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Kommentar:   

 
Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2021 28.
Dez

Stephanie ist jetzt die erste Woche am Stück bei uns in der Residencia OLCA und die Zeit vergeht wie im Flug. Wir machen so viele Dinge, aber gönnen uns auch ganz viele Auszeiten auf der Couch vor dem Fernseher oder irgendwo anders in der Wohnung.

Als wir unser Kind am Mittwoch im Pflegezentrum abgeholt haben, bekam sie wahrscheinlich gleich ihren ersten Overkill der Sinne, denn im extrem groĂźen Kaufland war sie von den unzähligen EindrĂĽcken schier erschlagen – zudem hatten wir leider ganz vergessen, dass schon jetzt fĂĽr die Weihnachtszeit mit vollem Körpereinsatz gekämpft wurde und nun alle fĂĽr ihre Hamsterkäufe an die Front stĂĽrmten. Soooo viele leere Regale haben wir hier echt schon lange nicht mehr gesehen!

Aber Stephanie war trotz des Trubels und Gewusels sehr zufrieden und hatte sogar ihren SpaĂź, sodass wir darĂĽber nachdenken, demnächst wahrscheinlich jeden Freitag mit ihr dort einkaufen zu gehen, wenn wir sie aus LĂĽneburg ins Wochenende holen. Mal sehen …

Wir haben jedenfalls seit ihrer Ankunft schon gebastelt …

… gesonnt …

… getippt …

… und ein klein-wenig Heiligabend gefeiert:

Unser „richtiges“ Familienweihnachten wird morgen nachgeholt, weil auch Andrea und Karl am späten Nachmittag bei uns eintrudeln werden. Erst dann gibt es auch den groĂźen Schwung an Geschenken und das OLCA-typische, mehrstĂĽndige Auspacken jener    standard

An den „offiziellen“ Weihnachtsfeiertagen haben wir auch trotz eisiger Kälte [Beweisfoto 1] …

… [Beweisfoto 2] …

… [hier mal ein Hineinzoomen] …

… den Gang nach drauĂźen gewagt und sind in der Umgebung spazieren gegangen bzw. gefahren:

„Wo ist denn bloĂź der verflixte Mundschutz, wenn man ihn mal wirklich braucht???“

DafĂĽr bzw. gegen die eisigen Temperaturen wurde dann auch so manche Actioneinlage im Wentorfer Skaterpark eingelegt:

Doch nach ca. 1 Stunde und einem mehr oder weniger gelungenen Selfie …

… waren wir alle sehr froh, dass wir wieder zuhause und im Warmen waren:

Was fehlt jetzt noch fĂĽr meine typische Blogberichterstattung? Richtig, das Essen    zwinker

Keine Angst, ich zähle nun nicht stumpf alle bisherigen Speisen auf, sondern kombiniere es mal mit dem Experiment der Woche: Stephanie auf einem Stuhl sitzen lassen. Angefangen haben wir mit 30-minütigen Filmchen im hauseigenen OLCA-Kinosaal:

Und weil schon das so gut geklappt hat, wurde es mal auf die Zeit des Essens am Tisch ausgeweitet – beim ersten Versuch mit gefĂĽllten Paprikas …

… beim zweiten Mal mit Pelmeni und Smetana:

OK, ihre Haltungsnote verdient zwar sicherlich noch keinen Spitzenplatz, aber dafĂĽr sind unsere Sonnenauf- und Sonnenuntergänge hier oben im Norden einfach einsame Klasse – bitte achtet doch noch mal etwas genauer auf das Fenster im Hintergrund des ersten Fotos. Also ich bin total in dieses Naturschauspiel verliebt!!!

So, das war mein kleiner Galopp durch unsere gemeinsame Woche zu dritt, beim nächsten Mal folgt die Zusammenfassung mit fĂĽnf OLCAs, da Andrea und Karl mittlerweile gesund und munter bei uns in Wentorf eingetroffen sind. Es wir also derzeit definitiv nicht langweilig in der Residencia OLCA …



2021 20.
Dez

Haha, eigentlich könnte ich hier fast ein Abbild des letzten Blogeintrages veröffentlichen … um ein paar Nuancen angepasst natĂĽrlich:

„Schon bei unserem Ankommen im Pflegezentrum in dieser Woche wusste mein Kind immer wieder mal zu ĂĽberraschen […] am Freitag wartete sie im Zimmer auf unsere Abholung mit fast schon fertig ausgefĂĽllten Buchstabengittern.“

Hier ihre jetzigen Buchstabengitter – was fĂĽr ein Aufstieg zur letzten Woche!

[Na, wer findet auf die Schnelle z.B. Eichhörnchen, Tiger und Fledermaus ???]

Und als weitere Ăśberraschung gab es ihren ersten selbstgemachten Salat fĂĽr uns zum Mitnehmen:

„Als wir am Freitag in Wentorf angekommen sind, haben wir uns erst einmal ĂĽber die mitgebrachte Ente mit gebratenen Nudeln sowie ein paar FrĂĽhlingsröllchen vom Asiaten hergemacht … das hat wieder einmal genau ihren Geschmack getroffen! Zum GlĂĽck nicht nur dies, sondern auch der Hackbraten mit SĂĽĂźkartoffelstampf (das war echt ihr sehnlichster Wunsch!) und Bohnensalat am Samstag und der Brokkoli-Schinken-Auflauf am Sonntag.“

Diesmal waren es Schnitzelvariationen am Freitag (Stephanie hatte ein Rahmschnitzel mit Pommes und Salat), Reis und HĂĽhnerfrikassee am Samstag und Bratkartoffeln mit Spiegelei am Sonntag – alles drei erneut essenstechnisch ein absoluter Volltreffer bei unserem Kind! Genau so wie einen Abend die Nachos mit Käsedip – sie war ja soooooo glĂĽcklich darĂĽber! Und das auch alles ohne Verschlucken oder Husten, doch dafĂĽr kaut sie aber auch jeden Bissen vorbildlich 52-mal, bevor sie ihn herunterschluckt    zwinker

„Doch glaubt mir, sie futtert nicht nur, sondern muss/kann/darf auch immer bei der Zubereitung helfen – auf diesem Foto ist sie wieder mal beim Eierpellen, wo ihr Carsten wirklich nur beim Anschlagen der Eierschale geholfen hat …“

Am Sonntag waren es drei Mandarinen, die sie nach nur einer kleinen Anweisung von mir und dann absolut ohne fremde Hilfe „gepellt“ sowie verdrĂĽckt hat:

Gut, es hat natĂĽrlich auch etwas gedauert, bis sie mit dem Schälen fertig war …    zwinker

… aber wer zählt schon die fast 30 Minuten nach    standard

„[…] hier zelebrieren wir weiterhin unser vorweihnachtliches Backen und Verzieren“

Dieses Wochenende waren es Nussplätzchen, welche unseren Backofen herrlich duftend verlassen haben:

Stephanie durfte u.a. die Oblaten auf dem Backblech verteilen und die Zutaten vermischen:

„[…] und vor allem sahen, was Stephanie auch schon eigentlich mittlerweile so kann, haben wir am Wochenende ebenfalls viel Neues ausprobiert.“

Sie hat zwar noch arge Schwierigkeiten beim Halten des Gleichgewichts, aber ihr Ansatz ist großartig. In dieser Haltung konnte Carsten sie fast 10 Minuten mühelos bei Laune halten und mit viel Ablenkung (Abklatschen, Bewegungen verfolgen, Tanzbewegungen) gleichzeitig an ihrer Körperspannung und dem Muskelaufbau arbeiten. Spielend schafft sie bedeutend länger, sich ohne seitliches Wegkippen aufrecht zu halten, als wenn sie sich auf eine senkrechte Sitzhaltung konzentrieren muss. Klar, zum Sitzen auf einem Stuhl reicht es noch lange nicht, aber der Fortschritt ist auf jeden Fall deutlich sichtbar.

„Denn ihr Ehrgeiz treibt sie weiterhin am meisten an und sie versucht wie gewohnt eine ihr gestellte Aufgabe mit viel Freude und vor allem Erfolg zu meistern – dazu zählen sowohl das Lösen von Aufgaben …“

Diesmal hat sie sich in den Kopf gesetzt, zu schreiben, sowohl auf der Tastatur als auch mit einem FĂĽller! Carsten entwickelt bei solchen Herausforderung zum GlĂĽck ebenfalls eine Engelsgeduld und so lernte Stephanie am ersten Tag das richtige Halten und FĂĽhren eines Lamy-FĂĽllers …

… und schrieb dann am nächsten Tag auch schon gleich die ersten Buchstaben nach Vorlage. Entweder man wies ihr mit einem Zeigestab die richtige Richtung oder sie fuhr auf leicht vorgezeichneten Linien nach:

Beides war vor ein paar Wochen jedenfalls noch eine absolute Unmöglichkeit. Was auch immer bei ihr da oben wieder mal passiert ist, es entwickelt sich zunehmend weiter und im Vergleich zu anderen ihrer Leidensgenossen mittlerweile sogar wirklich in einer schier rasenden Geschwindigkeit.

Besonders deutlich ist das fĂĽr uns in den beiden folgenden Situationen zu sehen, denn wenn alles passt (Butter nicht zu hart, Brot/Brötchen nicht zu weich oder bröckelig, Belag nicht zu flĂĽssig oder widerspenstig), braucht sie beim Schmieren schon gar keine Hilfe mehr – nur etwas mehr Zeit als unsereiner:

Und selbst mit ihrer Postsendung kam sie super zurecht:

Aufmachen, auspacken, Brief oder Karte aufklappen und dann durchlesen wird sie in ein paar Wochen sicherlich gänzlich ohne Anweisungen und Hilfestellungen hinbekommen – da gehe ich jede Wette ein    standard

Letztes Zitat aus der Vorwoche: „Keine Angst, wir gönnen dem Kind auch genĂĽgend Ruhephasen, sei es beim DVD-Gucken (diesmal „Jagdfieber“) …“

Am Samstagabend haben wir ihren Wunschfilm „Ratatouille“ geguckt und sie hat an den richtigen Stellen gelacht und war sichtlich gerĂĽhrt, als es auch mal sehr traurig wurde.

Jetzt wird es noch eine sehr kurze Woche fĂĽr sie und uns, denn schon am Mittwoch holen wir sie fĂĽr 18 aufeinanderfolgende Tage in die Residencia OLCA. Ich hoffe mal, dass ich zwischen all dem Geplanten und Bevorstehenden ĂĽberhaupt Zeit fĂĽr den nächsten Blogeintrag finde … Wochen(end)einkauf im Kaufland (ihr erster Supermarktbesuch), die Weihnachtstage noch nur zu dritt, doch danach kommen Andrea & Karl aus Ă–sterreich bzw. vom Familienbesuch aus Sachsen in den hohen Norden, Silvester somit zu fĂĽnft, so mancher Ausflug in die Umgebung und zum Abschluss noch eine ganze Woche zum Chillen und Runterkommen, bevor sie dann am 9. Januar wieder fĂĽr die „Arbeitswoche“ im Pflegezentrum einziehen wird.

Ich bin echt gespannt, wie wir an dem Tag auseinander gehen werden: entweder sie ist froh, uns endlich wieder los zu sein, oder es wird ein Abschied mit viel Herzschmerz. Ganz ehrlich, ein wenig graut es mir schon vor diesem Sonntag …

Doch bis dahin werden wir auf jeden Fall die Worte beherzigen, die ihr die Pflegedienstleitung vor ihrem ersten Besuch bei uns als Rat mitgegeben hat: „GenieĂźen, genieĂźen, genieĂźen!!!“

So, mit den letzten Zeilen fĂĽr heute möchte ich euch auch auf diesem Wege (parallel zum aktuellen OLCA-WeihnachtsgruĂź) noch ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest wĂĽnschen – den „guten Rutsch“ gibt es erst im nächsten Blogeintrag    standard



2021 20.
Dez

Der diesjährige OLCA-WeihnachtsgruĂź ist (endlich) online –> http://www.marvinchen.de

Dem Gesetz der Reihe folgend pĂĽnktlich zum 4. Advent, denn in 2019 ist er zum 2. Advent und in 2020 zum 3. Advent veröffentlicht worden … folglich dĂĽrfte in 2022 diese traditionelle Webseite also erst online gehen, wenn die fĂĽnfte Kerze brennt    zwinker



2021 13.
Dez

Bei Stephanie geht es erfreulicherweise auch weiterhin mit sehr vielen positiven Ergebnissen vorwärts … natĂĽrlich nehme ich das nicht als selbstverständlich hin und Carsten und ich rechnen auch demnächst wohl mal mit einer gewissen Stagnation, doch zum jetzigen Zeitpunkt ist davon jedenfalls noch gar nichts zu merken. Zum GlĂĽck!    standard

Schon bei unserem Ankommen im Pflegezentrum in dieser Woche wusste mein Kind immer wieder mal zu ĂĽberraschen:

Am Dienstag hatte sie schon zwei Weihnachtsgeschenke fertig gebastelt sowie (sicherlich mit Hilfe) verpackt und am Freitag wartete sie im Zimmer auf unsere Abholung mit fast schon fertig ausgefĂĽllten Buchstabengittern. Wahnsinn, denn vor einem halben Jahr fand sie nicht einmal Dinge vor sich auf dem Tisch liegend und nun erkennt sie schon senkrechte und waagerechte Wörter im Buchstabensalat – wow!

Klar, das mit ihrer Orientierung im Raum und um sich herum wird sicherlich noch etwas länger dauern, aber sowas ist doch immerhin schon mal ein echt guter Anfang, oder? Sie kann sich mittlerweile immer mehr Überblick verschaffen, sich an erlernte Dinge noch besser erinnern und somit auch mehr und mehr Selbstverständliches für sich abrufen. Ganz ehrlich, mit so viel Geduld und Genauigkeit hat sie nicht einmal als Kind Bilder ausgemalt:

Ich weiĂź es nicht genau, aber ich wĂĽnsche mir schon, dass sie das ganz ganz alleine gemacht hat    zwinker

Als wir am Freitag in Wentorf angekommen sind, haben wir uns erst einmal ĂĽber die mitgebrachte Ente mit gebratenen Nudeln sowie ein paar FrĂĽhlingsröllchen vom Asiaten hergemacht … das hat wieder einmal genau ihren Geschmack getroffen!

Zum GlĂĽck nicht nur dies, sondern auch der Hackbraten mit SĂĽĂźkartoffelstampf (das war echt ihr sehnlichster Wunsch!) und Bohnensalat am Samstag und der Brokkoli-Schinken-Auflauf am Sonntag.

Doch glaubt mir, sie futtert nicht nur, sondern muss/kann/darf auch immer bei der Zubereitung helfen – auf diesem Foto ist sie wieder mal beim Eierpellen, wo ihr Carsten wirklich nur beim Anschlagen der Eierschale geholfen hat …

… und hier zelebrieren wir weiterhin unser vorweihnachtliches Backen und Verzieren:

Sehr erstaunt war ich bei ihr ĂĽber das Auspressen einer Zitrone, denn fĂĽr die erste Hälfte hat sie erst einmal etwas mehr Anlauf gebraucht, aber bei der zweiten Hälfte habe selbst ich am Ende schon nicht mehr so viel nacharbeiten können – ehrlich!!!

Das Backergebnis kann sich jedenfalls wieder sehen lassen und sie hat gleich zwei Dosen voller Plätzchen mit ins Pflegezentrum genommen … fĂĽr sich, fĂĽr die Mitbewohner und das Personal. Beim gerechten Verteilen ist sie auf jeden Fall immer sehr gewissenhaft:

Und vor allem darf sie jetzt endlich auch alles essen, was ihr und uns so in den Sinn kommen. Wir haben in der Woche einmal mit der Logopädin telefoniert und mittlerweile ist alles zum Verzehr freigegeben worden. Manches natĂĽrlich noch mit etwas Vorsicht, z.B. trockene NĂĽsse, aber ausprobieren können und werden wir jetzt immer mehr. Carsten hat mit ihr schon eine Liste gemacht, was wir denn die nächsten Wochen und Monate so zum Mittagessen machen könnten bzw. worauf sie denn mal wieder Lust hätte. Am Ende wĂĽnschte sie sich natĂĽrlich in erster Linie solche Dinge, die im Pflegezentrum eben gar nicht oder nur sehr selten angeboten werden: Bratkartoffeln, Chili con Carne, Cordon Bleu, Burger, Chips bzw. Nachos mit Käsedip, Fischstäbchen, Borschtsch, Salzkartoffeln, Eisbein, Soljanka, Pilzpfanne u.v.m. – soll mir recht sein, muss ich mir wenigstens nicht den Kopf darĂĽber zerbrechen, was man kochen oder zwischendurch essen könnte    zwinker

Ăśbrigens blieb während des Plätzchenbackens auch noch genĂĽgend Zeit fĂĽr eine kleine Tanzeinlage, denn als Carsten die Gruppe The Grid mit ihrem Song „Swamp Thing“ spielte und laut aufdrehte, konnten Stephanie und ich einfach nicht anders …

Da wackelte gleich der ganze Rollstuhl im Takt! Ja, wir wollen vor allem viel Bewegung in alles bzw. das Kind reinbringen und nachdem wir am Dienstag im Pflegezentrum freundlicherweise von einer Therapeutin eine Lern- und Demonstrationsstunde bekamen, wie man sie richtig und ohne Lifter transferiert, wie man die Orthesen richtig anlegt und vor allem sahen, was Stephanie auch schon eigentlich mittlerweile so kann, haben wir am Wochenende ebenfalls viel Neues ausprobiert. So saĂź sie zum ersten Mal in meiner Hängematte …

… lag sogar fast eine ganze Stunde darin …

… und schwatzte mit Carsten ĂĽber Gott-und-die-Welt sowie die oben erwähnte Essensliste:

Und da wir von der Ergotherapeutin gezeigt bekamen, wie weit Stephanie schon beim aufrechten Sitzen ist …

… trauten wir uns am Wochenende ebenfalls mal ran und stärken damit sowohl die Rumpfmuskulatur als auch das Gleichgewicht. Und da Stephanie trotz aller Anstrengungen dennoch immer ein herzerfrischendes Lachen im Gesicht hatte und vor allem so wunderbar mitmachte, haben wir keinen Zweifel daran, dass sie es nicht auch selbst so will.

Denn ihr Ehrgeiz treibt sie weiterhin am meisten an und sie versucht wie gewohnt eine ihr gestellte Aufgabe mit viel Freude und vor allem Erfolg zu meistern – dazu zählen sowohl das Lösen von Aufgaben …

… das Aufstellen von Figuren …

… sowie das eigenständige Bewegen durch den Raum:

Gut, bei Letzterem reichen Kraft, Konzentration und Ausdauer gerade mal fĂĽr ein bis zwei Meter, doch ich gehe jede Wette ein, dass sie nach den geplanten 2,5 Wochen bei uns (vom 22.12. bis 9.1. wird sie tatsächlich durchgängig in der Residencia OLCA verweilen) die gesamte Strecke durch unser „Wohnzimmer“ meistern wird – das sind immerhin insgesamt 12 m von der ZimmertĂĽr bis zur BalkontĂĽr.

Keine Angst, wir gönnen dem Kind auch genĂĽgend Ruhephasen, sei es beim DVD-Gucken (diesmal „Jagdfieber“) …

… ihrem (wenn sie bei uns ist) täglichen FuĂźbad zur Entspannung der Muskulatur …

… oder bei der von mir aufgetragenen, sonntäglichen Gesichtsmaske:

Ganz ehrlich, manchmal ist es schon auf beiden Seiten etwas wehmĂĽtig, wenn wir sie am Sonntagabend wieder nach LĂĽneburg bringen und im Pflegezentrum ĂĽbergeben. So schön ist die Zeit mit ihr, aber es bleibt bei unserer Hochachtung an das gesamte Pflegepersonal oder auch die, die Personen zuhause pflegen, denn es ist ein Knochenjob und kostet sehr viel Zeit und auch jede Menge Kraft. Wir lieben die Wochenenden mit dem Kind (ist ja jetzt auch erst das Dritte in Folge gewesen), aber trotz einhergehender Lohn-und-Brot-Tätigkeit freuen wir uns genauso gut auf die Arbeitswoche, denn wenn Stephanie bei uns ist, gehört ihr unsere gesamte ungeteilte Aufmerksamkeit. In der Woche genieĂźen wir dann unsere Freiheiten und vor allem unsere Möglichkeiten fĂĽr Hobby, Kreativität oder auch einfach nur das sĂĽĂźe Nichtstun. Vor allem nutzen wir in dieser Zeit auch immer wieder mal die Möglichkeit, das Geschaffte und die Fortschritte von auĂźen zu reflektieren … Carsten und ich sprechen dann viel ĂĽber das, was Stephanie so alles meistert und geschafft hat und wir glauben weiterhin ganz fest an unsere Einschätzung, dass sie in zwei bis drei Jahren wieder auf eigenen Beinen leben könnte.

Das wäre vor allem eigentlich alles, was ich mir zu diesem Weihnachtsfest und zum Jahreswechsel wĂĽnschen wĂĽrde    standard



2021 08.
Dez

Da immer häufiger die Nachfrage an uns gestellt wird, wann es denn bei Andrea endlich so weit wäre (siehe Blogeintrag vom 5. September), möchten wir heute bekanntgeben, dass aus dieser Schwangerschaft leider nur ein Sternenkind hervorgegangen ist.

Aufgrund einer niederschmetternden, medizinischen Diagnose haben sich Andrea & Karl schweren Herzens zu einem Schwangerschaftsabbruch durchringen mĂĽssen. Seit seiner Beerdigung am 26. November hat in der Residencia OLCA eine durch Stephanie angezĂĽndete Kerze unsere Gedanken und unser Gedenken an Tristan begleitet. Ruhe in Frieden.



2021 07.
Dez

Entschuldigt bitte die verspätete Berichterstattung, aber mit dem – wie wir es jetzt ausdrĂĽcken – Wechsel in die „vierte Phase“ ändern sich nun auch fĂĽr uns bislang etablierte Gewohnheiten. Die ersten drei Phasen (der ausschlieĂźliche Aufenthalt in der CharitĂ© Berlin, Vamed-Klinik Geesthacht und im Pflegezentrum LĂĽneburg) waren lokal fĂĽr Stephanie und uns ja immer sehr eingeschränkt (nur im Zimmer bzw. auf dem Gelände) und vor allem auf die Besuchszeiten reduziert. Dementsprechend war ich in der Regel schon Sonntagnachmittags zuhause und konnte abends die Wochenzusammenfassung schreiben und hier veröffentlichen.

Doch ab jetzt gestalten sich unsere Wochenenden aber erst einmal gravierend anders, denn wir holen Stephanie freitags nach getaner Arbeit gegen 17:00 im Pflegezentrum ab und bringen sie erst am Sonntagabend bis 19:00 zurĂĽck nach LĂĽneburg … plus ca. 45 min RĂĽckfahrt in die Residencia OLCA. Dies ist somit definitiv viel zu spät, um noch einen kompletten Blogeintrag zusammenzuschrauben und Fotos auszusuchen – leider… zumal Carsten und ich nach dieser Heimkehr irgendwie doch recht mĂĽde sind, denn die Zeit mit dem Kind ist immer sehr intensiv und zum Teil auch körperlich äuĂźerst anstrengend.

Da sich aber eben an genau dieser Konstellation sicherlich so schnell nichts ändern wird, muss ich euch ab jetzt leider eurer sonntäglichen AbendlektĂĽre berauben und ich kann je nach Terminen und To-Do-Liste erst am Montag oder gar erst am Mittwoch liefern (dienstags sind wir immer zu Besuch bei Stephanie). Doch ich glaube sehr an euer Verständnis hierfĂĽr    standard

Aber kommen wir endlich zur Protagonistin dieses Berichterstattung. Und da die Dienstagsbesuche aufgrund der neueren Corona-Beschränkungen eher unspektakulär sind, gibt es erneut nur Infos und Bilder vom absolut actionreichen Wochenende – erstmals in voller Eigenregie inklusive Transport:

Der Anhänger ist mittlerweile von Carstens geschickten Händen voll präpariert, sodass der Rollstuhl gesichert bzw. geschĂĽtzt ist und mit nur wenigen Handgriffen auf- und abgeladen sowie zum Teil auseinander- und wieder zusammengebaut werden kann. Auch der körperlich fĂĽr beide Parteien recht anstrengende Transfer vom Rolli ins Auto und zurĂĽck geht zunehmend routinierter vonstatten und dauert jetzt sogar nur noch ca. 10-15 min … ganz ohne blaue Flecke oder anderer Blessuren    zwinker

Den Freitagabend, von uns auch gern „das Einläuten des Wochenendes“ genannt, wollen wir wie frĂĽher mit einem gemeinsamen Abendessen starten, doch an Ermangelung eines mit Dresden vergleichbaren Haus- & Hofdönermanns werden wir hier in Wentorf die vielen anderen Möglichkeiten der AuĂźer-Haus-Verköstigung nutzen und immer wieder wechseln. Letztes Mal war es Pizza, diesmal holten wir uns diese Spezialität von einer mobilen Brutzelbude:

In der alten (Zwischen-)Heimat ĂĽberall als „Broiler“ bekannt, bestellt man hier im Norden ganz unspektakulär ein halbes Hähnchen. Die Namensgebung ist Stephanie aber schnurzpiepegal – geschmeckt hat es ihr trotzdem sehr! So soll es auch sein …

Weitere Geschmackserlebnisse, welche sie nun endlich wieder von ihrer persönlichen Wunschliste streichen kann, wären Pelmeni mit Smetana (am Samstag) …

… und DĂĽrĂĽm (am Sonntag):

Letzteres war u.a. auch eine Vorübung zu ihrem finalen Höhepunkt und Wunschobjekt: einem Döner. Da sie jetzt alles ohne Probleme, Verschlucken und Husten geschafft hat, wird dieser auch noch hundertprozentig in diesem Jahr mal geordert werden. Aber was kommt dann? Wir werden sehen, welches Geschmackserlebnis sie sich wünscht und welches Ziel sie sich als nächstes setzt.

Habt keine Angst, auch an gesunde Dinge wagt sie sich ran – und das sogar schon recht selbstständig, wenn auch noch teilweise recht langsam und vorsichtig:

Manchmal braucht sie noch Hilfe, da die linke Hand dafĂĽr viel zu steif bzw. nicht so flexibel in der Nutzung (Drehen, Greifen, Anwinkeln) ist:

Doch wir ĂĽben sehr viel mit ihr und binden Linki auch immer wieder fest in diese Dinge und Rituale mit ein (auch wenn es DIESE Fotos jetzt nicht gerade zeigen), ob beim Aufdecken des FrĂĽhstĂĽckstisches …

… beim Aufhängen und Abnehmen der Wäsche …

… beim Kochen und Backen …

… und ab jetzt auch beim Gucken nach der Uhrzeit:

Insbesondere durch das Drehen des Armes, um das Ziffernblatt ablesen zu können, erhoffen wir uns wieder etwas mehr unterbewusstes Training für diese Hand.

Neben Linki leiden auch noch ihre FĂĽĂźe unter der Spastik, weshalb wir jetzt ein regelmäßiges Verwöhnprogramm mittels warmem FuĂźbad etablieren wollen – zumindest am Samstag und Sonntag haben wir genug Möglichkeiten dazu und Stephanie genieĂźt es sichtlich!!!

Vor allem auch die darauffolgende Massage:

Apropos genieĂźen: bei uns hat es am Samstag ein wenig (!) geschneit …

… und Stephanie hatte groĂźen SpaĂź dabei, den Flocken da drauĂźen zuzugucken:

Ja, da kommt wieder einmal ihre groĂźe Vorliebe fĂĽr Kälte zum Vorschein … ihr erinnert euch: sie mochte doch schon immer lieber einen Sommerurlaub auf Island verbringen, als auf einer Insel in Spanien oder woanders im Warmen.

Die Dinge, die ich schon im letzten Blogeintrag fotografisch und textlich zum Besten gegeben habe, konnten wir diesmal wieder vertiefen und zum Teil auch neue (Finger-)Fertigkeiten entdecken. So z.B. beim AnzĂĽnden unserer Adventskerzen mit einem Streichholz …

… beim Malen eines Weihnachtsbaumes mit bunten Kugeln …

… beim Rollen (s.o.) und Verzieren unserer diesmal gebackenen Zimtbällchen …

… oder beim Tippen auf der Tastatur:

Schrittchen fĂĽr Schrittchen zwar, aber in unseren Augen dann doch wieder eine Entwicklung in rasender Geschwindigkeit. Weiter so, mein Sonnenschein!

Wir erlangen nun in unserem neuen Wochenendablauf immer mehr Routine und werden sicherlich auch während der nächsten Besuche mal den ein oder anderen Ausflug unternehmen können – jetzt wo das mit dem Anhänger schon so gut klappt. Ist ja eben auch fĂĽr uns eine Abwechslung zum anstrengenden Arbeitsalltag im HomeOffice. Hier mal ein Symbolfoto dazu mit dem passenden Untertitel „Ey, warum klappt der Mist denn schon wieder nicht?!?!“:

Wobei es mir nun ganz deutlich wird, dass ich die Ausstattung meines eigenen Arbeitsplatzes dringend um eine FuĂźbadoption erweitern sollte    zwinker
Aber ganz im Ernst, wir sind erstaunt, dass Stephanie derzeit zwar immer noch mit einem Finger tippt, aber schon jetzt am zweiten Wochenende nicht mehr so lange nach den Buchstaben auf der Tastatur suchen musste und sich mittlerweile sogar an die Satzzeichen, wie z.B. das Fragezeichen, heranwagt. DafĂĽr muss man ja auch schon zwei Tasten gleichzeitig drĂĽcken und somit kommt Linki ebenfalls zum Zuge    zwinker

Wir finden bei all den Arbeiten und Ăśbungen aber auch ganz viel Zeit fĂĽr angenehme und ruhefördernde Punkte auf unserer Wochenende-To-Do-Liste: lange schlafen, wie in alten guten Zeiten zusammen im Bett kuscheln, ausgedehnt frĂĽhstĂĽcken und auch mal die ein oder andere DVD gucken (diesmal war es „Der Grinch“ als Animationsfilm aus 2018).

Die Tage sind somit im positiven Sinne ausgeplant und mit vielen sinnvollen und sinnlosen Sachen gespickt. Was uns dabei auf jeden Fall immer begleitet, ist Musik. Dabei fungiert Carsten auch sehr gern mal als geschickter DJ und stellt das Programm ein wenig nach Stephanies WĂĽnschen zusammen. Sie erinnert sich erstaunlicherweise noch an unfassbar viele Lieder und singt diese dann auch sehr gern mit, sodass auch ich bei der ein oder anderen Zeile einfach mit einsteigen muss – zusammen zu singen ist schon etwas Schönes! Wo man sing, da lass dich ruhig nieder … nicht wahr?    zwinker

Wir drei wünschen euch allen jedenfalls noch eine wunderschöne Vorweihnachtszeit und hoffentlich stressfreie Wochen bis zum 24. Dezember sowie dem anschließenden Jahreswechsel.