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Kommentar:   

 
Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2021 24.
Okt

Bevor ich diesmal die Highlights der Woche anspreche, fasse ich zuerst mal die Kleinigkeiten in Wort und Bild zusammen:

Wenn Stephanie und ich sonntags unseren M├Ądelstag haben, gucken wir u.a. f├╝r einige Stunden ihre Fotoalben durch, die sie von mir zum 18. Geburtstag bekommen hat. Damals ├╝berreichte ich ihr insgesamt 10 St├╝ck … liebevoll mit Abz├╝gen ab dem Babyalter gef├╝llt, mit Kommentaren versehen und im letzten Album sogar mit ganz pers├Ânlichen Frageb├Âgen und Zeilen ihrer Freunde, der Familie und aus dem sonstigen Umfeld – eben all diejenigen, dich ich damals unbemerkt erreichen konnte. Nun kommt ihr und uns diese geb├╝ndelte Sammlung an Fotos bzw. Dokumentation ihrer Jahre bis zur Vollj├Ąhrigkeit sehr zu Gute, denn hiermit kann sie nicht nur das Umbl├Ąttern ├╝ben, sondern auch gleich mal nachpr├╝fen, was noch im Ged├Ąchtnis geblieben ist und was durch Bilder und Storys von mir aufgefrischt werden muss.

In dieser Woche haben wir zudem ├Âfters mal mit den Holzkl├Âtzen die Konzentration (Vorgaben nachbauen) und die Geschicklichkeit beider H├Ąnde (von Person zu Person weiterreichen) ge├╝bt. Dabei zeigten sich leider wieder die ├╝blichen Schwierigkeiten bei der Orientierung und einer Probleml├Âsung, wenn sie eine sinnvolle Drehung der Steine (um welche Achse ?) ├╝berdenken musste oder einfach nur eine Vorgabe (Buchstaben & Gebilde) nachlegen sollte. Wir denken aber, dass die stetige Wiederholung dabei helfen wird, zudem es ihr ja sogar noch recht viel Spa├č macht    standard

Und nat├╝rlich kamen auch diesmal wieder etliche Hunde an unserem Pavillon vorbei, die uns mittlerweile sehr gut kennen, da wir ja immer wieder den Weg hierhin suchen. Einmal haben wir aber schon geschw├Ąchelt, denn das stundenlange Sitzen in der K├Ąlte wird zunehmend unangenehmer: da Stephanies Zimmergenossin nicht da war, konnten Carsten und ich mit dem Kind im warmen Zimmer bleiben und eben dort unsere gesamte Besuchszeit zelebrieren.

An dem Tag ├╝bergaben wir ihr eine Seniorenfernbedienung – also nur mit Kn├Âpfen f├╝r Ein/Aus (1x), f├╝r den Programmwechsel vor & zur├╝ck (2x) sowie f├╝r die Lautst├Ąrke lauter, leiser & stumm (3x):

Im Zimmer konnten wir mit ihr jedenfalls mehrfach die Nutzung dieser intensiv ├╝ben, ohne vorher Trocken├╝bungen fernab des Fernsehers einplanen zu m├╝ssen. Doch es ist echt erstaunlich, wie sehr sie schon nur diese sechs Tasten aus dem Konzept bringen k├Ânnen, w├Ąhrend sie andere komplexe Dinge im Nu beherrscht oder sogar noch im Ged├Ąchtnis hat. Egal, jetzt k├Ânnte sie jedenfalls selbstst├Ąndig durch die Grundsender ARD, ZDF, NDR, RTL, RTL2, SAT1, Kabel1, Pro7, VOX und vor allem ihr hei├čgeliebtes Deluxe Music zappen. Sie braucht sich jetzt nur noch mit ihrer Mitbewohnerin einigen und nicht mehr umst├Ąndlich f├╝r jede Ver├Ąnderung die Pflege zu sich rufen.

In dieser Woche waren der Geschmack-des-Tages ein Kringel Fleischwurst am Dienstag (wir waren echt ├╝berrascht, wie selbstverst├Ąndlich sie die mundgerechten St├╝cke mit der Gabel wahlweise in Ketchup, Senf, Remoulade oder in einer Kombination aus diesen eingetunkt hat!), eine Schale Kartoffelsalat am Donnerstag, Dominosteine und gef├╝llte Lebkuchenherzen am Samstag und heute eine Schlangengurke. Doch bald m├╝ssen wir uns wahrscheinlich extravagantere Dinge einfallen lassen, denn die Logop├Ąden scheinen weiter gelockert zu haben – Stephanie bekommt ihr Mittagessen mittlerweile unp├╝riert! Allerdings ergeben sich f├╝r uns dadurch nun auch endlich mehr M├Âglichkeiten (z.B. Currywurst) und vor allem ihr Zwischenziel (Burger) sowie das Endziel (D├Âner) r├╝cken immer n├Ąher. Sie freut sich jedenfalls b├Ąrigst und ├╝berlegt schon in Gedanken eifrig ihre Wunschzutaten …    zwinker

Schon beim allgemeinen Abendessen zeigen sich durch die Lockerungen ganz andere M├Âglichkeiten:

Und auch das flei├čige Lernen f├╝r ein bisschen mehr Selbstst├Ąndigkeit bei der Zubereitung ist nach wie vor ungeb├Ąndigt. Sie schmiert ihre Brote in unserem Beisein immer besser und das Herausholen von Butter oder Schmelzk├Ąse aus dem T├Âpfchen klappt mit Linki als Festhalter und Rechti als Messerschwinger schon fast perfekt bzw. mit nur noch wenig Hilfe durch uns – an der Front gibt sie auch nicht so schnell auf!

Im Gegenteil, denn sie ist weiterhin sehr entt├Ąuscht, wenn wir es mal nicht rechtzeitig in die K├╝che schaffen, um an unseren Besuchstagen die vollumf├Ąngliche Vorbereitung ihrer Schnitten zu verhindern    zwinker

Und gestern freute sie sich zwar, als wir gegen 13:00 zu Besuch kamen, doch sie konnte noch nicht ihren Teller mit Oktoberfestk├Âstlichkeiten beenden. F├╝r die Bewohner hatte man am Samstag ein kleines bajuvarisches Fest ausgerichtet und typische Leckereien kredenzt, auf die Stephanie nun nicht so gerne verzichten wollte. Also schoben wir sie auf ihren Wunsch hin mitsamt der unp├╝rierten (!) Wurst- und Leberk├Ąsest├╝ckchen mit s├╝├čem Senf sowie Kartoffelsalat und Obadzda zum Pavillon, wo sie sogar ohne Schunkelmusik („So gar nicht mein Fall!“) ganz gen├╝sslich zu Ende futtern konnte. Wie auch bei unseren bisherigen Mitbringseln genoss sie hiervon ebenfalls sichtlich jeden Bissen:

OK, nun zu den Highlights:

Nummer 1 ist definitiv ihre supergut ├╝berstandene, kleine OP zur PEG-Entfernung am Montag. Ihr erinnert euch, ich schrieb ja am 3. Oktober:

„In der 42. KW ist die Entfernung der PEG-Sonde (perkutane endoskopische Gastrostomie = k├╝nstlicher Mageneingang) geplant ÔÇŽ Stephanie freut sich wie Bolle und damit verbleibt am Ende mit dem Urostoma (k├╝nstlicher Blasenausgang bzw. SPK) nur noch ein einziger Dauerschlauch an ihrem K├Ârper“

… nun hat sie auch das endlich hinter sich!!! Wir sind sogar ganz au├čerplanm├Ą├čig am Montag extra einmal zu ihr nach L├╝neburg gefahren, denn da konnte mein Mutterherz einfach nicht anders. Ich wollte wissen, wie es ihr geht und wie sie den kleinen Eingriff inklusive Magenspiegelung so ├╝berstanden hat. Es verlief alles perfekt und schon am n├Ąchsten Tag sp├╝rte sie gar nichts mehr davon. Nach unseren ├ťbungen und denen der Ergotherapeuten am Dienstag bescheinigten wir ihr das G├╝tesiegel „Fit wie’n Turnschuh“, denn sie scheute absolut keine Bewegung mit den Armen, dem Oberk├Ârper und dem Rumpf, welche Auswirkungen und Spannungen auf die Bauchregion mit sich brachten. Puh, ich war sehr erleichtert!!!

Das zweite Highlight war der gestrige Besuchstag, weshalb ich diesen jetzt auch gerne noch etwas ausf├╝hrlicher beschreiben m├Âchte – in Wort, Bild und Ton.

Am Dienstag lockten wir sie schon einmal aus ihrer Komfortzone heraus, indem wir sie dazu brachten, sich und ihre Arme ganz lang zu strecken, um von Carsten oder mir etwas in die Hand zu bekommen, was sie dann zur anderen Seite an die wartende Person wieder abgeben musste. Es war echt erstaunlich, wie viel Kontrolle sie wieder ├╝ber ihren Rumpf bzw. die dortigen Muskeln zu haben scheint!!!

Am Samstag toppte sie das Ganze sogar noch einmal, als sie sich v├Âllig unvermittelt nach vorne beugte, um ihr Trinken vom Tisch zu holen:

Weil Stephanie sehr wahrscheinlich beim Oktoberfestschunkeln ihr Getr├Ąnk versch├╝ttet hatte, wollte Carsten einmal den Rollitisch reinigen. Er hat ihn also abmontiert und wienerte auch gleich die Rollilehne mit, als sie sich dann ganz selbstst├Ąndig nach vorne bewegte und nach ihrem Becher griff. Die Bewegung bis dahin kannten Carsten und ich schon: wenn sie ihre Arme nach vorne streckte, plumpste der Oberk├Ârper wie ein nasser Sack in Richtung Schoss und blieb dort liegen – zum Gl├╝ck ist sie im Rolli ja angeschnallt. Doch diesmal schaffte Stephanie es auch ganz alleine wieder, den ganzen, f├╝r sie bislang viel zu beschwerlichen Weg zur├╝ck in die R├╝ckenlehne. Wir guckten uns und den mitgebrachten Gast an und wir m├╝ssen wie ein Honigkuchenpferd gegrinst haben, denn weder der Gast noch das Kind konnten anfangs unsere ├╝berschw├Ąngliche Freude verstehen. Ohne Fremdhilfe zur├╝ck in den Rolli zu schafften war uns v├Âllig neu, also scheinen ihr endlich auch die Bauch- und R├╝ckenmuskeln wieder zu gehorchen – klasse!

Das wir vorher in dieser Richtung nichts gemerkt haben ist v├Âllig verst├Ąndlich, denn wir haben in der Regel ja grunds├Ątzlich den Tisch vor ihr angeschnallt und deshalb kam es nach unseren vorherig gemachten Erfahrungen im Krankenhaus (Stichwort: Plumpssack) nie beabsichtigt zu so einer Situation. Am Samstag lie├čen wir die Bewegungseinschr├Ąnkung dann nat├╝rlich f├╝r weitere ├ťbungen dieser Art weg. Sie nahm Gegenst├Ąnde vom Tisch auf …

… und reichte sie uns …

… oder bekam sie auch mal von dem dritten Besucher:

Zu dieser Person nun endlich mehr:
Wir hatten an dem Samstag eine Freundin mitgebracht und trotzdem sich beide bisher noch nicht pers├Ânlich gesehen hatten, erkannte Stephanie sie schon nur nach der Vorgabe des ersten Buchstaben vom Vornamen … auch hier eindeutig ein Beweis f├╝r die R├╝ckkehr ihres Kurzzeitged├Ąchtnisses. Wir haben dem Kind sicherlich schon ein paar Male von meiner Arbeitskollegin erz├Ąhlt und auch schon Fotos gezeigt, aber in der letzten Woche kam Stina und ihre Absicht, einmal mit nach L├╝neburg zu fahren, jedenfalls nicht zur Sprache. Also ist das Wissen ├╝ber sie schon ├Ąlter als zwei bis drei Wochen.

Als n├Ąchstes ├╝berraschte Stephanie alle mit der Kommunikation, denn wir unterhalten uns mit Stina, einer geb├╝rtigen Franz├Âsin, in der Regel in einem Mischmasch aus Deutsch und Englisch, Doch mit Stephanie konnte sie nun auch recht viel Franz├Âsisch sprechen, vor allem, da unsere Kleine als Sch├╝lerin mal einen B2-Abschluss im DELF-Sprachlevel absolviert hat. Klar, Stephanie philosophierte nun nicht gerade in langen S├Ątzen oder ├╝ber komplizierte Themen, aber dennoch waren wir auch hier wieder einmal erstaunt, was sie ganz spontan so alles an Franz├Âsisch aus ihrem Wissensfundus hervorkramen konnte:

 
Stina meinte, dass ihre Aussprache super sei und man merkte dem Kind an, dass sie auch echt viel von allem verstanden hat. Stephanie biss sich zu diesem Zeitpunkt mit der franz├Âsischen Sprache, der Rumpfbewegungen und sogar der Nutzung von Linki gleichzeitig durch und hatte trotzdem ihren Spa├č dabei. Toll!!!

Weil das Wetter den ganzen Tag schon so herrlich war – nach zwei Tagen Dauerregen und Sturm auf jeden Fall eine Wohltat – drehten wir zudem mal eine kleine Runde durch die an das Pflegezentrum angrenzenden Felder bzw. W├Ąlder.

Und wieder ein Ah und Oh, denn Stephanie sah auch mal ohne langes Umhergucken Tiere rechts und links abseits des Weges … am Himmel waren z.B. mehrere Keile von G├Ąnsen zu sehen und auf der Bank sa├č eine Katze, die sie ebenfalls recht schnell nach unserer Richtungsweisung fokussieren konnte.

Wir glauben, dass sie auch mal wieder froh war, etwas anderes als nur den Innenhof und das Pflegezentrum zu sehen, obgleich sie bei den vielen neuen Eindr├╝cken teilweise etwas ├╝berfordert schien:

Schade, dass der Sommer bzw. die warmen Tage gerade jetzt vorbei sind …

Ebenfalls schade ist, dass sie das Lesen einer analogen Uhr komplett vergessen hat. Bevor wir sie zum Abendessen schoben, blieben wir an einer solchen Uhr stehen und fragten sie nach der Zeit:

Anhand des kleinen Zeigers gelang es ihr noch, die 5 zu erkennen, aber die Einordnung des gro├čen Zeigers zwischen der 2 und 3 und somit die Verkn├╝pfung zu 10 bzw. 15 Minuten war ihr nicht mehr m├Âglich. Diese Aufgabe wird sich also in die Liste ganz weit nach hinten einreihen m├╝ssen, da sind zun├Ąchst noch ganz andere, viel wichtigere Baustellen auf der Agenda.

Doch an diesem Besuchstag waren Carsten und ich schon v├Âllig begeistert, was Stephanie f├╝r Fortschritte zeigte und welche anderen ├ťberraschungen, u.a. der Ged├Ąchtnisleistung, sie so ad hoc aus dem Hut zaubern konnte. Es bleibt demnach weiterhin hartn├Ąckig bei unseren Credos „├╝ben, ├╝ben, ├╝ben“ und „nicht aufgeben“ …



2021 03.
Okt

Die richtig guten Nachrichten zuerst im Kurzticker:

  • die Krise von letzter Woche war gl├╝cklicherweise nur ein kleines und vor allem kurzes Strohfeuer … wir drei haben uns am Dienstag dar├╝ber ausgesprochen, sie hat sich unendlich oft entschuldigt und es wurden auch gleich mal die n├Ąchsten Ziele von ihr festgelegt, an denen wir nun eifrig arbeiten
  • in der 42. KW ist die Entfernung der PEG-Sonde (perkutane endoskopische Gastrostomie = k├╝nstlicher Mageneingang) geplant … Stephanie freut sich wie Bolle und damit verbleibt am Ende mit dem Urostoma (k├╝nstlicher Blasenausgang bzw. SPK) nur noch ein einziger Dauerschlauch an ihrem K├Ârper
  • unser Kind ist seit Donnerstag vollst├Ąndig durchgeimpft … willkommen im Club der 2G-Nutzer
  • Stephanie sagt auch, dass sie wohl schon die positive Wirkung der Botox-Behandlung bemerkt, denn Linki ist ihrer Meinung nach noch etwas freier in der Bewegung geworden und in den Beinen hat sie nun sehr viel weniger Kr├Ąmpfe

Und mit diesen Stimmungsaufhellern verlief die letzte Woche auch insgesamt wie am Schn├╝rchen. Wir haben viel ausprobieren k├Ânnen, viel ge├╝bt und nat├╝rlich auch wieder ein paar kleinere Erfolge erzielt.

Mit unserem „Geschmack des Tages“ m├Âchten wir Stephanie im Rahmen ihres erlaubten Kostplans wieder langsam an die vielen kulinarischen Gen├╝sse heranf├╝hren und auch ausloten, was sich geschmacklich bei ihr eventuell ge├Ąndert haben k├Ânnte: am Dienstag gab es auf ihrem Brot Zunge als Wurstscheibe (fand sie so lala), am Donnerstag Bierschinken im Ganzen (zugegeben, Wurst ohne Brot ist unfair, denn welcher Nichtvegetarier/-veganer w├╝rde das nicht m├Âgen?!?), am Samstag Rindermett (diese Form des „Hackepeters“ haben wir selbst erst hier im Norden kennen- und (wie unser Kind) mittlerweile lieben gelernt) und heute verw├Âhnte ich sie mit einer frischen Avocado.

Doch die gr├Â├čte ├ťberraschung gab es gestern zum Fr├╝hst├╝ck, wo sie zu ihrem s├╝├čen Br├Âtchen mit Belag auch noch zwei St├╝cke Pfirsich und zwei St├╝ckchen Ananas bekam:

Ananas war ja eigentlich noch nie so richtig ihr Ding und bei der Beschreibung von Pizza Hawaii zeigt sie auch heute noch trotz ihres Ged├Ąchtnisverlusts nicht gerade ein Das-will-ich-essen-Gesicht. Doch pur scheint sie nun echt Freude dran gefunden zu haben – wir waren etwas baff. Gut zu wissen …    standard

Bei den neu eingef├╝hrten ├ťbungen hielten wir uns u.a. an ihren Wunsch, als Freizeitbesch├Ąftigung zuerst das Lesen wieder durchf├╝hren zu k├Ânnen. Ergo besorgten wir ihr Zeitschriften und packten diese in eine Art Rollirucksack, mit denen sie ab jetzt immer dann trainieren kann, wenn ihr danach ist … nat├╝rlich, wenn ihr jemand zuvor jene herausholt und sie vor ihr auf den Tisch legt. Doch unsere erste Aufgabe war zun├Ąchst das Erlernen des Umbl├Ątterns:

Zwar erwischt sie noch zu oft mehr als nur eine Seite, aber die Feinmotorik und F├Ąhigkeit, mit den zum Teil auch mal durch Lecken angefeuchteten Fingern zu arbeiten, wurde von Besuch zu Besuch sichtbarer. Sie scheint wohl auch schon selbst hier und da mal zu ├╝ben und sich die Bilder und Texte anzuschauen. Der Anfang w├Ąre damit gemacht.

Am Donnerstag musste sie uns eine Postkarte vorlesen, die sie von einer Therapeutin bekommen hat, die derzeit in Dresden und der S├Ąchsischen Schweiz Urlaub macht. Das Lesen des Textblocks klappte dabei sogar schon ├╝berraschend gut und Stephanie hat sich eigentlich nur einmal in der Zeile vertan und somit die richtige Stelle verloren, doch sie brauchte nicht lange, um sie wiederzufinden und weiterzulesen.
Hei├čt: wer also Lust hat, kann ab sofort gerne ein paar Zeilen auch direkt an sie schicken – ob als Brief, als Postkarte oder auch als Email. Falls es nicht mehr bekannt sein sollte, die Postadresse findet ihr hier und die Emailadresse setzt sich bei uns allen aus Vorname.Nachname@marvinchen.de zusammen. Wir werden ihr dann alles bei unserem n├Ąchsten Besuch mitbringen und sie selbst durchlesen lassen.

Wie schon im letzten Blogeintrag angedeutet, haben wir auch weiterhin das Schmieren ihres Brotes zum Abendessen ge├╝bt und es zeigen sich sogar schon erste Erfolge – doch ganz alleine geht es nat├╝rlich noch nicht. Und auch das Hunde-Memory kam wieder zum Einsatz, diesmal mit der Variante, dass vor ihr ein Welpenbild mit abgedecktem Rassenamen liegt und sie aus vier m├Âglichen Fotos von ausgewachsenen Hunden das m├Âgliche Elternteil heraussuchen muss:

Dabei soll sie auf hundetypische Merkmale, wie z.B. Farbe, stehende oder h├Ąngende Ohren, L├Ąnge der Beine oder des Fells, Kopf, Gesicht und Schwanz achten und erst danach ihre Auswahl durchf├╝hren. Manches schlie├čt sie von Vornherein aus uns schiebt diese Karten dann weg, aber manchmal ist sie auch schon bei vier Karten sehr zielsicher. Auf dem Foto ist wohl eindeutig die Farbe der entscheidende Hinweis gewesen    zwinker

Einmal hatten wir sogar das Gl├╝ck, dass sich ein echter Hund dazugesellte und Stephanie war au├čer sich vor Freude. Das Streicheln mit Linki gestaltete sich allerdings etwas suboptimal …

Egal, sie war gl├╝cklich und aus dem H├Ąuschen und sie wei├č mittlerweile auch ganz genau, dass Hunde „wuff“ und Katzen „miau“ machen … war ja anfangs nicht immer so, ihr erinnert euch sicherlich noch.

Eine weitere praktische ├ťbung war diese Woche das Einfordern ihrer aktiven Hilfe beim Anziehen einer Strickjacke oder eines Pullis. Das Wetter h├Ąlt sich hier im Norden zwar erstaunlicherweise immer noch ganz gut und Regen bleibt in der Regel w├Ąhrend unserer Besuche aus, aber drau├čen zu sitzen wird nach ein paar Stunden durch die K├Ąlte und den Wind zunehmend ungem├╝tlich, sodass wir jetzt immer ├Âfter reingehen m├╝ssen. Bis dieser Schritt aber auch f├╝r unsere K├Ąlteliebhaberin (ihr Credo war ja schon immer „Island ist ein besseres Urlaubsland als Spanien“) unausweichlich ist, ziehen wir ihr erst mal eine w├Ąrmende Schicht ├╝ber. Und das Einf├Ądeln der Arme sowie das Hochziehen der ├ärmel ├╝berlassen wir dabei immer mehr ihr. Selbst mit Linki fasst Stephanie den Stoff mit Daumen und Zeigefinger an und zieht alles St├╝ck f├╝r St├╝ck nach oben, bis die vorher eingepackte Hand frei liegt – noch mit sehr viel Hilfe, aber in ein bis zwei Wochen hat sie das sicherlich auch wieder alleine drauf.

Doch der gr├Â├čte und zeitintensivste Block wird derzeit f├╝r das Neuerlernen des Schreibens genutzt. Angefacht wurde dies durch eine Therapeutin, welche mit Stephanie selbst schon damit anfing und uns deshalb ├ťbungen f├╝r die Handmotorik herausgesucht und mit einer Notiz ins Postfach gelegt hat … „vor allem, damit Stephanie wieder Schreiben lernt und sich traut es auszuprobieren.“

Dieser Aufgabe wollen wir sehr gerne nachkommen, doch leider zeigte sich, dass Stephanie das Nachzeichnen von Figuren und Buchstaben fast gar nicht beherrscht und uns immer nur fragend anschaute, was wir denn eigentlich von ihr wollen. Also fingen wir zun├Ąchst mit einfacheren ├ťbungen an, um die Handhabung des Stiftes zu verinnerlichen, Striche und Linien zu zeichnen und vor allem, um ihr immer wieder zu Erfolgserlebnissen zu verhelfen – denn nur dann bleibt sie auch mit Spa├č und Eifer dabei.

Wir starteten mit Trocken├╝bungen auf einem wei├čem Blatt Papier, bei der sie Punkte verbinden oder auch mal Carstens Stift folgen sollte:

Hierbei ging es uns vor allem darum, bei ihr ein Verst├Ąndnis aufzubauen, was mit dem Stift m├Âglich ist und was man wie nachzeichnen oder verbinden sollte.

Dann wollten wir schon etwas koordinierter vorgehen und sie nach einem bestimmten Schema „malen“ lassen. Carsten hatte daf├╝r ein paar der sicherlich jedem bekannten Bilder ausgedruckt, bei denen man Punkte von 1 bis irgendwas verbinden soll und am Ende zeichnet sich dadurch eine Figur oder ein Ding ab.

Sie war voll konzentriert, hochmotiviert und es klappte auch gleich schon beim ersten Mal ganz wunderbar:

Dass es sich hierbei allerdings um eine Birne handelte, das erkannte sie nat├╝rlich nicht    zwinker

Auch auf dem Bild 2 hat sie alle Punkte toll verbunden, aber auch hier konnte sie das final sichtbare Tier nicht benennen (siehe rechts):

Doch darauf kam es ihr uns uns ja auch gar nicht an. Das Verbinden und die Handhabung mit dem Stift war das Ziel und bis hier hatten wir durchschlagenden Erfolg. Wir stellten nur immer wieder fest, dass sie die Zahlen nicht registrierte, die sich hinter ihren Fingern oder dem Handr├╝cken befanden. Sie hat aber auch kein Gef├╝hl daf├╝r, dass sie diese einfach nur durch sich selbst verdecken k├Ânnten – der fehlende ├ťberblick und der nicht vorhandene Orientierungssinn f├╝r die Suche schlugen ihr erneut ein Schnippchen …

Und ab Bild Nummer 3, 4 und 5 l├Ąsst sie zudem ihre Konzentration im Stich, denn ab da verliert sie immer mehr den Faden. Wie schon letzte Woche beschrieben, ist hier leider deutlich der Nebeneffekt „Kleinkind vs. Erwachsener“ offensichtlich: das Kleinkind in ihr baut sehr schnell ab und sie ger├Ąt v├Âllig neben die Spur. Dann hei├čt es genug ge├╝bt, Zeit f├╝r Ablenkung und Zerstreuung schaffen. z.B. mit einem leeren Blatt, auf das sie malen k├Ânnte, was sie nur will. Doch hier verliert wieder das Kleinkind, was sicherlich sofort drauflos malen w├╝rde (Baum, Haus, Sonne etc.), und Stephanies Erwachsenenbewusstsein l├Ąsst sie ideen- und phantasielos auf das Papier starren. Hier braucht sie dann doch etwas Input und eine Vorgabe, was sie denn malen soll. Allerdings, wenn man ihr erneut etwas vorgibt, z.B. ein Haus oder ein Schriftzug, meldet sich das Kleinkind und fragt „Wie geht das?“ … ein Teufelskreis, denn sie m├╝sste zwar zun├Ąchst erst einmal alles lernen, aber am Ende darf diese Lernperiode dann auch nicht all zu lange dauern. Dabei sitzt sie eigentlich auf hei├čen Kohlen, denn es geht ihr so nicht schnell genug.

Wir sind echt gespannt, wann und wie wir dieses „Hindernis“ ├╝berwinden werden und vor allem, wann wir das Kleinkind vom Alter her einschulen k├Ânnen … so kann Stephanie zwar schon gut lesen, aber nicht selbstst├Ąndig schreiben, auch nicht mit einem direkten Abgucken des zu schreibenden Wortes und am Ende leider auch nicht, wenn sie auf dem Wort nur die Linien nachziehen m├╝sste. Aber unsere Zeit wird kommen und eines Tages schreien wir „Heureka!“ in die gro├če, weite Welt hinaus …     zwinker



2020 25.
Sep

Schon lange vor Stephanies Vorfall mussten Carsten und ich unsere Jahresurlaubstage in die letzten vier bzw. sechs Monate diesen Jahres quetschen – vor dem Ablauf unserer Probezeit (Carsten Ende Juni, bei mir Ende August) konnten wir bzw. wollten wir ja nichts einreichen. Also haben wir uns unter anderem f├╝r zwei Wochen um Carstens Geburtstag im September und ebenfalls zwei Wochen um meinen im November entschieden. Dann passierte das mit Stephanie …

Einiges, was wir uns schon seit Monaten f├╝r diese freien Tage vorgenommen haben, wurde dadurch kurzerhand einfach nicht mehr m├Âglich. Denn so war z.B. angedacht, dass uns die Kleine zusammen mit ihrem Freund f├╝r ein paar Tage besucht (es w├Ąre ihr erstes Mal in unserer neuen Wohnung gewesen) und auch, dass Carsten und ich mal mit dem Auto einen Abstecher zur Gro├čen nach ├ľsterreich machen. 

Nun haben wir jetzt schon seit einer Woche Urlaub und Stephanie liegt noch immer in der Charit├ę in Berlin. F├╝r uns kommt aber ein l├Ąngerer Aufenthalt in der Hauptstadt nicht in Frage, da man pro Tag nur 1 Stunde auf der Intensivstation besuchen darf und die restliche Zeit verbringt man wahrscheinlich nur noch gr├╝belnd und verzweifelt im Hotelzimmer oder anderswo. Also machten wir eben so weiter, wie wir es schon w├Ąhrend des Arbeitsalltags aufgeteilt hatten: in der Woche sind wir zuhause in Wentorf und am Wochenende fahren wir ans Krankenbett. Ich habe meinen Arbeitskolleginnen ├Âfters schon gesagt, dass ich trotz der traurigen Lage nach wie vor wirklich sehr gern zur Arbeit komme, da man sich dadurch irgendwie f├╝r einige Stunden besser dem ewigen Gedankenkreislauf ├╝ber die aktuelle Situation entziehen kann. Die jetzige Freizeit den ganzen Tag nur in der Wohnung zu vert├Ąndeln, geht auf Dauer gar nicht, weshalb wir uns spontan f├╝r ein paar Ganztagstouren in der Umgebung entschieden haben – noch einmal das sp├Ąte Sommerwetter genie├čen, etwas Neues sehen, Kraft tanken und mal wieder versuchen abzuschalten, auch wenn die Gedanken eigentlich doch nur immer wieder bei unserer Kleinen landen.

Am Montag  sah es zudem noch so aus, dass Stephanie am Donnerstag (also gestern) in die Reha verlegt werden w├╝rde. Der Tag versprach herrlich sp├Ątsommerlich zu werden und nun wollten wir das tun, was uns eigentlich den ganzen Sommer verwehrt blieb: an die Ostsee zu fahren. Coronabedingt verbrachten nat├╝rlich bedeutend mehr Leute ihren Urlaub an den hiesigen Str├Ąnden statt im Ausland. Am Ende leider so viele, dass an jedem nicht komplett verregneten Wochenende in der Ferienzeit die Radiosender einstimmig beschw├Ârten, den Str├Ąnden als Tagesbesucher lieber fernzubleiben. Vor Ort w├╝rde man ggf. sogar abgewiesen werden, da die Ostseeorte samt K├╝stenstreifen ├╝berf├╝llt seien und die Abst├Ąnde nicht mehr eingehalten werden k├Ânnten. Mitte September war das jetzt nicht mehr von Bedeutung und wir wollten endlich dahin. Das Lied „Tag am Meer“ der Fanta 4 geh├Ârt mit zu unseren Lieblingsliedern und es dudelte immer wieder in unseren K├Âpfen herum, als wir uns die Meeresbrise um die Nase wehen lie├čen:

Nach etwa einer Stunde Fahrzeit waren wir schon in Gr├Âmitz und liefen auf dem Strand bis zum Ende und ├╝ber die Promenade zur├╝ck zum Parkplatz am Yachthafen. Danach blieb sogar noch Zeit f├╝r einen Abstecher nach Dahme. An beiden Orten schlenderten wir barfu├č an der Wasserkante entlang …

… beobachteten das lustige und muntere Treiben der Menschen und ihrer geliebten Vierbeiner am jeweiligen Hundestrand …

… testeten diverse Fischbr├Âtchen, g├Ânnten uns ein Eis, lie├čen den Blick immer wieder ├╝ber das Wasser und den Sand schweifen, um nach Booten sowie Muscheln und Krebsen Ausschau zu halten, und machten wie ├╝blich auch die Fotos f├╝r meine Sammlung „F├╝├če-im-Wasser“ – eben ganz ein Sommertag wie man sich ihn w├╝nscht!

Das derzeit sch├Âne Wetter f├╝r den Norden sollte nur noch bis Donnerstag bleiben, denn danach rechnete man fest mit einem Umschwung ins nasskalte und ungem├╝tliche Herbstwetter. Also entschieden wir uns, diesen Dienstag erneut einen Strandtag einzulegen, diesmal allerdings in der anderen Richtung: es ging an die Nordsee nach Sankt Peter-Ording. Die dortige Strandbreite und -l├Ąnge hat uns ├╝berw├Ąltigt … einfach nur riesig!

Das Gros des Strandes blieb bislang aufgrund der Auswirkungen durch Ebbe und Flut (Stichwort: Watt) relativ unverbaut, was am Ende allerdings nat├╝rlich auch sehr viel weniger Infrastruktur bedeutet, wie z.B. Strandpromenaden, Gesch├Ąften, Imbissen oder WCs. Das war f├╝r uns allerdings kein Problem    standard

Aber selbst ohne gro├čes Sightseeing haben wir einen etwa vier Stunden langen Spaziergang gemacht, konnten nebenbei ist auch hier ein Foto f├╝r meine „F├╝├če-im-Wasser“ schie├čen und dazu kamen sogar noch ein kleines Heini-Fotoshooting:

Hunde und ihre Menschen sorgten auch hier f├╝r jede Menge zus├Ątzlichen Unterhaltungswert:

Nach diesem Spaziergang g├Ânnten wir uns einen Imbiss an einem Campingplatz – nat├╝rlich gab es auch diesmal wieder frischen Fisch als Mahlzeit, denn schlie├člich sind wir hier im Norden und an der K├╝ste. Die R├╝ckfahrt nach Hause beanspruchte dann allerdings sehr viel mehr Zeit als die Hinfahrt, denn wir standen mehr als eine Stunde auf der A7 im Stau … nur 200 m vor unserer Ausfahrt entfernt! W├Ąhrend dieser Vollsperrung hat man, wie wir sp├Ąter erfahren haben, eine Bombenentsch├Ąrfung s├╝dlich von Hamburg durchgef├╝hrt.

Am Abend erfuhren wir dann noch bei unserem t├Ąglichen Anruf im Krankenhaus, dass durch die ver├Ąnderten Planungen bei Stephanies Behandlung und medizinischen Eingriffen, ihr Transport in die Rehaklinik nach Schleswig-Holstein von Donnerstag auf den kommenden Montag verschoben wurde. Schade, denn unsere anvisierten Ausfl├╝ge am Montag, Dienstag und Mittwoch sowie der Wetterumschwung ab Donnerstag h├Ątten so gut zusammengepasst und wir w├Ąren um eine weitere Fahrt von immerhin 270 km bzw. mindestens 3 Stunden pro Weg durch gr├Â├čtenteils g├Ąhnendlangweilige Autobahnkilometer in Schleswig-Holstein und Brandenburg herum gekommen. Egal, damit steht der Ablauf des kommenden Wochenendes nun fest. Wenn wir seit dem 26.8. eines gelernt haben, dann, dass derzeit eine langfristige und weitsichtige Planung einfach nicht drin ist. Es kann sich eben t├Ąglich etwas ├Ąndern und verschieben, aber gleichzeitig muss man sehr viel Geduld, Ruhe und Ausdauer mitbringen. Aus Tagen werden Wochen, aus Wochen werden Monate …

Aber zur├╝ck zu unseren ablenkenden Freizeitaktivit├Ąten. Am Mittwoch wollte mein Mann verst├Ąndlicherweise nicht mehr am Steuer sitzen und daher entschieden wir uns f├╝r einen Spaziergang entlang der Elbe in Hamburg. Da Carsten meinte, dass er mit seinem Jobticket seit September auch innerhalb der Woche und nicht nur am Wochenende eine Person kostenfrei mitnehmen darf (Benefit statt coronabedingter Erstattung w├Ąhrend HomeOffice), lag es auf der Hand, dass wir uns auf eine Fahrt mit den ├ľffis entschieden haben. Ich h├Ątte mich doch lieber f├╝r eine eigene Fahrkarte entscheiden sollen, denn zum ersten Mal wurden wir in der S-Bahn kontrolliert. Dabei wurden wir davon in Kenntnis gesetzt, dass diese Sonderregelung erst ab 11 Uhr gilt – ergo bin ich jetzt als Schwarzfahrerin erfasst und muss zudem auch noch 60 Euro bezahlen. Carsten hat beim Lesen der Intranetmeldung bzgl. Jobticket die In-der-Woche-Nutzung etwas falsch gedeutet und wir waren jetzt eben leider eine Stunde zu fr├╝h unterwegs – bl├Âd, bl├Âd, bl├Âd …
Das Geld schmerzt mich weniger, aber diese Peinlichkeit im Zug w├Ąhrend der Erfassung meiner Daten wurmt mich schon. Doch wir lie├čen uns dadurch nicht gleich den gesamten Tag verderben und liefen wie geplant die ca. 13 km von Hamburg-Blankenese bis zu den Landungsbr├╝cken in St. Pauli. Zun├Ąchst ging es ├╝ber die Strandtreppe durch das ber├╝hmte Treppenviertel bis an die Elbe runter …

… dann immer entlang des Flu├čes, vorbei an den Airbus-Werken …

.. durch etliche zum Teil schon stark nach Herbst riechende Alleen …

… am Sandstrand von ├ľvelg├Ânne (mitsamt des Findlings „Alter Schwede“) vorbei:

In ├ľvelg├Ânne selbst mussten wir den bis hier sehr nat├╝rlich Teil der Wegstrecke verlassen und wechselten nach dem dortigen Museumshafen auf die Kaimauer mit all seinen Bebauungen f├╝r Schiffsanleger, B├╝rokomplexen und Apartments. Die letzten Kilometer f├╝hrten uns noch ├╝ber den St. Pauli Fischmarkt bis zum geplanten Ziel, der U-Bahnstation an den Landungsbr├╝cken. Danach gab es f├╝r mich nur noch den einen Wunsch, schnellstm├Âglich mit Bus und Bahn nach Hause zu fahren und endlich die F├╝├če hochlegen zu k├Ânnen!

Gestern und heute sind wir mal zu Hause geblieben, denn mittlerweile gibt es hier auch wieder eine recht beachtliche To-Do-Liste, die mal abgearbeitet werden musste. Gl├╝cklicherweise blieb zudem noch genug Zeit f├╝r mich zum Lesen sowie f├╝r uns Zeit am Rechner und die eine oder die andere Doku im TV.

Nun steht das Wochenende vor der T├╝r und gleich werden noch ein paar Besorgungen und Eink├Ąufe erledigt, z.B. auch f├╝r die n├Ąchste Fahrt nach Berlin. Wir hoffen so sehr, dass dies jetzt endlich unser letzter Besuch von Stephanie in der Charit├ę wird und sie bald in unserer N├Ąhe ist! Dr├╝ckt bitte die Daumen, dass sie am Montag endlich in die Reha kommt! Vielen lieben Dank …

Was wir jetzt noch mit unserer zweiten Urlaubswoche anstellen, wissen wir noch nicht so genau. Es ist sehr untypisch f├╝r uns, aber derzeit ist Planen einfach nicht drin. Es wird vermutlich eine Mischung aus Organisation rund um Stephanie werden und vielleicht der einen oder der anderen kleinen Tour in die Umgebung. Mal sehen, wie das Wetter dabei mitspielt.



2019 18.
Okt

Wir empfinden B├╝cher als etwas ganz nat├╝rliches in unserer Umgebung …

… dabei ist es absolut gleich, ob es sich um einen Ratgeber handelt, …

… um ein M├Ąrchen, welches immer wieder unsere Seele ber├╝hrt, …

… oder um ein Gedichtband:

B├╝cher sind aufgrund ihrer Herkunft mit den B├Ąumen verwandt. Besonders deutlich wird dies bei einer Buche:

Sowohl das eine als auch das andere haben, wie man sich erinnert, jede Menge Bl├Ątter zu bieten:

Oft genug sind die sch├╝tzenden Einb├Ąnde der B├╝cher und ebenfalls sch├╝tzende Borke der B├Ąume sogar farblich kaum voneinander zu unterscheiden:

Beide k├Ânnen ziemlich alt werden. Sehr h├Ąufig sieht man das wahre Alter sogar mit blo├čem Auge. Schicht f├╝r Schicht offenbart sich das unscheinbare Innere, was einst alles zusammen hielt:

B├╝cher helfen uns dabei, unseren Blick auf diese Welt abzurunden:

Sie machen sie auch mit ganz einfachen Mitteln mitunter bunter:

Unsere B├╝cher wecken in uns die Lust, Neues und Unbekanntes in weiter Ferne zun├Ąchst zumindest beim Lesen kennen zu lernen:

Aber sie sorgen auch f├╝r jede Menge Gem├╝tlichkeit in den eigenen vier W├Ąnden:

Am Anfang ist jedes Buch f├╝r den Leser ein unbeschriebenes Blatt …

… aber nach und nach erkennen wir das, was sich wirklich darin verbirgt:

B├╝cher sind f├╝r uns Orte der Erinnerungen. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob es um ein gedrucktes Buch geht …

… oder ein handgeschriebenes, wie z.B. ein Poesiealbum:

Ich finde, B├╝cher sind genau so wichtig f├╝r unsere seelische Gesundheit wie ein t├Ąglicher Apfel f├╝r die k├Ârperliche ist:

Wer weiss, vielleicht bekommt ihr jetzt Lust, in einem l├Ąngst angefangenen und noch nicht durchgelesenen Buch das Lesezeichen wieder zu finden und weiter in der Lekt├╝re zu schm├Âckern    standard    ?

Das w├╝rde mich sehr freuen!



2018 02.
Dez

In den letzten Tagen und Wochen war ich erneut in so viele Sachen eingebunden, dass ich hiermit eine kleine Verschnaufpause suche, um alles in Ruhe mal Revue passieren zu lassen.

Die Wetterkapriolen mit t├Ąglich ver├Ąndernden Temperaturen haben leider einen sehr schlechten Einfluss auf mein Immunsystem gehabt. Ich musste eine reichliche Woche mit einer Bronchitis leben und eifrig gegen diese mit allen verf├╝gbaren Mitteln wie Schlaf, Kr├Ąutertee mit Honig, Inhalieren & Co ank├Ąmpfen. Seit geraumer Zeit kann ich aber stolz berichten, dass ich aus diesem Gefecht als stolze Gewinnerin hervorgegangen bin … mehr wird jetzt auch nicht mehr gejammert.

Wie ich schon schrieb,  es war erneut reichlich los in meinem Leben. Neben der Arbeit habe ich nach wie vor donnerstags einige erwachsene und zum Teil schon pensionierte Lernwillige in der VHS vor mir sitzen, die ich in die Geheimnisse der russischen Sprache einweihen darf. Ich bin, wie es sich nun mal f├╝r eine vorbildliche Lehrerin geh├Ârt, so gut wie immer als erste da und genie├če dann noch ein wenig die Ruhe vor dem Sturm    standard

Aber man hat ja zum Gl├╝ck nicht nur die Arbeit im Kopf, egal wie viel Spa├č sie auch macht    zwinker    deshalb ab hier meine kleinen, als Update gedachten Geschichten aus der Freizeit:

Ines und Torsten haben Carsten zum Geburtstag ein gemeinsames Bowling-Event geschenkt – dieses wurde nun im November eingel├Âst:

Und wie es so ist, in jeder Gruppe muss es einen geben, der konsequent den letzten Platz belegt – ich habe diese Rolle wie so oft beim Bowlen ziemlich schnell an mich gerissen. Doch meinem Spa├č mit einer Kugel und 10 Pinnen samt netten Menschen um einen herum tat es dennoch keinen Abbruch:

Zum Gl├╝ck war Ines punktetechnisch stets ziemlich in meiner N├Ąhe, wenn auch immer recht knapp vor mir. Die Zeit dazwischen konnten wie vier nutzen, um ausgiebig von Angesicht zu Angesicht zu quatschen und hin und wieder wieder einen Ausflug zum mit inbegriffenen Brunchbuffet zu unternehmen. Zudem gaben wir uns stets der ein oder anderen Fotopose oder Bl├Âdelei („Strikemaker“ – pah ! Nicht mit mir !!!) hin:

Da der deutsche November in diesem Jahr ├╝berraschend warm und sehr h├Ąufig sonnig war, konnten wir nach dem Spiel noch locker und vergn├╝gt im Freien spazieren und genossen die kr├Ąftigen Herbstfarben:

Zudem war der Tag perfekt f├╝r einen Besuch in einem nicht weit entfernten Eiscaf├ę, wo ich zu meinem Eisbecher auch gleich mal meinen ersten Gl├╝hwein der Saison bestellte – man muss ja der Jahreszeit dennoch irgendwie Tribut zollen    zwinker

Apropos Wein. Am 20. November verbrachte ich wie so oft, einen Abend in der „ver├Ąnderbar“ in der Neustadt, um den Geschichten der Phrase4-Autoren zu lauschen. Diesmal habe ich als einzige aus dem gesamten Publikum die gesuchte Phrase in einer der Storys wiedererkannt. Niemand, eigentlich auch ich erst nach einigem Gr├╝beln, haben damit gerechnet, dass die gesuchte Phrase des Abends („nur kurze Sprints“) bereits in der allerersten Geschichte, geschrieben und gelesen von Henning H. Wenzel, vorkommen wird. Deshalb habe ich sogar erst bis zum letzten Wort der Story gewartet und anschlie├čend ganz brav wie in der Schule meine Hand hochgehoben, um zu fragen, ob ich richtig geh├Ârt habe. Habe ich in der Tat und somit durfte ich eine der beiden Flaschen mit nach Hause nehmen und mir gleich auch noch eine neue Phrase f├╝r das n├Ąchste Mal ausdenken:

Mal sehen, wer diese w├Ąhrend der Januarlesung aus einer der 8 Kurzgeschichten heraush├Ârt    standard

Am Wochenende vor meinem Geburtstag kam Stephanie zu uns zu Besuch. Da man als Student und vor allem nicht f├╝r sich allein den Aufwand betreibt, einen Braten zu machen, gab es diesen auf Wunsch einer einzelnen Dame eben am Sonntag bei den Eltern – nat├╝rlich mit allem, was dazugeh├Ârt:

F├╝r das Geburtsgasessen am Montag entschieden wir uns allerdings zur Ausw├Ąrtsvariante und wir nahmen das AYCE-Rippchen-Angebot im „Rauschenbach Deli“ gern als Anlass, dort (nur) zu dritt anzurauschen:

Eine famili├Ąre Vollzusammenkunft klappt eben nicht immer – vor allem nicht, wenn eines der Kinder aus dem nahen Chemnitz vor Kurzem ins bergige Ausland gezogen ist. Andrea kommt somit erst n├Ąchstes Wochenende nach Sachsen und wir werden ein klein wenig nachfeiern.

Mitte Oktober hatte ich ja bereits geschrieben, dass meine Kinder mir ihr Geschenk schon „verraten“ haben. Ich erhielt eine Patenschaft ├╝ber (m)ein Tief, welches nach mir benannt wurde. Jetzt, zum Geburtstag, bekam ich zusammen mit anderen netten Sachen noch die gesamte Lebensgeschichte dieses Tiefs nachgereicht. Daraus entnehme ich, dass ich mich bei den Briten, Schotten und Norwegern aufrichtig f├╝r das Benehmen meines Patenkindes entschuldigen muss, denn dort sorgte das Tief f├╝r viel Regen und einen heftigen Sturm, w├Ąhrend wir uns in Deutschland zeitgleich der W├Ąrme des Hochs Viktor vergn├╝gen konnten. Wer Interesse hat, kann mich gerne kontaktieren und ich lasse ihm die Biografie per Internet zukommen.

Ja, der 26.11. wurde mal wieder f├Ąllig und ich bin somit erneut um ein Jahr ├Ąlter. Doch ich war wieder sehr ger├╝hrt und ├╝berrascht, wie viele Menschen an meinen Geburtstag gedacht haben und mir gratulierten. Die Geschenke waren sowohl im ├╝bertragenen als auch im direkten Sinne einfach b├Ąrig!

Ein ganz herzliches Dankesch├Ân nochmals an alle, die mich in dieser Woche angerufen haben, vorbeigekommen sind, mir ganz klassische Post geschickt haben und nat├╝rlich alle Mittel der modernen Kommunikation nutzten, um mir Gesundheit und viel Gutes f├╝r das n├Ąchste Lebensjahr zu w├╝nschen – ihr seid einfach klasse!

Meine diesj├Ąhrige Adventszeit begann ein paar Tage vorher mit einem ├ťberraschungspaket aus ├ľsterreich – Andrea hat es geschickt:

Der Inhalt sind 24 kleine Pappboxen mit diversen Kleinigkeiten meiner Gro├čen. Ich bin echt gespannt, was sie sich so alles ausgedacht hat. Am ersten Dezember gab es Schokob├Ąrchen und einen „Women’s Energy“-Tee. Heute durfte ich eine kleine Aufgabe l├Âsen: etwas Lustiges im Internet oder drau├čen suchen und das mit meiner Familie teilen. Ich habe mich daf├╝r entschieden:

… das Bild habe ich gestern in der Neustadt gemacht.

Carsten und ich waren Freitag und Samstag viel unterwegs, um Jesus unser sch├Ânes Dresden zu zeigen und gleich auch mal ├╝ber die vielen Weihnachtsm├Ąrkte zu tingeln. Diesen Gast aus Miami haben wir im Februar w├Ąhrend unseres Urlaubs in Florida ├╝ber die Couchsurfing-Plattform kennengelernt. Er stammt urspr├╝nglich aus Venezuela und sein Name, welcher in Gegenden mit spanischem Einfluss keinesfalls so exotisch wirkt wie bei uns in Deutschland, wird „Chessuss“ ausgesprochen – wir konnten ihn also sehr unauff├Ąllig bei unseren Rundg├Ąngen rufen bzw. ansprechen, ohne gleich ├Ąu├čerst ungl├Ąubige Blicke auf uns zu ziehen. Derzeit wohnt und arbeitet er in Frankfurt und nutzte somit die Gelegenheit, um einmal nach Dresden zu kommen, sich die Stadt anzusehen und ├╝ber die diversen Weihnachtsm├Ąrkte zu schlendern.

Wer z.B. mal den Zwinger ganz f├╝r sich allein, ohne alle anderen Touristen haben m├Âchte, muss wohl an einem Freitagmittag dorthin gehen … idealerweise vielleicht im November    standard

Wir haben an den beiden letzten Tagen den Striezelmarkt, das Stallh├Âfische Adventsspektakel, den Advent auf den Neumarkt, den Augustusmarkt und den Winterzauber in der M├╝nzgasse besucht, konnten dabei einiges essen und trinken und uns fr├Âhlich in das vorweihnachtliche Gewusel st├╝rzen:

An beiden Abenden rollten wir erst nach 20 Uhr tiefgek├╝hlt, aber durch und durch satt zur├╝ck ins Apartamento OLCA, wo dann noch die ein oder andere Kleinigkeit aufgetischt wurde: Cognac und Wodka sowie Christstollen, Obst, Kaviar und Schokolade.

Heute fr├╝h (sehr fr├╝h: 6:30 Uhr !!!) ist unser Gast aber schon wieder nach Frankfurt zur├╝ckgeflogen. Wir g├Ânnen uns dann an diesem Sonntag eine kleine Pause zu Hause und widmen uns eifrig der To-Do-Liste, denn morgen nach der Arbeit treffe ich mich mit ehemaligen Kollegen auf dem Striezelmarkt und Carsten geht am Dienstagabend mit seinen Abteilungskollegen wie jedes Jahr zum Jahresabschlussbowling. Und weitere Weihnachtsmarkttreffen sind in unserem Kalender ebenfalls reichlich vertreten, d.h. auch der Dezember verspricht, sehr ereignisreich zu werden.



2017 01.
Nov

Unser Arbeitgeber w├╝nscht, dass man bereits im November des Vorjahres seine Urlaubstage f├╝r das gesamte Folgejahr einreicht – f├╝r einen 24/7-Unternehmen sowie Abteilungen mit Schichtbetrieb und im Vorfeld auszuarbeitenden Dienstpl├Ąnen auf jeden Fall ein Muss. Wir fanden Ende November 2016 den Gedanken recht reizvoll, den in Sachsen schon immer freien Reformationstag am 31.10. (diesmal ein Dienstag) dazu zu nutzen, um mit zwei weiteren Urlaubstagen am Montag und Mittwoch fast eine ganze Woche verreisen zu k├Ânnen. Da aber das Jahr 2017 gleichzeitig auch die gro├če 500 Jahr-Feier der Lutherschen Reformation sein sollte, gab es eben diesen freien Tag ausnahmsweise auch mal f├╝r alle 16 deutschen Bundesl├Ąnder und nicht nur f├╝r die f├╝nf im Osten. Die Vorstellung, sich dann mit unheimlich vielen Leuten die Autobahnen und Ferienunterk├╝nfte teilen zu m├╝ssen, fanden wir am Ende wieder nicht so umwerfend. Zudem hatten wir in den letzten Wochen sehr viel um die Ohren gehabt, weshalb wir recht kurzfristig beschlossen, die freien Tage doch lieber zu Hause zu bleiben und endlich mal ungest├Ârt sehr viel Zeit f├╝r lange aufgeschobene Aufgaben, Treffen, Vorhaben und Projekte zu nutzen – unser ber├╝hmt-ber├╝chtigter To-Do-Zettel … ein seit Jahren stetig anwachsendes und gelegentlich auch mal schrumpfendes OLCA-Urgestein.

Das Ergebnis eines Vorhabens hat uns am Ende selber sehr ├╝berrascht, denn wir stellten unerwartet fest, dass wir das Ausschlafen bis um 10 Uhr doch noch nicht verlernt haben! Normalerweise sind wir n├Ąmlich auch an freien Wochenenden mit 7 bzw. 8 Uhr recht fr├╝h wach, doch wenn man ├╝ber mehr als zwei Tage ein bisschen zur Ruhe kommt, schl├Ąft man offensichtlich auch etwas entspannter … sogar unabh├Ąngig davon, ob man mit oder ohne Zeitumstellung    zwinker
Nur die Qualit├Ąt meiner Tr├Ąume hat sich nicht verbessert, denn sie waren bunt und verwirrt wie immer bei mir    lachen

An den Ausspanntagen habe ich mir au├čerdem reichlich Zeit zum Lesen von B├╝chern geg├Ânnt – das fehlt mir im Alltag doch ziemlich oft.

Halloween und Jahreszeit bringen etwas anderes Interessantes in den Fokus: K├╝rbis. Ich habe in der kurzen Zeit gleich zwei Male K├╝rbisbrot mit K├╝rbiskernen gebacken, wobei ich beim ersten Mal unabsichtlich etwas zu fl├╝ssigen Teig gemacht habe und es am Ende auf dem Backblech eher ein flaches Fladenbrot geworden ist. Die Besucher waren von dieser Darreichungsform zur Suppe und bestrichen mit Butter aber begeistert und so floss beim zweiten Mal schon etwas mehr Absicht in diese ungew├Âhnliche Form – sie l├Ąsst sich so eben sehr viel besser in kleine H├Ąppchen schneiden als bei einem „anst├Ąndigen“ Brot    standard
Logischerweise gab es auch dieses Jahr immer wieder mal K├╝rbissuppen, seitdem die Herbstfrucht k├Ąuflich erh├Ąltlich ist – zum Besuch der Kinder mal zur Abwechslung mit Kokosmilch und Ingwer:

Die K├╝rbisrezepte werden ├╝ber kurz oder lang in unserem Kochbuch erscheinen … ich gebe nach der Ver├Âffentlichung kurz Bescheid, versprochen    standard

Das erste (Fladen-)Brot wurde f├╝r einen Besuch von Andrea und Karl gebacken. Wir haben endlich mal wieder viel Zeit zum Quatschen gefunden und es blieb sogar genug Zeit, um zusammen zwei Runden Bezzerwizzer zu spielen. Die „Kinder“ ├╝bernachteten auch bei uns, aber leider konnten wir am darauffolgenden Morgen nicht mehr zusammen fr├╝hst├╝cken, da wir bereits mit Ines und Torsten f├╝r einen Brunch im Grunaer Espitas verabredet waren.

Das dortige Brunchangebot war wie immer umfangreich und lecker und diesmal gab es sogar noch eine ganz besondere Zugabe obendrauf! Da das mexikanische Fest Dia de los Muertos quasi vor der T├╝r stand, kam ├╝berraschend eine Gruppe entsprechend verkleideter Menschen ins Restaurant, welche tanzten und unentgeltlich Fotos von sich machen lie├čen:

Diese ├ťberraschungsaktion machte echt gute Laune, auch wenn es „nur“ eine Werbeaktion f├╝r das mexikanische Bier Sol war. Als weiteres i-T├╝pfelchen war im Angebot, dass man sich kostenlos passend zum bevorstehenden Feiertag schminken lassen konnte. Ines und ich haben von diesem verlockenden Angebot nat├╝rlich recht schnell Gebrauch gemacht    standard

Das beworbene Bier gab es dann sogar noch als Zugabe dazu, allerdings war es geschminkt nicht mehr so einfach, es auf gewohnte Art und Weise zu trinken    zwinker

Aber ich habe es dennoch mit etwas Zusatzgehabe geschafft    zwinker

Leider konnte ich meine Totenbemalung nur f├╝r ein paar St├╝ndchen und f├╝r Fotos im Gesicht behalten, denn am gleichen Abend war ich mal wieder mit Anna verabredet und wollten raus aus den Wohnungen. Wir gingen zusammen in den Club Tante Ju zu einem Konzert der Band Apparatschik:

Von Anna, welche diese Band schon einmal live erlebt hat, wusste ich, dass es keine Musik wird, bei der man ruhig auf seinem St├╝hlchen sitzen bleibt. Und so war es auch! Sie spielen j├╝disch-russisch-ukrainische Musik zum Mittanzen und es gab schon von Anfang an jede Menge Platz im Saal, um diesem Verlangen auch nachgeben zu k├Ânnen – wir hatten soooooo viel Spa├č!

Am Montagabend kam Julia vorbei, um sich von uns ├╝ber die Reise nach den Niederlanden erz├Ąhlen und Fotos zeigen zu lassen und speziell f├╝r diesen Zweck aus Friesland/Noord-Holland mitgebrachten K├Ąse sowie Bier zu genie├čen. Dazu gab es das bereits oben angesprochene, zweite K├╝rbis(fladen)brot. Das Bier ist alle geworden, vom K├Ąse haben wir ihr noch jede Menge mitgeben k├Ânnen und trotzdem liegt immer noch reichlich davon in unserem K├╝hlschrank. Aber es waren eben bei der Menge auch besondere Sorten dabei, wie z.B. mit Waldpilzen oder mit Spargel oder mit Nelken oder auch mit irischem Porter. Der klassische Gouda durfte bei der Auswahl nat├╝rlich auch nicht in mehreren Varianten fehlen    standard

Ich habe die letzten Tage zudem etwas Zeit gefunden, bei Tageslicht noch ein paar Bilder f├╝r mein Monatsprojekt „Blattwerk“ zu knipsen. Aber wie so oft, konnte ich mich nicht nur auf das eigentliche Thema konzentrieren, sondern fotografierte gleich noch ein paar andere Sch├Ânheiten entlang des Weges    standard

Das Wetter war leider nicht so wahnsinnig gut geeignet, um gro├če Spazierg├Ąnge zu machen. Aber eigentlich bin ich gar nicht so entt├Ąuscht, denn es passt perfekt zur meiner Erwartung an diese Jahreszeit, schlie├člich haben wir heute unsere Kalender ja auch schon auf November umgebl├Ąttert …

Morgen geht es nach f├╝nf Tagen Erholung und drei Tagen Pause wieder zur Arbeit. Doch schon am Freitag (also ├╝bermorgen !) sind wir beide schon wieder Mittagskinder, denn da kommen unsere M├Ądels zu uns nach Dresden ins Apartamento OLCA. Bei sowas z├Ąhlt schlie├člich jede Minute, die man zusammen verbringen kann, nicht wahr?



2017 23.
Okt

Mannomann, wir sind schon seit einer guten Woche zur├╝ck zu Hause und ich habe euch noch gar nicht von unserem Kurzurlaub im Norden der Niederlande berichtet! Ich versuche das jetzt mal nachzuholen, um wenigstens ein paar Einblicke in unsere sportlich sehr aktive aber ansonsten auch sehr entspannte Woche in Friesland und Noord-Holland zu gew├Ąhren    standard

F├╝r unseren Sander-Mobil war das der erste gro├če Ausflug in die Ferne und dazu gab es noch die Premiere mit dem neuen Fahrradtr├Ąger obendrauf. Hat Carsten beim allerersten Aufbauversuch vor der Abreise noch recht lange gebraucht, wurde er jeden Tag immer routinierter im Auf- und Abbau unserer Drahteselchen und der Anh├Ąngerkupplungserweiterung.

Ich muss gestehen, unsere Neuanschaffung gefiel mir mit jedem Tag immer mehr. Und endlich habe ich mich auch getraut, ein wenig selber mit dem Wagen zu fahren:

Ich habe mich gefreut, dass ich trotz einer zweij├Ąhrigen Pause das Fahren mit einem Schaltwagen nicht vollends verlernt habe. Allerdings hat unser Sander-Mobil im Vergleich zu meinen damaligen KIAs und dem SMART jetzt noch ein paar technische Extras, die ich bislang nicht kannte oder gar genutzt habe. So muss ich mich nun z.B. mit einem Tempomat anfreunden, der hier gepaart mit einer Radarabtastung zum Vordermann beim Fahren auf der Autobahn oder Landstra├če nicht mal F├╝├če auf den Pedalen f├╝r Gas (Tempomat) und Bremse (Abstandsradar) ben├Âtigt. Das ist ein ganz seltsames Gef├╝hl! Jetzt bremst das Auto n├Ąmlich automatisch ab, sobald sich der vorgesehene Abstand zum vorderen Wagen verringert und beschleunigt selbstst├Ąndig nach meinem Ausscheren bzw. Blinkersetzen … so kann man hunderte von Kilometern zur├╝cklegen, ohne dass das rechte Bein f├╝rs Fahren genutzt werden muss. Ich bin da aber noch sehr misstrauisch, ob solche Automatismen immer tadellos funktionieren und f├╝hle mich dementsprechend unsicher. Wir werden sehen, ob sich daran noch etwas ├Ąndern wird    standard

Tja, und was haben wir denn sonst noch so in Niederlanden gemacht? Wir haben eine gro├če Stadt besucht und sehr viele kleine St├Ądtchen und D├Ârfer. Im Amsterdam, die oben erw├Ąhnte Gro├čstadt, meldeten wir uns zu einer dreist├╝ndigen, kostenlosen Stadtf├╝hrung in englischer Sprache bei New Europe Tours an und wurden nicht eine Minute entt├Ąuscht!

Das Wetter war genau so, wie man es von den Niederlanden im Sp├Ątherbst erwarten h├Ątte – es hat immer wieder ein wenig geregnet. Die F├╝hrung von Kendra (geb├╝rtig aus den USA) f├╝hrte uns zu bekannten und weniger bekannten Orten, dazu haben wir einiges ├╝ber die Mentalit├Ąt und das Leben der Amsterdamer und anderer Niederl├Ąnder aus ihrer Auswanderersicht erfahren. Auf diesem Foto ist sie auf der rechten Seite zu sehen:

Ihr Englisch war nat├╝rlich perfekt, aber das war kein Wunder, denn urspr├╝nglich stammt sie aus Alaska, lebt allerdings schon anderthalb Jahrzehnte in Amsterdam. Au├čerdem hatte sie auf nahezu jede Frage eine plausible Antwort und gr├Â├čtenteils auch lustige Anekdoten. Es machte jedenfalls sehr viel Spa├č mit ihr!

Die oben erw├Ąhnten, kleineren St├Ądtchen haben wir auf eigene Faust angesehen. Zum Beispiel war ich von diesem Wappentier der Stadt Hoorn sehr angetan:

Dass diese Stadt noch keine Pilgerst├Ątte f├╝r die zahlreichen Einhornfans der Moderne geworden ist, hat mich allerdings echt gewundert    zwinker

├ťber eine andere Stadt habe ich aus russischen Reisegruppen in sozialen Netzwerken erfahren – Giethoorn. Dort wird sie n├Ąmlich ├╝berschw├Ąnglich als eine Oase der Ruhe und Entspannung bzw. als Venedig des Nordens beschrieben. Wir w├╝rden aus unserer N├Ąhe zum Spreewald eher den Vergleich mit der dortigen Haus-Wasser-Boot-Situation ziehen. Allerdings hat uns das etwas entferntere, von chinesischen und russischen Touristen kaum besuchte und somit recht von Einkaufsgelegenheiten befreie Dorf Dwarsgracht noch mehr gefallen:

Im Fischerdorf Urk haben wir ganz schnell entdeckt, woher dieses Dorf seinen Namen hat. Schlie├člich hat man den Namensgeber Orca un├╝bersehbar am Hafen als Wasserspiel bzw. Springbrunnen verewigt:

Die gr├Â├čte D├╝ne von Niederlanden sollte nat├╝rlich ebenfalls von uns erkundet werden    standard    sie liegt im weiten und autofreien Gel├Ąnde der Schoorlser D├╝nen.

Allerdings haben wir es wohl irgendwie verpasst, den absolut h├Âchsten Punkt von 54 m zu besteigen, doch unsere h├Âchste Erhebung lag, wenn man der Karte glauben kann, auch schon bei bei 51 m. Ich finde, das reicht dicke    zwinker

Die Wege zwischen Schoorl, der rauschenden Nordseek├╝ste und der diversen D├╝nenwellen f├╝hrte uns neben vielen Sandformationen auch durch herbstliche Mischwaldabschnitte … und diese waren im weichen Licht der Herbstsonne m├Ąrchenhaft sch├Ân!

Auf den Rat unserer B&B-Vermieterin Yvonne hin haben wir auch einen ganzt├Ągigen Ausflug auf die Insel Texel unternommen – das war eine hervorragende Empfehlung! Zumal wir an diesem Tag vom sch├Ânsten Sp├Ątsommerwetter mit blauem Himmel verw├Âhnt wurden:

In dieser Umgebung schmecken dann auch Pfannkuchen a.k.a. Pannekoeken noch besser als sonst    zwinker

Nat├╝rlich mussten in unserer Urlaubswoche auch so manche Fischbr├Âtchen die s├Ąchsisch gepr├Ągten Gaumen verw├Âhnen – vor Ort schmeckt Matjes noch unvergleichlicher und unbeschreiblicher gut!

Die Niederl├Ąnder im Ganzen, die Holl├Ąnder und die Friesen im Speziellen sind nat├╝rlich auch besonders ber├╝hmt f├╝r leckeren K├Ąse, der uns ebenfalls ├╝berall begegnete und superlecker geschmeckt hat. Dann gab es davon auch noch sooooo viele Varianten und man konnte in einem Laden in Giethoorn sogar fast von JEDER kosten!

Von jeder Sorte ein St├╝ck zu kaufen, w├Ąre zu viel des Guten gewesen, aber einige Geschmacksrichtungen (z.B. Spargel und Waldpilze) haben wir aus dem Laden gegen eine Zahlung befreien k├Ânnen    zwinker
Dass die Einheimischen ihren K├Ąse zweifelsohne lieben und ehren, beweist wohl am besten diese Tafel:

Nat├╝rlich haben wir nicht nur gegessen! Unsere Drahtesel kamen auch ganz gut ins Schwitzen … naja, um ehrlich zu sein, es waren eher wir zwei, die beim eifrigen Pedalentreten geschwitzt haben    zwinker
Besonders hart war f├╝r mich, immer wieder lange Strecken gegen den Wind bzw. die steife Briese zu strampeln … und wenn dann sogar noch ein Aufstieg dazu kam! Aber ich habe dennoch alle Hindernisse ├╝berwunden und bin jetzt sogar ziemlich stolz auf meine Leistung. Wir haben insgesamt drei Radtouren gemacht: eine mit 72 km, eine mit 42 km und eine mit 47 km. Wobei das die Werte sind, welche auf den ausgedruckten Radkarten und Touren├╝bersichten standen. Da wir beim ersten Ausflug zwei Mal die Hinweisschilder ├╝bersehen haben und deshalb etwas zur├╝ckfahren mussten, sind am Ende wohl eher 75 km geworden. Bei unserem letzten Ausflug sollte man ein St├╝ck mit einer F├Ąhre von einem Hinweisschild zum anderen kommen … diese fuhr allerdings nicht mehr und wir konnten klingeln wie wir wollten, obwohl sie laut Aushang eigentlich noch drei Tagen zu funktionieren gehabt h├Ątte. So hat sich diese Route dann auch im Nu um weitere 5 km verl├Ąngert.  Aber dennoch hat es uns definitiv immer sehr viel Spa├č gemacht    standard

Besonders die dortigen Radwege habe ich als richtig angenehm zum Fahren empfunden!

Wenn unsereiner nicht gerade gegen den Wind ank├Ąmpfte, w├Ąhrend die schlauen Einheimischen v├Âllig gechillt mit ihren e-Bikes an einem vorbeizogen, konnte man ├╝berall postkartenreife Landschaften genie├čen. So wie dieser hier zum Beispiel:

Au├čerdem gab es ├╝berall so viele Schafe!!!

Was jeden Ausflug nat├╝rlich enorm aufwertete, waren selbstverst├Ąndlich die Pausen. Ob nun mit einem kleinen Imbiss verbunden …

… oder einfach nur, um auf einer der zahlreichen Banken zu sitzen, die Beine auszustrecken und v├Âllig entspannt die Sch├Ânheit der Polderlandschaften zu genie├čen:

Summa sumarum war das trotz der k├Ârperlichen Anstrengung eine wunderbare Erholungswoche f├╝r die Seele – die Gegend kann ich echt nur empfehlen! Ach ├╝brigens, es sind in diesem Urlaub f├╝nf weitere „F├╝├če-im-Wasser„-Bilder entstanden – viel Spa├č beim Entdecken!



2017 03.
Sep

Ganz unbemerkt, mitten in der Arbeitswoche, verabschiedete sich der kalendarische Sommer bis zum n├Ąchsten Jahr und gab dabei die T├╝rklinke in die Hand des Herbstes.

Dieser hat nun beschlossen, uns allen gleich von Anfang an zeigen zu m├╝ssen, worauf wir uns die n├Ąchsten Wochen einzustellen haben. Warum ? P├╝nktlich am 1. September hat es den ganzen lieben Tag durchg├Ąngig geregnet – so viel wie schon lange nicht mehr in Dresden. Und bereits einen Tag sp├Ąter besserte sich die unberechenbare Jahreszeit schon wieder und wir hatten erneut jede Menge Sonne. Ein st├Ąndiges Hin und Her, wobei die Temperaturen so langsam immer mehr in den Pulli- und Jackenbereich fallen. Morgens verlasse ich in w├Ąrmender Kleidung das Haus, aber f├╝r den Nachmittag ist man noch ungewiss, ob es warm wird oder man besser Schirm bzw. Regenponcho mitzunehmen hat.

Da das Wetter am 2. September es aber gut mit uns meinte, nutzten Carsten und ich den Samstagvormittag, um zwei Stubentiger von Carstens Arbeitskollegen zu versorgen, aber dies gleich auch noch mit einem Spaziergang zu verbinden. Das Programm der Katzenpflege beinhaltete wie schon die gesamte Woche das Bef├╝llen von Nass- und Trockenfutter in die entsprechenden N├Ąpfe, das Ausmisten des Katzenklos, etwas Kraulen und nat├╝rlich ein wenig Spielen. Da wir durch diesen Hausbesuch eh gerade in der N├Ąhe waren, gingen wir noch zum 24. Geburtstag des Dresdner Backhauses, wo wir uns unter anderem auch mal die Produktionshallen besichtigen durften. An einer Stelle schauten wir unter anderem dem ersten Brotsommelier Tino Gierig beim Stollenmachen auf die Finger – der Teig gehorchte ihm aufs Wort und lie├č sich bedingungslos kneten! Im Hof des Backhauses durften wir mit einer Brott├╝te, welche vor zwei Wochen als Werbung f├╝r diese Veranstaltung in unserem Briefkasten landete, eine ├ťberraschung abholen: ein kleines K├╝rbiskernbrot. Das war ja soooo lecker!

Unterwegs haben wir ├╝brigens noch ganz zuf├Ąllig eine Bekannte von mir getroffen … unsere gro├čen T├Âchter waren beste Freundinnen im Kindergarten. Andrea wurde allerdings schon ein Jahr eher eingeschult w├Ąhrend Janine noch ein weiteres schulfreies Jahr genie├čen durfte oder musste. Doch nach unserem damaligen Umzug in einen anderen Dresdner Stadtteil riss die Verbindung irgendwann g├Ąnzlich ab. Nun haben wir uns mal wieder auf den aktuellen Stand des Lebens unserer Kinder gebracht und voller Erstaunen festgestellt, dass die Zeit viel zu schnell vergeht. Zudem best├Ątigte sich damit erneut, dass Dresden ein Dorf oder zumindest Provinz sein muss, denn trotz 500.000 Einwohnern trifft man sehr h├Ąufig Leute, die man von irgendwoher kennt.

Was aber nun die Herbstzeit angeht, scheint diese jetzt gerade mal richtig anzufangen und ich muss gestehen, dass ich mich sogar sehr darauf freue. Ich hoffe, dass ich wieder einen richtig goldenen Herbst erleben darf. Ich freu mich auf den frischen und w├╝rzigen Geruch der bunten Bl├Ątter. Ich freue mich ├╝ber die Kastanien und wei├č ganz genau, dass ich wie jedes Jahr welche einsammeln und voller Gl├╝ck und Freude in meinen Jackentaschen nach Hause und ins B├╝ro tragen und dort dekorativ hinlegen werde. Ich freue mich auf den baldigen ├ťberschuss von einheimischen, appetitlich riechenden ├äpfel. Ich freue mich auf die pausbackigen, orange leuchtenden K├╝rbisse und gehe im Geiste schon durch, was ich daraus kochen und backen k├Ânnte. Ich freue mich auch darauf, mit gutem Gewissen und nicht mehr mit dem Gef├╝hl, etwas verpasst zu haben, zu Hause bleiben zu d├╝rfen, um einen Film zu gucken oder ein Buch zu lesen. Aber nat├╝rlich kenne ich auch die Kehrseite der Herbstmedallie: Regen, Dunkelheit und K├Ąlte. Dennoch ├╝berwiegt bei mir die Vorfreude    standard

Ich w├╝nsche uns allen eine m├Ąrchenhafte und gem├╝tliche Herbstzeit!



2016 20.
Nov

Zeit begleitet uns immer wieder im Form von Uhren und zwar von Kindesbeinen an bis zu dem Punkt, an dem unser letztes St├╝ndlein schl├Ągt … still steht sie eigentlich nur auf Fotos oder Bildern.

Schon am fr├╝hen Morgen werfen wir bei unserer Morgentoilette einen Blick auf die Uhr:

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Hoffentlich hat man danach noch Zeit f├╝r ein gem├╝tliches Fr├╝hst├╝ck:

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Wenn man dann das Haus verl├Ąsst, wird man ebenfalls ├╝berall von Zeitanzeigen begleitet, ob hoch oben an einer Kirche …

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… oder an einem Rathaus …

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… oder im Schaufenster eines Antiquit├Ątenladens:

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Selbst wenn man lediglich die Sch├Ânheit der Natur betrachten m├Âchte, hat man im Augenwinkel nicht selten die Zeit im Blick:

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Aber sollte man sich nicht stets die Zeit nehmen, um etwas Wundervolles ausgiebig betrachten zu k├Ânnen?

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Und auch Zeit daf├╝r nehmen, um einen R├╝ckblick in die Vergangenheit zu wagen?

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Um sich vielleicht auch dann an Zeit zu erinnern, als man noch genug davon hatte, z.B. um stundenlang lesen zu k├Ânnen …

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… oder sich beim Lesen von Gedichten m├Âglicherweise Gedanken um die Jahreszeit zu machen ?

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Es gab mal eine Zeit, und das ist noch gar nicht so lange her, als wir uns noch richtige, lange und ausf├╝hrliche Briefe auf Papier geschrieben haben. Das waren noch keine Nachrichten, welche eine Beschr├Ąnkung auf 140 Zeichen hatten:

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Ich habe ├╝brigens bei diesen Fotoshootings auch die Gelegenheit genutzt, wieder viele der alten Briefe mit gro├čem Vergn├╝gen und oft auch mit einem Schmunzeln durchzulesen. Das gelingt mir bei einem Chatverlauf bei weitem nicht so gut, denn in der Regel man kann alte Botschaften kaum noch erreichen. Doch bei den Briefen konnte man alles lesen, was meine Freunde und Familie Anfang der 90er Jahre so besch├Ąftigt hat – ein wirklich besonderes Erlebnis!

Wie gesagt, es gibt noch eine weitere sch├Âne Art, Zeit zu „konservieren“, n├Ąmlich in Fotos …

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Vielleicht ist das auch einer der Gr├╝nde, warum ich immer wieder so viele davon mache    zwinker

Ansonsten sollte man darauf achten, dass Zeitdiebe unsere kostbare Lebenszeit nicht stehlen:

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Denn irgendwann werden die Zeiger f├╝r jeden von uns auf „5 vor 12“ stehen …

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… und genau dann muss man sich die Frage stellen, ob man den Rest seiner Zeit daf├╝r verwendet, um ├╝ber Gott und die Welt nachzudenken …

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… oder sich auf die alten Zeiten zu besinnen …

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… oder diese einfach in der Gesellschaft zu verbringen, die einem gut tut:

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Denn auch wenn man sagt, dass Zeit Geld ist …

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… kann man sie auch daf├╝r verwenden, um sich mehr den Dingen zu widmen, denen uns gut tun:

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Einst sagte der arabische Dichter Amrilkais: „Gott hat dem Menschen die Zeit gegeben, aber von Eile hat er nichts gesagt“ … in diesem Sinne w├╝nsche ich allen Lesern, dass ihr die Zeit f├╝r die wirklich wichtigen Dinge des Lebens finden k├Ânnt. Wenn ihr das nicht von allein schafft, dann kommt die Zeithexe und, glaubt mir, sie wird ganz doll mit euch schimpfen    zwinker

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2016 06.
Nov

Es gibt einen Nachteil, wenn der eigene Partner j├╝nger ist als einer selbst – der J├╝ngere ist immer schneller┬á┬á┬á zwinker ┬á ┬áergo, Carsten hat schon die wichtigsten Sachen von unserem tollen Wochenende in K├Âln in Wort und Bild berichtet. Deshalb kann bzw. m├Âchte ich seinen Beitrag jetzt nur noch um ein paar pers├Ânliche Empfindungen erg├Ąnzen┬á┬á┬á standard

Auf jeden Fall war es f├╝r mich ein besonderes Erlebnis,┬áwenigstens einmal im Leben┬ábei einer TV-Aufzeichnung dabei zu sein. Ich habe schon vor langer Zeit bei TVTiCKETS aus purer Neugier den Newsletter abonniert und nun┬ágab es eben auch die Tickets zu 0,00 ÔéČ f├╝r den „K├Âlner Treff“┬áim Angebot┬áund da ich auch eine gute Auswahl an Terminen hatte, konnten wir uns den f├╝r uns besten aussuchen.┬áBettina B├Âttinger finden Carsten und ich schon lange sehr sympathisch und wir m├Âgen ihre nat├╝rliche und lockere Art mit den G├Ąsten in ihrer Runde zu sprechen sehr. Uns ist es nicht wichtig, die eigenen Konterfeis im Fernsehen zu sehen, deshalb war f├╝r uns die Sitzplatzzuweisung in der 2. Reihe optimal, um ungest├Ârt das ganze Geschehen hinter den Kulissen zu beobachten.

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Die roten Sessel in der Mitte sind f├╝r die G├Ąste, dann gibt es einen inneren Kreis, wo man die redaktionellen G├Ąste platziert hatte, danach kam ein ca. 1,5 m breiter Weg f├╝r die Kameraleute mit ihren Ger├Ąten und┬áwir sa├čen gleich dahinter an weiteren Vierertischen – perfekt!

Nach der Aufzeichnung hat man die Chance, Fotos mit den G├Ąsten zu machen, Autogramme abzuholen und einfach ein paar Fragen an die Leute┬ázu stellen. Ich sammelte all meinen Mut und fragte die Gastgeberin, ob ich ein Foto mit ihr machen d├╝rfte. Am Ende gab es nicht nur ein Erinnerungsbild, sondern man hat sich auch kurz dar├╝ber unterhalten, wie man am geschicktesten Br├╝ckentage nimmt. Die Frau ist echt der Hammer und sie gibt einem das Gef├╝hl, dass man sich schon ewig kennt – ich war sehr beeindruckt, denn sie hatte keine Spur von Arroganz oder ├ťberheblichkeit, was man von TV-Leuten doch eigentlich irgendwie erwartet. Einfach eine klasse Frau!

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Und hier noch ein paar Eindr├╝cke von K├Âln von meiner Seite. Die B├Ąckerei „Merzenich“ scheint in dieser Stadt irgendwie an jeder Ecke eine Filiale zu haben – st├Ąndig haben wir den Namen und da Logo gesehen. Da werden sogar belegte Br├Âtchen auf Paletten geliefert und verkauft┬á┬á┬á zwinker

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Wir haben jedenfalls einiges an Geld dort gelassen, wenn wir unterwegs Hunger bekamen    zwinker

In der K├Âlner Innenstadt lohnt es sich, das Treiben nicht nur auf den Stra├čen und Gassen zu beobachten, sondern gelegentlich den Kopf auch mal gen Himmel zu drehen, um z.B. den Kallendresser zu entdecken, wie er seinen nackten Ar*** in eine bestimmte Richtung zeigt:

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Oder auch den zu jeder vollen Stunde Zunge rausstreckenden Platzjabbek am Rathausturm:

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Ich m├Âchte an dieser Stelle au├čerdem zugeben, dass ich den richtig sch├Ânen goldenen Herbst in K├Âln von ganzem Herzen genossen haben. Irgendwie ist in unserer Stadt dieses Jahr die goldene Komponente beim Herbsthergang etwas abhanden gekommen, um so mehr freute ich mich ├╝ber diese pr├Ąchtigen Farben in der Rheinmetropole:

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Und auch im Rheinpark gab es herrliche Ecken, wo man sich ├╝ber sonnige Herbsttage so richtig freuen konnte:

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Und in diesen Baum habe ich mich regelrecht verguckt    verliebt

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Wie es so aussieht, war ich aber nicht die einzige Herbsttagsgenie├čerin:

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Diese Skulptur von Gerhard Marks hei├čt Eva II. Die erste „Eva“ wurde 1938 als Gipsmodell angefertigt und wurde leider 1943 bei einem Bombenangriff, welcher das Altelier des K├╝nstlers in Berlin zerst├Ârte, stark besch├Ądigt. Deshalb formte er┬ásie sp├Ąter, genauer im Jahre 1947, als „Eva II“ zu Ende. Ihre Frisur erinnerte uns allerdings sehr stark an eine bekannte ukrainische Politikerin ┬á ┬ázwinker

Auf jeden Fall kann ich als Fazit das gleiche sagen, was mein Mann schon in seinem Blogeintrag angedeutet hat┬á– ein Ausflug nach K├Âln lohnt sich wirklich!