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Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2019 03.
Nov

Ich stelle mal wieder mit Schrecken fest, dass ich mich beim Schreiben hier erneut rar gemacht habe. Nun versuche ich euch mal ganz schnell in all das einzuweihen, was Carsten und ich in den letzten Tagen so erleben konnten.

Vor genau zwei Wochen beschlossen wir beide, einen schon etwas l├Ąnger an unserer Pinnwand h├Ąngenden Gutschein einzul├Âsen. Diesen hatte ich┬áschon vor knapp einem Jahr┬ávon Lisa und Kathrin als Dankesch├Ân f├╝r meine Russisch-Nachhilfe erhalten. Jetzt waren wir reif daf├╝r, mal wieder so richtig sch├Ân brunchen zu gehen und da kam uns dieses Geschenk von den beiden M├Ądels nat├╝rlich gerade recht. Wir haben bislang noch nie im Rosengarten┬ágegessen und waren dementsprechend sehr gespannt. Trotz Nieselregens entschieden wir uns vom Apartamento OLCA bis dort zu Fu├č zu gehen, denn wir konnten auf der Altst├Ądter Seite gem├╝tlich entlang der Elbe schlendern, einen Blick auf den heute stattfindenden Flohmarkt werfen, musste dann nur noch den Flu├č via Albertbr├╝cke ├╝berqueren und liefen sogar erst noch durch den f├╝r dieses Lokal namensgebenden Rosengarten. Es gab auch noch vereinzelt ein paar Bl├╝tenst├Ąnde …

Die gesamte Umgebung machte selbst bei diesem etwas ungem├╝tlichen Herbstwetter einen sehr netten Eindruck als man auf das Restaurant zuging:

Das Ganze sieht im Sommer bestimmt noch sehr viel besser aus! Nur den Gedanken, eventuell drau├čen sitzen zu k├Ânnen, haben wir ├Ąu├čerst schnell verworfen:

Im Herbst bleibt man doch lieber in ├╝berdachten und beheizten R├Ąumen sitzen, um das melancholisch anmutende Wetter nur durch ein sch├╝tzendes Fenster zu beobachten. Der Brunch richtete sich ganz nach italienischem Geschmack und auch die Musik, welche im Hintergrund lief, kam aus Italien: Eros Ramazotti schmachtete mehrere Lieder lang aus den Lautsprechern. Wir fanden das Angebot auf dem Buffet sehr ansprechend, das Personal sehr entspannt und hilfsbereit und haben unsere Zeit mit mehrg├Ąngigem Herumnaschen zusammen mit Reden ├╝ber alles m├Âgliche, was uns gerade durch den Kopf ging, sehr genossen.

In die gro├če Uhr ├╝ber dem Buffet haben wir uns auch verliebt, denn wir beide finden, dass diese auf der Klinkerwand einfach spitzenm├Ą├čig aussieht! W├╝rden wir sofort kaufen wollen, aber uns fehlt einfach eine entsprechende Wand daf├╝r …

An dieser Stelle nochmals ein riesengro├čes Dankesch├Ân an Kathrin und Lisa – ohne euch h├Ątten wir dieses Kleinod der Dresdner Gastronomie h├Âchstwahrscheinlich nie entdeckt!

Als wir dann mit vollen B├Ąuchen durch den Rosengarten zur├╝ck zur Innenstadt liefen, entdeckten wir durch Zufall noch etwas ganz Besonderes!

Dieser B├Ąr von Rudolf L├Âhner ist wirklich zum Schreien liebensw├╝rdig!

Wir gingen nach dem Essen ├╝brigens nicht nach Hause, sondern mal wieder zu einer Igeltour. Diesmal war es eine F├╝hrung, welche durch die Innenstadt f├╝hrte und das Thema „Der 9. November ÔÇô (K)ein deutscher Schicksalstag in Dresden?“ behandelte. Gemeint sind nat├╝rlich die Jahre 1918 (Novemberrevolution), 1938 (Brand der Synagoge) und nat├╝rlich 1989 (Wende).┬á Wir konnten mal wieder einiges aus einem anderen Blickwinkel sehen und nun habe ich auch eine genaue Vorstellung dar├╝ber, wie die Dresdner Synagoge vor dem Brand aussah und was dabei passierte. Das neu errichtete Nachfolgegeb├Ąude fand ich noch nie sonderlich h├╝bsch – es erinnert mich eher an eine Burg mit Schie├čscharten. Jetzt kenne ich sogar auch das alte Aussehen und finde die neue Version bei weitem nicht so attraktiv wie das urspr├╝ngliche Werk von Gottfried Semper – Architekt der ber├╝hmten Semperoper:

Am darauffolgenden Sonntag war das Wetter wesentlich besser und wir folgten nur allzu gern einer Einladung von Kerstin, mit ihr und ein paar ihrer Freunde durch den Rabenauer Grund zu wandern.

Dies war nicht unsere erste Laufrunde in dieser Gegend, denn wir waren schon einmal mit Ines und Torsten dort unterwegs und ein weiteres Mal zu einer gef├╝hrten Wanderung mit einem Trainer aus dem Fitnessstudios unseres Arbeitgebers. Aber selbst bei diesem dritten Mal entdeckten wir wieder etwas komplett Neues, wie zum Beispiel die Somsdorfer Klamm (steil bergauf) und die Himmelsleiter (steil bergab) … beides war obgleich der vielen Stufen und der rutschigen Bl├Ątter definitiv nicht meine Lieblingsabschnitte dieser Ganztagswanderung! Ich liebe eben ein entspanntes Laufen und Umhergucken, doch diese beiden Strecken erforderten jegliche Aufmerksamkeit und gro├če Konzentration von einem. Ansonsten war es ein wundersch├Âner, sonniger Herbsttag und man hatte viele netten Menschen um sich, mit den man ├╝ber Gott und die Welt plaudern konnte.

Jetzt, wo wir schon mal im Entdeckermodus waren, trauten wir uns gerne an die n├Ąchste neue Erfahrung: Ich war schon mal vor 2 Jahren zu einem Gesch├Ąftsessen im vegetarischen Restaurant „brennNessel“ und damals sehr von der gem├╝tlichen Atmosph├Ąre und den leckeren Gerichten angetan. Schon damals konnte ich mit meiner Schw├Ąrmerei auch Carstens Neugier wecken, aber als spontaner Besucher hat man so gut wie nie eine Chance, einen Tisch zu bekommen und wir hatten es leider immer wieder verpasst, vorab zu reservieren. Also planten wir unseren Besuch nun sehr zeitig und bekamen auch erfolgreich einen Tisch am Dienstagabend. Der Laden war tats├Ąchlich auch an dem Tag (mitten in der Woche!) rappelvoll! Das Essen schmeckte erneut superlecker. Ich hatte einen Polenta-Spinat-Auflauf und dies war Carstens Sp├Ątzle-Lauch-Zucchini-Auflauf mit Brie:

Auch wenn das f├╝r die meisten unserer Freunde und Bekannte v├Âllig unglaubw├╝rdig klingt, aber mein Mann fand das vegetarische Essen tats├Ąchlich sehr lecker und hat alles ganz brav aufgegessen! Danach kehrten wir noch bei McDonalds ein … nein, Scherz! ┬á ┬ázwinker

Der Abend des darauffolgenden Mittwochs n├Ąhrte mich mit geistiger Nahrung, denn in der Dresdner Hauptbibliothek wurde das neue Buch der inzwischen sehr angesagten russischen Autorin Gusel Jachina vorgestellt und ich bin Anna sehr dankbar, dass sie an mich gedacht und mich mitgenommen hat. Ich habe mal von einer Freundin ihr erstes Buch als Geschenk bekommen – nat├╝rlich in der Originalsprache. Dieses Buch ist inzwischen in 34 Sprachen ├╝bersetzt: auf deutsch „Suleika ├Âffnet die Augen“ . Wer ernste Literatur mag und keine Probleme damit hat, sich mit dem traurigen Kapitel der russischen Geschichte zur Zeit Stalins zu befassen, dem kann ich das Buch nur w├Ąrmstens empfehlen! Ich konnte es beim Lesen einfach nicht zur Seite legen! Diesmal wurde ihr neues Buch „Wolgakinder“ vorgestellt. Es geht darin um die Geschichte der deutschen Familien, welche einst einer Einladung Katharina der Gro├čen folgten, sich an der Wolga ansiedelten und nun den Wirrungen und Katastrophen der Zeiten nach der Oktoberrevolution ausgeliefert waren. Leider wurde es vor Ort nur in deutscher ├ťbersetzung verkauft.┬áZum Gl├╝ck hat die Autorin auch mitgebrachte B├╝cher signiert:

Das neue Buch habe ich mir nun in russischer Sprache ├╝ber einen Online-Buchversand bestellt, es ist gerade geliefert worden. Ich sch├Ątze, dass ich f├╝r die knapp 490 Seiten auch diesmal nicht zu viel Zeit ben├Âtigen werde, weil ich es hintereinander weg lesen will.

Zum Thema B├╝cher und Neuentdeckungen habe ich noch etwas anderes zu erz├Ąhlen. Ich st├Âberte mal wieder dem Bioladen an der UKD┬áund enteckte dabei neben vielen sehr leckeren Sachen auch einen Jahresplaner von Matabooks: diese werden aus Graspapier gefertigt und ich fand sie nicht nur wegen des Materials und der Haptik oder auch weil es ein Unternehmen aus Dresden ist, echt klasse:

Der Jahresplaner mit dem Elefanten auf dem Buchdeckel wurde von Sophie Thiele, der Tochter von ganz lieben Freunden, gestaltet und unsere ganze Familie ist schon seit Jahren ein echter Bewunderer ihres Talents! Wir durften schlie├člich auch schon ihre gro├čfl├Ąchigeren Werke bestaunen und haben bei so manchem Besuch auch den Schritt der Entstehung gesehen. Nat├╝rlich habe ich gleich zwei Kalender mitgenommen – Weihnachten ist ja schlie├člich nicht mehr weit und unsere Kinder freuen sich schon ┬á ┬ázwinker

Den Reformationstag, welcher mittlerweile gleichzeitig auch als Halloween Einzug in die deutsche Kultur h├Ąlt, haben Carsten und ich diesmal nicht in den eigenen vier W├Ąnden verbracht und wir konnten somit auch keine S├╝├čigkeiten verteilen. Ich habe aber stilecht das T-Shirt angezogen, welches ich quasi nur einmal im Jahr trage kann:

Damit ging es f├╝r uns beide zuerst ins Restaurant „Steak Royal“ , wo der Name nat├╝rlich sehr f├╝r die vorhandene Essensauswahl steht – Steaks in allen Variationen:

Ich sch├Ątze, nach der modernen Kategorisierung von Essgewohnheiten, kann man uns getrost als „Flexitarier“ bezeichnen, denn einen Begriff f├╝r die Menschen, welche einfach abwechselnd so ziemlich alles essen, habe ich sonst bislang nicht entdeckt┬á ┬á standard ┬á ┬áunsere Steaks (Carsten hatte ein┬áargentinisches Roastbeef mit Fettrand und ich ein┬áargentinisches Rinderh├╝ftsteak) waren ├╝brigens sehr gut, auf den gew├╝nschten Punkt gegart und ├Ąu├čerst lecker!

Nach dem fleischigen Mittagessen gingen wir nach langer Abstinenz mal wieder ins Kino:

Wir haben bis jetzt noch keinen einzigen Terminator-Film verpasst und nun kam eine Woche zuvor Teil Nr. 6 in die deutschen Kinos: „Terminator: Dark Fate“ . Nachdem wir den f├╝nften Film der Reihe etwas verworren und die Story relativ nichtssagend fanden, hatten wir trotz recht guter Bewertungen, z.B. bei N-JOY („Nette Action mit starken weiblichen Hauptrollen. Leider wird das Rollenbild nicht ganz zu Ende gedacht, daf├╝r ist der Film aber wirklich sehr witzig, selbstironisch und echt kurzweilig. 4 von 5 Sterne“) nicht allzu hohe Erwartungen gehabt. Um so gr├Â├čer war die ├ťberraschung ├╝ber eine frische Geschichte, ├╝ber die coolen Spr├╝che, ├╝ber knallige Actionszenen und ├╝ber das Wiedersehen mit (einem deutlich gealterten) Arnold Schwarzenegger und (einer noch ├Ąlter und verbraucht wirkenden) Linda Hamilton. Nicht zuletzt fand speziell ich die starken Rolle der Frauen in einem Film wie diesen einfach gro├čartig – die M├Ąnner werden den Film aber auch m├Âgen, da bin ich mir ziemlich sicher. Die ca. 130 Minuten waren viel zu schnell vorbei …

So, nun seid ihr ganz gut ├╝ber unsere letzten Freizeit- und OLCA-Aktivit├Ąten im Bilde. Ich hoffe, ihr genie├čt wie wir die vielen sch├Ânen Seiten dieses Herbstes!



2019 30.
Jun

Am letzten Juni-Donnerstag dieses Jahres habe ich erneut einen Russisch-Kurs an der VHS zu Ende gebracht. Diesmal war es f├╝r meine Teilnehmer besonders spannend: ich habe einen Konversationskurs durchgef├╝hrt, bei dem nicht ich als Lehrerin die meiste Zeit reden musste, sondern sie selber. Ich habe allerdings festgestellt, dass es f├╝r mich als Kursleiterin ebenfalls eine geh├Ârige Herausforderung war, denn es gibt einfach keine Lehrb├╝cher und auch keine Leitlinien, wie man so einen Kurs gestalten kann. Da gab ich meinem Affen Zucker und erstellte einfach einen eigenen Unterrichtsaufbau und die dazugeh├Ârigen Methoden – schlie├člich hatte ich einst in meinem Studium als Lehrerin f├╝r Russische Sprache und Literatur an der Uni Charkow auch solche F├Ącher wie „Methodik des Unterrichts“. Die Unterrichtsvorbereitungen waren dadurch zwar etwas zeitintensiv, daf├╝r hatte ich aber auch unglaublich viel Freude, wenn ich im Unterricht merkte, dass Leute sich immer mehr trauten, offen zu reden. Nach lediglich 13 Abenden war aus meiner Sicht schon ein sehr gro├čer Fortschritt zu merken!

Aber nun ist bei mir, zumindest vorerst, Schluss mit dem Unterrichten. Zum einen habe ich sowieso wie gewohnt nach einem Semesterende Ferien, aber zum anderen beschloss ich auch nach langem Abw├Ągen und ├ťberlegen, mal auf unbestimmte Zeit eine Pause von meiner Rolle als Kursleiterin einzulegen – zumal sich der Unterricht (zwei Stunden am Donnerstag) und die Vorbereitungen (i.d.R. 2-3 Stunden am Wochenende) ja auch noch zu meiner 40-Stunden-Arbeitswoche addieren. Ich habe f├╝r mich diese Entscheidung schon am Anfang des Semesters gef├Ąllt und meine VHS-Chefin wusste ebenfalls beizeiten dar├╝ber Bescheid. Auch meine Teilnehmer habe ich rechtzeitig informiert, dass es von diesem Kurs (leider) keine Weiterf├╝hrung geben wird … nicht alle waren gl├╝cklich dar├╝ber, aber es ist wie es ist.

Seit M├Ąrz 2012, also ganze sieben Jahre lang, habe ich nun parallel zu meiner Vollzeitstelle unterrichtet und es hat mir immer sehr, sehr viel Spa├č gemacht. Aber nun merke ich, dass ich inzwischen eine kreative Pause gebrauchen kann. Dazu kommen noch einige andere Ver├Ąnderungen, z.B. bei meinem Hauptarbeitgeber: meine unmittelbare Chefin wird das Unternehmen am kommenden Freitag f├╝r immer verlassen und ab da ihre Zeit als fitte und reiselustige Rentnerin genie├čen. Ich g├Ânne ihr das von ganzem Herzen … aber weder ich noch andere Kolleginnen und Kollegen der Abteilung wissen derzeit, wie es mit der neuen Leitung weitergehen wird. Wir lassen uns einfach mal ├╝berraschen    zwinker

Zur├╝ck zu VHS. Ich habe urspr├╝nglich geplant, aufgrund der zum ersten Mal reduzierten Stundenanzahl von 13 Unterrichtseinheiten (normalerweise sind es 14 Abende mit insgesamt 3 x 45 min) bis zur letzten Minute ordentlich zu unterrichten, aber meine Gruppe hat mich ├╝berzeugt, dass wir am letzten Unterrichtstag genauso gut einfach nur alle gem├╝tlich beisammen sitzen k├Ânnten. Jeder von ihnen und nat├╝rlich auch meine Wenigkeit hat etwas zum Buffet beigesteuert und so hatten wir am Ende eine recht gut gedeckte Tafel beisammen:

Auf dem Foto fehlen allerdings noch das Gurkenschaums├╝ppchen und der Pudding aus wei├čer Schokolade mit Lavendel – die kamen erst ein wenig sp├Ąter dazu. Wir hatten eine sch├Âne Mischung aus deutschen und russischen Gerichten – V├Âlkerfreundschaft funktioniert beim Essen und Trinken nun immer noch am besten    zwinker

Da ich mich im Unterricht beim Thema „Hobby“ mal verquatscht habe und von meiner Affinit├Ąt zu B├Ąren berichtete, haben sich die Teilnehmer als Abschlussgeschenk etwas ganz Besonderes ausgedacht:

Ich fand das echt lieb! Ich bin der Meinung, dass dies nun eine wundervolle und sehr pers├Ânliche Erinnerung an meine Kursleiterzeit ist! Das B├Ąrchen wurde von der Schw├Ągerin eines Teilnehmers extra f├╝r mich erschaffen! Als ich mit Karlchen nach Hause kam, seufzte mein Mann zwar ganz tief, rollte aber nur ganz leicht die Augen, sodass der Kleine auch mit seinem Segen ins Apartamento OLCA einziehen durfte    standard    seinem Teddyblick kann doch einfach keiner widerstehen, oder?    zwinker

Nun beginnt auch f├╝r mich (zumindest am Donnerstagabend und am Wochenende) die unbeschwerte Sommerzeit, wobei ich ehrlich gestehen muss, dass es mir immer noch etwas komisch vorkommt, dass ich jetzt keine Unterrichtsvorbereitung mehr machen muss und mich nun jeden Abend mit Freunden und Bekannten verabreden kann. Ich denke aber, daran werde ich mich ganz schnell gew├Ânnen    standard



2019 04.
Jun

Nach der Wikipedia-Definition ist „Quality Time“ die Zeit,  in der man seiner Familie und seinen Freunden besondere Aufmerksamkeit widmet. So gesehen hatte ich in der vergangenen Woche jede Menge Quality Time erleben d├╝rfen. Andrea kam am Montag f├╝r ein paar Tage in das Apartamento OLCA und da wir schon eine Weile nicht mehr ausgiebig miteinander quatschen konnten, holten wir das zum einen beim Sushi-Essen im „Tokyo-Kaiten-Sushi“ in der Innenstadt direkt am Montag und zum anderen im Rahmen eines Familientages am Donnerstag nach. Jener Donnerstag war n├Ąmlich Christi Himmelfahrt, ein deutschlandweit freier Tag. Insbesondere auch als Herren- oder M├Ąnnertag bekannt, wird er im Osten der Bundesrepublik allerdings gern von M├Ąnnern jeder Altersklasse dazu genutzt, in Gr├╝ppchen durch die Gegend zu ziehen und Bierprodukte sowie diverse kleine Schn├Ąpse zu vernichten. Da Carsten kein Alkohol trinkt und an einem solchen Zeitvertreib eh kein gro├čes Interesse hat, wurde es bei uns eben kurzerhand ein OLCA-Familientag … leider ohne Stephanie, die sich mit Freunden zu einem verl├Ąngerten Paintball-Wochenende inklusive Turnier verabredet hat. Nach einem gem├╝tlichen Fr├╝hst├╝ck in den eigenen vier W├Ąnden ging es f├╝r uns drei dann in den Gro├čen Garten zum Minigolfspielen. Das Wetter war ja an dem Tag spitzenm├Ą├čig!

Es spielten allerdings nicht nur Kinder und Frauen auf den 18 Bahnen    zwinker

Die Herren hinter Andreas R├╝cken waren mit 8 Spielern zwar zahlreicher als jede andere Minigolfgruppe, aber dennoch sehr umg├Ąnglich – sie fielen gar nicht mehr aus der Masse auf, wenn man denn mal endlich an ihnen vorbeigezogen ist (unsere Wege kreuzten sich auf dem Bahnen 6 bis 8).

In Bezug auf Minigolf kann ich nur eines sagen:  ich bin stets bem├╝ht …

… aber meine Familie wei├č dennoch meine spielerischen F├Ąhigkeiten realistisch einzusch├Ątzen    zwinker

Ich muss gestehen, dass ich gar keine Chance habe, hierbei einen Widerspruch einzulegen. Ich habe wie immer gedacht, dass der Gewinner die meisten Punkte haben muss … und die hatte ich mir auch diesmal wieder mit 87 Z├Ąhlern (von immerhin maximal 126 m├Âglichen: 6 Schl├Ąge + 1 Strafpunkt bei 18 L├Âcher) hundertprozentig gesichert    zwinker

Ich hoffe, dass ich wenigstens als Gewinnerin der Herzen gelten kann, denn meine Schl├Ąge haben am Ende nicht nur meine eigene Begleitung zum Grinsen gebracht, sondern auch zur Belustigung nebenan spielender Minigolfer beigetragen    standard     ja, auch die Herrengruppe wurde auf mich aufmerksam.

Nach der sportlichen Bet├Ątigung ging es dann weiter per Pedes zum Mittagessen in die Innenstadt.

Wir haben uns dort f├╝r das „Ontario“ entschieden, denn Steaks gehen in unserer Familie immer!

Der anschlie├čende Verdauungsspaziergang f├╝hrte uns ├╝ber die Br├╝hlsche Terrasse und am Altmarkt vorbei schlie├člich wieder zur├╝ck in den Gro├čen Garten. Am Ende unseres Ausflugs landeten wir in dem am Rande des Parks in diesem Jahr neu er├Âffneten Biergarten „Paul Rackwitz Neue Welt“ – wir hatten zwar keinen gro├čen Hunger mehr, aber es war einfach ein zu sch├Âner Tag, um so schnell wieder nach Hause in die eigenen vier W├Ąnde zu kommen.

Die Getr├Ąnke- und Speisekarte lie├č sich sehr gut lesen. Man merkte allerdings, dass heuer die erste Saison ist und das auch gerade mal am unmittelbaren (Sommer-)Anfang, denn das Bewirtungsteam muss sich noch sehr viel besser einspielen – aber f├╝r uns war es nicht wirklich schlimm, denn wir hatten es ja nicht eilig. Ich sch├Ątze trotzdem, dass wir diesen Biergarten noch einige Male besuchen werden. Sicherlich lassen sich die Fortschritte bei der Bestellung und dem Abholen dann auch schnell erkennen …

Ein anderes Highlight der Woche war f├╝r mich der Ausflug nach Polen am Samstag. Die Stadt Liegnitz, auf polnisch hei├čt sie Legnica, hat eine lange und recht ereignisreiche Geschichte vorzuweisen. Mir ist der Name beim Lesen einer alten Chroniken aufgefallen – ja, gelegentlich lese ich auch solche B├╝cher    zwinker
Im Jahr 1241 fand bei Liegnitz eine gro├če Schlacht zwischen dem mongolischen Heer und einer deutsch-polnischen Streitmacht statt. Die Armee der Goldenen Horde (damals auch Tataren genannt) war st├Ąrker und konnte diese Schlacht am Ende siegreich f├╝r sich entscheiden. Dennoch hat Batu Khan danach nicht noch weitere Teile Westeuropas angegriffen und erobert, sondern kehrte ab dieser Stelle einfach wieder um – warum dies geschah, wei├č bis heute keiner genau. Als m├Âgliche Antworten liest man, dass sie einen neuen Anf├╝hrer w├Ąhlen wollten oder auch, dass sie vom Mut der deutschen und polnischen Krieger derart beeindruckt waren, dass sie ihre ├╝brig gebliebenen K├Ąmpfer schonen wollten.

Soviel aber zum Grund meines Interesses an diesen Ort. Es hat sich dazu noch ergeben, dass sowohl Anna als auch Julia an diesem Tag nichts weiter geplant hatten und somit recht spontan mitkommen wollten. Man f├Ąhrt zudem von Dresden nur ca. zwei Stunden dorthin – also ein perfekter Tagesausflug.

Die Stadtarchitektur ist eine Mischung aus Historischem und Sozialistisch-Modernem:

Diese Mischung gilt aber leider auch f├╝r den Markt bzw. den alten Stadtkern:

Auf der rechten Seite des Bildes sieht man ├╝brigens das Haus „Unter dem Wachtelkorb“ , das Geb├Ąude stammt aus dem 16. Jahrhundert und man erkennt es leicht an dem runden Erker mit zwei Etagen sowie an der mit Sgraffiti reich verzierten Wand.

Ebenfalls sch├Âne und sehr beeindruckende Sgraffiti gibt es an der Fassade des ehemaligen Scholz-Hauses:

Diese Art von Wandschmuck ziert auch eines der sogenannten Heringsbuden am Markt, aber leider kann man es auf dem Bild nur schwach erkennen (das f├╝nfte Haus), aber ich verlasse mich da einfach auf eure Vorstellungskraft    zwinker

Wir besuchten au├čerdem noch das Piastenschloss:

Heutzutage beherbergt es nur noch B├╝ros und Verwaltungsr├Ąume, deshalb hat man jetzt dort kaum noch Glanz und Gloria zum Anfassen.

Sehr ├╝berrascht hat es mich, im ansonsten sehr katholischen Polen eine evangelische Kirche, die Liebfrauenkirche zu sehen, die dazu noch einen farblich etwas au├čergew├Âhnlichen Innenausbau vorweisen kann:

Es war wirklich alles sehr interessant, aber eigentlich war es noch nicht das, weshalb ich urspr├╝nglich in diese Gegend wollte. Daf├╝r mussten wir noch ca. 10 km gen Osten fahren, um in das Dorf Legnickie Pole zu gelangen. Dort besuchten wir in der gotischen Dorfkirche das Museum der Schlacht von Wahlstatt:

Die Ausstellung ist klein aber fein und dazu noch gleich in mehreren Sprachen – auch in Deutsch.

Man kann zwar auch noch auf den Turm hochgehen, aber von dort l├Ąsst sich die Umgebung leider nur von Innen durch ein paar kleinere Fenster ansehen. Allerdings sind beim Aufstieg an den W├Ąnden jede Menge Fotos zu entdecken, welche die Geschichte der l├Ąngste vergangenen Tag noch etwas lebendiger machen – Freunde von „Ritterspielen“ und dem Nachstellen von Schlachten in Originalkost├╝men sei Dank:

Gegen├╝ber der kleinen Museumskirche befindet sich die Kirche zum Heiligen Kreuz und St. Hedwig von Schlesien,  welche einst ein Benediktiner-Kloster war:

Wir haben das gro├če Gl├╝ck gehabt, dass wir zwischen zwei hintereinander stattfindenden Hochzeiten kurz hineingehen konnten – es w├Ąre auch zu schade gewesen, wenn wir diese ├╝ppigen Fresken von Cosmas Damian Asam nicht gesehen h├Ątten!

Wir fanden seine Art der Malerei bereits vor Jahren, w├Ąhrend unseres Besuchs in der Asamkirche in M├╝nchen, wundersch├Ân.

Nach so vielen Eindr├╝cken und Herumlaufen hatten wir Hunger und kehrten in der von der Mitarbeiterin des Museums empfohlenen Gastst├Ątte im Hotel Dworek ein. Ich war etwas ├╝berrascht, dass in der Speisekarte Reibekuchen bei den Fleischgerichten standen – allerdings mit dem Zusatz „ungarischer Art“ … meine Neugier hat am Ende wie immer gesiegt und nach der Bestellung hatte die L├Âsung vor mir stehen:

Der sogenannte Ungarische Reibekuchen f├Ąllt ganz sch├Ân gro├č aus und ist sehr gro├čz├╝gig mit Paprika-Gulasch gef├╝llt. Lecker war es auf jeden Fall! Carsten nahm das Schnitzel mit Spiegelei und unsere Begleitungen haben sich f├╝r das in Polen sehr bekannte Gerichte Pierogi entschieden:

Am bezauberndsten fanden wir alle allerdings die „Freikarten“ f├╝r den ansonsten kostenpflichtigen Besuch der Toilette – diese Zettel mit Stempeldrucken waren wirklich f├Ąlschungssicher    zwinker

Es gab pro Kunde der Gastst├Ątte je ein Zettel und alle anderen WC-Suchenden mussten bei der Toilettenfrau f├╝r ihre Bed├╝rfnisse bar bezahlen.

Mit einem Schmunzeln und vollen B├Ąuchen rollten wir dann vergn├╝gt wieder nach Hause. Da der Sommer es jetzt wohl endlich auch nach Dresden schafft, sch├Ątze ich, dass nun noch jede Menge Quality Time mit unseren Freunden Einzug in unseren Alltag halten wird. So soll es doch auch sein, oder?



2019 19.
Mai

Der Monat Mai hat sich bislang zwar recht k├╝hl und vergleichsweise bew├Âlkt gezeigt, aber das tat unserem Freizeitspa├č dennoch keinen Abbruch. Nat├╝rlich legt man als Arbeitnehmer sehr gerne einige Erlebnisse lieber auf ein ganzes Wochenende, als nur auf ein kleines Vergn├╝gen am vergleichsweise kurzen Feierabend … das gilt f├╝r uns in erster Linie bei Treffen mit Leuten und den damit ggf. verkn├╝pften Kurztrips. Als uns Jesus, welchen wir letztes Jahr ├╝ber Couchsurfing in Miami kennenlernten, im Dezember in Dresden besuchte, haben wir gleich das erste Mai-Wochenende f├╝r ein Gegentreffen seiner neuen Wahlheimat eingeplant. Er wohnt jetzt seit etwa einem Jahr in Frankfurt am Main, da er ein Arbeitsvisum f├╝r Deutschland bekam und dort seinem Beruf im Bankenumfeld am besten nachkommen konnte. Da sowohl Carsten als auch ich von Frankfurt bislang au├čer der Messe und dem Flughafen kaum etwas anderes gesehen haben, waren wir nat├╝rlich sehr gespannt, was die Stadt sonst noch so zu bieten hat. Was soll ich sagen – wir sind sehr positiv ├╝berrascht worden!

Eines der sch├Ânsten Erlebnisse war eine Stadtf├╝hrung, die von Frankfurt Free Walking Tour angeboten wurde. Unser Tourguide hie├č Jenna … 

… und sie hat uns trotz des immer wieder aufs Neue einsetzenden Regens durch einige interessante Ecken der Stadt gef├╝hrt, auf die wir sonst sicherlich nicht aufmerksam geworden w├Ąren.

Wir waren eine durch und durch sehr bunt gemischte, aber sehr lockere Gruppe und Carsten witzigerweise der einzige Deutsche von uns allen:

Wir konnten uns unterwegs immer wieder mit den anderen Teilnehmern aus USA, Gro├čbritannien, Schweiz, Bosnien, Singapur, Schweiz, Indien, Wei├čru├čland, Ru├čland und Brasilien ├╝ber alles M├Âgliche austauschen und hatten trotz der Sprachenvielfalt sehr, sehr viel Spa├č miteinander. Am Ende haben wir uns sogar mit dem jungen Inder Nishant (2. v. r.) angefreundet und fast den gesamten restlichen Tag zusammen verbracht:

Den alten Kern der Innenstadt, genauer gesagt den R├Âmerplatz mit seinen besonders kunstvollen Fachwerkh├Ąusern und einem majest├Ątischen Rathaus, fanden wir auf Anhieb sehr sympatisch:

Der Platz hat allerdings auch eine, geschichtlich betrachtet, traurige Stelle:

Bei den dort auf den Buchseiten aufgef├╝hrten Schriftstellern sind ├╝brigens auch zwei aus Dresden mit dabei: Ludwig Renn und Erich K├Ąstner.

Eine weitere, f├╝r Deutschland historisch sehr bedeutende St├Ątte, welche uns Jenna zeigte, war die Paulskirche. Dort tagten im Jahre 1848 sowohl das Deutsche Vorparlament als auch die Deutsche Nationalversammlung, bei der die Fragen bez├╝glich einer Deutschen Verfassung, dem Aufbau des Staates und auch die Ausdehnung des k├╝nftigen deutschen Reiches vereinbart wurde.

Bei unserer z.T. alternativen Stadtf├╝hrung steuerten wir auch ein paar historisch nicht so bedeutenden Anlaufpunkte an, die aber genau so zu Frankfurt dazugeh├Âren, wie die Gr├╝ne So├če … dazu sp├Ąter mehr. Wie lernten dabei eben auch etwas ├╝ber die Drogenszene und die mitunter sehr erfolgreichen Gegenma├čnahmen (Stichwort: Dr├╝ckerstuben) und das nicht gerade kleine Rotlichtviertel der Stadt:

Bezeichnenderweise liegt dieses ganz nah am Bankenviertel und wie man so erfahren hat, wird hier wohl ausgerechnet zur Mittagszeit der gr├Â├čte Umsatz erzielt – ein Schuft, wer B├Â(r)ses dabei denkt …

Zudem gibt es in Frankfurt so einige Spidermanfiguren an den Fassaden und auf den D├Ąchern zu entdecken: mal in seiner klassischen Gestalt …

… oder durchaus auch als Venom (schwarz statt rot), wie hier auf dem Vordach der „Bar ohne Namen“ :

Aber all das ist nur ein Bruchteil der F├╝hrung gewesen – um alles dar├╝ber zu erfahren, kann ich jedem eine solche Tour durch die Stadt nur sehr ans Herz legen, denn man erf├Ąhrt unter anderem noch, wo das Geburtshaus von Goethe steht, warum auf der Dachspitze vom Frankfurter Rathaus eine Katze sitzt, welche Rolle Kaugummis bei der Stadtentwicklung gespielt haben und wozu die oben erw├Ąhnten Drogenkonsumr├Ąume gut sind bzw. was damit erzielt wurde.

Nach dieser ca. 2,5 Stunden langen Tour folgten wir sehr gerne der Restaurantempfehlung von Jenna, um auch noch das klassische Gericht aus dieser Gegend probieren zu k├Ânnen: Frankfurter Gr├╝ne So├če und nat├╝rlich dem allseits bekannten Apfelwein (Ebblewoi). Die Apfelweinwirtschaft „Dax“ befindet sich in Sachsenhausen, DEM Kneipengebiet der Stadt, und l├Ądt in urgem├╝tlicher Atmosph├Ąre zum Sitzen, Essen und Trinken ein.

Zur „Grie So├č“, dem kalten Sieben-Kr├Ąuter-Mix, haben Carsten, Jesus und ich jeweils ein Schnitzel genommen, Nishant entschied sich f├╝r die vegetarische und eigentlich sehr viel urspr├╝nglicheren Zusammenstellung mit gekochten Eiern. Beide Variationen sind ├Ąu├čerst lecker!

Am darauffolgendem Tag haben wir auf den Rat von Maria, der Freundin von Jesus, geh├Ârt und sind, obwohl urspr├╝nglich ein Verlassen Frankfurts nicht geplant war, mit den beiden im Auto zum ca. 70 km entfernten R├╝desheim aufgebrochen. Bereits auf dem Weg dorthin waren Carsten und ich von der Sch├Ânheit des Rheintals sehr angetan – vor allem die Menge an Burgen und Burgruinen hat uns sehr ├╝berrascht. Wir wollten unbedingt zur Loreley, denn wenn man schon einmal in dieser Gegend ist, muss man diesen Felsen einfach gesehen haben!

Die Loreley selber sitzt allerdings nicht wie man erwarten k├Ânnte dort oben, sondern unten, direkt am Rhein – ganz vorne auf der Spitze der Hafendamm-Mole bei St. Goarshausen (am Ende der Landzunge links im Bild):

Von dort war der Rhein nat├╝rlich im Nu zu erreichen und ich konnte der Versuchung, meine F├╝├če ins Wasser einzutauchen, einfach nicht widerstehen. Das Beweisbild gibt es wie immer in meiner F├╝├če-im-Wasser-Fotosammlung    standard

Auf dem R├╝ckweg fuhren wir f├╝r einen weiteren Zwischenstopp nach R├╝desheim. Diese Stadt ist touristisch voll und ganz erschlossen, wie wir beim Schlendern durch die gerade mal 2 m breite Drosselgasse und die benachbarten Str├Ą├čchen und G├Ąsschen schnell feststellen mussten. Nippes und Tand aus ganz Deutschland (z.B. Kuckucksuhren aus dem Schwarzwald, Weihnachtsfiguren aus dem Erzgebirge und Diverses aus Bayern) wird hier dem internationalen Publikum zum Kauf angeboten, sodass uns pers├Ânlich sogar ein wenig der direkte Bezug zum Rheintal und der Weinregion fehlte – hier kann man sich f├╝r die Lieben daheim gleich mit allem eindecken, was man sicherlich sonst nur m├╝hsam auf einer Fahrt durch alle 16 Bundesl├Ąnder zusammenklauben k├Ânnte:

Zum Gl├╝ck waren wir aber noch weit au├čerhalb der Saison, denn ich kann mir vorstellen, dass es hier in der Sommerzeit von Touris nur so wimmelt. Obwohl die H├Ąuschen und L├Ąden mitunter sehr h├╝bsch sind, wenn auch zum Teil inzwischen etwas abgerockt, waren wir mit der Besichtigung doch recht schnell fertig, denn inzwischen forderten Hunger und Durst ihren Tribut. Maria hat deshalb ein Abendessen auf dem „Weingut Magdalenenhof“ vorgeschlagen und wir als Ausw├Ąrtige haben uns voll darauf eingelassen. Bereut haben wir nix, denn die Empfehlung war echt klasse! Maria, Jesus und ich g├Ânnten uns zu dritt diesen Testkreisel der dortigen Weine:

Gl├╝cklicherweise haben sich unsere Geschmacksknospen auf unterschiedliche Weine gefreut und so waren wir uns nach kurzem Nippen von allen Gl├Ąsern sehr schnell einig, wer was am liebsten trinkt. Das Essen war aber auch sehr lecker und die K├Ąseplatte f├╝r zwei Personen war einfach genial – f├╝r 17 Euro ├Ąu├čerst ├╝ppig und vielf├Ąltig:

Erst am Montag sind Carsten und ich wieder zur├╝ck nach Dresden gefahren, denn Dank unserer ├ťberstunden konnten wir den gesamten Tag f├╝r eine v├Âllig entspannte R├╝ckreise gen Osten freimachen. Unsere Arbeitswoche war dadurch nat├╝rlich k├╝rzer und das n├Ąchste Wochenende fing f├╝r uns bereits schon gleich am Freitagabend wieder mit einen kleinen Event an. Lars Hitzing, einer der Phrase4– Stammautoren, hat ein neues Buch ver├Âffentlicht. So planten wir am 10. Mai im kleinen, sehr liebevoll ausgestatteten Buchladen Shakespeares Enkel die Premiere seines neuen Kurzgeschichtenbands „Destiller’s Edition“ ein.

Nat├╝rlich wurden ein paar Geschichten daraus vorgelesen und einige davon habe ich bereits im Rahmen der Phrase4-Leseb├╝hne geh├Ârt. Die Frau zur Lars‘ Linken ist ├╝brigens Katharina Salomo, seine Verlegerin:

Es war ein sehr vergn├╝glicher Abend mit guten Storys, interessanten Gespr├Ąchen nach der Lesung der vier ausgew├Ąhlten Geschichten und auch einigen Gl├Ąsern mit leckeren Quittenwein aus der kleinen Eckkneipe gegen├╝ber    standard

Am darauffolgenden Samstag wollten Carsten und ich an einer Igeltour teilnehmen, die am Dr.-K├╝lz-Ring in der Innenstadt beginnen sollte. Wir waren zwar zusammen mit weiteren 10 Interessierten rechtzeitig an Ort und Stelle, doch am Ende fehlte die Tourleiterin. Das war uns noch nie passiert! Nachdem wir alle ganz brav eine gute halbe Stunde auf die Frau gewartet haben, sind wir leicht entt├Ąuscht auseinander gegangen. Immerhin hatten wir aber supersch├Ânes Wetter und wir entdeckten auf dem Altmarkt einen kleinen Fr├╝hlingsmarkt, welcher weit sichtbar durch einen in den blauen Himmel ragenden Maibaum angek├╝ndigt wurde:

Dort schlenderten wir etwas herum und auf der Prager Stra├če entdeckten wir auch noch, dass dort gerade die 1. Dresdner Bierb├Ârse erneut zum Herumlaufen und Verweilen einlud. Zur Mittagszeit war es mir f├╝r ein Bier noch etwas zu fr├╝h, aber obgleich dieses neuen Wissens kehrten wir am Nachmittag nochmals mit Kerstin ganz spontan dorthin zur├╝ck. Eigentlich hatten wir uns nur zum Kaffee verabredet, aber um das sch├Âne Wetter so richtig ausnutzen zu k├Ânnen, liefen wir zu dritt noch einmal an den St├Ąnden der beiden M├Ąrkte vorbei. Carstens Interesse lag wie ├╝blich eher beim Essen …

… w├Ąhrend ich mich mit den Schottischen Biersorten besch├Ąftigt habe. Das Getr├Ąnk auf dem Tisch (s.o.) ist Scottish Brown Ale. Die andere Sorte (s.u. rechts) hie├č Belhaven Stout und war wirklich-wirklich dunkel!

Wie man unschwer erkennt, l├Ą├čt Carstens Cola die Sonnenstrahlen noch durch, bei meinem Stout hat das nicht mehr funktioniert    standard
Wir hatten alle unseren Spa├č dort und wurden auch kulinarisch je nach Geschmack f├╝ndig.

Aber das noch laufende Wochenende ist (endlich mal) g├Ąnzlich ereignislos und so komme ich wenigstens heute dazu, einmal ├╝ber die zwei davor liegenden zu berichten    zwinker    f├╝r die kommenden Wochen und Wochenenden haben sich schon wieder viele Termine bei uns eingefunden – dazu aber erst sp├Ąter an dieser Stelle mehr.



2019 08.
Apr

Nachdem die letzten Urlaube viel mit Sand, Strand und Badewasser zu tun hatten, war es nun mal wieder an der Zeit, etwas anderes zu planen … zum Beispiel einen Wanderurlaub. Man hat ja schlie├člich nicht umsonst mal Wanderschuhe f├╝r viel Geld gekauft    standard

Deshalb fiel die Wahl f├╝r die Feier unseres 13. Hochzeitstages auf die portugiesische Insel Madeira. Bis jetzt haben alle Freunde und Bekannte, die schon vor uns dort waren, sie als Wanderinsel, aber auch als Blumeninsel beschrieben. Jetzt wollen wir den beiden Beschreibungen hundertprozentig zustimmen – und auch gleich die Beweise daf├╝r abliefern.

F├╝r Madeira sprach aus unserer Sicht auch noch der Umstand, dass wir zur Abwechslung mal direkt ab Dresden fliegen konnten und nicht mit Berlin-Tegel, Frankfurt oder Leipzig planen mussten. Leider hat sich dies am Ende nur zur H├Ąlfte als zutreffend erwiesen: Die Fluggesellschaft „Germania“ brachte uns noch ohne Probleme auf die Insel, aber nur drei Tage sp├Ąter hat sie Insolvenz angemeldet und alle Fl├╝ge wurden gestrichen. Meistens sind wir Individualreisende, aber diesmal hatten wir gl├╝cklicherweise pauschal im Reiseb├╝ro unseres Vertrauens gebucht, so dass wir uns deshalb keine sehr gro├čen Sorgen machten, ob und wie wir in eineinhalb Wochen nach Hause kommen w├╝rden. Am Ende hat aber Dank TUI doch alles in unserem Sinne funktioniert. Urspr├╝nglich wollte man uns zwar einen Tag eher, also genau am 14. Februar, nach Leipzig zur├╝ckfliegen, aber unsere Argumente „Hochzeitstag“ und „Candle-Light-Dinner statt Flugzeugessen“ wurden erh├Ârt. Wir konnten am Ende dadurch sogar einen zus├Ątzlichen Urlaubstag auf der Insel und in unserem Hotel ergattern, sind daf├╝r aber dann eben am Samstag gegen 22:00 in K├Âln statt in Sachsen oder gar im Osten Deutschlands gelandet. Ich habe mich noch einmal mehr in meinem Leben dar├╝ber gefreut, dass mein Mann auch in der Nacht gut und sicher Auto f├Ąhrt    standard     so kamen wir gegen 5:00 morgens heil mit dem Mietwagen in Dresden an.

Auf der Insel stellte er seine Fahrk├╝nste ohnehin an jedem Tag ganz souver├Ąn unter Beweis. Wir hatten zum ersten Mal im Leben einen Fiat 500 als fahrbaren Untersatz f├╝r unsere kurvenreichen und zum Teil sehr steilen Strecken:

Ich hoffe, dass dieses Foto eine solche Steigung wenigstens ein wenig wiedergibt:

Runter war immer recht easy, aber bergauf musste zum Teil ├╝ber Kilometer hinweg im ersten Gang gefahren werden, da der Motor im zweiten es nicht geschafft h├Ątte und abgew├╝rgt w├Ąre. Doch unser kleiner Wei├čer hat uns zu keiner Zeit im Stich gelassen und war die Zuverl├Ąssigkeit in Blech!

Die Inselautobahn war gr├Â├čtenteils sehr gut ausgebaut und durch zahlreiche, breite und moderne Tunnel waren die Hauptwege von einem Ende der Insel bis zum anderen recht kurzweilig – kleine Madeira-Inselkunde: Ost-West-Ausdehnung = ca. 50 km, Nord-S├╝d ca. 25 km. Wir versuchten aber auch mal ├Âfters ein St├╝ck der alten, urspr├╝nglichen Stra├če zu fahren, doch es war gar nicht so einfach, einen freigegebenen Teil zu finden, denn viele Abschnitte wurden wegen des schlechten Zustands aus gutem Grund gesperrt. 

Insbesondere Felsbl├Âcke und Steine wurden eben nicht mehr nicht zeitnah von der Strecke ger├Ąumt und so mancher Wasserfall ergo├č sich direkt auf die Stra├če:

Auf dem Hochplateau Paul da Serra hatten wir auch mal au├čergew├Âhnliche Wegbegleiter auf der Stra├če    standard

Die Insel selber ist vulkanischen Ursprungs und die Hinweise darauf konnte man unterwegs immer wieder entdecken. Hier sieht man man z.B. erstarrte Lavas├Ąulen von unten nach oben verlaufen:

Auch Lavabomben haben wir gefunden:

In den Grotten des Museums in Sao Vicente kann man die h├Âhlenartigen Wege („Tubes“) sehen, durch welche einst Lava ihren Weg nach drau├čen gesucht hat:

Die Idee, in den nat├╝rlichen Lavapools in Porto Moniz schwimmen zu gehen, mussten wir aufgrund von sehr hohen und starken Wellen schnell verwerfen:

Das Meer war sowohl tosend als auch im ruhigen Zustand an jedem K├╝stenabschnitt der Insel immer wieder sch├Ân anzusehen:

Das Wasser verw├Âhnte unsere Augen zudem mit verschiedenen Farbspielen …

… und einmal sogar mit einem fantastischen Regenbogen – etwas, was man w├Ąhrend der Wintermonate in Deutschland wohl kaum zu sehen bekommt    zwinker

Das Meer an der Steilklippe Cabo Girao lag uns buchst├Ąblich zu F├╝├čen – Skywalk sei dank    standard

Habe ich eigentlich schon jemals erw├Ąhnt, dass wir sehr gro├če Anh├Ąnger von Sonnenunterg├Ąngen und der damit einhergehenden, tollen F├Ąrbung des Himmels sind? Bestimmt noch nie …    zwinker

Der wohl ber├╝hmteste Mann Madeiras ist Cristiano Ronaldo. Am Flughafen – der im ├ťbrigen seinen Namen tr├Ągt – haben wir eine B├╝ste von ihm gefunden, aber die ├ähnlichkeit mit dem echten, ber├╝hmten Fu├čballer suchen wir immer noch    zwinker

Der anfangs schon erw├Ąhnte Beiname „Blumeninsel“ stimmte definitiv. Unsere Hotelanlage „Quinta Splendida“ verf├╝gte sogar ├╝ber eigenen Botanischen Garten:

Gef├╝hlt bl├╝hte da mitten im Februar einfach alles!

… sogar mein Mann sieht darin wie das bl├╝hende Leben aus    zwinker

Entlang der Wanderwege sahen wir zahlreich wildwachsende Blumen, die man hierzulande mit ganz viel M├╝he und Pflege verw├Âhnen kann und sie gehen dann doch noch dabei ein – zumindest bislang immer bei mir, trotz meiner ach so f├╝rsorglichen Pflege    zwinker

Gestatten, die Callas …

… und die Hortensie:

Man hat aber Blumenpracht nicht nur auf bzw. an Wanderwegen und in G├Ąrten gesehen, sie wurden zum Beispiel auch mal f├╝r die Augen der Besucher als Blumenteppich ├╝ber ein Fl├╝sschen im St├Ądtchen Santa Cruz ausgebreitet:

Einige Blumenarten sahen so weich aus, dass man der Versuchung, sie zu streicheln, einfach nicht widerstehen konnte    standard

Man musste allerdings dabei aufpassen, dass man nicht eine der schon munter umherbrummenden, flei├čigen Bienchen bei ihrer Arbeit st├Ârte:

Die Tierwelt auf Madeira war aber stets entspannt und Eidechsen wie diese genossen quasi an jeder Ecke die w├Ąrmenden Sonnenstrahlen …

… beobachteten vorbeilaufende Wanderer immerzu mit einem wachsamen Auge …

… und einige nahmen sogar das Angebot einer einheimischen, nat├╝rlichen S├╝├čspeise dankbar an:

Ich h├Ątte bestimmt noch stundenlang dabeisitzen und dem kleinen Kumpel zuzusehen k├Ânnen, wie er das Innere der Bananenschale weggefuttert hat, aber mein Mann wollte weiterwandern und so habe ich den Nachtisch der kleinen Eidechse mitgenommen – sie h├Ątte es ganz sicher nicht geschafft, diese noch im frischen Zustand ganz aufzuessen    standard

Andere Tierchen kamen ebenfalls auf mich zu, um etwas Leckeres aus meiner Hand zu bekommen – Kekse gehen einfach immer!

Danach haben wir ein kleines Plauderst├╝ndchen eingelegt, bevor sich unsere Wege wieder getrennt haben:

Wir haben auch selber sehr gut gegessen und dabei immer etwas Neues entdecken k├Ânnen. Eine f├╝r mich ganz neue Frucht war die Anona, die man in Deutsch auch Zuckerapfel genannt wird:

Wir beide sind sehr schnell auf den Geschmack dieser kleinen Geb├Ąckteilchen mit dem Namen „Pastel de Nata“ gekommen und haben w├Ąhrend des Urlaubs jeden, aber wirklich jeden (!) Tag mindestens eines davon gegessen    standard

Die beiden Getr├Ąnke Coral (Bier) und Brisa (Limonade) sind ├╝brigens auch sehr typisch f├╝r diese Insel. Aber welches Getr├Ąnk verbindet man aber noch viel eher mit Madeira? Nat├╝rlich den Madeira-Wein:

Aus dem Reich der Fische m├╝ssen wir nat├╝rlich den Schwarzen Degenfisch, auf portugiesisch Espada, erw├Ąhnen. Den habe ich sowohl in den Markthallen in Funchal, der Hauptstadt von Madeira …

… als auch auf meinem Teller gesehen. Im zweiten Fall auch nat├╝rlich gegessen:

Selbstredend haben wir bei dem vielf├Ąltigen Angebot an diversen Meeresfr├╝chten so oft wir konnten beherzt zugegriffen … ob als Oktopus, Calamari, Muscheln oder Napfschnecken:

F├╝r uns gab es die besten Steaks der Insel in unserem ├ľrtchen Canico, in dem kleinen Restaurant „Laranjinha“ :

Dass sie weich und auf den Punkt genau so gegrillt waren, wie wir sie bestellt haben (Well-done f├╝r Carsten & Medium f├╝r mich), hat nicht nur beim ersten Besuch geklappt – der Grillmeister beherrschte die Kunst der Zubereitung hervorragend. Ja, wir waren dort mehr als nur einmal und es hat jedesmal oberlecker geschmeckt! Wir f├╝hlten uns in diesem Lokal sogar so wohl, dass wir zwischenzeitlich beschlossen haben, auch unseren 13. Hochzeitstag (der eigentliche Anlass unserer Reisen im Februar) dort zu feiern.

Am 14. Februar nahem wir zuerst das Angebot unseres Hotels wahr:

Wir lie├čen uns mal ordentlich durchkneten, doch leider lagen wir nicht so nah beieinander, wie auf dem Werbebild. Anschlie├čend verbrachten wir einige Stunden im Spa-Bereich der Anlage. Allerdings waren wir ├╝ber dessen Gr├Â├če sehr ├╝berrascht, denn im Vergleich zur imposanten Ausdehnung des Hotels fiel der Wellness-Bereich wirklich sehr klein aus. Zudem war dieser trotz des Valentinstages nicht sonderlich gut besucht, was vermutlich aber auch daran lag, dass man selbst als Hotelgast einen eigenen Obolus zu entrichten hatte, selbst wenn man nur ein bisschen schwimmen wollte und nicht mal Whirlpool, Sauna, Dampfbad oder Trainingsraum nutzen w├╝rde.

Hier mal ein Bild der gesamten Hotelanlage inklusive aller Unterbringungsm├Âglichkeiten und der enormen Gartenanlage – alles, was man innerhalb des Geb├Ąuderinges in der Mitte sieht plus des oberen W├Ąldchens:

Egal ob alleine oder nicht, wir besuchten beide Dampfb├Ąder, k├╝hlten unsere Gem├╝ter anschlie├čend im K├Ąltebecken und enspannten uns im Whirlpool – wir haben gef├╝hlt nichts ausgelassen    standard

Unser Candle-Light-Dinner gab es dann wie geplant im „Laranjinha“ – es war ein toller Abend mit einem ausgezeichneten 3-G├Ąnge-Men├╝!

Das war aus meiner Sicht ein ├Ąu├čerst toller Start in unser 14-tes Ehejahr     standard

├ťber die auf Madeira gewonnen Wandererfahrungen schreibe ich mal in einem Extrabeitrag, denn dieser R├╝ckblick ist ohnehin schon viel zu lang geworden    zwinker



2019 10.
Mrz

Dieses Jahr wird irgendwie alles etwas sp├Ąter als die Jahre zuvor. Aber so ist das Leben    zwinker    ├╝berhaupt haben die Leute fr├╝her das Neue Jahr immer erst im Fr├╝hling gefeiert. Aber eigentlich ist es egal, welche Ausrede ich mir aussuche, die OLCA-Erinnerungskiste wurde diesmal auch erst im M├Ąrz geleert. So lange mussten die Erinnerungsst├╝cke f├╝r das neue Jahr 2019 strategisch in der Wohnung verteilt werden, denn die Kiste war ja noch mit 2018-Derivaten belegt. Aber nun haben Carsten und ich uns beim Herausholen diverser Rechnungen, Fahr- und Eintrittskarten, pers├Ânliche Zeilen, Infozettel und Brosch├╝ren an die zahlreichen Augenblicke des vergangenen Jahres erinnert … und sie werden alle einen Platz in unserem Ged├Ąchtnis sicher haben:

Auch im vergangenen Jahren haben wir wieder einmal zahlreiche neue Erlebnisse und Erfahrungen gesammelt.

  • Carsten hatte sich im Biergarten so gut mit einer Schweinshaxe angefreundet, dass ihm ein St├╝ck davon im wahrsten Sinne des Wortes im Halse stecken blieb. An den Besuch in der Notaufnahme erinnerten uns die entsprechenden Befunde und der Entlassbrief.
  • ein paar Quittungen von Apotheken waren auch da, um mich an meine gelegentliche Erk├Ąltungen zu erinnern.
  • Wir sind selber schon einige Male umgezogen und haben auch unseren Kindern dabei geholfen, aber einen Umzug ├╝ber Landesgrenzen hinweg mussten wir bislang noch nicht gemeinsam durchf├╝hren. Jetzt ist Andrea aus unserer Familie die Erste, welche ihren Wohnsitz ins Ausland, genauer gesagt nach ├ľsterreich, verlegt hat. Deshalb war im Oktober ein ganzes Wochenende die Fahrten von Dresden ├╝ber Chemnitz in die Steiermark und wieder zur├╝ck nach Dresden notwendig, woran uns Tankquittungen aus Tschechien und ├ľsterreich, sowie eine Rechnung aus dem Cafe Styria in Leoben erinnerten.
  • Amira, eine Sch├╝lerin aus meiner VHS-Klasse, welche sonst immer mit Druckbuchstaben schreibt, gab sich unglaublich viel M├╝he und beschriftete eine kleine Pralinenschachtel in Russisch in Schreibschrift – ich habe mich sehr ├╝ber diesen Erfolg gefreut!
  • Wir besuchten im Fr├╝hling zum ersten Mal den B├Ąrenwald M├╝ritz. Es war wie schon im B├Ąrenpark Worbis einfach toll zu sehen, wie B├Ąren, die sonst bislang kein einfaches Leben hatten, sich jetzt in einem gro├čen Areal bewegen k├Ânnen und einfach mal B├Ąren sein d├╝rfen und keine Belustigung f├╝r Besucher von einem Wanderzirkus oder einer Kneipe.
  • Carsten hat zum Geburtstag von Ines und Torsten eine Einladung zum gemeinsamen Bowlen geschenkt bekommen – an dem Tag machte nicht nur das Spielen, sondern auch ein Spaziergang und ein Eis im Freien (wohlgemerkt: im November) ganz viel Spa├č.
  • Mit den beiden waren wir im Fr├╝hling auch mal in Chemnitz, woran uns die Rechnung vom Meyer’s Diner sowie an das tolle Essen, einen Spaziergang in der Innenstadt sowie im Stadtpark erinnerten.
  • Ein weiterer Tagesausflug mit Ines und Torsten f├╝hrte nach Prag … die Eintrittskarte f├╝r den Turmaufstieg auf den Petrin und diverse Bons erinnerten uns nochmals daran.
  • Im letzten Jahr war ich im Dezember ├Âfter auf den Weihnachtsm├Ąrkten der Stadt als die Jahre zuvor: gemeinsam mit Carsten mit Jesus aus Miami / Frankfurt und mit Claudia und Jan aus Uelzen, sowie als reine M├Ądelsrunde mit Anna, Ines, Manu und Romy. Carsten musste zum Treffen mit Karin und Eberhard trotz der urspr├╝nglichen Planung allein gehen, denn mich haben an dem vereinbarten Tag ein paar fiese Viren vollends ausgeknockt.
  • Mit Claudia aus Uelzen sind wir auch zum ersten Mal auf den Aussichtsturm der Dreik├Ânigskirche hochgestapft. Der Ausblick hat uns allen au├čerordentlich gut gefallen!
  • Im Februar waren Anna, Julia, Grit und ich auf dem Dresdner Winterzauber, um dort eine Runde Schlittschuh zu laufen und bei nicht nur einem Gl├╝hwein ausgiebig zu schnattern – all das haben wir v├Âllig unfallfrei geschafft!
  • An eine Wanderung in der S├Ąchsischen Schweiz mit Ines, Katrin, Kerstin und Lothar erinnerten die Karten f├╝r die Historische Kahnfahrt auf der „Oberen Schleuse“.
  • Mit Kathrin und Axel besuchten wir die Tissauer W├Ąnde in Tschechien … auch hier halfen die Eintrittskarten dem Ged├Ąchtnis auf die Spr├╝nge.
  • Die Sch├Ânheiten der S├Ąchsischen Schweiz f├╝hrten wir Lisa und Maria beim Wandern mit gr├Â├čtem Vergn├╝gen vor. Ein Mittagessen auf dem Lilienstein in der Felsenbaude geh├Ârte, wie die Rechnung in der Kiste beweist, ebenfalls dazu.
  • Kerstin aus Kaisitz bekam von uns zum Geburtstag einen Gutschein f├╝r eine Wanderung, welcher von ihr umgehend eingel├Âst wurde. Zur Belohnung gab es nach ca. 20 km ein Eis im Cafe Tortuga.
  • Meinen 10er-Gutschein der Salzgrotte habe ich lange genug und ├╝ber mehrere Jahre ausgedehnt, aber nun waren alle Sitzungen endg├╝ltig vorbei. Ab jetzt geht es wieder nur noch auf eigene Rechnung hin    standard
  • Jede Menge Tickets bezeugen, dass wir erneut an einigen Igeltouren teilgenommen haben. Die „Wahr “ und „Falsch“ Karten geh├Âren ├╝brigens auch zu solch einer Igel-Tour … Motto: „Alles L├╝ge oder was?“
  • Wir g├Ânnten uns auch dieses Jahr etwas Kultur bei diversen B├╝hnenprogrammen, Konzerten und Lichtspielh├Ąusern. Unsere Kinokarten zeigen allerdings, dass wir in Dresden nur insgesamt zwei Filme im Kino gesehen haben: „Unsere Erde 2“ und „Deadpool 2“ … das dritte Kinoeerlebnis hatten wir f├╝r insgesamt 40 Dollar in New York („The Grinch„) in ultragem├╝tlichen, elektronisch verstellbaren Sesseln mit Beinfreiheiten bis zur Fu├čspitze!
  • Mit Anna besuchte ich die Sonderausstellung „Monster & Mythen“ im Japanischen Palais.
  • Ebenfalls mit Anna war ich im Theaterst├╝ck „Azurro – wie z├Ąhme ich einen Italiener?“ im Boulevardtheater.
  • Im Boulevardtheater war ich auch mal mit Carsten, um das Programm „Superwomen“ von Gayle Tufts anzusehen. Die Frau macht allerdings nicht nur Comedy, sie kann auch hervorragend singen!
  • Das Programm „Gegendarstellungen“ von Max Uthoff sahen mein Mann und ich im Alten Schlachthof. Wir kennen und lieben diesen Kabarettisten aus der satirischen ZDF-Sendung „Die Anstalt“ … live auf der B├╝hne ist der Mann eine Wucht!
  • Nicht zu vergessen das gro├čartige Elif-Konzert mit Stephanie und einer Freundin, die gerade in Dresden zu Besuch waren.
  • Arbeitstechnisch besuchte ich Ende des Jahres eine Veranstaltung im Schlo├č Albrechtsberg, wo ich unter anderem die Veranstalterin der j├Ąhrlichen Hope-Gala pers├Ânlich kennenlernen durfte. Frau Klein ist eine unglaublich charismatische und dennoch sehr zug├Ąngliche Pers├Ânlichkeit!
  • Nat├╝rlich sind wir auch in diesem Jahr viel gereist. Aber eine Reise machte ich sogar ganz ohne meinen Mann. Es ging dienstlich in die Ukraine nach Kiew. Eine entsprechende SIM-Karte f├╝r das ukrainische Vodafone-Netz hat mein Mann mir ganz schnell besorgt, denn so konnten wir immer in Kontakt bleiben. Die Zeit nach getaner Arbeit vor Ort wurde unter anderem daf├╝r genutzt, abends mal zu einer „Carmen“-Auff├╝hrung zu gehen oder etwas mehr ├╝ber die ukrainische Geschichte im Freilichtmuseum „Mamayeva Sloboda“ zu erfahren. Meine Chefin, welche ich auf dieser Dienstreise begleitete, war jedenfalls von meiner Heimat sehr angetan!
  • Unseren 12. Hochzeitstag verbrachten wir diesmal in Miami, FL und wir haben uns in diese Stadt regelrecht verliebt! Sie hat Esprit!
  • Im Sommerurlaub haben wir uns einen langersehnten Traum erf├╝llt und besuchten innerhalb von vier Wochen die vier gr├Â├čten Hawaii-Inseln. Wir haben unwahrscheinlich nette Menschen kennen gelernt, haben an traumhaft sch├Ânen Str├Ąnden gebadet und geschnorchelt, waren auf dem Gipfel des h├Âchsten Berges im ganzen Pazifikraum (Mauna Kea) und damit am Ende den Sternen sogar so nah wie noch nie zuvor – kurzum es waren unvergessliche Tage!
  • Vor dem gro├čen Sommerurlaub g├Ânnten wir uns einen Tagesausflug zum Partwitzer See-Strand in der Lausitz – Karibikgef├╝hle k├Ânnen doch schon so nah sein    standard
  • In unserer unmittelbaren N├Ąhe entdeckten wir ein schmuckes Kleinod namens Klosterpark Altzella – einfach nur entspannend und bezaubernd!
  • Dass wir wie immer viel ausw├Ąrts essen waren, wei├č sicher jeder, der uns kennt    standard    eine Neuentdeckung in Dresden war f├╝r uns das karibische Restaurant „Turtle Bay“ … dort werden wir uns k├╝nftig wahrscheinlich immer wieder einmal blicken lassen. Dem Steakhaus „Estancia“ haben wir nach langer Zeit seit dem ersten entt├Ąuschenden Besuch eine zweite Chance gegeben – es hat sich auf jeden Fall gelohnt! Auch im „Raskolnikoff“ , wo wir uns mit Barbara zum Schwatzen getroffen haben, gab es viele leckere und gesunde Gerichte, vor allem mit Zutaten direkt aus der Region. Aber auch die mittlerweile lieb gewonnenen Lokale wie „Odessa“ , „Dschingiskhan“ , „El Rodizio“ , „Milchm├Ądchen“ , „Ballhaus Watzke“ , „Mama Afrika“ sowie B├Ąckereien mit Cafe in unserem Umkreis besuchten wir immer wieder mal. Von den unz├Ąhligen Freitagabenden beim D├Ânermann will ich erst gar nicht anfangen …

Ihr d├╝rft mir glauben, es ist nur ein kleiner Auszug der sch├Ânen und spannenden Erlebnisse des Jahres 2018. Es sind ja nur die, f├╝r welche es in der Kiste nachweislich einen Beleg gab und ich glaube sogar, nicht mehr alle auf dem Foto f├╝r den Blog wiedergefunden zu haben und habe sicherlich manches ├╝bersehen. Aber am Ende gibt es eben auch kein Kistenfutter f├╝r einen Schnatterabend mit guten Freunden, f├╝r einen Sonnenuntergang mit dem Mann meiner Tr├Ąume, f├╝r Spazierg├Ąnge, f├╝r Fototermine oder f├╝r einen Spielabend – daf├╝r hat man Tageb├╝cher, Bilder und, wenn die Zeit es zul├Ąsst, vielleicht auch mal wieder einen Jahresbericht    zwinker



2018 19.
Dez

Unsere dritte Insel hei├čt offiziell Big Island of Hawaii, im allt├Ąglichen Sprachgebrauch gibt man sich aber schon mit Big Island zufrieden. Fl├Ąchenm├Ą├čig ist sie definitiv die gr├Â├čte von allen und geologisch die j├╝ngste. Dank unerm├╝dlicher Arbeit der auf dieser Insel sehr pr├Ąsenten und von den Einwohnern mit Hochachtung verehrten Feuer- und Vulkang├Âttin Pele w├Ąchst diese Insel auch heutzutage noch weiter. Man sieht zwar ├╝berall riesengro├če Felder mit Vulkangestein, aber Lavasteine nach Hause, geschweige denn au├čerhalb der Insel, mitzunehmen sollte man trotz der gro├čen Versuchung nicht. Pele kann es einfach nicht ausstehen, dass ihr Grund weggetragen wird. Der Legende nach werden Leute, welche dieses „Kapu“ (hawaiianisch f├╝r „Tabu“) missachten, so lange von Ungl├╝ck verfolgt, bis sie die Steine wieder zur├╝ckbringen oder gar zur├╝ckschicken.

Zu unserem Leidwesen war Pele auch gerade vor und w├Ąhrend unseres Besuches dabei, die Inselfl├Ąche Big Islands noch mehr zu vergr├Â├čern. Deswegen war auch ein Besuch im Volcano Park nicht m├Âglich, da aufgrund der Aktivit├Ąt des Vulkans Kilauea, wo Pele ├╝brigens ihren Wohnsitz hat, gro├če Gebiete im S├╝dosten der Insel abgesperrt oder nur f├╝r die Durchfahrt freigegeben waren. Aus dem Fernsehen kennen sicherlich viele die Spalten und Risse, aus denen Lavastr├Âme sich ihren zerst├Ârerischen Weg in Richtung Meer gebahnt haben, doch bei einem Vulkanausbruch setzen auch so manche Erdbeben Kr├Ąfte frei, die H├Ąuser unbewohnbar und ganze Museen unpassierbar machen.

Daf├╝r konnten wir auf dieser Insel einen anderen, gl├╝cklicherweise seit ca. 4.000 Jahren schlafenden Vulkan kennen und lieben lernen – den Mauna Kea. Wir haben schon von Deutschland aus eine gef├╝hrte Tour zum Gipfel dieses Vulkans gebucht und es keine Sekunde lang bereut. Der Mauna Kea ist mit etwa 4.207 m der h├Âchste Berg auf Hawaii. Mitunter kann man ihn aber auch als h├Âchsten Berg der Erde betrachten, denn wenn man seine H├Âhe nicht ab Normalnull, sondern ab dem Fu├č auf dem Meeresgrund bis zum Gipfel misst, kommt man auf ├╝ber 10.000 m! Bei der dreist├╝ndigen Auffahrt im klimatisierten Mercedes-Kleinbus ab Kailua-Kona auf Meeresh├Âhe mussten unsere Reisef├╝hrer insgesamt zwei l├Ąngere Zwischenstopps bis zum Gipfel auf 13,803 feet einlegen, damit wir uns zum einen an die immer d├╝nnere Luft gew├Âhnen und uns zum anderen immer w├Ąrmer anziehen konnten. Warme Parkas und Handschuhe hat man uns zum Gl├╝ck dort ausgegeben – wer f├Ąhrt schon mit einer dicken Winterausr├╝stung in den Urlaub auf Hawaii?

Da die Spitze des Vulkans oberhalb der Wolkengrenze liegt, befinden sich dort auch einige Observatorien und die darin stehenden Teleskope werden zu Forschungszwecken von insgesamt 11 Nationen betrieben. Man betrachtet den Gesamtkomplex als gr├Â├čte Sternwarte der Welt.

Wir konnten nat├╝rlich nicht in die Observatorien hineingehen, denn der F├╝hrer sagte etwas von ca. 50.000 US-Dollar Verlust bei jedem Tag ohne freie Sicht und Forschungen, aber stattdessen haben wir einen unbeschreiblich sch├Ânen Sonnenuntergang auf dem Mauna Kea erleben d├╝rfen!

Die Sonne fiel von oben in eine geschlossene Wolkendecke hinein, doch da sich darin eine relativ gro├če L├╝cke auftat, konnten wir den Sonnenuntergang dieses Tages innerhalb kurzer Zeit sogar zweimal sehen! Und dann dieses Rot am Himmel – einfach unbeschreiblich … hoffentlich geben es wenigstens die Fotos f├╝r euch wieder.

Dass es kurz danach aufgrund der ├äquatorn├Ąhe innerhalb von nur ca. 20 min stockdunkel wird, wussten wir alle, die wir schon so einige Sonnenunterg├Ąnge auf Hawaii erleben durften. Wir haben recht schnell danach den Gipfel in den beiden Tourbussen verlassen und wurden zusammen mit den anderen ca. 20 Touristen unserer Reisegruppe auf ein kleines Plateau etwas unterhalb der Bergspitze gebracht. Dort haben Maka und Ehitu, so die Namen unserer beiden Kleinbusfahrer und Reisef├╝hrer, zwei transportable und computergesteuerte Teleskope aufgebaut, um uns in den n├Ąchsten zwei Stunden einen wolkenfreien und dadurch sternen├╝bers├Ąten Himmel ganz nah zu zeigen und uns nebenbei viel ├╝ber Sternenbilder, Planeten und Galaxien n├Ąherzubringen.

Carsten und ich haben dadurch zum ersten Mal so richtig verinnerlicht, wie man die sichtbaren Planeten unseres Sonnensystems aufgereiht an einer Himmelsachse mit blo├čem Auge erkennt und konnten sogar Venus, Mars, Jupiter und Saturn durch das aufgestellte Teleskop genauer betrachten. F├╝r mich wurde dadurch ein Traum wahr, denn ich habe tats├Ąchlich die Ringe von Saturn in Echt gesehen! Au├čerdem habe ich gelernt, wie ich das Sternzeichen Skorpion am Himmel finde und auch, wie die Lage meines eigenen Sternzeichens, den Sch├╝tzen, zu ermitteln ist. Schade nur, dass man eine solche Pracht inklusive einer prall gef├╝llten Milchstra├če nicht mit einer Standardkamera einfangen und sich immer wieder an diesen Bildern erg├Âtzen kann. Aber ihr k├Ânnt euch sicherlich vorstellen, dass jegliche K├Ąlte schier zur Nebensache wurde.

Aber zur├╝ck zum Irdischen. Auf Big Island haben wir am l├Ąngsten verweilt und da die Insel wirklich gro├č und jede Ecke sehenswert ist, haben wir insgesamt zwei Unterk├╝nfte darauf gebucht: eine im Westen im ├ľrtchen Captain Cook und eine im Osten in der N├Ąhe der Hauptstadt Hilo.

Unsere ersten f├╝nf Tage waren wir im B&B von Svetlana und Lee – ein Traum!

Allein schon die Auffahrt zu dieser Unterkunft w├Ąre eigentlich einen gesonderten Blogeitrag inklusive Actionvideo wert.

Von der Hauptstra├če schl├Ąngelt sich ein unbefestigter, eher als off-road zu bezeichnender Weg mit ca. 1,5 km L├Ąnge und 125 H├Âhenmetern mitten durch riesengro├če Kaffeeplantagen ohne jegliche Z├Ąune und an nur zwei anderen H├Ąusern vorbei. Man f├Ąhrt da schon freiwillig ├Ąu├čerst langsam, zumal man keine weite Sicht nach Vorne hat und jederzeit damit rechnen muss, dass flinke Mungos oder ausgewilderte Schweinefamilien den Weg kreuzen k├Ânnten.

So haben wir auf diesem Abschnitt quasi unsere ersten Offroad-Erfahrungen mit dem kleinen und wendigen Jeep Wrangler (im Gegensatz zu Oahu und Kauai nur ein Zweit├╝rer und somit um einiges k├╝rzer) sammeln k├Ânnen, die wir dann bei den noch folgenden Gel├Ąndefahrten sehr gut anwenden konnten. Diese Zufahrt nahm einem jegliche Angst vor heftigem Hin- und Herwackeln, tiefen Schlagl├Âchern und Neigungen, bei denen man in Deutschland sicherlich Angst um sein Auto gehabt h├Ątte.

Diese Unterkunft k├Ânnen wir auf jeden Fall nur jedem weiterempfehlen! Abgesehen davon, dass Svetlana und ich auch noch eine andere gemeinsame Sprache als Englisch haben, sind die Gastgeber sehr herzlich, fr├╝hst├╝cken immer mit den G├Ąsten mit und teilen dabei nur zu gern ihr Wissen dar├╝ber, was man in dieser Gegend auf jeden Fall sehen und erleben sollte. Das Fr├╝hst├╝ck wird von Svetlana t├Ąglich frisch zubereitet und besteht nur aus nat├╝rlich, hier von der Insel stammenden Zutaten, welche sie oder Lee zuvor auch noch zum gr├Â├čten Teil aus dem eigenen Garten eingesammelt haben.

Generell ist dieses B&B ein hervorragendes Beispiel daf├╝r, dass man ein solches Unternehmen im Einklang mit der Natur f├╝hren kann: das Regenwasser wird gesammelt und zum Duschen und Waschen benutzt, das Essen kommt wie gesagt haupts├Ąchlich aus dem eigenen Garten bzw. von den direkten Nachbarn und die H├╝hner, welche f├╝r die t├Ąglich ben├Âtigten Eier sorgen, d├╝rfen sich tags├╝ber ungehindert im gro├čz├╝gig angelegtem Grundst├╝ck bewegen.

Dieses wiederum beheimatet aus unserer Sicht pure Exotik und uns in der Regel nur aus dem Supermarkt bekannte Erzeugnisse, wie z.B. Macadamia …

… Banane, Surinamkirsche …

… Brotfrucht, Taro, Papaya, Mango, Sternfrucht, Ananas, Lilikoi …

… und noch so vieles mehr.

Die andere Unterkunft lag im Osten der Insel, direkt an den Kulaniapia Falls.

Auch hier f├╝hrte ein sehr langer Weg, diesmal fast 6 km lang, von der Stra├če bis zum Schlafplatz durch riesige Macadamia-Plantagen, allerdings diesmal ├╝ber eine enge, daf├╝r sehr gut ausgebaute Teerstra├če. Wir haben uns f├╝r dieses Ressort vor allen Dingen deshalb entschieden, weil sich dort ein 36 m hoher Wasserfall in eine Art Badestelle ergie├čt, wobei sich beides in direkter N├Ąhe zur Unterkunft befindet. So hat man zum Beispiel schon von der Fr├╝hst├╝cksterrasse einen fantastischen Blick auf die herabst├╝rzenden Wassermassen und das best├Ąndige Rauschen wiegte uns abends immer zuverl├Ąssig in den Schlaf.

Da die ganze Gegend Privatgel├Ąnde ist, hat man beim Baden eben auch keine Massen an Mitbadenden zu erwarten. Das Baden musste allerdings schon morgens beim Personal angek├╝ndigt und die lebensrettenden Hinweise per Unterschrift von allen Schwimmern best├Ątigt werden – Amerika und seine (Haftungs-)Gesetze! Die insgeheim gehegte Erwartung an diesen Ort der Ruhe hat sich am Ende aber mehr als erf├╝llt, denn bei unserem Badegang hat sich au├čer uns nur eine Familie mit erwachsener Tochter dorthin bewegt, aber sie haben sich doch nur kurz ins Wasser getraut. So hatten wir gr├Â├čtenteils die ganze Natursch├Ânheit nur f├╝r uns. Dabei lernten wir unter anderem recht flott, wie die sehr doch die stetigen Str├Âme des Wasserfalls unaufh├Ârlich in Richtung des Abflusses oder an den Uferrand schieben k├Ânnen, sodass ein direktes Schwimmen zum freien Fall selbst fast unm├Âglich war.

Zum Gl├╝ck gab es dort ein Kanu, mit dessen Hilfe und Carstens Armkraft schafften wir es endlich mal, ganz nah an den Wasserfall bzw. direkt unter ihn zu kommen – ein einmaliges Erlebnis!

Das Element Wasser war auf dieser Insel endlich so eine Art von Begleiter, wie wir es uns von Hawaii erhofft hatten. So gibt es auf Big Island unglaublich viele und traumhafte Str├Ąnde.

F├╝r jeden Geschmack ist etwas Passendes dabei, egal ob man lieber Schnorcheln oder nur Baden wollte.

Insbesondere von den Vertretern der hiesigen Tierwelt wurden wir so richtig verw├Âhnt.

Neben den vielen atemberaubenden Schnorchelspots mit ├╝ppigen Korallenb├Ąnken und den vielen bunten Fischen darin …

… waren auch immer mal Schildkr├Âten im Wasser oder am Ufer pr├Ąsent.

Und obwohl wir uns inzwischen schon so sehr an sie gew├Âhnt hatten, entglitt uns doch noch immer wieder ein „Schau da!“ wenn man eine entdeckte.

Alleinig auf dieser Insel haben sich uns zwei andere Tierarten gezeigt, die es ausschlie├člich wohl nur auf Hawaii gibt: Spinnerdelphine und Hawaii-M├Ânchsrobben.

W├Ąhrend wir das Treiben der Delphine nur aus der Ferne vom Ufer aus beobachten konnten und uns trotzdem sehr an den verr├╝ckten Spr├╝ngen des Nachwuchses erfreuten, sahen wir einer der ├╝beraus seltenen M├Ânchsrobben (man sch├Ątzt die weltweite Gesamtpopulation dieser akut vom Aussterben bedrohten Art auf nur ca. 600 bis 1400 Tiere) knapp eine Stunde lang aus n├Ąchster N├Ąhe zu, wie sie sich m├╝hevoll aus dem Wasser auf den Sandstrand ├Ąchzte, w├Ąlzte oder robbte – je nachdem, wie man dieses augenscheinlich Kraft zehrende Bem├╝hen bezeichnen m├Âchte.

Als sie es dann endlich schaffte und sich zum Schlafen legte, kamen zwei junge Frauen vorbei und haben dieses Areal weitr├Ąumig mit F├Ąhnchen und Hinweisschildern abgesteckt, damit auch ja keiner die Ruhephase des Tieres st├Ârt. Wir haben mal eine der M├Ądels gefragt, ob und wie sie gewusst haben, dass die Robbe hier rauskommen wird, aber f├╝r die Hawaiianer ist der Schutz dieser und anderer Tiere nicht nur eine Sache der Ranger. Wenn jemand ein solches Tier in Strandn├Ąhe sieht, ruft man eine offensichtlich sehr bekannte Telefonnummer an und man bekommt sofort die Info, wo sich in unmittelbarer N├Ąhe Schilder und Absperrb├Ąnder zum Abstecken der Umgebung finden lassen. So kann am Ende jeder etwas dazu beitragen, dass sich diese Meeresbewohner am Strand ungest├Ârt erholen k├Ânnen.

Insbesondere f├╝r die einheimischen Schildkr├Âtenarten, M├Ânchsrobben und Spinnerdelfine gibt es rigorose Gesetze, die mitunter Strafzahlungen von bis zu 25.000 US-Dollar vorsehen – allein schon das Ber├╝hren bzw. Streicheln oder Festhalten der Tiere kann zu solchen Geldbu├čen f├╝hren.

Ein anderes Tierchen ist auf dieser Insel zwar ebenfalls allgegenw├Ąrtig, wird von den Einheimischen aber nicht besonders beliebt – der Coqui-Frosch, kurz Coqui. Diese kleinen, nur ca. 2,5 cm gro├čen, braunen Fr├Âsche fangen mit ihrem Quaken an, sobald es dunkel wird, was auf Hawaii demnach schon um 18:30 der Fall ist. Ab da rufen sie so lange nach einer Partnerin, bis sich eine ihrer erbarmt … dies kann mitunter aber auch gut und gern mal die ganze Nacht dauern. Nicht schlimm? Ihr hochfrequentes Quaken (entsprich in etwa ihrem Namen: „Kookii“) erreicht eine Lautst├Ąrke von fast 100 Dezibel … und das eben die ganze Nacht von zig dieser Tierchen.

Da es auf dieser Insel f├╝r sie keine nat├╝rlichen Feinde gibt, haben sie sich diese eingeschleppten Puertoricaner seit den 90ern rasend schnell ├╝ber die gesamte Insel verbreitet und sorgen seit ca. 2005 f├╝r zahlreiche Beschwerden bei Touristen und Einheimischen. Wir hingegen hatten selbst mit ihnen keine Einschlafprobleme, auch nicht im unaufh├Ârlichen Duett mit dem Rauschen des Wasserfalls – Gott sei Dank.

Apropos Str├Ąnde. Auf Big Island gibt es sie gleich in zig verschiedenen Farben.

Die wei├čen, gelben und schwarzen Sandstr├Ąnde kannten wir bereits, aber einer mit gr├╝nem Sand?! Da mussten wir nat├╝rlich hin. Uns wurde schon im Vorfeld berichtet, dass es nicht besonders empfehlenswert ist, den ca. 4,5 km langen Weg zwischen Parkplatz und dem Strand mit dem eigenen Auto zur├╝ckzulegen, denn hier braucht man wahre Off-Road-Kenntnisse und vor allem eine genaue Vorstellung davon, wo es eigentlich lang geht und welche der labyrinthartigen Pistenarme zum unausgeschilderten Ziel f├╝hrt.

Man kann also entweder eine Stunde immer der K├╝ste entlang bei starkem Wind und sengender Sonnenhitze wandern oder sich f├╝r 20 US-Dollar pro Person von dem auf dem Parkplatz wartenden Einheimischen mit ihren T├ťV-untauglichen Pickups in ca. 20 min hinbringen lassen.

Urspr├╝nglich wollten wir sogar wandern, aber es ist ein sehr hei├čer Tag gewesen und Schatten ist auf der gesamten Strecke nicht zu erwarten. Zudem wollten wir nicht zu viel Zeit vertr├Âdeln und daher lie├čen wir uns auf die fremdgesteuerte Abenteuerfahrt ein. Das war „unser“ Zubringer.

Als unser Fahrer genug Passagiere f├╝r seine Kabine und stehend auf der Ladefl├Ąche (!) zusammen hatte, fuhren wir los.

Abenteuer pur! Eine Achterbahn kann dagegen sogar schon etwas blass aussehen!

Unser Fahrer kannte seine Wege, brachte uns gesch├╝ttelt (nicht ger├╝hrt) sicher ans Ziel und wartete geduldig knapp eine Stunde auf unsere Truppe, w├Ąhrend diese sich die weltweite Rarit├Ąt aus n├Ąchster N├Ąhe ansah. Die gr├╝ne Farbe hat der Sand durch das Mineral Olivin erhalten und dass dieses Mineral ausgerechnet hier vorkommt, haben wir – wie kann es anders sein – einem Vulkan zu verdanken.

Der Maunaloa-Schlackenkegel ist sogar jetzt noch ein zuverl├Ąssiger Lieferant von Olivin, welches am Ende nicht nur daf├╝r sorgt, dass der gesamte Strand olivgr├╝n aussieht, sondern auch ein leicht metallisches Glitzern in den Sandk├Ârnern hervorruft. Wenn man den nassen Sand in der Hand h├Ąlt, k├Ânnte man meinen, man h├Ąlt goldhaltige Kristalle in den H├Ąnden und die in jedem befindlichen, rudiment├Ąren Goldgr├Ąbergene rufen zum Herauswaschen auf. Kein Foto kann dieses dezente Glitzern wiedergeben – das muss man einfach mit eigenen Augen gesehen haben!

Kurz vor dem Green Sand Beach kamen wir an einem anderen Punkt auf dieser Insel vorbei, den man unbedingt gesehen haben muss. Am South Point steht man n├Ąmlich am s├╝dlichsten Punkt der gesamten Vereinigten Staaten von Amerika.

Wenn man dort steht, sieht man eigentlich fast nichts anderes als Ozean und Himmel sowie die Wagemutigen, welche von einer Rampe 12 m von den Klippen in die Tiefe springen, um danach eine wenig vertrauenserweckende und kraftraubende H├Ąngeleiter wieder hoch zu klettern.

Damit haben wir dieses Jahr also beide, als s├╝dlichster Punkt der USA bezeichnete Orte gesehen – zum einen im Februar auf Key West in Florida (Festland) und hier nun South Point auf Big Island (absolut).

Ein f├╝r uns immer wieder sehr wichtiges Thema haben wir bislang noch gar nicht erw├Ąhnt: das Essen. Auf Big Island sind wir in den Genuss von vielen hiesigen Sachen gekommen, die wir zuvor so noch nicht probieren konnten. Zum Beispiel Kona-Kaffee, den wir auf unserem Weg zum B&B von Lee und Svetlana sogar beim Wachsen zugucken konnten …

… Wei├če Ananas, die nur auf dieser Insel w├Ąchst und aufgrund des weitaus geringeren S├Ąuregehaltes als in anderen Sorten sehr viel s├╝├čer und angenehmer schmeckt …

… sowie die oben schon erw├Ąhnten Macadamia-N├╝sse, die man sicherlich auch frisch gepfl├╝ckt selber knacken k├Ânnte, wenn die Schale nur nicht so hart w├Ąre. Wir lernten Lilikoi, die hiesige Passionsfrucht, n├Ąher kennen und meine hei├čgeliebten Strawberry Guavas habe ich sogar auf dem R├╝ckweg vom Wasserfall zum Resort eigenh├Ąndig einsammeln k├Ânnen.

Von den Fr├╝chten der Natur mal einen Schwenk zu weiteren ganz besonderen Essenshighlight, die wir einheimischen M├Ądels zu verdanken haben. Wir wollten eigentlich schon lange ein typisches hawaiianisches Gericht namens Laulau (in Bananenbl├Ąttern gegartes Schweinefleisch) probieren, aber es hat nie geklappt, denn entweder war der Laden schon zu oder das Laulau kurz vor uns ausverkauft. Rene und Sharrie haben wir per Zufall im Kulaniapia Ressort kennengelernt, wo sie einen Bekannten besuchten und im typisch amerikanischen Smalltalk erw├Ąhnten wir wohl auch unser Pech mit dieser Spezialit├Ąt. Wir waren am n├Ąchsten Morgen sehr ├╝berrascht, als Sharrie bei unserem Fr├╝hst├╝ck auftauchte und einen von vier Laulau mitbrachte, die sie am Vorabend selbst von den Nachbarn geschenkt bekamen und den einen eben nicht mehr aufessen konnten.

Sie hat auch gleich alles Notwendige mit dem K├╝chenpersonal des Hotels gekl├Ąrt und somit kamen wir endlich in den Genuss dieser absolut leckeren, hawaiianischen Spezialit├Ąt.

Schon beim allerersten Aufeinandertreffen am Vorabend haben uns Rene und Sharrie bei einem anderen Essensexperiment unterst├╝tzt, denn wir erz├Ąhlten ihnen, dass wir auch das auf Hawaii so beliebte Dosenfleisch namens Spam probieren wollten und daf├╝r extra mal eine solche Dose im Supermarkt gekauft haben.

Allerdings waren die beiden Einheimischen sehr ├╝berrascht, dass wir es roh (aus der Dose) essen w├╝rden, denn hierzulande wei├č jeder, dass eine Scheibe Spam angebraten werden muss. Sharrie ├╝berzeugte Carsten, seine Dose aus dem Zimmer zu holen, w├Ąhrend sie den in der offenen K├╝che an einem erstklassigen Mehrg├Ąngemen├╝ werkelnden Koch ├╝berzeugte, nebenbei doch bitte auch unseren Spam anzubraten. Am Ende haben wir den direkten Test zwischen zwei rohen und mehreren gebratenen Scheiben gehabt und m├╝ssen nat├╝rlich wir dem hawaiianischen Volk Recht geben, denn in diesem f├╝r uns au├čergew├Âhnlichen Zustand kann man das bei uns wohl am ehesten mit Fr├╝hst├╝cksfleisch vergleichbaren Schnellimbiss sogar richtig genie├čen.

Mein pers├Ânliches, alkoholisches I-T├╝pfelchen war an diesem Abend noch ein auf Maui hergestellter Ananaswein – fruchtig, leicht und lecker! Damit wusste ich schon, was ich auf der n├Ąchsten Insel gerne wieder trinken w├╝rde, auch wenn es den Einheimischen eher nach franz├Âsischen, spanischen und italienischen Weinen gel├╝stet. Das war in dem Glas neben den Strawberry Guavas    standard

Ich k├Ânnte noch seitenweise so weitermachen! Aber wirklich alle Dinge aufzuz├Ąhlen, die wir allein auf dieser Insel gesehen haben und erleben durften, w├╝rde den Rahmen eines Blogeintrags noch mehr sprengen, als es ohnehin schon bis hier der Fall ist. Deshalb kann ich leider weder auf das St├Ądtchen Hilo …

… noch auf die Vulkanlandschaft Kahuku Unit als ein besuchbarer Ableger des Volcanoes Nationalpark …

… auf mehrere Panoramastra├čen entlang der K├╝ste …

… auf diverse Wasserf├Ąlle …

… oder auf die von uns besuchten, zahlreichen Str├Ąnde n├Ąher eingehen …

Sehenswert war aber alles davon!



2018 02.
Dez

In den letzten Tagen und Wochen war ich erneut in so viele Sachen eingebunden, dass ich hiermit eine kleine Verschnaufpause suche, um alles in Ruhe mal Revue passieren zu lassen.

Die Wetterkapriolen mit t├Ąglich ver├Ąndernden Temperaturen haben leider einen sehr schlechten Einfluss auf mein Immunsystem gehabt. Ich musste eine reichliche Woche mit einer Bronchitis leben und eifrig gegen diese mit allen verf├╝gbaren Mitteln wie Schlaf, Kr├Ąutertee mit Honig, Inhalieren & Co ank├Ąmpfen. Seit geraumer Zeit kann ich aber stolz berichten, dass ich aus diesem Gefecht als stolze Gewinnerin hervorgegangen bin … mehr wird jetzt auch nicht mehr gejammert.

Wie ich schon schrieb,  es war erneut reichlich los in meinem Leben. Neben der Arbeit habe ich nach wie vor donnerstags einige erwachsene und zum Teil schon pensionierte Lernwillige in der VHS vor mir sitzen, die ich in die Geheimnisse der russischen Sprache einweihen darf. Ich bin, wie es sich nun mal f├╝r eine vorbildliche Lehrerin geh├Ârt, so gut wie immer als erste da und genie├če dann noch ein wenig die Ruhe vor dem Sturm    standard

Aber man hat ja zum Gl├╝ck nicht nur die Arbeit im Kopf, egal wie viel Spa├č sie auch macht    zwinker    deshalb ab hier meine kleinen, als Update gedachten Geschichten aus der Freizeit:

Ines und Torsten haben Carsten zum Geburtstag ein gemeinsames Bowling-Event geschenkt – dieses wurde nun im November eingel├Âst:

Und wie es so ist, in jeder Gruppe muss es einen geben, der konsequent den letzten Platz belegt – ich habe diese Rolle wie so oft beim Bowlen ziemlich schnell an mich gerissen. Doch meinem Spa├č mit einer Kugel und 10 Pinnen samt netten Menschen um einen herum tat es dennoch keinen Abbruch:

Zum Gl├╝ck war Ines punktetechnisch stets ziemlich in meiner N├Ąhe, wenn auch immer recht knapp vor mir. Die Zeit dazwischen konnten wie vier nutzen, um ausgiebig von Angesicht zu Angesicht zu quatschen und hin und wieder wieder einen Ausflug zum mit inbegriffenen Brunchbuffet zu unternehmen. Zudem gaben wir uns stets der ein oder anderen Fotopose oder Bl├Âdelei („Strikemaker“ – pah ! Nicht mit mir !!!) hin:

Da der deutsche November in diesem Jahr ├╝berraschend warm und sehr h├Ąufig sonnig war, konnten wir nach dem Spiel noch locker und vergn├╝gt im Freien spazieren und genossen die kr├Ąftigen Herbstfarben:

Zudem war der Tag perfekt f├╝r einen Besuch in einem nicht weit entfernten Eiscaf├ę, wo ich zu meinem Eisbecher auch gleich mal meinen ersten Gl├╝hwein der Saison bestellte – man muss ja der Jahreszeit dennoch irgendwie Tribut zollen    zwinker

Apropos Wein. Am 20. November verbrachte ich wie so oft, einen Abend in der „ver├Ąnderbar“ in der Neustadt, um den Geschichten der Phrase4-Autoren zu lauschen. Diesmal habe ich als einzige aus dem gesamten Publikum die gesuchte Phrase in einer der Storys wiedererkannt. Niemand, eigentlich auch ich erst nach einigem Gr├╝beln, haben damit gerechnet, dass die gesuchte Phrase des Abends („nur kurze Sprints“) bereits in der allerersten Geschichte, geschrieben und gelesen von Henning H. Wenzel, vorkommen wird. Deshalb habe ich sogar erst bis zum letzten Wort der Story gewartet und anschlie├čend ganz brav wie in der Schule meine Hand hochgehoben, um zu fragen, ob ich richtig geh├Ârt habe. Habe ich in der Tat und somit durfte ich eine der beiden Flaschen mit nach Hause nehmen und mir gleich auch noch eine neue Phrase f├╝r das n├Ąchste Mal ausdenken:

Mal sehen, wer diese w├Ąhrend der Januarlesung aus einer der 8 Kurzgeschichten heraush├Ârt    standard

Am Wochenende vor meinem Geburtstag kam Stephanie zu uns zu Besuch. Da man als Student und vor allem nicht f├╝r sich allein den Aufwand betreibt, einen Braten zu machen, gab es diesen auf Wunsch einer einzelnen Dame eben am Sonntag bei den Eltern – nat├╝rlich mit allem, was dazugeh├Ârt:

F├╝r das Geburtsgasessen am Montag entschieden wir uns allerdings zur Ausw├Ąrtsvariante und wir nahmen das AYCE-Rippchen-Angebot im „Rauschenbach Deli“ gern als Anlass, dort (nur) zu dritt anzurauschen:

Eine famili├Ąre Vollzusammenkunft klappt eben nicht immer – vor allem nicht, wenn eines der Kinder aus dem nahen Chemnitz vor Kurzem ins bergige Ausland gezogen ist. Andrea kommt somit erst n├Ąchstes Wochenende nach Sachsen und wir werden ein klein wenig nachfeiern.

Mitte Oktober hatte ich ja bereits geschrieben, dass meine Kinder mir ihr Geschenk schon „verraten“ haben. Ich erhielt eine Patenschaft ├╝ber (m)ein Tief, welches nach mir benannt wurde. Jetzt, zum Geburtstag, bekam ich zusammen mit anderen netten Sachen noch die gesamte Lebensgeschichte dieses Tiefs nachgereicht. Daraus entnehme ich, dass ich mich bei den Briten, Schotten und Norwegern aufrichtig f├╝r das Benehmen meines Patenkindes entschuldigen muss, denn dort sorgte das Tief f├╝r viel Regen und einen heftigen Sturm, w├Ąhrend wir uns in Deutschland zeitgleich der W├Ąrme des Hochs Viktor vergn├╝gen konnten. Wer Interesse hat, kann mich gerne kontaktieren und ich lasse ihm die Biografie per Internet zukommen.

Ja, der 26.11. wurde mal wieder f├Ąllig und ich bin somit erneut um ein Jahr ├Ąlter. Doch ich war wieder sehr ger├╝hrt und ├╝berrascht, wie viele Menschen an meinen Geburtstag gedacht haben und mir gratulierten. Die Geschenke waren sowohl im ├╝bertragenen als auch im direkten Sinne einfach b├Ąrig!

Ein ganz herzliches Dankesch├Ân nochmals an alle, die mich in dieser Woche angerufen haben, vorbeigekommen sind, mir ganz klassische Post geschickt haben und nat├╝rlich alle Mittel der modernen Kommunikation nutzten, um mir Gesundheit und viel Gutes f├╝r das n├Ąchste Lebensjahr zu w├╝nschen – ihr seid einfach klasse!

Meine diesj├Ąhrige Adventszeit begann ein paar Tage vorher mit einem ├ťberraschungspaket aus ├ľsterreich – Andrea hat es geschickt:

Der Inhalt sind 24 kleine Pappboxen mit diversen Kleinigkeiten meiner Gro├čen. Ich bin echt gespannt, was sie sich so alles ausgedacht hat. Am ersten Dezember gab es Schokob├Ąrchen und einen „Women’s Energy“-Tee. Heute durfte ich eine kleine Aufgabe l├Âsen: etwas Lustiges im Internet oder drau├čen suchen und das mit meiner Familie teilen. Ich habe mich daf├╝r entschieden:

… das Bild habe ich gestern in der Neustadt gemacht.

Carsten und ich waren Freitag und Samstag viel unterwegs, um Jesus unser sch├Ânes Dresden zu zeigen und gleich auch mal ├╝ber die vielen Weihnachtsm├Ąrkte zu tingeln. Diesen Gast aus Miami haben wir im Februar w├Ąhrend unseres Urlaubs in Florida ├╝ber die Couchsurfing-Plattform kennengelernt. Er stammt urspr├╝nglich aus Venezuela und sein Name, welcher in Gegenden mit spanischem Einfluss keinesfalls so exotisch wirkt wie bei uns in Deutschland, wird „Chessuss“ ausgesprochen – wir konnten ihn also sehr unauff├Ąllig bei unseren Rundg├Ąngen rufen bzw. ansprechen, ohne gleich ├Ąu├čerst ungl├Ąubige Blicke auf uns zu ziehen. Derzeit wohnt und arbeitet er in Frankfurt und nutzte somit die Gelegenheit, um einmal nach Dresden zu kommen, sich die Stadt anzusehen und ├╝ber die diversen Weihnachtsm├Ąrkte zu schlendern.

Wer z.B. mal den Zwinger ganz f├╝r sich allein, ohne alle anderen Touristen haben m├Âchte, muss wohl an einem Freitagmittag dorthin gehen … idealerweise vielleicht im November    standard

Wir haben an den beiden letzten Tagen den Striezelmarkt, das Stallh├Âfische Adventsspektakel, den Advent auf den Neumarkt, den Augustusmarkt und den Winterzauber in der M├╝nzgasse besucht, konnten dabei einiges essen und trinken und uns fr├Âhlich in das vorweihnachtliche Gewusel st├╝rzen:

An beiden Abenden rollten wir erst nach 20 Uhr tiefgek├╝hlt, aber durch und durch satt zur├╝ck ins Apartamento OLCA, wo dann noch die ein oder andere Kleinigkeit aufgetischt wurde: Cognac und Wodka sowie Christstollen, Obst, Kaviar und Schokolade.

Heute fr├╝h (sehr fr├╝h: 6:30 Uhr !!!) ist unser Gast aber schon wieder nach Frankfurt zur├╝ckgeflogen. Wir g├Ânnen uns dann an diesem Sonntag eine kleine Pause zu Hause und widmen uns eifrig der To-Do-Liste, denn morgen nach der Arbeit treffe ich mich mit ehemaligen Kollegen auf dem Striezelmarkt und Carsten geht am Dienstagabend mit seinen Abteilungskollegen wie jedes Jahr zum Jahresabschlussbowling. Und weitere Weihnachtsmarkttreffen sind in unserem Kalender ebenfalls reichlich vertreten, d.h. auch der Dezember verspricht, sehr ereignisreich zu werden.



2018 11.
Nov

Unsere n├Ąchste Insel ist Kauai und wer „Lilo & Stitch“ (eines unserer Familienfilme) sehr aufmerksam angeschaut hat, wei├č, dass es genau die Insel ist, auf welcher der kleine Au├čerirdische per Zufall landete. Nun landeten auch wir trotz der Wetterkapriolen des inzwischen auf einen tropischen Sturm herabgestuften Hurrikan Lane ebenfalls hier.

Kauai wird „Garden Island“ genannt und dies ist absolut gerechtfertigt, denn dort geht es der Pflanzenwelt wirklich gut – an Feuchtigkeit mangelt es jedenfalls nicht. Da diese aber eben vor T├╝ren und Fenstern nicht Halt macht, sind solche Bedingungen aber leider auch ├Ąu├čerst feindselig f├╝r B├╝cher, Fotos und Holzprodukte. Deshalb gibt es hier neben Klimaanlagen eben auch etwas im Gro├čformat f├╝r den Kleiderschrank, was wir in Deutschland oft nur beim Neukauf von elektronischen Ger├Ąten in kleinen S├Ąckchen finden und eigentlich sogleich wegwerfen … bei uns nennt man es Silicagel. Ohne solche Luftentfeuchter w├Ąren frische Klamotten im Regal grunds├Ątzlich klamm und muffig. Hier mal in Gro├čaufnahme ein solcher Beutel mit nur noch wenig Kristallgel (unten) und schon viel eingefangenem Wasser:

W├Ąhrend unserer Urlaubswoche haben wir eben auch gelernt, wie es sich anf├╝hlt, wenn es den ganzen Tag einen tropischer Regen gibt und wie stark dann neben des kr├Ąftigen Windes auch die zahlreiche Regentropfen auf den breiten Bl├Ąttern von Bananen, Papaya und anderen tropischen Gew├Ąchsen herabtrommeln.

Zudem haben wir jeden Tag sehen k├Ânnen, wie sich aufgrund der t├Ąglichen Regenf├Ąlle die Opakeaa-Wasserf├Ąlle ver├Ąndert haben.

Leider hat das Wetter unsere in Deutschland vorbereiteten Pl├Ąne zum Wandern, Baden und Schnorcheln total zunichte gemacht.

Besonders deshalb ist Kauai f├╝r uns die entspannteste aller Inseln auf unserer Reise geworden. Wir haben sogar Zeit gefunden, uns beim US- Netflix die ersten Folgen von „Hawaii-5-0“ anzusehen und hatten zudem beim Schwatzen ├╝ber dies und jenes mit unserer B&B-Gastfamilie ganz viel Spa├č. Schlie├člich nahm der Regen am Ende nat├╝rlich auch erheblichen Einfluss auf den allgemeinen Tagesablauf von Darcy, Tim und ihren drei Kindern plus zwei Minidackeln – vieles wurde abgesagt und kurzerhand ins Haus verlegt.

Diese westlichste der gro├čen Hawaii-Inseln und hat lediglich knapp 66.000 Einwohner. An der Lage ist zudem zu erkennen, dass sie geologisch betrachtet auch die ├älteste ist. W├Ąhrend unseres Aufenthaltes haben wir das nat├╝rlich genauer erkl├Ąrt bekommen: die letzte Insel im Osten ist Big Island (stellen wir in Wort und Bild im dritten Teil des Reiseberichts genauer vor) und sie ist aus vulkanischer Sicht das Epizentrum, da nur hier noch Austritt von Lava und Magma stattfindet. Die gesamte Inselgruppe Hawaiis inklusive der unz├Ąhligen Atolle driftet zudem kontinuierlich gen Westen. Verl├Ąsst eine Landmasse so also den unterirdischen „├ťberlauf“ und hat gen├╝gend Zeit sich zu entfernen, entsteht dadurch wiederum eine eigenst├Ąndige Insel – von Ost nach West, also von Heute in die Vergangenheit, formierten sich demzufolge Big Island (vulkanisch als einziges noch aktiv), Maui (plus Kaholawe, Lanai & Molokai), Oahu und Kauai (plus Puuwai). Wind, Wasser und Wetter nagen allerdings seit Jahrmillionen kontinuierlich an dem, was sich ├╝ber der Wasseroberfl├Ąche befindet und deshalb ist alles westlich von Kauai nicht mehr als Insel zu erkennen, sondern nur noch als Atoll. Dieses Bild von Google-Earth zeigt es noch einmal sehr anschaulich:

Genug der Lehrstunde, zur├╝ck zu unseren pers├Ânlichen Eindr├╝cken. Ein Wahrzeichen von Kauai sind zweifelsohne die zahlreich auf der Insel vorkommenden H├╝hner und schon bei unserer Ankunft haben wir sie nahezu auf jeder Stra├če gesehen. Ich dachte zuerst, es w├Ąre ein wenig wie in der Ukraine: Tags├╝ber sind die H├╝hner allein unterwegs und abends kommen sie wieder zur├╝ck nach Hause. Aber dann haben wir von Tim gelernt, dass sie wirklich freilebend bzw. wild sind. Ihre Vorfahren wurden einst auf der Insel f├╝r illegale aber sehr beliebte Hahnenk├Ąmpfe gez├╝chtet, doch 1992 fegte Hurrikan Iniki ├╝ber das Land. Dabei gingen die meisten Stallungen kaputt, sodass die H├╝hner in eine ungewohnte Freiheit entlassen wurden, die sie anscheinend bis heute sichtlich genie├čen. Da sie sich von allem m├Âglichen Zeugs auf den Stra├čen ern├Ąhren, was sich nat├╝rlich letztendlich auch auf ihren Fleischgeschmack auswirkt, und sie auch sonst wohl sehr z├Ąh sind, lohnt es sich nicht, diese als Mahlzeit zu betrachten. Tims vorgeschlagenes Kochrezept f├╝r das hiesige Federvieh: In einem Topf stellt man ein Huhn zum Kochen auf den Herd und in einem anderen Topf zehn Lavasteine. Wenn die Lavasteine dann mal weich geworden sind, ist auch das Huhn fertig    standard

Jetzt ein paar Impressionen von dem, was wir sonst noch so auf der Insel entdeckt haben.

Regenbogen-Eukalyptusb├Ąume haben zwar keine Regenbogenfarben a la Einh├Ârner zu bieten, die mehrfarbige Rinde ist aber auch mit Grau-Braun-Orange-Gr├╝n-Beige ein herrlicher und beeindruckender Anblick!

Die Landschaft im Waimea Canyon hat bei uns sofort Erinnerungen an unseren Ausflug in das Outback von Australien erinnert: rote Erde und blauer Himmel.

Dazu gab es Berge und T├Ąler in der Ferne, soweit das Auge reicht.

Im Kokee State Park haben wir laut Schild eines der nassesten Aussichtspunkte der Erde erreicht. Ich f├╝r meinen Teil kann diese Stelle nun als den absoluten Gewinner meiner pers├Ânlichen N├Ąssehighlights f├╝hren, denn die Luft war mit Wasser durchtr├Ąnkt, es tropfte kontinuierlich vom Himmel und als Aussicht hat man nur eine dichte Hexensuppe genie├čen k├Ânnen.

Wir haben nat├╝rlich auch das kleine St├Ądtchen Hanapepe besucht, welche die Macher von „Lilo & Stich“ inspirierte. Leider waren die L├Ąden im Zentrum alle geschlossen und wegen der ├ťberschwemmungsgefahr mit Sands├Ącken abgedichtet bzw. wegen des vermuteten Hurrikans gr├Â├čtenteils noch verbarrikadiert.

Im Dauerregen haben wir allerdings noch die L├Ąden eines anderen auf der Insel bekannten St├Ądtchen besuchen k├Ânnen, bevor es dann am n├Ąchsten Tag vollkommen ├╝berschwemmt und aufgrund eines Br├╝ckenschadens komplett von der Au├čenwelt abgeschnitten wurde.

Wir kauften in Hanalei noch ohne Probleme das eine oder andere Schmuckst├╝ck ein und nur 24 Stunden sp├Ąter stand das von den Bergen kommende und schlammgeschw├Ąngerte Wasser bis zu den D├Ąchern der einst├Âckigen Holzh├Ąuser. So haben wir das zumindest in den Nachrichten gesehen, denn wie geschrieben, die Zufahrtsstra├čen waren fortan f├╝r jeglichen Verkehr gesperrt:

Eine absolute ├ťberraschung f├╝r mich war es, hier die sp├Ąrlichen ├ťberreste eines russischen (!) Forts Elisabeth aus dem Jahre 1815 zu entdecken.

Damals gab es hier eine russisch-amerikanische Kompanie, welche sich um die Sicherheit der Schiffe beider Staaten k├╝mmerte, die auf dem Pazifischen Ozean zwischen dem amerikanischen Nordwesten und Asien unterwegs waren. Die zu der Zeit noch nicht der USA angeh├Ârigen Hawaiianer haben das allerdings nicht f├╝r sehr gut befunden und die Russen bereits 1817 aufgefordert, die Insel wieder zu verlassen. Diese Stelle liegt ├╝brigens auch an der Einm├╝ndung des Flusses Waimea, wo Captain James Cook 1778 mit seinem Schiff anlegte.

Wir haben trotz Regen nat├╝rlich immer wieder die Chance genutzt, um rauszugehen bzw. zu fahren – allein auf der 60*45 km gro├čen Insel Kauai legten wir in 6 Tagen insgesamt 617 km zur├╝ck. Wir guckten den Surfern bei ihren Ausritten zu …

… gingen am Strand spazieren…

… unternahmen z.B. eine kleine Wanderung zur Makauwahi Cave …

… und entdeckten dabei eine alte, verlassene Zuckerfabrik. Wie schnell doch unter den hier vorherrschenden klimatischen Bedingungen die Natur wieder Geb├Ąude und zur├╝ckgelassene Maschinen aller Art f├╝r sich zur├╝ckgewinnen kann:

Wir haben auch hier recht schnell gelernt, dass der Begriff „Fish Market“ keine gro├če Markthalle mit frisch gefangenem Fischen bedeuten muss. In Koloa ist ein Laden mit solchem Namen winzig klein (vergleichbar mit einem Tante Emma-Laden oder Schnellimbiss), aber das dort verkaufte Poke schmeckt einfach gro├čartig.

Apropos Essen. Ich habe jeden Morgen zum Fr├╝hst├╝ck frisches Obst und rosafarbenes Guava Bread mit diversen Fruchtaufstrichen gegessen. Das Brot schmeckte zwar nicht so sehr nach der mir bekannten Frucht, aber die Farbe war einfach genial! Dank der von Darcy und Keahna, die ├Ąlteste Tochter der Familie, jeden Tag hervorragend vorbereiteten Obstplatten bin ich zudem schnell auf den Geschmack der einheimischen Fr├╝chte gekommen, wie z.B. Ananas, Papaya, Mango und dortigen kleinen Bananen. Die Papaya hat Darcy direkt vom Baum hinter ihrem Haus geerntet – frischer konnte es also nicht sein!

Ich habe auf Kauai auch wieder mal ein Hawaiian Shave Ice probiert. Diese, auf den Hawaii-Inseln und mittlerweile sogar schon in den USA sehr verbreitete Leckspezialit├Ąt, ist eigentlich nur ein ganz normales Wassereis, welches dann je nach Wunsch mit diversen Sirups durchtr├Ąnkt wird. Der Name kommt daher, dass man in eine Shave-Maschine einen gew├Âhnlichen Eisblock einlegt und durch Drehen des gesamten Blocks um die eigene Achse wird an einem Messer das Eis f├╝r den Becher abrasiert:

Die kurze Woche war schneller vorbei als wir dachten und da stand auch schon der Flug auf die n├Ąchste Insel an – diesmal sogar ganz und gar ohne Sturm und Zwischenf├Ąlle.



2018 29.
Jul

In meinem Leben passieren so viele sch├Âne Dinge und so viele wundervolle Begegnungen, dass ich euch jetzt einfach mal ein wenig davon erz├Ąhlen muss    standard

Schon am Anfang des Monats, n├Ąmlich am 3. Juli, haben Carsten und ich uns mit Sabine und ihren bezaubernden T├Âchtern Kaitlyn und Emily, welche w├Ąhrend ihres Deutschland/Prag-Roadtrips einen Nachmittag f├╝r Dresden eingeplant haben, getroffen. Ich kenne Sabine ├╝ber das Internet wohl schon seit ├╝ber 18 Jahren und wir haben uns damals nicht nur Emails, sondern auch ganz klassische Briefe auf Papier mit ausgedruckten Fotos geschrieben. Das jetzige war allerdings unser erstes Treffen in Persona! Und ich fand das echt sch├Ân! Carsten hat bereitwillig die Rolle des Stadtf├╝hrers ├╝bernommen und pr├Ąsentierte unseren G├Ąsten aus den USA aus meiner Sicht die sch├Ânen Seiten von Dresden hervorragend.

Nachdem wir die wichtigsten Punkte unserer Altstadt gezeigt haben und uns zur Belohnung eine ordentliche Portion Eis an diesem warmen Tag g├Ânnten, gab es nat├╝rlich auch noch ein Erinnerungsfoto mit uns allen:

Dieses Bild hat jetzt seinen Ehrenplatz auf unserer Wall of Visitors gefunden. Wir hoffen, dass wir die drei, vielleicht dann sogar noch mit ihrem vierten, m├Ąnnlichen Familienmitglied a.k.a Ehemann und Papa, nochmals in Dresden oder gar ganz woanders treffen k├Ânnen. Der Mann des Hauses musste leider arbeiten und konnte die M├Ądels bei ihrem gesamten Roadtrip nicht begleiten. Aber unter uns: ein Wiederkommen lohnt sich auf jeden Fall, denn wir haben bei Weitem noch nicht alles gezeigt, was unsere sch├Âne Stadt so zu bieten hat.

Schwenk zum n├Ąchsten Treffen:
Als Kerstin, unsere langj├Ąhrige Freundin, ihren Geburtstag in Mai feierte, schenkten wir ihr einen Gutschein f├╝r einen gemeinsamen Wandertag – organisiert und durchgef├╝hrt durch uns. Das Geschenk wurde von ihr am 7. Juli  eingel├Âst. Wir haben uns gemeinsam auf einen 20 km langen Rundwanderweg vom Dresdner Stadteil Lockwitz ├╝ber die Burgst├Ądtler Linde nach Kreischa und ├╝ber die Babisnauer Pappel zur├╝ck nach Lockwitz verst├Ąndigt. Das Wetter war uns hold und wir hatten unterwegs eine wunderbare Sicht, hin und wieder etwas Wegesrandproviant in Form von S├╝├čkirschen, Brombeeren, kleinen (noch nicht ganz reifen) Birnen und Mirabellen sowie dazu noch einen Himmel mit herrlich anzusehenden Wolkenformationen:

Au├čerdem haben ich mich unterwegs noch mit einer Ziege angefreundet. Als Andrea das Bild von unserer Bekanntschaft gesehen hat, meinte sie: „Die Ziege hat sich bestimmt ├╝ber diese riesige, laufende Karotte gefreut.“ … gemeint ist nat├╝rlich die Farbe des T-Shirts    standard

Ein weiterer Begleiter eines anderen Wegabschnitts hat Carsten und mich als seine Ballwurfmaschinen sehr ins Herz geschlossen – ich war f├╝r die Kurzsprints und Carsten f├╝r die Langstrecken zust├Ąndig.

Und das hat er auch wirklich immer f├╝r sich entschieden, denn wenn er weit rennen wollte, brachte er seinen Tennisball zu Carsten und wenn er dabei zu sehr au├čer Puste geriet, trug er sein Spielzeug zu mir. Ich kann eben nicht so weit werfen wie mein Mann     zwinker

├ťbrigens, unterwegs habe ich entdeckt, wie man die hei├čgeliebten Teddyb├Ąren der Welt offline pr├Ąsentieren kann:

In diesem H├Ąuschen waren alle Doppelfenster inklusive 20 cm breiter, innenliegender Fensterbank des Erdgeschosses mit viel „b├Ąrigem Leben“ gef├╝llt – ich fand das klasse!

Treffen Nummer 3:
Da ich auf Arbeit zwei Kolleginnen – Kathrin und Lisa –  einmal in der Woche nach Feierabend helfe, ihre etwas versch├╝tteten Russisch-Kenntnisse wieder auszugraben und aufzupolieren, war es nat├╝rlich nur logisch, dass sie auch mal die russische K├╝che richtig kennen lernen sollten. Mein Vorschlag, an einem Dienstagabend ins Restaurant „Odessa“ zu gehen, wurde dabei dankbar aufgenommen. Trotz eines vorherigen Regenschauers setzten wir uns in das G├Ąrtchen im Innenhof des Restaurants, denn das aufgespannte Segel ├╝ber der Terrasse versprach einen zuverl├Ąssigen Schutz bei einer etwaigen Wiederkehr von Regentropfen. Die Kollegen im Restaurant waren wie immer klasse: Das Essen schmeckte k├Âstlich, der Service war stets zu Stelle, wenn man ihn sich gew├╝nscht hat, aber dennoch nicht aufdringlich – alles perfekt f├╝r einen gem├╝tlichen Abend. Dazu hatten meine Sch├╝lerinnen eine tolle M├Âglichkeit, ihr Russisch gleich anzuwenden und das auch sehr erfolgreich! Nach dem Essen machten wir noch einen kleinen Spaziergang und ich zeigte meine absolute Lieblingsstelle in Dresden: das Nymphenbad im Zwinger. Beides war an diesem Dienstagabend nahezu menschenleer – eine ganz bezaubernde Atmosph├Ąre!

Ich glaube, auch Lisa ist diesem Zauber verfallen    standard

Auf zum n├Ąchsten Treffen:
Da wir schon ├╝ber Arbeit gesprochen haben    standard    Carus Vital, das Gesundheitszentrum unseres Arbeitgebers, ├╝ber welches ich schon paar mal geschrieben habe, bietet nicht nur sportliche Veranstaltungen, sondern auch Kochkurse an. Vor einigen Tagen gab es dann den Kurs „Vegetarisches Grillen“. Ich hatte mich leider etwas zu sp├Ąt angemeldet und stand lange Zeit auf der Warteliste, aber gl├╝cklicherweise wurde noch ein Pl├Ątzel frei und ich konnte nachrutschen    standard    Carsten hat beim Wort „vegetarisch“ lieber gleich beschlossen, dass ich ohne ihn teilnehmen kann    zwinker
Diese Veranstaltung wurde netterweise von „meiner“ Julia vorbereitet und durchgef├╝hrt. Das Grillgut in Form von eingelegtem Hirtenk├Ąse und ebenfalls eingelegtem Zucchini-Champignon-Gem├╝se hat sie eigenh├Ąndig schon vorbereitet gehabt. Solange das Grillgut nun vor sich hinbrutzelte, machten die Kursteilnehmer sich daran, nach ausgegebenen Rezepten die passenden Beilagen zuzubereiten.

Von links nach rechts: Sommernudelsalat, Tomaten-Hirtenk├Ąseaufstrich, Tzaziki, Pesto, Linsensalat und gegrillte Kartoffeln, die mit dem Pesto gegessen werden sollten. Es war alles sehr, sehr lecker geworden … dass wir dabei mit jeder Menge Knoblauch gearbeitet haben, hat unsere Umgebung auch noch am n├Ąchsten Tag sicherlich deutlich wahrgenommen    standard

Nun zu unserem Hausgast:
Das Essensthema bringt mich auf das n├Ąchste Highlight: Wir haben seit ├╝ber einer Woche jemanden, den ich zum Anbei├čen s├╝├č finde, zur Pflege in unserer Wohnung aufgenommen:

Es ist der Dsungarische Zwerghamster namens Egon von Andrea. Sie ist aktuell viel unterwegs (Umzugsplanungen nach ├ľsterreich & Kurzurlaub mit ihrer Schwester) und ihr Kumpel, welcher sonst die Tagespflege dieses kleinen Knuffels ├╝bernommen hat, ist derzeit selbst im Urlaub. So hat sie ihren kleinen Mitbewohner aus Chemnitz zu uns gebracht. Ich denke, wir haben uns zu dritt inzwischen richtig gut eingelebt    standard

Er darf bei uns noch eine weitere Woche bleiben, danach bringen wir ihn wieder zur├╝ck. Dort hat er auch ein wesentlich gr├Â├čeres Gehege als bei uns.

├ťberleitung zum n├Ąchsten Thema:
Einen gro├čen Auslauf im Freien hatten Carsten und ich am Samstag vor einer Woche. Wir waren erneut mit Teilnehmerninnen eines ehemaligen VHS-Russisch-Kurses von mir wandern, diesmal ├╝berwiegend am Grenzflu├č Kirnitzsch entlang. Aber die unverwechselbaren Formationen des Elbsandsteingebirges durften nat├╝rlich nicht fehlen, zumal man dort an einem hei├čen Tag ein ganz besonders sch├Ânes und schattiges Pl├Ątzchen zum Sitzen finden konnte    zwinker

Solche, zwischen Felsw├Ąnden eingeklemmte Steinbrocken finde ich immer wieder beeindruckend …

… ich versuche allerdings an solchen Stellen immer sehr schnell durch zu laufen, denn man wei├č ja nie, wann dieser Halt mal br├Âckelt    zwinker

Entlang eines recht langen Abschnitts des Wanderwegs wuchsen richtig gro├čen Farne – ich f├╝hlte mich ein wenig wie im Urwald von Jurassic Park    zwinker

Das Wasser der Kirnitzsch war kristallklar, wie diese Spiegelung und Durchl├Ąssigkeit am oberen Bildrand eindrucksvoll zeigt:

Das Gr├╝n der Wasserpflanzen wirkte auf mich sehr m├Ąrchenhaft – insbesondere, wenn sie im flie├čenden Wasserverlauf immer sanft hin- und herwiegten:

Es war so unglaublich ruhig dort! Nat├╝rlich konnte ich der Versuchung, meine F├╝├če von Wanderschuhen zu befreien und die Zehen in das Wasser einzutauchen, nicht widerstehen. Ein Beweisfoto gibt es in meiner „F├╝├če-im-Wasser„-Galerie    standard

Sp├Ąter, auf der Oberen Schleuse g├Ânnten wir uns eine Kahnfahrt – die von der Wanderung erm├╝deten F├╝├če waren uns wirklich sehr dankbar. Bei so einer Fahrt erinnert man sich wieder, dass man nicht immer schnell von A nach B kommen muss, es geht auch langsam und entspannt.

Als wir an der unteren Staumauer gestartet sind, lag die Wassertiefe noch bei 4 m. An der weiter oben liegenden Bootsstation ist es ganz offensichtlich wesentlich flacher geworden.

Die Kirnitzsch ist schon sein Jahrhunderten ein Grenzflu├č zwischen Tschechien und Deutschland. Doch die Namen der L├Ąnder ├Ąnderten sich im Laufe der Jahre und manche Zeichen sind nur leicht etwas angepasst worden. Achtet einfach auf den Hintergrund vom Buchstaben „D“:

Hier kann man noch deutlich die DDR-Vergangenheit erkennen und auf tschechischer Seite zeigte auf manchem Grenzstein das L├Ąnderk├╝rzel ─îS noch die damalige Abk├╝rzung der Tschechoslowakei.

Den Abend durften wir wieder mal im Garten von Kerstin und Lothar beim Grillen und einem Feuerchen ausklingen lassen:

Es war ein wunder-wundersch├Âner Sommertag!

Einen habe ich noch !
Auch Sommerabende k├Ânnen mal nach drau├čen locken und so folgte ich Annas Vorschlag, mal beim Palais-Sommer zu einem Konzert zu gehen. Letzten Dienstagabend, ich habe noch Kathrin mit dazu eingeladen, lauschen wir zu dritt den hervorragend gespielten Jazzkl├Ąngen der Klazz Brothers:

Die Jungs haben mit einer Pause ganze zwei Stunden lang gespielt und es war wirklich klasse! Als der Auftritt zu Ende war, strahlte man das Geb├Ąude vom Japanischen Palais, welches einige Museen beherbergt, noch mit einem Bild von einem bekannten Maler an. Erkennt ihr es?

Es ist ein Bild von Paul Gauguin: „Zwei Frauen auf Tahiti“. Ich gebe zu, den K├╝nstler habe ich sofort erkannt, aber um zu wissen, wie genau dieses Bild hei├čt, musste ich recherchieren    standard

Oh, es ist ein ziemlich langer Beitrag geworden, aber es sind einfach zu viele zu sch├Âne Erlebnisse passiert, welche ich mit euch hier schon seit langer Zeit teilen wollte. Mal schauen, was die n├Ąchsten Tage und Wochen so mit sich bringen werden!