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Kommentar:   

 
Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2009 27.
Dez.

Nun ist die ganze GeheimniskrÀmerei in Bezug auf die Geschenke und die Spannung, ob sie dem Beschenkten denn auch gefallen, vorbei.

Der Heiligabend mit den Kindern war wie immer eine schöne Zeit. Ich muss sagen, dass sowohl mein Mann als auch die beiden MĂ€dels mich diesmal richtig ĂŒberrascht haben und gerĂŒhrt war ich sowieso. FĂŒr mich war das im wahrsten Sinne des Wortes ein bĂ€riges Weihnachten. Meine Liebe zu dieser Tiergattung spiegelte sich in dem selbstgestalteten Kalender der Kinder, welche in der Adventszeit heimlich meine Bett-Teddys „entfĂŒhrt“ , in der Innenstadt einen Fotoshooting mit ihnen veranstalteten und die Bilder davon im Ganzjahreswandschmuck prĂ€sentierten, wieder. Aber auch mein Mann folgte dieser Spur und ĂŒberraschte mich mit einem riesigen Bilderrahmen, in welchen viele Tatzino-BĂ€rlis ihre Lebensweisheiten verkĂŒndeten (http://www.tatzino-shop.de/) und rundete die Reihe mit einer passenden Kuscheldecke und sogar mit dazugehörigen TaschentĂŒchern ab   😀

Die Kinder haben sich sehr ĂŒber die Fahrradgutscheine gefreut, so können sie im Januar ihren Wunschdrahtesel selber aussuchen. Vielleicht macht das Radfahren danach auch Andrea wesentlich mehr Spaß als jetzt. Wer sich einen Eindruck machen möchte, wie der Heiligabend bei uns gelaufen ist kann gern in unserem online-Fotoalbum bei picasa blĂ€ttern: http://picasaweb.google.de/nimkenjaKH/Weihnachten2009Rozhdestvo2009#

Vor dem Auspacken gab es aber auch den traditionellen Kartoffelsalat mit WĂŒrstchen und ein kleines Unterhaltungsprogramm von den Kindern, welche mit uns einen Buchstabierwettbewerb veranstalteten, „WĂŒrdest-du-lieber…“ spielten und uns die Zukunft vorausgesagt haben, wofĂŒr sie WĂŒrfel von Witch-Zeitschrift, eine Zauberkugel, unsere HĂ€nde und Teesatz nutzten. Es sieht fĂŒr uns im Jahr 2010 ganz gut aus, wenn man ihren Prophezeiungen glauben darf   🙂

Als alles ausgepackt war, packten die Kinder Sachen fĂŒr eine Woche zusammen und wir brachten sie zum Papa nach Miltitz. Sie werden wir nun erst im neuen Jahr zurĂŒckbekommen.

Am 1. Feiertag fuhren Carsten und ich nach Moritzburg, wo wir einen schönen Spaziergang um das Schloß und den halben Teich machten und diesen mit dem Besuch der Ausstellung „Drei HaselnĂŒsse fĂŒr Aschenbrödel“ abrundeten. Schön war’s! Die Ausstellung ist zwar nicht besonders groß, aber liebevoll gemacht, mit vielen Infos ĂŒber die Entstehung des Kultfilms, ĂŒber die Schauspieler und allem was dazu gehörte. Man konnte die Kleider und einige RequisitenstĂŒcke bewundern und staunen, dass der Streifen schon so alt ist! Man hat ihn nĂ€mlich 1972/73 gedreht und ab 1974 zog das schöne WintermĂ€rchen in die Herzen der großen Fangemeinde ein. FĂŒr viele von uns ist Weihnachten ohne diesen Film doch unvorstellbar, oder?

Nach dem wir genug in Erinnerungen geschwelgt haben, widmeten Carsten und ich uns der Zukunft und schauten in der UCI-Kinowelt den neuen Streifen von James Cameron an: „Avatar – Aufbruch nach Pandora“. Sagen wir es so, nicht die ausgefallene Geschichte und nicht die geistreichen Dialoge machen diesen Film sehenswert, es sind die Bilder, welche in 3D absolut genial wirken und den Zuschauer glauben lassen, dass man selber fast dabei ist. Nach 160 Minuten in fremden Welten bekamen wir Hunger und fuhren zum Dresdner Fischrestaurant „Hein MĂŒck – Gastmahl des Meeres“, wo wir uns eine große Fischplatte gegönnt haben. Mit prall gefĂŒlltem Bauch landeten wir in den eigenen vier WĂ€nden wie erwartet im TV-Zimmer, wo man natĂŒrlich im Fernsehen einen typischen Weihnachtsfilm ausgestrahlt hat – „Mission Impossible III“. Die erste Werbepause nach nicht mal 10 Minuten hat uns aber so sehr empört, dass wir einfach unsere DVD mit dem gleichen Film in den Player einlegten und die Geschichte ohne störenden Unterbrechnungen angesehen haben.

Am 2. Weihnachtstag haben wir uns fast gemĂ€ĂŸ deutscher Tradition benommen, denn unsere GĂ€ste hĂ€tten rein theoretisch auch unsere Eltern sein können, zumindest vom Alter her. Zum GlĂŒck, nur wenn man die Zahlen nimmt, den geistig und körperlich sind sie nach wie vor richtig fit. GĂŒnter und Barbara haben 3 Wochen auf Neuseeland und 1 Woche auf Rorotonga verbracht und wir waren natĂŒrlich sehr auf ihre Reisegeschichten gespannt. Zum Essen gab es Ente, KlĂ¶ĂŸe und Rotkohl, gemacht von meiner Meisterhand. 😎  Die gute Unterhaltung und Rotwein machten diesen Tag schlicht und einfach toll!

Summa summarum –  es war ein richtig schönes Weihnachtsfest!



2009 10.
Dez.

Wer kennt das nicht? Kaum ist der  Totensonntag vorbei, schon hĂ€ufen sich die die Weihnachtsfeierntermine im Familienplaner. Dieses Jahr ist es bei uns vergleichsweise harmlos, da die Kinder inzwischen weder woanders betreut werden noch in irgendwelchen Vereinen ihre Freizeit vertrödeln   😉 .

Bei uns gibt es nur eine Person im Haus, welche noch dem Vereinsalltag die Treue hÀlt: Carsten. Gelegentlich schafft er es zum Badmintontraining, hin und wieder zu manch einem Turnier, aber bei den Vorstandsitzungen ist er immer dabei. So viel Engagement von ihm und so viel Toleranz bei mir wird jÀhrlich mit einer Weihnachtsfeier im Kreise der anderen Vorstandsmitglieder belohnt.

So auch gestern. Wir holten unterwegs noch drei weitere Feierlustige ab und kamen ĂŒberpĂŒnktlich zu unserem diesjĂ€hrigen Veranstaltungsort, das Gut Pesterwitz. Familie Folde leistet dort ganze Arbeit und das ist als Lob gemeint! Umweltgerecht werden Äpfel, Birnen, Kirschen, Quitten und Erdbeeren angebaut und verarbeitet. Vieles davon wird im hofeigenen Laden verkauft. Die Weintrauben fehlen im Sortiment natĂŒrlich auch nicht und was daraus gemacht wird muss man nicht lange raten –> Wein. Deswegen hatten wir auch eine Weinvorkostung mit dem netten und auskunfsbereiten Herrn Folde gemacht. Ich war bislang den sĂ€chsischen Weinen gegenĂŒber recht skeptisch, Federweißen ausgenommen. 😎

Gestern abends wurde ich aber eines Besseren belehrt. Wir probierten Weiß-, RosĂ©- und Rotwein und jeder schmeckte wirklich gut! Dazu gab es leckeres Essen in dem gemĂŒtlich hergerichteten Schafstall und die gut gelaunte Gesellschaft rundete das Ganze perfekt ab. Erst um etwa 23:30 gingen auch wir, diesmal als die absolut letzten GĂ€ste. Wir brachten unsere Begleiter nach Hause und bewegten auch uns in die Richtung der heimischen Betten und Kissen.

Es war wirklich toll, nur das Aufstehen heute frĂŒh gefiel mir nicht so recht, denn knappe 6 Stunden Schlaf empfand ich dann doch nicht ausreichend genug, um meine Schönheit zu bewahren   😀



2009 05.
Dez.

Jeden Tag erfĂŒllen Carsten und ich ganz brav unsere Pflichten als Brötchenverdiener, Erzieher und Hausangestellte in der Casa OLCA. Gestern abends haben wir uns aber eine Auszeit gegönnt und uns unter Jungvolk gemischt.

Es ist mal wieder ein Papa-Wochenende, d.h. sturmfrei fĂŒr uns beide. Und da mein Schatz vor ein paar Tagen in der Uni-Zeitung einen Artikel ĂŒber die große, internationale Weihnachtsfeier an der TU (Technische Uni) entdeckt hat, stand unser Plan fĂŒr den Freitagabend fest: Wir gehen hin.

Da wir nicht auf der GĂ€steliste standen bezahlten wir je 3 EUR Eintritt, was aber eher ein symbolischer Betrag war. Im Foyer gab es StĂ€nde mit diversen Leckereien aus vielen LĂ€ndern dieser Erde, welche allerdings extra zu zahlen waren. Wir staunten nicht schlecht, dass es keinen russischen, kulinarischen Beitrag zu dieser Veranstaltung gab, hörte ich doch die vertrauten KlĂ€nge meiner Muttersprache nahezu an jeder Ecke. Aber das Essen aus Afrika sah sehr einladend aus und wir versorgten uns dort mit unserem Abendessen: mit Zwiebel gebratene HĂŒhnchenteile mit rotem Reis bzw. frittierten PolentabĂ€llchen. Das war echt lecker! Nachdem unsere BĂ€uche mit dem Verarbeiten dieses Gerichts beschĂ€ftigt waren, gingen wir frĂŒhzeitig ins Audimax, um einigermaßen gute PlĂ€tze fĂŒr das BĂŒhnenprogramm zu ergattern, was wir mĂŒhelos geschafft haben. Die Studenten kamen wie ĂŒblich wesentlich spĂ€ter hinein, da war es schon um einiges schwieriger gute Sitzgelegenheit in BĂŒhnennĂ€he zu finden.

Das Programm wurde von einem als Weihnachtsmann verkleideter Master-Studenten aus China moderiert, welcher auch die sĂ€chsische Mundart ganz gut beherrschte (kein Wunder, er studiert Germanistik mit Schwerpunkt Angewandter Linguistik und Deutsch als Fremdsprache). Unser kultureller Horizont wurde an diesem Abend erheblich erweitert. Wir schauten uns deutsche, bulgarische, afrikanische  und tĂŒrkische VolkstĂ€nze ein, wobei ich feststellte, dass die tĂŒrkische Art zu tanzen mich wahnsinnig an die georgische erinnert. Wir wippten im Takt von heißen Rhythmen der nigerianischen Musikgruppe, klatschten begeistert einer kleinen, aber quirligen Samba-TĂ€nzerin aus Brasilien zu und staunten ĂŒber die unglaublische Choreographie der Indonesier, welche die TĂ€nze im wahrsten Sinne des Wortes auf den Knien durchfĂŒhrten. FĂŒr die orientalische Note des Abends sorgte eine BauchtĂ€nzerin mit Doktor-Titel in klassischer Philologie. Aber nicht nur das Traditionelle kam zum Tragen. Die tĂŒrkische Gruppe „TAD’indan Yenmez“ und ein chinesisches Pendant namens „Element Studio“ haben bewiesen, dass Popmusik ĂŒberall auf der Welt allgegenwĂ€rtig ist.

Am Ende habe ich sogar ein paar Bekannte getroffen, mit denen ich vor ein paar Jahren jeden Mittwoch eine Stunde beim afrikanischen Tanz zugebracht habe.

Der Abend hat wirklich viel Spaß gemacht, nur leider waren schon alle Leckereien abgerĂ€umt, als das Programm zu Ende war. Deswegen holten wir uns noch ein Mitternachtssnack im BurgerKing am Hauptbahnhof, wobei wir enormes GlĂŒck hatten, dass wir noch vor der Schließung dieser Fast-Food-Filiale unsere Bestellung abgegeben und genug Zeit mitgebracht haben. Die KĂŒche kam einfach nicht mehr nach. So hat ein junger Mann, welcher nach uns bestellt und bezahlt hat, auf seine Cheesburger verzichten mĂŒssen, da er es sonst nicht pĂŒnktlich zum Zug geschafft hĂ€tte und schenkte uns seine Bestellung. Vielleicht sehen wir doch nicht so wohlgenĂ€hrt aus wie Carsten und ich immer annehmen ?…    😉



2009 28.
Nov.

Die Woche war bei mir etwas stressiger, aber auch schöner als sonst. Sowas passiert mir jedes Jahr aufs Neue, denn mein Geburtstag kommt nun mal in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden.

Am Donnerstag war der Höhepunkt, denn da habe ich Geschenke von meiner Familie und den Arbeitskollegen bekommen. Im Gegenzug gab’s in der Firma eine Runde, deswegen musste ich natĂŒrlich am Dienstag einkaufen und am Mittwoch, nach dem HebrĂ€isch-Unterricht, welcher um 20:45 Uhr endet, noch ein Blech Kuchen backen. Dieses Jahr gab es „Schneewittchen-Kuchen“ fĂŒr die Arbeit, und ein paar Brownies habe ich als Zugabe fĂŒr die große Kollegen-Runde gebacken.

Nachdem ich am Donnerstagabend auch von meiner Familie mit tollen Geschenken (DVDs, BĂŒcher, ein Hörbuch, ein neues Portemonnaie und selbstgeschriebene Kurzgeschichte von den Kindern) verwöhnt wurde, zog ich mich in die KĂŒche zurĂŒck, um ein paar Salate fĂŒr den Freitagabend vorzubereiten, da ich ein paar gute Freunde eingeladen habe. Normalerweise hĂ€tte ich am Samstag gefeiert, aber fĂŒr den heutigen Abend bekamen vor schon vor einer Weile Eintrittskarten fĂŒrs Biertheater in Radebeul geschenkt.

Aber eine Feier am Ende der Arbeitswoche verlÀngert definitiv das Wochenende! Daher hat sich der Stress im Vorfeld auf jeden Fall gelohnt.



2009 22.
Nov.

Wie bewegt eine Frau einen Mann dazu, ein anspruchvolles Kinodrama mit ihr zu sehen? Man lĂ€ĂŸt den Mann einfach alles allein managen.

Normalerweise gehen wir ins UCI, aber dort werden leider nicht immer alle Filme gezeigt, welche uns interessieren. Z.B. hat es noch kein Streifen von Michael Moore („9/11“ oder  „Sicko“) dorthin geschafft. Da aber aktuell ein neuer Film von ihm, „Kapitalismus: eine Liebesgeschichte“ anlief, wollten wir diesen gern sehen. Dieser Wunsch fĂŒhrte uns in ein unbekannteres Terrain – die Schauburg in der Dresdner Neustadt. Nach der Programmbeschau im Internet kauften wir etwa eine Stunde vor der Vorstellung ganz brav unsere Eintrittskarten an der Kasse (eine Onlinebuchung mit SitzplĂ€tzen ist bei diesem kleinen Programmkino nicht möglich) und da  wir noch genug Zeit hatten, liefen wir einmal um den Block, bevor wir zum Kino zurĂŒckkehrten. Wie immer machten wir vorm Filmbeginn einen Abstecher in den Raum mit zwei Nullen. Als Frau habe ich dort natĂŒrlich wesentlich lĂ€nger gebraucht als meine OrangenhĂ€lfte. Er hat sich inzwischen in die lange Reihe der Filmwilligen eingefĂŒgt, welche in die obere Etage fĂŒhrte.

In  der Schauburg gibt es 3 KinosĂ€le, alle nach Regisseuren benannt: Lang-Saal, Tarkowski-Saal und Leone-Saal. Die letzten zwei sind in der ersten Etage, der erste im Keller. Wir gingen in den grĂ¶ĂŸen und am besten ausgestatteten hinein – Leone-Saal. Die MĂ€dels am Einlass rissen munter unsere Karten ab und wir suchten uns 2 SitzplĂ€tze aus. Nach dem Werbe- und Trailerblock begann endlich das Hauptfilm. Nach ein paar Minuten stellte ich meinem Mann die entscheidende Frage des Abends: „Bist du sicher, dass wir im richtigen Saal sind?“ Er wĂŒhlte im Portemonnaie und las mĂŒhsam im fahlen Lichtstrahl die als erstes aufgedruckte Worte auf den Kinotickets: „Lang Saal“. Da die Handlung bereits ihren Lauf nahm und der andere Film auch schon einige Minuten lief, beschlossen wir auf unseren PlĂ€tzen zu bleiben. Tja, der Moore-Film lief in der letzten Woche (zum Bundesstart)  im Leone-Saal und wurde diese Woche in den wesentlich kleineren Lang-Saal verlegt … mein Mann hatte aber immer noch das Wort „Leone“ im Kopf.

So wurde aus „Kapitalismus: eine Liebesgeschichte“ von Michael Moore am Ende ein deutscher Streifen mit Corinna Harfouch in der Hauptrolle -„This is love“.  Es war kein leichter Liebesfilm, sondern ein Drama. Die Hauptfigur ist eine Polizeikomissarin Maggie, trinkfest und hart im Nehmen, welche jedoch seit 16 Jahren ein RĂ€tsel zu lösen hat – warum ist ihr Mann unerwartet verschwunden und nie wieder aufgetaucht. Parallel dazu wird die Geschichte von Chris erzĂ€hlt und von einem vietnamesischen MĂ€dchen Jenjira, welches er in einem Bordell fĂŒr die Adoption in Deutschland freigekauft hat, ohne jedoch das Geld zu haben. Die beiden Figuren treffen aufeinander als Chris im Polizeirevier sitzt und Maggie ihn verhört, er jedoch am Anfang jegliche Aussage verweigert. Nach und nach entsteht allerdings eine Situation zwischen den beiden, welche uns stark an den Film „Schweigen der LĂ€mmer“ erinnerte: „quid pro quo“. Jeder gibt im Austausch auf die Geschichte seines GegenĂŒbers etwas Bedeutendes von sich preis.

Der Film ist keine leichte Kost und wird uns wohl noch eine Weile in Gedanken beschÀftigen, aber empfehlenswert ist er auf jeden Fall.

Nun muss der gute Michael wohl noch ein wenig auf unseren Besuch warten. :unschuldig:
Und was lernen wir daraus? Beim Einlaß und bei Onlinebestellungen nicht nur auf Datum (wir kauften vor Jahren online mal Samstag und saßen schon Freitag im UCI) und Ort (Carsten bestellte mal online im UCI Duisburg statt in Dresden und musste stornieren), sondern auch auf den aufgedruckten Kinosaal der Eintrittskarte achten! Das hat er jetzt auf jeden Fall gelernt …



2009 21.
Nov.

Zur Zeit bin ich stark rechtslastig drauf. Nicht im Geiste, aber in meinem Körper.  Die Schmerzen in der linken HĂ€lfte meines RĂŒckens lassen nur langsam nach, aber immerhin konnte ich diese Nacht sogar schon auf beiden Schultern schlafen und nicht wie die NĂ€chte davor nur auf der rechten Seite.

Alle TaschenwĂ€rmer (Beutel mit FlĂŒssigkeit und MetallplĂ€ttchen) gehören seit Tagen nur mir! Zum GlĂŒck ist das Wetter so mild, dass meine Kinder diese Dinger in Herz-, BĂ€ren- oder Hasenform fĂŒr sich gar nicht beanspruchen wollen. Aber nun ziert ein großflĂ€chiges WĂ€rmepflaster fĂŒr 12 Stunden am StĂŒck meine linke Schulter. Die WĂ€rme tut echt gut.

Mein Haushalt fĂŒhlt sich unter den gegebenen UmstĂ€nden ziemlich vernachlĂ€ssigt, aber derzeit mag ich an das BĂŒgeln, Waschen oder Putzen gar nicht denken. Ok, ich mag auch normalerweise an solche TĂ€tigkeiten nicht zu denken, aber jetzt habe ich sogar eine plausible BegrĂŒndung.  Heute und morgen heißt es bei allen Bewegungen noch aufpassen, danach hoffe ich fit genug fĂŒr den Arbeitsalltag zu sein.

Und ich werde mir demnĂ€chst mehr linksdrehende Joghurts gönnen, vielleicht hilft allein schon der Name 😉



2009 19.
Nov.

Auch wenn wir Sachsen den Buß- und Bettag mittels Pflegeversicherung teuer bezahlen mĂŒssen, tut ein freier Tag mitten in der Woche gut. Wir konnten in aller Ruhe Sachen aufarbeiten, welche am Wochenende nicht drangekommen sind und Kinder hatten die Chance nach der dienstaglichen Geburtstagsfeier bei unseren Freunden, welche etwa um 1 Uhr in der Nacht zu Ende ging, richtig auszuschlafen.

NatĂŒrlich haben wir an einem Tag auch nicht alles geschafft, was wir uns vorgenommen haben, aber das Hauptziel dieses Tages haben wir, schĂ€tze ich, doch ganz gut erfĂŒllt. Es hieß ja, dass Leute sich an diesem Feiertag auf  christliche Werte besinnen sollen. Wir haben den Tag als Familie verbracht und damit ganz bestimmt im Sinne der christlichen Lehre, oder?  Abends schauten wir uns gemeinsam den dritten Teil von „Matrix“ an. So beeindruckend und innovativ der 1. Teil ist, so langweilig und mit KĂ€mpfen ĂŒberladen ist Teil 2 und so in die LĂ€nge gezogen der dritte. Naja, jetzt haben wir das Thema fĂŒr uns endlich abhaken können (Teil 3 haben wir im Kino boykottiert). Andrea wollte diese cineastische LĂŒcke fĂŒr sich schließen und nach dem Film „Matrix“ auch das Ende von Zion & Co. erfahren.

Nun gehen wir noch 2 Tage arbeiten, bis das Wochenende kommt. 🙂

Nachtrag:  die Ă€ußerst schmerzhaft verspannte linke RĂŒckenhĂ€lfte hat meine Arbeitstage nun in Krankentage verwandelt. Jetzt muss ich nur noch eine Position finden, bei welcher ich mich wohlfĂŒhle. Im Stehen in der KĂŒche zu tippen geht grade noch so … bin aber auch schon gespritzt und die erste Schmerztablette vergnĂŒgt sich in meinem Körper. Ihr werden heute noch zwei weitere folgen …



2009 17.
Nov.

Ich habe gestern das Buch „Stadt der Diebe“ von David Benioff zu Ende gelesen. Es fiel mir schwer, die letzte Seite umzublĂ€ttern. Das Buch war nĂ€mlich richtig gut. Ich fand es interessant und flĂŒssig geschrieben.

Wie der Autor schon in der Einleitung selber geschrieben hat: “ Die Wahrheit mag seltsamer sein als die Erfindung, aber sie braucht einen besseren Lektor“. Es ist eine Familiengeschichte ĂŒber den Krieg und Hunger, aber auch ĂŒber die Freundschaft, Liebe, Hoffnung und Mut. Und auch ĂŒber die GedankengĂ€nge junger MĂ€nner, welche sich selbst in den kritischsten Situationen auf das Wichtigste konzentrieren können – Gedanken an den Sex 😉 Aber so sind sie nun.

Durch einen seltsamen Zufall zusammengeschweißt haben Lew und Kolja eine nahezu unmögliche Aufgabe zu lösen: im Winter 1942 im ausgehungerten Leningrad ein Dutzend Eier aufzutreiben, denn sonst erhalten sie ihre Lebensmittelkarten nicht mehr, was den sicheren Tod bedeutet. Was sie dafĂŒr unternehmen und was ihnen auf der Suche alles passiert ist grauen- und hoffnungsvoll zugleich.

Mir fĂ€llt es schwer, ĂŒber ein Buch zu schreiben, ohne zu viel von dem Inhalt zu verraten, aber eins muss ich sagen: ich bin der Frau, welche es mir geschenkt hat, sehr dankbar dafĂŒr!



2009 16.
Nov.

Wenn die Kinder ganz klein sind wĂŒnscht man sich doch nichts mehr als lĂ€nger schlafen zu dĂŒrfen. Man hatte jede Menge Tipps und Tricks auf Lager, um die kleinen quirligen Geister wenigstens noch 10 Minuten im Bett zu halten. Dabei war es im Grunde genommen egal, ob es das Gitterbett vom Kind war oder das große Elternbett. Man ertrug Berge an BilderbĂŒchern und Kuscheltiere, nur um ein paar Bett-Minuten zu gewinnen …

Wenn die gleichen Kinder das Teen-Alter erreichen wendet sich das Blatt. Nun sind es die Eltern, die eher aufstehen und die Jugend von heute mit Fragen wie „SchlĂ€fst du noch?!“ oder „FrĂŒhstĂŒck?“ nerven. Manchmal kommt auch der Spruch ĂŒber den frĂŒhen Vogel und den gefangenen Wurm, wahlweise in Deutsch oder Englisch. Man möchte ja die Jugendlichen auch frĂŒhmorgens noch geistig fördern.

Gestern hatten unsere MĂ€dels freies Schlafen, d.h. Auspennen wie es im Buche steht.  Andrea war freiwillig irgendwann zwischen 10 und 11 Uhr ins Fernsehzimmer gekommen, wo Carsten und ich schon seit um 8 Uhr Trailer geguckt haben. Stephanie holten wir als unsere MĂ€gen schon allzusehr knurrten um 11 Uhr dann noch mit Zwang aus dem Bett. Wenn wir sie gelassen hĂ€tten, wer weiss, ob sie zum Abendessen schon so weit gewesen wĂ€re …

Langes FrĂŒhstĂŒcken war danach ja selbstverstĂ€ndlich. Daher haben wir erst gegen 13 Uhr mit dem Russischunterrricht angefangen. Nach 2 Stunden mit den im Russisch ĂŒblichen 6 FĂ€llen entschieden die MĂ€dels, dass es an der Zeit ist, unseren Haaren eine neue Tönung zu gönnen …

Naja, das Ende vom Lied: auf meinem, am Freitag zusammengestellten To-Do-Zettel sind immer noch jede Menge Punkte, welche ich aus Zeitmangel nicht erledigt habe. Aber was soll’s, Familienleben und Wohl der Kinder geht eben vor! Und am Mittwoch haben wir frei, vielleicht schaffe ich dann mehr von meiner Liste abzuhacken.



2009 08.
Nov.

Ich habe heute etwas geschafft und bin deswegen sehr stolz auf mich 🙂

Gerade jetzt schrieb ich die letzten Worte in der ersten Fassung unseres Italien-Berichtes. Es sind nun 33 Seiten geworden, da ich alles recht ausfĂŒhrlich beschrieben habe. Jetzt wird das „Buch“ erstmal von allen Familienmitgliedern gelesen und korrigiert. Danach, wenn aus unserer Sicht alles bereinigt ist, beginnt viel Arbeit fĂŒr meinen Schatz. Die begleitenden Bilder werden wir zwar wie immer gemeinsam aussuchen, aber die Aufbereitung der Texte und Fotos als Webseite macht er in Eigenregie. Das wird erfahrungsgemĂ€ĂŸ noch jede Menge Zeit beanspruchen.

Schauen wir mal, wann ich hier eine Meldung schreiben kann, dass unser Bericht fĂŒr alle Interessierten online steht. 😉 :unschuldig:

In etwa 30 Minuten kommen unsere Kinder vom Papa-Wochenende zurĂŒck, insofern bin ich wirklich froh, dass ich das vor ihrer RĂŒckkehr noch vollendet habe.