Nov.
Das Datum bleibt jedem ehemaligen Sowjetbürger bestimmt bis an sein Lebensende in Erinnerung. Es war ja immer DER große Feiertag: der „Tag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution“. An diesem Tag hingen überall rote Sowjetfahnen, denn man war immer verpflichtet, jene am Haus anzubringen und als Kind hockte ich völlig fasziniert vorm Fernseher. Die große Militärparade auf dem Roten Platz gab es nämlich nur zweimal im Jahr – am Tag des Sieges am 9. Mai und am Tag der Oktoberrevolution. Ich gestehe, ich war ein wirklich sehr überzeugtes, sowjetisches Kind :erroeten: Im Vorschul- und Grundschulalter glaubt man ja noch alles was die Erwachsenen erzählen, besonders im Fernsehen. In der 1. Klasse wurde man kurz vor diesem Feiertag übrigens in die Oktoberkinderreihen aufgenommen. Es war eine große Feier, die ganzen Schüler waren dabei und man war danach unglaublich stolz auf das kleine Abzeichen in Form eines roten, fünfzackigen Sternchen mit dem Portrait vom kleinen Lenin in der Mitte! Das gehörte ab da zur Schuluniform bis man die Aufnahme in die Jungpioniere in der 3. Klasse geschafft hatte.
Zurück zur Militärparade: diese zeigte damals die enorme Stärke „meines“ Landes und damals wünschte ich mir so sehr, auch einmal in der Armee dienen zu können, um alle Feinde dieses großen und weltbesten Landes zu besiegen.
Inzwischen gibt es meine Träume nicht mehr, auch mein Glauben an die sowjetischen Ideen ist verschwunden, genau so wie mein Geburtsland namens UdSSR …
Jetzt schau ich mir manchmal die Bilder von meinen Großeltern an und überlege, wie mein Leben wohl hätte sein können, wenn in der Nacht vom 25. Oktober auf den 26. Oktober nach dem Julianischen Kalender die Bolschwiki nicht gesiegt hätten … vermutlich wäre die ganze Welt anders, aber das werden wir nie erfahren …














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