Home     I     Olgas Welt

     
 
 
   

 
Kommentar:   

 
Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2018 10.
Dez

Wie jeder hierzulande ganz bestimmt aus eigener Erfahrung weiß, füllt sich der Kalender im Dezember in Windeseile und  – zack! – hat man diverse Weihnachtsmarktbesuche und andere Jahresendveranstaltungen auf dem Tagesplan. Da geht es auch uns OLCAs nicht anders    standard

Am Montagabend traf ich mich mit 3 ehemaligen Kollegen am Schwibbogen vor dem Striezelmarkt.

Wir tranken ein Glühbier hier, ein Glühwein da und tauschten uns über die vielen Dinge des (Arbeits-)Lebens und Erlebnisse aus. Die Zeit verging wie im Fluge und wir haben uns mit dem Versprechen verabschiedet, uns im Neuen Jahr wieder zu treffen … nicht erst am Ende 2019.

Am Dienstag verschwand Carsten nach getaner Arbeit mit seinen Kollegen zum alljährlichen Jahresendbowling. Ich wollte nicht allein die Bude hüten und nutzte die Zeit, mal in aller Ruhe ein paar Kleinigkeiten für unsere Familie und für den Freundeskreis zu besorgen. Abends in der Woche kann man auch in der Innenstadt von Dresden sehr entspannt shoppen    standard

Am Donnerstag war Nikolaustag und ich habe bereits am Vortag in meinem Adventskalender folgende Aufgabe gefunden:

Der Naschkram für meine Kollegen war schon längst besorgt und wartete lediglich auf seinen Einsatz. Aber die Idee mit den Nachbarn war neu und so spendierte ich ganz anonym eine Packung Kekse an unsere hilfsbereiten Nachbarn von gegenüber. Die Tüte habe ich gleich nach dem Aufstehen, noch ungekämmt und im Schlafanzug, vor die Tür gestellt.

Als ich eine dreiviertel Stunde später zur Arbeit ging, waren die Kekse weg. Meine Anonymität habe ich allerdings beim Nachbohren durch den Nachbar schon am nächsten Abend aufgeben müssen, denn sonst hätte die Nachbarin die Kekse wahrscheinlich weggeworfen. Warum ? Weil man bei derartigen Fundstücken vor der eigenen Tür ja nicht immer nur Gutes vermutet    zwinker    so werden diese nun hoffentlich nach und nach bei einem Tee oder Kaffee mit Genuss vernichtet.

Meine Geschenke an die lieben Kollegen waren gleich nach meiner Ankunft im Büro verteilt und danach bin ich wie jeden Morgen zum Sport ins firmeneigene Fitnessstudio verschwunden. Als ich zurück kam, fand ich auf meinem Schreibtisch den Beweis, dass ich nicht umsonst geschwitzt habe, denn der Nikolausausgleich für die verbrannte Kalorien war äußerst verlockend:

Noch gibt es davon ein paar Überlebende, mal sehen wie lange noch    zwinker

Am Donnerstag, während ich meinen Schülern die Bedeutung von Gesten im russischsprachigen Kulturkreis erklärte, kamen Andrea und Karl aus Leoben nach Dresden und blieben bis Samstagmittag im Apartamento OLCA. Ein Grund ihres Besuches war das Einlösen des Weihnachtsgeschenkes vom letzten Jahr – wir haben von den beiden eine Gallo Pinto Box von Reishunger bekommen und mussten das Versprechen abgeben, dass sie dieses Gericht für uns kochen dürfen. Jetzt war es endlich soweit und am Freitag haben wir ausnahmsweise auf unseren sonst traditionellen Besuch beim Dönermann verzichtet. Während Carsten und ich im Kaufland den Wochen(end)einkauf erledigten, wurde in der Küche fleißig geschnitten, gebraten und gekocht:

Das Ergebnis ließ sich aber nicht nur sehen, sondern wurde auch mit viel Genuss gemeinsam vernichtet, um anschließend gut gelaunt mit den vollen Bauch noch lange am Tisch zu sitzen und zu quatschen.

Es war am Ende so reichlich, dass wir es nicht mal zu viert geschafft haben, alles aufzuessen!

Als die Kinder ihr Gepäck Samstagmittag im Mietwagen verstaut hatten, um noch zu Karls Familie überzusiedeln, nahmen sie uns einen Teil des Weges mit und ließen uns am Albertplatz in der Dresdener Neustadt raus. Wir haben uns dort nämlich mit Claudia aus Uelzen verabredet. Ihre Orangenhälfte Jan war zwar noch arbeitstechnisch beschäftigt, sollte aber schon etwas später zu uns dazustoßen, um danach noch gemeinsam ein paar Dresdner Weihnachtsmärkte abzuklappern.

Angefangen haben wir aber nur mit Claudia beim Augustusmarkt, schließlich befindet sich der Zugang dazu direkt am Albertplatz.

Sie war sogar schon vor uns da und hatte bereits entdeckt, dass man in der benachbarten Dreikönigskirche auf den Turm steigen könnte. Zuerst haben wir uns aber die Kirche von Innen angesehen. Ich war schon einmal im November 2012 zu einem Auftritt von Cecile Corbel mit Andrea dort, habe mir aber natürlich nicht sehr aufmerksam das Ambiente bzw. Drumherum angesehen. Jetzt hatten wir sehr viel mehr Zeit dafür und konnten sogar die ausgelegten Informationen studieren.

Der Aufstieg auf den Turm war nicht schwer zu bewältigen und schon bald standen wir im Wind und genossen beim klaren Himmel einen hervorragenden Weitblick über die gesamte Stadt.

Die Sonne legte sich ebenfalls sehr ins Zeug, so dass man der Versuchung kaum widerstehen konnte, ein paar wärmende Sonnenstrahlen die inzwischen fast nur noch Büroluft gewohnte Haut streicheln zu lassen.

Wie vor einer Woche mit Jesus, haben wir auch mit Claudia und Jan die aus unserer Sicht wichtigsten Weihnachtsmärkte von Dresden besucht: Münzgasse, Stallhof, Frauenkirche und Striezelmarkt. Zwischenzeitlich hat es mal ganz kurz geregnet, was wohl zu einer deutlichen Besucherreduktion führte. Wir fanden es richtig gut, denn so mussten wir es nicht immer wieder hinnehmen, uns von anderen Menschen durch die Gänge regelrecht weiterschieben zu lassen, sondern konnten unsere Wege zu und Stopps an interessanten Marktständen selber bestimmen.

Insgesamt waren wird am Ende gute 8 Stunden auf Achse. Zwischendurch sind wir aber immer wieder mal in umliegenden Restaurants gelandet, um sitzen zu können, ohne Umstände und Bezahlung Toiletten zu besuchen und auch mal etwas anderes zu essen, statt das, was sonst so typischerweise auf den Weihnachtsmärkten verkauft wird. Wir merkten aber auch bei dem Speiseangebot der ansässigen Gastronomie den starken Einfluss der besonderen Jahreszeit. Man möchte eben Traditionelles mit Innovativen mischen und so habe ich mich mal an eine Spekulationsschokolade rangetraut und fand diese sehr lecker!

Auch der Gebratene Stollen hat mich sehr positiv überrascht … das Vanilleeis und die Kirschen haben sich dabei als äußerst gute Beilage erwiesen:

Ihr merkt, egal, wohin man schaut, bekommt man starke Weihnachtsimpulse und stürzt sich daraufhin freiwillig und voller Elan in den unumgänglichen Trubel im Dezember. Bis zum Heiligabend stehen bei mir noch mindestens zwei weitere Weihnachtsmarkttreffen mit Freunden auf dem Plan – das wird bestimmt nicht weniger schön und lustig als bisher!

Meinen Lesern wünsche ich gestern einen schönen 2. Advent gehabt zu haben! Immer schön dran denken: in zwei Wochen schon ist Heiligabend und in drei Wochen sogar das Ende dieses Jahres. Wie schnell dieses Jahr doch die Zeit verging!!!



2018 28.
Nov

Schon im Juni 2015, als ich Fotos für mein Monatsprojekt „Bäume“ gemacht habe, war ich von den einzelnen Teile dieser außergewöhnlichen Pflanzen sehr angetan. Blätter kamen im Oktober 2017 als Sonderprojekt dran und dieses Jahr habe ich meine Aufmerksamkeit den Wurzeln gewidmet, denn ohne sie wird kein Baum überleben. Wenn ein Baum entwurzelt ist, steht es nicht sonderlich gut um seinen Fortbestand:

Wurzeln suchen sich stets ihren Weg und lassen sich auch nicht von solchen Hindernissen wie Steinen …

… oder Felsen ausbremsen:

Im Gegenteil, sind solche Steine im Weg, werden sie umschlungen und als zusätzliche Verstärkung der Standhaftigkeit genutzt:

Nicht mal eine steile Wand kann Wurzeln auf ihrem Weg ausbremsen …

… und ein dazugehöriger Baum profitiert am Ende sehr von solcher Hartnäckigkeit:

Aber Wurzeln sind auch beim Wandern stetige Begleiter. Mal zeigen sie dem Wanderer die Richtung, in die der Weg führt …

… mal können die knorrigen, knotigen Teile zu einer Stolperfalle werden, wenn man sie nicht beachtet …

… oder sie bilden hilfreiche Stufen, um einen Aufstieg zu vereinfachen:

Man kann bei eine eigenartigen Anordnung von sichtbaren Wurzelteile sogar etwas ins Grübeln kommen, ob diese eine Art noch nicht entzifferter Schriftzeichen des Waldes sind …

… und bei jemanden mit viel Fantasie erinnern einige davon sogar an Vertreter der Tierwelt    standard

Dies wäre jetzt im Normalfall ein Ende meines Rückblicks auf das Juli-Projekt, aber da ich dies erst so spät veröffentliche, erlaube ich mir (das nennt man wohl „künstlerische Freiheit“   standard   ) noch weitere Bilder von Wurzeln zu zeigen, welche ich allerdings erst im August auf Hawaii gemacht habe.

Manche der nächsten Aufnahmen beweisen, dass Bäume unabhängig davon, ob sie in Europa oder in Polynesien beheimatet sind, ihre Wurzeln auf gleiche Art und Weise in die Welt ausstrecken. Findet ihr wie ich die Parallelen?

Das war ein Baum in einem erkalteten Lavafeld auf Big Island:

Dies sind diverse „Wurzelpfade“:

Aber es gibt natürlich auch ein paar andere Wurzelansichten, welche sich bei uns so nicht wiederfinden. Wenn ich z.B. die Wurzeln bei Palmen gesehen habe, konnte ich ein Bild in meinem Kopf nur schwer los werden: wie diese von ganz vielen kleinen Beinchen woanders hingetragen und wieder in die Erde eingesetzt wird – ich weiß, meine Fantasie ist manchmal sehr eigenwillig   standard

Die Wurzeln der Banyan-Bäume kommen allerdings nicht selten von oben, was mich schon auf Bali sehr fasziniert hat:

Dadurch entsteht dann am Ende ein riesengroßer Baum, der nicht selten ein sehr weit verzweigtes Wurzeln-Stämme-Geflecht zu bieten hat:

Dabei spielt es dann auch gar keine Rolle, dass all das aus unserer Sicht kreuz und quer wächst:

Diese Wurzel eines Regenbogeneukalyptus sieht sehr massiv und stabil aus. Dazu ist sie im gleichen Maße farbenfroh wie der gesamte Baumstamm – erinnert doch sehr an herablaufende Farbe, oder?

Und wenn ein Baum auf Hawaii seine Wurzeln nicht zu sehr in die Tiefe schicken kann, dann bleibt eben ein Teil gut sichtbar draußen:

Ich hoffe, ihr findet genau so wie ich, dass diesmal ein „Bonus“ zum Fotoprojekt eine durchaus passende Ergänzung zum eigentlichen, rechtzeitig durchgeführten Projekt ist    standard



2018 11.
Nov

Unsere nächste Insel ist Kauai und wer „Lilo & Stitch“ (eines unserer Familienfilme) sehr aufmerksam angeschaut hat, weiß, dass es genau die Insel ist, auf welcher der kleine Außerirdische per Zufall landete. Nun landeten auch wir trotz der Wetterkapriolen des inzwischen auf einen tropischen Sturm herabgestuften Hurrikan Lane ebenfalls hier.

Kauai wird „Garden Island“ genannt und dies ist absolut gerechtfertigt, denn dort geht es der Pflanzenwelt wirklich gut – an Feuchtigkeit mangelt es jedenfalls nicht. Da diese aber eben vor Türen und Fenstern nicht Halt macht, sind solche Bedingungen aber leider auch äußerst feindselig für Bücher, Fotos und Holzprodukte. Deshalb gibt es hier neben Klimaanlagen eben auch etwas im Großformat für den Kleiderschrank, was wir in Deutschland oft nur beim Neukauf von elektronischen Geräten in kleinen Säckchen finden und eigentlich sogleich wegwerfen … bei uns nennt man es Silicagel. Ohne solche Luftentfeuchter wären frische Klamotten im Regal grundsätzlich klamm und muffig. Hier mal in Großaufnahme ein solcher Beutel mit nur noch wenig Kristallgel (unten) und schon viel eingefangenem Wasser:

Während unserer Urlaubswoche haben wir eben auch gelernt, wie es sich anfühlt, wenn es den ganzen Tag einen tropischer Regen gibt und wie stark dann neben des kräftigen Windes auch die zahlreiche Regentropfen auf den breiten Blättern von Bananen, Papaya und anderen tropischen Gewächsen herabtrommeln.

Zudem haben wir jeden Tag sehen können, wie sich aufgrund der täglichen Regenfälle die Opakeaa-Wasserfälle verändert haben.

Leider hat das Wetter unsere in Deutschland vorbereiteten Pläne zum Wandern, Baden und Schnorcheln total zunichte gemacht.

Besonders deshalb ist Kauai für uns die entspannteste aller Inseln auf unserer Reise geworden. Wir haben sogar Zeit gefunden, uns beim US- Netflix die ersten Folgen von „Hawaii-5-0“ anzusehen und hatten zudem beim Schwatzen über dies und jenes mit unserer B&B-Gastfamilie ganz viel Spaß. Schließlich nahm der Regen am Ende natürlich auch erheblichen Einfluss auf den allgemeinen Tagesablauf von Darcy, Tim und ihren drei Kindern plus zwei Minidackeln – vieles wurde abgesagt und kurzerhand ins Haus verlegt.

Diese westlichste der großen Hawaii-Inseln und hat lediglich knapp 66.000 Einwohner. An der Lage ist zudem zu erkennen, dass sie geologisch betrachtet auch die Älteste ist. Während unseres Aufenthaltes haben wir das natürlich genauer erklärt bekommen: die letzte Insel im Osten ist Big Island (stellen wir in Wort und Bild im dritten Teil des Reiseberichts genauer vor) und sie ist aus vulkanischer Sicht das Epizentrum, da nur hier noch Austritt von Lava und Magma stattfindet. Die gesamte Inselgruppe Hawaiis inklusive der unzähligen Atolle driftet zudem kontinuierlich gen Westen. Verlässt eine Landmasse so also den unterirdischen „Überlauf“ und hat genügend Zeit sich zu entfernen, entsteht dadurch wiederum eine eigenständige Insel – von Ost nach West, also von Heute in die Vergangenheit, formierten sich demzufolge Big Island (vulkanisch als einziges noch aktiv), Maui (plus Kaholawe, Lanai & Molokai), Oahu und Kauai (plus Puuwai). Wind, Wasser und Wetter nagen allerdings seit Jahrmillionen kontinuierlich an dem, was sich über der Wasseroberfläche befindet und deshalb ist alles westlich von Kauai nicht mehr als Insel zu erkennen, sondern nur noch als Atoll. Dieses Bild von Google-Earth zeigt es noch einmal sehr anschaulich:

Genug der Lehrstunde, zurück zu unseren persönlichen Eindrücken. Ein Wahrzeichen von Kauai sind zweifelsohne die zahlreich auf der Insel vorkommenden Hühner und schon bei unserer Ankunft haben wir sie nahezu auf jeder Straße gesehen. Ich dachte zuerst, es wäre ein wenig wie in der Ukraine: Tagsüber sind die Hühner allein unterwegs und abends kommen sie wieder zurück nach Hause. Aber dann haben wir von Tim gelernt, dass sie wirklich freilebend bzw. wild sind. Ihre Vorfahren wurden einst auf der Insel für illegale aber sehr beliebte Hahnenkämpfe gezüchtet, doch 1992 fegte Hurrikan Iniki über das Land. Dabei gingen die meisten Stallungen kaputt, sodass die Hühner in eine ungewohnte Freiheit entlassen wurden, die sie anscheinend bis heute sichtlich genießen. Da sie sich von allem möglichen Zeugs auf den Straßen ernähren, was sich natürlich letztendlich auch auf ihren Fleischgeschmack auswirkt, und sie auch sonst wohl sehr zäh sind, lohnt es sich nicht, diese als Mahlzeit zu betrachten. Tims vorgeschlagenes Kochrezept für das hiesige Federvieh: In einem Topf stellt man ein Huhn zum Kochen auf den Herd und in einem anderen Topf zehn Lavasteine. Wenn die Lavasteine dann mal weich geworden sind, ist auch das Huhn fertig    standard

Jetzt ein paar Impressionen von dem, was wir sonst noch so auf der Insel entdeckt haben.

Regenbogen-Eukalyptusbäume haben zwar keine Regenbogenfarben a la Einhörner zu bieten, die mehrfarbige Rinde ist aber auch mit Grau-Braun-Orange-Grün-Beige ein herrlicher und beeindruckender Anblick!

Die Landschaft im Waimea Canyon hat bei uns sofort Erinnerungen an unseren Ausflug in das Outback von Australien erinnert: rote Erde und blauer Himmel.

Dazu gab es Berge und Täler in der Ferne, soweit das Auge reicht.

Im Kokee State Park haben wir laut Schild eines der nassesten Aussichtspunkte der Erde erreicht. Ich für meinen Teil kann diese Stelle nun als den absoluten Gewinner meiner persönlichen Nässehighlights führen, denn die Luft war mit Wasser durchtränkt, es tropfte kontinuierlich vom Himmel und als Aussicht hat man nur eine dichte Hexensuppe genießen können.

Wir haben natürlich auch das kleine Städtchen Hanapepe besucht, welche die Macher von „Lilo & Stich“ inspirierte. Leider waren die Läden im Zentrum alle geschlossen und wegen der Überschwemmungsgefahr mit Sandsäcken abgedichtet bzw. wegen des vermuteten Hurrikans größtenteils noch verbarrikadiert.

Im Dauerregen haben wir allerdings noch die Läden eines anderen auf der Insel bekannten Städtchen besuchen können, bevor es dann am nächsten Tag vollkommen überschwemmt und aufgrund eines Brückenschadens komplett von der Außenwelt abgeschnitten wurde.

Wir kauften in Hanalei noch ohne Probleme das eine oder andere Schmuckstück ein und nur 24 Stunden später stand das von den Bergen kommende und schlammgeschwängerte Wasser bis zu den Dächern der einstöckigen Holzhäuser. So haben wir das zumindest in den Nachrichten gesehen, denn wie geschrieben, die Zufahrtsstraßen waren fortan für jeglichen Verkehr gesperrt:

Eine absolute Überraschung für mich war es, hier die spärlichen Überreste eines russischen (!) Forts Elisabeth aus dem Jahre 1815 zu entdecken.

Damals gab es hier eine russisch-amerikanische Kompanie, welche sich um die Sicherheit der Schiffe beider Staaten kümmerte, die auf dem Pazifischen Ozean zwischen dem amerikanischen Nordwesten und Asien unterwegs waren. Die zu der Zeit noch nicht der USA angehörigen Hawaiianer haben das allerdings nicht für sehr gut befunden und die Russen bereits 1817 aufgefordert, die Insel wieder zu verlassen. Diese Stelle liegt übrigens auch an der Einmündung des Flusses Waimea, wo Captain James Cook 1778 mit seinem Schiff anlegte.

Wir haben trotz Regen natürlich immer wieder die Chance genutzt, um rauszugehen bzw. zu fahren – allein auf der 60*45 km großen Insel Kauai legten wir in 6 Tagen insgesamt 617 km zurück. Wir guckten den Surfern bei ihren Ausritten zu …

… gingen am Strand spazieren…

… unternahmen z.B. eine kleine Wanderung zur Makauwahi Cave …

… und entdeckten dabei eine alte, verlassene Zuckerfabrik. Wie schnell doch unter den hier vorherrschenden klimatischen Bedingungen die Natur wieder Gebäude und zurückgelassene Maschinen aller Art für sich zurückgewinnen kann:

Wir haben auch hier recht schnell gelernt, dass der Begriff „Fish Market“ keine große Markthalle mit frisch gefangenem Fischen bedeuten muss. In Koloa ist ein Laden mit solchem Namen winzig klein (vergleichbar mit einem Tante Emma-Laden oder Schnellimbiss), aber das dort verkaufte Poke schmeckt einfach großartig.

Apropos Essen. Ich habe jeden Morgen zum Frühstück frisches Obst und rosafarbenes Guava Bread mit diversen Fruchtaufstrichen gegessen. Das Brot schmeckte zwar nicht so sehr nach der mir bekannten Frucht, aber die Farbe war einfach genial! Dank der von Darcy und Keahna, die älteste Tochter der Familie, jeden Tag hervorragend vorbereiteten Obstplatten bin ich zudem schnell auf den Geschmack der einheimischen Früchte gekommen, wie z.B. Ananas, Papaya, Mango und dortigen kleinen Bananen. Die Papaya hat Darcy direkt vom Baum hinter ihrem Haus geerntet – frischer konnte es also nicht sein!

Ich habe auf Kauai auch wieder mal ein Hawaiian Shave Ice probiert. Diese, auf den Hawaii-Inseln und mittlerweile sogar schon in den USA sehr verbreitete Leckspezialität, ist eigentlich nur ein ganz normales Wassereis, welches dann je nach Wunsch mit diversen Sirups durchtränkt wird. Der Name kommt daher, dass man in eine Shave-Maschine einen gewöhnlichen Eisblock einlegt und durch Drehen des gesamten Blocks um die eigene Achse wird an einem Messer das Eis für den Becher abrasiert:

Die kurze Woche war schneller vorbei als wir dachten und da stand auch schon der Flug auf die nächste Insel an – diesmal sogar ganz und gar ohne Sturm und Zwischenfälle.



2018 21.
Okt

Oahu war die erste Hawaii-Insel, welche wir während unseres vierwöchigen Urlaubs erkundeten. Hier haben wir also auch sehr viele, bis dato für uns völlig unbekannte Sachen erleben dürfen: (richtig große) Schildkröten im Meer …

… ein unfreiwilliges Kennenlernen des spitzenmäßig ausgeklügelten Hurrikanwarnsystems auf Hawaii, das megaleckere rohe-Fisch-Gericht Poke-Bowl …

… (schmeckt am besten mit dieser Thunfischart) …

… unsere ungeschickten Versuche, mit einem Boogie-Board gegen kleine fiese Wellen anzukämpfen …

… und natürlich die ersten, postkarten- und bilderbuchreifen Strände Hawaiis …

Ja, die Strände auf Hawaii sind definitiv immer eine Erwähnung wert. Was mich an diesen nämlich sehr beeindruckt hat, ist der in der der Regel per Gesetz vorgeschriebene, kostenlose Zugang zu diesen. Damit kann kein noch so großes Ressort, wie z.B. in der Türkei oder in Spanien, ganze Strandabschnitte für sich beanspruchen, sondern muss auch Nichtgästen einen sogenannten „public access“ garantieren – selbst, wenn dafür am Ende Hotelgelände und Lobbys von jedermann befahren bzw. durchlaufen werden muss. Lediglich das vom Staat Hawaii bewirtschaftete Naturreservat Hanauma-Bay verlangte Eintrittsgeld von uns, dafür hat man allerdings auch eine Infrastruktur aufgebaut, welche die Bedürfnisse der unzähligen, überwiegend japanischen Touristen abdeckt.

Vor der ersten Berührung mit dem Wasser gibt es sogar extra einen Einführungsfilm über die Benimmregeln, Gefahren und andere wichtigen Hinweise. Damit war es der für uns einzige Schnorchelspot auf der gesamten Reise, wo man vor dem Gang vom Parkplatz zum Strand noch zuerst in ein kleines Kino geführt wird, damit man am Ende weiß, dass man keine Meeresbewohner anfassen darf oder dass ein Riff und das offene Meer samt Strömung immer eine Gefahr darstellen können. Im Gesamtresümee der Reise muss ich aber sagen, dass es für mich persönlich weder der schönste Strand noch das schönste Schnorchelerlebnis war – viel zu überfüllt und bzgl. der geringen Wassertiefe leider recht schnorchelunfreundlich.

Aber genau dort haben wir zum ersten Mal Mungos in Aktion gesehen und verstehen nun, warum sie bei den Hawaiianern nicht sonderlich beliebt sind. Zum einem sind sie für die am Boden nistenden Seevögel ganz gefährliche Nesträuber …

… zum anderen machen sie bei ihren Raubzügen nicht einmal an menschlichen Dingen Halt, wie z.B. an einem nicht sonderlich gut verschlossenen und mit Essen gefüllten Rucksack, der vor unseren Augen in gerade mal 3 bis 4 Metern Entfernung stand und rotzfrech von den geschickten und flinken Tierchen „geplündert“ wurde.

Diese Mangustenart stammt eigentlich aus Südostasien (na, bei wem klingelt es, wenn ich „Rikki-Tikki-Tavi“ schreibe?), welche man vor langer Zeit mal zur Rattenbekämpfung auf die Inseln gebracht hat, wo sie sich danach aber zu einer sogenannten invasiven Spezies entwickelte, die insbesondere einheimische Arten gefährdet und hier selbst eigentlich keinerlei Fressfeinde hat.

Bleiben wir doch gleich mal bei den Tieren. Wir bereits erwähnt, haben wir auf Oahu unsere ersten Grünen Meeresschildkröten (im Allgemeinen auch unter dem Namen „Suppenschildkröte“ bekannt) gesehen: mal bei unseren Schnorchelgängen grasend an den Klippen …

… oder auch im warmen Sand des Strandes ruhend.

Ist schon sehr beeindruckend, dass sie sich von uns Menschen überhaupt nicht stören lassen – wenn man sie natürlich in Ruhe lässt. Auf Hawaii gibt es deshalb für alle die klare Ansage, dass man zu einer am Strand liegenden Schildkröte einen Abstand von mindestens 3 m zu halten hat und wer eine Schildkröte anfasst, kann sogar mit einer Strafe von bis zu 25.000 Dollar rechnen.

Dass wir beim Schnorcheln jede Menge bunter Fische und natürlich auch den hawaiianischen Staatsfisch Humuhumu-nukunuku-apua’a (ein Drückerfisch mit einem Maul wie ein Schwein) gesehen haben, versteht sich bei der exquisiten Pazifiklage ca. 4.000 km von jeglichem Festland entfernt und den unzähligen Korallenriffen fast von selbst. Glücklicherweise darf man das unaussprechliche Kerlchen auch einfach Humu nennen, denn ich verhaspele mich irgendwie immer bei der Nennung seines vollen Namens.

Nach unseren ausgiebigen Badeeinheiten in salzigen Gewässern planten wir auch mal eine Erfrischung in einem recht bekannten, weit im Regenwald befindlichen Wasserfall. Die Wegbeschreibung versprach „eine kleine Wanderung von ca. einer halben Stunde“ – bei uns wurden daraus anderthalb Stunden … in nur eine Richtung! Denn nach einigen Regengüssen an den Tagen zuvor und wahrscheinlich auch wegen des hohen Bekanntheitsgrades haben sich die aufgeweichten, lehmigen, mit Wurzeln durchzogenen Wege im tropischen Wald zu regelrechten Stolperfallen und einem rutschig, nassen Hindernisparcours gewandelt …

… und dazu mussten wir an drei Stellen noch einen kleinen Fluss ohne Brücken überqueren, indem man von Stein zu Stein balancierte.

Als wir dann endlich am Wasserfall ankamen, hat mich die Vorstellung, anschließend auch wieder die gleiche Strecke mit nassen Sachen zurücklegen zu müssen, doch irgendwie vom Baden abgehalten. Carsten blieb wie immer hart im Nehmen und gesellte sich zu ein paar jungen Leuten, welche uns unterwegs überholt hatten und schon vor Ort im Wasser waren.

Bei all den Verzögerungen auf dem Wanderweg blieb uns allerdings nicht mehr sehr viel Zeit zum Verweilen im Wasser, da ein Sonnenuntergang auf Hawaii ziemlich genau zwischen 18:00 und 18:30 Uhr beginnt und es danach recht schnell stockdunkel wird – die Zeit um 21:00 Uhr nennen die Einheimischen deswegen auch gerne mal Hawaiianische Mitternacht. Trotz der langsameren Geschwindigkeit auf den tückischen Wegen sind wir zwar etwas verdreckter als gedacht, aber dennoch glücklich im Hellen wieder an unserem Auto angekommen. Im Dunkeln hätten wir uns sicherlich die Haxen gebrochen oder wären erst nach Stunden zurückgekehrt. Das Baden kam diesmal sicherlich zu kurz, aber dafür war der Indianer Jones-Abenteuerfaktor umso höher    standard

Oahu war bei unserer Urlaubstour die einzige Insel mit einer richtigen Großstadt: Honolulu, die Hauptstadt von Hawaii.

Bei unserem dortigen Tagesausflug waren wir u.a. auf dem Aloha-Tower, wo man erstaunlicherweise ohne jegliches Eintrittsgeld mit einem historischen Aufzug ganz nach oben fahren und den tollen Rundumblick über die Strände und das Hafengebiet bekommen konnte.

Die aus der Serie „Hawaii Five-O“ als Einblendung für das Hauptquartier recht bekannte Statue von King Kamehameha ließen wir ebenfalls nicht aus. Wir hatten zwar bis dahin noch keine einzige Folge der Serie geguckt, aber dank Carstens Zappen erkannten wir das markante Stück Stadtgeschichte trotzdem.

Den ganztägigen Stadtausflug begannen wir morgens mit einem Aufstieg auf den ehemaligen Vulkankrater Diamond Head, von dem man einen tollen Überblick über die ganze Stadt hat und der eigentlich von fast überall in Honolulu zu sehen ist. Und zum Glück waren wir auch schon sehr früh dort oben, denn so erwischten wir ohne Probleme noch innerhalb des Kraters einen guten Parkplatz, hatten beim Aufstieg nicht so viele Japaner und andere Touristen um uns herum …

… und auf den insgesamt drei Aussichtsplattformen konnten wir uns noch ohne großes Gedränge frei bewegen und mehr als eine Stunde lang die Blicke in alle Himmelsrichtungen schweifen lassen.

Als wir dann aber von oben zurück zum Wagen liefen, stapften uns Menschenmassen, größtenteils eben aus dem Land der aufgehenden Sonne, wie eine nicht enden wollende Ameisenstraße entgegen und der innere Parkplatz war schon wegen Überfüllung geschlossen – alles richtig gemacht. Insgesamt hat Honolulu auf uns einen sehr japanisch beeinflussten Eindruck gemacht, denn es gab sogar extra Haltestellen und Pendelbusse zwischen den großen Hotelkomplexen, die komplett nur in japanischen Schriftzeichen gehalten waren … eine völlig eigene Infrastruktur im einstigen Kriegsgegnerland.

Liegt es eigentlich an Pearl Harbor, dass eben so viele Japaner auf Oahu Urlaub machen oder ist es doch nur die Nähe zwischen diesen beiden Inseln? Apropos Pearl Harbor: dieses Muss der heroischen Geschichte Amerikas haben wir uns gespart – zu teuer, zu wenig zu sehen und für uns beide einfach viel zu patriotisch. Dafür war ein Besuch des weltberühmten Waikiki-Strandabschnitts für uns obligatorisch. Aber trotz seiner Berühmtheit ist dies absolut nicht der einzige tolle Strand der Stadt und wir haben vom Ala Moana Beach im Westen über Magic Island Lagoon, Kahanamoku Beach bis zum Waikiki Beach und Kuhio Beach im Osten mehr als zweieinhalb Stunden gebraucht, um die gesamte Strecke mit flottem Schritt immer entlang der Wasserkante abzulaufen.

Zur Belohnung gab es am Übergang zwischen Waikiki und Kuhio noch einen märchenhaften Sonnenuntergang und eine typisch hawaiianische Performance mit Einblicken in die Kultur, die Tänze und die Gewohnheiten.

Die von mir ganz zur Anfang erwähnte Hurrikanwarnung hat uns zum Ende unserer Woche auf Oahu  ziemlich kalt erwischt. Wir kaufen inzwischen immer für USA-Reisen entsprechende SIM-Karten und das lokale Warnsystem funktioniert auf dem Handy zum einen mittels SMS und vorinstallierter Notfall-App und zum anderen werden Updates auch nach einem sehr eindringlichen Warnton im Autoradio übertragen.

Dadurch und die Berichterstattung im Fernsehen waren wir und alle anderen auf den Inseln über den herannahenden Hurrikan Lane immer gut informiert – wenn nicht sogar verrückt bzw. kirre gemacht worden. Neben Hamsterkäufen, leeren Tankstellen und Hausverbarrikadieren wurden wir zudem immer wieder mit dem Gedanken an abgesagte Flügen erinnert. Lane sollte am Freitag auf Oahu treffen und ausgerechnet an dem Tag fand eben auch unser erstes Inselhopping nach Kauai statt. Am Ende hatten wir unverschämtes Glück und kurz vor dem Abflug wurde der Hurrikan Stufe 5 auf einen tropischen Sturm herabgestuft, sodass die „Rednecks“ von Hawaiian Airlines wohl gar nicht erst über Flugstreichungen nachgedacht haben – mit American Airline hätten wir an dem Tag sehr viel mehr Pech gehabt.

Die Berichterstattung zeigte jedenfalls Wirkung und so haben wir es sogar nicht einmal mehr geschafft, unseren Mietwagen, einen Jeep Wrangler Sahara, …

… wie üblich voll aufgetankt abzugeben, da alle auf dem Weg befindlichen Tankstellen leergepumpt und geschlossen waren. Der Flug selber verlief aber ganz problemlos und wir landeten wohlbehalten auf Kauai, dem zweiten Teil unseres Hawaii-Urlaubs. Was wir dort gesehen und erlebt haben, davon werde ich in einem späteren Blogeintrag in Wort und Bild berichten.



2018 06.
Okt

Es war ein langer Urlaub auf vier verschiedenen Inseln und mit unzähligen Stränden – ihr ahnt schon, ich habe mehr als genug Möglichkeiten gehabt,  mich meiner 4. Obsession hinzugeben    standard

Beim Durchsicht aller Urlaubsbilder haben wir die passenden Füße-im-Wasser-Bilder gleich notiert und Carsten hat sie bis heute ganz brav und ordentlich den jeweiligen Stränden zugeordnet. Deshalb haben wir uns nun auch die Zeit genommen, unsere Favoriten der jeweiligen Fotoserien zu ermitteln und jetzt steht die endgültige Auswahl in der Galerie „4. Obsession“ zum Anschauen bereit –> 39 Neuzugänge!

Gegenüber Freunden und Bekannten haben wir in den bisherigen Erzählungen eigentlich immer etwas von ca. 20-25 Strandbesuchen erzählt, die wir insgesamt in den vier Wochen besucht haben, aber anhand der Fotos und den genaueren Recherchen kommen wir nun sogar auf etwas über 50 !!! Auf fünf Stränden waren wir von der Umgebung so begeistert, dass wir sogar völlig vergessen haben, ein Bild zu machen … aber ihr könnt uns glauben, auch da waren meine Füße mindestens einmal drin. Und die übrigen haben wir zwar angefahren, sind aber nicht reingegangen, sondern haben meist nur geguckt, Surfer beobachtet, Fotos geschossen und/oder den Blick in die Ferne schweifen lassen – mal wegen Wetter, mal wegen hohem Wellengang und mal weil wir an dem Tag schon unseren Strandbedarf zu Genüge gestillt hatten … ja, sowas soll es auch (bei mir) geben    zwinker

Wer nun neugierig geworden ist und sehen möchte, welche feuchten Orte ich diesmal betreten durfte, sollte einfach mal hier klicken und relativ weit nach unten scrollen – 113 Orte waren schon vor Hawaii dokumentiert. Viel Spaß beim kleinen Hopping durch bzw. über einen kleinen Teil (!!!) hawaiianischer Strände!



2018 03.
Okt

Wer uns lange kennt, weiß, dass wir immer in die Ferne auswandern wollten. Der Traum ist zwar noch nicht ausgeträumt, dennoch sind wir bislang in Deutschland geblieben … nun haben wir trotzdem unseren ersten Auswanderer in der Familie. Andreas Freund Karl hat bereits seit Ende April eine Arbeitsstelle in Österreich und die beiden pendelten immer wieder hin und her. Nun hat man beschlossen, Nägel mit Köpfen zu machen und die beiden fanden eine erste richtig gemeinsame Wohnung in Leoben. Ihre Magisterarbeit kann Andrea auch von dort gut schreiben, daher wurde ihre Bleibe in Chemnitz gekündigt und am vergangenen Wochenende stand der Umzug ins benachbarte Ausland an.

Andrea und Karl hatten bis Samstag schon alles gepackt, so dass wir nur den bereits vor Wochen gemieteten Transporter bei SIXT abholen und nach Chemnitz fahren mussten, um das gesamte Hab und Gut in den 3,5-Tonner einzuladen. Als erstens wollten wir Egon aus seinem großen Gehege in die Transportbox umsiedeln, aber wo wir auch im Gehege nachgesehen haben, der Dsungarische Zwerghamster war nirgendwo zu finden! Er war aber auch definitiv nicht tot, denn dann hätten wir seinen kleinen Körper im Streu finden müssen. Das Viech war schlichtweg wech! Glücklicherweise haben wir ab und zu mal unter der Käfigbox, welche auf Rädern steht und deshalb etwas Abstand zum Boden bietet, Kratzen gehört und bewaffnet mit einer Taschenlampe entdecken wir darunter sogar den kleinen Ausbrecherkönig. Carsten hat ihn schnell gefangen und ihn in seine Transportbox verfrachtet. Wir alle hatten den Eindruck, dass er sich über die Box sogar gefreut hat, denn er war offensichtlich etwas ausgehungert    standard

Der Deckel der Box wurde daraufhin besonders gut zugemacht, Egon verschwand in seinem Häuschen und wir machten uns an die zahlreichen Kisten, Möbel und Säcke:

Carsten durfte mal wieder Pack-Tetris spielen und jede noch so kleine Lücke ausnutzen, ohne aber die Kippstabilität zu unterschätzen, denn schließlich hatten wir ja noch einen langen und holprigen Weg vor uns:

Um die Mittagszeit waren Wohnung und Keller endlich leer und der Transporter plus Karls Mietwagen, ein Nissan Qashqai, gut befüllt. 630 km später und bereits bei Dunkelheit kamen wir endlich in Leoben in Österreich an. Alle vier Zimmer in der Wohnung waren noch fast leer:

Doch dann hat Carsten gegen 21:30 Uhr angefangen, die Sachen aus dem Transporter zu entladen. Karl, Andrea und ich fühlten uns wie auf einer Ameisenstraße, denn wir liefen immer wieder bepackt ins 2. OG, legten alles ab und mussten dann leer zurück zum Transporter. Am Ende hat uns sogar noch ein barmherziger Nachbar freiwillig mitgeholfen. Eigentlich wollte er draußen nur eine Zigarette rauchen, aber dann half er tatkräftig mit und schleppte selbst die schwersten Teile mit hoch. Andrea und ich waren ihm dafür sehr, sehr dankbar    standard

Vor dem Schlafengehen (so gegen Mitternacht) hat Carsten noch nachträglich zu seinem Geburtstag, welcher vor knapp zwei Wochen war, sein Geschenk von unseren Mädels bekommen:

Sie kennen eben seine Vorlieben sehr gut    zwinker    und man beachte das MHD –> 14.02.2019 !!!

Danach fielen wir alle wie tot ins Bett. Das Aufstehen am Sonntag war bei diesem Blick aus dem Fenster doch etwas leichter gefallen als gedacht    zwinker

Bei Lichte hat man dann gesehen, was man am Vorabend so alles hinein getragen hat. So sah das Zimmer am Morgen aus, welches ich weiter oben noch als leer bzw. nur mit zwei Rädern und etwas Kleinkram gezeigt habe:

Da sieht man im Vordergrund auch Egons großes Gehege auf Rädern    standard    das durfte er nur Minuten nach dem Hochtragen und dem Bestücken wieder in Beschlag nehmen bzw. ordentlich durchwühlen.

Als Dankeschön für die Umzugshilfe haben Karl und Andrea uns noch zum Frühstück ins Cafe Styria eingeladen. Das Lokal hat eine tolle Lage unmittelbar an der Mur:

Wir saßen oben, direkt am Fenster und hatten zu einem sehr leckeren und auch gesunden Frühstück einen tollen Ausblick dazu. Meine Pancakes fand ich einfach köstlich – sie waren eine gute Belohnung für die Strapazen des Samstags und gleichzeitig eine gute Stärkung vor dem bevorstehenden Nachhauseweg:

Wir sind auch hier erst gegen Mittag losgekommen und fuhren diesmal eine etwas kürzere Strecke über Tschechien … leider aber nicht immer auf der Autobahn, sondern auch viel über Landstrasse. So können sich auch 580 km ganz schön hinziehen. Zum Glück sind wir unfall- und nahezu staufrei durchgekommen, haben unseren Packesel auf Rädern wieder in seinem Stall abgestellt, packten zu Hause unser Zeug aus und fielen danach schnell in einen tiefen und festen Schlaf.

Andrea und Karl wünschen wir viel Glück in ihrem ersten richtigen gemeinsamen Domizil!

P.S.: Irgendwie hatte nur ich als einzige von uns allen einen Muskelkater in den Waden zu beklagen    standard



2018 17.
Sep

Gestern war er vorbei, unser vierwöchiger Urlaub auf Hawai’i. Eigentlich ist mit diesem Satz schon alles gesagt … einerseits „wir sind wieder da“ und gleichzeitig „ein Urlaubstraum wurde wahr“   standard

In den vergangenen 30 Tagen haben wir unglaublich vieles erlebt. Wir haben diese vier hawaiischen Inseln besucht: Oahu, Kauai, Big Island und Maui – jede ist anders und hat ihre Besonderheit:

– OAHU ist die pulsierendste Insel mit der Hauptstadt Honolulu und einer überwältigenden Anzahl japanischer Touristen.

– KAUAI trägt ganz zu Recht den Beinamen „Garden Island“, denn sie ist in unseren Augen die grünste von allen … gleichzeitig ist sie erdgeschichtlich auch die älteste.

– BIG ISLAND ist dagegen eine ganz junge und immer noch wachsende Vulkaninsel, denn hier arbeitet die Göttin Pele eifrig daran, die Inselfläche durch stetige Lavaflüsse weiter zu vergrößern.

– MAUI ist die touristischste von allen, aber die Sonnenuntergänge auf den Sandstränden sind auch perfekt dafür geeignet.

Wir haben diesmal überwiegend in B&Bs übernachtet und bleiben mit einigen unserer „Herbergseltern“ sicherlich auch über den Urlaub hinaus weiterhin im Kontakt. Insgesamt haben wir sehr viele interessante und liebenswürdige Menschen auf den Inseln getroffen. Auch die Tierwelt hat sich uns ebenfalls von ihrer besten Seite gezeigt.

Nur ein paar Beispiele: So viele Schildkröten haben wir gar nicht erwartet, aber wir sahen sie sowohl beim Schnorcheln als auch bei unseren zahlreichen Strandspaziergängen immer wieder mal in der Ferne und aus nächster Nähe:

Wir fühlen uns ein wenig geehrt, dass wir einen von derzeit lediglich 1300 möglichen Hawaii-Mönchsrobben bei ihrem Landgang beobachten durften:

Das melodische Quaken (siehe Tabelle „Frog calls online“) von Coqui-Fröschen war unser allabendliches Schlaflied auf Big Island … fast 100 Dezibel bei solch einer Größe:

Auch das war völlig neu für uns: Wir haben den Hurrikan Lane überstanden und nebenbei eine Vorstellung davon bekommen, wie das Warnsystem auf Handys und via Radio auf diesen Inseln funktioniert.

Unsere Geschmacksnerven wurden in den vier Wochen allerhand neuen Eindrücke ausgesetzt. Ich werde „Poke“, einen Fischsalat aus rohem Fisch, sehr vermissen und Carsten dürfte „Loco Moco“, einem Gericht aus Reis, einer flachen Frikadelle, einem gebratenen Ei und einer braunen Bratensauce, sicherlich etwas nachtrauern. Aber letzteres läßt sich bestimmt leichter nachkochen, als alleine schon die Zutaten für ein ordentliches Poke (rohen Ahi, Thunfisch oder Lachs plus diverser, lokaler Gewürzmischungen) zu bekommen    standard
Ich habe außerdem die Vorzüge einer Weißen Ananas sehr zu schätzen gelernt … die ist viel süßer und enthält kaum Säure. Natürlich aber auch von all dem anderen Obst, welches für uns exotisch ist und dort vor dem Frühstück recht schnell mal kurz im Garten gepflückt werden kann.

Wir haben viel geschnorchelt, viel gebadet und waren auf der Spitze des höchsten Berges im ganzen Pazifikraum (Mauna Kea mit 4.205 m), um dort erst einen fabelhaften Sonnenuntergang über den Wolken zu sehen und danach einen Himmel voller Sterne zu bewundern. Wir konnten jede Menge klassisch schöne, weiße Sandstrände sehen, waren aber auch auf Stränden mit schwarzem, grünem und rotem Sand.

Wir haben insgesamt über 10.000 Bilder gemacht, die nun allerdings noch gesichtet und ausgedünnt werden. Die Digitalfotografie erlaubt es zum Glück bzw. leider, von einer Sache immer schnell mal ein paar Bilder mehr zu machen, um danach das Beste von allen auszusuchen – und genau den letzten Schritt das müssen wir noch durchführen    standard

Danach teilen wir auch in gewohnter Art und Weise gern unsere Fotosammlung mit euch, denn ich kann mir vorstellen, dass das Interesse daran groß sein dürfte    zwinker



2018 31.
Aug

Als ich mir dieses Thema für meinen Jahresplan ausgesucht habe, schwebten mir einige Aufnahmen mit trockenen Kräutern vor …

… dann kam ich aber auch auf den Gedanken, dass man die in der Küche häufig verwendeten Kräuter natürlich auch frisch zeigen könnte:

Klar, zum Kochen bräuchte man schon etwas kleiner geschnitten

Ich habe sogar einen ehrgeizigen Plan entwickelt, eigenen Dill auszusäen, um diesen immer frisch zur Hand zu haben …

… ich muss allerdings zugeben, dass ich das inzwischen mehr als nur einmal probiert habe. Jedes Mal keimen die Samen sehr schnell und die kleinen Pflänzchen schießen eifrig in die Höhe – aber dann klappen sie einfach zusammen. Ich gebe aber noch nicht auf    zwinker

Ich habe in Mai auch angefangen, mich intensiver mit den Pflanzen am Wegesrand zu befassen, denn es gibt ja wesentlich mehr essbare und heilende Pflanzen, welche man auch Heilkräuter nennen kann, als das, was man üblicherweise in eigener Küche immer zum Würzen nimmt.

Dies hier erkennt bestimmt jeder auf Anhieb:

Eine Kamille ist immer leicht zu erkennen. Und wie sieht es mit diesem Pflänzchen aus?

Schöllkraut kenne ich seit meiner Kindheit als „Zaubermittel“ gegen Kratzer und Schürfwunden    standard

Diese riesigen Blätter helfen auch als Heilkraut gegen Wunden:

Ja, hier reden wir von einer überall wachsenden Klette    standard

Um mein Wissen über das Grünzeug um uns herum zu erweitern, habe ich extra in diesem Monat bei einer Kräuterwanderung mitgemacht. Dabei habe ich mich unter anderem wieder daran erinnert, dass diese Blumen tatsächlich süß schmecken und gar nicht giftig sind:

Man muss beim Zubeißen lediglich darauf achten, dass man keine Hummel mitkaut, denn das mögen sie bekanntlich nicht so sehr    zwinker    aber auf Klee fahren die dicken und felligen Bienenverwandten sehr wohl ab!

Im Klosterpark Altzella gab es auch einen mit viel Liebe angelegten, beschrifteten Kräutergarten. Dort habe ich jede Menge Pflänzchen wiedererkannt und jede Menge neu kennengelernt. Manche habe ich schon als pflanzliche Heilmittel zu mir genommen, hatte aber keine Vorstellung, wie ein Ysop …

… oder ein Mönchspfeffer eigentlich aussehen:

Wesentlich leichter war es bei Oregano …

… Liebstöckel …

… Thymian …

… und Rosmarin:

Dort, in dem Kräutergarten, habe ich auch festgestellt, dass Salbei ganz unterschiedlich aussehen kann.

Die wohl bekannteste Salbeiart ist diese:

Es gibt ihn aber auch als Muskat-Salbei:

Und auch als grün-gelbe Version:

Einen Sauerampfer auf der Wiese oder am Wegesrand zu erkennen fiel mir schon immer leicht …

… das kann ich über die Blätter von Blutampfer allerdings nicht behaupten:

Diese Wissenslücke hat mich so aufgeregt, dass ich mich nicht entscheiden konnte, ob ich zur Beruhigung lieber auf Johanniskraut …

… oder auf Baldrian zurückgreifen sollte    zwinker

Die Mojito-Minze wäre vermutlich noch sehr viel besser (mit Wässerchen drumherum) gewesen     zwinker

Das Thema hat mich während der Suche nach passenden Motiven für mein Projekt wirklich gepackt. Und auf die Idee, dass Heilpflanzen auch eine ganz andere Wirkung, eher eine „lebensverkürzende“, haben können,  brachte mich das Buch „Giftmorde: 15 tödliche Anleitungen„. Ich habe das Buch von Francis Mohr, einem der Phrase4-Autoren geschenkt bekommen, er hat nämlich eine Geschichte zu diesem Buch beigesteuert. Leider war der Monat Mai dann schon zu Ende, als ich alle Kurzkrimis durchgelesen habe, sonst hätte mein Kräuter-Fotoprojekt bestimmt auch eine giftige Seite erhalten. Vielleicht mache ich das Thema „Giftiges“ irgendwann zu einem eigenständigen Projekt, wir werden sehen, wie sich das Marienblatt so wendet    zwinker



2018 29.
Jul

In meinem Leben passieren so viele schöne Dinge und so viele wundervolle Begegnungen, dass ich euch jetzt einfach mal ein wenig davon erzählen muss    standard

Schon am Anfang des Monats, nämlich am 3. Juli, haben Carsten und ich uns mit Sabine und ihren bezaubernden Töchtern Kaitlyn und Emily, welche während ihres Deutschland/Prag-Roadtrips einen Nachmittag für Dresden eingeplant haben, getroffen. Ich kenne Sabine über das Internet wohl schon seit über 18 Jahren und wir haben uns damals nicht nur Emails, sondern auch ganz klassische Briefe auf Papier mit ausgedruckten Fotos geschrieben. Das jetzige war allerdings unser erstes Treffen in Persona! Und ich fand das echt schön! Carsten hat bereitwillig die Rolle des Stadtführers übernommen und präsentierte unseren Gästen aus den USA aus meiner Sicht die schönen Seiten von Dresden hervorragend.

Nachdem wir die wichtigsten Punkte unserer Altstadt gezeigt haben und uns zur Belohnung eine ordentliche Portion Eis an diesem warmen Tag gönnten, gab es natürlich auch noch ein Erinnerungsfoto mit uns allen:

Dieses Bild hat jetzt seinen Ehrenplatz auf unserer Wall of Visitors gefunden. Wir hoffen, dass wir die drei, vielleicht dann sogar noch mit ihrem vierten, männlichen Familienmitglied a.k.a Ehemann und Papa, nochmals in Dresden oder gar ganz woanders treffen können. Der Mann des Hauses musste leider arbeiten und konnte die Mädels bei ihrem gesamten Roadtrip nicht begleiten. Aber unter uns: ein Wiederkommen lohnt sich auf jeden Fall, denn wir haben bei Weitem noch nicht alles gezeigt, was unsere schöne Stadt so zu bieten hat.

Schwenk zum nächsten Treffen:
Als Kerstin, unsere langjährige Freundin, ihren Geburtstag in Mai feierte, schenkten wir ihr einen Gutschein für einen gemeinsamen Wandertag – organisiert und durchgeführt durch uns. Das Geschenk wurde von ihr am 7. Juli  eingelöst. Wir haben uns gemeinsam auf einen 20 km langen Rundwanderweg vom Dresdner Stadteil Lockwitz über die Burgstädtler Linde nach Kreischa und über die Babisnauer Pappel zurück nach Lockwitz verständigt. Das Wetter war uns hold und wir hatten unterwegs eine wunderbare Sicht, hin und wieder etwas Wegesrandproviant in Form von Süßkirschen, Brombeeren, kleinen (noch nicht ganz reifen) Birnen und Mirabellen sowie dazu noch einen Himmel mit herrlich anzusehenden Wolkenformationen:

Außerdem haben ich mich unterwegs noch mit einer Ziege angefreundet. Als Andrea das Bild von unserer Bekanntschaft gesehen hat, meinte sie: „Die Ziege hat sich bestimmt über diese riesige, laufende Karotte gefreut.“ … gemeint ist natürlich die Farbe des T-Shirts    standard

Ein weiterer Begleiter eines anderen Wegabschnitts hat Carsten und mich als seine Ballwurfmaschinen sehr ins Herz geschlossen – ich war für die Kurzsprints und Carsten für die Langstrecken zuständig.

Und das hat er auch wirklich immer für sich entschieden, denn wenn er weit rennen wollte, brachte er seinen Tennisball zu Carsten und wenn er dabei zu sehr außer Puste geriet, trug er sein Spielzeug zu mir. Ich kann eben nicht so weit werfen wie mein Mann     zwinker

Übrigens, unterwegs habe ich entdeckt, wie man die heißgeliebten Teddybären der Welt offline präsentieren kann:

In diesem Häuschen waren alle Doppelfenster inklusive 20 cm breiter, innenliegender Fensterbank des Erdgeschosses mit viel „bärigem Leben“ gefüllt – ich fand das klasse!

Treffen Nummer 3:
Da ich auf Arbeit zwei Kolleginnen – Kathrin und Lisa –  einmal in der Woche nach Feierabend helfe, ihre etwas verschütteten Russisch-Kenntnisse wieder auszugraben und aufzupolieren, war es natürlich nur logisch, dass sie auch mal die russische Küche richtig kennen lernen sollten. Mein Vorschlag, an einem Dienstagabend ins Restaurant „Odessa“ zu gehen, wurde dabei dankbar aufgenommen. Trotz eines vorherigen Regenschauers setzten wir uns in das Gärtchen im Innenhof des Restaurants, denn das aufgespannte Segel über der Terrasse versprach einen zuverlässigen Schutz bei einer etwaigen Wiederkehr von Regentropfen. Die Kollegen im Restaurant waren wie immer klasse: Das Essen schmeckte köstlich, der Service war stets zu Stelle, wenn man ihn sich gewünscht hat, aber dennoch nicht aufdringlich – alles perfekt für einen gemütlichen Abend. Dazu hatten meine Schülerinnen eine tolle Möglichkeit, ihr Russisch gleich anzuwenden und das auch sehr erfolgreich! Nach dem Essen machten wir noch einen kleinen Spaziergang und ich zeigte meine absolute Lieblingsstelle in Dresden: das Nymphenbad im Zwinger. Beides war an diesem Dienstagabend nahezu menschenleer – eine ganz bezaubernde Atmosphäre!

Ich glaube, auch Lisa ist diesem Zauber verfallen    standard

Auf zum nächsten Treffen:
Da wir schon über Arbeit gesprochen haben    standard    Carus Vital, das Gesundheitszentrum unseres Arbeitgebers, über welches ich schon paar mal geschrieben habe, bietet nicht nur sportliche Veranstaltungen, sondern auch Kochkurse an. Vor einigen Tagen gab es dann den Kurs „Vegetarisches Grillen“. Ich hatte mich leider etwas zu spät angemeldet und stand lange Zeit auf der Warteliste, aber glücklicherweise wurde noch ein Plätzel frei und ich konnte nachrutschen    standard    Carsten hat beim Wort „vegetarisch“ lieber gleich beschlossen, dass ich ohne ihn teilnehmen kann    zwinker
Diese Veranstaltung wurde netterweise von „meiner“ Julia vorbereitet und durchgeführt. Das Grillgut in Form von eingelegtem Hirtenkäse und ebenfalls eingelegtem Zucchini-Champignon-Gemüse hat sie eigenhändig schon vorbereitet gehabt. Solange das Grillgut nun vor sich hinbrutzelte, machten die Kursteilnehmer sich daran, nach ausgegebenen Rezepten die passenden Beilagen zuzubereiten.

Von links nach rechts: Sommernudelsalat, Tomaten-Hirtenkäseaufstrich, Tzaziki, Pesto, Linsensalat und gegrillte Kartoffeln, die mit dem Pesto gegessen werden sollten. Es war alles sehr, sehr lecker geworden … dass wir dabei mit jeder Menge Knoblauch gearbeitet haben, hat unsere Umgebung auch noch am nächsten Tag sicherlich deutlich wahrgenommen    standard

Nun zu unserem Hausgast:
Das Essensthema bringt mich auf das nächste Highlight: Wir haben seit über einer Woche jemanden, den ich zum Anbeißen süß finde, zur Pflege in unserer Wohnung aufgenommen:

Es ist der Dsungarische Zwerghamster namens Egon von Andrea. Sie ist aktuell viel unterwegs (Umzugsplanungen nach Österreich & Kurzurlaub mit ihrer Schwester) und ihr Kumpel, welcher sonst die Tagespflege dieses kleinen Knuffels übernommen hat, ist derzeit selbst im Urlaub. So hat sie ihren kleinen Mitbewohner aus Chemnitz zu uns gebracht. Ich denke, wir haben uns zu dritt inzwischen richtig gut eingelebt    standard

Er darf bei uns noch eine weitere Woche bleiben, danach bringen wir ihn wieder zurück. Dort hat er auch ein wesentlich größeres Gehege als bei uns.

Überleitung zum nächsten Thema:
Einen großen Auslauf im Freien hatten Carsten und ich am Samstag vor einer Woche. Wir waren erneut mit Teilnehmerninnen eines ehemaligen VHS-Russisch-Kurses von mir wandern, diesmal überwiegend am Grenzfluß Kirnitzsch entlang. Aber die unverwechselbaren Formationen des Elbsandsteingebirges durften natürlich nicht fehlen, zumal man dort an einem heißen Tag ein ganz besonders schönes und schattiges Plätzchen zum Sitzen finden konnte    zwinker

Solche, zwischen Felswänden eingeklemmte Steinbrocken finde ich immer wieder beeindruckend …

… ich versuche allerdings an solchen Stellen immer sehr schnell durch zu laufen, denn man weiß ja nie, wann dieser Halt mal bröckelt    zwinker

Entlang eines recht langen Abschnitts des Wanderwegs wuchsen richtig großen Farne – ich fühlte mich ein wenig wie im Urwald von Jurassic Park    zwinker

Das Wasser der Kirnitzsch war kristallklar, wie diese Spiegelung und Durchlässigkeit am oberen Bildrand eindrucksvoll zeigt:

Das Grün der Wasserpflanzen wirkte auf mich sehr märchenhaft – insbesondere, wenn sie im fließenden Wasserverlauf immer sanft hin- und herwiegten:

Es war so unglaublich ruhig dort! Natürlich konnte ich der Versuchung, meine Füße von Wanderschuhen zu befreien und die Zehen in das Wasser einzutauchen, nicht widerstehen. Ein Beweisfoto gibt es in meiner „Füße-im-Wasser„-Galerie    standard

Später, auf der Oberen Schleuse gönnten wir uns eine Kahnfahrt – die von der Wanderung ermüdeten Füße waren uns wirklich sehr dankbar. Bei so einer Fahrt erinnert man sich wieder, dass man nicht immer schnell von A nach B kommen muss, es geht auch langsam und entspannt.

Als wir an der unteren Staumauer gestartet sind, lag die Wassertiefe noch bei 4 m. An der weiter oben liegenden Bootsstation ist es ganz offensichtlich wesentlich flacher geworden.

Die Kirnitzsch ist schon sein Jahrhunderten ein Grenzfluß zwischen Tschechien und Deutschland. Doch die Namen der Länder änderten sich im Laufe der Jahre und manche Zeichen sind nur leicht etwas angepasst worden. Achtet einfach auf den Hintergrund vom Buchstaben „D“:

Hier kann man noch deutlich die DDR-Vergangenheit erkennen und auf tschechischer Seite zeigte auf manchem Grenzstein das Länderkürzel ČS noch die damalige Abkürzung der Tschechoslowakei.

Den Abend durften wir wieder mal im Garten von Kerstin und Lothar beim Grillen und einem Feuerchen ausklingen lassen:

Es war ein wunder-wunderschöner Sommertag!

Einen habe ich noch !
Auch Sommerabende können mal nach draußen locken und so folgte ich Annas Vorschlag, mal beim Palais-Sommer zu einem Konzert zu gehen. Letzten Dienstagabend, ich habe noch Kathrin mit dazu eingeladen, lauschen wir zu dritt den hervorragend gespielten Jazzklängen der Klazz Brothers:

Die Jungs haben mit einer Pause ganze zwei Stunden lang gespielt und es war wirklich klasse! Als der Auftritt zu Ende war, strahlte man das Gebäude vom Japanischen Palais, welches einige Museen beherbergt, noch mit einem Bild von einem bekannten Maler an. Erkennt ihr es?

Es ist ein Bild von Paul Gauguin: „Zwei Frauen auf Tahiti“. Ich gebe zu, den Künstler habe ich sofort erkannt, aber um zu wissen, wie genau dieses Bild heißt, musste ich recherchieren    standard

Oh, es ist ein ziemlich langer Beitrag geworden, aber es sind einfach zu viele zu schöne Erlebnisse passiert, welche ich mit euch hier schon seit langer Zeit teilen wollte. Mal schauen, was die nächsten Tage und Wochen so mit sich bringen werden!



2018 29.
Jul

Mit einer Mauer verbindet man gerade hierzulande eine schmerzhafte Geschichte der Teilung. Zum Glück muss das im Großen und Ganzen nicht immer der Fall sein. Klar, man zieht eine Mauer hoch, um sich abzugrenzen, aber auch um hinter ihr, wenn es brenzlig wird, Schutz zu suchen.

Der Schutz wird nicht nur den Menschen gewährt, auch Pflanzen genießen die Geborgenheit durch hohe Mauern.

Die Steine sehen zwar hart und unnachgiebig aus, aber auch sie haben im Grunde genommen einen weichen Kern. Wenn die harte Oberschicht bröckelt, kommen die schwachen Stellen zum Vorschein.

Wenn darin dann sogar noch ein Samenkorn landet, wächst ein Pflänzchen unter Umständen direkt an der Mauer in die Höhe.

Mauern müssen nicht zwingend aus einem Naturstein bestehen …

… in einer Fabrik gefertigte Ziegelsteine tun es auch.

Oft werden Mauern auch von Menschenhand durch Farbe aufgehübscht.

Es muss natürlich nicht immer eine kräftige, vollflächig aufgetragene Farbe sein, denn ein paar liebevoll aufgemalte Margeriten tun es auch.

In Kiew habe ich einige Mauern mit wunderschönen und kunstvollen Malereien an Kirchen entdeckt,  Bei den älteren von ihnen waren die Farben im Laufe der Zeit etwas ausgeblichen …

… bei den neueren waren die Malereien noch richtig farbenfroh.

Alte Gemäuer sind für einen Betrachter immer wieder besonders interessant.

Man ist beeindruckt ob ihrer Standhaftigkeit und auch ob ihrer Stärke bzw. Dicke.

Mauern müssen aber auch nicht immer so düster historisch und sehr erwachsen aussehen    standard

Da lacht nicht nur ein Kinderherz!

Auch Hausmauern können sehr kunstvoll gestaltet werden.

Ich hatte im April wirklich viele interessante Mauern in Dresden und, dank meiner Dienstreise, auch in Kiew entdeckt. Vielleicht habt ihr jetzt auch Lust bekommen, die Mauern in eurer Nähe genauer unter die Lupe zu nehmen und diese auch mal ganz erstaunt anzusehen?

Für mich kann ich diese Frage nur mit einem „ja“ beantworten    standard