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Kommentar:   

 
Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2019 27.
Jul

Ich, Heini, habe jetzt mit Schrecken festgestellt, dass ich schon ganz lange nichts mehr von meinen Erlebnissen bärichtet habe – Vulkanasche auf meinen Bärenkopf!

Ich versuche deshalb jetzt in den nächsten Wochen mal nach und nach von meinen vielen Reisen zu erzählen. Der Wille ist jedenfalls da!     zwinker

Meine Mama hat ja schon geschrieben, dass wir im Februar auf Madeira waren.

Abär sie hat es natürlich nur aus ihrer Sicht bärichtet … jetzt erzähle ich mal selbär, was ich in diesen zwei Wochen auf der Vulkaninsel gemacht habe. Am Anfang dachte ich, dass es ein ruhiger Urlaub wird:

  • ganz gemütlich im Bett auf dem Zimmer ein bisschen Internetten …

  • einen Blick auf die nähere Umgebung werfen …

  • und vielleicht auch mal am Pool abhängen …

Abär es dauerte nur ein paar Tage und schon juckte es mir doch gewaltig in den Tatzen! So ruhig die Zeit zu verbringen kann ich liebär zu Hause, mit meinen Kumpels. In der Ferne lockt eben das Abenteuer und so machte ich mich auf den Weg, um diese auch hautnah zu erleben:

Ich legte mir für mein Vorhaben sogar extra einen echten Wanderstock zu! Der war zwar ein bisschen zu groß, abär im Laufe der Zeit wurde er von steinigen Wegen und unwegsamen Pfaden ganz gut auf meine Größe abgeschliffen:

Unterwegs war es ebenfalls immer sehr spannend und es gab so viel zu entdecken! Ich habe den kleinen Wasserfällen beim Tröpfeln zugeschaut …

… aber auch den großen auf ihren langen Wegen von oben nach unten mit Getöse fallen sehen:

Ich gab meinem Drang, auf Bäume zu klettern, nur zu gern nach:

Abär auch mit den ganz ganz riesigen Stämmen habe ich es aufnehmen wollen, doch da bin ich mit meinen kleinen Tatzen nicht sehr hoch gekommen:

Selbst nicht so hochgewachsenen Pflanzen übärraschten mich mit ihren Ausmaßen:

Die Natur dieser Insel ist so nah beieinander – der Himmel und die Erde!

Auf meinen Entdeckungsreisen schob ich mich immer wieder durch die steinigsten Engpässe …

… suchte nach Geheimgängen zu eventuell unerschöpflichen Honigvorräten …

… und entdeckte mehr oder weniger zufällig, dass das Rutschen auf glatten Blättern einen enormen Spaß macht:

Manche Höhlen, die ich unterwegs gefunden habe, waren so unfassbar groß! So groß, dass ich mich nicht mal hineintraute. Ich hatte schließlich Bedenken, dass ich den Ausgang nicht mehr erreiche – man konnte den vom Eingang aus auch übärhaupt nicht sehen!

Die Bärge um mich herum waren einfach großartig! Diese hügeligen Landschaften könnten einem Heini-Bärchen echt den Atem rauben, wenn ich denn welchen hätte …

Die felsigen Küsten am Rande der Insel mit dem unendlichen Ozean waren auch wunderschön! Man konnte dort ganz lange sitzen und dem Wellenspiel stundenlang zusehen:

Auf meinem Weg begegnete ich auch so manchem Ureinwohnern der Insel – sie waren allerdings nicht sonderlich gesprächig. Nicht schlimm, denn ich Dummerchen hatte sowie so mein Wörterbuch „Bärisch-Portugiesisch / Portugiesisch-Bärisch“ vergessen …

Wenn meine Tatzen vom vielen Laufen zu müde waren, erholte ich mich in einem der vielen weichen und leichten Blumenbetten:

Essen habe ich unterwegs immer problemlos gefunden. Zum Glück sind Bären ja Allesfresser! Manchmal habe ich sogar einen ganzen Kohlkopf auf meinem Speiseplan gehabt:

Der liegt abär ziemlich schwer im Bauch, dagegen war ein Salat vom Feld schon eine wesentlich leichtere Kost:

Rote Beete gab es gelegentlich auch, abär bis man diese aus der Erde herausgezogen hat,  ist man ja schon fast verhungert!

Als süßen Abschluss einer Mahlzeit gab es entweder Orangen, direkt vom Baum …

… oder Bananen, die zwar noch grün aussahen, aber für einen Bärengaumen schon ausreichend Süße besaßen:

Nur Wasser zum Trinken gab es so gut wie gar nicht in der Wildnis zu finden. Manchmal habe ich dann gleich am frühen Morgen einfach ein paar Tröpfchen auf einer Pflanze abgestaubt:

Das war abär immer nur ein Tropfen auf der trockenen Bärenzunge … andere Versuche, an eine trinkbare Flüssigkeit ranzukommen, waren auch nicht immer erfolgreich. Diese Flaschen hier waren alle leer …

… und die Fässer leider auch:

Ich wollte dann eben mal einen Rat von der waldältesten Pflanze holen und kletterte eifrig auf ihren Blättern bis zur Mitte:

Die Farne wollen abär ihr Millionen Jahre altes Übärlebensgeheimnis mit niemanden teilen und schauten lediglich etwas hochnäsig von oben auf mich herab:

Also war ich gerne bäreit, in die Zivilisation zurückzukehren. Als eines der ersten Häuser habe ich gleich eine Gaststätte entdeckt und freute mich schon wie ein Kamel auf eine Oase:

Abär egal, wie stark ich klopfte und auf die Türklinke drückte, die Tür des Restaurants blieb mir verschlossen. Mein Durst, von dieser vergeblichen Hoffnung noch mehr geweckt, war schlimmer als zuvor. In meiner Verzweifelung schaute ich sogar nach, ob ich in der nächstliegenden Levada etwas frisches Wasser bekommen könnte:

Es sah nicht gut für mich aus … außerdem war meine Nase inzwischen schwerer als mein Bauch und ich fiel in den Kanal hinein. Das Klettern auf den rauen, zementierten Wänden war ganz schön kraftraubend:

Hilfe kam buchstäblich in letzter Sekunde:

Die rettende Hand von meinem Papa war gerade rechtzeitig zur Stelle! Ab da war alles wieder gut. Ich musste auch nicht mehr selbär laufen, was ich nach meinen ganzen Abenteuern sehr entspannend fand:

Ich wurde mit einer superleckeren Pastel de Nata und einem stärkenden Kaffee verwöhnt:

Auf unseren weiteren, jetzt wieder gemeinsamen Unternehmungen, ließ ich es mir so richtig gut gehen, denn jetzt war ich wirklich bäreit für den chilligen Teil des Urlaubs:

Bei unseren Ausflügen achteten wir wie immer aufeinander. Hier passe ich auf meinen Papa auf, der da ganz weit oben, auf der absoluten Spitze vom Pico Grande steht:

Meiner Mama mit ihrer Kamera in der Hand entgeht ja ohnehin nichts, zumindest nichts, was sie unbedingt als Foto haben möchte    zwinker

Bei der Rückkehr nach Dresden hatten meine Eltern mehr Abenteuer durchzustehen als ich (Mama hat ja bärichtet), denn ich bin in der glücklichen Lage, bei allen Flügen und An- bzw. Abreisen einfach schlafen zu dürfen.

So viel zu meiner Madeira-Geschichte. Es dauert übrigens gar nicht mehr lange, dann geht es für meine Eltern, mich und Stephanie nach Kanada. Vielleicht kann ich dort mal mit eigenen Knopfaugen die echten (!) und großen Schwarz- oder Grizzlybären aus sicherer Entfernung sehen? Ich gebe mir dann auf jeden Fall ganz ganz viel Mühe, meinen Reisebäricht so schnell wie möglich zu schreiben – Bärenehrenwort!



2019 20.
Jul

Das Wort Vignette kommt aus dem Französischen und bedeutet Randverzierung. Bei Fotos benutzt man diesen Begriff, um einen Randlichtabfall, also eine Abdunkelung des Fotos von der Mitte zu den Rändern zu beschreiben. Heutzutage kann man das Dank verschiedener Bildbearbeitungsprogramme schnell nachträglich hinzufügen. Mein Interesse lag aber eher darin, diesen Effekt bereits beim Fotografieren zu erzeugen. Im September, dem Monat in welchem ich dieses Thema eingeplant hatte, waren wir allerdings mehr als die Hälfte des Monats im Urlaub auf Hawaii, daher versuchte ich es unterwegs zunächst eher mit ganz natürlichen Mitteln.

Ein strahlendes und farbintensives Motiv war dort zum Glück so gut wie immer verfügbar: die Sonne. Wenn sie durch die Blätter der Bäume schien, hatte ich ja bereits die gewünschte Wirkung:

Zuhause konnte ich dann meine Vorstellungen, die ich beim Festlegen des Projekts zu Jahresbeginn im Sinn hatte, aufgrund der wenigen Zeit bis zum Monatsende lediglich auf einen einzigen Nachmittag legen.

Ich suchte in meinem Haushalt unterschiedliche Stoffe zusammen,  wie z.B. Papiertaschentuch, Alufolie, Pergamentpapier, Mullbinde, durchsichtige Stofffetzen und einen Gummiring. Alle Hilfsmittel mussten nur so groß sein, dass ich damit mühelos das Objektiv meiner Kamera abdecken und sie darauf mit dem Gummiring festmachen konnte.

Die Löcher darin hatten eine direkte Auswirkung darauf, wie letzten Endes das Bildmotiv (hierbei habe ich mich für für eine brennende Kerze entschieden) auf den Betrachter wirkt.

Beispiel Nummer 1 der etwas länglich geratene Durchblick beim Papiertaschentuch:

Die Alufolie hat erwartungsgemäß einen ziemlich klaren und dadurch etwas härteren Rand erzeugt:

Ich habe danach den Ausschnitt etwas vergrößert und da die Folie dadurch mehr auf den Rand des Bilder verschoben wurde, hat man eben auch mehr von der Kerze gesehen:

Das Butterbrotpapier ließ am Rande leider auch nicht so viel Licht durch, aber ich finde, das gesamte Bild wirkt schon etwas weicher als beim Versuch mit der Alufolie:

Das Schleifenband aus zart grünen Organza war zu schmal für mein Vorhaben, aber ich wolle es trotzdem nutzen. Deshalb habe ich es in drei Stücke geschnitten und mit dem Gummi in Form eines Dreiecks an meinem Objektiv fest gemacht. Mit dem Ergebnis war ich durchaus zufrieden:

Dichtere Stoffe decken natürlich auch etwas mehr ab. Es spielt dabei allerdings auch noch eine Rolle, ob der Stoff weiß …

… oder schwarz ist:

Wie schon am Anfang gesagt, waren diesmal leider nicht so viele Versuche möglich, da die Zeit für meine Ideen am Ende nicht vollständig ausgereicht hat. Ich für meinen Teil habe dennoch einige neue Erkenntnisse gewonnen und kann nun auch auf die Schnelle und mit einfachen Mitteln einen weichen Randabfall bei meinen Bildern herzaubern. Vielleicht habt ihr hier ja jetzt auch die eine oder andere Inspiration für euch entdeckt?



2019 14.
Jul

In meinem Leben passieren mal wieder jede Menge interessanter Dinge, die mir in dem derzeit recht anstrengendem Arbeitsalltag (aufgrund Urlaubsvertretung) immer wieder Aufwind geben.

Als erstes möchte ich natürlich davon berichten, was mich überhaupt auf diesen etwas ungewöhnlichen Vergleich gebracht hat. Wie letztes Jahr wurde vom Sportstudio unseres Arbeitgebers auch in diesem Sommer als Spezialevent Flüge mit einem Segelflieger angeboten. Zwar ohne Carsten, aber dafür mit meiner besten Freundin Anna, war ich deshalb erneut mal wieder auf dem Flugplatz des Fliegerclubs in Bronkow … da kannte ich mich also inzwischen schon ein wenig aus.

Anna wollte es diesmal eben auch ausprobieren und zum Glück hatte sie vorher Geburtstag und somit fiel meine Entscheidung für ein geeignetes Geschenk sehr schnell: ein Gutschein für zwei Flüge    zwinker
So wie es aussieht, ist sie jetzt wohl ebenfalls (wie wir) auf den Geschmack gekommen    standard

Ich bin natürlich auch zweimal mit einem erfahrenen Piloten geflogen. Beim ersten Mal hatten wir sehr viel Glück mit der Thermik und konnten kreisend immer mehr an Höhe gewinnen, beim zweiten Flug hat das leider nicht mehr so geklappt, weshalb es nur eine schnelle Nummer wurde – aber schön war es trotzdem! Die Jungs des Fliegervereins kümmern sich außerdem immer äußerst rührend um ihre Fluggäste! Nur das Catering an Bord läßt bedauerlich sehr zu wünschen übrig    lachen

Im Gegenzug kümmerten Anna und ich uns dann freiwillig und mit viel Herz um Max … ein schwarzer Hund, den der Pilot Manfred mit zum Flugplatz gebracht hat:

Es war aber auch ein so lieber, der Max … Manfred natürlich auch    standard

Wir hatten jedenfalls alle einen sehr tollen Freitagnachmittag und damit einen absolut hervorragenden Start ins Wochenende. Und dieses hatte für mich noch weitere Highlights im Angebot.

Zum einen konnte ich zwei ganz bezaubernde Models fotografieren, die ein großes Faible fürs Mittelalter haben – zumindest in Bezug auf die Kleidung. Ich präsentiere euch an dieser Stelle „Schneeweißchen und Rosenrot“ a.k.a. Romy und Julia:

Es sind sehr viele schöne und lebendige Bilder entstanden. Vielleicht komme ich irgendwann mal zeitlich dazu, hier in meinem Blog in altbekannter Manier eine Geschichte damit zu „basteln“    zwinker
Romy ist allerdings nicht nur vom Mittelalter angetan, sondern hat außerdem noch eine Vorliebe für das Universum der Elfen, was man auf diesem Bild sicherlich unschwer erkennen kann:

An dem Wochenende konnten Carsten und ich zudem noch unser Interessen in Bezug auf Dresdner Geschichten auf einen weiteren bislang unbekannten Bereich richten: bei der Igeltour „Dresdens zweite Gartenstadt – die Eigenheimsiedlung in Briesnitz“ . Dafür mussten wir nur ganz in die Nähe unseres ehemaligen Wohnsitzes fahren und konnten dort beim Gang durch die Strassen am Rande des Zschonergrundes in die liebevoll erzählten Geschichten aus den vergangenen Jahrhunderten eintauchen.

Am Ende dieser Tour haben wir noch einen kleinen Abstecher zur ehemaligen Grundschule unserer Kinder gemacht, da diese quasi auf dem Rückweg lag. Wir waren beide sehr überrascht, wie prächtig sich die 2006 eigenhändig von uns als Abschlussgeschenk gepflanzte Hängebirke inzwischen entwickelt hat:

Hier ist das Vergleichsbild – so sah das Birkchen aus, als es in die karge und steinige Erde am Rande des Schulhofs eingebuddelt wurde:

Was die vergangenen 13 Jahre doch ausmachen, nicht wahr?

Am Montag haben Carsten und ich dann relativ spontan beschlossen, abends mal wieder ins Kino zu gehen.

Wir sahen vor einiger Zeit den Trailer zur Doku „Unsere große kleine Farm“ und diese Vorschau hat uns so neugierig auf den Film gemacht, dass wir gleich die Möglichkeit der Preview genutzt haben – seit dem 11. Juli (Donnerstag) kann man ihn dann ganz regulär im Kino sehen … sehr wahrscheinlich aber auch nur in ausgewählten Programmkinos.

Wir können ihn wirklich sehr empfehlen, denn die darin agierenden Leute, die aus einem unwirtlichen, ausgebeuteten und vernachlässigten Stück Land bei Los Angeles im Einklang mit den Gesetzen der Natur ein grünes und blühendes Paradies erschaffen haben, erzählen ihre Geschichte so persönlich, dass es einen einfach nur berühren kann. Und die Tiere, welche in diesem Film definitiv den größten Platz einnehmen, sind einfach nur goldig – wenn auch nicht immer artig    zwinker

Mit meinen Arbeitskolleginnen aus den Patientenaufnahmen habe ich dann am Donnerstag einen sehr schönen Abend im Biergarten „Paul Rackwitz“ verbracht, denn im Alltagsgeschehen kommt man ja eher selten dazu, ausgiebig (über private Dinge) zu schwatzen.

Wir verstehen uns alle recht gut und da war ein entspannter Abend zum Schnattern bei einem Bierchen bzw. Weinchen ein schöner Ausklang nach getaner Arbeit. Ich bin an dieser Stelle den Mitarbeitern des Biergartens zudem sehr dankbar, dass sie nach nur einer kurzen Reservierung per Email am Vormittag extra für uns zwölf Personen eine große Tafel vorbereitet haben, die wir dann um 18 Uhr ganz für uns alleine hatten. In einem Biergarten eher selten, oder nicht?

Dieses Wochenende war wieder nahezu ein sehr ruhiges, denn wir mussten nicht groß raus oder waren zeitlich an irgendetwas gebunden. Carsten hat zwar seinem Arbeitskollegen versprochen, sich von Freitag bis Montag um dessen Stubentiger zu kümmern …

… aber die jeweils kleinen, ca. 10 min langen Spaziergänge schoben wir irgendwann mal nachmittags zwischen das allgemein recht große Faulenzen. War aber auch kein großer Akt, denn wir übernahmen schon ab und zu mal diesen Dosenöffnerdienst, nur bei den vorherigen Fütterungsbesuchen hat sich die Katze immer nur in einer geschützten Ecke hinter der Couch im Wohnzimmer versteckt. Erstaunlicherweise blieb sie jetzt trotz unserer Anwesenheit doch mal auf ihrem Beobachtungsposten:

Man beachte ihre Schwanzposition    zwinker    wir haben uns auf jeden Fall darüber gefreut, dass sie jetzt nicht mehr so verängstigt ist. Allerdings konnten wir des Halters Wunsch nicht nachkommen, dem Tier auch noch eine Tablette zu verabreichen, denn so nah ließ sie uns dann doch nicht an sich heran. Wir haben es beim ersten Besuch kurz versucht, aber ihre Zähne und Krallen sind nicht zu verachten …

Was vergessen? Ach ja, wir bekamen auch mal wieder für ein paar Tage Besuch von Stephanie. Diesmal hatte sie allerdings im Vorfeld ihres Dresdenbesuchs ziemlich viele Verabredungen mit ihren Freunden ausgemacht und daher haben wir nicht so oft zusammenhocken können. Aber das holen wir dann während unseres vierwöchigen Urlaubs in Kanada nach … in etwas mehr als eine Monat ist es nämlich endlich soweit und wir werden mit ihr 30 Tage in einem Wohnwagen irgendwo zwischen Vancouver und Calgary verbringen.



2019 03.
Jul

Ich habe da noch ein paar „Schreibschulden“ vom letzten Jahr, die ich nun zeitlich eintakten und nach und nach abarbeiten möchte    zwinker

Wenn wir Innerdeutschen (also weitab jeglichen Meeres) vom Strandurlaub reden, dann hat man so gut wie immer einige Vorstellungen darüber, wie ein richtiger Traumstrand auszusehen hat:

Das Wasser muss ein herrliches blau tragen …

Ein immens wichtiger Bestandteil dieser Vorstellung sind auch zahlreiche Kokospalmen …

Man kann die totale Einsamkeit genießen …

Selbstverständlich hat man strahlenden Sonnenschein, wenn man sich am Strand aufhält …

Man hat endlich mal Zeit und findet zur seelischen Ruhe …

… oder zur inneren Balance …

Nicht zu vergessen sind die märchenhaft schönen Sonnenuntergänge, wenn die rot-gelbe Kugel in dem endlosen Gewässer eintaucht und dabei der ganzen Welt einen goldenen Schimmer verleiht …

Aber entsprechen all diese Vorstellungen überhaupt dem, was wir dann an manch einem, seit Langem ersehnten Urlaubstag letzten Endes wirklich vorfinden?

Das Wasser kann bei unbeständigem Wetter ziemlich schnell vom zauberhaften Blau in ein matschig wirkendes Grau umschlagen …

Eine einsame Palme trotzt ganz standhaft mit aller Kraft dem peitschenden Regen und den stürmischen Winden …

Man muss die Liegefläche und das strandnahe Wasser mit zahlreichen anderen Bade- und Sonnenhungrigen teilen, die sich natürlich genau in unmittelbarer Nähe positionieren …

Es gibt mitunter stürmische Tage, an welchen auch der Himmel nicht strahlend aussehen mag, sondern sehr mürrisch dreinschaut …

Sand ist einfach überall – in jeder Ritze!!! Eben nicht nur an den Füßen und die Sandkörner kleben felsenfest an all den Körperteilen, die sie erreichen …

… und  für sich beansprucht haben …

Der Begriff „Ruhe“ entpuppt sich als enorm dehnbar, denn jeder stellt sich darunter wohl ganz unterschiedliche Sachen vor …

Nur auf den goldenen Schimmer eines Sonnenuntergangs ist so gut wie immer Verlass, selbst wenn ein Wolkenband die Sicht auf die untergehende Sonne verdeckt …

Aber der Strand gehört nicht nur uns Menschen, auch wenn wir das alles gern für uns allein beanspruchen möchten …

So bringen wir manche Tiere mit und auch sie haben dabei ganz viel Spaß an einem Strandausflug und frischem, kühlen Wasser …

Andere wiederum haben allerhand Respekt vor dem lauten Getöse und der Größe heranrollender Wellen …

Oder manche warten nur noch darauf, diesen, für ihr Empfinden ganz furchtbaren, Ort wieder verlassen zu können …

Dagegen fühlen sich die Lebewesen, welche schon immer zum Strand und Meer gehören, hier selbstverständlich ganz wohl …

Denn hier kann man in der Tat entspannt liegen und Kraft für den nächsten Gang ins Wasser tanken …

Man kann am Strand auch nach Essen suchen …

Dabei stellen sich Krabben als besonders geduldige Späher heraus …

Für sie ist es nur wichtig, auf der Nahrungssuche immer so zu tun, dass man die anderen nicht sieht und stets darauf zu achten, dass die eigenen Wege sich nicht mit der Konkurrenz kreuzen …

Kleinere von ihnen sind wahre Meister im Tarnen, denn es ist mitunter gar nicht so leicht, sie auf dem Sand zu entdecken …

Anders ist da eine leuchtend blaue, wie aus Fernost-Kunststoff hergestellt aussehende Portugiesische Galeere – sie ist auf dem hellen Sand definitiv und zum Glück auf Anhieb sichtbar …

Diese Quallenart scheint aber auch nur für uns Menschen eine Gefahr darzustellen, denn diese kleine Krabbe hat sie dagegen zum Fressen gern …

Diese Krabbe scheint gerade eine Umgestaltung ihres Baus vorzunehmen, denn sie rannte immer wieder emsig mit leeren Scheren hinein und kam mit viel Sand heraus …

Auf jeden Fall ist es zweifelsohne immer wieder schön, das ausgefüllte Leben der ursprünglichen Strandbewohner näher unter die Lupe zu nehmen und nach einem Strandspaziergang die kleinen und großen Entdeckungen des Tages bei einem Bierchen in einer Strandbar und beim Sonnenuntergang auszutauschen. Auf Euch, ihr Strandlebewesen aller Art!



2019 16.
Jun

Endlich habe ich die Zeit gefunden, meine Quadrologie zu unserem Hawaii-Urlaub im Sommer 2018 abzuschließen – nach den Teilen …

Unser Hawaii-Urlaub Teil 1 von 4

Unser Hawaii-Urlaub Teil 2 von 4

Unser Hawaii-Urlaub – Teil 3 von 4

folgt jetzt Teil 4 – viel Spaß damit.

Maui war also unsere letzte Station bei diesem Inselhopping. Wir empfanden sie nach den bereits gemachten Erfahrungen als touristisch besonders gut erschlossen, dafür aber auch am wenigsten hawaiianisch. Man hat auf der Insel zum Beispiel mehr „Bleichgesichter“ (sogenannte Haoles) wie wir es sind gesehen und nicht wie auf den vorherigen das braungebräunte, runde und strahlende Ureinwohnerlächeln.

Auch auf dieser Insel waren wir sehr viel unterwegs. Dabei ist Maui flächenmäßig lediglich 54 x 42 km groß, aber wir haben es wieder einmal geschafft, innerhalb von acht Tagen insgesamt 1173 km mit unserem Jeep abzufahren.

Unser B&B lag in Kihei (relaiv im Süden), heißt „Sojourn“ und wird ganz liebevoll von Lila und James betrieben.

Beide sind vor Jahren vom Festland hierher gezogen, um vom gut entwickelten Tourismus zu profitieren und sich den Traum von immerwährenden Sommer zu verwirklichen – das ist ihnen gelungen:

Dieses B&B hatte aber eine – besondern für amerikanische Verhältnisse – außergewöhliche Besonderheit, denn im gesamten Haus gab es keinen einzigen Fernseher. Nein, auch nicht auf den Gästezimmern! Dafür hatte man somit mehr als genug Möglichkeiten, immer wieder mit den Gastgebern und auch mit den anderen Gästen ins Gespräch zu kommen. Besonders abends am Pool bzw. auf der Terrasse … vor allem bei den immer wieder atemberaubenden Sonnenuntergängen (s.o.):

Der Frühstückstisch wurde auch hier jedes Mal mit sehr viel Liebe gedeckt und das Essen war auch in diesem Haushalt stets „organic“

Der oben erwähnte Pool stand natürlich auch uns als Gästen zur Verfügung, aber wir haben lediglich nur ein einziges dieses Recht für uns beansprucht …

… denn wir waren nach wie vor viel viel lieber im Ozean baden:

James hat uns zudem seinen Lieblingsschnorchelplatz verraten – der Strand heißt „Secret Beach“ und liegt ganz in der Nähe unseres B&B und des sehr viel mehr bekannten sowie besuchten Poolenalena-Strand. Im Gegensatz dazu hat man am Secret Beach tatsächlich fast kaum Menschen gesehen:

Deshalb wird ein Abschnitt dieses Strandes auch gern von FKK-Anhängern genutzt, was für uns, die im Osten Deutschlands beheimatet sind, natürlich gar kein Problem darstellte. Aber ich muss schon gestehen, das es schon äußerst ein spannendes Bild ist, einem nackten Mann bei seinen Yogaübungen zuzusehen    zwinker

Wir waren hier aber viel mehr im Wasser als am Strand und erlebten dort eine wahre Schildkrötenautobahn:

Die lebenden Panzer schweben nämlich vom Strand aus gesehen immer zwischen zwei ca. 100 m voneinander entfernten Felsformationen von rechts nach links und wieder zurück, wohl um immer mal zwischen den Mahlzeiten ein wenig Bewegung zu haben. Badende und Schnorchelnde haben sie dabei auf dem nur von Sand bedeckten Abschnitt so gut wie gar nicht beachtet:

So viel Ruhe hatte man an den hotelnahen Stränden im Norden der Insel dann nicht mehr, denn es tummelten sich für mein Gefühl einfach viel zu viele Menschen im Wasser. An so einer überfüllten Stelle habe ich mal erfolglos versucht, einer auf mich zusteuernden Schildkröte auszuweichen, denn ich hatte noch die Höhe der Strafe für das Berühren dieser Tiere gut im Kopf – somit schulde ich dem US-Bundesstaat Hawaii jetzt wohl 3000 USD:

Aber unseren vielen Fahrtkilometer haben wir natürlich nicht beim Schnorcheln gesammelt. Auf Maui gibt es eine sehr berühmte, 103 km lange Straße, welche die Städte Kahului und Hana verbindet und den Namen „Road to Hana“ trägt:

Auf dieser Strecke erwarten einen 54 Brücken, 619 Haarnadelkurven und immer wieder jede Menge umwerfende Panoramablicke:

Da das Abfahren inzwischen zu einem „Must-see“ auf der Insel gehört, empfahlen uns Lila und James, die Strecke lieber in umgekehrter Richtung zu fahren, also von Hana nach Kahului und zum Teil auf unbefestigten Straßen. Während also der touri-guide-gesteuerte Normalo morgens im Uhrzeigersinn vom Norden der Insel in den Osten bis Hana und nachmittags dann die gleiche Strecke zurückgefahren ist, starteten wir unsere „Road to Hana“ morgens im Süden und sind immer gegen den Uhrzeigersinn durch Hana bis Kahului und durch die Inselmitte zurück zum B&B gefahren. Damit zuckelten wir eben nicht die ganze Zeit in einer Kolonne mit all den anderen Touristen – das war ein richtig guter Tipp! Wir konnten unterwegs so auch viel ungestörter an vielen Stellen anhalten und uns das eine oder andere genauer ansehen.

Auf dieser Strecke gibt es zum Beispiel auch eine ganz tolle Möglichkeit, in einem Wasserfall zu baden. Man muss zudem nicht so wie wir auf Oahu zuerst viele Kilometer durch den Dschungel laufen, sondern erreicht nach nur ein paar Metern vom Parkplatz plus eine kleine Kletterpartie auf Felsbrocken die Alelele-Falls:

Ein wenig abseits der Hauptstraße gibt es eine kleine Kirche namens „Palapala Hoomau Congregational Church“ , welche 1864 gegründet wurde:

Auf ihrem Friedhof fand der berühmte Pilot Charles Lindbergh, der 1927 im Alleinflug nonstop den Atlantik von New York nach Paris überquerte, seine letzte Ruhe:

Ebenfalls etwas abseits des Hauptwegs liegt der Red Sand Beach. Da wir aber noch einige Kilometer Autofahrt vor uns hatten, entschlossen wir uns kurzerhand nur zu einer Wanderung dorthin und dem obligatorischen Foto für meine „Füße-im-Wasser-Galerie“. Den Fußweg dorthin hat man typisch amerikanisch mit einer Dangerous-Warnung versehen …

… doch für uns, die bereits das Dschungelabenteuer auf Oahu überlebt und viele Wanderungen in der Sächsischen Schweiz hinter uns haben, war es wirklich nur ein 20-minütiger Spaziergang:

Als wir aber an diesem bilderbuchhaften Strand ankamen, bereuten wir zutiefst, dass wir unsere Badesachen im Auto zurückgelassen haben. Carsten war deshalb so lieb und ist freiwillig die gesamte Strecke nochmals zum Wagen gelaufen, um unser Zeug zu holen. Es war wirklich eines der schönsten Badeerlebnisse des Urlaubs!

Draußen tobte zwar das Meer, aber die Wellen wurden durch vorgelagerte Felsen, welche den Bereich bis zum Strand zu einem natürlichen Becken machten, gebrochen – so hatte man ein tolles und mitunter kräftiges Wellenschauspiel vor Augen während man dennoch im erfrischenden und recht ruhigen Wasser lag:

Unsere Road-to-Hana-Fahrt endete schließlich im beschaulichen Städtchen Paia und bevor man zum Stadtzentrum kam, hatte man noch eine gute Möglichkeit, vom Felsen herab zahlreichen Surfern bei ihrem Warten und Wellenreiten zuzusehen:

Hier mal unsere erste große Erkenntnis über das Surfen im Allgemeinen: Um Geduld zu erlernen, muss man einfach mal mit dem Surfen anfangen, denn das Gros der Zeit verbringen die Surfer nur damit, auf die für sie in dem Moment perfekte Welle zu warten – aber es gibt sicherlich sehr viel Unangenehmeres:

An einem anderen Tag entdeckten wir genau an dem Strand einen fast komplett mit großen schwarzen Steinen bedeckten Abschnitt. Und da die Leute diesen mit viel Hingabe fotografierten, kamen auch wir etwas näher heran und dann wussten wir warum: es war gerade eine Ruhestelle von mindestens 40 Schildkröten!

Ja, nicht alles, was hier wie ein Felsen oder nasser Stein aussieht, ist auch einer …

Und es kamen sogar immer mehr an, nur leider hatten sie kaum eine Chance, noch ein gutes und trockenes Plätzchen zu finden. Manche davon ließen sich daraufhin wieder ganz langsam von den Wellen ins Meer hinausziehen:

Nachdem wir alle Brücken passiert und alle Haarnadelkurven auf der „Road to Hana“ mit Bravour gemeistert haben …

… trieb uns der Hunger ins Zentrum von Paia. So landeten wir im „Paia Fish Market“ , was aber anders als der Name suggeriert kein Markt, sondern ein Schnellimbiss. Das Bier dort war sehr erfrischend und das Essen wird erst bei Bestellung zubereitet und ist somit äußerst frisch und auch ganz ganz lecker.

Wo wir mal wieder beim Thema Essen angelangt sind: da dies nun unsere letzte Station auf unserer Hawaii-Reise war, ließen wir uns an einem Abend für ein immer recht schnell ausgebuchtes Luau auf die Warteliste setzen. Ich war etwas besorgt, ob wir am Ende tatsächlich drankommen würden, aber Lila meinte, dass es so gut wie immer klappt und ich vertraute ihren Worten. Eigentlich hatten wir ein solches Festessen im Freien, mit traditionellen Gerichten der Einheimischen und den dazugehörigen Tanzaufführungen schon auf Kauai und auf Big Island ins Auge gefasst, aber es hat sich irgendwie nie ergeben.

An diesem Abend mussten wir also mal unsere, inzwischen fast mit der Haut verschmolzenen Badesachen ablegen und zogen uns nach gefühlten Monaten zum ersten Mal wieder gut bürgerlich an:

Wir trugen sogar unsere „normalen“ Schuhe statt Badelatschen und Sandalen!

Die Veranstaltung fand im Küstenstädtchen Lahaina statt und trägt einen stolzen Namen „Luau Feast At Lele“ … Lele ist der frühere Name von Lahaina. Ich muss sagen, es war ein wirklich luxuriöses Luau – mit einem fabelhaften Sonnenuntergang direkt am Strand …

… mit sehr gutem Essen und feurigen Tänzen von den vier verschiedenen Regionen des Pazifiks: Hawaii, Tahiti, Samoa und Aotearoa (bei uns wohl eher unter dem Namen Neuseeland bekannt).

Erstaunlicherweise waren alle Getränke, auch Spirituosen und alkoholische Cocktails, im Preis inbegriffen und ich habe dabei feststellen müssen, dass man beim Mixen mit dem Alkohol definitiv nicht gegeizt hat.

Übrigens, Lahaina haben wir noch ein weiteres Mal besucht, um am letzten Abend vor der Abreise dort zu essen. Diese kleine Stadt ist zweifelsohne ein sehr gut entwickeltes Touristenzentrum, das hat man sofort an den zahlreichen Läden gesehen, die die Hauptstraße der Stadt säumen und in denen man jede Menge Badesachen und Nippes für zu Hause kaufen konnte. Wir hörten auch diesmal wieder auf die Empfehlung eines Ortskundigen und gönnten uns eine, zugegeben etwas kostenintensive, aber dafür sehr gute Henkersmahlzeit mit Blick auf den Ozean:

Ich habe vorletztes Jahr im Monterey Aquarium (Kalifornien, USA) eine Abalone als ein für mich ganz neues Wesen entdecken dürfen und hier im „Honu“ konnte ich diese Seeschnecke nicht nur meinem Zahn und im Mund fühlen, sondern durfte auch noch die herrliche Perlmuttmuschel behalten. Auf die war ich wirklich sehr scharf, denn ich liebe Perlmutt!

Auf Maui konnten wir allerdings nicht immer ins Wasser springen wie es uns gefiel, denn es gab während unseres Aufenthalts auf der Insel immer wieder mal eine Sturmwarnung auf Carstens Handy:

Der nächste Hurrikan hielt auf die Inseln zu und die Händler der zahlreichen Touri-Shops reagierten sofort: Olivia, so der Name dieses Wirbelsturms, war zwar noch gar nicht angekommen, aber die obligatorischen „I survived“-T-Shirts konnte man bereits kaufen:

Die Sonne ließ uns auf Maui fast nie im Stich, aber in den höheren Lagen der Insel kann das trotzdem auch mal ganz anders aussehen. Im Haleakala-Nationalpark (nebenbei erwähnt der einzige NP auf Hawaii, für den wir Eintritt zahlen mussten) waren wir sehr froh, dass wir unsere Fleecejacken immer griffbereit im Auto platziert hatten!

Nur um diese Anhöhe lag eine dichte Wolkendecke und somit war es dort im Allgemeinen äußerst kühl, feucht und neblig:

Den dort beheimateten Rebhühnern macht das offensichtlich genau so wenig aus wie die Höhe, in welcher sie ganz entspannt herumspazieren:

Auch die seltene, einheimische Pflanze mit dem Namen Silberschwert gedeiht dort prächtig:

Uns war die Luft bzw. der Sauerstoffgehalt in einer Höhe von 3055 m doch etwas zu dünn …

… so habe ich diesen Umstand anfangs ein wenig unterschätzt und bezwang die etwa 40 Treppenstufen zu dieser Anzeige noch im Schweinsgalopp. Aber als ich dann oben ankam, blieb mir nicht nur wie gewohnt ein wenig die Puste weg, sondern komplett. An dem Tag habe ich verstanden, was man meint, wenn man einen Zustand als „atemlos“ beschreibt. Ich hätte nur zu gern Helene Fischer in dieser Höhe gesehen!   zwinker

Der von mir schon erwähnte Hurrikan Olivia schickte wie sein Vorgänger Lane (siehe Teil 2: Kauai) etliche Regenausläufer voraus, was uns zumindest die geplanten Wanderpläne in höheren Lagen zunichte machte:

Das wurde selbst den sonst recht widerstandsfähigen Kühen zu viel und sie suchten noch ein relativ trockenes Plätzchen unter Bäumen:

Zum Glück war der Tag der Abreise in Kihei überall wieder schön sonnig. Wir nutzten die Zeit bis zum Abflug in heimische Gefilde, um nochmals am Secret Beach Schnorcheln zu gehen. Es war ein absolut perfekter Abschluss!

Wir mussten nach vier Wochen allerdings nicht nur von tollen Menschen, traumhaft schönen Stränden, Abenteuern aller Art und im positiven Sinne einprägsamen Erlebnissen Abschied nehmen … Carstens Lieblingsreisesandalen, welche schon das Wasser und die Strände von Bali, Miami und nun auch Hawaii hautnah miterleben durften, quittierten genau am letzten Urlaubstag bzw. sogar in den letzten Stunden vollständig ihren Dienst und durften daher auf Maui bleiben:

Wir dagegen zwangen uns abends im Flughafen von Kahului wieder in unsere langen Jeans und traten die Rückreise nach Dresden an. Aloha, Hawaii! Und Mahalo für diese wunderschöne Zeit!



2019 10.
Jun

Irgendwie hat es sich so ergeben, dass die Elbe in unserer verflossenen Woche eine sehr zentrale Rolle gespielt hat. Vor knapp zwei Jahren habe ich Carsten zum Geburtstag ganz uneigennützig    zwinker    einen Gutschein für die Fahrt mit dem Elbe-Taxi geschenkt. Mein Mann machte für den vergangenen Mittwochabend einen Termin aus und so saßen wir schon eine gute Stunde vor der geplanten Abfahrt um 21:15 Uhr im Biergarten „Fährgarten Johannstadt“ … praktischerweise befindet sich die Anlegestelle von Elbe-Taxi nämlich direkt am Ufer davor. Es war ein lauer Sommerabend wie es im Buche steht – ein perfekter Auftakt für eine romantische Bootsrundfahrt!

Das Motorboot kam überpünktlich an. Wir waren die einzigen Gäste und schon bald saßen wir bei einem vom Fahrer spendierten, gekühlten Prosecco im Boot, um die Tour „Dresden @ Night“ zu beginnen. Zuerst ging es mit jede Menge Power von der Anlegestelle flussaufwärts bis zum Blauen Wunder.

Man glaubt gar nicht, mit wie vielen Insekten man plötzlich eine mehr als enge Bekanntschaft macht, wenn man so schnell auf dem Wasser unterwegs ist! So fühlt sich also eine Windschutzscheibe    standard

Hinter der Brücke, in der Höhe des „Schillergarten“ , wurde gewendet und dann tuckerten wir ganz gemütlich flussabwärts Richtung der Dresdner Altstadt und somit diesem Sonnenuntergang entgegen:

Die Farben des heutigen waren wieder einmal einfach nur märchenhaft! Wir konnten uns an diesen die ganze Fahrt lang nicht satt sehen …

Schon bald darauf folgte die Blaue Stunde und die Lichter der Stadt gingen nach und nach an.

Das Zusammenspiel des natürlichen und künstlichen Lichtes fanden wir äußerst harmonisch!

Wer schon mal abends in Dresden unterwegs war, weiß, dass man von der barocken Skyline der Altstadt niemals genug haben kann, wenn man auf dem gegenüberliegenden Königsufer Posten bezogen hat. Von der Elbe aus hat man schon wieder einen ganz anderen Blick auf diese Schönheit – eine solche Kulisse hat uns beide sehr berührt:

Ich kann diese Erfahrung wirklich nur wärmstens weiterempfehlen!

Wie ich schon eingangs schrieb, war das natürlich nicht unsere einzige Begegnung mit der Elbe in dieser Woche. Wir wollten die Gunst eines langen Pfingstwochenendes nutzen und haben für den Samstag einen Tagesausflug inklusive 20 km Wanderung zur Elbquelle geplant – vor allem, um danach noch zwei weitere Tage zur Erholung zu haben.

Im Januar konnten wir in Cuxhaven sehen, wo die Elbe in der Nordsee mündet – an dieser Kugelbake:

Nun also mal ans Ende unseres Hausflusses in die andere Richtung, denn die Quelle liegt im Nachbarland Tschechien. Von Dresden muss man mit dem Auto allerdings schon so ca. 3,5 Stunden Fahrzeit einplanen, um endlich via Bundesstraßen und vielen Serpentinen zum Anfang des zur Elbquelle führenden Wanderweges in der Stadt Spindlermühle im Riesengebirge anzukommen.

Glücklicherweise ist unsere Entscheidung ein Rundweg    standard    denn diese Hin- und Zurücktouren damals auf Madeira waren nicht wirklich mein Fall – alles Rauf muss im Gegenzug auch wieder runter und umgekehrt und man bekommt eben nicht auf der gesamten Strecke immer nur Neues zu sehen. Hier ist das total anders. Man sieht auf dem Foto, dass die Wege der Strecke gut ausgebaut und ordentlich markiert sind:

Der Aufstieg ist zum Glück nicht zu steil. Wir sind außerdem erst bei 1200 m Höhe gestartet und als höchsten Punkt mussten wir 1484 m erklimmen, das Ende lag dann wieder bei 752 m … 

… und ja, wir haben bei der ursprünglichen 25 km langen Wanderung etwas geschummelt und sind von der Spindlermühle zur Spindlerbaude ca. 5 km bzw. 450 Höhenmeter zuerst bequem mit dem Bus gefahren.

Zum Glück gab es auf dem ausgesuchten Weg immer wieder die Möglichkeit, eine kleine Pause einzulegen und bei umwerfendem Weitblick einen Schluck Wasser zu trinken oder eine der mitgeschleppten Kleinigkeiten zu essen:

Je höher wir kamen, um so häufiger hat man in der Umgebung Stellen entdeckt, wo auch noch im Juni Schnee zu sehen ist!

Die Vegetation in diesen Höhen entsprach ziemlich genau dem in der Schule mühsam erworbenen Wissen: niedrig gewachsen und sehr robust:

Carsten meinte bei dieser Landschaft, dass sie ihn ganz stark zum einen an die Lüneburger Heide und zum anderen an eine großflächig angelegte Landesgartenschau erinnert – ich gebe  ihm (ausnahmsweise) in beiden Punkten recht.

Die Elbquelle, welche sich ganz offiziell so nennen darf, liegt in einer Höhe von 1386 m. Eigentlich beginnen die Quellbäche der Elbe schon ein paar hundert Meter abseits auf einer Wiese, aber da man sich in einem Nationalpark befindet und die vorgegebenen Wege nicht verlassen soll, hat man extra für die vielen Besucher eine etwas besser erreichbare Stelle als das eigentliche, sumpfartige Gebiet eingerichtet:

Hier ist der Beweis, dass ich es tatsächlich bis dorthin geschafft habe    standard    und im Hintergrund sieht man die ersten Meter eines der größten Flüsse Deutschlands mit insgesamt 1095 km Länge, wovon 727 km innerdeutsch sind:

Und ja, auch hier habe ich kurz meine Füße ins Wasser gehalten    standard

Die Elbe ist an dieser Stelle wirklich noch ungewohnt schmal und zierlich:

Aber auf unserem Rückweg haben wir schon einige Bäche gesehen, welche von der Seite dazukommen und ihr richtig viel Wasser hinzufügen. Bereits nach wenigen hundert Metern, welche den Beginn des Abstiegs markieren, hat die Elbe als Wasserfall bedeutend mehr Inhalt zu bieten:

Für mich, die sonst eine Elbe immer nur als halbwegs breiten und gemächlichen Fluss in der Sächsischen Schweiz, in Dresden und in Meißen sowie als ganz breiten Strom im Norden bzw. in Hamburg erleben konnte, ist es immer noch schwer zu realisieren, dass ich hier nun einen Rinnsal und einen lauten und stürmischen Elbfall gesehen habe.

Bei dem zunächst 4 km langen und steilen Abstieg war man vom Flusslauf eine Zeit lang (leider) gänzlich voneinander getrennt:

Aber als dieser Abschnitt dann zu Ende war, haben wir eine schon um einiges breitere, wenn auch noch recht flache Elbe bewundern können, die in der Abendsonne einen richtig goldfarbenen Touch bekam:

Auf den letzten 5,5 km bis zum Parkplatz, wo unser Smart ganz brav einen ganzen langen Tag auf uns gewartet hat, sahen wir noch viel mehr Zuflüsse, die hineinströmten, und die Elbe somit weiter anschwellen ließen:

Der im tschechischen als Labe bezeichnete Fluss ist auf diesem Bild übrigens links.

Am Ende dieser Wanderung meinte Carsten, dass er sich in seinem Leben noch mit keinem anderen Fluss derart intensiv gelebt hat: Besuch der Quelle im Riesengebirge, Besuch der Einmündung an der Kugelbake in Cuxhaven, Abschnitte in Ústí nad Labem, Decín, der Sächsischen Schweiz, Dresden, Radebeul, Meißen, Riesa, Torgau, Hamburg und Brunsbüttel, zweimal (2002 & 2013) mit extremem Hoch- und unzählige Male mit Niedrigwasser. Und da meine Orangenhälfte Ende Oktober dieses Jahres bereits sein 18. Umzugsjubiläum feiern wird, hatte er inzwischen jede Menge Zeit, die Elbe von ihrer Entstehung bis zu ihrer Auflösung kennen zu lernen … zugegeben, ich auch    standard



2019 04.
Jun

Nach der Wikipedia-Definition ist „Quality Time“ die Zeit,  in der man seiner Familie und seinen Freunden besondere Aufmerksamkeit widmet. So gesehen hatte ich in der vergangenen Woche jede Menge Quality Time erleben dürfen. Andrea kam am Montag für ein paar Tage in das Apartamento OLCA und da wir schon eine Weile nicht mehr ausgiebig miteinander quatschen konnten, holten wir das zum einen beim Sushi-Essen im „Tokyo-Kaiten-Sushi“ in der Innenstadt direkt am Montag und zum anderen im Rahmen eines Familientages am Donnerstag nach. Jener Donnerstag war nämlich Christi Himmelfahrt, ein deutschlandweit freier Tag. Insbesondere auch als Herren- oder Männertag bekannt, wird er im Osten der Bundesrepublik allerdings gern von Männern jeder Altersklasse dazu genutzt, in Grüppchen durch die Gegend zu ziehen und Bierprodukte sowie diverse kleine Schnäpse zu vernichten. Da Carsten kein Alkohol trinkt und an einem solchen Zeitvertreib eh kein großes Interesse hat, wurde es bei uns eben kurzerhand ein OLCA-Familientag … leider ohne Stephanie, die sich mit Freunden zu einem verlängerten Paintball-Wochenende inklusive Turnier verabredet hat. Nach einem gemütlichen Frühstück in den eigenen vier Wänden ging es für uns drei dann in den Großen Garten zum Minigolfspielen. Das Wetter war ja an dem Tag spitzenmäßig!

Es spielten allerdings nicht nur Kinder und Frauen auf den 18 Bahnen    zwinker

Die Herren hinter Andreas Rücken waren mit 8 Spielern zwar zahlreicher als jede andere Minigolfgruppe, aber dennoch sehr umgänglich – sie fielen gar nicht mehr aus der Masse auf, wenn man denn mal endlich an ihnen vorbeigezogen ist (unsere Wege kreuzten sich auf dem Bahnen 6 bis 8).

In Bezug auf Minigolf kann ich nur eines sagen:  ich bin stets bemüht …

… aber meine Familie weiß dennoch meine spielerischen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen    zwinker

Ich muss gestehen, dass ich gar keine Chance habe, hierbei einen Widerspruch einzulegen. Ich habe wie immer gedacht, dass der Gewinner die meisten Punkte haben muss … und die hatte ich mir auch diesmal wieder mit 87 Zählern (von immerhin maximal 126 möglichen: 6 Schläge + 1 Strafpunkt bei 18 Löcher) hundertprozentig gesichert    zwinker

Ich hoffe, dass ich wenigstens als Gewinnerin der Herzen gelten kann, denn meine Schläge haben am Ende nicht nur meine eigene Begleitung zum Grinsen gebracht, sondern auch zur Belustigung nebenan spielender Minigolfer beigetragen    standard     ja, auch die Herrengruppe wurde auf mich aufmerksam.

Nach der sportlichen Betätigung ging es dann weiter per Pedes zum Mittagessen in die Innenstadt.

Wir haben uns dort für das „Ontario“ entschieden, denn Steaks gehen in unserer Familie immer!

Der anschließende Verdauungsspaziergang führte uns über die Brühlsche Terrasse und am Altmarkt vorbei schließlich wieder zurück in den Großen Garten. Am Ende unseres Ausflugs landeten wir in dem am Rande des Parks in diesem Jahr neu eröffneten Biergarten „Paul Rackwitz Neue Welt“ – wir hatten zwar keinen großen Hunger mehr, aber es war einfach ein zu schöner Tag, um so schnell wieder nach Hause in die eigenen vier Wände zu kommen.

Die Getränke- und Speisekarte ließ sich sehr gut lesen. Man merkte allerdings, dass heuer die erste Saison ist und das auch gerade mal am unmittelbaren (Sommer-)Anfang, denn das Bewirtungsteam muss sich noch sehr viel besser einspielen – aber für uns war es nicht wirklich schlimm, denn wir hatten es ja nicht eilig. Ich schätze trotzdem, dass wir diesen Biergarten noch einige Male besuchen werden. Sicherlich lassen sich die Fortschritte bei der Bestellung und dem Abholen dann auch schnell erkennen …

Ein anderes Highlight der Woche war für mich der Ausflug nach Polen am Samstag. Die Stadt Liegnitz, auf polnisch heißt sie Legnica, hat eine lange und recht ereignisreiche Geschichte vorzuweisen. Mir ist der Name beim Lesen einer alten Chroniken aufgefallen – ja, gelegentlich lese ich auch solche Bücher    zwinker
Im Jahr 1241 fand bei Liegnitz eine große Schlacht zwischen dem mongolischen Heer und einer deutsch-polnischen Streitmacht statt. Die Armee der Goldenen Horde (damals auch Tataren genannt) war stärker und konnte diese Schlacht am Ende siegreich für sich entscheiden. Dennoch hat Batu Khan danach nicht noch weitere Teile Westeuropas angegriffen und erobert, sondern kehrte ab dieser Stelle einfach wieder um – warum dies geschah, weiß bis heute keiner genau. Als mögliche Antworten liest man, dass sie einen neuen Anführer wählen wollten oder auch, dass sie vom Mut der deutschen und polnischen Krieger derart beeindruckt waren, dass sie ihre übrig gebliebenen Kämpfer schonen wollten.

Soviel aber zum Grund meines Interesses an diesen Ort. Es hat sich dazu noch ergeben, dass sowohl Anna als auch Julia an diesem Tag nichts weiter geplant hatten und somit recht spontan mitkommen wollten. Man fährt zudem von Dresden nur ca. zwei Stunden dorthin – also ein perfekter Tagesausflug.

Die Stadtarchitektur ist eine Mischung aus Historischem und Sozialistisch-Modernem:

Diese Mischung gilt aber leider auch für den Markt bzw. den alten Stadtkern:

Auf der rechten Seite des Bildes sieht man übrigens das Haus „Unter dem Wachtelkorb“ , das Gebäude stammt aus dem 16. Jahrhundert und man erkennt es leicht an dem runden Erker mit zwei Etagen sowie an der mit Sgraffiti reich verzierten Wand.

Ebenfalls schöne und sehr beeindruckende Sgraffiti gibt es an der Fassade des ehemaligen Scholz-Hauses:

Diese Art von Wandschmuck ziert auch eines der sogenannten Heringsbuden am Markt, aber leider kann man es auf dem Bild nur schwach erkennen (das fünfte Haus), aber ich verlasse mich da einfach auf eure Vorstellungskraft    zwinker

Wir besuchten außerdem noch das Piastenschloss:

Heutzutage beherbergt es nur noch Büros und Verwaltungsräume, deshalb hat man jetzt dort kaum noch Glanz und Gloria zum Anfassen.

Sehr überrascht hat es mich, im ansonsten sehr katholischen Polen eine evangelische Kirche, die Liebfrauenkirche zu sehen, die dazu noch einen farblich etwas außergewöhnlichen Innenausbau vorweisen kann:

Es war wirklich alles sehr interessant, aber eigentlich war es noch nicht das, weshalb ich ursprünglich in diese Gegend wollte. Dafür mussten wir noch ca. 10 km gen Osten fahren, um in das Dorf Legnickie Pole zu gelangen. Dort besuchten wir in der gotischen Dorfkirche das Museum der Schlacht von Wahlstatt:

Die Ausstellung ist klein aber fein und dazu noch gleich in mehreren Sprachen – auch in Deutsch.

Man kann zwar auch noch auf den Turm hochgehen, aber von dort lässt sich die Umgebung leider nur von Innen durch ein paar kleinere Fenster ansehen. Allerdings sind beim Aufstieg an den Wänden jede Menge Fotos zu entdecken, welche die Geschichte der längste vergangenen Tag noch etwas lebendiger machen – Freunde von „Ritterspielen“ und dem Nachstellen von Schlachten in Originalkostümen sei Dank:

Gegenüber der kleinen Museumskirche befindet sich die Kirche zum Heiligen Kreuz und St. Hedwig von Schlesien,  welche einst ein Benediktiner-Kloster war:

Wir haben das große Glück gehabt, dass wir zwischen zwei hintereinander stattfindenden Hochzeiten kurz hineingehen konnten – es wäre auch zu schade gewesen, wenn wir diese üppigen Fresken von Cosmas Damian Asam nicht gesehen hätten!

Wir fanden seine Art der Malerei bereits vor Jahren, während unseres Besuchs in der Asamkirche in München, wunderschön.

Nach so vielen Eindrücken und Herumlaufen hatten wir Hunger und kehrten in der von der Mitarbeiterin des Museums empfohlenen Gaststätte im Hotel Dworek ein. Ich war etwas überrascht, dass in der Speisekarte Reibekuchen bei den Fleischgerichten standen – allerdings mit dem Zusatz „ungarischer Art“ … meine Neugier hat am Ende wie immer gesiegt und nach der Bestellung hatte die Lösung vor mir stehen:

Der sogenannte Ungarische Reibekuchen fällt ganz schön groß aus und ist sehr großzügig mit Paprika-Gulasch gefüllt. Lecker war es auf jeden Fall! Carsten nahm das Schnitzel mit Spiegelei und unsere Begleitungen haben sich für das in Polen sehr bekannte Gerichte Pierogi entschieden:

Am bezauberndsten fanden wir alle allerdings die „Freikarten“ für den ansonsten kostenpflichtigen Besuch der Toilette – diese Zettel mit Stempeldrucken waren wirklich fälschungssicher    zwinker

Es gab pro Kunde der Gaststätte je ein Zettel und alle anderen WC-Suchenden mussten bei der Toilettenfrau für ihre Bedürfnisse bar bezahlen.

Mit einem Schmunzeln und vollen Bäuchen rollten wir dann vergnügt wieder nach Hause. Da der Sommer es jetzt wohl endlich auch nach Dresden schafft, schätze ich, dass nun noch jede Menge Quality Time mit unseren Freunden Einzug in unseren Alltag halten wird. So soll es doch auch sein, oder?



2019 19.
Mai

Der Monat Mai hat sich bislang zwar recht kühl und vergleichsweise bewölkt gezeigt, aber das tat unserem Freizeitspaß dennoch keinen Abbruch. Natürlich legt man als Arbeitnehmer sehr gerne einige Erlebnisse lieber auf ein ganzes Wochenende, als nur auf ein kleines Vergnügen am vergleichsweise kurzen Feierabend … das gilt für uns in erster Linie bei Treffen mit Leuten und den damit ggf. verknüpften Kurztrips. Als uns Jesus, welchen wir letztes Jahr über Couchsurfing in Miami kennenlernten, im Dezember in Dresden besuchte, haben wir gleich das erste Mai-Wochenende für ein Gegentreffen seiner neuen Wahlheimat eingeplant. Er wohnt jetzt seit etwa einem Jahr in Frankfurt am Main, da er ein Arbeitsvisum für Deutschland bekam und dort seinem Beruf im Bankenumfeld am besten nachkommen konnte. Da sowohl Carsten als auch ich von Frankfurt bislang außer der Messe und dem Flughafen kaum etwas anderes gesehen haben, waren wir natürlich sehr gespannt, was die Stadt sonst noch so zu bieten hat. Was soll ich sagen – wir sind sehr positiv überrascht worden!

Eines der schönsten Erlebnisse war eine Stadtführung, die von Frankfurt Free Walking Tour angeboten wurde. Unser Tourguide hieß Jenna … 

… und sie hat uns trotz des immer wieder aufs Neue einsetzenden Regens durch einige interessante Ecken der Stadt geführt, auf die wir sonst sicherlich nicht aufmerksam geworden wären.

Wir waren eine durch und durch sehr bunt gemischte, aber sehr lockere Gruppe und Carsten witzigerweise der einzige Deutsche von uns allen:

Wir konnten uns unterwegs immer wieder mit den anderen Teilnehmern aus USA, Großbritannien, Schweiz, Bosnien, Singapur, Schweiz, Indien, Weißrußland, Rußland und Brasilien über alles Mögliche austauschen und hatten trotz der Sprachenvielfalt sehr, sehr viel Spaß miteinander. Am Ende haben wir uns sogar mit dem jungen Inder Nishant (2. v. r.) angefreundet und fast den gesamten restlichen Tag zusammen verbracht:

Den alten Kern der Innenstadt, genauer gesagt den Römerplatz mit seinen besonders kunstvollen Fachwerkhäusern und einem majestätischen Rathaus, fanden wir auf Anhieb sehr sympatisch:

Der Platz hat allerdings auch eine, geschichtlich betrachtet, traurige Stelle:

Bei den dort auf den Buchseiten aufgeführten Schriftstellern sind übrigens auch zwei aus Dresden mit dabei: Ludwig Renn und Erich Kästner.

Eine weitere, für Deutschland historisch sehr bedeutende Stätte, welche uns Jenna zeigte, war die Paulskirche. Dort tagten im Jahre 1848 sowohl das Deutsche Vorparlament als auch die Deutsche Nationalversammlung, bei der die Fragen bezüglich einer Deutschen Verfassung, dem Aufbau des Staates und auch die Ausdehnung des künftigen deutschen Reiches vereinbart wurde.

Bei unserer z.T. alternativen Stadtführung steuerten wir auch ein paar historisch nicht so bedeutenden Anlaufpunkte an, die aber genau so zu Frankfurt dazugehören, wie die Grüne Soße … dazu später mehr. Wie lernten dabei eben auch etwas über die Drogenszene und die mitunter sehr erfolgreichen Gegenmaßnahmen (Stichwort: Drückerstuben) und das nicht gerade kleine Rotlichtviertel der Stadt:

Bezeichnenderweise liegt dieses ganz nah am Bankenviertel und wie man so erfahren hat, wird hier wohl ausgerechnet zur Mittagszeit der größte Umsatz erzielt – ein Schuft, wer Bö(r)ses dabei denkt …

Zudem gibt es in Frankfurt so einige Spidermanfiguren an den Fassaden und auf den Dächern zu entdecken: mal in seiner klassischen Gestalt …

… oder durchaus auch als Venom (schwarz statt rot), wie hier auf dem Vordach der „Bar ohne Namen“ :

Aber all das ist nur ein Bruchteil der Führung gewesen – um alles darüber zu erfahren, kann ich jedem eine solche Tour durch die Stadt nur sehr ans Herz legen, denn man erfährt unter anderem noch, wo das Geburtshaus von Goethe steht, warum auf der Dachspitze vom Frankfurter Rathaus eine Katze sitzt, welche Rolle Kaugummis bei der Stadtentwicklung gespielt haben und wozu die oben erwähnten Drogenkonsumräume gut sind bzw. was damit erzielt wurde.

Nach dieser ca. 2,5 Stunden langen Tour folgten wir sehr gerne der Restaurantempfehlung von Jenna, um auch noch das klassische Gericht aus dieser Gegend probieren zu können: Frankfurter Grüne Soße und natürlich dem allseits bekannten Apfelwein (Ebblewoi). Die Apfelweinwirtschaft „Dax“ befindet sich in Sachsenhausen, DEM Kneipengebiet der Stadt, und lädt in urgemütlicher Atmosphäre zum Sitzen, Essen und Trinken ein.

Zur „Grie Soß“, dem kalten Sieben-Kräuter-Mix, haben Carsten, Jesus und ich jeweils ein Schnitzel genommen, Nishant entschied sich für die vegetarische und eigentlich sehr viel ursprünglicheren Zusammenstellung mit gekochten Eiern. Beide Variationen sind äußerst lecker!

Am darauffolgendem Tag haben wir auf den Rat von Maria, der Freundin von Jesus, gehört und sind, obwohl ursprünglich ein Verlassen Frankfurts nicht geplant war, mit den beiden im Auto zum ca. 70 km entfernten Rüdesheim aufgebrochen. Bereits auf dem Weg dorthin waren Carsten und ich von der Schönheit des Rheintals sehr angetan – vor allem die Menge an Burgen und Burgruinen hat uns sehr überrascht. Wir wollten unbedingt zur Loreley, denn wenn man schon einmal in dieser Gegend ist, muss man diesen Felsen einfach gesehen haben!

Die Loreley selber sitzt allerdings nicht wie man erwarten könnte dort oben, sondern unten, direkt am Rhein – ganz vorne auf der Spitze der Hafendamm-Mole bei St. Goarshausen (am Ende der Landzunge links im Bild):

Von dort war der Rhein natürlich im Nu zu erreichen und ich konnte der Versuchung, meine Füße ins Wasser einzutauchen, einfach nicht widerstehen. Das Beweisbild gibt es wie immer in meiner Füße-im-Wasser-Fotosammlung    standard

Auf dem Rückweg fuhren wir für einen weiteren Zwischenstopp nach Rüdesheim. Diese Stadt ist touristisch voll und ganz erschlossen, wie wir beim Schlendern durch die gerade mal 2 m breite Drosselgasse und die benachbarten Sträßchen und Gässchen schnell feststellen mussten. Nippes und Tand aus ganz Deutschland (z.B. Kuckucksuhren aus dem Schwarzwald, Weihnachtsfiguren aus dem Erzgebirge und Diverses aus Bayern) wird hier dem internationalen Publikum zum Kauf angeboten, sodass uns persönlich sogar ein wenig der direkte Bezug zum Rheintal und der Weinregion fehlte – hier kann man sich für die Lieben daheim gleich mit allem eindecken, was man sicherlich sonst nur mühsam auf einer Fahrt durch alle 16 Bundesländer zusammenklauben könnte:

Zum Glück waren wir aber noch weit außerhalb der Saison, denn ich kann mir vorstellen, dass es hier in der Sommerzeit von Touris nur so wimmelt. Obwohl die Häuschen und Läden mitunter sehr hübsch sind, wenn auch zum Teil inzwischen etwas abgerockt, waren wir mit der Besichtigung doch recht schnell fertig, denn inzwischen forderten Hunger und Durst ihren Tribut. Maria hat deshalb ein Abendessen auf dem „Weingut Magdalenenhof“ vorgeschlagen und wir als Auswärtige haben uns voll darauf eingelassen. Bereut haben wir nix, denn die Empfehlung war echt klasse! Maria, Jesus und ich gönnten uns zu dritt diesen Testkreisel der dortigen Weine:

Glücklicherweise haben sich unsere Geschmacksknospen auf unterschiedliche Weine gefreut und so waren wir uns nach kurzem Nippen von allen Gläsern sehr schnell einig, wer was am liebsten trinkt. Das Essen war aber auch sehr lecker und die Käseplatte für zwei Personen war einfach genial – für 17 Euro äußerst üppig und vielfältig:

Erst am Montag sind Carsten und ich wieder zurück nach Dresden gefahren, denn Dank unserer Überstunden konnten wir den gesamten Tag für eine völlig entspannte Rückreise gen Osten freimachen. Unsere Arbeitswoche war dadurch natürlich kürzer und das nächste Wochenende fing für uns bereits schon gleich am Freitagabend wieder mit einen kleinen Event an. Lars Hitzing, einer der Phrase4– Stammautoren, hat ein neues Buch veröffentlicht. So planten wir am 10. Mai im kleinen, sehr liebevoll ausgestatteten Buchladen Shakespeares Enkel die Premiere seines neuen Kurzgeschichtenbands „Destiller’s Edition“ ein.

Natürlich wurden ein paar Geschichten daraus vorgelesen und einige davon habe ich bereits im Rahmen der Phrase4-Lesebühne gehört. Die Frau zur Lars‘ Linken ist übrigens Katharina Salomo, seine Verlegerin:

Es war ein sehr vergnüglicher Abend mit guten Storys, interessanten Gesprächen nach der Lesung der vier ausgewählten Geschichten und auch einigen Gläsern mit leckeren Quittenwein aus der kleinen Eckkneipe gegenüber    standard

Am darauffolgenden Samstag wollten Carsten und ich an einer Igeltour teilnehmen, die am Dr.-Külz-Ring in der Innenstadt beginnen sollte. Wir waren zwar zusammen mit weiteren 10 Interessierten rechtzeitig an Ort und Stelle, doch am Ende fehlte die Tourleiterin. Das war uns noch nie passiert! Nachdem wir alle ganz brav eine gute halbe Stunde auf die Frau gewartet haben, sind wir leicht enttäuscht auseinander gegangen. Immerhin hatten wir aber superschönes Wetter und wir entdeckten auf dem Altmarkt einen kleinen Frühlingsmarkt, welcher weit sichtbar durch einen in den blauen Himmel ragenden Maibaum angekündigt wurde:

Dort schlenderten wir etwas herum und auf der Prager Straße entdeckten wir auch noch, dass dort gerade die 1. Dresdner Bierbörse erneut zum Herumlaufen und Verweilen einlud. Zur Mittagszeit war es mir für ein Bier noch etwas zu früh, aber obgleich dieses neuen Wissens kehrten wir am Nachmittag nochmals mit Kerstin ganz spontan dorthin zurück. Eigentlich hatten wir uns nur zum Kaffee verabredet, aber um das schöne Wetter so richtig ausnutzen zu können, liefen wir zu dritt noch einmal an den Ständen der beiden Märkte vorbei. Carstens Interesse lag wie üblich eher beim Essen …

… während ich mich mit den Schottischen Biersorten beschäftigt habe. Das Getränk auf dem Tisch (s.o.) ist Scottish Brown Ale. Die andere Sorte (s.u. rechts) hieß Belhaven Stout und war wirklich-wirklich dunkel!

Wie man unschwer erkennt, läßt Carstens Cola die Sonnenstrahlen noch durch, bei meinem Stout hat das nicht mehr funktioniert    standard
Wir hatten alle unseren Spaß dort und wurden auch kulinarisch je nach Geschmack fündig.

Aber das noch laufende Wochenende ist (endlich mal) gänzlich ereignislos und so komme ich wenigstens heute dazu, einmal über die zwei davor liegenden zu berichten    zwinker    für die kommenden Wochen und Wochenenden haben sich schon wieder viele Termine bei uns eingefunden – dazu aber erst später an dieser Stelle mehr.



2019 11.
Mai

Vor Wochen haben wir an beide Kinder die Frage gestellt, ob sie ein gemeinsames Osterwochenende einplanen würden. Als dies mit nachvollziehbaren Begründungen verneint wurde, suchten Carsten und ich nach einer alternativen Beschäftigung und beschlossen, die vier kombinierbaren, arbeitsfreien Ostertage (Karfreitag bis Ostermontag) für eine weitere Tour durch Europa zu nutzen. Schließlich gibt es ja noch so viele Reiseziele auf unserer Wunschliste, die endlich mal besucht werden möchten. Nach Sichtung dieser fiel die Entscheidung kurzerhand auf Belgien und als Stadt wählten wir Brüssel plus Antwerpen im Rahmen eines Tagesausflugs, weil es nur ca. 55 km entfernt liegt.

Auf unserem Arbeitszeitkonto gab es zudem noch ausreichend Überstunden, um den Mittwochnachmittag und den ganzen Donnerstag frei zu nehmen. Daher verließen wir schon am 17. als Mittagskinder (für die Nicht-DDRler: gegen 12:00) die Arbeit und machten uns mit dem Suzuki schnellstmöglich auf die A4 in Richtung Chemnitz auf. Für den gesamten Weg bis nach Brüssel – immerhin fast 800 km – war es allerdings schon zu spät und somit haben wir im Vorfeld für einen geplanten Zwischenstopp ein Zimmer im Ibis Budget Essen-Nord gebucht. Warum ausgerechnet dort, da es zudem etwas abseits der direkten Route zwischen Dresden und Brüssel liegt ? Nennen wir es mal Sehnsucht … das Abendessen gab es in der Pizzeria „Bei Salvatore“ , welche zu Carstens Schulzeit quasi das Stammlokal für einen großen Salatteller war. Inzwischen kann ich meinem Mann aber beipflichten, dass es dort mit Abstand neben einem üppigen und äußerst leckeren Salatmix eben auch die besten Pizzabrötchen mit selbstgemachter Knoblauchbutter gibt.

Am Donnerstag ging es nach einem ebenfalls nostalgisch beeinflussten Frühstück in einer der zahlreichen Filialen der Bäckerei Döbbe (lecker Ei-Brötchen !) dann auf direktem Weg gen Brüssel. Das Osterwetter in Belgien war glücklicherweise genau so sommerlich wie in Deutschland und wir konnten uns bei strahlendem Sonnenschein so vieles in der Stadt ansehen.

Selbstverständlich auch das weltweit bekannte Manneken Pis – den pinkelnden Jungen. Um diese nur ca. 60 cm große Bronzeskulptur zu sehen, musste man sich allerdings schon mit viel Mühe einen guten Platz zwischen den unzähligen Touristen erobern, die genauso wie wir das wohl meist erwähnte Wahrzeichen von Brüssel fotografieren wollten:

Ähnlich voll war es auch in der engen Gasse beim Jaenneke Pis – dem ebenfalls Wasser lassenden Mädchen:

Dagegen war beim wesentlich dezentraler aufgestellten Zinneke Pis, dem Hund mit hochgehobenen Bein, kaum ein Besucher zu sehen:

Weitere Orte, welche bei einem Abstecher nach Brüssel gesehen werden müssen, sollen nun in Wort und Bild folgen. Dazu gehört zweifelsohne der Königspalast. Wir haben diesen zwar nur von Außen betrachtet, was aber auch ziemlich imposant war:

Ein anderes Bauwerk der Stadt hat uns obgleich seiner Größe und Gestaltung recht unerwartet beeindruckt: der Triumphbogen im Jubelpark:

Dieser ist mit seiner oben aufgesetzten Quadriga ca. 50 m hoch, während das uns wesentlich bekanntere Brandenburger Tor in Berlin gerade einmal eine Höhe von 26 m hat. Diese doppelte Größe schindet schon ganz schön Eindruck, wenn man erst einmal davorsteht.

Wir besuchten auch das sehr modern hochgezogene EU-Viertel, denn man möchte ja schon mal gerne sehen, wo ein Teil unserer Steuern versackt    zwinker

Vom Parlamentarium, dem Besucherzentrum des EU-Parlaments, haben wir uns allerdings sehr viel mehr an Informationen zur EU samt deren Entwicklung (EG -> EU) und Geld (ECU -> Euro) erhofft, als wir am Ende bekommen haben. Wir sind nach der Stunde darin jedenfalls um eine weitere Erkenntnis reicher geworden: Zu viel Multimedia in einer Ausstellung kann am Ende auch daneben gehen … man hätte unserer Meinung nach sicherlich vieles besser und interessanter gestalten können. Zum Glück war der Eintritt kostenfrei.

Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt zu sehen, hat uns trotz der großen Menschenmenge weitaus mehr Spaß gemacht: der Grand Place / Grote Markt ist im positiven Sinne des Wortes einfach überwältigend! Allein die Zunfthäuser sind äußerst schmuck:

Und wenn man sie dann auch noch samt Erklärbär-Text aus dem Internet sehr viel genauer unter die Lupe nimmt, entdeckt man an deren Fassaden Symbole, welche auf die jeweilige Zunft der damaligen Epoche hinweisen. Wundert es jemanden von euch, dass z.B. das Haus der Zunft der Krämer ausgerechnet ein Fuchs schmückt?

Weitere Symboliken wären u.a. Schubkarren = Zunft der Lebensmittelhändler, Wölfin = Zunft der Bogenschützen, Schwan = Zunft der Fleischer, Windmühle = Zunft der Müller und Zinnkrug = Zunft der Zimmerer und Wagenbauer. Wer mal selbst nach Brüssel möchte, kann gerne bei mir die komplette Liste samt Hausnummern abfragen.

Das Brüsseler Rathaus, welches ebenfalls auf diesem Platz steht, ist in der Nacht sogar noch imposanter als tagsüber – seine Beleuchtung ist sehr gut durchdacht und einfach hervorragend!

Wir wären abends vielleicht nicht mehr auf dem Platz gewesen, wenn der Zufall und das glückliche Händchen von Kerstin aus Wiesbaden nicht im Spiel gewesen wären    zwinker    denn Dank ihres Hinweises hat uns ihr Arbeitskollege Daniel, welcher gerade ebenfalls mit seiner Freundin die Osterzeit in Belgien verbrachte, kontaktiert und wir haben uns sehr schnell auf einen Treffpunkt für ein Bierchen geeinigt. Ich kenne sowohl Kerstin als auch Daniel aus meiner Plastikkartenzeit und sie gehörten von Anfang an zu meinen Lieblingskunden, einfach weil wir uns dienstlich und privat schon immer sehr gut verstanden haben. An dem Abend aßen und tranken wir uns vom ursprünglichen Treffpunkt im Restaurant „Chez Leon“ mit traditioneller, belgischen Küche über das „Delirium Cafe“ mit belgischem Bier in allen erdenklichen Brauvarianten bis eben nach Einbruch der Dunkelheit ins „Le Roy d’Espagne“ am Grote Markt.

Wie man zweifelsfrei erkennen kann, hatten wir einen fabelhaften Abend zu viert    standard

Natürlich durfte bei unseren Streifzügen der Abstecher zu einem weiteren Wahrzeichen der Stadt nicht fehlen:

Genau, es ist das Atomium    standard    wobei wir uns hier nicht nur mit der Außenansicht begnügt haben, sondern auch trotz langer Warteschlangen das Innere erkunden wollten. Man kann einen Teil der Gänge und Kugeln mit je 18 m Durchmesser zu Fuß ablaufen, sich mit der Geschichte des 102 m hohen Bauwerks vertraut machen und unter anderen auch einige faszinierende und mit Elektromusik kombinierte Lichtinstallationen bewundern. Über das Einreihen in einer weiteren Schlange gelangt man zum Abschluß via Aufzug direkt in die oberste Kugel, von wo aus man einen prima Ausblick auf die etwas entfernte Skyline, auf das ehemalige Weltausstellungsgelände von 1935, auf das Expo-Gelände von 1958 und über das mittlerweile recht vielfältig genutzte, riesengroße Gesamtgelände hat.

Unter anderem sieht man von dort auch den Park Mini-Europa, welcher direkt zu Füßen des Atomiums liegt und zu dem wir glücklicherweise ein Kombiticket erworben hatten … also auf zu einem Ausflug nach Europa im Miniaturformat:

Wer diesen Park besucht, sollte unbedingt auf die vielen Kleinigkeiten achten, sonst entgehen euch womöglich ein paar interessante Details, welche rund um die berühmteste Bauwerke der EU-Länder positioniert sind, wie z.B. Sherlock Holmes & Dr. Watson auf der Jagd nach Prof. Moriarti:

Man kann dort unter anderem auch in verschiedene Rollen bzw. Kostüme schlüpfen – was sagt ihr zu meinem Mann als Soldat der britischen Grenadier-Garde?

Wer uns kennt weiß, dass wir uns immer auch gerne neben der üblichen Touristenpfade bewegen wollen. In Brüssel war es für uns die in der gesamten Stadt verteilte Comic Strip-Route. Da die Belgier neben den Franzosen jede Menge zur europäischen und mitunter weltweiten Comic-Kultur beigetragen haben, ist die Huldigung in Form von fassadenfüllenden Strips der jeweiligen Comic-Helden nicht weiter verwunderlich. Unser erstes Fundstück dieser Route heißt „Oh! Lieve hemel“ , was man natürlich mit „Du lieber Himmel“ übersetzt:

Es gibt aber auch Figuren aus sehr viel bekannteren Comics, wie z.B. Tim & Struppi, Asterix & Obelix, Stups & Steppke, Spirou & Fantasio, Marsupilami, Gaston oder wie auf dieser Fassade mit einer Szene aus „Lucky Luke“:

Man beachte das eingearbeitete Atomium im Hintergrund    standard

Auf einem anderen Bild hat man die Umgebung ebenfalls wunderbar integriert. Die derzeit eingerüstete Kuppel gehört zum Justizpalast, spielt aber im Comic ebenfalls eine sehr wichtige Rolle:

Mein persönliches Favorit dieser Route wurde der weiße Hund Cubitus (hier als Manneken Pis), welcher wahrscheinlich nicht nur für mich irgendwie doch sehr bärig aussieht    zwinker

Qualitativ hochwertige Wandmalereien spielen in Brüssel überhaupt eine große Rolle, egal ob an den Fassaden …

… oder als ein Teil der Inneneinrichtung, wie hier im Restaurant „Le Bugatti“ :

Da ist es für mich nicht weiter überraschend, dass die Brüsseler ihren Stolz auf ihre Stadt ebenso in gemalter Form verkünden    zwinker

Der Ausflug nach Antwerpen war ebenfalls sehr interessant und kurzweilig. Auf dem Grote Markt gab es auch in dieser Stadt wunderschöne, sehr stylischen Gebäude aus längst vergangener Zeit:

Noch wichtiger ist auf dem gleichen Platz allerdings der Brabobrunnen:

Die obere Figur zeigt den Stadtheld Silvius Brabo und wie man sofort erkennen kann, wirft er gerade eine abgehakte Hand weg. Der Überlieferung nach leitet sich der Name der Stadt Antwerpen eben genau von diesem „Hand werfen“ ab und bezieht sich dabei auf eine Legende, in welcher Brabo einen Riesen besiegt. Der Riese hat am Ufer des Flusses Schelde von allen Vorbeifahrenden Wegzoll verlang und wer es nicht bezahlen konnte, büßte bei dem gierigen Druon Antigon seine rechte Hand. Letztendlich bekämpft Brabo den Riesen und was mit der Hand des Unterlegenden passiert, sieht man ganz deutlich an jener Bronzeplastik.

Eine andere Skulptur diese Stadt bezieht sich auf das Buch „Ein Hund von Flandern“ und zeigt den Jungen Nello mit seinem Hund Patrasche:

Die beiden sind wirklich sehr süß, aber die dazugehörige Geschichte ist allerdings ganz schön traurig.

Natürlich haben wir auch den berühmten Bahnhof in Antwerpen besucht und konnten die Begeisterung jener Bekannten und Freunde teilen, die schon mal dort waren und uns darüber berichteten. Er ist regelrecht palastartig – sowohl von Außen …

… als auch von Innen!

Weniger Begeisterung lösten bei uns die Diamantenauslagen im Diamantenviertel aus …    zwinker

… denn die richtig schönen Schmuckstücke samt hochwertiger Steinchen verbargen sich hauptsächlich nur hinter heruntergelassenen Rollläden und in den Auslagen der Läden, welche wir aus Mangel am nötigen Kleingeld natürlich nicht betraten.

Das Geburtshaus von Rubens hat uns optisch auch nicht besonders beeindruckt. Ein wenig ungünstig fanden wir zudem die Lage eines modernen Glaspavillons mit allem erdenklichen Merchandising zu dem Künstler, welcher direkt gegenüber der alten Fassade erbaut worden war und somit die Möglichkeit verhinderte, zumindest ein halbwegs ordentliches Foto der gesamten Häuserfront zu machen:

Wenn man dann genug von der Innenstadt gesehen hat, empfehlen wir auf jeden Fall noch einen Besuch des Beginenhofes. Dieser liegt nicht direkt im Stadtzentrum und man muss ein wenig laufen, aber dafür ist er eine wunderbare Oase der Ruhe inmitten eines dichten Verkehrsaufkommens. Beginen waren sehr gläubige Frauen, welche in klosterähnlichen Einrichtungen lebten, ohne dass sie ein Klostergelübde ablegten und im Gegensatz zu Nonnen weitaus mehr Freiheiten hatten. Der Antwerpener Beginenhof existiert dort seit Mitte des 16. Jahrhunderts:

Auch der umzäunte Garten in der Mitte der Anlage ist sehr einladend und am für uns einzigen Zugang an diesem Tag war zudem ein großes Schild mit nur einem einzigen Wort in mehreren Sprachen aufgehängt: Stille … ganz ehrlich, man kommt unweigerlich automatisch zur absoluten Ruhe. Für uns war es jedenfalls eine sehr, sehr entspannende und entschleunigende Gegend:

Die letzte Begine starb 1986, seitdem ist das gesamte Areal ein „normales“ Wohnviertel geworden. Aber dennoch hält man sich noch immer sehr an das Gebot der Ruhe – ich denke, die Einwohner genießen das sehr    standard

Bei so viel Herumlaufen hatten wir logischerweise immer mal wieder Hunger    standard    und natürlich freute ich mich sehr auf die klassische Küche Belgiens – hier ganz vortrefflich in nur einem Bild festgehalten:

Pommes mit Muscheln habe ich während unseres Frankreich-Urlaubs 2006 bei Kerstin kennen und lieben gelernt und hier konnte ich mich diesbezüglich wieder voll und ganz ausleben    zwinker

Carsten hielt sich eher an die fleischigen Genüsse der Belgier, wie hier z.B. das Filet Americain – einem mit Kapern und Worcestersauce gewürzten Rindertatar:

Er hat sich auch an Vol au Vent (Hühnerfrikassee mit Blätterteig) …

… sowie an Stoovflees (Schmorfleischeintopf) herangewagt und wurde zu keiner Zeit enttäuscht:

Das grüne „Zeug“ im Hintergrund war übrigens mein Essen: Paling in het groen, zur Deutsch „Süßwasseraal mit grüner Kräutersauce“. Ich fand es zwar sehr lecker, wenn bloß nicht immer wieder diese kleinen, störenden Gräten wären    zwinker

Was man (jedenfalls als Dresdner) in Belgien gar nicht zu essen braucht: Döner oder Dürüm. Denn die Portionen sind echt mickrig und zu wenig gefüllt im Vergleich zu dem, was wir aus Dresden, Sachsen oder auch Deutschland kennen. Carstens Enttäuschung kann man sicher in seinem Gesicht ablesen:

Waffeln wiederum konnte man ganz gut essen – der Geschmack war toll und erst die Größe ist gar nicht so übel    zwinker

Da wir zu Osterzeit unterwegs waren, haben wir natürlich auch das eine oder das andere Schokoladenei gefunden:

Belgische Pralinen sind zwar ein Muss, aber am Ende hat mein armer Mann gesagt: „Ich habe noch nie im meinen Leben so viel Geld für so wenig Schokolade ausgegeben!“. 100 g schlagen mitunter gleich mal mit bis zu 10 Euro zu Buche und für diese Quer-durchs-Sortiment-Packung mit 390 g waren gleich 30 Euro fällig:

Aber ich bin der Meinung, dass belgische Schokolade auf jeden Fall etwas richtig Leckeres ist!

Am Ostermontag düsten wir dann direkt nach dem Frühstück im Hotel auf direktem Weg gen Dresden, denn am Dienstagmorgen rief schon wieder der Arbeitsalltag an die Werkbank namens Schreibtisch. Es waren aber wunderbare, lustige und sonnige Tage mit herrlichen Begegnungen, so vielen positiven Erlebnissen, großartigen und sicherlich auf lange Zeit bleibenden Eindrücken, so vielen kleinen Entdeckungen und vor allem gutem Essen – obwohl es nur ein Kurzurlaub war, fühlte er sich beinah wie ein vollwertiger mit zwei oder mehr Wochen an!



2019 13.
Apr

Wie schon im vorangegangen Eintrag erwähnt, finde ich, dass die Wanderwege auf Madeira einen eigenen Bericht wert sind. Rolf Goetz hat einst das Buch „Madeira. Die schönsten Levada- und Bergwanderungen – 60 Touren“ im Rother Bergverlag herausgegeben. Auf der Insel hatten wir das Gefühl, dass dieses mit seinem auffallenden, roten Umschlag eine Pflichtlektüre für alle Wanderer hier ist, denn man konnte es in vielen Händen, Wanderhosen oder Rucksäcken sehen und man hat es auf Anhieb immer wiedererkannt – egal ob in deutscher, in französischer, in englischer und selbstverständlich auch in portugiesischer Sprache. Wir konnten unsere Version dieses Wanderführers bei Kathrin und Axel für die Reise ausborgen und Carsten hat schon vor der Abreise einige Touren daraus zusammengesucht … um ehrlich zu sein, es gab nahezu für jeden unserer Tage eine Wanderung. Carsten hat dabei manchmal auch ein paar Touren, die örtlich aneinander anknüpften, zu einer größeren Laufrunde zusammengestückelt. Auf den Bildern im Wanderführer sah das alles sehr klein, gemütlich und harmlos aus … doch dann kam die Realität!!!

Mein Mann liebt Bergwanderungen genau so sehr wie ich Strandspaziergänge. Da meine Vorliebe in den letzten Urlauben (Hawaii, Miami, Kapverden, Bali, IJsselmeer etc.) sehr befriedigt wurde, gönnte ich Carsten diesmal eben seinen Spaß. Nach einer kompletten Inselumrundung mit dem Auto am ersten Tag fingen wir quasi zur Eingewöhnung erst mal an den nächsten drei Tagen ganz harmlos mit Küsten- und Levadawanderungen samt spektakulärer Tunnelpassagen an. Und nachdem wir uns so ein wenig warm gelaufen hatten, folgte aufgrund des perfekten Wetters mit Aussicht auf Weitblick (auf Madeira durch die starke Wolkenbildung nicht immer eine Selbstverständlichkeit) am fünften Urlaubstag eine erste Höhenbewältigung. Den Berg Pico do Arieiro (1810 m) besuchen bestimmt die meisten Madeira-Touristen …

… ein Kinderspiel, denn der dritthöchste Berg der Insel zieht mit seinem großzügigen Parkplatz unmittelbar in der Nähe des Gipfelkreuzes vom Kleinkind bis zum Greis einfach jeden Urlauber an. Von dort wollten wir dann gemäß der Rother-Route über einen „anspruchsvollen“ Bergpfad auf den Pico Ruivo (1862 m), den höchsten Gipfel der Insel, übersetzen.

Die Wanderzeit mit fast 7 Stunden (hin und zurück) und die dabei in der Mitte final zu erreichende Höhe von 1862 m klangen für mich nicht so schlimm, solange ich diese Zahlen nur auf dem Papier gelesen habe. Und dass der Weg an manchen Passagen auch sehr steil ist, war im Wanderführer ebenfalls sehr gut angegeben. Aber irgendwie habe ich der dazugehörigen Grafik vor dem Abmarsch leider nicht genügend Beachtung geschenkt. Das Fazit der Tageswanderung vom Gipfel des Pico do Arieiro durch mehrere Täler zum Gipfel des Pico Ruivo und anschließend die gesamte Strecke wieder zurück: 2600 Höhenmeter gesamt für diverse Auf- und Abstiege bei einem 15 km langen Wanderweg … und genau diese Höhenmeter waren mir sowohl aus der Grafik als auch aus dem Text einfach nicht so bewusst geworden.

Am Ende des Tages waren wir beide sowas von platt, wobei ich dazu auch noch Knieschmerzen von den zahlreichen und ungleichmäßig hohen Stufen bekam. Der Rundumblick vom Pico Ruivo und teilweise auch die angenehm zu laufenden Passagen der Wanderroute waren allerdings schon absolut toll!

Und genau mit diesem Argument köderte mich Carsten dann auch vier Tage später, als erneut tolles Weitsichtwetter zur Spitze des Pico Grande (1654 m) lockte – das Ziel unserer nächsten, ganztägigen Bergwanderung. Der Startpunkt liegt bereits in 1235 m Höhe, die Gesamtlaufzeit der fast 10 km wird mit 4 Stunden angegeben und der Höhenunterschied beträgt nur 670 m in jede Richtung – insgesamt also 1340 m. Das Gros der Strecke ließ sich wahrlich ganz gut erlaufen …

… aber dann kam relativ kurz vor dem Gipfel ein Kraxeln auf äußerst felsigen und steilen Geröllpfaden, die wiederum tunnelartig von mannshohen Büschen umgeben waren. Im Wanderführer wird dies zurecht mit „Ein an Karabinerhaken befestigtes Drahtseil signalisiert nun den schwierigsten Teil des Aufstiegs.“ beschrieben:

Das brachte mich dann doch etwas auf die Palme, denn in dieser Umgebung hatte ich einfach keine Vorstellung davon, wie lange man noch gehen muss, um letztendlich das dem Gipfelanstieg vorgelagerte Plateau zu erreichen. Jene Passage zog sich damit für mich so dermaßen in die Länge, dass meine Laune gehörig in den Keller gezogen wurde – ich wollte am Ende des verhassten Abschnitts sogar nicht mal mehr bis zum Fuß des Gipfels weitergehen, sondern hier bleiben und auf seine Rückkehr vom Mittelpunkt der Wanderung warten. Aber Carsten setzte all seine Überzeugungskraft ein …

… und so erreichten wir dann doch noch gemeinsam jenes vorgelagerte Plateau. Bis hier hat es mir allerdings so viel Kraft geraubt, weshalb ich auch beschlossen habe, dass das Klettern auf den Gipfelfelsen für mich jetzt nicht mehr drin ist. Ich musste Energie für den Rückweg tanken und genoss schon von hier die Sonne und die Aussicht:

Als wahrer Bergfan ließ sich Carsten das Aufsteigen auf die Bergspitze aber nicht mehr entgehen – die letzten 10 Minuten auf nacktem Felsen an einem Drahtseil hoch zu klettern war für ihn Ehrensache. Deshalb auch von hier sein Blick auf meine Wenigkeit, den kleinen, rosa Punkt in der Bildmitte    zwinker

Er fühlte sich dem Himmel gleich so nah!

Diese Siegerpose ist natürlich eine Anspielung auf Michelangelos Deckenfresko „Die Erschaffung Adams“ … der Kleider wollte er sich aber nicht entledigen    zwinker

Der Rückweg war weniger anstrengend und für mich auch wieder versöhnlich, aber zugegeben, ich habe auf dieser Insel eine sehr persönliche Feindschaft entdeckt: Stufen! Denn die haben natürlich bei keiner Wanderroute gefehlt. Manchmal bestanden sie nur aus tausenden, von Touristenfüßen eingetretenen Vertiefungen im Boden …

… mal waren es ordentlich aus Stein geformte, in der Höhe einigermaßen gleichmäßig angelegte …

… oder sie waren grob in den Stein gemeißelt und ggf. sogar mit einem provisorischen Drahtseilhandlauf versehen, damit man nicht sofort in die Tiefe stürzen würde. Letztere waren für mich der Hass:

Die Wanderungen entlang der Levadas sind da schon eher mein Ding. Levadas sind kleine, künstlich angelegte Kanäle, welche das Wasser vom regenreichen, aber landwirtschaftlich kaum nutzbaren Norden der Insel in die fruchtbaren Regionen im Süden transportieren. Das Bemerkenswerteste daran: die Insel Madeira mit seinen Maßen von ca. 50 x 25 km verfügt angeblich über mehr als 1500 km (manchmal liest man auch 2500 km) dieser Wasserkanäle. Das Gefälle einer Levada ist aufgrund der gemäßigten Fließeigenschaft verständlicherweise recht klein und somit angenehm und in der Regel ohne große Stufenanlagen zu bewältigen.

Der einzige Nachteil beim Wandern entlang solcher Levadas war allerdings, dass man bei einem Weg von der „Quelle“ zum Bewässerungsort so gut wie nie einen Rundweg hatte, sondern meistens die gleiche Strecke erst hin lief und dann natürlich auch wieder zurück musste. Aber das war bei den rausgesuchten Bergwanderungen ja auch nicht anders gewesen.

Die Wege entlang der Wasserläufe fand ich dennoch bedeutend reizvoller und man hat unterwegs zahlreiche, mal große, mal kleine Wasserfälle sehen können:

Auf vielen Strecken lief man mitten durch den Wald:

Manchmal war man von Eukalyptusbäumen umgeben, die ihren typischen, würzigen Geruch verströmten:

Manchmal sahen die Pfade im Wald regelrecht wie verwunschen und märchenhaft aus:

Und häufig lief man auf einer Betonwand, die gleichzeitig auch die bergabgewandte Kanalseite der Levada war:

Sehr oft hatte man dabei fließendes, kaltes Wasser auf der einen Seite und auf der anderen Seite ging es mitunter sehr steil bergab in eine tiefe Schlucht – ohne der in Deutschland typischen Absicherung:

Zwar hat man auf einigen Abschnitten Seile aufgespannt, aber das war eben nicht überall die Regel, insbesondere, da heftige Steinschläge immer wieder die Absicherung zerstören. Man sollte also auf diesen Wegen keine Höhenangst haben, das Balancieren nicht fürchten und natürlich immer schwindelfrei sein.

Manchmal hat man die Kanäle mit Betonplatten abgedeckt, um ein bequemeres Laufen an schmalen Stellen zu ermöglichen, aber auch, um das Verstopfen der Wasseradern durch ständig herabfallende Felsen und Steine zu verhindern:

Bei vielen Levadarouten mussten wir unsere u.a. auf Anraten von Kathrin und Axel mitgebrachten Taschenlampen einschalten, denn zahlreiche Abschnitte führten durch mitunter kilometerlange Tunnel. Ohne unsere Funzeln war es stockdunkel darin! Zudem konnte man damit die Pfützen und die scharfkantigen Steine auf dem Weg sehen und einen großen Schritt über solche Hindernisse machen – ein Ausweichen zur Seite war aufgrund der Enge nicht möglich. Manchmal fühlte man sich wie ein Entdecker in einem Abenteuerbuch und auch das wiederkehrende Titelthema der Indiana Jones-Filme haben wir das ein oder andere Mal zum Besten gegeben.

Entlang dieser Wasserrouten überwand man so manche Hindernisse …

… bekam die ein oder andere Dusche eines Wasserfalls ab …

… und ab und zu waren die Levadas wegen Instandhaltung auch mal ohne oder nur mit sehr wenig Wasser gefüllt …

… doch wenn das klare Nass ausreichend plätscherte, konnte man gelegentlich sogar eine Forelle erspähen. Sie waren allerdings unfassbar flink beim Verstecken und so gut wie dieses Foto ist selten eines möglich gewesen:

Eine kleine Wanderung unternahmen wir zudem auch mal in Funchal, der Hauptstadt der Insel. Am schönsten fanden wir die die Gegend um die Rua (= Straße) de Santa Maria. Wir beide stehen auf gut gemachte und interessante Street Art und dort ist nahezu jede Tür ein kleines Kunstwerk:

Meine Lieblingstür war die der Rua de Santa Maria Nr. 1 – die Unendlichkeit des Weges. Für uns beide, die wir immer wieder gern unterwegs sind, sehe ich darin eine symbolische Bedeutung:

So werden wir denn auch nicht mehr lange rasten, denn schon zu Ostern geht es für ein paar Tage nach Belgien – welche Wege wir dort ablaufen werden, berichte ich hoffentlich zeitnah irgendwann nach unserer Rückkehr …