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Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2019 19.
Mai

Der Monat Mai hat sich bislang zwar recht kĂŒhl und vergleichsweise bewölkt gezeigt, aber das tat unserem Freizeitspaß dennoch keinen Abbruch. NatĂŒrlich legt man als Arbeitnehmer sehr gerne einige Erlebnisse lieber auf ein ganzes Wochenende, als nur auf ein kleines VergnĂŒgen am vergleichsweise kurzen Feierabend … das gilt fĂŒr uns in erster Linie bei Treffen mit Leuten und den damit ggf. verknĂŒpften Kurztrips. Als uns Jesus, welchen wir letztes Jahr ĂŒber Couchsurfing in Miami kennenlernten, im Dezember in Dresden besuchte, haben wir gleich das erste Mai-Wochenende fĂŒr ein Gegentreffen seiner neuen Wahlheimat eingeplant. Er wohnt jetzt seit etwa einem Jahr in Frankfurt am Main, da er ein Arbeitsvisum fĂŒr Deutschland bekam und dort seinem Beruf im Bankenumfeld am besten nachkommen konnte. Da sowohl Carsten als auch ich von Frankfurt bislang außer der Messe und dem Flughafen kaum etwas anderes gesehen haben, waren wir natĂŒrlich sehr gespannt, was die Stadt sonst noch so zu bieten hat. Was soll ich sagen – wir sind sehr positiv ĂŒberrascht worden!

Eines der schönsten Erlebnisse war eine StadtfĂŒhrung, die von Frankfurt Free Walking Tour angeboten wurde. Unser Tourguide hieß Jenna … 

… und sie hat uns trotz des immer wieder aufs Neue einsetzenden Regens durch einige interessante Ecken der Stadt gefĂŒhrt, auf die wir sonst sicherlich nicht aufmerksam geworden wĂ€ren.

Wir waren eine durch und durch sehr bunt gemischte, aber sehr lockere Gruppe und Carsten witzigerweise der einzige Deutsche von uns allen:

Wir konnten uns unterwegs immer wieder mit den anderen Teilnehmern aus USA, Großbritannien, Schweiz, Bosnien, Singapur, Schweiz, Indien, Weißrußland, Rußland und Brasilien ĂŒber alles Mögliche austauschen und hatten trotz der Sprachenvielfalt sehr, sehr viel Spaß miteinander. Am Ende haben wir uns sogar mit dem jungen Inder Nishant (2. v. r.) angefreundet und fast den gesamten restlichen Tag zusammen verbracht:

Den alten Kern der Innenstadt, genauer gesagt den Römerplatz mit seinen besonders kunstvollen FachwerkhÀusern und einem majestÀtischen Rathaus, fanden wir auf Anhieb sehr sympatisch:

Der Platz hat allerdings auch eine, geschichtlich betrachtet, traurige Stelle:

Bei den dort auf den Buchseiten aufgefĂŒhrten Schriftstellern sind ĂŒbrigens auch zwei aus Dresden mit dabei: Ludwig Renn und Erich KĂ€stner.

Eine weitere, fĂŒr Deutschland historisch sehr bedeutende StĂ€tte, welche uns Jenna zeigte, war die Paulskirche. Dort tagten im Jahre 1848 sowohl das Deutsche Vorparlament als auch die Deutsche Nationalversammlung, bei der die Fragen bezĂŒglich einer Deutschen Verfassung, dem Aufbau des Staates und auch die Ausdehnung des kĂŒnftigen deutschen Reiches vereinbart wurde.

Bei unserer z.T. alternativen StadtfĂŒhrung steuerten wir auch ein paar historisch nicht so bedeutenden Anlaufpunkte an, die aber genau so zu Frankfurt dazugehören, wie die GrĂŒne Soße … dazu spĂ€ter mehr. Wie lernten dabei eben auch etwas ĂŒber die Drogenszene und die mitunter sehr erfolgreichen Gegenmaßnahmen (Stichwort: DrĂŒckerstuben) und das nicht gerade kleine Rotlichtviertel der Stadt:

Bezeichnenderweise liegt dieses ganz nah am Bankenviertel und wie man so erfahren hat, wird hier wohl ausgerechnet zur Mittagszeit der grĂ¶ĂŸte Umsatz erzielt – ein Schuft, wer Bö(r)ses dabei denkt …

Zudem gibt es in Frankfurt so einige Spidermanfiguren an den Fassaden und auf den DĂ€chern zu entdecken: mal in seiner klassischen Gestalt …

… oder durchaus auch als Venom (schwarz statt rot), wie hier auf dem Vordach der „Bar ohne Namen“ :

Aber all das ist nur ein Bruchteil der FĂŒhrung gewesen – um alles darĂŒber zu erfahren, kann ich jedem eine solche Tour durch die Stadt nur sehr ans Herz legen, denn man erfĂ€hrt unter anderem noch, wo das Geburtshaus von Goethe steht, warum auf der Dachspitze vom Frankfurter Rathaus eine Katze sitzt, welche Rolle Kaugummis bei der Stadtentwicklung gespielt haben und wozu die oben erwĂ€hnten DrogenkonsumrĂ€ume gut sind bzw. was damit erzielt wurde.

Nach dieser ca. 2,5 Stunden langen Tour folgten wir sehr gerne der Restaurantempfehlung von Jenna, um auch noch das klassische Gericht aus dieser Gegend probieren zu können: Frankfurter GrĂŒne Soße und natĂŒrlich dem allseits bekannten Apfelwein (Ebblewoi). Die Apfelweinwirtschaft „Dax“ befindet sich in Sachsenhausen, DEM Kneipengebiet der Stadt, und lĂ€dt in urgemĂŒtlicher AtmosphĂ€re zum Sitzen, Essen und Trinken ein.

Zur „Grie Soß“, dem kalten Sieben-KrĂ€uter-Mix, haben Carsten, Jesus und ich jeweils ein Schnitzel genommen, Nishant entschied sich fĂŒr die vegetarische und eigentlich sehr viel ursprĂŒnglicheren Zusammenstellung mit gekochten Eiern. Beide Variationen sind Ă€ußerst lecker!

Am darauffolgendem Tag haben wir auf den Rat von Maria, der Freundin von Jesus, gehört und sind, obwohl ursprĂŒnglich ein Verlassen Frankfurts nicht geplant war, mit den beiden im Auto zum ca. 70 km entfernten RĂŒdesheim aufgebrochen. Bereits auf dem Weg dorthin waren Carsten und ich von der Schönheit des Rheintals sehr angetan – vor allem die Menge an Burgen und Burgruinen hat uns sehr ĂŒberrascht. Wir wollten unbedingt zur Loreley, denn wenn man schon einmal in dieser Gegend ist, muss man diesen Felsen einfach gesehen haben!

Die Loreley selber sitzt allerdings nicht wie man erwarten könnte dort oben, sondern unten, direkt am Rhein – ganz vorne auf der Spitze der Hafendamm-Mole bei St. Goarshausen (am Ende der Landzunge links im Bild):

Von dort war der Rhein natĂŒrlich im Nu zu erreichen und ich konnte der Versuchung, meine FĂŒĂŸe ins Wasser einzutauchen, einfach nicht widerstehen. Das Beweisbild gibt es wie immer in meiner FĂŒĂŸe-im-Wasser-Fotosammlung    standard

Auf dem RĂŒckweg fuhren wir fĂŒr einen weiteren Zwischenstopp nach RĂŒdesheim. Diese Stadt ist touristisch voll und ganz erschlossen, wie wir beim Schlendern durch die gerade mal 2 m breite Drosselgasse und die benachbarten StrĂ€ĂŸchen und GĂ€sschen schnell feststellen mussten. Nippes und Tand aus ganz Deutschland (z.B. Kuckucksuhren aus dem Schwarzwald, Weihnachtsfiguren aus dem Erzgebirge und Diverses aus Bayern) wird hier dem internationalen Publikum zum Kauf angeboten, sodass uns persönlich sogar ein wenig der direkte Bezug zum Rheintal und der Weinregion fehlte – hier kann man sich fĂŒr die Lieben daheim gleich mit allem eindecken, was man sicherlich sonst nur mĂŒhsam auf einer Fahrt durch alle 16 BundeslĂ€nder zusammenklauben könnte:

Zum GlĂŒck waren wir aber noch weit außerhalb der Saison, denn ich kann mir vorstellen, dass es hier in der Sommerzeit von Touris nur so wimmelt. Obwohl die HĂ€uschen und LĂ€den mitunter sehr hĂŒbsch sind, wenn auch zum Teil inzwischen etwas abgerockt, waren wir mit der Besichtigung doch recht schnell fertig, denn inzwischen forderten Hunger und Durst ihren Tribut. Maria hat deshalb ein Abendessen auf dem „Weingut Magdalenenhof“ vorgeschlagen und wir als AuswĂ€rtige haben uns voll darauf eingelassen. Bereut haben wir nix, denn die Empfehlung war echt klasse! Maria, Jesus und ich gönnten uns zu dritt diesen Testkreisel der dortigen Weine:

GlĂŒcklicherweise haben sich unsere Geschmacksknospen auf unterschiedliche Weine gefreut und so waren wir uns nach kurzem Nippen von allen GlĂ€sern sehr schnell einig, wer was am liebsten trinkt. Das Essen war aber auch sehr lecker und die KĂ€seplatte fĂŒr zwei Personen war einfach genial – fĂŒr 17 Euro Ă€ußerst ĂŒppig und vielfĂ€ltig:

Erst am Montag sind Carsten und ich wieder zurĂŒck nach Dresden gefahren, denn Dank unserer Überstunden konnten wir den gesamten Tag fĂŒr eine völlig entspannte RĂŒckreise gen Osten freimachen. Unsere Arbeitswoche war dadurch natĂŒrlich kĂŒrzer und das nĂ€chste Wochenende fing fĂŒr uns bereits schon gleich am Freitagabend wieder mit einen kleinen Event an. Lars Hitzing, einer der Phrase4– Stammautoren, hat ein neues Buch veröffentlicht. So planten wir am 10. Mai im kleinen, sehr liebevoll ausgestatteten Buchladen Shakespeares Enkel die Premiere seines neuen Kurzgeschichtenbands „Destiller’s Edition“ ein.

NatĂŒrlich wurden ein paar Geschichten daraus vorgelesen und einige davon habe ich bereits im Rahmen der Phrase4-LesebĂŒhne gehört. Die Frau zur Lars‘ Linken ist ĂŒbrigens Katharina Salomo, seine Verlegerin:

Es war ein sehr vergnĂŒglicher Abend mit guten Storys, interessanten GesprĂ€chen nach der Lesung der vier ausgewĂ€hlten Geschichten und auch einigen GlĂ€sern mit leckeren Quittenwein aus der kleinen Eckkneipe gegenĂŒber    standard

Am darauffolgenden Samstag wollten Carsten und ich an einer Igeltour teilnehmen, die am Dr.-KĂŒlz-Ring in der Innenstadt beginnen sollte. Wir waren zwar zusammen mit weiteren 10 Interessierten rechtzeitig an Ort und Stelle, doch am Ende fehlte die Tourleiterin. Das war uns noch nie passiert! Nachdem wir alle ganz brav eine gute halbe Stunde auf die Frau gewartet haben, sind wir leicht enttĂ€uscht auseinander gegangen. Immerhin hatten wir aber superschönes Wetter und wir entdeckten auf dem Altmarkt einen kleinen FrĂŒhlingsmarkt, welcher weit sichtbar durch einen in den blauen Himmel ragenden Maibaum angekĂŒndigt wurde:

Dort schlenderten wir etwas herum und auf der Prager Straße entdeckten wir auch noch, dass dort gerade die 1. Dresdner Bierbörse erneut zum Herumlaufen und Verweilen einlud. Zur Mittagszeit war es mir fĂŒr ein Bier noch etwas zu frĂŒh, aber obgleich dieses neuen Wissens kehrten wir am Nachmittag nochmals mit Kerstin ganz spontan dorthin zurĂŒck. Eigentlich hatten wir uns nur zum Kaffee verabredet, aber um das schöne Wetter so richtig ausnutzen zu können, liefen wir zu dritt noch einmal an den StĂ€nden der beiden MĂ€rkte vorbei. Carstens Interesse lag wie ĂŒblich eher beim Essen …

… wĂ€hrend ich mich mit den Schottischen Biersorten beschĂ€ftigt habe. Das GetrĂ€nk auf dem Tisch (s.o.) ist Scottish Brown Ale. Die andere Sorte (s.u. rechts) hieß Belhaven Stout und war wirklich-wirklich dunkel!

Wie man unschwer erkennt, lĂ€ĂŸt Carstens Cola die Sonnenstrahlen noch durch, bei meinem Stout hat das nicht mehr funktioniert    standard
Wir hatten alle unseren Spaß dort und wurden auch kulinarisch je nach Geschmack fĂŒndig.

Aber das noch laufende Wochenende ist (endlich mal) gĂ€nzlich ereignislos und so komme ich wenigstens heute dazu, einmal ĂŒber die zwei davor liegenden zu berichten    zwinker    fĂŒr die kommenden Wochen und Wochenenden haben sich schon wieder viele Termine bei uns eingefunden – dazu aber erst spĂ€ter an dieser Stelle mehr.



2019 11.
Mai

Vor Wochen haben wir an beide Kinder die Frage gestellt, ob sie ein gemeinsames Osterwochenende einplanen wĂŒrden. Als dies mit nachvollziehbaren BegrĂŒndungen verneint wurde, suchten Carsten und ich nach einer alternativen BeschĂ€ftigung und beschlossen, die vier kombinierbaren, arbeitsfreien Ostertage (Karfreitag bis Ostermontag) fĂŒr eine weitere Tour durch Europa zu nutzen. Schließlich gibt es ja noch so viele Reiseziele auf unserer Wunschliste, die endlich mal besucht werden möchten. Nach Sichtung dieser fiel die Entscheidung kurzerhand auf Belgien und als Stadt wĂ€hlten wir BrĂŒssel plus Antwerpen im Rahmen eines Tagesausflugs, weil es nur ca. 55 km entfernt liegt.

Auf unserem Arbeitszeitkonto gab es zudem noch ausreichend Überstunden, um den Mittwochnachmittag und den ganzen Donnerstag frei zu nehmen. Daher verließen wir schon am 17. als Mittagskinder (fĂŒr die Nicht-DDRler: gegen 12:00) die Arbeit und machten uns mit dem Suzuki schnellstmöglich auf die A4 in Richtung Chemnitz auf. FĂŒr den gesamten Weg bis nach BrĂŒssel – immerhin fast 800 km – war es allerdings schon zu spĂ€t und somit haben wir im Vorfeld fĂŒr einen geplanten Zwischenstopp ein Zimmer im Ibis Budget Essen-Nord gebucht. Warum ausgerechnet dort, da es zudem etwas abseits der direkten Route zwischen Dresden und BrĂŒssel liegt ? Nennen wir es mal Sehnsucht … das Abendessen gab es in der Pizzeria „Bei Salvatore“ , welche zu Carstens Schulzeit quasi das Stammlokal fĂŒr einen großen Salatteller war. Inzwischen kann ich meinem Mann aber beipflichten, dass es dort mit Abstand neben einem ĂŒppigen und Ă€ußerst leckeren Salatmix eben auch die besten Pizzabrötchen mit selbstgemachter Knoblauchbutter gibt.

Am Donnerstag ging es nach einem ebenfalls nostalgisch beeinflussten FrĂŒhstĂŒck in einer der zahlreichen Filialen der BĂ€ckerei Döbbe (lecker Ei-Brötchen !) dann auf direktem Weg gen BrĂŒssel. Das Osterwetter in Belgien war glĂŒcklicherweise genau so sommerlich wie in Deutschland und wir konnten uns bei strahlendem Sonnenschein so vieles in der Stadt ansehen.

SelbstverstĂ€ndlich auch das weltweit bekannte Manneken Pis – den pinkelnden Jungen. Um diese nur ca. 60 cm große Bronzeskulptur zu sehen, musste man sich allerdings schon mit viel MĂŒhe einen guten Platz zwischen den unzĂ€hligen Touristen erobern, die genauso wie wir das wohl meist erwĂ€hnte Wahrzeichen von BrĂŒssel fotografieren wollten:

Ähnlich voll war es auch in der engen Gasse beim Jaenneke Pis – dem ebenfalls Wasser lassenden MĂ€dchen:

Dagegen war beim wesentlich dezentraler aufgestellten Zinneke Pis, dem Hund mit hochgehobenen Bein, kaum ein Besucher zu sehen:

Weitere Orte, welche bei einem Abstecher nach BrĂŒssel gesehen werden mĂŒssen, sollen nun in Wort und Bild folgen. Dazu gehört zweifelsohne der Königspalast. Wir haben diesen zwar nur von Außen betrachtet, was aber auch ziemlich imposant war:

Ein anderes Bauwerk der Stadt hat uns obgleich seiner GrĂ¶ĂŸe und Gestaltung recht unerwartet beeindruckt: der Triumphbogen im Jubelpark:

Dieser ist mit seiner oben aufgesetzten Quadriga ca. 50 m hoch, wĂ€hrend das uns wesentlich bekanntere Brandenburger Tor in Berlin gerade einmal eine Höhe von 26 m hat. Diese doppelte GrĂ¶ĂŸe schindet schon ganz schön Eindruck, wenn man erst einmal davorsteht.

Wir besuchten auch das sehr modern hochgezogene EU-Viertel, denn man möchte ja schon mal gerne sehen, wo ein Teil unserer Steuern versackt    zwinker

Vom Parlamentarium, dem Besucherzentrum des EU-Parlaments, haben wir uns allerdings sehr viel mehr an Informationen zur EU samt deren Entwicklung (EG -> EU) und Geld (ECU -> Euro) erhofft, als wir am Ende bekommen haben. Wir sind nach der Stunde darin jedenfalls um eine weitere Erkenntnis reicher geworden: Zu viel Multimedia in einer Ausstellung kann am Ende auch daneben gehen … man hĂ€tte unserer Meinung nach sicherlich vieles besser und interessanter gestalten können. Zum GlĂŒck war der Eintritt kostenfrei.

Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt zu sehen, hat uns trotz der großen Menschenmenge weitaus mehr Spaß gemacht: der Grand Place / Grote Markt ist im positiven Sinne des Wortes einfach ĂŒberwĂ€ltigend! Allein die ZunfthĂ€user sind Ă€ußerst schmuck:

Und wenn man sie dann auch noch samt ErklĂ€rbĂ€r-Text aus dem Internet sehr viel genauer unter die Lupe nimmt, entdeckt man an deren Fassaden Symbole, welche auf die jeweilige Zunft der damaligen Epoche hinweisen. Wundert es jemanden von euch, dass z.B. das Haus der Zunft der KrĂ€mer ausgerechnet ein Fuchs schmĂŒckt?

Weitere Symboliken wĂ€ren u.a. Schubkarren = Zunft der LebensmittelhĂ€ndler, Wölfin = Zunft der BogenschĂŒtzen, Schwan = Zunft der Fleischer, WindmĂŒhle = Zunft der MĂŒller und Zinnkrug = Zunft der Zimmerer und Wagenbauer. Wer mal selbst nach BrĂŒssel möchte, kann gerne bei mir die komplette Liste samt Hausnummern abfragen.

Das BrĂŒsseler Rathaus, welches ebenfalls auf diesem Platz steht, ist in der Nacht sogar noch imposanter als tagsĂŒber – seine Beleuchtung ist sehr gut durchdacht und einfach hervorragend!

Wir wĂ€ren abends vielleicht nicht mehr auf dem Platz gewesen, wenn der Zufall und das glĂŒckliche HĂ€ndchen von Kerstin aus Wiesbaden nicht im Spiel gewesen wĂ€ren    zwinker    denn Dank ihres Hinweises hat uns ihr Arbeitskollege Daniel, welcher gerade ebenfalls mit seiner Freundin die Osterzeit in Belgien verbrachte, kontaktiert und wir haben uns sehr schnell auf einen Treffpunkt fĂŒr ein Bierchen geeinigt. Ich kenne sowohl Kerstin als auch Daniel aus meiner Plastikkartenzeit und sie gehörten von Anfang an zu meinen Lieblingskunden, einfach weil wir uns dienstlich und privat schon immer sehr gut verstanden haben. An dem Abend aßen und tranken wir uns vom ursprĂŒnglichen Treffpunkt im Restaurant „Chez Leon“ mit traditioneller, belgischen KĂŒche ĂŒber das „Delirium Cafe“ mit belgischem Bier in allen erdenklichen Brauvarianten bis eben nach Einbruch der Dunkelheit ins „Le Roy d’Espagne“ am Grote Markt.

Wie man zweifelsfrei erkennen kann, hatten wir einen fabelhaften Abend zu viert    standard

NatĂŒrlich durfte bei unseren StreifzĂŒgen der Abstecher zu einem weiteren Wahrzeichen der Stadt nicht fehlen:

Genau, es ist das Atomium    standard    wobei wir uns hier nicht nur mit der Außenansicht begnĂŒgt haben, sondern auch trotz langer Warteschlangen das Innere erkunden wollten. Man kann einen Teil der GĂ€nge und Kugeln mit je 18 m Durchmesser zu Fuß ablaufen, sich mit der Geschichte des 102 m hohen Bauwerks vertraut machen und unter anderen auch einige faszinierende und mit Elektromusik kombinierte Lichtinstallationen bewundern. Über das Einreihen in einer weiteren Schlange gelangt man zum Abschluß via Aufzug direkt in die oberste Kugel, von wo aus man einen prima Ausblick auf die etwas entfernte Skyline, auf das ehemalige WeltausstellungsgelĂ€nde von 1935, auf das Expo-GelĂ€nde von 1958 und ĂŒber das mittlerweile recht vielfĂ€ltig genutzte, riesengroße GesamtgelĂ€nde hat.

Unter anderem sieht man von dort auch den Park Mini-Europa, welcher direkt zu FĂŒĂŸen des Atomiums liegt und zu dem wir glĂŒcklicherweise ein Kombiticket erworben hatten … also auf zu einem Ausflug nach Europa im Miniaturformat:

Wer diesen Park besucht, sollte unbedingt auf die vielen Kleinigkeiten achten, sonst entgehen euch womöglich ein paar interessante Details, welche rund um die berĂŒhmteste Bauwerke der EU-LĂ€nder positioniert sind, wie z.B. Sherlock Holmes & Dr. Watson auf der Jagd nach Prof. Moriarti:

Man kann dort unter anderem auch in verschiedene Rollen bzw. KostĂŒme schlĂŒpfen – was sagt ihr zu meinem Mann als Soldat der britischen Grenadier-Garde?

Wer uns kennt weiß, dass wir uns immer auch gerne neben der ĂŒblichen Touristenpfade bewegen wollen. In BrĂŒssel war es fĂŒr uns die in der gesamten Stadt verteilte Comic Strip-Route. Da die Belgier neben den Franzosen jede Menge zur europĂ€ischen und mitunter weltweiten Comic-Kultur beigetragen haben, ist die Huldigung in Form von fassadenfĂŒllenden Strips der jeweiligen Comic-Helden nicht weiter verwunderlich. Unser erstes FundstĂŒck dieser Route heißt „Oh! Lieve hemel“ , was man natĂŒrlich mit „Du lieber Himmel“ ĂŒbersetzt:

Es gibt aber auch Figuren aus sehr viel bekannteren Comics, wie z.B. Tim & Struppi, Asterix & Obelix, Stups & Steppke, Spirou & Fantasio, Marsupilami, Gaston oder wie auf dieser Fassade mit einer Szene aus „Lucky Luke“:

Man beachte das eingearbeitete Atomium im Hintergrund    standard

Auf einem anderen Bild hat man die Umgebung ebenfalls wunderbar integriert. Die derzeit eingerĂŒstete Kuppel gehört zum Justizpalast, spielt aber im Comic ebenfalls eine sehr wichtige Rolle:

Mein persönliches Favorit dieser Route wurde der weiße Hund Cubitus (hier als Manneken Pis), welcher wahrscheinlich nicht nur fĂŒr mich irgendwie doch sehr bĂ€rig aussieht    zwinker

Qualitativ hochwertige Wandmalereien spielen in BrĂŒssel ĂŒberhaupt eine große Rolle, egal ob an den Fassaden …

… oder als ein Teil der Inneneinrichtung, wie hier im Restaurant „Le Bugatti“ :

Da ist es fĂŒr mich nicht weiter ĂŒberraschend, dass die BrĂŒsseler ihren Stolz auf ihre Stadt ebenso in gemalter Form verkĂŒnden    zwinker

Der Ausflug nach Antwerpen war ebenfalls sehr interessant und kurzweilig. Auf dem Grote Markt gab es auch in dieser Stadt wunderschöne, sehr stylischen GebÀude aus lÀngst vergangener Zeit:

Noch wichtiger ist auf dem gleichen Platz allerdings der Brabobrunnen:

Die obere Figur zeigt den Stadtheld Silvius Brabo und wie man sofort erkennen kann, wirft er gerade eine abgehakte Hand weg. Der Überlieferung nach leitet sich der Name der Stadt Antwerpen eben genau von diesem „Hand werfen“ ab und bezieht sich dabei auf eine Legende, in welcher Brabo einen Riesen besiegt. Der Riese hat am Ufer des Flusses Schelde von allen Vorbeifahrenden Wegzoll verlang und wer es nicht bezahlen konnte, bĂŒĂŸte bei dem gierigen Druon Antigon seine rechte Hand. Letztendlich bekĂ€mpft Brabo den Riesen und was mit der Hand des Unterlegenden passiert, sieht man ganz deutlich an jener Bronzeplastik.

Eine andere Skulptur diese Stadt bezieht sich auf das Buch „Ein Hund von Flandern“ und zeigt den Jungen Nello mit seinem Hund Patrasche:

Die beiden sind wirklich sehr sĂŒĂŸ, aber die dazugehörige Geschichte ist allerdings ganz schön traurig.

NatĂŒrlich haben wir auch den berĂŒhmten Bahnhof in Antwerpen besucht und konnten die Begeisterung jener Bekannten und Freunde teilen, die schon mal dort waren und uns darĂŒber berichteten. Er ist regelrecht palastartig – sowohl von Außen …

… als auch von Innen!

Weniger Begeisterung lösten bei uns die Diamantenauslagen im Diamantenviertel aus …    zwinker

… denn die richtig schönen SchmuckstĂŒcke samt hochwertiger Steinchen verbargen sich hauptsĂ€chlich nur hinter heruntergelassenen RolllĂ€den und in den Auslagen der LĂ€den, welche wir aus Mangel am nötigen Kleingeld natĂŒrlich nicht betraten.

Das Geburtshaus von Rubens hat uns optisch auch nicht besonders beeindruckt. Ein wenig ungĂŒnstig fanden wir zudem die Lage eines modernen Glaspavillons mit allem erdenklichen Merchandising zu dem KĂŒnstler, welcher direkt gegenĂŒber der alten Fassade erbaut worden war und somit die Möglichkeit verhinderte, zumindest ein halbwegs ordentliches Foto der gesamten HĂ€userfront zu machen:

Wenn man dann genug von der Innenstadt gesehen hat, empfehlen wir auf jeden Fall noch einen Besuch des Beginenhofes. Dieser liegt nicht direkt im Stadtzentrum und man muss ein wenig laufen, aber dafĂŒr ist er eine wunderbare Oase der Ruhe inmitten eines dichten Verkehrsaufkommens. Beginen waren sehr glĂ€ubige Frauen, welche in klosterĂ€hnlichen Einrichtungen lebten, ohne dass sie ein KlostergelĂŒbde ablegten und im Gegensatz zu Nonnen weitaus mehr Freiheiten hatten. Der Antwerpener Beginenhof existiert dort seit Mitte des 16. Jahrhunderts:

Auch der umzĂ€unte Garten in der Mitte der Anlage ist sehr einladend und am fĂŒr uns einzigen Zugang an diesem Tag war zudem ein großes Schild mit nur einem einzigen Wort in mehreren Sprachen aufgehĂ€ngt: Stille … ganz ehrlich, man kommt unweigerlich automatisch zur absoluten Ruhe. FĂŒr uns war es jedenfalls eine sehr, sehr entspannende und entschleunigende Gegend:

Die letzte Begine starb 1986, seitdem ist das gesamte Areal ein „normales“ Wohnviertel geworden. Aber dennoch hĂ€lt man sich noch immer sehr an das Gebot der Ruhe – ich denke, die Einwohner genießen das sehr    standard

Bei so viel Herumlaufen hatten wir logischerweise immer mal wieder Hunger    standard    und natĂŒrlich freute ich mich sehr auf die klassische KĂŒche Belgiens – hier ganz vortrefflich in nur einem Bild festgehalten:

Pommes mit Muscheln habe ich wĂ€hrend unseres Frankreich-Urlaubs 2006 bei Kerstin kennen und lieben gelernt und hier konnte ich mich diesbezĂŒglich wieder voll und ganz ausleben    zwinker

Carsten hielt sich eher an die fleischigen GenĂŒsse der Belgier, wie hier z.B. das Filet Americain – einem mit Kapern und Worcestersauce gewĂŒrzten Rindertatar:

Er hat sich auch an Vol au Vent (HĂŒhnerfrikassee mit BlĂ€tterteig) …

… sowie an Stoovflees (Schmorfleischeintopf) herangewagt und wurde zu keiner Zeit enttĂ€uscht:

Das grĂŒne „Zeug“ im Hintergrund war ĂŒbrigens mein Essen: Paling in het groen, zur Deutsch „SĂŒĂŸwasseraal mit grĂŒner KrĂ€utersauce“. Ich fand es zwar sehr lecker, wenn bloß nicht immer wieder diese kleinen, störenden GrĂ€ten wĂ€ren    zwinker

Was man (jedenfalls als Dresdner) in Belgien gar nicht zu essen braucht: Döner oder DĂŒrĂŒm. Denn die Portionen sind echt mickrig und zu wenig gefĂŒllt im Vergleich zu dem, was wir aus Dresden, Sachsen oder auch Deutschland kennen. Carstens EnttĂ€uschung kann man sicher in seinem Gesicht ablesen:

Waffeln wiederum konnte man ganz gut essen – der Geschmack war toll und erst die GrĂ¶ĂŸe ist gar nicht so ĂŒbel    zwinker

Da wir zu Osterzeit unterwegs waren, haben wir natĂŒrlich auch das eine oder das andere Schokoladenei gefunden:

Belgische Pralinen sind zwar ein Muss, aber am Ende hat mein armer Mann gesagt: „Ich habe noch nie im meinen Leben so viel Geld fĂŒr so wenig Schokolade ausgegeben!“. 100 g schlagen mitunter gleich mal mit bis zu 10 Euro zu Buche und fĂŒr diese Quer-durchs-Sortiment-Packung mit 390 g waren gleich 30 Euro fĂ€llig:

Aber ich bin der Meinung, dass belgische Schokolade auf jeden Fall etwas richtig Leckeres ist!

Am Ostermontag dĂŒsten wir dann direkt nach dem FrĂŒhstĂŒck im Hotel auf direktem Weg gen Dresden, denn am Dienstagmorgen rief schon wieder der Arbeitsalltag an die Werkbank namens Schreibtisch. Es waren aber wunderbare, lustige und sonnige Tage mit herrlichen Begegnungen, so vielen positiven Erlebnissen, großartigen und sicherlich auf lange Zeit bleibenden EindrĂŒcken, so vielen kleinen Entdeckungen und vor allem gutem Essen – obwohl es nur ein Kurzurlaub war, fĂŒhlte er sich beinah wie ein vollwertiger mit zwei oder mehr Wochen an!