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Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2011 24.
Apr

Den Samstag haben Carsten und ich als Cabriotag auserkoren. Schon lange wollte ich mal nach Torgau fahren und nun passte das Wetter zur freien Osterzeit, weshalb wir einen Tagesausflug in die historische Kreisstadt mit seinen 20.000 Einwohnern an der Elbe planten.

Es gelang uns zwar nicht immer, direkt entlang der Elbe zu fahren, denn auf recht langen Abschnitten fĂŒhrte uns die Bundesstraße immer wieder vom Fluß weg und manche unserer BemĂŒhungen, diese Art der StraßenfĂŒhrung mit einem Abbiegen zu ĂŒberlisten, bescherte uns regelmĂ€ĂŸig ein Sackgassenzeichen. Aber auch so war der Weg schön, die Straßen waren nicht ĂŒberfĂŒllt und die Umgebung entsprach voll der damaligen Vision von Helmut Kohl, der im Osten blĂŒhende Landschaften sah. Schade nur, dass der Zustand etlicher HĂ€user in vielen Dörfern, die wir passierten, nicht im Einklang mit dieser natĂŒrlichen Schönheit war.

Nach ca. 110 km kamen wir in Torgau an und stellten unseren Smartie auf einem Parkplatz direkt am Schloß Hartenfels ab. Wir standen nur ein paar Meter von dem Denkmal entfernt, der an die historische Begegnung der sowijetischen und amerikanischen Armeen im April 1945 erinnerte. Der Parkplatz war gebĂŒhrenfrei und mit der Parkscheibe konnte man dort seinen Wagen 2 Stunden lang abstellen. Wir ließen uns von der kleinen Kneipe „Zum Zollhaus“ direkt gegenĂŒber verfĂŒhren und gönnten uns nebst einem Toilettengang eine Kleinigkeit zu Essen: Carsten nahm ein BauernfrĂŒhstĂŒck, ich entschied mich fĂŒr ein Omelett mit Waldpilzen. Am Ende haben wir fĂŒr das Ganze plus ein Bier und eine große Cola inklusive Trinkgeld nur 17 EUR bezahlt – aufgrund der NĂ€he zum Schloß und des Denkmals hatten wir mit wesentlich höheren Preisen gerechnet. Das Essen war wirklich Ă€ußerst lecker und die Bedienung schnell und nett. Bloss ohne Bargeld wĂ€ren wir ganz schön arm dran gewesen, denn EC-Karten spielen in dieser Gastwirtschaft als Zahlungsmittel keine Rolle.

Danach erkundeten wir mit einem Rundgang die Innenstadt. NatĂŒrlich stand ich auf dem Kopf der berĂŒhmten, von Faschisten gesprengten BrĂŒcke, wo die Aliierten aus Ost und West sich einst begegneten. Weitere SehenswĂŒrdigkeit sind das Schloss Hartenfels, ein Aufstieg auf den Hausmannsturm (fĂŒr 1 EUR pro FĂŒĂŸepaar, welche 165 Stufen auf sich nehmen wollen) und das Bestaunen der offenen Steinwendeltreppe im Schloßhof, die ich wirklich wundervoll fand. Übrigens, die Toilette fĂŒr die Schloßbesucher war in einem Topzustand und ist erstaunlicherweise völlig kostenlos. Jede Menge Zeit haben wir dann am BĂ€rengehege verbracht, die beiden Meister Petze fĂŒhlen sich dort offensichtlich recht wohl, aber da es so warm war, dösten sie entweder in eine schattigen Erdkuhle oder schlenderten ganz gemĂ€chtlich eine kleine Runde durch das Revier, um sich dann wieder zur Ruhe zu begeben.

Unser nĂ€chste Ziel war die Marienkirche, in welcher unter anderem der Grabstein von Katharina Bora, der Witwe von Martin Luther steht, denn sie ist in Torgau gestorben. Ein schönes, gotisches Gotteshaus, sehr schlicht gestaltet, in dem auch schon Luther selbst mal gepredigt hat. Wir waren die einzigen Besucher darin und konnten uns in Ruhe umsehen. Dabei staunten wir nicht schlecht ĂŒber die Position der Orgel, denn diese ist an der Seite des Kirchnschiffs angebracht und einzelne Pfeifen ragen förmlich in den Raum hinein – ein sehr ungewohntes Bild.

Danach schlenderten wir mit einer (ich) bzw. zwei (Carsten) Kugeln Eis durch die kaum bevölkerte FussgĂ€ngerzone und erkannten an angebrachten Keramiktafeln, dass diese Stadt in der Vergangenheit wohl ein beliebtes Ziel fĂŒr allerhand berĂŒhmte Persönlichkeiten war. Unter anderem weilten bereits Napoleon Bonaparte und Kaiser Alexander I von Russland hier. Ausserdem entdeckten wir einen 1685 gegrĂŒndeten Spielwarenladen, der damit der Ă€lteste in ganz Deutschland ist.

Aber zwei Stunden waren bereits völlig ausreichend, um das Wichtigste in diesem StĂ€dtchen zu entdecken, deshalb sind wir völlig stress- und hetzefrei vor Ablauf der erlaubten Parkzeit an unserem Auto angekommen. Unser nĂ€chstes Ziel war die etwa 12 km von Torgau entfernte Stadt Annaburg, genauer gesagt der Ortsteil Prettin. Dort steht das Schloß Lichtenburg, welcher in den Nazijahren als KZ fungierte und in welchem auch Olga Benario eine zeitlang inhaftiert war.  Das Schicksal dieser Frau hat mich, seit ich von ihr gehört habe, sehr fasziniert und interessiert, deshalb wollte ich diesen Ort schon immer mal besuchen. Da wir jedoch nicht einschĂ€tzen konnten, wie die im Schloß angebotenen Ausstellungen eingeordnet sind, zahlten wir bereitwillig 2 EUR pro Nase und fanden uns plötzlich in einem Heimatmuseum wieder. Aus verschiedenen Epochen waren GegenstĂ€nde zusammengetragen worden und sind nun mit einigen Kurzbeschreibungen erklĂ€rt. Allerdings erfuhren wir erst spĂ€ter, nachdem wir KrĂ€utergeschichte, Details vom lokalen Weinbau und dessen Herstellung sowie die sozialistsche und feudalistische Geschichte des Ortes hinter uns hatten, daß es eigentlich keine richtige KZ-GedenkstĂ€ttenausstellung gibt. Wir konnten aber eine Freiluftausstellung ĂŒber die KZ-Geschichte sowie den GefĂ€ngnisbunker besuchen, was wir auch taten. Der Bunker bedrĂŒckte mich sehr, denn draußen war ein warmer, sonniger FrĂŒhlingstag, aber drinnen ist es selbst unter diesen UmstĂ€nden sehr kalt. Ich will gar nicht wissen, wie die Frauen, die dort auch im Winter eingesperrt waren, unter der Enge, Dunkelheit und der KĂ€lte gelitten haben. Wir fanden unter anderem auch die Kammer, wo Olga selber eingeschlossen war. Jetzt hatte ich eine genaue Vorstellung von dem, worĂŒber ich im Buch von Ruth Werner gelesen habe. Dabei ist das nur ein Bruchteil des Leidenswegs der mutigen Frau …

Erst die Sonne auf dem Nachhauseweg riss mich wieder aus der etwas betrĂŒbten Stimmung und als wir uns in Roitzschberg unweit von Meißen auf dem Rasen mit wilden Tulpen und reichlich blĂŒhenden ApfelbĂ€umen der Streuobstwiesen zum Picknick niederließen, war ich wieder vollstĂ€ndig auf Erholung eingestellt. Wir kauten dann an den Gaben aus unserem KĂŒhlrucksack und lauschten dem Summen der Bienen in den ApelblĂŒten sowie einem redseligen „GesprĂ€ch“ der Schafe in der NĂ€he. 

Eine Auswahl der Bilder von gestern gibt es hier.

Heute machte ich den ganzen lieben Tag kaum etwas anderes als völlig entspannt unter dem, von meinem lieben Mann aufgespannten, Sonnensegel auf der Strandterrasse ein Buch zu lesen und so wie es aussieht, wird mein morgiger Tag genau so ablaufen.    lachen  

2 Antworten zu “Ein Erkundungstagesausflug”

  1. prjanik sagt:

    ĐĄ ĐŸĐ°ŃŃ…ĐŸĐč standard Und noch einen erholsamen Montag! blume

  2. eausP sagt:

    Wasserflaschen? Auf der Strandterrasse? Und das Olga? zwinker

    Olga antwortet: Eierlikör in Schokobecher gab es erst nach Sonnenuntergang zwinker

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