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Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2016 06.
Nov

Schon die alten R√∂mer haben dieses Fleckchen direkt am Rhenus f√ľr sich entdeckt und es als Stadt Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA) genannt. Die Rede ist nat√ľrlich von K√∂ln am Rhein. Aber warum Insel ? Ganz einfach:

  • hier gibt es eine eigene Sprache: den k√∂lschen Dialekt bzw. K√∂lsch … von der Akademie f√∂r uns k√∂lsche Sproch im „Das K√∂lsche W√∂rterbuch“ festgehalten –> „Dat es doch janz einfach !“
  • hier gibt es ein eigenes Nationalgetr√§nk: das oberg√§rige K√∂lsch … versucht das mal woanders in einer Kneipe zu bekommen !
  • hier gibt es eigene Nationalgerichte: lecker Fl√∂nz, den Halven Hahn, das R√∂ggelchen, Himmel un √Ą√§d, H√§mchen, Rievkooche … zumindest die Namen sind schon einzig nur auf dieser Insel zu finden.
  • hier gibt es einen Nationalfeiertag bzw. gleich mehrere: die f√ľnfte Jahreszeit namens Karneval … eigentlich beginnt die schon am 11.11. um 11:11 Uhr, aber der H√∂hepunkt sind Rosenmontag und Faschingsdienstag im Februar bzw. M√§rz – je nachdem wie Ostern f√§llt. Das jecke Treiben endet erst am Aschermittwoch mit der Nubbelverbrennung.
  • hier gibt es ein eigenes Entlohnungsystem: dat B√ľtzje … am liebsten nat√ľrlich von einem Mariechen verteilt.
  • hier gibt es eine eigene Grundsicherung bei der Bierversorgung: sobald das K√∂lschglas leer ist, wird aus dem st√§ndig durch den Schankraum kreisenden Bierkranz vom „K√∂bes“ (k√∂lsche Kellner) nachgereicht … ungefragt ! Erst ein Bierdeckel auf dem Glas signalisiert „Isch h√§b keene Doosch mih !“
  • so manche Pers√∂nlichkeit ist nie von der Insel runtergekommen und bleibt somit √ľberregional relativ unbekannt: z.B. T√ľnnes und Sch√§l, B√∂ckder√∂ck Wau-Wau oder Bullewuh … kennse nich ? Siehste !
  • die Einwohner selbst teilen die Insel in noch kleinere „Parzellen“ ein: Veedel … in einem solchen Stadtviertel befinden sich mit der Eckkneipe, dem B√ľdchen (oder auch Trinkhalle oder Kiosk), einem gr√∂√üeren Platz mit B√§nken f√ľr Markt und Festivit√§ten, einem Supermarkt, einem B√§cker und einem Caf√© eigentlich alles, was man zum Leben bzw. Wohnen braucht.
  • hier gibt es sogar eine eigene Gesetzgebung: das k√∂lsche Grundgesetz mit 11 Artikeln … „Et k√∂lsche Jrundjesetz“ genannt.
  • hier gibt es auch¬†eine eigene Gattung¬†von Gastarbeitern: die Heinzelm√§nnchen zu K√∂ln … nachzulesen im gleichnamigen Gedicht von August Kopisch.

Aber was hat uns nun eigentlich auf diese Insel verschlagen ? Es fielen gleich mehrere gl√ľckliche Umst√§nde zusammen: Olga hat zwei Karten f√ľr die WDR-Show „K√∂lner Treff“ mit Bettina B√∂ttinger bekommen, der auf das Wochenende folgende Montag war in Sachsen Feiertag (Reformationstag), wir hatten noch ein paar √úberstunden f√ľr das Freimachen des vor dem Wochenende liegenden Freitags √ľber und eigentlich ist es fast auf den Tag genau 15 Jahre her, da√ü ich mit einem 7,5-Tonner von Dortmund / aus dem Ruhrgebiet / aus Nordrhein-Westfalen in den wilden Osten ausgewandert bin. Also waren diese vier NRW-Tage von Freitag bis Montag Ehrensache !

Am Freitagmorgen wurde unser smartes Schlachtro√ü aus der Garage geholt und nach einem Fr√ľhst√ľck in Dresden-Brisnitz fuhren wir einen kleinen Bogen √ľber das Ruhrgebiet nach K√∂ln. Dieser Umweg mu√üte sein, denn mich gel√ľstete es wieder einmal nach ein paar Leckereien aus meiner ehemaligen Lieblingspizzeria in Essen-Borbeck, wo ich zu meiner Schulzeit mindestens einmal die Woche einen gro√üen Salat und Pizzabr√∂tchen mit Knoblauchbutter vernichtet¬†habe. Mit Olga war ich schon einmal w√§hrend unserer¬†NRW-Nostalgiefahrt vor f√ľnf¬†Jahren¬†dort und der Sohnemann von Salvatore, welche mittlerweile den Laden f√ľhrt, hat mich wie 2011 auch diesmal wiedererkannt.

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Und das liegt bestimmt nicht an der wenigen Kundschaft der letzten Jahre, denn er konnte seinen Stehimbi√ü mittlerweile erweitern, indem er den Nachbarladen √ľbernommen und zu einem Gastraum ausgebaut hat. F√ľr mich bleibt der Geschmack dieser Sachen wohl immer ein St√ľck Heimat:

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Der Weg von Essen an der Ruhr zum Hotel in Frechen bei K√∂ln wurde nat√ľrlich von der ach so¬†bekannten Stausituation auf dem K√∂lner Ring (A1 & A3) begleitet, aber wir schafften es dennoch p√ľnktlich einzuchecken, uns nach der langen Fahrt etwas frisch zu machen und dann auch rechtzeitig zum Einla√ü in das WDR-Studio vor Ort zu sein. Wir sind zwar keine regelm√§√üigen Gucker des „K√∂lner Treff“, aber wir m√∂gen beide den lockeren Interviewstil von Bettina B√∂ttinger und wenn wir beim Zappen mal bei ihr ankommen, dann wird die Sendung in der Regel immer auch zu Ende geguckt. Diesmal hatte sie folgende G√§ste am Tisch …

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von unten links nach oben rechts:

  • Patricia Riekel (Journalistin & ehemalige Chefredakteurin der BUNTE)
  • Gayle Tufts (geb√ľrtige Amerikanerin & Entertainerin, tourt mit ihrem¬†Programm „Superwoman“ und ist derzeit in Deutschland eine sehr gefragte Trump-Erkl√§rerin)
  • Palina Rojinski (Moderatorin & Schauspielerin, besonders der Jugend bekannt als Sidekick von Joko & Klaas)
  • Wanja Mues (Schauspieler, seit 2014 besonders bekannt als Matula-Nachfolger in „Ein Fall f√ľr Zwei“)
  • Claudia Kleinert (Wetterfee in der ARD, erkl√§rt ihre pers√∂nliche „Charismaformel“ in einem k√ľrzlich erschienenen Buch)
  • Bettina B√∂ttinger
  • Peter Wohlleben (Diplom-F√∂rster und Baumversteher, sein Buch „Das geheime Leben der B√§ume“ wurde weltweit zum Bestseller)
  • Bj√∂rn Freitag (Sterne- & Fernsehkoch, Currywurst geh√∂rt weiterhin¬†zu seinen Lieblingsgerichten)

Neben all den Prominenten, war es aber auch sehr interessant zu sehen, wie solche Sendungen gemacht werden und was sich alles so im Hintergrund abspielt: die Auswahl der im Vordergrund sitzenden Zuschauer, die ganzen Kameras und die jeweilige Kameraf√ľhrung bei den Interviews, die f√ľr Bettina sichtbaren Regieanweisungen im Hintergrund (bis hin zur Verzweiflung bei Redezeit√ľberziehung und dem dann hochgehaltenen Schild „ENDE !“), der vorherige Stimmungsmacher und seine Klaschproben u.v.m..

Da der Abend am Ende der Sendung noch jung war (Kartenausgabe war 17:30 Uhr, Aufzeichungsbeginn 19 Uhr, Sendungsende 20:45 Uhr, Ausstrahlung im Fernsehen ist aber erst um 22 Uhr), konnten Olga und ich das lange NRW- bzw. K√∂ln-Wochenende mit einem z√ľnftigen Essen bei „Miss Pepper“ einl√§uten und fielen danach mit supervollen B√§uchen ins nahegelegene Hotelbett … begleitet von den letzten 30 Minuten vom „K√∂lner Treff“ im Fernsehen.

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F√ľr den Samstag war vormittags der Besuch des Doms und die n√§here Umgebung geplant, da wir schon ab 15 Uhr mit unserer langj√§hrigen Freundin Alex (seit 2001 !!!) in ihren¬†vier W√§nden verabredet sind.

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F√ľr Olga ist der Dom, seine vielen Alt√§re, der Dreik√∂nigenschrein und die¬†Besteigung des S√ľdturms eine Premiere … 533 Stufen bis zur 97,25 m hohen Aussichtsplattform fordern allerdings ihren Tribut in Form von Knieschlackern und noch Tage sp√§ter auftretendem Muskelkater in den Waden.

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Daf√ľr erwartet einen dort oben ein so toller Ausblick √ľber K√∂ln und Rhein:

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Wieder unten angekommen, erkunden wir noch die Sehensw√ľrdigkeiten der n√§heren Umgebung, wie z.B. den Ladenverkauf von „4711“ (Echt K√∂lnisch Wasser / Original Eau de Cologne), den Heinzelm√§nnchenbrunnen und die insbesondere f√ľr ihre Liebesschl√∂sser mittlerweile sehr ber√ľhmt gewordene Hohenzollernbr√ľcke¬†(siehe dort unter Trivia).

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Auf der flu√üaufw√§rts gerichteten Seite scheint¬†bereits kein Zentimeter mehr ungenutzt …

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… aber die gegen√ľberliegende Seite¬†d√ľrfte¬†noch Potential haben.

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Selbst diese Fluchtt√ľrwarnung verpufft … da hat sicherlich schon lange keiner illegal angebrachte Schl√∂sser entfernt !

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Viel Zeit hatten wir allerdings nicht mehr und so mu√üten wir uns auch schon wieder auf den R√ľckweg zur Stra√üenbahnhaltestelle begeben …

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… um nach einem kleinen, auffrischenden Zwischenstop im Hotel noch rechtzeitig zum verabredeten Termin bei Alex, Manni und T√∂chterlein Annika erscheinen zu k√∂nnen.

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Wir haben uns schon seit 8 Jahren (guckst du hier bei Tag 9) nicht mehr gesehen und so kann sich jeder denken, daß beim vielen Aufarbeiten und Quatschen der Abend sehr, sehr lang geworden ist. Wir waren erst kurz vor der Zeitumstellung wieder im Bettchen     lachen

F√ľr den Sonntag war ein ganzer Tag in der Innenstadt von K√∂ln geplant und trotz kurzer Nacht konnten¬†wir fast alle gesteckten Ziele erreichen – ohne gro√ü aus der Puste zu kommen ! Diese waren unter anderem:

Essen-Pflichtprogramm Nr. 1: ne Currywurst

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Das ber√ľhmte Puppenspiele-Theater oder besser bekannt als H√§nneschen-Theater … nur die Willy Millowitsch-Figur auf der Bank am Haupteingang haben wir nicht mehr gesehen, denn die wurde in 2014 auf den Willy-Millowitsch-Platz umgesetzt.

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Zwischendurch guckte ich Olga ein paar Male freudestrahlend an und schrie „Der Zoch k√ľtt“, aber keiner hat sich mit mir gefreut ¬† ¬†¬† traurig ¬† ¬†und Kamelle gab’s auch keine …

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Daf√ľr lie√ü sich Olga aber sehr gerne mit dem echten K√∂lner (FC-)Jung Poldi fotografieren.

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Die H√§userzeilen K√∂lns sind wirklich¬†sch√∂n aufgeh√ľbscht worden, insbesondere wenn man an die gro√üen Zerst√∂rungen im II. Weltkrieg denkt.

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Nat√ľrlich durften bei unserem Rundgang auch T√ľnnes und Sch√§l nicht fehlen !

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Eher durch Zufall kamen wir auch an der Einsturzstelle des K√∂lner Stadtarchives (passiert im M√§rz 2009) vorbei … allerdings ist bis heute noch nicht juristisch gekl√§rt, wer nun eigentlich Mitschuld an diesem Ungl√ľck mit zwei Toten und einer Schadenssumme von ca. 400 Millionen Euro tr√§gt.

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So wie der FC ist das K√∂lsch nat√ľrlich ebenfalls allgegenw√§rtig !

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Dies ist der wohl bekannteste Anbick von K√∂ln: der Dom, der Rhein und die Hohenzollernbr√ľcke.

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Ein Spaziergang am Rhein entlang, durch den Rheinpark und eine Fahrt mit der Rheinseilbahn (935 m Länge) sollten auf jeden Fall Bestandteil eines Köln-Besuchs sein.

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Und wer h√§tte es gewu√üt bzw. gedacht, aber auch diese Kameraden geh√∂ren schon seit den sp√§ten 60ern zur Stadt und Region –> wildlebende Halsbandsittiche sind irgendwie heimisch geworden und man sch√§tzt die Gesamtpopulation im Rheinland auf ca. 5000 Tiere. Allein im Rheinpark haben wir so an die 50 St√ľck herumfliegen oder in den B√§umen sitzen¬†sehen.

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Essen-Pflichtprogramm Nr. 2: Dicke Bohnen, K√∂lsche Kaviar mit R√∂ggelchen (Blutwurst im Roggenbr√∂tchen), Himmel un √Ą√§d mit Fl√∂nz (Kartoffeln, Apfelst√ľckchen, Zwiebeln und gebratene Blutwurst) und ein Apfelpfannkuchen (und das hat in keinster Weise etwas mit einem Berliner zu tun !!!) … samt K√∂lsch nat√ľrlich.

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Wir sind danach mehr als satt und selig ins Bett gefallen.

Am letzten Tag, eigentlich auch schon der Aufbruch gen Sachsen, habe ich einen Zwischenstop in Attendorn (eine echte Hansestadt im Sauerland !) eingeplant, um Olga mal die dortige Atta-H√∂hle (leider ist das Fotografieren in der H√∂hle nicht erlaubt) …

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… und die Biggetalsperre zu zeigen.

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Das herbstliche Farbenspiel von der Aussichtsplattform Biggeblick aus wird uns sicherlich ganz besonders lange in Erinnerung bleiben – so toll ! Selbst bei diesem tr√ľben Wetterchen.

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Mit einem weiteren Zwischenstop in der neuen Wohnung von Andrea – Chemnitz liegt ja g√ľnstig auf dem Weg nach Dresden – ging dieses tolle, lange Wochenende dann doch leider zu Ende. Wir waren sehr begeistert und k√∂nnen auch allen anderen die Stadt bzw. Insel K√∂ln f√ľr einen Kurzbesuch nur sehr ans Herz legen. Colonia Claudia Ara Agrippinensium ist wirklich eine Reise wert !

Zum Abschlu√ü m√ľssen wir¬†manchem K√∂lner Inselbewohner aber vielleicht noch eine kleine Belehrung bzgl. der Tierwelt geben: nicht jedes R√ľsseltier ist auch gleich ein Elefant … aber zumindest die Farbe stimmt schon mal √ľberein ¬† ¬† lachen-xxl

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2 Antworten zu “Carstens Gastbeitrag: Kurzurlaub auf der Insel”

  1. Stephanie sagt:

    Das sieht und klingt fast wie ein ganz anderes Land.. Komisches Völkchen verrueckt

  2. Alex sagt:

    Ach was, Stephanie. Ich zitiere mal die k√∂lsche Band Brings: „Denn mir sin all all all nur Minsche, un en jedem steckt ’ne K√∂lsche Jeck….“

    Schon mal Alaaf,
    Alex

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