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Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2019 19.
Mai

Der Monat Mai hat sich bislang zwar recht kĂŒhl und vergleichsweise bewölkt gezeigt, aber das tat unserem Freizeitspaß dennoch keinen Abbruch. NatĂŒrlich legt man als Arbeitnehmer sehr gerne einige Erlebnisse lieber auf ein ganzes Wochenende, als nur auf ein kleines VergnĂŒgen am vergleichsweise kurzen Feierabend … das gilt fĂŒr uns in erster Linie bei Treffen mit Leuten und den damit ggf. verknĂŒpften Kurztrips. Als uns Jesus, welchen wir letztes Jahr ĂŒber Couchsurfing in Miami kennenlernten, im Dezember in Dresden besuchte, haben wir gleich das erste Mai-Wochenende fĂŒr ein Gegentreffen seiner neuen Wahlheimat eingeplant. Er wohnt jetzt seit etwa einem Jahr in Frankfurt am Main, da er ein Arbeitsvisum fĂŒr Deutschland bekam und dort seinem Beruf im Bankenumfeld am besten nachkommen konnte. Da sowohl Carsten als auch ich von Frankfurt bislang außer der Messe und dem Flughafen kaum etwas anderes gesehen haben, waren wir natĂŒrlich sehr gespannt, was die Stadt sonst noch so zu bieten hat. Was soll ich sagen – wir sind sehr positiv ĂŒberrascht worden!

Eines der schönsten Erlebnisse war eine StadtfĂŒhrung, die von Frankfurt Free Walking Tour angeboten wurde. Unser Tourguide hieß Jenna … 

… und sie hat uns trotz des immer wieder aufs Neue einsetzenden Regens durch einige interessante Ecken der Stadt gefĂŒhrt, auf die wir sonst sicherlich nicht aufmerksam geworden wĂ€ren.

Wir waren eine durch und durch sehr bunt gemischte, aber sehr lockere Gruppe und Carsten witzigerweise der einzige Deutsche von uns allen:

Wir konnten uns unterwegs immer wieder mit den anderen Teilnehmern aus USA, Großbritannien, Schweiz, Bosnien, Singapur, Schweiz, Indien, Weißrußland, Rußland und Brasilien ĂŒber alles Mögliche austauschen und hatten trotz der Sprachenvielfalt sehr, sehr viel Spaß miteinander. Am Ende haben wir uns sogar mit dem jungen Inder Nishant (2. v. r.) angefreundet und fast den gesamten restlichen Tag zusammen verbracht:

Den alten Kern der Innenstadt, genauer gesagt den Römerplatz mit seinen besonders kunstvollen FachwerkhÀusern und einem majestÀtischen Rathaus, fanden wir auf Anhieb sehr sympatisch:

Der Platz hat allerdings auch eine, geschichtlich betrachtet, traurige Stelle:

Bei den dort auf den Buchseiten aufgefĂŒhrten Schriftstellern sind ĂŒbrigens auch zwei aus Dresden mit dabei: Ludwig Renn und Erich KĂ€stner.

Eine weitere, fĂŒr Deutschland historisch sehr bedeutende StĂ€tte, welche uns Jenna zeigte, war die Paulskirche. Dort tagten im Jahre 1848 sowohl das Deutsche Vorparlament als auch die Deutsche Nationalversammlung, bei der die Fragen bezĂŒglich einer Deutschen Verfassung, dem Aufbau des Staates und auch die Ausdehnung des kĂŒnftigen deutschen Reiches vereinbart wurde.

Bei unserer z.T. alternativen StadtfĂŒhrung steuerten wir auch ein paar historisch nicht so bedeutenden Anlaufpunkte an, die aber genau so zu Frankfurt dazugehören, wie die GrĂŒne Soße … dazu spĂ€ter mehr. Wie lernten dabei eben auch etwas ĂŒber die Drogenszene und die mitunter sehr erfolgreichen Gegenmaßnahmen (Stichwort: DrĂŒckerstuben) und das nicht gerade kleine Rotlichtviertel der Stadt:

Bezeichnenderweise liegt dieses ganz nah am Bankenviertel und wie man so erfahren hat, wird hier wohl ausgerechnet zur Mittagszeit der grĂ¶ĂŸte Umsatz erzielt – ein Schuft, wer Bö(r)ses dabei denkt …

Zudem gibt es in Frankfurt so einige Spidermanfiguren an den Fassaden und auf den DĂ€chern zu entdecken: mal in seiner klassischen Gestalt …

… oder durchaus auch als Venom (schwarz statt rot), wie hier auf dem Vordach der „Bar ohne Namen“ :

Aber all das ist nur ein Bruchteil der FĂŒhrung gewesen – um alles darĂŒber zu erfahren, kann ich jedem eine solche Tour durch die Stadt nur sehr ans Herz legen, denn man erfĂ€hrt unter anderem noch, wo das Geburtshaus von Goethe steht, warum auf der Dachspitze vom Frankfurter Rathaus eine Katze sitzt, welche Rolle Kaugummis bei der Stadtentwicklung gespielt haben und wozu die oben erwĂ€hnten DrogenkonsumrĂ€ume gut sind bzw. was damit erzielt wurde.

Nach dieser ca. 2,5 Stunden langen Tour folgten wir sehr gerne der Restaurantempfehlung von Jenna, um auch noch das klassische Gericht aus dieser Gegend probieren zu können: Frankfurter GrĂŒne Soße und natĂŒrlich dem allseits bekannten Apfelwein (Ebblewoi). Die Apfelweinwirtschaft „Dax“ befindet sich in Sachsenhausen, DEM Kneipengebiet der Stadt, und lĂ€dt in urgemĂŒtlicher AtmosphĂ€re zum Sitzen, Essen und Trinken ein.

Zur „Grie Soß“, dem kalten Sieben-KrĂ€uter-Mix, haben Carsten, Jesus und ich jeweils ein Schnitzel genommen, Nishant entschied sich fĂŒr die vegetarische und eigentlich sehr viel ursprĂŒnglicheren Zusammenstellung mit gekochten Eiern. Beide Variationen sind Ă€ußerst lecker!

Am darauffolgendem Tag haben wir auf den Rat von Maria, der Freundin von Jesus, gehört und sind, obwohl ursprĂŒnglich ein Verlassen Frankfurts nicht geplant war, mit den beiden im Auto zum ca. 70 km entfernten RĂŒdesheim aufgebrochen. Bereits auf dem Weg dorthin waren Carsten und ich von der Schönheit des Rheintals sehr angetan – vor allem die Menge an Burgen und Burgruinen hat uns sehr ĂŒberrascht. Wir wollten unbedingt zur Loreley, denn wenn man schon einmal in dieser Gegend ist, muss man diesen Felsen einfach gesehen haben!

Die Loreley selber sitzt allerdings nicht wie man erwarten könnte dort oben, sondern unten, direkt am Rhein – ganz vorne auf der Spitze der Hafendamm-Mole bei St. Goarshausen (am Ende der Landzunge links im Bild):

Von dort war der Rhein natĂŒrlich im Nu zu erreichen und ich konnte der Versuchung, meine FĂŒĂŸe ins Wasser einzutauchen, einfach nicht widerstehen. Das Beweisbild gibt es wie immer in meiner FĂŒĂŸe-im-Wasser-Fotosammlung    standard

Auf dem RĂŒckweg fuhren wir fĂŒr einen weiteren Zwischenstopp nach RĂŒdesheim. Diese Stadt ist touristisch voll und ganz erschlossen, wie wir beim Schlendern durch die gerade mal 2 m breite Drosselgasse und die benachbarten StrĂ€ĂŸchen und GĂ€sschen schnell feststellen mussten. Nippes und Tand aus ganz Deutschland (z.B. Kuckucksuhren aus dem Schwarzwald, Weihnachtsfiguren aus dem Erzgebirge und Diverses aus Bayern) wird hier dem internationalen Publikum zum Kauf angeboten, sodass uns persönlich sogar ein wenig der direkte Bezug zum Rheintal und der Weinregion fehlte – hier kann man sich fĂŒr die Lieben daheim gleich mit allem eindecken, was man sicherlich sonst nur mĂŒhsam auf einer Fahrt durch alle 16 BundeslĂ€nder zusammenklauben könnte:

Zum GlĂŒck waren wir aber noch weit außerhalb der Saison, denn ich kann mir vorstellen, dass es hier in der Sommerzeit von Touris nur so wimmelt. Obwohl die HĂ€uschen und LĂ€den mitunter sehr hĂŒbsch sind, wenn auch zum Teil inzwischen etwas abgerockt, waren wir mit der Besichtigung doch recht schnell fertig, denn inzwischen forderten Hunger und Durst ihren Tribut. Maria hat deshalb ein Abendessen auf dem „Weingut Magdalenenhof“ vorgeschlagen und wir als AuswĂ€rtige haben uns voll darauf eingelassen. Bereut haben wir nix, denn die Empfehlung war echt klasse! Maria, Jesus und ich gönnten uns zu dritt diesen Testkreisel der dortigen Weine:

GlĂŒcklicherweise haben sich unsere Geschmacksknospen auf unterschiedliche Weine gefreut und so waren wir uns nach kurzem Nippen von allen GlĂ€sern sehr schnell einig, wer was am liebsten trinkt. Das Essen war aber auch sehr lecker und die KĂ€seplatte fĂŒr zwei Personen war einfach genial – fĂŒr 17 Euro Ă€ußerst ĂŒppig und vielfĂ€ltig:

Erst am Montag sind Carsten und ich wieder zurĂŒck nach Dresden gefahren, denn Dank unserer Überstunden konnten wir den gesamten Tag fĂŒr eine völlig entspannte RĂŒckreise gen Osten freimachen. Unsere Arbeitswoche war dadurch natĂŒrlich kĂŒrzer und das nĂ€chste Wochenende fing fĂŒr uns bereits schon gleich am Freitagabend wieder mit einen kleinen Event an. Lars Hitzing, einer der Phrase4– Stammautoren, hat ein neues Buch veröffentlicht. So planten wir am 10. Mai im kleinen, sehr liebevoll ausgestatteten Buchladen Shakespeares Enkel die Premiere seines neuen Kurzgeschichtenbands „Destiller’s Edition“ ein.

NatĂŒrlich wurden ein paar Geschichten daraus vorgelesen und einige davon habe ich bereits im Rahmen der Phrase4-LesebĂŒhne gehört. Die Frau zur Lars‘ Linken ist ĂŒbrigens Katharina Salomo, seine Verlegerin:

Es war ein sehr vergnĂŒglicher Abend mit guten Storys, interessanten GesprĂ€chen nach der Lesung der vier ausgewĂ€hlten Geschichten und auch einigen GlĂ€sern mit leckeren Quittenwein aus der kleinen Eckkneipe gegenĂŒber    standard

Am darauffolgenden Samstag wollten Carsten und ich an einer Igeltour teilnehmen, die am Dr.-KĂŒlz-Ring in der Innenstadt beginnen sollte. Wir waren zwar zusammen mit weiteren 10 Interessierten rechtzeitig an Ort und Stelle, doch am Ende fehlte die Tourleiterin. Das war uns noch nie passiert! Nachdem wir alle ganz brav eine gute halbe Stunde auf die Frau gewartet haben, sind wir leicht enttĂ€uscht auseinander gegangen. Immerhin hatten wir aber superschönes Wetter und wir entdeckten auf dem Altmarkt einen kleinen FrĂŒhlingsmarkt, welcher weit sichtbar durch einen in den blauen Himmel ragenden Maibaum angekĂŒndigt wurde:

Dort schlenderten wir etwas herum und auf der Prager Straße entdeckten wir auch noch, dass dort gerade die 1. Dresdner Bierbörse erneut zum Herumlaufen und Verweilen einlud. Zur Mittagszeit war es mir fĂŒr ein Bier noch etwas zu frĂŒh, aber obgleich dieses neuen Wissens kehrten wir am Nachmittag nochmals mit Kerstin ganz spontan dorthin zurĂŒck. Eigentlich hatten wir uns nur zum Kaffee verabredet, aber um das schöne Wetter so richtig ausnutzen zu können, liefen wir zu dritt noch einmal an den StĂ€nden der beiden MĂ€rkte vorbei. Carstens Interesse lag wie ĂŒblich eher beim Essen …

… wĂ€hrend ich mich mit den Schottischen Biersorten beschĂ€ftigt habe. Das GetrĂ€nk auf dem Tisch (s.o.) ist Scottish Brown Ale. Die andere Sorte (s.u. rechts) hieß Belhaven Stout und war wirklich-wirklich dunkel!

Wie man unschwer erkennt, lĂ€ĂŸt Carstens Cola die Sonnenstrahlen noch durch, bei meinem Stout hat das nicht mehr funktioniert    standard
Wir hatten alle unseren Spaß dort und wurden auch kulinarisch je nach Geschmack fĂŒndig.

Aber das noch laufende Wochenende ist (endlich mal) gĂ€nzlich ereignislos und so komme ich wenigstens heute dazu, einmal ĂŒber die zwei davor liegenden zu berichten    zwinker    fĂŒr die kommenden Wochen und Wochenenden haben sich schon wieder viele Termine bei uns eingefunden – dazu aber erst spĂ€ter an dieser Stelle mehr.



2019 11.
Mai

Vor Wochen haben wir an beide Kinder die Frage gestellt, ob sie ein gemeinsames Osterwochenende einplanen wĂŒrden. Als dies mit nachvollziehbaren BegrĂŒndungen verneint wurde, suchten Carsten und ich nach einer alternativen BeschĂ€ftigung und beschlossen, die vier kombinierbaren, arbeitsfreien Ostertage (Karfreitag bis Ostermontag) fĂŒr eine weitere Tour durch Europa zu nutzen. Schließlich gibt es ja noch so viele Reiseziele auf unserer Wunschliste, die endlich mal besucht werden möchten. Nach Sichtung dieser fiel die Entscheidung kurzerhand auf Belgien und als Stadt wĂ€hlten wir BrĂŒssel plus Antwerpen im Rahmen eines Tagesausflugs, weil es nur ca. 55 km entfernt liegt.

Auf unserem Arbeitszeitkonto gab es zudem noch ausreichend Überstunden, um den Mittwochnachmittag und den ganzen Donnerstag frei zu nehmen. Daher verließen wir schon am 17. als Mittagskinder (fĂŒr die Nicht-DDRler: gegen 12:00) die Arbeit und machten uns mit dem Suzuki schnellstmöglich auf die A4 in Richtung Chemnitz auf. FĂŒr den gesamten Weg bis nach BrĂŒssel – immerhin fast 800 km – war es allerdings schon zu spĂ€t und somit haben wir im Vorfeld fĂŒr einen geplanten Zwischenstopp ein Zimmer im Ibis Budget Essen-Nord gebucht. Warum ausgerechnet dort, da es zudem etwas abseits der direkten Route zwischen Dresden und BrĂŒssel liegt ? Nennen wir es mal Sehnsucht … das Abendessen gab es in der Pizzeria „Bei Salvatore“ , welche zu Carstens Schulzeit quasi das Stammlokal fĂŒr einen großen Salatteller war. Inzwischen kann ich meinem Mann aber beipflichten, dass es dort mit Abstand neben einem ĂŒppigen und Ă€ußerst leckeren Salatmix eben auch die besten Pizzabrötchen mit selbstgemachter Knoblauchbutter gibt.

Am Donnerstag ging es nach einem ebenfalls nostalgisch beeinflussten FrĂŒhstĂŒck in einer der zahlreichen Filialen der BĂ€ckerei Döbbe (lecker Ei-Brötchen !) dann auf direktem Weg gen BrĂŒssel. Das Osterwetter in Belgien war glĂŒcklicherweise genau so sommerlich wie in Deutschland und wir konnten uns bei strahlendem Sonnenschein so vieles in der Stadt ansehen.

SelbstverstĂ€ndlich auch das weltweit bekannte Manneken Pis – den pinkelnden Jungen. Um diese nur ca. 60 cm große Bronzeskulptur zu sehen, musste man sich allerdings schon mit viel MĂŒhe einen guten Platz zwischen den unzĂ€hligen Touristen erobern, die genauso wie wir das wohl meist erwĂ€hnte Wahrzeichen von BrĂŒssel fotografieren wollten:

Ähnlich voll war es auch in der engen Gasse beim Jaenneke Pis – dem ebenfalls Wasser lassenden MĂ€dchen:

Dagegen war beim wesentlich dezentraler aufgestellten Zinneke Pis, dem Hund mit hochgehobenen Bein, kaum ein Besucher zu sehen:

Weitere Orte, welche bei einem Abstecher nach BrĂŒssel gesehen werden mĂŒssen, sollen nun in Wort und Bild folgen. Dazu gehört zweifelsohne der Königspalast. Wir haben diesen zwar nur von Außen betrachtet, was aber auch ziemlich imposant war:

Ein anderes Bauwerk der Stadt hat uns obgleich seiner GrĂ¶ĂŸe und Gestaltung recht unerwartet beeindruckt: der Triumphbogen im Jubelpark:

Dieser ist mit seiner oben aufgesetzten Quadriga ca. 50 m hoch, wĂ€hrend das uns wesentlich bekanntere Brandenburger Tor in Berlin gerade einmal eine Höhe von 26 m hat. Diese doppelte GrĂ¶ĂŸe schindet schon ganz schön Eindruck, wenn man erst einmal davorsteht.

Wir besuchten auch das sehr modern hochgezogene EU-Viertel, denn man möchte ja schon mal gerne sehen, wo ein Teil unserer Steuern versackt    zwinker

Vom Parlamentarium, dem Besucherzentrum des EU-Parlaments, haben wir uns allerdings sehr viel mehr an Informationen zur EU samt deren Entwicklung (EG -> EU) und Geld (ECU -> Euro) erhofft, als wir am Ende bekommen haben. Wir sind nach der Stunde darin jedenfalls um eine weitere Erkenntnis reicher geworden: Zu viel Multimedia in einer Ausstellung kann am Ende auch daneben gehen … man hĂ€tte unserer Meinung nach sicherlich vieles besser und interessanter gestalten können. Zum GlĂŒck war der Eintritt kostenfrei.

Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt zu sehen, hat uns trotz der großen Menschenmenge weitaus mehr Spaß gemacht: der Grand Place / Grote Markt ist im positiven Sinne des Wortes einfach ĂŒberwĂ€ltigend! Allein die ZunfthĂ€user sind Ă€ußerst schmuck:

Und wenn man sie dann auch noch samt ErklĂ€rbĂ€r-Text aus dem Internet sehr viel genauer unter die Lupe nimmt, entdeckt man an deren Fassaden Symbole, welche auf die jeweilige Zunft der damaligen Epoche hinweisen. Wundert es jemanden von euch, dass z.B. das Haus der Zunft der KrĂ€mer ausgerechnet ein Fuchs schmĂŒckt?

Weitere Symboliken wĂ€ren u.a. Schubkarren = Zunft der LebensmittelhĂ€ndler, Wölfin = Zunft der BogenschĂŒtzen, Schwan = Zunft der Fleischer, WindmĂŒhle = Zunft der MĂŒller und Zinnkrug = Zunft der Zimmerer und Wagenbauer. Wer mal selbst nach BrĂŒssel möchte, kann gerne bei mir die komplette Liste samt Hausnummern abfragen.

Das BrĂŒsseler Rathaus, welches ebenfalls auf diesem Platz steht, ist in der Nacht sogar noch imposanter als tagsĂŒber – seine Beleuchtung ist sehr gut durchdacht und einfach hervorragend!

Wir wĂ€ren abends vielleicht nicht mehr auf dem Platz gewesen, wenn der Zufall und das glĂŒckliche HĂ€ndchen von Kerstin aus Wiesbaden nicht im Spiel gewesen wĂ€ren    zwinker    denn Dank ihres Hinweises hat uns ihr Arbeitskollege Daniel, welcher gerade ebenfalls mit seiner Freundin die Osterzeit in Belgien verbrachte, kontaktiert und wir haben uns sehr schnell auf einen Treffpunkt fĂŒr ein Bierchen geeinigt. Ich kenne sowohl Kerstin als auch Daniel aus meiner Plastikkartenzeit und sie gehörten von Anfang an zu meinen Lieblingskunden, einfach weil wir uns dienstlich und privat schon immer sehr gut verstanden haben. An dem Abend aßen und tranken wir uns vom ursprĂŒnglichen Treffpunkt im Restaurant „Chez Leon“ mit traditioneller, belgischen KĂŒche ĂŒber das „Delirium Cafe“ mit belgischem Bier in allen erdenklichen Brauvarianten bis eben nach Einbruch der Dunkelheit ins „Le Roy d’Espagne“ am Grote Markt.

Wie man zweifelsfrei erkennen kann, hatten wir einen fabelhaften Abend zu viert    standard

NatĂŒrlich durfte bei unseren StreifzĂŒgen der Abstecher zu einem weiteren Wahrzeichen der Stadt nicht fehlen:

Genau, es ist das Atomium    standard    wobei wir uns hier nicht nur mit der Außenansicht begnĂŒgt haben, sondern auch trotz langer Warteschlangen das Innere erkunden wollten. Man kann einen Teil der GĂ€nge und Kugeln mit je 18 m Durchmesser zu Fuß ablaufen, sich mit der Geschichte des 102 m hohen Bauwerks vertraut machen und unter anderen auch einige faszinierende und mit Elektromusik kombinierte Lichtinstallationen bewundern. Über das Einreihen in einer weiteren Schlange gelangt man zum Abschluß via Aufzug direkt in die oberste Kugel, von wo aus man einen prima Ausblick auf die etwas entfernte Skyline, auf das ehemalige WeltausstellungsgelĂ€nde von 1935, auf das Expo-GelĂ€nde von 1958 und ĂŒber das mittlerweile recht vielfĂ€ltig genutzte, riesengroße GesamtgelĂ€nde hat.

Unter anderem sieht man von dort auch den Park Mini-Europa, welcher direkt zu FĂŒĂŸen des Atomiums liegt und zu dem wir glĂŒcklicherweise ein Kombiticket erworben hatten … also auf zu einem Ausflug nach Europa im Miniaturformat:

Wer diesen Park besucht, sollte unbedingt auf die vielen Kleinigkeiten achten, sonst entgehen euch womöglich ein paar interessante Details, welche rund um die berĂŒhmteste Bauwerke der EU-LĂ€nder positioniert sind, wie z.B. Sherlock Holmes & Dr. Watson auf der Jagd nach Prof. Moriarti:

Man kann dort unter anderem auch in verschiedene Rollen bzw. KostĂŒme schlĂŒpfen – was sagt ihr zu meinem Mann als Soldat der britischen Grenadier-Garde?

Wer uns kennt weiß, dass wir uns immer auch gerne neben der ĂŒblichen Touristenpfade bewegen wollen. In BrĂŒssel war es fĂŒr uns die in der gesamten Stadt verteilte Comic Strip-Route. Da die Belgier neben den Franzosen jede Menge zur europĂ€ischen und mitunter weltweiten Comic-Kultur beigetragen haben, ist die Huldigung in Form von fassadenfĂŒllenden Strips der jeweiligen Comic-Helden nicht weiter verwunderlich. Unser erstes FundstĂŒck dieser Route heißt „Oh! Lieve hemel“ , was man natĂŒrlich mit „Du lieber Himmel“ ĂŒbersetzt:

Es gibt aber auch Figuren aus sehr viel bekannteren Comics, wie z.B. Tim & Struppi, Asterix & Obelix, Stups & Steppke, Spirou & Fantasio, Marsupilami, Gaston oder wie auf dieser Fassade mit einer Szene aus „Lucky Luke“:

Man beachte das eingearbeitete Atomium im Hintergrund    standard

Auf einem anderen Bild hat man die Umgebung ebenfalls wunderbar integriert. Die derzeit eingerĂŒstete Kuppel gehört zum Justizpalast, spielt aber im Comic ebenfalls eine sehr wichtige Rolle:

Mein persönliches Favorit dieser Route wurde der weiße Hund Cubitus (hier als Manneken Pis), welcher wahrscheinlich nicht nur fĂŒr mich irgendwie doch sehr bĂ€rig aussieht    zwinker

Qualitativ hochwertige Wandmalereien spielen in BrĂŒssel ĂŒberhaupt eine große Rolle, egal ob an den Fassaden …

… oder als ein Teil der Inneneinrichtung, wie hier im Restaurant „Le Bugatti“ :

Da ist es fĂŒr mich nicht weiter ĂŒberraschend, dass die BrĂŒsseler ihren Stolz auf ihre Stadt ebenso in gemalter Form verkĂŒnden    zwinker

Der Ausflug nach Antwerpen war ebenfalls sehr interessant und kurzweilig. Auf dem Grote Markt gab es auch in dieser Stadt wunderschöne, sehr stylischen GebÀude aus lÀngst vergangener Zeit:

Noch wichtiger ist auf dem gleichen Platz allerdings der Brabobrunnen:

Die obere Figur zeigt den Stadtheld Silvius Brabo und wie man sofort erkennen kann, wirft er gerade eine abgehakte Hand weg. Der Überlieferung nach leitet sich der Name der Stadt Antwerpen eben genau von diesem „Hand werfen“ ab und bezieht sich dabei auf eine Legende, in welcher Brabo einen Riesen besiegt. Der Riese hat am Ufer des Flusses Schelde von allen Vorbeifahrenden Wegzoll verlang und wer es nicht bezahlen konnte, bĂŒĂŸte bei dem gierigen Druon Antigon seine rechte Hand. Letztendlich bekĂ€mpft Brabo den Riesen und was mit der Hand des Unterlegenden passiert, sieht man ganz deutlich an jener Bronzeplastik.

Eine andere Skulptur diese Stadt bezieht sich auf das Buch „Ein Hund von Flandern“ und zeigt den Jungen Nello mit seinem Hund Patrasche:

Die beiden sind wirklich sehr sĂŒĂŸ, aber die dazugehörige Geschichte ist allerdings ganz schön traurig.

NatĂŒrlich haben wir auch den berĂŒhmten Bahnhof in Antwerpen besucht und konnten die Begeisterung jener Bekannten und Freunde teilen, die schon mal dort waren und uns darĂŒber berichteten. Er ist regelrecht palastartig – sowohl von Außen …

… als auch von Innen!

Weniger Begeisterung lösten bei uns die Diamantenauslagen im Diamantenviertel aus …    zwinker

… denn die richtig schönen SchmuckstĂŒcke samt hochwertiger Steinchen verbargen sich hauptsĂ€chlich nur hinter heruntergelassenen RolllĂ€den und in den Auslagen der LĂ€den, welche wir aus Mangel am nötigen Kleingeld natĂŒrlich nicht betraten.

Das Geburtshaus von Rubens hat uns optisch auch nicht besonders beeindruckt. Ein wenig ungĂŒnstig fanden wir zudem die Lage eines modernen Glaspavillons mit allem erdenklichen Merchandising zu dem KĂŒnstler, welcher direkt gegenĂŒber der alten Fassade erbaut worden war und somit die Möglichkeit verhinderte, zumindest ein halbwegs ordentliches Foto der gesamten HĂ€userfront zu machen:

Wenn man dann genug von der Innenstadt gesehen hat, empfehlen wir auf jeden Fall noch einen Besuch des Beginenhofes. Dieser liegt nicht direkt im Stadtzentrum und man muss ein wenig laufen, aber dafĂŒr ist er eine wunderbare Oase der Ruhe inmitten eines dichten Verkehrsaufkommens. Beginen waren sehr glĂ€ubige Frauen, welche in klosterĂ€hnlichen Einrichtungen lebten, ohne dass sie ein KlostergelĂŒbde ablegten und im Gegensatz zu Nonnen weitaus mehr Freiheiten hatten. Der Antwerpener Beginenhof existiert dort seit Mitte des 16. Jahrhunderts:

Auch der umzĂ€unte Garten in der Mitte der Anlage ist sehr einladend und am fĂŒr uns einzigen Zugang an diesem Tag war zudem ein großes Schild mit nur einem einzigen Wort in mehreren Sprachen aufgehĂ€ngt: Stille … ganz ehrlich, man kommt unweigerlich automatisch zur absoluten Ruhe. FĂŒr uns war es jedenfalls eine sehr, sehr entspannende und entschleunigende Gegend:

Die letzte Begine starb 1986, seitdem ist das gesamte Areal ein „normales“ Wohnviertel geworden. Aber dennoch hĂ€lt man sich noch immer sehr an das Gebot der Ruhe – ich denke, die Einwohner genießen das sehr    standard

Bei so viel Herumlaufen hatten wir logischerweise immer mal wieder Hunger    standard    und natĂŒrlich freute ich mich sehr auf die klassische KĂŒche Belgiens – hier ganz vortrefflich in nur einem Bild festgehalten:

Pommes mit Muscheln habe ich wĂ€hrend unseres Frankreich-Urlaubs 2006 bei Kerstin kennen und lieben gelernt und hier konnte ich mich diesbezĂŒglich wieder voll und ganz ausleben    zwinker

Carsten hielt sich eher an die fleischigen GenĂŒsse der Belgier, wie hier z.B. das Filet Americain – einem mit Kapern und Worcestersauce gewĂŒrzten Rindertatar:

Er hat sich auch an Vol au Vent (HĂŒhnerfrikassee mit BlĂ€tterteig) …

… sowie an Stoovflees (Schmorfleischeintopf) herangewagt und wurde zu keiner Zeit enttĂ€uscht:

Das grĂŒne „Zeug“ im Hintergrund war ĂŒbrigens mein Essen: Paling in het groen, zur Deutsch „SĂŒĂŸwasseraal mit grĂŒner KrĂ€utersauce“. Ich fand es zwar sehr lecker, wenn bloß nicht immer wieder diese kleinen, störenden GrĂ€ten wĂ€ren    zwinker

Was man (jedenfalls als Dresdner) in Belgien gar nicht zu essen braucht: Döner oder DĂŒrĂŒm. Denn die Portionen sind echt mickrig und zu wenig gefĂŒllt im Vergleich zu dem, was wir aus Dresden, Sachsen oder auch Deutschland kennen. Carstens EnttĂ€uschung kann man sicher in seinem Gesicht ablesen:

Waffeln wiederum konnte man ganz gut essen – der Geschmack war toll und erst die GrĂ¶ĂŸe ist gar nicht so ĂŒbel    zwinker

Da wir zu Osterzeit unterwegs waren, haben wir natĂŒrlich auch das eine oder das andere Schokoladenei gefunden:

Belgische Pralinen sind zwar ein Muss, aber am Ende hat mein armer Mann gesagt: „Ich habe noch nie im meinen Leben so viel Geld fĂŒr so wenig Schokolade ausgegeben!“. 100 g schlagen mitunter gleich mal mit bis zu 10 Euro zu Buche und fĂŒr diese Quer-durchs-Sortiment-Packung mit 390 g waren gleich 30 Euro fĂ€llig:

Aber ich bin der Meinung, dass belgische Schokolade auf jeden Fall etwas richtig Leckeres ist!

Am Ostermontag dĂŒsten wir dann direkt nach dem FrĂŒhstĂŒck im Hotel auf direktem Weg gen Dresden, denn am Dienstagmorgen rief schon wieder der Arbeitsalltag an die Werkbank namens Schreibtisch. Es waren aber wunderbare, lustige und sonnige Tage mit herrlichen Begegnungen, so vielen positiven Erlebnissen, großartigen und sicherlich auf lange Zeit bleibenden EindrĂŒcken, so vielen kleinen Entdeckungen und vor allem gutem Essen – obwohl es nur ein Kurzurlaub war, fĂŒhlte er sich beinah wie ein vollwertiger mit zwei oder mehr Wochen an!



2019 13.
Apr

Wie schon im vorangegangen Eintrag erwĂ€hnt, finde ich, dass die Wanderwege auf Madeira einen eigenen Bericht wert sind. Rolf Goetz hat einst das Buch „Madeira. Die schönsten Levada- und Bergwanderungen – 60 Touren“ im Rother Bergverlag herausgegeben. Auf der Insel hatten wir das GefĂŒhl, dass dieses mit seinem auffallenden, roten Umschlag eine PflichtlektĂŒre fĂŒr alle Wanderer hier ist, denn man konnte es in vielen HĂ€nden, Wanderhosen oder RucksĂ€cken sehen und man hat es auf Anhieb immer wiedererkannt – egal ob in deutscher, in französischer, in englischer und selbstverstĂ€ndlich auch in portugiesischer Sprache. Wir konnten unsere Version dieses WanderfĂŒhrers bei Kathrin und Axel fĂŒr die Reise ausborgen und Carsten hat schon vor der Abreise einige Touren daraus zusammengesucht … um ehrlich zu sein, es gab nahezu fĂŒr jeden unserer Tage eine Wanderung. Carsten hat dabei manchmal auch ein paar Touren, die örtlich aneinander anknĂŒpften, zu einer grĂ¶ĂŸeren Laufrunde zusammengestĂŒckelt. Auf den Bildern im WanderfĂŒhrer sah das alles sehr klein, gemĂŒtlich und harmlos aus … doch dann kam die RealitĂ€t!!!

Mein Mann liebt Bergwanderungen genau so sehr wie ich StrandspaziergĂ€nge. Da meine Vorliebe in den letzten Urlauben (Hawaii, Miami, Kapverden, Bali, IJsselmeer etc.) sehr befriedigt wurde, gönnte ich Carsten diesmal eben seinen Spaß. Nach einer kompletten Inselumrundung mit dem Auto am ersten Tag fingen wir quasi zur Eingewöhnung erst mal an den nĂ€chsten drei Tagen ganz harmlos mit KĂŒsten- und Levadawanderungen samt spektakulĂ€rer Tunnelpassagen an. Und nachdem wir uns so ein wenig warm gelaufen hatten, folgte aufgrund des perfekten Wetters mit Aussicht auf Weitblick (auf Madeira durch die starke Wolkenbildung nicht immer eine SelbstverstĂ€ndlichkeit) am fĂŒnften Urlaubstag eine erste HöhenbewĂ€ltigung. Den Berg Pico do Arieiro (1810 m) besuchen bestimmt die meisten Madeira-Touristen …

… ein Kinderspiel, denn der dritthöchste Berg der Insel zieht mit seinem großzĂŒgigen Parkplatz unmittelbar in der NĂ€he des Gipfelkreuzes vom Kleinkind bis zum Greis einfach jeden Urlauber an. Von dort wollten wir dann gemĂ€ĂŸ der Rother-Route ĂŒber einen „anspruchsvollen“ Bergpfad auf den Pico Ruivo (1862 m), den höchsten Gipfel der Insel, ĂŒbersetzen.

Die Wanderzeit mit fast 7 Stunden (hin und zurĂŒck) und die dabei in der Mitte final zu erreichende Höhe von 1862 m klangen fĂŒr mich nicht so schlimm, solange ich diese Zahlen nur auf dem Papier gelesen habe. Und dass der Weg an manchen Passagen auch sehr steil ist, war im WanderfĂŒhrer ebenfalls sehr gut angegeben. Aber irgendwie habe ich der dazugehörigen Grafik vor dem Abmarsch leider nicht genĂŒgend Beachtung geschenkt. Das Fazit der Tageswanderung vom Gipfel des Pico do Arieiro durch mehrere TĂ€ler zum Gipfel des Pico Ruivo und anschließend die gesamte Strecke wieder zurĂŒck: 2600 Höhenmeter gesamt fĂŒr diverse Auf- und Abstiege bei einem 15 km langen Wanderweg … und genau diese Höhenmeter waren mir sowohl aus der Grafik als auch aus dem Text einfach nicht so bewusst geworden.

Am Ende des Tages waren wir beide sowas von platt, wobei ich dazu auch noch Knieschmerzen von den zahlreichen und ungleichmĂ€ĂŸig hohen Stufen bekam. Der Rundumblick vom Pico Ruivo und teilweise auch die angenehm zu laufenden Passagen der Wanderroute waren allerdings schon absolut toll!

Und genau mit diesem Argument köderte mich Carsten dann auch vier Tage spĂ€ter, als erneut tolles Weitsichtwetter zur Spitze des Pico Grande (1654 m) lockte – das Ziel unserer nĂ€chsten, ganztĂ€gigen Bergwanderung. Der Startpunkt liegt bereits in 1235 m Höhe, die Gesamtlaufzeit der fast 10 km wird mit 4 Stunden angegeben und der Höhenunterschied betrĂ€gt nur 670 m in jede Richtung – insgesamt also 1340 m. Das Gros der Strecke ließ sich wahrlich ganz gut erlaufen …

… aber dann kam relativ kurz vor dem Gipfel ein Kraxeln auf Ă€ußerst felsigen und steilen Geröllpfaden, die wiederum tunnelartig von mannshohen BĂŒschen umgeben waren. Im WanderfĂŒhrer wird dies zurecht mit „Ein an Karabinerhaken befestigtes Drahtseil signalisiert nun den schwierigsten Teil des Aufstiegs.“ beschrieben:

Das brachte mich dann doch etwas auf die Palme, denn in dieser Umgebung hatte ich einfach keine Vorstellung davon, wie lange man noch gehen muss, um letztendlich das dem Gipfelanstieg vorgelagerte Plateau zu erreichen. Jene Passage zog sich damit fĂŒr mich so dermaßen in die LĂ€nge, dass meine Laune gehörig in den Keller gezogen wurde – ich wollte am Ende des verhassten Abschnitts sogar nicht mal mehr bis zum Fuß des Gipfels weitergehen, sondern hier bleiben und auf seine RĂŒckkehr vom Mittelpunkt der Wanderung warten. Aber Carsten setzte all seine Überzeugungskraft ein …

… und so erreichten wir dann doch noch gemeinsam jenes vorgelagerte Plateau. Bis hier hat es mir allerdings so viel Kraft geraubt, weshalb ich auch beschlossen habe, dass das Klettern auf den Gipfelfelsen fĂŒr mich jetzt nicht mehr drin ist. Ich musste Energie fĂŒr den RĂŒckweg tanken und genoss schon von hier die Sonne und die Aussicht:

Als wahrer Bergfan ließ sich Carsten das Aufsteigen auf die Bergspitze aber nicht mehr entgehen – die letzten 10 Minuten auf nacktem Felsen an einem Drahtseil hoch zu klettern war fĂŒr ihn Ehrensache. Deshalb auch von hier sein Blick auf meine Wenigkeit, den kleinen, rosa Punkt in der Bildmitte    zwinker

Er fĂŒhlte sich dem Himmel gleich so nah!

Diese Siegerpose ist natĂŒrlich eine Anspielung auf Michelangelos Deckenfresko „Die Erschaffung Adams“ … der Kleider wollte er sich aber nicht entledigen    zwinker

Der RĂŒckweg war weniger anstrengend und fĂŒr mich auch wieder versöhnlich, aber zugegeben, ich habe auf dieser Insel eine sehr persönliche Feindschaft entdeckt: Stufen! Denn die haben natĂŒrlich bei keiner Wanderroute gefehlt. Manchmal bestanden sie nur aus tausenden, von TouristenfĂŒĂŸen eingetretenen Vertiefungen im Boden …

… mal waren es ordentlich aus Stein geformte, in der Höhe einigermaßen gleichmĂ€ĂŸig angelegte …

… oder sie waren grob in den Stein gemeißelt und ggf. sogar mit einem provisorischen Drahtseilhandlauf versehen, damit man nicht sofort in die Tiefe stĂŒrzen wĂŒrde. Letztere waren fĂŒr mich der Hass:

Die Wanderungen entlang der Levadas sind da schon eher mein Ding. Levadas sind kleine, kĂŒnstlich angelegte KanĂ€le, welche das Wasser vom regenreichen, aber landwirtschaftlich kaum nutzbaren Norden der Insel in die fruchtbaren Regionen im SĂŒden transportieren. Das Bemerkenswerteste daran: die Insel Madeira mit seinen Maßen von ca. 50 x 25 km verfĂŒgt angeblich ĂŒber mehr als 1500 km (manchmal liest man auch 2500 km) dieser WasserkanĂ€le. Das GefĂ€lle einer Levada ist aufgrund der gemĂ€ĂŸigten Fließeigenschaft verstĂ€ndlicherweise recht klein und somit angenehm und in der Regel ohne große Stufenanlagen zu bewĂ€ltigen.

Der einzige Nachteil beim Wandern entlang solcher Levadas war allerdings, dass man bei einem Weg von der „Quelle“ zum BewĂ€sserungsort so gut wie nie einen Rundweg hatte, sondern meistens die gleiche Strecke erst hin lief und dann natĂŒrlich auch wieder zurĂŒck musste. Aber das war bei den rausgesuchten Bergwanderungen ja auch nicht anders gewesen.

Die Wege entlang der WasserlĂ€ufe fand ich dennoch bedeutend reizvoller und man hat unterwegs zahlreiche, mal große, mal kleine WasserfĂ€lle sehen können:

Auf vielen Strecken lief man mitten durch den Wald:

Manchmal war man von EukalyptusbĂ€umen umgeben, die ihren typischen, wĂŒrzigen Geruch verströmten:

Manchmal sahen die Pfade im Wald regelrecht wie verwunschen und mÀrchenhaft aus:

Und hÀufig lief man auf einer Betonwand, die gleichzeitig auch die bergabgewandte Kanalseite der Levada war:

Sehr oft hatte man dabei fließendes, kaltes Wasser auf der einen Seite und auf der anderen Seite ging es mitunter sehr steil bergab in eine tiefe Schlucht – ohne der in Deutschland typischen Absicherung:

Zwar hat man auf einigen Abschnitten Seile aufgespannt, aber das war eben nicht ĂŒberall die Regel, insbesondere, da heftige SteinschlĂ€ge immer wieder die Absicherung zerstören. Man sollte also auf diesen Wegen keine Höhenangst haben, das Balancieren nicht fĂŒrchten und natĂŒrlich immer schwindelfrei sein.

Manchmal hat man die KanÀle mit Betonplatten abgedeckt, um ein bequemeres Laufen an schmalen Stellen zu ermöglichen, aber auch, um das Verstopfen der Wasseradern durch stÀndig herabfallende Felsen und Steine zu verhindern:

Bei vielen Levadarouten mussten wir unsere u.a. auf Anraten von Kathrin und Axel mitgebrachten Taschenlampen einschalten, denn zahlreiche Abschnitte fĂŒhrten durch mitunter kilometerlange Tunnel. Ohne unsere Funzeln war es stockdunkel darin! Zudem konnte man damit die PfĂŒtzen und die scharfkantigen Steine auf dem Weg sehen und einen großen Schritt ĂŒber solche Hindernisse machen – ein Ausweichen zur Seite war aufgrund der Enge nicht möglich. Manchmal fĂŒhlte man sich wie ein Entdecker in einem Abenteuerbuch und auch das wiederkehrende Titelthema der Indiana Jones-Filme haben wir das ein oder andere Mal zum Besten gegeben.

Entlang dieser Wasserrouten ĂŒberwand man so manche Hindernisse …

… bekam die ein oder andere Dusche eines Wasserfalls ab …

… und ab und zu waren die Levadas wegen Instandhaltung auch mal ohne oder nur mit sehr wenig Wasser gefĂŒllt …

… doch wenn das klare Nass ausreichend plĂ€tscherte, konnte man gelegentlich sogar eine Forelle erspĂ€hen. Sie waren allerdings unfassbar flink beim Verstecken und so gut wie dieses Foto ist selten eines möglich gewesen:

Eine kleine Wanderung unternahmen wir zudem auch mal in Funchal, der Hauptstadt der Insel. Am schönsten fanden wir die die Gegend um die Rua (= Straße) de Santa Maria. Wir beide stehen auf gut gemachte und interessante Street Art und dort ist nahezu jede TĂŒr ein kleines Kunstwerk:

Meine LieblingstĂŒr war die der Rua de Santa Maria Nr. 1 – die Unendlichkeit des Weges. FĂŒr uns beide, die wir immer wieder gern unterwegs sind, sehe ich darin eine symbolische Bedeutung:

So werden wir denn auch nicht mehr lange rasten, denn schon zu Ostern geht es fĂŒr ein paar Tage nach Belgien – welche Wege wir dort ablaufen werden, berichte ich hoffentlich zeitnah irgendwann nach unserer RĂŒckkehr …



2019 08.
Apr

Nachdem die letzten Urlaube viel mit Sand, Strand und Badewasser zu tun hatten, war es nun mal wieder an der Zeit, etwas anderes zu planen … zum Beispiel einen Wanderurlaub. Man hat ja schließlich nicht umsonst mal Wanderschuhe fĂŒr viel Geld gekauft    standard

Deshalb fiel die Wahl fĂŒr die Feier unseres 13. Hochzeitstages auf die portugiesische Insel Madeira. Bis jetzt haben alle Freunde und Bekannte, die schon vor uns dort waren, sie als Wanderinsel, aber auch als Blumeninsel beschrieben. Jetzt wollen wir den beiden Beschreibungen hundertprozentig zustimmen – und auch gleich die Beweise dafĂŒr abliefern.

FĂŒr Madeira sprach aus unserer Sicht auch noch der Umstand, dass wir zur Abwechslung mal direkt ab Dresden fliegen konnten und nicht mit Berlin-Tegel, Frankfurt oder Leipzig planen mussten. Leider hat sich dies am Ende nur zur HĂ€lfte als zutreffend erwiesen: Die Fluggesellschaft „Germania“ brachte uns noch ohne Probleme auf die Insel, aber nur drei Tage spĂ€ter hat sie Insolvenz angemeldet und alle FlĂŒge wurden gestrichen. Meistens sind wir Individualreisende, aber diesmal hatten wir glĂŒcklicherweise pauschal im ReisebĂŒro unseres Vertrauens gebucht, so dass wir uns deshalb keine sehr großen Sorgen machten, ob und wie wir in eineinhalb Wochen nach Hause kommen wĂŒrden. Am Ende hat aber Dank TUI doch alles in unserem Sinne funktioniert. UrsprĂŒnglich wollte man uns zwar einen Tag eher, also genau am 14. Februar, nach Leipzig zurĂŒckfliegen, aber unsere Argumente „Hochzeitstag“ und „Candle-Light-Dinner statt Flugzeugessen“ wurden erhört. Wir konnten am Ende dadurch sogar einen zusĂ€tzlichen Urlaubstag auf der Insel und in unserem Hotel ergattern, sind dafĂŒr aber dann eben am Samstag gegen 22:00 in Köln statt in Sachsen oder gar im Osten Deutschlands gelandet. Ich habe mich noch einmal mehr in meinem Leben darĂŒber gefreut, dass mein Mann auch in der Nacht gut und sicher Auto fĂ€hrt    standard     so kamen wir gegen 5:00 morgens heil mit dem Mietwagen in Dresden an.

Auf der Insel stellte er seine FahrkĂŒnste ohnehin an jedem Tag ganz souverĂ€n unter Beweis. Wir hatten zum ersten Mal im Leben einen Fiat 500 als fahrbaren Untersatz fĂŒr unsere kurvenreichen und zum Teil sehr steilen Strecken:

Ich hoffe, dass dieses Foto eine solche Steigung wenigstens ein wenig wiedergibt:

Runter war immer recht easy, aber bergauf musste zum Teil ĂŒber Kilometer hinweg im ersten Gang gefahren werden, da der Motor im zweiten es nicht geschafft hĂ€tte und abgewĂŒrgt wĂ€re. Doch unser kleiner Weißer hat uns zu keiner Zeit im Stich gelassen und war die ZuverlĂ€ssigkeit in Blech!

Die Inselautobahn war grĂ¶ĂŸtenteils sehr gut ausgebaut und durch zahlreiche, breite und moderne Tunnel waren die Hauptwege von einem Ende der Insel bis zum anderen recht kurzweilig – kleine Madeira-Inselkunde: Ost-West-Ausdehnung = ca. 50 km, Nord-SĂŒd ca. 25 km. Wir versuchten aber auch mal öfters ein StĂŒck der alten, ursprĂŒnglichen Straße zu fahren, doch es war gar nicht so einfach, einen freigegebenen Teil zu finden, denn viele Abschnitte wurden wegen des schlechten Zustands aus gutem Grund gesperrt. 

Insbesondere Felsblöcke und Steine wurden eben nicht mehr nicht zeitnah von der Strecke gerĂ€umt und so mancher Wasserfall ergoß sich direkt auf die Straße:

Auf dem Hochplateau Paul da Serra hatten wir auch mal außergewöhnliche Wegbegleiter auf der Straße    standard

Die Insel selber ist vulkanischen Ursprungs und die Hinweise darauf konnte man unterwegs immer wieder entdecken. Hier sieht man man z.B. erstarrte LavasÀulen von unten nach oben verlaufen:

Auch Lavabomben haben wir gefunden:

In den Grotten des Museums in Sao Vicente kann man die höhlenartigen Wege („Tubes“) sehen, durch welche einst Lava ihren Weg nach draußen gesucht hat:

Die Idee, in den natĂŒrlichen Lavapools in Porto Moniz schwimmen zu gehen, mussten wir aufgrund von sehr hohen und starken Wellen schnell verwerfen:

Das Meer war sowohl tosend als auch im ruhigen Zustand an jedem KĂŒstenabschnitt der Insel immer wieder schön anzusehen:

Das Wasser verwöhnte unsere Augen zudem mit verschiedenen Farbspielen …

… und einmal sogar mit einem fantastischen Regenbogen – etwas, was man wĂ€hrend der Wintermonate in Deutschland wohl kaum zu sehen bekommt    zwinker

Das Meer an der Steilklippe Cabo Girao lag uns buchstĂ€blich zu FĂŒĂŸen – Skywalk sei dank    standard

Habe ich eigentlich schon jemals erwĂ€hnt, dass wir sehr große AnhĂ€nger von SonnenuntergĂ€ngen und der damit einhergehenden, tollen FĂ€rbung des Himmels sind? Bestimmt noch nie …    zwinker

Der wohl berĂŒhmteste Mann Madeiras ist Cristiano Ronaldo. Am Flughafen – der im Übrigen seinen Namen trĂ€gt – haben wir eine BĂŒste von ihm gefunden, aber die Ähnlichkeit mit dem echten, berĂŒhmten Fußballer suchen wir immer noch    zwinker

Der anfangs schon erwĂ€hnte Beiname „Blumeninsel“ stimmte definitiv. Unsere Hotelanlage „Quinta Splendida“ verfĂŒgte sogar ĂŒber eigenen Botanischen Garten:

GefĂŒhlt blĂŒhte da mitten im Februar einfach alles!

… sogar mein Mann sieht darin wie das blĂŒhende Leben aus    zwinker

Entlang der Wanderwege sahen wir zahlreich wildwachsende Blumen, die man hierzulande mit ganz viel MĂŒhe und Pflege verwöhnen kann und sie gehen dann doch noch dabei ein – zumindest bislang immer bei mir, trotz meiner ach so fĂŒrsorglichen Pflege    zwinker

Gestatten, die Callas …

… und die Hortensie:

Man hat aber Blumenpracht nicht nur auf bzw. an Wanderwegen und in GĂ€rten gesehen, sie wurden zum Beispiel auch mal fĂŒr die Augen der Besucher als Blumenteppich ĂŒber ein FlĂŒsschen im StĂ€dtchen Santa Cruz ausgebreitet:

Einige Blumenarten sahen so weich aus, dass man der Versuchung, sie zu streicheln, einfach nicht widerstehen konnte    standard

Man musste allerdings dabei aufpassen, dass man nicht eine der schon munter umherbrummenden, fleißigen Bienchen bei ihrer Arbeit störte:

Die Tierwelt auf Madeira war aber stets entspannt und Eidechsen wie diese genossen quasi an jeder Ecke die wĂ€rmenden Sonnenstrahlen …

… beobachteten vorbeilaufende Wanderer immerzu mit einem wachsamen Auge …

… und einige nahmen sogar das Angebot einer einheimischen, natĂŒrlichen SĂŒĂŸspeise dankbar an:

Ich hĂ€tte bestimmt noch stundenlang dabeisitzen und dem kleinen Kumpel zuzusehen können, wie er das Innere der Bananenschale weggefuttert hat, aber mein Mann wollte weiterwandern und so habe ich den Nachtisch der kleinen Eidechse mitgenommen – sie hĂ€tte es ganz sicher nicht geschafft, diese noch im frischen Zustand ganz aufzuessen    standard

Andere Tierchen kamen ebenfalls auf mich zu, um etwas Leckeres aus meiner Hand zu bekommen – Kekse gehen einfach immer!

Danach haben wir ein kleines PlauderstĂŒndchen eingelegt, bevor sich unsere Wege wieder getrennt haben:

Wir haben auch selber sehr gut gegessen und dabei immer etwas Neues entdecken können. Eine fĂŒr mich ganz neue Frucht war die Anona, die man in Deutsch auch Zuckerapfel genannt wird:

Wir beide sind sehr schnell auf den Geschmack dieser kleinen GebĂ€ckteilchen mit dem Namen „Pastel de Nata“ gekommen und haben wĂ€hrend des Urlaubs jeden, aber wirklich jeden (!) Tag mindestens eines davon gegessen    standard

Die beiden GetrĂ€nke Coral (Bier) und Brisa (Limonade) sind ĂŒbrigens auch sehr typisch fĂŒr diese Insel. Aber welches GetrĂ€nk verbindet man aber noch viel eher mit Madeira? NatĂŒrlich den Madeira-Wein:

Aus dem Reich der Fische mĂŒssen wir natĂŒrlich den Schwarzen Degenfisch, auf portugiesisch Espada, erwĂ€hnen. Den habe ich sowohl in den Markthallen in Funchal, der Hauptstadt von Madeira …

… als auch auf meinem Teller gesehen. Im zweiten Fall auch natĂŒrlich gegessen:

Selbstredend haben wir bei dem vielfĂ€ltigen Angebot an diversen MeeresfrĂŒchten so oft wir konnten beherzt zugegriffen … ob als Oktopus, Calamari, Muscheln oder Napfschnecken:

FĂŒr uns gab es die besten Steaks der Insel in unserem Örtchen Canico, in dem kleinen Restaurant „Laranjinha“ :

Dass sie weich und auf den Punkt genau so gegrillt waren, wie wir sie bestellt haben (Well-done fĂŒr Carsten & Medium fĂŒr mich), hat nicht nur beim ersten Besuch geklappt – der Grillmeister beherrschte die Kunst der Zubereitung hervorragend. Ja, wir waren dort mehr als nur einmal und es hat jedesmal oberlecker geschmeckt! Wir fĂŒhlten uns in diesem Lokal sogar so wohl, dass wir zwischenzeitlich beschlossen haben, auch unseren 13. Hochzeitstag (der eigentliche Anlass unserer Reisen im Februar) dort zu feiern.

Am 14. Februar nahem wir zuerst das Angebot unseres Hotels wahr:

Wir ließen uns mal ordentlich durchkneten, doch leider lagen wir nicht so nah beieinander, wie auf dem Werbebild. Anschließend verbrachten wir einige Stunden im Spa-Bereich der Anlage. Allerdings waren wir ĂŒber dessen GrĂ¶ĂŸe sehr ĂŒberrascht, denn im Vergleich zur imposanten Ausdehnung des Hotels fiel der Wellness-Bereich wirklich sehr klein aus. Zudem war dieser trotz des Valentinstages nicht sonderlich gut besucht, was vermutlich aber auch daran lag, dass man selbst als Hotelgast einen eigenen Obolus zu entrichten hatte, selbst wenn man nur ein bisschen schwimmen wollte und nicht mal Whirlpool, Sauna, Dampfbad oder Trainingsraum nutzen wĂŒrde.

Hier mal ein Bild der gesamten Hotelanlage inklusive aller Unterbringungsmöglichkeiten und der enormen Gartenanlage – alles, was man innerhalb des GebĂ€uderinges in der Mitte sieht plus des oberen WĂ€ldchens:

Egal ob alleine oder nicht, wir besuchten beide DampfbĂ€der, kĂŒhlten unsere GemĂŒter anschließend im KĂ€ltebecken und enspannten uns im Whirlpool – wir haben gefĂŒhlt nichts ausgelassen    standard

Unser Candle-Light-Dinner gab es dann wie geplant im „Laranjinha“ – es war ein toller Abend mit einem ausgezeichneten 3-GĂ€nge-MenĂŒ!

Das war aus meiner Sicht ein Ă€ußerst toller Start in unser 14-tes Ehejahr     standard

Über die auf Madeira gewonnen Wandererfahrungen schreibe ich mal in einem Extrabeitrag, denn dieser RĂŒckblick ist ohnehin schon viel zu lang geworden    zwinker



2019 10.
Mrz

Dieses Jahr wird irgendwie alles etwas spĂ€ter als die Jahre zuvor. Aber so ist das Leben    zwinker    ĂŒberhaupt haben die Leute frĂŒher das Neue Jahr immer erst im FrĂŒhling gefeiert. Aber eigentlich ist es egal, welche Ausrede ich mir aussuche, die OLCA-Erinnerungskiste wurde diesmal auch erst im MĂ€rz geleert. So lange mussten die ErinnerungsstĂŒcke fĂŒr das neue Jahr 2019 strategisch in der Wohnung verteilt werden, denn die Kiste war ja noch mit 2018-Derivaten belegt. Aber nun haben Carsten und ich uns beim Herausholen diverser Rechnungen, Fahr- und Eintrittskarten, persönliche Zeilen, Infozettel und BroschĂŒren an die zahlreichen Augenblicke des vergangenen Jahres erinnert … und sie werden alle einen Platz in unserem GedĂ€chtnis sicher haben:

Auch im vergangenen Jahren haben wir wieder einmal zahlreiche neue Erlebnisse und Erfahrungen gesammelt.

  • Carsten hatte sich im Biergarten so gut mit einer Schweinshaxe angefreundet, dass ihm ein StĂŒck davon im wahrsten Sinne des Wortes im Halse stecken blieb. An den Besuch in der Notaufnahme erinnerten uns die entsprechenden Befunde und der Entlassbrief.
  • ein paar Quittungen von Apotheken waren auch da, um mich an meine gelegentliche ErkĂ€ltungen zu erinnern.
  • Wir sind selber schon einige Male umgezogen und haben auch unseren Kindern dabei geholfen, aber einen Umzug ĂŒber Landesgrenzen hinweg mussten wir bislang noch nicht gemeinsam durchfĂŒhren. Jetzt ist Andrea aus unserer Familie die Erste, welche ihren Wohnsitz ins Ausland, genauer gesagt nach Österreich, verlegt hat. Deshalb war im Oktober ein ganzes Wochenende die Fahrten von Dresden ĂŒber Chemnitz in die Steiermark und wieder zurĂŒck nach Dresden notwendig, woran uns Tankquittungen aus Tschechien und Österreich, sowie eine Rechnung aus dem Cafe Styria in Leoben erinnerten.
  • Amira, eine SchĂŒlerin aus meiner VHS-Klasse, welche sonst immer mit Druckbuchstaben schreibt, gab sich unglaublich viel MĂŒhe und beschriftete eine kleine Pralinenschachtel in Russisch in Schreibschrift – ich habe mich sehr ĂŒber diesen Erfolg gefreut!
  • Wir besuchten im FrĂŒhling zum ersten Mal den BĂ€renwald MĂŒritz. Es war wie schon im BĂ€renpark Worbis einfach toll zu sehen, wie BĂ€ren, die sonst bislang kein einfaches Leben hatten, sich jetzt in einem großen Areal bewegen können und einfach mal BĂ€ren sein dĂŒrfen und keine Belustigung fĂŒr Besucher von einem Wanderzirkus oder einer Kneipe.
  • Carsten hat zum Geburtstag von Ines und Torsten eine Einladung zum gemeinsamen Bowlen geschenkt bekommen – an dem Tag machte nicht nur das Spielen, sondern auch ein Spaziergang und ein Eis im Freien (wohlgemerkt: im November) ganz viel Spaß.
  • Mit den beiden waren wir im FrĂŒhling auch mal in Chemnitz, woran uns die Rechnung vom Meyer’s Diner sowie an das tolle Essen, einen Spaziergang in der Innenstadt sowie im Stadtpark erinnerten.
  • Ein weiterer Tagesausflug mit Ines und Torsten fĂŒhrte nach Prag … die Eintrittskarte fĂŒr den Turmaufstieg auf den Petrin und diverse Bons erinnerten uns nochmals daran.
  • Im letzten Jahr war ich im Dezember öfter auf den WeihnachtsmĂ€rkten der Stadt als die Jahre zuvor: gemeinsam mit Carsten mit Jesus aus Miami / Frankfurt und mit Claudia und Jan aus Uelzen, sowie als reine MĂ€delsrunde mit Anna, Ines, Manu und Romy. Carsten musste zum Treffen mit Karin und Eberhard trotz der ursprĂŒnglichen Planung allein gehen, denn mich haben an dem vereinbarten Tag ein paar fiese Viren vollends ausgeknockt.
  • Mit Claudia aus Uelzen sind wir auch zum ersten Mal auf den Aussichtsturm der Dreikönigskirche hochgestapft. Der Ausblick hat uns allen außerordentlich gut gefallen!
  • Im Februar waren Anna, Julia, Grit und ich auf dem Dresdner Winterzauber, um dort eine Runde Schlittschuh zu laufen und bei nicht nur einem GlĂŒhwein ausgiebig zu schnattern – all das haben wir völlig unfallfrei geschafft!
  • An eine Wanderung in der SĂ€chsischen Schweiz mit Ines, Katrin, Kerstin und Lothar erinnerten die Karten fĂŒr die Historische Kahnfahrt auf der „Oberen Schleuse“.
  • Mit Kathrin und Axel besuchten wir die Tissauer WĂ€nde in Tschechien … auch hier halfen die Eintrittskarten dem GedĂ€chtnis auf die SprĂŒnge.
  • Die Schönheiten der SĂ€chsischen Schweiz fĂŒhrten wir Lisa und Maria beim Wandern mit grĂ¶ĂŸtem VergnĂŒgen vor. Ein Mittagessen auf dem Lilienstein in der Felsenbaude gehörte, wie die Rechnung in der Kiste beweist, ebenfalls dazu.
  • Kerstin aus Kaisitz bekam von uns zum Geburtstag einen Gutschein fĂŒr eine Wanderung, welcher von ihr umgehend eingelöst wurde. Zur Belohnung gab es nach ca. 20 km ein Eis im Cafe Tortuga.
  • Meinen 10er-Gutschein der Salzgrotte habe ich lange genug und ĂŒber mehrere Jahre ausgedehnt, aber nun waren alle Sitzungen endgĂŒltig vorbei. Ab jetzt geht es wieder nur noch auf eigene Rechnung hin    standard
  • Jede Menge Tickets bezeugen, dass wir erneut an einigen Igeltouren teilgenommen haben. Die „Wahr “ und „Falsch“ Karten gehören ĂŒbrigens auch zu solch einer Igel-Tour … Motto: „Alles LĂŒge oder was?“
  • Wir gönnten uns auch dieses Jahr etwas Kultur bei diversen BĂŒhnenprogrammen, Konzerten und LichtspielhĂ€usern. Unsere Kinokarten zeigen allerdings, dass wir in Dresden nur insgesamt zwei Filme im Kino gesehen haben: „Unsere Erde 2“ und „Deadpool 2“ … das dritte Kinoeerlebnis hatten wir fĂŒr insgesamt 40 Dollar in New York („The Grinch„) in ultragemĂŒtlichen, elektronisch verstellbaren Sesseln mit Beinfreiheiten bis zur Fußspitze!
  • Mit Anna besuchte ich die Sonderausstellung „Monster & Mythen“ im Japanischen Palais.
  • Ebenfalls mit Anna war ich im TheaterstĂŒck „Azurro – wie zĂ€hme ich einen Italiener?“ im Boulevardtheater.
  • Im Boulevardtheater war ich auch mal mit Carsten, um das Programm „Superwomen“ von Gayle Tufts anzusehen. Die Frau macht allerdings nicht nur Comedy, sie kann auch hervorragend singen!
  • Das Programm „Gegendarstellungen“ von Max Uthoff sahen mein Mann und ich im Alten Schlachthof. Wir kennen und lieben diesen Kabarettisten aus der satirischen ZDF-Sendung „Die Anstalt“ … live auf der BĂŒhne ist der Mann eine Wucht!
  • Nicht zu vergessen das großartige Elif-Konzert mit Stephanie und einer Freundin, die gerade in Dresden zu Besuch waren.
  • Arbeitstechnisch besuchte ich Ende des Jahres eine Veranstaltung im Schloß Albrechtsberg, wo ich unter anderem die Veranstalterin der jĂ€hrlichen Hope-Gala persönlich kennenlernen durfte. Frau Klein ist eine unglaublich charismatische und dennoch sehr zugĂ€ngliche Persönlichkeit!
  • NatĂŒrlich sind wir auch in diesem Jahr viel gereist. Aber eine Reise machte ich sogar ganz ohne meinen Mann. Es ging dienstlich in die Ukraine nach Kiew. Eine entsprechende SIM-Karte fĂŒr das ukrainische Vodafone-Netz hat mein Mann mir ganz schnell besorgt, denn so konnten wir immer in Kontakt bleiben. Die Zeit nach getaner Arbeit vor Ort wurde unter anderem dafĂŒr genutzt, abends mal zu einer „Carmen“-AuffĂŒhrung zu gehen oder etwas mehr ĂŒber die ukrainische Geschichte im Freilichtmuseum „Mamayeva Sloboda“ zu erfahren. Meine Chefin, welche ich auf dieser Dienstreise begleitete, war jedenfalls von meiner Heimat sehr angetan!
  • Unseren 12. Hochzeitstag verbrachten wir diesmal in Miami, FL und wir haben uns in diese Stadt regelrecht verliebt! Sie hat Esprit!
  • Im Sommerurlaub haben wir uns einen langersehnten Traum erfĂŒllt und besuchten innerhalb von vier Wochen die vier grĂ¶ĂŸten Hawaii-Inseln. Wir haben unwahrscheinlich nette Menschen kennen gelernt, haben an traumhaft schönen StrĂ€nden gebadet und geschnorchelt, waren auf dem Gipfel des höchsten Berges im ganzen Pazifikraum (Mauna Kea) und damit am Ende den Sternen sogar so nah wie noch nie zuvor – kurzum es waren unvergessliche Tage!
  • Vor dem großen Sommerurlaub gönnten wir uns einen Tagesausflug zum Partwitzer See-Strand in der Lausitz – KaribikgefĂŒhle können doch schon so nah sein    standard
  • In unserer unmittelbaren NĂ€he entdeckten wir ein schmuckes Kleinod namens Klosterpark Altzella – einfach nur entspannend und bezaubernd!
  • Dass wir wie immer viel auswĂ€rts essen waren, weiß sicher jeder, der uns kennt    standard    eine Neuentdeckung in Dresden war fĂŒr uns das karibische Restaurant „Turtle Bay“ … dort werden wir uns kĂŒnftig wahrscheinlich immer wieder einmal blicken lassen. Dem Steakhaus „Estancia“ haben wir nach langer Zeit seit dem ersten enttĂ€uschenden Besuch eine zweite Chance gegeben – es hat sich auf jeden Fall gelohnt! Auch im „Raskolnikoff“ , wo wir uns mit Barbara zum Schwatzen getroffen haben, gab es viele leckere und gesunde Gerichte, vor allem mit Zutaten direkt aus der Region. Aber auch die mittlerweile lieb gewonnenen Lokale wie „Odessa“ , „Dschingiskhan“ , „El Rodizio“ , „MilchmĂ€dchen“ , „Ballhaus Watzke“ , „Mama Afrika“ sowie BĂ€ckereien mit Cafe in unserem Umkreis besuchten wir immer wieder mal. Von den unzĂ€hligen Freitagabenden beim Dönermann will ich erst gar nicht anfangen …

Ihr dĂŒrft mir glauben, es ist nur ein kleiner Auszug der schönen und spannenden Erlebnisse des Jahres 2018. Es sind ja nur die, fĂŒr welche es in der Kiste nachweislich einen Beleg gab und ich glaube sogar, nicht mehr alle auf dem Foto fĂŒr den Blog wiedergefunden zu haben und habe sicherlich manches ĂŒbersehen. Aber am Ende gibt es eben auch kein Kistenfutter fĂŒr einen Schnatterabend mit guten Freunden, fĂŒr einen Sonnenuntergang mit dem Mann meiner TrĂ€ume, fĂŒr SpaziergĂ€nge, fĂŒr Fototermine oder fĂŒr einen Spielabend – dafĂŒr hat man TagebĂŒcher, Bilder und, wenn die Zeit es zulĂ€sst, vielleicht auch mal wieder einen Jahresbericht    zwinker



2019 23.
Jan

Seit meinem letzten Blogeintrag ist inzwischen mehr als ein Monat vergangen – leider. Diese Tage waren aber eine sehr intensiv gelebte Zeit, mit diversen Höhen und einigen Tiefen.

Ich versuche mal, alles in KĂŒrze zu fassen und zu berichten … mal schauen, ob es mir mit der „KĂŒrze“ tatsĂ€chlich gelingt.

Am 20.12. (Donnerstag) habe ich meiner VHS-Gruppe am Ende des Unterrichts schöne Feiertage gewĂŒnscht und bin flink gegen 20:30 Uhr nach Hause geradelt. Zu Hause habe ich nur kurz und schnell etwas gegessen und danach packten Carsten und ich noch fehlenden Utensilien in unsere zwei Reisekoffer. WĂ€hrend ich noch unterrichtete, hat mein lieber Mann bereits einen One-Way-Mietwagen abgeholt, mit welchen wir dann auch kurz nach Mitternacht gen Frankfurt am Main aufgebrochen sind. Dieses Jahr haben wir aufgrund der gĂŒnstig liegenden Feiertage beschlossen, an zwei Arbeitstagen ebenfalls noch frei zu nehmen und somit fĂŒr fast zwei Wochen zu verreisen. Unser Ziel hieß New York City. UrsprĂŒnglich wollten wir zwar auch noch beide Kinder mitnehmen, aber als wir sie fragten, hatten sie bereits ihre eigenen PlĂ€ne geschmiedet und so waren wir eben nur als PĂ€rchen unterwegs. Carsten möchte gern noch seine eigene Sicht ĂŒber diese Reise schreiben, deshalb möchte ich hier noch nicht zu viel erzĂ€hlen, um seine Story nicht zu verderben. Außerdem bemĂŒhe ich mich ja um KĂŒrze …

Heiligabend verbrachten wir erst auf diversen WeihnachtsmĂ€rkten der Stadt und abends sahen wir im Kino einen zu diesem Tag sehr gut passenden Trickfilm an: „The Grinch“.

Carsten hat zwar beim Kauf der zwei Kinokarten etwas schlucken mĂŒssen (40 Dollar!), aber diese WohnzimmeratmosphĂ€re hat so einen Preis sicherlich verdient:

Soooo viel Beinfreiheit hatten wir noch nie!!!

Hier sieht man auf der Leinwand noch die Werbung! WĂ€hrend des Films haben wir natĂŒrlich keine Aufnahmen gemacht    standard

Ausgerechnet am Silvesterabend hat es sehr heftig geregnet (insgesamt hatten wir aber auch nur zwei Regentage wĂ€hrend unseres gesamten Aufenthaltes – also wollen wir uns mal nicht beschweren) und als wir bei unserem abendlichen Ausflug um 21 Uhr zur Grand Army Plaza kamen, …

… um dort um Mitternacht das Feuerwerk zu sehen, beschlossen wir kurzerhand, doch wieder zurĂŒck ins Hotel zu gehen. Zum einen weil wir mittlerweile trotz eines Regenschirms klatschnass geworden sind und zum anderen, weil wir auf die Nachfrage, ob ein Feuerwerk tatsĂ€chlich stattfinden wird, keine richtige BestĂ€tigung vom Veranstalter kam … es sah somit sehr nach einer Absage aus.

Das Bild gibt die NĂ€sse an den Beinen und FĂŒĂŸen leider nicht wieder, aber ihr könnt mir glauben, wir waren durch und durch bis auf die Haut nass!

So haben wir wenigstens den Menschen beim Jubeln auf dem Times Square im Fernsehen zugeschaut, waren aber im Gegensatz zu den seit Mittag auf dem Platz wartenden und sicherlich frierenden Massen in trockenen Sachen in unserem vertrauten Zimmer des Hotels in China-Town:

Am 1. Januar abends ging es zurĂŒck nach Hause und bereits am 3. Januar verdienten wir ganz munter wieder unsere Brötchen und das Alltagsleben hatte uns erneut fest im Griff. Das erste Wochenende des Jahres verbrachte ich als erstes damit, meinen VHS-Unterricht gleich fĂŒr drei Wochen vorzubereiten, denn die darauffolgenden Wochenenden waren bereits „verkauft“. Dazu kam noch jede Menge ĂŒblicher Arbeiten, die man so um einen Jahreswechsel zu erledigen hat wie z.B. alle Kalender auf das neue Jahr anzupassen.

Die erste volle Arbeitswoche war zudem durch die Nachricht, dass Annas Hund Leon schwer krank geworden ist (Magen verdreht) und operiert werden wurde, ziemlich getrĂŒbt. Irgendwie gehörte „Spatzi“ ja inzwischen auch zu uns …

Am Freitagmittag, dem 11. Januar, als Carsten und ich bereits im Auto unterwegs waren, um unseren ukrainischen Wochenendbesuch in der Dresdener Neustadt abzuholen, kam der Anruf von Anna, dass Leon nach anfĂ€nglicher Besserung nun doch ĂŒber die RegenbogenbrĂŒcke gegangen ist …

Da mussten sich Maria und ihr Freund Wowa noch etwas gedulden, weil wir unsere Route prompt abgeĂ€ndert haben und erst einmal zu Anna gefahren sind. Leon war schon am Vorabend und im Beisein der TierĂ€rztin verstorben, aber trotzdem war sie natĂŒrlich noch tieftraurig und da war ein Abstecher Ehrensache – wir können es nur zu gut verstehen. Ich wĂŒnsche, es geht ihm auf der anderen Seite des Regenbogens genauso gut, wie er es bei Anna hatte!

Nach dem Beileidsstopp bei Anna widmeten wir uns dann ganz dem Besuch aus der ukrainischen Stadt Dnipro. Maria war schon mal im Sommer bei uns, fĂŒr Wowa war Dresden Neuland. Wir haben unser GĂ€stefĂŒhrerprogramm daher so kombiniert, dass wir am Freitag das Schloß Moritzburg besuchten, denn das kennt jeder, der jemals „Drei HaselnĂŒsse fĂŒr Aschenbrödel“ gesehen hat. Es hat geschneit und die ganze Anlage sah in der weißen Pracht genauso wie im Film aus!

Am Samstag gab es dann noch einen Stadtrundgang samt vieler Dresdner SehenswĂŒrdigkeiten …

… und am Sonntag brachten wir die beiden nach Potsdam zurĂŒck, wo sie fĂŒr die zweite Woche ihrer Reise Stephanies WG-Zimmer bekommen hatten. Nach dem Besuch in Dresden war ihre Reise nach Deutschland auch schon zu Ende, denn bereits in der Nacht von Sonntag auf Montag ging es fĂŒr die beiden zum Flughafen und von da zurĂŒck in die Ukraine.

Warum in Stephanies WG-Zimmer? Unsere Kleine befindet sich seit dem 6. Januar erneut in Bremerhaven, wo sie diesmal mit vier Monaten recht lange bleiben wird, da sie dort (hoffentlich) mit viel Elan an ihrer Bachelorarbeit werkelt. So konnte sie also ihr Domizil den Besuchern auf unsere Empfehlung hin ohne Probleme ĂŒberlassen.

Aufgrund unseres New York-Trips und ihretwegen haben wir diesmal unser Familientreffen zur Auswertung des letzten Jahres sowie der Übergabe der (verspĂ€teten aber nicht minder liebevollen) Weihnachtsgeschenke in den Norden verlegt. Kaum sind also Maria und Wowa weg und die OLCAs haben gerade mal eine Woche gearbeitet, folgt schon gleich am nĂ€chsten Wochenende wieder Reisestimmung.

Andrea haben wir auf der Hinfahrt noch schnell in Bremen von der Endhaltestelle ihres Flixbusses abgeholt und sind dann zu viert in ein angemietetes Loft am Neuen Hafen eingezogen. Stephanies Hostelzimmer wĂ€re fĂŒr das bevorstehende OLCA-Familienwochenende sicherlich zu klein und auch zu ungemĂŒtlich geworden. So hatten wir mit der Unterkunft nicht nur eine gemeinsame Wohnung zum Schlafen, sondern auch gleich noch eine gerĂ€umige KĂŒche zum Kochen.

Wir haben uns am Samstag fĂŒr den Besuch der Dauerausstellung Klimahaus Bremerhaven 8° Ost, entschieden. Darin bewegt man sich von Halle zur Halle entlang des 8. LĂ€ngengrades einmal um die Erdkugel, wobei man in den Teilen auch die entsprechenden KlimaverhĂ€ltnisse, z.B. fĂŒr die WĂŒste in Niger, die eisige KĂ€lte in der Antarktis oder auch das tropische Klima auf Samoa, hautnah spĂŒrt. Sehr zu empfehlen!

Zum Schluß durfte man auch noch auf das Dach des GebĂ€udes, wo wir in der JanuarkĂ€lte bibbernd einen farblich umwerfenden Sonnenuntergang erleben konnten:

Am Sonntag haben wir vor der RĂŒckfahrt nach Hause noch die Kugelbake besucht, ein aus Holz gebautes Seezeichen in Cuxhaven.

Diese Konstruktion markiert die MĂŒndung der Elbe in die Nordsee und im Vergleich zu diesem Teil der Elbe (das gegenĂŒberliegende Ufer ist am Horizont nicht mal zu erkennen gewesen!) wirkt der Abschnitt in Dresden wie ein Rinnsal.

Ansonsten habe ich auch mal wieder den acht Geschichten der sĂ€chsischen Phrase4-Autoren lauschen dĂŒrfen und mich dabei köstlich amĂŒsiert. An dem Abend war Mike Altmann als Gastleser mit dabei und er ist zweifelsohne ein verdammt guter Vorleser seiner witzigen Storys. Somit passte er also perfekt zu den ĂŒbrigen drei Stammautoren.

Die Flasche Wein hat diesmal Gabi gewonnen … sie hat am schnellsten von allen Anwesenden auf die nebenbei vorgelesene Phrase „Bestell es beim Universum“ reagiert:

Aber es wĂ€re ja sowieso irgendwie doof, wenn man mit der eigenen Phrase, denn diese habe ich im November abgeben dĂŒrfen, gewonnen hĂ€tte. Ich warte dann lieber auf die nĂ€chste Möglichkeit. Dass der Gewinnerwein gut schmeckt, hat auch Maria festgestellt, als wir die von mir bei der Novemberlesung gewonnene Flasche zusammen beim Schwatzen in unserer KĂŒche leer gemacht haben:

Zwischen all den gerade beschriebenen Ereignissen und den ĂŒbrigen Alltagsaufgaben haben Carsten und ich zusĂ€tzlich noch unsere Hochzeitstagsreise fĂŒr dieses Jahr ausgesucht und gebucht. Diesmal geht es auf Madeira und ich freue mich schon wahnsinnig darauf. Es wird wohl kein Badeurlaub werden, dafĂŒr ist die Insel nicht berĂŒhmt, aber es wird bestimmt viel gewandert.

Wir haben uns in diesem Jahr auch ein paar Neuanschaffungen gegönnt: Im Bett liegen unsere Köpfe nun auf neuen Kissen und im Keller steht mein neues Fahrrad. Davon gibt es noch kein Foto, es wird aber schnellstens nachgereicht, sobald ich mit Carstens Hilfe alle Details an meiner himmelblauen „Gazelle“ ergĂ€nzt habe – versprochen!

Übrigens: ich habe dieses Jahr beschlossen, mal eine Pause bei den FotojahresplĂ€nen einzulegen, denn noch habe ich die Projekte des vergangenen Jahres ja nicht mal zu Ende bringen können, weil ich die Ergebnisse hier noch nicht prĂ€sentieren konnte. Manchmal muss man sich wohl oder ĂŒbel die Zeit nehmen, endlich mal alles Liegengebliebene nachzuholen. Deshalb werde ich die nĂ€chsten 12 Monate dazu nutzen, die „alten“ Projekte komplett abzuarbeiten und die Themenbereiche fĂŒr das kommende Jahr (also 2020) abzustecken – andere nennen das mitunter „eine kreative Pause einlegen“.

Und wie fing euer Jahr 2019 an?



2018 19.
Dez

Unsere dritte Insel heißt offiziell Big Island of Hawaii, im alltĂ€glichen Sprachgebrauch gibt man sich aber schon mit Big Island zufrieden. FlĂ€chenmĂ€ĂŸig ist sie definitiv die grĂ¶ĂŸte von allen und geologisch die jĂŒngste. Dank unermĂŒdlicher Arbeit der auf dieser Insel sehr prĂ€senten und von den Einwohnern mit Hochachtung verehrten Feuer- und Vulkangöttin Pele wĂ€chst diese Insel auch heutzutage noch weiter. Man sieht zwar ĂŒberall riesengroße Felder mit Vulkangestein, aber Lavasteine nach Hause, geschweige denn außerhalb der Insel, mitzunehmen sollte man trotz der großen Versuchung nicht. Pele kann es einfach nicht ausstehen, dass ihr Grund weggetragen wird. Der Legende nach werden Leute, welche dieses „Kapu“ (hawaiianisch fĂŒr „Tabu“) missachten, so lange von UnglĂŒck verfolgt, bis sie die Steine wieder zurĂŒckbringen oder gar zurĂŒckschicken.

Zu unserem Leidwesen war Pele auch gerade vor und wĂ€hrend unseres Besuches dabei, die InselflĂ€che Big Islands noch mehr zu vergrĂ¶ĂŸern. Deswegen war auch ein Besuch im Volcano Park nicht möglich, da aufgrund der AktivitĂ€t des Vulkans Kilauea, wo Pele ĂŒbrigens ihren Wohnsitz hat, große Gebiete im SĂŒdosten der Insel abgesperrt oder nur fĂŒr die Durchfahrt freigegeben waren. Aus dem Fernsehen kennen sicherlich viele die Spalten und Risse, aus denen Lavaströme sich ihren zerstörerischen Weg in Richtung Meer gebahnt haben, doch bei einem Vulkanausbruch setzen auch so manche Erdbeben KrĂ€fte frei, die HĂ€user unbewohnbar und ganze Museen unpassierbar machen.

DafĂŒr konnten wir auf dieser Insel einen anderen, glĂŒcklicherweise seit ca. 4.000 Jahren schlafenden Vulkan kennen und lieben lernen – den Mauna Kea. Wir haben schon von Deutschland aus eine gefĂŒhrte Tour zum Gipfel dieses Vulkans gebucht und es keine Sekunde lang bereut. Der Mauna Kea ist mit etwa 4.207 m der höchste Berg auf Hawaii. Mitunter kann man ihn aber auch als höchsten Berg der Erde betrachten, denn wenn man seine Höhe nicht ab Normalnull, sondern ab dem Fuß auf dem Meeresgrund bis zum Gipfel misst, kommt man auf ĂŒber 10.000 m! Bei der dreistĂŒndigen Auffahrt im klimatisierten Mercedes-Kleinbus ab Kailua-Kona auf Meereshöhe mussten unsere ReisefĂŒhrer insgesamt zwei lĂ€ngere Zwischenstopps bis zum Gipfel auf 13,803 feet einlegen, damit wir uns zum einen an die immer dĂŒnnere Luft gewöhnen und uns zum anderen immer wĂ€rmer anziehen konnten. Warme Parkas und Handschuhe hat man uns zum GlĂŒck dort ausgegeben – wer fĂ€hrt schon mit einer dicken WinterausrĂŒstung in den Urlaub auf Hawaii?

Da die Spitze des Vulkans oberhalb der Wolkengrenze liegt, befinden sich dort auch einige Observatorien und die darin stehenden Teleskope werden zu Forschungszwecken von insgesamt 11 Nationen betrieben. Man betrachtet den Gesamtkomplex als grĂ¶ĂŸte Sternwarte der Welt.

Wir konnten natĂŒrlich nicht in die Observatorien hineingehen, denn der FĂŒhrer sagte etwas von ca. 50.000 US-Dollar Verlust bei jedem Tag ohne freie Sicht und Forschungen, aber stattdessen haben wir einen unbeschreiblich schönen Sonnenuntergang auf dem Mauna Kea erleben dĂŒrfen!

Die Sonne fiel von oben in eine geschlossene Wolkendecke hinein, doch da sich darin eine relativ große LĂŒcke auftat, konnten wir den Sonnenuntergang dieses Tages innerhalb kurzer Zeit sogar zweimal sehen! Und dann dieses Rot am Himmel – einfach unbeschreiblich … hoffentlich geben es wenigstens die Fotos fĂŒr euch wieder.

Dass es kurz danach aufgrund der ÄquatornĂ€he innerhalb von nur ca. 20 min stockdunkel wird, wussten wir alle, die wir schon so einige SonnenuntergĂ€nge auf Hawaii erleben durften. Wir haben recht schnell danach den Gipfel in den beiden Tourbussen verlassen und wurden zusammen mit den anderen ca. 20 Touristen unserer Reisegruppe auf ein kleines Plateau etwas unterhalb der Bergspitze gebracht. Dort haben Maka und Ehitu, so die Namen unserer beiden Kleinbusfahrer und ReisefĂŒhrer, zwei transportable und computergesteuerte Teleskope aufgebaut, um uns in den nĂ€chsten zwei Stunden einen wolkenfreien und dadurch sternenĂŒbersĂ€ten Himmel ganz nah zu zeigen und uns nebenbei viel ĂŒber Sternenbilder, Planeten und Galaxien nĂ€herzubringen.

Carsten und ich haben dadurch zum ersten Mal so richtig verinnerlicht, wie man die sichtbaren Planeten unseres Sonnensystems aufgereiht an einer Himmelsachse mit bloßem Auge erkennt und konnten sogar Venus, Mars, Jupiter und Saturn durch das aufgestellte Teleskop genauer betrachten. FĂŒr mich wurde dadurch ein Traum wahr, denn ich habe tatsĂ€chlich die Ringe von Saturn in Echt gesehen! Außerdem habe ich gelernt, wie ich das Sternzeichen Skorpion am Himmel finde und auch, wie die Lage meines eigenen Sternzeichens, den SchĂŒtzen, zu ermitteln ist. Schade nur, dass man eine solche Pracht inklusive einer prall gefĂŒllten Milchstraße nicht mit einer Standardkamera einfangen und sich immer wieder an diesen Bildern ergötzen kann. Aber ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass jegliche KĂ€lte schier zur Nebensache wurde.

Aber zurĂŒck zum Irdischen. Auf Big Island haben wir am lĂ€ngsten verweilt und da die Insel wirklich groß und jede Ecke sehenswert ist, haben wir insgesamt zwei UnterkĂŒnfte darauf gebucht: eine im Westen im Örtchen Captain Cook und eine im Osten in der NĂ€he der Hauptstadt Hilo.

Unsere ersten fĂŒnf Tage waren wir im B&B von Svetlana und Lee – ein Traum!

Allein schon die Auffahrt zu dieser Unterkunft wÀre eigentlich einen gesonderten Blogeitrag inklusive Actionvideo wert.

Von der Hauptstraße schlĂ€ngelt sich ein unbefestigter, eher als off-road zu bezeichnender Weg mit ca. 1,5 km LĂ€nge und 125 Höhenmetern mitten durch riesengroße Kaffeeplantagen ohne jegliche ZĂ€une und an nur zwei anderen HĂ€usern vorbei. Man fĂ€hrt da schon freiwillig Ă€ußerst langsam, zumal man keine weite Sicht nach Vorne hat und jederzeit damit rechnen muss, dass flinke Mungos oder ausgewilderte Schweinefamilien den Weg kreuzen könnten.

So haben wir auf diesem Abschnitt quasi unsere ersten Offroad-Erfahrungen mit dem kleinen und wendigen Jeep Wrangler (im Gegensatz zu Oahu und Kauai nur ein ZweitĂŒrer und somit um einiges kĂŒrzer) sammeln können, die wir dann bei den noch folgenden GelĂ€ndefahrten sehr gut anwenden konnten. Diese Zufahrt nahm einem jegliche Angst vor heftigem Hin- und Herwackeln, tiefen Schlaglöchern und Neigungen, bei denen man in Deutschland sicherlich Angst um sein Auto gehabt hĂ€tte.

Diese Unterkunft können wir auf jeden Fall nur jedem weiterempfehlen! Abgesehen davon, dass Svetlana und ich auch noch eine andere gemeinsame Sprache als Englisch haben, sind die Gastgeber sehr herzlich, frĂŒhstĂŒcken immer mit den GĂ€sten mit und teilen dabei nur zu gern ihr Wissen darĂŒber, was man in dieser Gegend auf jeden Fall sehen und erleben sollte. Das FrĂŒhstĂŒck wird von Svetlana tĂ€glich frisch zubereitet und besteht nur aus natĂŒrlich, hier von der Insel stammenden Zutaten, welche sie oder Lee zuvor auch noch zum grĂ¶ĂŸten Teil aus dem eigenen Garten eingesammelt haben.

Generell ist dieses B&B ein hervorragendes Beispiel dafĂŒr, dass man ein solches Unternehmen im Einklang mit der Natur fĂŒhren kann: das Regenwasser wird gesammelt und zum Duschen und Waschen benutzt, das Essen kommt wie gesagt hauptsĂ€chlich aus dem eigenen Garten bzw. von den direkten Nachbarn und die HĂŒhner, welche fĂŒr die tĂ€glich benötigten Eier sorgen, dĂŒrfen sich tagsĂŒber ungehindert im großzĂŒgig angelegtem GrundstĂŒck bewegen.

Dieses wiederum beheimatet aus unserer Sicht pure Exotik und uns in der Regel nur aus dem Supermarkt bekannte Erzeugnisse, wie z.B. Macadamia …

… Banane, Surinamkirsche …

… Brotfrucht, Taro, Papaya, Mango, Sternfrucht, Ananas, Lilikoi …

… und noch so vieles mehr.

Die andere Unterkunft lag im Osten der Insel, direkt an den Kulaniapia Falls.

Auch hier fĂŒhrte ein sehr langer Weg, diesmal fast 6 km lang, von der Straße bis zum Schlafplatz durch riesige Macadamia-Plantagen, allerdings diesmal ĂŒber eine enge, dafĂŒr sehr gut ausgebaute Teerstraße. Wir haben uns fĂŒr dieses Ressort vor allen Dingen deshalb entschieden, weil sich dort ein 36 m hoher Wasserfall in eine Art Badestelle ergießt, wobei sich beides in direkter NĂ€he zur Unterkunft befindet. So hat man zum Beispiel schon von der FrĂŒhstĂŒcksterrasse einen fantastischen Blick auf die herabstĂŒrzenden Wassermassen und das bestĂ€ndige Rauschen wiegte uns abends immer zuverlĂ€ssig in den Schlaf.

Da die ganze Gegend PrivatgelĂ€nde ist, hat man beim Baden eben auch keine Massen an Mitbadenden zu erwarten. Das Baden musste allerdings schon morgens beim Personal angekĂŒndigt und die lebensrettenden Hinweise per Unterschrift von allen Schwimmern bestĂ€tigt werden – Amerika und seine (Haftungs-)Gesetze! Die insgeheim gehegte Erwartung an diesen Ort der Ruhe hat sich am Ende aber mehr als erfĂŒllt, denn bei unserem Badegang hat sich außer uns nur eine Familie mit erwachsener Tochter dorthin bewegt, aber sie haben sich doch nur kurz ins Wasser getraut. So hatten wir grĂ¶ĂŸtenteils die ganze Naturschönheit nur fĂŒr uns. Dabei lernten wir unter anderem recht flott, wie die sehr doch die stetigen Ströme des Wasserfalls unaufhörlich in Richtung des Abflusses oder an den Uferrand schieben können, sodass ein direktes Schwimmen zum freien Fall selbst fast unmöglich war.

Zum GlĂŒck gab es dort ein Kanu, mit dessen Hilfe und Carstens Armkraft schafften wir es endlich mal, ganz nah an den Wasserfall bzw. direkt unter ihn zu kommen – ein einmaliges Erlebnis!

Das Element Wasser war auf dieser Insel endlich so eine Art von Begleiter, wie wir es uns von Hawaii erhofft hatten. So gibt es auf Big Island unglaublich viele und traumhafte StrÀnde.

FĂŒr jeden Geschmack ist etwas Passendes dabei, egal ob man lieber Schnorcheln oder nur Baden wollte.

Insbesondere von den Vertretern der hiesigen Tierwelt wurden wir so richtig verwöhnt.

Neben den vielen atemberaubenden Schnorchelspots mit ĂŒppigen KorallenbĂ€nken und den vielen bunten Fischen darin …

… waren auch immer mal Schildkröten im Wasser oder am Ufer prĂ€sent.

Und obwohl wir uns inzwischen schon so sehr an sie gewöhnt hatten, entglitt uns doch noch immer wieder ein „Schau da!“ wenn man eine entdeckte.

Alleinig auf dieser Insel haben sich uns zwei andere Tierarten gezeigt, die es ausschließlich wohl nur auf Hawaii gibt: Spinnerdelphine und Hawaii-Mönchsrobben.

WĂ€hrend wir das Treiben der Delphine nur aus der Ferne vom Ufer aus beobachten konnten und uns trotzdem sehr an den verrĂŒckten SprĂŒngen des Nachwuchses erfreuten, sahen wir einer der ĂŒberaus seltenen Mönchsrobben (man schĂ€tzt die weltweite Gesamtpopulation dieser akut vom Aussterben bedrohten Art auf nur ca. 600 bis 1400 Tiere) knapp eine Stunde lang aus nĂ€chster NĂ€he zu, wie sie sich mĂŒhevoll aus dem Wasser auf den Sandstrand Ă€chzte, wĂ€lzte oder robbte – je nachdem, wie man dieses augenscheinlich Kraft zehrende BemĂŒhen bezeichnen möchte.

Als sie es dann endlich schaffte und sich zum Schlafen legte, kamen zwei junge Frauen vorbei und haben dieses Areal weitrĂ€umig mit FĂ€hnchen und Hinweisschildern abgesteckt, damit auch ja keiner die Ruhephase des Tieres stört. Wir haben mal eine der MĂ€dels gefragt, ob und wie sie gewusst haben, dass die Robbe hier rauskommen wird, aber fĂŒr die Hawaiianer ist der Schutz dieser und anderer Tiere nicht nur eine Sache der Ranger. Wenn jemand ein solches Tier in StrandnĂ€he sieht, ruft man eine offensichtlich sehr bekannte Telefonnummer an und man bekommt sofort die Info, wo sich in unmittelbarer NĂ€he Schilder und AbsperrbĂ€nder zum Abstecken der Umgebung finden lassen. So kann am Ende jeder etwas dazu beitragen, dass sich diese Meeresbewohner am Strand ungestört erholen können.

Insbesondere fĂŒr die einheimischen Schildkrötenarten, Mönchsrobben und Spinnerdelfine gibt es rigorose Gesetze, die mitunter Strafzahlungen von bis zu 25.000 US-Dollar vorsehen – allein schon das BerĂŒhren bzw. Streicheln oder Festhalten der Tiere kann zu solchen Geldbußen fĂŒhren.

Ein anderes Tierchen ist auf dieser Insel zwar ebenfalls allgegenwĂ€rtig, wird von den Einheimischen aber nicht besonders beliebt – der Coqui-Frosch, kurz Coqui. Diese kleinen, nur ca. 2,5 cm großen, braunen Frösche fangen mit ihrem Quaken an, sobald es dunkel wird, was auf Hawaii demnach schon um 18:30 der Fall ist. Ab da rufen sie so lange nach einer Partnerin, bis sich eine ihrer erbarmt … dies kann mitunter aber auch gut und gern mal die ganze Nacht dauern. Nicht schlimm? Ihr hochfrequentes Quaken (entsprich in etwa ihrem Namen: „Kookii“) erreicht eine LautstĂ€rke von fast 100 Dezibel … und das eben die ganze Nacht von zig dieser Tierchen.

Da es auf dieser Insel fĂŒr sie keine natĂŒrlichen Feinde gibt, haben sie sich diese eingeschleppten Puertoricaner seit den 90ern rasend schnell ĂŒber die gesamte Insel verbreitet und sorgen seit ca. 2005 fĂŒr zahlreiche Beschwerden bei Touristen und Einheimischen. Wir hingegen hatten selbst mit ihnen keine Einschlafprobleme, auch nicht im unaufhörlichen Duett mit dem Rauschen des Wasserfalls – Gott sei Dank.

Apropos StrÀnde. Auf Big Island gibt es sie gleich in zig verschiedenen Farben.

Die weißen, gelben und schwarzen SandstrĂ€nde kannten wir bereits, aber einer mit grĂŒnem Sand?! Da mussten wir natĂŒrlich hin. Uns wurde schon im Vorfeld berichtet, dass es nicht besonders empfehlenswert ist, den ca. 4,5 km langen Weg zwischen Parkplatz und dem Strand mit dem eigenen Auto zurĂŒckzulegen, denn hier braucht man wahre Off-Road-Kenntnisse und vor allem eine genaue Vorstellung davon, wo es eigentlich lang geht und welche der labyrinthartigen Pistenarme zum unausgeschilderten Ziel fĂŒhrt.

Man kann also entweder eine Stunde immer der KĂŒste entlang bei starkem Wind und sengender Sonnenhitze wandern oder sich fĂŒr 20 US-Dollar pro Person von dem auf dem Parkplatz wartenden Einheimischen mit ihren TÜV-untauglichen Pickups in ca. 20 min hinbringen lassen.

UrsprĂŒnglich wollten wir sogar wandern, aber es ist ein sehr heißer Tag gewesen und Schatten ist auf der gesamten Strecke nicht zu erwarten. Zudem wollten wir nicht zu viel Zeit vertrödeln und daher ließen wir uns auf die fremdgesteuerte Abenteuerfahrt ein. Das war „unser“ Zubringer.

Als unser Fahrer genug Passagiere fĂŒr seine Kabine und stehend auf der LadeflĂ€che (!) zusammen hatte, fuhren wir los.

Abenteuer pur! Eine Achterbahn kann dagegen sogar schon etwas blass aussehen!

Unser Fahrer kannte seine Wege, brachte uns geschĂŒttelt (nicht gerĂŒhrt) sicher ans Ziel und wartete geduldig knapp eine Stunde auf unsere Truppe, wĂ€hrend diese sich die weltweite RaritĂ€t aus nĂ€chster NĂ€he ansah. Die grĂŒne Farbe hat der Sand durch das Mineral Olivin erhalten und dass dieses Mineral ausgerechnet hier vorkommt, haben wir – wie kann es anders sein – einem Vulkan zu verdanken.

Der Maunaloa-Schlackenkegel ist sogar jetzt noch ein zuverlĂ€ssiger Lieferant von Olivin, welches am Ende nicht nur dafĂŒr sorgt, dass der gesamte Strand olivgrĂŒn aussieht, sondern auch ein leicht metallisches Glitzern in den Sandkörnern hervorruft. Wenn man den nassen Sand in der Hand hĂ€lt, könnte man meinen, man hĂ€lt goldhaltige Kristalle in den HĂ€nden und die in jedem befindlichen, rudimentĂ€ren GoldgrĂ€bergene rufen zum Herauswaschen auf. Kein Foto kann dieses dezente Glitzern wiedergeben – das muss man einfach mit eigenen Augen gesehen haben!

Kurz vor dem Green Sand Beach kamen wir an einem anderen Punkt auf dieser Insel vorbei, den man unbedingt gesehen haben muss. Am South Point steht man nĂ€mlich am sĂŒdlichsten Punkt der gesamten Vereinigten Staaten von Amerika.

Wenn man dort steht, sieht man eigentlich fast nichts anderes als Ozean und Himmel sowie die Wagemutigen, welche von einer Rampe 12 m von den Klippen in die Tiefe springen, um danach eine wenig vertrauenserweckende und kraftraubende HĂ€ngeleiter wieder hoch zu klettern.

Damit haben wir dieses Jahr also beide, als sĂŒdlichster Punkt der USA bezeichnete Orte gesehen – zum einen im Februar auf Key West in Florida (Festland) und hier nun South Point auf Big Island (absolut).

Ein fĂŒr uns immer wieder sehr wichtiges Thema haben wir bislang noch gar nicht erwĂ€hnt: das Essen. Auf Big Island sind wir in den Genuss von vielen hiesigen Sachen gekommen, die wir zuvor so noch nicht probieren konnten. Zum Beispiel Kona-Kaffee, den wir auf unserem Weg zum B&B von Lee und Svetlana sogar beim Wachsen zugucken konnten …

… Weiße Ananas, die nur auf dieser Insel wĂ€chst und aufgrund des weitaus geringeren SĂ€uregehaltes als in anderen Sorten sehr viel sĂŒĂŸer und angenehmer schmeckt …

… sowie die oben schon erwĂ€hnten Macadamia-NĂŒsse, die man sicherlich auch frisch gepflĂŒckt selber knacken könnte, wenn die Schale nur nicht so hart wĂ€re. Wir lernten Lilikoi, die hiesige Passionsfrucht, nĂ€her kennen und meine heißgeliebten Strawberry Guavas habe ich sogar auf dem RĂŒckweg vom Wasserfall zum Resort eigenhĂ€ndig einsammeln können.

Von den FrĂŒchten der Natur mal einen Schwenk zu weiteren ganz besonderen Essenshighlight, die wir einheimischen MĂ€dels zu verdanken haben. Wir wollten eigentlich schon lange ein typisches hawaiianisches Gericht namens Laulau (in BananenblĂ€ttern gegartes Schweinefleisch) probieren, aber es hat nie geklappt, denn entweder war der Laden schon zu oder das Laulau kurz vor uns ausverkauft. Rene und Sharrie haben wir per Zufall im Kulaniapia Ressort kennengelernt, wo sie einen Bekannten besuchten und im typisch amerikanischen Smalltalk erwĂ€hnten wir wohl auch unser Pech mit dieser SpezialitĂ€t. Wir waren am nĂ€chsten Morgen sehr ĂŒberrascht, als Sharrie bei unserem FrĂŒhstĂŒck auftauchte und einen von vier Laulau mitbrachte, die sie am Vorabend selbst von den Nachbarn geschenkt bekamen und den einen eben nicht mehr aufessen konnten.

Sie hat auch gleich alles Notwendige mit dem KĂŒchenpersonal des Hotels geklĂ€rt und somit kamen wir endlich in den Genuss dieser absolut leckeren, hawaiianischen SpezialitĂ€t.

Schon beim allerersten Aufeinandertreffen am Vorabend haben uns Rene und Sharrie bei einem anderen Essensexperiment unterstĂŒtzt, denn wir erzĂ€hlten ihnen, dass wir auch das auf Hawaii so beliebte Dosenfleisch namens Spam probieren wollten und dafĂŒr extra mal eine solche Dose im Supermarkt gekauft haben.

Allerdings waren die beiden Einheimischen sehr ĂŒberrascht, dass wir es roh (aus der Dose) essen wĂŒrden, denn hierzulande weiß jeder, dass eine Scheibe Spam angebraten werden muss. Sharrie ĂŒberzeugte Carsten, seine Dose aus dem Zimmer zu holen, wĂ€hrend sie den in der offenen KĂŒche an einem erstklassigen MehrgĂ€ngemenĂŒ werkelnden Koch ĂŒberzeugte, nebenbei doch bitte auch unseren Spam anzubraten. Am Ende haben wir den direkten Test zwischen zwei rohen und mehreren gebratenen Scheiben gehabt und mĂŒssen natĂŒrlich wir dem hawaiianischen Volk Recht geben, denn in diesem fĂŒr uns außergewöhnlichen Zustand kann man das bei uns wohl am ehesten mit FrĂŒhstĂŒcksfleisch vergleichbaren Schnellimbiss sogar richtig genießen.

Mein persönliches, alkoholisches I-TĂŒpfelchen war an diesem Abend noch ein auf Maui hergestellter Ananaswein – fruchtig, leicht und lecker! Damit wusste ich schon, was ich auf der nĂ€chsten Insel gerne wieder trinken wĂŒrde, auch wenn es den Einheimischen eher nach französischen, spanischen und italienischen Weinen gelĂŒstet. Das war in dem Glas neben den Strawberry Guavas    standard

Ich könnte noch seitenweise so weitermachen! Aber wirklich alle Dinge aufzuzĂ€hlen, die wir allein auf dieser Insel gesehen haben und erleben durften, wĂŒrde den Rahmen eines Blogeintrags noch mehr sprengen, als es ohnehin schon bis hier der Fall ist. Deshalb kann ich leider weder auf das StĂ€dtchen Hilo …

… noch auf die Vulkanlandschaft Kahuku Unit als ein besuchbarer Ableger des Volcanoes Nationalpark …

… auf mehrere Panoramastraßen entlang der KĂŒste …

… auf diverse WasserfĂ€lle …

… oder auf die von uns besuchten, zahlreichen StrĂ€nde nĂ€her eingehen …

Sehenswert war aber alles davon!



2018 10.
Dez

Wie jeder hierzulande ganz bestimmt aus eigener Erfahrung weiß, fĂŒllt sich der Kalender im Dezember in Windeseile und  – zack! – hat man diverse Weihnachtsmarktbesuche und andere Jahresendveranstaltungen auf dem Tagesplan. Da geht es auch uns OLCAs nicht anders    standard

Am Montagabend traf ich mich mit 3 ehemaligen Kollegen am Schwibbogen vor dem Striezelmarkt.

Wir tranken ein GlĂŒhbier hier, ein GlĂŒhwein da und tauschten uns ĂŒber die vielen Dinge des (Arbeits-)Lebens und Erlebnisse aus. Die Zeit verging wie im Fluge und wir haben uns mit dem Versprechen verabschiedet, uns im Neuen Jahr wieder zu treffen … nicht erst am Ende 2019.

Am Dienstag verschwand Carsten nach getaner Arbeit mit seinen Kollegen zum alljĂ€hrlichen Jahresendbowling. Ich wollte nicht allein die Bude hĂŒten und nutzte die Zeit, mal in aller Ruhe ein paar Kleinigkeiten fĂŒr unsere Familie und fĂŒr den Freundeskreis zu besorgen. Abends in der Woche kann man auch in der Innenstadt von Dresden sehr entspannt shoppen    standard

Am Donnerstag war Nikolaustag und ich habe bereits am Vortag in meinem Adventskalender folgende Aufgabe gefunden:

Der Naschkram fĂŒr meine Kollegen war schon lĂ€ngst besorgt und wartete lediglich auf seinen Einsatz. Aber die Idee mit den Nachbarn war neu und so spendierte ich ganz anonym eine Packung Kekse an unsere hilfsbereiten Nachbarn von gegenĂŒber. Die TĂŒte habe ich gleich nach dem Aufstehen, noch ungekĂ€mmt und im Schlafanzug, vor die TĂŒr gestellt.

Als ich eine dreiviertel Stunde spĂ€ter zur Arbeit ging, waren die Kekse weg. Meine AnonymitĂ€t habe ich allerdings beim Nachbohren durch den Nachbar schon am nĂ€chsten Abend aufgeben mĂŒssen, denn sonst hĂ€tte die Nachbarin die Kekse wahrscheinlich weggeworfen. Warum ? Weil man bei derartigen FundstĂŒcken vor der eigenen TĂŒr ja nicht immer nur Gutes vermutet    zwinker    so werden diese nun hoffentlich nach und nach bei einem Tee oder Kaffee mit Genuss vernichtet.

Meine Geschenke an die lieben Kollegen waren gleich nach meiner Ankunft im BĂŒro verteilt und danach bin ich wie jeden Morgen zum Sport ins firmeneigene Fitnessstudio verschwunden. Als ich zurĂŒck kam, fand ich auf meinem Schreibtisch den Beweis, dass ich nicht umsonst geschwitzt habe, denn der Nikolausausgleich fĂŒr die verbrannte Kalorien war Ă€ußerst verlockend:

Noch gibt es davon ein paar Überlebende, mal sehen wie lange noch    zwinker

Am Donnerstag, wĂ€hrend ich meinen SchĂŒlern die Bedeutung von Gesten im russischsprachigen Kulturkreis erklĂ€rte, kamen Andrea und Karl aus Leoben nach Dresden und blieben bis Samstagmittag im Apartamento OLCA. Ein Grund ihres Besuches war das Einlösen des Weihnachtsgeschenkes vom letzten Jahr – wir haben von den beiden eine Gallo Pinto Box von Reishunger bekommen und mussten das Versprechen abgeben, dass sie dieses Gericht fĂŒr uns kochen dĂŒrfen. Jetzt war es endlich soweit und am Freitag haben wir ausnahmsweise auf unseren sonst traditionellen Besuch beim Dönermann verzichtet. WĂ€hrend Carsten und ich im Kaufland den Wochen(end)einkauf erledigten, wurde in der KĂŒche fleißig geschnitten, gebraten und gekocht:

Das Ergebnis ließ sich aber nicht nur sehen, sondern wurde auch mit viel Genuss gemeinsam vernichtet, um anschließend gut gelaunt mit den vollen Bauch noch lange am Tisch zu sitzen und zu quatschen.

Es war am Ende so reichlich, dass wir es nicht mal zu viert geschafft haben, alles aufzuessen!

Als die Kinder ihr GepĂ€ck Samstagmittag im Mietwagen verstaut hatten, um noch zu Karls Familie ĂŒberzusiedeln, nahmen sie uns einen Teil des Weges mit und ließen uns am Albertplatz in der Dresdener Neustadt raus. Wir haben uns dort nĂ€mlich mit Claudia aus Uelzen verabredet. Ihre OrangenhĂ€lfte Jan war zwar noch arbeitstechnisch beschĂ€ftigt, sollte aber schon etwas spĂ€ter zu uns dazustoßen, um danach noch gemeinsam ein paar Dresdner WeihnachtsmĂ€rkte abzuklappern.

Angefangen haben wir aber nur mit Claudia beim Augustusmarkt, schließlich befindet sich der Zugang dazu direkt am Albertplatz.

Sie war sogar schon vor uns da und hatte bereits entdeckt, dass man in der benachbarten Dreikönigskirche auf den Turm steigen könnte. Zuerst haben wir uns aber die Kirche von Innen angesehen. Ich war schon einmal im November 2012 zu einem Auftritt von Cecile Corbel mit Andrea dort, habe mir aber natĂŒrlich nicht sehr aufmerksam das Ambiente bzw. Drumherum angesehen. Jetzt hatten wir sehr viel mehr Zeit dafĂŒr und konnten sogar die ausgelegten Informationen studieren.

Der Aufstieg auf den Turm war nicht schwer zu bewĂ€ltigen und schon bald standen wir im Wind und genossen beim klaren Himmel einen hervorragenden Weitblick ĂŒber die gesamte Stadt.

Die Sonne legte sich ebenfalls sehr ins Zeug, so dass man der Versuchung kaum widerstehen konnte, ein paar wĂ€rmende Sonnenstrahlen die inzwischen fast nur noch BĂŒroluft gewohnte Haut streicheln zu lassen.

Wie vor einer Woche mit Jesus, haben wir auch mit Claudia und Jan die aus unserer Sicht wichtigsten WeihnachtsmĂ€rkte von Dresden besucht: MĂŒnzgasse, Stallhof, Frauenkirche und Striezelmarkt. Zwischenzeitlich hat es mal ganz kurz geregnet, was wohl zu einer deutlichen Besucherreduktion fĂŒhrte. Wir fanden es richtig gut, denn so mussten wir es nicht immer wieder hinnehmen, uns von anderen Menschen durch die GĂ€nge regelrecht weiterschieben zu lassen, sondern konnten unsere Wege zu und Stopps an interessanten MarktstĂ€nden selber bestimmen.

Insgesamt waren wird am Ende gute 8 Stunden auf Achse. Zwischendurch sind wir aber immer wieder mal in umliegenden Restaurants gelandet, um sitzen zu können, ohne UmstĂ€nde und Bezahlung Toiletten zu besuchen und auch mal etwas anderes zu essen, statt das, was sonst so typischerweise auf den WeihnachtsmĂ€rkten verkauft wird. Wir merkten aber auch bei dem Speiseangebot der ansĂ€ssigen Gastronomie den starken Einfluss der besonderen Jahreszeit. Man möchte eben Traditionelles mit Innovativen mischen und so habe ich mich mal an eine Spekulationsschokolade rangetraut und fand diese sehr lecker!

Auch der Gebratene Stollen hat mich sehr positiv ĂŒberrascht … das Vanilleeis und die Kirschen haben sich dabei als Ă€ußerst gute Beilage erwiesen:

Ihr merkt, egal, wohin man schaut, bekommt man starke Weihnachtsimpulse und stĂŒrzt sich daraufhin freiwillig und voller Elan in den unumgĂ€nglichen Trubel im Dezember. Bis zum Heiligabend stehen bei mir noch mindestens zwei weitere Weihnachtsmarkttreffen mit Freunden auf dem Plan – das wird bestimmt nicht weniger schön und lustig als bisher!

Meinen Lesern wĂŒnsche ich gestern einen schönen 2. Advent gehabt zu haben! Immer schön dran denken: in zwei Wochen schon ist Heiligabend und in drei Wochen sogar das Ende dieses Jahres. Wie schnell dieses Jahr doch die Zeit verging!!!



2018 02.
Dez

In den letzten Tagen und Wochen war ich erneut in so viele Sachen eingebunden, dass ich hiermit eine kleine Verschnaufpause suche, um alles in Ruhe mal Revue passieren zu lassen.

Die Wetterkapriolen mit tĂ€glich verĂ€ndernden Temperaturen haben leider einen sehr schlechten Einfluss auf mein Immunsystem gehabt. Ich musste eine reichliche Woche mit einer Bronchitis leben und eifrig gegen diese mit allen verfĂŒgbaren Mitteln wie Schlaf, KrĂ€utertee mit Honig, Inhalieren & Co ankĂ€mpfen. Seit geraumer Zeit kann ich aber stolz berichten, dass ich aus diesem Gefecht als stolze Gewinnerin hervorgegangen bin … mehr wird jetzt auch nicht mehr gejammert.

Wie ich schon schrieb,  es war erneut reichlich los in meinem Leben. Neben der Arbeit habe ich nach wie vor donnerstags einige erwachsene und zum Teil schon pensionierte Lernwillige in der VHS vor mir sitzen, die ich in die Geheimnisse der russischen Sprache einweihen darf. Ich bin, wie es sich nun mal fĂŒr eine vorbildliche Lehrerin gehört, so gut wie immer als erste da und genieße dann noch ein wenig die Ruhe vor dem Sturm    standard

Aber man hat ja zum GlĂŒck nicht nur die Arbeit im Kopf, egal wie viel Spaß sie auch macht    zwinker    deshalb ab hier meine kleinen, als Update gedachten Geschichten aus der Freizeit:

Ines und Torsten haben Carsten zum Geburtstag ein gemeinsames Bowling-Event geschenkt – dieses wurde nun im November eingelöst:

Und wie es so ist, in jeder Gruppe muss es einen geben, der konsequent den letzten Platz belegt – ich habe diese Rolle wie so oft beim Bowlen ziemlich schnell an mich gerissen. Doch meinem Spaß mit einer Kugel und 10 Pinnen samt netten Menschen um einen herum tat es dennoch keinen Abbruch:

Zum GlĂŒck war Ines punktetechnisch stets ziemlich in meiner NĂ€he, wenn auch immer recht knapp vor mir. Die Zeit dazwischen konnten wie vier nutzen, um ausgiebig von Angesicht zu Angesicht zu quatschen und hin und wieder wieder einen Ausflug zum mit inbegriffenen Brunchbuffet zu unternehmen. Zudem gaben wir uns stets der ein oder anderen Fotopose oder Blödelei („Strikemaker“ – pah ! Nicht mit mir !!!) hin:

Da der deutsche November in diesem Jahr ĂŒberraschend warm und sehr hĂ€ufig sonnig war, konnten wir nach dem Spiel noch locker und vergnĂŒgt im Freien spazieren und genossen die krĂ€ftigen Herbstfarben:

Zudem war der Tag perfekt fĂŒr einen Besuch in einem nicht weit entfernten EiscafĂ©, wo ich zu meinem Eisbecher auch gleich mal meinen ersten GlĂŒhwein der Saison bestellte – man muss ja der Jahreszeit dennoch irgendwie Tribut zollen    zwinker

Apropos Wein. Am 20. November verbrachte ich wie so oft, einen Abend in der „verĂ€nderbar“ in der Neustadt, um den Geschichten der Phrase4-Autoren zu lauschen. Diesmal habe ich als einzige aus dem gesamten Publikum die gesuchte Phrase in einer der Storys wiedererkannt. Niemand, eigentlich auch ich erst nach einigem GrĂŒbeln, haben damit gerechnet, dass die gesuchte Phrase des Abends („nur kurze Sprints“) bereits in der allerersten Geschichte, geschrieben und gelesen von Henning H. Wenzel, vorkommen wird. Deshalb habe ich sogar erst bis zum letzten Wort der Story gewartet und anschließend ganz brav wie in der Schule meine Hand hochgehoben, um zu fragen, ob ich richtig gehört habe. Habe ich in der Tat und somit durfte ich eine der beiden Flaschen mit nach Hause nehmen und mir gleich auch noch eine neue Phrase fĂŒr das nĂ€chste Mal ausdenken:

Mal sehen, wer diese wĂ€hrend der Januarlesung aus einer der 8 Kurzgeschichten heraushört    standard

Am Wochenende vor meinem Geburtstag kam Stephanie zu uns zu Besuch. Da man als Student und vor allem nicht fĂŒr sich allein den Aufwand betreibt, einen Braten zu machen, gab es diesen auf Wunsch einer einzelnen Dame eben am Sonntag bei den Eltern – natĂŒrlich mit allem, was dazugehört:

FĂŒr das Geburtsgasessen am Montag entschieden wir uns allerdings zur AuswĂ€rtsvariante und wir nahmen das AYCE-Rippchen-Angebot im „Rauschenbach Deli“ gern als Anlass, dort (nur) zu dritt anzurauschen:

Eine familiĂ€re Vollzusammenkunft klappt eben nicht immer – vor allem nicht, wenn eines der Kinder aus dem nahen Chemnitz vor Kurzem ins bergige Ausland gezogen ist. Andrea kommt somit erst nĂ€chstes Wochenende nach Sachsen und wir werden ein klein wenig nachfeiern.

Mitte Oktober hatte ich ja bereits geschrieben, dass meine Kinder mir ihr Geschenk schon „verraten“ haben. Ich erhielt eine Patenschaft ĂŒber (m)ein Tief, welches nach mir benannt wurde. Jetzt, zum Geburtstag, bekam ich zusammen mit anderen netten Sachen noch die gesamte Lebensgeschichte dieses Tiefs nachgereicht. Daraus entnehme ich, dass ich mich bei den Briten, Schotten und Norwegern aufrichtig fĂŒr das Benehmen meines Patenkindes entschuldigen muss, denn dort sorgte das Tief fĂŒr viel Regen und einen heftigen Sturm, wĂ€hrend wir uns in Deutschland zeitgleich der WĂ€rme des Hochs Viktor vergnĂŒgen konnten. Wer Interesse hat, kann mich gerne kontaktieren und ich lasse ihm die Biografie per Internet zukommen.

Ja, der 26.11. wurde mal wieder fĂ€llig und ich bin somit erneut um ein Jahr Ă€lter. Doch ich war wieder sehr gerĂŒhrt und ĂŒberrascht, wie viele Menschen an meinen Geburtstag gedacht haben und mir gratulierten. Die Geschenke waren sowohl im ĂŒbertragenen als auch im direkten Sinne einfach bĂ€rig!

Ein ganz herzliches Dankeschön nochmals an alle, die mich in dieser Woche angerufen haben, vorbeigekommen sind, mir ganz klassische Post geschickt haben und natĂŒrlich alle Mittel der modernen Kommunikation nutzten, um mir Gesundheit und viel Gutes fĂŒr das nĂ€chste Lebensjahr zu wĂŒnschen – ihr seid einfach klasse!

Meine diesjĂ€hrige Adventszeit begann ein paar Tage vorher mit einem Überraschungspaket aus Österreich – Andrea hat es geschickt:

Der Inhalt sind 24 kleine Pappboxen mit diversen Kleinigkeiten meiner Großen. Ich bin echt gespannt, was sie sich so alles ausgedacht hat. Am ersten Dezember gab es SchokobĂ€rchen und einen „Women’s Energy“-Tee. Heute durfte ich eine kleine Aufgabe lösen: etwas Lustiges im Internet oder draußen suchen und das mit meiner Familie teilen. Ich habe mich dafĂŒr entschieden:

… das Bild habe ich gestern in der Neustadt gemacht.

Carsten und ich waren Freitag und Samstag viel unterwegs, um Jesus unser schönes Dresden zu zeigen und gleich auch mal ĂŒber die vielen WeihnachtsmĂ€rkte zu tingeln. Diesen Gast aus Miami haben wir im Februar wĂ€hrend unseres Urlaubs in Florida ĂŒber die Couchsurfing-Plattform kennengelernt. Er stammt ursprĂŒnglich aus Venezuela und sein Name, welcher in Gegenden mit spanischem Einfluss keinesfalls so exotisch wirkt wie bei uns in Deutschland, wird „Chessuss“ ausgesprochen – wir konnten ihn also sehr unauffĂ€llig bei unseren RundgĂ€ngen rufen bzw. ansprechen, ohne gleich Ă€ußerst unglĂ€ubige Blicke auf uns zu ziehen. Derzeit wohnt und arbeitet er in Frankfurt und nutzte somit die Gelegenheit, um einmal nach Dresden zu kommen, sich die Stadt anzusehen und ĂŒber die diversen WeihnachtsmĂ€rkte zu schlendern.

Wer z.B. mal den Zwinger ganz fĂŒr sich allein, ohne alle anderen Touristen haben möchte, muss wohl an einem Freitagmittag dorthin gehen … idealerweise vielleicht im November    standard

Wir haben an den beiden letzten Tagen den Striezelmarkt, das Stallhöfische Adventsspektakel, den Advent auf den Neumarkt, den Augustusmarkt und den Winterzauber in der MĂŒnzgasse besucht, konnten dabei einiges essen und trinken und uns fröhlich in das vorweihnachtliche Gewusel stĂŒrzen:

An beiden Abenden rollten wir erst nach 20 Uhr tiefgekĂŒhlt, aber durch und durch satt zurĂŒck ins Apartamento OLCA, wo dann noch die ein oder andere Kleinigkeit aufgetischt wurde: Cognac und Wodka sowie Christstollen, Obst, Kaviar und Schokolade.

Heute frĂŒh (sehr frĂŒh: 6:30 Uhr !!!) ist unser Gast aber schon wieder nach Frankfurt zurĂŒckgeflogen. Wir gönnen uns dann an diesem Sonntag eine kleine Pause zu Hause und widmen uns eifrig der To-Do-Liste, denn morgen nach der Arbeit treffe ich mich mit ehemaligen Kollegen auf dem Striezelmarkt und Carsten geht am Dienstagabend mit seinen Abteilungskollegen wie jedes Jahr zum Jahresabschlussbowling. Und weitere Weihnachtsmarkttreffen sind in unserem Kalender ebenfalls reichlich vertreten, d.h. auch der Dezember verspricht, sehr ereignisreich zu werden.



2018 28.
Nov

Schon im Juni 2015, als ich Fotos fĂŒr mein Monatsprojekt „BĂ€ume“ gemacht habe, war ich von den einzelnen Teile dieser außergewöhnlichen Pflanzen sehr angetan. BlĂ€tter kamen im Oktober 2017 als Sonderprojekt dran und dieses Jahr habe ich meine Aufmerksamkeit den Wurzeln gewidmet, denn ohne sie wird kein Baum ĂŒberleben. Wenn ein Baum entwurzelt ist, steht es nicht sonderlich gut um seinen Fortbestand:

Wurzeln suchen sich stets ihren Weg und lassen sich auch nicht von solchen Hindernissen wie Steinen …

… oder Felsen ausbremsen:

Im Gegenteil, sind solche Steine im Weg, werden sie umschlungen und als zusÀtzliche VerstÀrkung der Standhaftigkeit genutzt:

Nicht mal eine steile Wand kann Wurzeln auf ihrem Weg ausbremsen …

… und ein dazugehöriger Baum profitiert am Ende sehr von solcher HartnĂ€ckigkeit:

Aber Wurzeln sind auch beim Wandern stetige Begleiter. Mal zeigen sie dem Wanderer die Richtung, in die der Weg fĂŒhrt …

… mal können die knorrigen, knotigen Teile zu einer Stolperfalle werden, wenn man sie nicht beachtet …

… oder sie bilden hilfreiche Stufen, um einen Aufstieg zu vereinfachen:

Man kann bei eine eigenartigen Anordnung von sichtbaren Wurzelteile sogar etwas ins GrĂŒbeln kommen, ob diese eine Art noch nicht entzifferter Schriftzeichen des Waldes sind …

… und bei jemanden mit viel Fantasie erinnern einige davon sogar an Vertreter der Tierwelt    standard

Dies wĂ€re jetzt im Normalfall ein Ende meines RĂŒckblicks auf das Juli-Projekt, aber da ich dies erst so spĂ€t veröffentliche, erlaube ich mir (das nennt man wohl „kĂŒnstlerische Freiheit“   standard   ) noch weitere Bilder von Wurzeln zu zeigen, welche ich allerdings erst im August auf Hawaii gemacht habe.

Manche der nÀchsten Aufnahmen beweisen, dass BÀume unabhÀngig davon, ob sie in Europa oder in Polynesien beheimatet sind, ihre Wurzeln auf gleiche Art und Weise in die Welt ausstrecken. Findet ihr wie ich die Parallelen?

Das war ein Baum in einem erkalteten Lavafeld auf Big Island:

Dies sind diverse „Wurzelpfade“:

Aber es gibt natĂŒrlich auch ein paar andere Wurzelansichten, welche sich bei uns so nicht wiederfinden. Wenn ich z.B. die Wurzeln bei Palmen gesehen habe, konnte ich ein Bild in meinem Kopf nur schwer los werden: wie diese von ganz vielen kleinen Beinchen woanders hingetragen und wieder in die Erde eingesetzt wird – ich weiß, meine Fantasie ist manchmal sehr eigenwillig   standard

Die Wurzeln der Banyan-BĂ€ume kommen allerdings nicht selten von oben, was mich schon auf Bali sehr fasziniert hat:

Dadurch entsteht dann am Ende ein riesengroßer Baum, der nicht selten ein sehr weit verzweigtes Wurzeln-StĂ€mme-Geflecht zu bieten hat:

Dabei spielt es dann auch gar keine Rolle, dass all das aus unserer Sicht kreuz und quer wÀchst:

Diese Wurzel eines Regenbogeneukalyptus sieht sehr massiv und stabil aus. Dazu ist sie im gleichen Maße farbenfroh wie der gesamte Baumstamm – erinnert doch sehr an herablaufende Farbe, oder?

Und wenn ein Baum auf Hawaii seine Wurzeln nicht zu sehr in die Tiefe schicken kann, dann bleibt eben ein Teil gut sichtbar draußen:

Ich hoffe, ihr findet genau so wie ich, dass diesmal ein „Bonus“ zum Fotoprojekt eine durchaus passende ErgĂ€nzung zum eigentlichen, rechtzeitig durchgefĂŒhrten Projekt ist    standard