe (von Las Vegas nach San Francisco) auf und fuhren auf dem Weg nach Mammoth Lakes recht nah am GelĂ€nde der Area 51 vorbei … ein sehr besonderer Highway, mit einem sehr besonderen Namen und gelegentlich auch ohne sichtbare Straße auf dem Navi:

Das kleine, beschauliche Örtchen und an der WestkĂŒste sehr beliebte Skigebiet Mammoth Lakes liegt mit 170 Straßenkilometern nicht sehr weit vom eigentlich angepeilten Ziel Yosemite-Nationalpark entfernt und fiel so damals mit in den Streckenverlauf, da uns die Zimmerkosten im Yosemite bei der Planung doch viel zu hoch erschienen. Dieser Nationalpark hat mich sehr durch seine grĂŒnen Landschaften und auch durch die Tiere, welche wir gesehen haben, beeindruckt … von den riesigen Bergen, TĂ€lern und WasserfĂ€llen ganz zu schweigen    đŸ™‚

Ganz am Anfang unseres Yosemite-Trips wurden wir von einer absolut idyllischen Szene ĂŒberrascht:

Besser hĂ€tte es kein bayrischer oder österreichischer Kitschmaler auf seine Leinwand bringen können, oder nicht? Nur das Röhren fehlte …

BezĂŒglich Tierwelt haben wir von diesen kleinen, knuffigen Nagern im Endeffekt den ganzen Tag (und wenn man artverwandschaftlich Eichhörnchen/Squirrel und Streifenhörnchen/Chipmunks ĂŒber einen Kamm schert, auch fast auf dem gesamten Trip) wesentlich mehr und öfters gesehen    đŸ˜‰

Nur eine Tiergattung ließ sich ĂŒberhaupt nicht blicken, denn obwohl es in dem Park wohl um die 400 SchwarzbĂ€ren geben sollte, kreuzte leider keiner von ihnen unseren Weg    :weinen:

Aber nun zurĂŒck zu den riesigen Bergen, tiefen TĂ€lern und kristallklaren WasserfĂ€llen – die sind immer da und haben sich im besten Lichte gezeigt    đŸ™‚

Übrigens, trotz dass es ĂŒberall schön sommerlich warm bzw. heiß war, gab es sowohl in Mammoth Lakes als auch im Yosemite einige Schneefelder. Ist doch selbstverstĂ€ndlich, dass es bei einem der Stopps zu einer Schneeballschlacht gekommen ist …    😉

Nach so viel Ruhe und unberĂŒhrter Natur zog es uns wieder in die Hektik einer großen Stadt zurĂŒck –  es ging weiter nach San Francisco. Ich muss ganz ehrlich sagen, die Stadt fand ich weitaus schöner als Los Angeles. Allerdings ist SF auch ganz schön schrĂ€g drauf:

Da habe ich vorsichtshalber mal unser Auto festgehalten    😉

Dass wir auf dem RussenhĂŒgel/Russian Hill die steile Lombardstraße als Weg mit dem Auto nach unten und zu Fuß nach oben genutzt haben, versteht sich quasi von selbst    😉

Leider kann man dort nur sehr langsam herunterfahren, weil meistens recht viele Autofahrer genau die gleiche Erfahrung im Zick-Zack-Fahren machen möchten, wie unsereiner    đŸ˜‰

Ein anderes Wahrzeichen von San Francisco stand bei uns ebenfalls auf dem Programm: die Golden Gate Bridge. Wir sind ĂŒber sie hin und zurĂŒck gefahren und auch hin und zurĂŒck gelaufen. Aus meiner Sicht ist das eine BrĂŒcke fĂŒr die Autofahrer, denn als FußgĂ€nger hat man dort nicht so viel Spaß, weil der vorbeirollende Verkehr extrem laut ist – die beiden Wege verlaufen ja dicht nebeneinander. Ich bin die 2,7 km in die eine und genau so viel in die andere Richtung quasi im Schweinsgalopp gelaufen, um schnell wieder von da runter zu kommen. Da finde ich die New Yorker Brooklyn Bridge als FußgĂ€nger wesentlich angenehmer    🙂

Aber auf einem Erinnerungsbild macht sie sich doch ganz gut    😉

Ein letztes Highlight dieser Reise fĂŒr mich war der Besuch des Henry Cowell Redwoods Nationalparks, denn ich wollte unbedingt einmal im Leben die kalifornischen MammutbĂ€ume mit eigenen Augen sehen. Ihre GrĂ¶ĂŸe hat nicht nur mich beeindruckt, auch mein Mann fĂŒhlte sich plötzlich dazu berufen, einen der Riesen zu umarmen    😉

Übrigens: rechts sieht man einen Zugang in den Baumstamm. Dort war eine Höhle mit ĂŒberraschend viel Platz, so das man problemlos gerade stehen konnte und wenn nicht andere Besucher da gewesen wĂ€ren, hĂ€tte man sich auch ganz bequem hinlegen können. Es schon mal Menschen vor langer Zeit, die darin ĂŒbernachtet haben.

Ich bitte um Entschuldigung, dass ich so stark gekĂŒrzt habe, aber es war so schon schwer genug, eine abgespeckte Fotoauswahl von 32 StĂŒck aus insgesamt 9100 Bildern zu treffen – ich hĂ€tte bestimmt noch locker mehrere DinA4-Seiten fĂŒllen können. Vielleicht reicht die Zeit im Alltag ja mal wieder fĂŒr einen Reisebericht, denn so einen haben wir schon lange nicht mehr zustande bekommen – leider.

FĂŒr diejenigen, die es interessiert, hier mal unsere gesamte Route im Überblick: mit dem Flieger Berlin-Tegel/DĂŒsseldorf/San Francisco & Übernachtung in Palo Alto – Weiterfahrt nach Monterey (Aquarium, 17 Mile Drive & Highway 1) – Weiterfahrt nach Morro Bay (Highway 1, Strand & DĂŒnen) – Weiterfahrt nach Los Angeles bzw. zur FeWo in San Pedro (Zwischenstopps an den StrĂ€nden von Santa Barbara & Malibu) – Universal Studios – LA-Stadtrundfahrt – Santa Monica & Venice Beach – San Pedro & Long Beach – Weiterfahrt zum Joshua Tree Nationalpark – Weiterfahrt nach Las Vegas (Zwischenstopp in Calico Ghost Town, Aussicht von der Stratosphere) – Red Rock Canyon & LV-Strip – Hoover Dam, Valley of Fire & LV-Freemont Street – Death Valley & LV-Strip – Rundgang durch die ganz großen und berĂŒhmten Themenhotels am Strip – Weiterfahrt zum Zion Nationalpark – Tagestour zum Bryce Canyon – Weiterfahrt nach Mammoth Lakes – Tagestour zum Yosemite Nationalpark – Weiterfahrt nach San Franscisco – SF-Stadtrundfahrt auf dem 49 Mile Scenic Drive – SF-Stadtrundgang inklusive Cable Car-Fahrt – Tagestour zum Redwood Park & Santa Cruz – AusflĂŒge zu einer San Andreas-Verwerfung & zur Aussicht Twin Peaks in SF – RĂŒckflug San Francisco/DĂŒsseldorf/Dresden … das sind drei Wochen voller Abenteuer und Entdeckungen in Kurzform.

Fazit dieses Trips –> wir haben in nur drei Wochen unsere Fußstapfen in vier US-Bundesstaaten zurĂŒckgelassen: Arizona, Utah, Nevada und die meisten sicherlich in Kalifornien. Ich muss zugeben, dass mich Letzteres mit seiner Vielseitigkeit enorm beeindruckt hat! Dort hat man Meer, Berge, WĂŒste, StĂ€dte, endlose Felder und und und … außerdem finde ich die kalifornische Flagge aus irgendeinem, mir sich nicht auf Anhieb erschließenden Grund, sehr ansprechend    đŸ˜‰

Ich denke, ich könnt ohne meine Hilfe einschĂ€tzen, warum sie mir so gut gefallen hat    😉



2017 23.
Juni

WĂ€hrend die Welt immer wieder aufs Neue ĂŒber den Br-Exit diskutiert, trauten wir uns gegen die Strömung zu schwimmen und entschieden uns fĂŒr ein Br-Entrance, wenn auch nur fĂŒr die LĂ€nge eines Pfingstwochenendes. Ich war bis jetzt noch nie in Großbritannien und Carstens letzter Besuch dort war noch wĂ€hrend seiner Schulzeit – aus dem Grund war London fĂŒr uns beide immer noch bzw. wieder ein quasi unbekanntes Reiseziel    😉

Wir hatten einen exakt ausgearbeiteten Tourenplan fĂŒr jeden Tag von Freitag bis Montag im GepĂ€ck:

Dabei hatten wir glĂŒcklicherweise nicht so viel GepĂ€ck dabei. Eigentlich nur das, was Carsten da auf dem Bild trĂ€gt plus meine Handtasche.

Weil das Einchecken in unserer Unterkunft erst nachmittags möglich war, fuhren wir im wahrsten Sinne des Wortes mit Sack und Pack hoch oben auf einem Big Bus durch die Stadt und verschafften uns zusammen mit einigen anderen Touristen einen ersten Überblick ĂŒber diese Gegend. Ganz nebenbei lernten wir dabei die Besonderheiten des hiesigen Wetter am eigenen Leib kennen, denn erst war es schön warm und sonnig …

… und nur ein paar Stunden spĂ€ter war es ganz andersrum.

Da haben wir dann auch verstanden, warum man bei einer Big Bus-Tour in dieser Stadt nicht die kleinen Wasserflaschen wie in Dubai oder Abu Dhabi in die Hand gedrĂŒckt bekommt, sondern ein Regencape    😀     oder wie wir OLCAs dazu sagen: Wurstpellen. Wie man auf dem Foto sieht, bieten das wohl nicht alle Reiseunternehmen an, denn die Touristen des Nachbarbusses  haben keinen Schutz vor dem plötzlich eingetretenen Wolkenbruch bekommen    đŸ˜‰

An den anderen Tagen unserer Reise lernten wir die Vor- und Nachteile der berĂŒhmten Londoner Tube kennen. Der Vorteil liegt auf der Hand: die ZĂŒge sind schnell durch den dichtesten Verkehr und kommen zudem in sehr kurzen AbstĂ€nden. Nur die Wege bis zu den ZĂŒgen beanspruchen etwas Zeit und manchmal auch etwas Kraft    đŸ˜‰

Hier ist das blaue Schild wichtig –> 15 Stockwerke unter der Erde = 193 (Wendel-)Treppenstufen … wir sind leider der Menge hinterhergetrottet und haben dabei den Fahrstuhl „verpasst“:

Dank der hervorragenden Verbindungen der Subway konnten wir trotz unserer wenigen Tage in einer solchen Großstadt ganz viele unterschiedliche Ecken besuchen. NatĂŒrlich war ich als großer Sherlock Holmes Fan auch an der berĂŒhmten Adresse 221b Baker Street.

Ich durfte einen Blick in den benachbarten Andenkenladen werfen (Carsten musst wegen des GepĂ€cks leider draußen bleiben) und wurde dort ganz lieb von dieser jungen und bezaubernden Dame empfangen:

Im Laden selber musste ich mich wirklich ganz stark zusammenreißen, um nicht zu laut zu jubeln! Meine Familie weiß schon lange, dass es fĂŒr mich nur bei sĂ€mtlichen Verfilmungen eigentlich nur eine einzige „richtige“ Sherlock Holmes-Verkörperung gibt – den aus meiner Kinderzeit, also der aus der sowjetischen Version. Ich wusste, dass die Briten die sowjetische Verkörperung dieses genialen Detektivs durch den Schauspieler Vassily Livanov sehr zu schĂ€tzen wissen, aber doch tatsĂ€chlich einen Beweis dafĂŒr direkt vor Ort zu finden, hat mich doch sehr gefreut    🙂

Apropos BĂŒcher- und Filmhelden. NatĂŒrlich musste ich auch diesen Bahnhof (ganz in der NĂ€he) unbedingt besuchen:

Ich wurde dort auf den BĂ€ren bezogen sehr schnell fĂŒndig und das sogar zweifach:

Ich glaube, man kann mir ansehen, dass ich sehr, sehr glĂŒcklich darĂŒber bin    :verliebt:

Mit „Paddington“ verbinde ich aber noch eine weitere Geschichte und zwar von ihr geschrieben:

Aber zurĂŒck zu den guten Verbindungen der Londoner U-Bahn und wo sie uns ab dem zweiten Tag alles hingebracht hat. Zum London Eye hĂ€tten wir eigentlich gar nicht hinfahren mĂŒssen, denn wir konnten das Riesenrad gefĂŒhlt schon fast von unserem Hotel aus sehen. Aber das tĂ€uschte, denn im Zentrum ließ es sich so gut wie immer entdecken, so groß ist das.

Aber ohne U-Bahn zur grĂ¶ĂŸten hinduistischen Tempelanlage außerhalb von Indien zu kommen wĂ€re sonst Ă€ußerst schwierig geworden. Der Zug verließ sogar fĂŒr die letzten paar Stationen den Untergrund und fuhr oberirdisch weiter – so weit draußen liegt er. Und dann mussten wir noch eine gute Meile (ca. 1,6 km) von der Haltestelle durch die Straßen am Stadtrand laufen, wo man aber auch außergewöhnliche Einblicke in das britische Alltagsleben mitbekam: dieser Pohl in der Mitte versorgt sternförmig (gefĂŒhlt) alle HĂ€user dieser Straßenseite und die der gegenĂŒberliegenden mit Telefonstrippen …

… und da wir am Ende so lange laufen mussten, fĂŒrchteten wir schon fast, dass wir irgendwo vom richtigen Weg abgekommen waren. Aber dann haben wir einen hellen Streifen die weißen TĂŒrmchen am Horizont entdecken können.

Die Anlage selber ist in der Tat enorm! BTW: Das ist nur ein Teil des Ganzen.

Es gibt keine Bilder von innen, weil die Sicherheitskontrolle fast schon strenger als auf einem Flughafen war. SĂ€mtliches GepĂ€ck, alle RucksĂ€cke und Taschen sowie die FotoausrĂŒstungen mussten zu AufbewahrungsfĂ€chern gebracht werden. Daher mĂŒsst ihr es mir einfach glauben: der Abstecher ist auf jeden Fall sehr sehenswert! Wir durften sogar einer 30 minĂŒtigen Reinigungszeremonie zu Ehren des GrĂŒnders beiwohnen … nur Carsten bekam eigens fĂŒr die heiligen Hallen und Zeremonien einen Klettverschlußsarong ĂŒber seine kurzen Jeanshosen.

NatĂŒrlich war auch der Buckingham Palast absolut sehenswert. Hier begnĂŒgten wir uns nur mit der Außenansicht, dafĂŒr aber mit einer gerade stattfindenden, historischen Reiterparade samt Kanonenzug.

Dies ist definitiv meine absolute Lieblingsaussicht im St. James Park, wenn nicht sogar in ganz London. Diese TĂŒrme in der Ferne sehen wie eine unbekannte und geheimnisvolle Stadt am Ende einer langen Reise aus    *schwĂ€rm*

Aus der NĂ€he hat diese Skyline aber leider ihren Reiz gĂ€nzlich verloren …

Und ja, ich habe immer wieder mal einen Ruheplatz zum Sitzen gefunden, weil wir natĂŒrlich sehr viel zu Fuß gelaufen sind und ich trotz der guten Laufschuhe ab und an ganz schön pflastermĂŒde wurde. Da hielt ich nach jedem PlĂ€tzchen zum Ausruhen Ausschau    đŸ™‚

In solchen Schuhen – auch wenn da zuckersĂŒĂŸe Teddys drangeheftet sind – wĂŒrde ich garantiert nicht mal eine Stunde aushalten können    🙂    bei mir reichen eben nicht mal BĂ€ren als Motivation fĂŒr solche AbsĂ€tze    đŸ˜€

Mit meinen Laufschuhen konnte ich dafĂŒr sehr lange unterwegs sein, da hat die Kraft sogar fĂŒr ein paar Aufnahmen im Stehen ausgereicht    đŸ˜‰

Manchmal allerdings auch mit Anlehnen    😉

Und was wĂ€re London ohne seine berĂŒhmten BrĂŒcken! Wir konnten sogar einen seltenen Moment erhaschen, als die Tower Bridge sich geöffnet hat, um ein Segelschiff durchzulassen.

Über die Millennium-Bridge konnten wir ebenfalls ohne Probleme laufen, dabei wurde sie doch im Harry-Potter-Film „HP und der Halbblutprinz“ eigentlich komplett zerstört.

Es gab aber leider auch Orte, wo man an der Menschlichkeit der Menschen zu zweifeln beginnt … auf der Westminster Bridge lagen noch frische Blumen an der Stelle, wo im MĂ€rz diesen Jahres ein Terroranschlag stattgefunden hat und Leute gestorben sind.

Noch erschreckender wurde es, als wir SonntagfrĂŒh beim Nachrichten schauen erfahren haben, dass diesmal auf der London Bridge ungefĂ€hr das gleiche UnglĂŒck nochmals passiert ist! In beiden FĂ€llen ist ein Auto dazu genutzt worden, in eine Menschenmenge zu fahren und fĂŒr Tod und Verletzungen zu gebrauchen. 

Erinnert ihr euch an den Tourenplan ganz am Anfang dieses Beitrags? Wenn Carsten meinen WĂŒnschen nachgegeben hĂ€tte und nicht auf seinen Plan bestanden hĂ€tte, dann wĂ€ren wir vielleicht mitten in diese Grausamkeit geraten. Ich wollte nĂ€mlich gern die Tagesplanung von Samstag und Sonntag tauschen und somit den Samstagabend im Borough Markt ausklingen lassen. Bloß gut, dass mein Mann sich immer etwas bei seinen PlĂ€ne denkt (hier spielten Ladenöffnungszeiten mit hinein) und wir deshalb von der UnglĂŒcksstelle relativ entfernt waren, obwohl wir zu der Anschlagszeit gerade von der Tagestour zurĂŒck kamen und nur ein paar Straßen entfernt waren, da unser Hotel ca. 10 min Fußweg weit weg davon liegt! Beim Einschlafen (gegen 23:00 Uhr) konnten wir uns noch nicht erklĂ€ren, warum so viele Sirenen heulten und Hubschrauber ĂŒber unsere Köpfen kreisten.

NatĂŒrlich waren am Sonntag jede Menge Reporter in der Stadt unterwegs:

Zum GlĂŒck ließ sich die Stadt trotz der bedrĂŒckten Stimmung nicht ihre Lebensfreude nehmen. So konnten wir doch noch unsere letzten zwei Tagestouren fortsetzen und unter anderem das quirlige Leben auf dem (Trödel-)Markt beobachten, welcher Carsten bereits zu seiner Jugendzeit besonders in Erinnerung blieb. Auch wenn es jetzt noch kommerzialisierter geworden ist (aus dem Trödel wurde u.a. Tinnef, Kitsch & Tand), hat er dennoch seinen Charme und Reiz behalten, auch wenn diese Außenansicht das nicht ganz wiedergeben kann. In den alten Stallungen streiften wir durch die engen und verwinkelten GĂ€sschen und vergaßen dabei sogar Fotos zu machen …

Da wir diese Skulptur bei unserer Stadtrundfahrt gefĂŒhlt mindesten 20 mal gesehen haben, war es natĂŒrlich ein Muss, sie nun ebenfalls einmal zu Fuß zu besuchen – vor allem die GrĂ¶ĂŸe ist sehr imposant!

Ihr könnt uns getrost glauben, dass dieser inzwischen ganz schön lang gewordener Blogeintrag eigentlich nur einen Bruchteil unserer Erlebnisse und insbesondere unserer Bilder beinhaltet    đŸ˜€

Mein Fazit: Ich habe die dicken Löwenköpfe …

… die doch recht furchteinflössenden Drachen …

… die lange Geschichte dieser Stadt …

… die architektonischen Kontraste …

… und natĂŒrlich die immer sehr netten und liebenswĂŒrdigen Londoner, die wirklich verstehen, das Leben zu geniessen, …

…sehr in mein Herz geschlossen. Ich hoffe nun instĂ€ndig, dass diese Stadt endlich mal zu Ruhe kommt und von weiteren UnglĂŒcksfĂ€llen (zu Pfingsten der Terroranschlag und letzte Woche der schreckliche Hochhausbrand) verschont bleibt. Denn sie hat nicht umsonst eine derartige Skulptur stehen:

Das scheint jedenfalls das Lebensmotto der Einwohner und Touristen zu sein: MEGA-THUMB-UP!



2017 19.
Juni

Durch den Feiertag Christi Himmelfahrt am Donnerstag und einen BrĂŒckentag am darauffolgenden Freitag hatten Carsten und ich ein superlanges Wochenende vor uns. Also haben wir diese Tage im Nachbarland Tschechien verbracht und schauten uns vom 24. (Mittwochmittags losgefahren) bis zum 28. Mai (Sonntagabends zurĂŒckgekommen) einige, fĂŒr uns bislang noch unbekannte Gegenden in Böhmen an.

Unser erster Stopp war das StĂ€dtchen Gablonz oder wie es in der Sprache der Einheimischen richtig heißt: Jablonec nad Nisou. Die meisten von euch werden diese Stadt kaum kennen, aber fĂŒr diejenigen, welche in den Zeiten des Waschauer Pakts auf der Suche nach Geschirr oder Schmuck aus böhmischem Glas waren, wussten, dass alles von einem Betrieb namens Jablonex kam. Und diese Exportfirma hatte eben ihren Sitz in Jablonec / Gablonz.

Deshalb war natĂŒrlich ein Muss fĂŒr mich, dort das Museum fĂŒr Glas und Bijouterie zu besuchen. Immerhin hĂ€ngt dort auch die lĂ€ngste Halskette der Welt, welche auch einen Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde inne hat … aber wer will so etwas schon tragen ?     😉 

Das Museum ist aus historischer, aber auch aus reiner MĂ€dchensicht sehr interessant. Wir haben sogar unter all den Devotionalien eine Möglichkeit fĂŒr ein Spielgelselfie entdeckt    🙂

Dieses AusstellungsstĂŒck hat mir besonders gut gefallen, denn ich fĂŒhlte mich damit sehr verbunden. Zwar sind meine Gedanken nicht so blutrot, aber genau so verworren und chaotisch sind sie auf jeden Fall    😉

FĂŒr Touristen bietet die Stadt einen gut beschriebenen Rundgang an. Dieses Angebot haben wir dankbar angenommen und es nicht bereut. So konnten wir eben nicht nur die entspannt-verschlafenen GĂ€sschen der Stadt kennenlernen, sondern sind auch einige Punkte mit etwas Geschichte abgelaufen und konnten nach einem relativ steilen Aufstieg vom HĂŒgel diese Gegend in der Totalen bewundern.

Wir haben sogar, wie wir es genannt haben, Hobbit-Schloß entdeckt    😉    dies ist aber leider nicht im Rundgang erwĂ€hnt … warum nur ?     😀 

Der Teufelsstein war aber schon als ein Punkt der Wanderroute gekennzeichnet:

Übrigens, die Neiße ist hier noch ganz klein und niedlich …

… dennoch reicht ihr Wasserfluß sogar fĂŒr eine recht große Talsperre aus.

Ach ja, ganz nah an dieser Stelle befindet sich eben das oben erwĂ€hnte VerwaltungsgebĂ€ude der Firma Jablonex, wo sich jetzt unter anderem ein großer Werksverkauf fĂŒr alle möglichen Waren aus böhmischem Glas befindet. Als Carsten zu dem Laden ging, wusste er noch nicht, was ihn so erwartet    😉

NatĂŒrlich bin ich aus diesem Blink-Blink-GeschĂ€ft (dieses Foto zeigt nur ein FĂŒnftel der gesamten VerkaufsflĂ€che) nicht mit leeren HĂ€nden herausgekommen    đŸ˜‰

Auf unseren Reisen ist es so geregelt, dass ich kein Geld dabei habe und dass mein Mann dann eben immer alles bezahlen darf    😀    am Ende waren es gerade mal 1662 Kronen … ca. 60 Euro. Ich habe mich nur auf ein wenig Schmuck beschrĂ€nkt und keine TrinkglĂ€ser und Glasplatten gekauft. An der Stelle konnte ich mich gut zusammenreißen, denn da weiß selbst ich, dass es in unserem Smart nicht so viel Platz dafĂŒr gibt und wir ja noch ein paar Tage unterwegs waren    đŸ˜‰

Unser nĂ€chstes Ziel war Pilsen. Die GrĂ¶ĂŸe dieser Stadt hat uns etwas ĂŒberrascht, aber eigentlich recht logisch, denn hier befindet sich eben nicht nur die weltbekannte Brauerei „Pilsner Urquell“ und die Skoda-Werke, sondern z.B. auch die in Europa zweitgrĂ¶ĂŸte und weltweit viertgrĂ¶ĂŸte Synagoge. Seht ihr auf diesem Bild zwei TĂŒrme mit roten Kuppeln? Relativ mittig, das ist sie.

Diese haben wir natĂŒrlich besucht. Carsten musste auf seine Kippa ganz schön aufpassen, denn sie war nur aufgelegt und drohte immer wieder abzurutschen. Ich hatte in meiner Reisetasche leider keine Haarklammern fĂŒr ihn …

In der Stadt habe ich zwei alte Bekannte aus meiner Kinderzeiten entdeckt – Spejbl und Hurvinek    🙂

Und bei diesem guten, alten Bekannten aus einem, weit ĂŒber die tschechischen Grenzen hinaus berĂŒhmten Buch haben wir zu Abend gegessen    🙂

Hier habe ich zum ersten Mal in meinem Leben sogenanntes „geschnittenes Bier“ probiert – eine Mischung aus Dunklem und Hellen. Der Geschmack hat mich positiv ĂŒberrascht!

Da wir gern durch Kellergewölbe laufen, wollten wir natĂŒrlich auch an der vom Brauereimuseum angebotenen FĂŒhrung durch die historischen Keller der Stadt teilnehmen. Zuerst gönnten wir uns aber ein kleines FrĂŒhstĂŒckchen auf dem Platz der Republik. Wie praktisch, dass man kein schattiges PlĂ€tzchen suchen musste, sondern sich ein einfach selber zusammenstellen konnte! Im Rahmen eines Kunstprojektes konnte man die BĂ€ume in Einkaufswagen ĂŒber den Platz schieben.

Es hat sich aber spĂ€ter herausgestellt, dass wir lieber hĂ€tten vorher die Tickets fĂŒr die deutschsprachige Tour durch die Keller kaufen sollen, denn diese waren ratz-fatz ausverkauft – obwohl wir noch eine gute halbe Stunde warten mußten. In Deutsch werden diese FĂŒhrungen nur zweimal am Tag angeboten, in Tschechisch dafĂŒr jede halbe Stunde. Da es eine Möglichkeit gab, einen Audioguide mit ErlĂ€uterungen in deutscher Sprache dazuzumieten und damit bei der tschechischsprachigen FĂŒhrung mitzulaufen, griffen wir zu. Wir mussten allerdings ganz schön grinsten, als wir feststellten, dass bei der Gruppe aus 11 Touristen gerade mal 3 Leute, nĂ€mlich nur eine Familie, Tschechen und alles andere Deutsche mit dem Audioguide waren    😀

Ich will aber nicht meckern – das, was wir dank unseres Audioguides gehört haben, war spitzenmĂ€ĂŸig und man konnte sogar auf Wunsch die eine oder andere Legende noch dazu schalten – optimal fĂŒr mich! Wir liefen knapp eine Stunde durch völlig unterschiedlichen GĂ€nge und erfuhren nebenbei jede Menge ĂŒber die Geschichte der Stadt – ich kann das wirklich jedem nur sehr empfehlen!

Heute nur noch touristisch wertvoll, waren diese kilometerlangen Stollen damals unentbehrlich und wurden u.a. fĂŒr die Lagerung und vor allem KĂŒhlung von Bier und anderen Lebensmitteln genutzt. Jede Nische muss damals wohl voller Leckereien gewesen sein …

In den Eintrittskarten war auch ein Bierchen fĂŒr die volljĂ€hrigen Teilnehmer in der benachbarten Wirtschaft inkludiert und das ließ ich mir natĂŒrlich nicht entgehen    đŸ™‚    zum GlĂŒck trinkt Carsten ja kein Alkohol!

Einen Aufstieg auf den höchsten Kirchturm der Tschechischen Republik wollten wir uns selbstverstĂ€ndlich ebenfalls nicht entgehen lassen. Zwar konnte man nicht auf die Gesamthöhe des Turms der St.BartholomĂ€us-Kathedrale von 102,6 m aufsteigen, aber der Blick aus 60 m Höhe war auch schon nicht von schlechten Eltern    🙂

Als wir hinabstiegen, mussten wir auf meinen Wunsch noch einmal um die Kathedrale laufen, weil ich auf der Suche nach einem ganz besonderen Engelchen war, an welchen man sich festhalten und sich etwas wĂŒnschen konnte. Was glaubt ihr, welcher von diesen Köpfen wird wohl die geheimen WĂŒnsche erfĂŒllen können    😉    ?

Im Großen und Ganzen fand ich Pilsen wirklich sehr schön    🙂

Aber außerhalb der Innenstadt erkennt man doch recht gut den Arbeitercharakter. Deshalb war ich nun auf unsere nĂ€chste Station Krumau bzw. die als ČeskĂœ Krumlov bekannte Stadt sehr gespannt. Diese Innenstadt gehört nĂ€mlich zum UNESCO-Weltkulturerbe – das habt ihr wohl nicht gewusst, was? Keine Angst, wir auch nicht. Wir mussten es von einem CouchSurfer-PĂ€rchen aus Sibirien (!) erfahren, die uns schon vor Jahren einen Besuch dieses Kleinods sehr ans Herz gelegt haben.
Merke: wir hören auf Empfehlungen und einen nett gemeinten Rat    :lachen-xxl: 

Wir haben das Kennenlernen dieser Stadt mit der Besichtigung des riesig angelegten Schlosses begonnen. Hier kann man dies im Ganzen (der hohe Turm samt GebĂ€udekomplex links) vom Aussichtspunkt auf der gegenĂŒberliegenden Seite der Moldau sehen:

Der Blick vom Schloss auf die gegenĂŒberliegende Seite sieht dann jedenfalls so aus:

Der spitze Kirchturm gehört zur St. Veit-Kirche – ebenfalls sehr sehenswert!

Übrigens, auf dem obigen Bild war ich im obersten, rechten Torbogen:

Der gesamte GebĂ€udekomplex ist einfach nur ein Traum – einen mehr als herzlichen Dank an Julia (damals 19) und Ivan (damals 18) aus Sibirien, denen wir im August 2015 unsere schöne Stadt Dresden zeigen konnten und mit denen ich bis heute noch in sporadischem Kontakt stehe. Sie sind damals von Krumau zu uns ins SachsenlĂ€ndle getrampt und wurden dabei doch glatt von der deutschen Polizei direkt an der Autobahn aufgegriffen … aber das ist eine andere Geschichte.

Auf der Moldau werden jede Menge Floss- und Bootsfahrten angeboten, doch so sehr wir auch wollten, wir haben diesmal wegen der KĂŒrze unseres Besuchs darauf verzichtet, obwohl das ganz gewiss bestimmt ein richtig schönes Erlebnis ist.

Hier musste sich Carsten von seinen heißgeliebten Schuhen trennen, denn es war damit wahrlich nicht mehr angenehm, auf den Pflastersteinen der Altstadt zu laufen    😉    aber sie hatten ja schon einige Kilometer (u.a. auch Wien) hinter sich.

Zum GlĂŒck hatten wir noch ein anderes Paar seiner ich-kann-da-so-einfach-hineinschlĂŒpfen-Deichmann-Treter mit. So musste mein Mann seine Zehen nicht so prĂ€sentieren wie das Fussmodell dieser Sitzgelegenheit    😀

Ansonsten muss ich bestĂ€tigen, dass diese Stadt ihren UNESCO-Titel zurecht trĂ€gt – ein wahrlich schönes Touristenparadies! Wenn bloß nicht so viele anderen Touristen in der Stadt wĂ€ren    đŸ˜‰

NĂ€chster Tag, nĂ€chster Stopp. Allerdings nur ein kleiner Zwischenstopp, aber immerhin erneut ein UNESCO-TiteltrĂ€ger. Es geht um ein authentisches, böhmisches Dorf namens HolaĆĄovice, im Deutschen als Hollschowitz bekannt.

Das Dorf ist in der Tat sehr, sehr malerisch … und sowas von klein und niedlich! Eine HĂ€userreihe links, eine HĂ€userreihe rechts und in der Mitte ein Dorfplatz mit einem Teich – das war’s.

So haben im Mittelalter wohl ganz viele Dörfer ausgesehen, allerdings bezweifle ich ganz stark, dass damals auch alles so adrett ausgeschaut hat    😉

Das Adjektiv „adrett“ passt als Beschreibung leider nicht zu unserem letzten Ziel dieser Rundreise – Budweis, auch bekannt als ČeskĂ© Budějovice ist da schon eher ein Kind der Industrialisierung. Gern wollten wir der Einladung der Tschechischen Tourismusorganisation folgen und die Stadt genauer kennenlernen, aber es gelang uns eher mĂ€ĂŸig. Aber der Reihe nach    đŸ˜€

Bei der Einfahrt in die Stadt konnten wir schon einen Punkt meiner Besichtigungsliste abhaken, denn die Koh-I-Noor-Fabrik wollte ich aus den gleichen GrĂŒnden sehen, wie Jablonex in Gablonz. Was in den alten BundeslĂ€ndern „Faber-Kastell“, war in den LĂ€ndern des sozialistischen Lagers das „Koh-I-Noor“. Man war einfach stolz, Blei- oder Buntstifte dieser Firma zu besitzen! Da war es fĂŒr mich sozusagen ein Muss, diese heilige StĂ€tte der Profi- und Hobbymaler (ich zĂ€hle aber eher zu den Ausmalern) zu besuchen    đŸ˜€

Ich wusste, dass es keinen direkten Fabrikverkauf gibt, deshalb wollte ich gern in dem dazugehörigen Laden in der Stadt ein wenig shoppen. Könnt ihr euch mein Gesicht vorstellen, als ich an dem Tag um ca. 14:30 Uhr vor der geschlossenen TĂŒr dieses Ladens stand?!

Er macht am Samstag nĂ€mlich schon um 12:00 Uhr zu und bleibt dann bis Montag 8:30 Uhr geschlossen … ich muss allerdings erklĂ€rend hinzufĂŒgen, dass man in Tschechien im Gegensatz zu Deutschland sonst sehr wohl am Wochenende, einschließlich des Sonntags, einkaufen gehen kann.

Dann die nĂ€chste EnttĂ€uschung: Auf dem Premysl- Ottokar-II.-Platz gab es ein Volksfest .. ergo, alles, was man sehen und fotografieren wollte, war mit diversen ĂŒblichen Buden und BĂŒhnen verdeckt.

Auf einer der BĂŒhnen tobte eine Band (anders kann man es nicht bezeichnen), welche wohl der Meinung war, dass laut zu spielen absolut ausreicht und melodisch zu spielen völlig ĂŒberbewertet wird. Ich glaube, der Samson vom gleichnamigen Brunnen wĂ€re am liebsten auch schnellstens von seinem Platz verschwunden, als er die krĂ€chzend gebrĂŒllten Lieder, im Original von Bob Marley und Simply Red, hörte …

Wir wollten die Stadt noch von der Spitze des Schwarzen Turms besichtigen, um einen mehr oder weniger ungestörten Blick auf bzw. ĂŒber die Stadt zu haben …

… aber diese hĂŒbsche TĂŒr zum Aufstieg war „aus technischen GrĂŒnden“ verschlossen – Mist!!!

Wir flĂŒchteten vor dem LĂ€rm in die benachbarte St. Nicolaus Kirche, um wenigstens etwas Stille zu genießen, aber es gelang uns jedoch nur bedingt, denn man hörte immer noch zu viel von Draußen bis ins sakrale Gewölbe.

Ich hoffe insgeheim, dass der SĂ€nger MikrofonquĂ€ler nach 22 Uhr unwissentlich ĂŒber diesen Irrstein auf dem Marktplatz schritt und deshalb bis zu Morgengrauen nicht mehr nach Hause gefunden hat! Der Legende nach soll dieser Stein eben genau diese Wirkung haben    đŸ˜€

Da es im Stadtzentrum nun nichts mehr gab, was uns noch hier halten wĂŒrde, gingen wir zur Kirche MariĂ€ Opferung. FĂŒr einen kleinen Obolus konnten wir nicht nur die Kirche besichtigen …

… sondern auch die Stille im Kreuzgang und im kleinen Garten genießen – das war echt schön!

NatĂŒrlich haben wir nach dem Hinausgehen den legendĂ€ren Wasserspeierfrosch an der Wand dieser Kirche gesucht. Es heißt nĂ€mlich, wenn dieser Frosch irgendwann das Dach erreichen sollte, wird die Welt untergehen – sieht noch nicht so aus, dass unsere Generation sich Sorgen machen sollte     :zunge-rechts: 

In dem Salzhaus in der NĂ€he dieser Kirche hat man ein Motorradmuseum untergebracht, aber wir vergnĂŒgten uns lediglich mit der Außenansicht.

Budweis spiel ĂŒbrigens ebenfalls eine Rolle im weltbekannten Buch „Der brave Soldat Schwejk“ von Jaroslav Hasek. Mit Sicherheit, weil der Schriftsteller selber in dieser Kaserne eine Zeit lang als Freiwilliger untergebracht war.

Summa sumarum konnten wir mehr oder weniger einiges von dem sehen, was wir uns im Vorfeld vorgenommen haben, einschließlich der hiesigen Humanoiden von Michal Trpak:

Zum Abschluss des Tages beschlossen wir, uns an die Ufer von Moldau und Maltsch, die hier zusammenkommen, zurĂŒckzuziehen und das alles, was wir in den vergangenen Tagen so erlebt haben, Revue passieren zu lassen.

Wir haben ja definitiv enorm viel gesehen und mussten das Ganze nun erst einmal verarbeiten. Auch wenn die Menge der Fotos und die LĂ€nge des Blogeintrags es nicht vermuten lassen, aber hier ist ja nur ein Bruchteil davon beschrieben und gezeigt worden    đŸ™‚    aus diesem Grund verzogen wir uns auch schon recht frĂŒh in unser Hotel und am Tag drauf fuhren wir bereits vormittags zurĂŒck nach Hause gen Dresden.

Nachdem wir letztes Jahr schon Einiges aus dem tschechischen Leben sehen und erleben durften, plus die Erfahrungen dieses Jahres, lassen wir uns jetzt erst einmal eine kleine Pause fĂŒr weitere Erkundungen dieses Landes. Vielleicht sind wir aber bald doch schon wieder zu wandern dort, denn die Böhmische Schweiz ist ein wirklich wunderschönes Fleckchen Erde – wer weiß    :lachen-xxl: