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Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2021 28.
Mrz

Da bin ich wieder mit meiner sonntäglichen Berichterstattung über Stephanie – heute sogar gleich mal eine Stunde früher als sonst … ha ha     standard

Das Highlight der Woche war eindeutig eine Rollstuhlausfahrt, bei der nach fast fünf Monaten auch Carsten das Kind mal wieder sehen (also nicht nur auf Fotos und Videos), anfassen und in die Arme nehmen konnte. Zuerst trafen wir uns im Hauptfoyer, wo allerdings immer noch Maskenpflicht besteht …

… sind dann aber schnell raus ins etwas kühle Freie gegangen – dort konnte endlich allen Masken, Hemmungen und Emotionen freien Lauf gelassen werden. Als Carsten seinen Mundschutz abgenommen hat und er somit noch besser zu erkennen war, hat sich Stephanie überschwänglich gefreut – aufgrund der körperlichen Einschränkungen natürlich hauptsächlich mit dem Gesicht. Dann, während des Schiebens, wanderten ihre Augen erneut viel umher, um wie immer alles ganz genau beobachten und erfassen zu können.

Erstaunlicherweise ließ sie sich beim Schieben, Anhalten und Erzählen anstandslos an den Beinen, an den Armen, am Kopf, im Gesicht, an der rechten Hand und auch ein wenig an der linken Hand anfassen – so entspannt war sie. Erst als Carsten ihre Hände zum Einmummeln etwas mehr in den Bademantelärmeln verschwinden lassen wollte, hat sie zum ersten Mal ein wenig gezetert – das mochte sie nicht. Und zum Glück hat sie auch ihm gegenüber immer wieder die faule Variante der Ja/Nein-Kommunikation genutzt, denn wo sie wie gelernt beim Personal immer recht brav mit dem Kopf nickt oder schüttelt, bringt sie bei mir und Carsten oft nur ein „Mmmmmh“ als Zustimmung raus. Bei den Eltern kann man sich das ja schließlich leisten, wa?

Und Carsten hat es nun auch mit eigenen Augen gesehen, dass sie ohne mein Handy im Blickfeld eine völlig andere Miene aufsetzt, als wenn ich für die tägliche Berichterstattung an die Familie oder für den Blog ein Foto bzw. Video von ihr mache. Dann verfinstert sich in der Regel ihre Miene nämlich sehr deutlich und es gibt währenddessen auch kein Lächeln mehr für mich. Tja, da müssen aber beide Seiten durch …

Da sie das Rollstuhlfahren körperlich und kreislaufmäßig so gut verträgt, soll es bei Wetterbesserung auch öfters mal ermöglicht werden. Und wenn es dann noch in den Abend gelegt werden kann, muss auch Carsten nicht mehr nur die Stunde auf mich im Auto warten, sondern könnte auch mit am Besuch bei Stephanie teilhaben. Die Coronabedingungen inhouse bzw. auf Station selbst gelten nämlich weiterhin so verschärft wie bisher. Am Wochenende wird dies allerdings nicht möglich sein, sondern nur in der Woche, da zum Rein- und Rausheben in den Rollstuhl bzw. zurück ins Bett eben immer auch zwei bis drei Personen vom Krankenhauspersonal für die Bedienung des Lifters zur Verfügung stehen müssen. Aber wir werden jeden möglichen Ausritt zu zweit oder zu dritt genießen, da könnt ihr euch sicher sein!

Leider verläuft am Ende nicht jeder Besuch so, wie man ihn sich vorstellt … diese Woche verkürzte er sich sogar zwei Male, da Stephanie mittendrin einfach tief und fest wegdöste. Meist hatte sie im Vorfeld etwas Halli Galli, einmal war es das Duschprogramm inklusive Haare waschen und einmal eine Ausfahrt mit dem Rolli ins Krankenhausaußengelände. Danach war sie nämlich völlig geschafft und groggy, sodass mein Vorlesen, das Erzählen und Erklären von Fotos oder die gezeigten Videos erst zu Augenklimpern und dann zu einem ruhigen Atmen mit leichtem Schnurcheln geführt haben – auf gut deutsch: sie pennte weg.

Doch glücklicherweise war sie in dieser Woche an mehr Tagen gut aufgelegt als in der letzten. So lacht sie mittlerweile wieder sehr viel mehr beim Vorlesen von Pipi Langstrumpf, läßt ihre Finger und Hände immer länger über das Fühl-Buch gleiten (weich, rauh, pelzig, gummrig etc.) und auch der von einer Freundin geschenkte Antistresswürfel wird zunehmend ausprobiert. Diesen hält sie wohl wirklich sehr gerne in der rechten Hand, vor allem der Joystick für den Daumen hat es ihr angetan.

Das Problem aber bleibt weiterhin das Essen … was haben wir diese Woche nicht schon wieder für Geschütze aufgefahren. Meine selbstgemachte und superlecker duftende Kresse-Kartoffel-Limette-Suppe aus den Händen der Logopädinnen hat sie verschmäht, genauso wie von mir mitgebrachte Pommes und einen Donut (echt nicht möglich, oder?) und selbst mein zweiter Fütterversuch mit Käsekuchen konnte nicht bei ihr landen. Gut, das Stück Backware war sicherlich nicht mit dem aus „ihrem“ Käsekuchen-Café oder einer Dresdner Eierschecke zu vergleichen, aber muss man denn gleich so ein Gesicht machen ?

Nach 45 min hatte ich mir das Stück Kuchen weitgehend selbst einverleibt und lediglich etwas davon an ihren Lippen verteilt, aber wenigstens ein klitzekleines Stück fand sogar den Weg an ihren Zähnen vorbei in den Mundraum, wo es tatsächlich wohl etwas gekaut und danach runtergeschluckt wurde. Mühsam ernährt sich eben nicht nur das von mir so geliebte Eichhörnchen     zwinker

Auf diesen Fotos sieht man mehrere Körperstellen, die in den letzten Tagen getaped worden sind …

… aber erwartet bitte keine genauere Beschreibung von mir, was jede einzelne Klebestelle nun eigentlich bewirken könnte:

  • die blauen Streifen verlaufen am Hals und im Nacken
  • es gibt einen kleinen, braunen „Hashtag“ neben den Ohren, um die Kaumuskeln zu entspannen
  • die grünen Streifen an der linken Hand sollten ihre Orthese vertreten, die derzeit zur Korrektur ist

Zudem haben die Ergotherapeuten mir berichtet, dass Stephanie bei der Therapie den rechten Arm mit Hilfe von anderen und wenig Gegenwehr ihrerseits ganz weit nach oben heben konnte – und das, ohne zu mosern. Die Freude war auf allen Seiten mal wieder groß, da dies als weiteren tollen Fortschritt angesehen wird.

Was mir außerdem auffällt ist, dass ihre Aufmerksamkeitsspanne meiner Meinung nach größer wird, denn auch bei etwas längeren Videos, die uns für sie von Freunden und Familie zugeschickt werden, bleibt sie nun beim Anschauen die ganze Zeit ganz konzentriert dabei. Manche Berichte muss ich nach ihrem Wunsch gar zweimal hintereinander abspielen.

Mir macht es jetzt wesentlich mehr Spaß, Stephanie Sachen zu zeigen, zu erzählen, zu erklären und ihr auch etwas vorzuessen    standard    denn man merkt ganz deutlich, dass sie mit dabei ist und an der Kommunikation ihren Spaß hat … wenn nicht, dann merkt man das ganz schnell und ziemlich deutlich    standard

Wir sind gespannt, was in den kommenden Tagen noch so passiert. Drückt uns bitte die Daumen, dass die Tapes an ihrer Kauleiste und meine detaillierte Vorführung der Abläufe einer Nahrungsaufnahme in den nächsten Tagen die gewünschte Wirkung zeigen und die beiden Zahnreihen endlich mal dafür auseinander gehen, das Essen letztendlich auch auf diesem Wege aufzunehmen!

2 Antworten zu “Wie geht es Stephanie ? … Fazit der fünfundzwanzigsten Woche”

  1. Daniela sagt:

    Hallo ihr Lieben
    Wiedermal danke für den Bericht. Das hört sich alles super an. Ich denke auch dass die Ausfahrten nur positiv sein können. Geht uns „gesunden“ Menschen ja auch so, draussen an der frischen Luft ist was gutes.
    Wünschen euch weiterhin positive Entwicklungen und alles Gute!
    Liebe Grüße von der Stephens Familie

  2. Simone sagt:

    Liebe Olga, ich freu mich so für euch. Die Bilder haben so etwas wie ‚Normalität‘. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richrung, nach vorn. Ich drück wie verrückt die Daumen. Herzliche Grüße von Simone herz

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